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DE1262606B - Reduktion von Titandioxyd - Google Patents

Reduktion von Titandioxyd

Info

Publication number
DE1262606B
DE1262606B DE1962G0035088 DEG0035088A DE1262606B DE 1262606 B DE1262606 B DE 1262606B DE 1962G0035088 DE1962G0035088 DE 1962G0035088 DE G0035088 A DEG0035088 A DE G0035088A DE 1262606 B DE1262606 B DE 1262606B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
titanium
titanium dioxide
metal
reaction
carbide
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DE1962G0035088
Other languages
English (en)
Inventor
David Batzer
Palos Verdes Estates
Joseph Robert Spraul
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
GEN AM TRANSPORT
General American Transportation Corp
Original Assignee
GEN AM TRANSPORT
General American Transportation Corp
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by GEN AM TRANSPORT, General American Transportation Corp filed Critical GEN AM TRANSPORT
Priority to DE1962G0035088 priority Critical patent/DE1262606B/de
Publication of DE1262606B publication Critical patent/DE1262606B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C22METALLURGY; FERROUS OR NON-FERROUS ALLOYS; TREATMENT OF ALLOYS OR NON-FERROUS METALS
    • C22BPRODUCTION AND REFINING OF METALS; PRETREATMENT OF RAW MATERIALS
    • C22B34/00Obtaining refractory metals
    • C22B34/10Obtaining titanium, zirconium or hafnium
    • C22B34/12Obtaining titanium or titanium compounds from ores or scrap by metallurgical processing; preparation of titanium compounds from other titanium compounds see C01G23/00 - C01G23/08
    • C22B34/1263Obtaining titanium or titanium compounds from ores or scrap by metallurgical processing; preparation of titanium compounds from other titanium compounds see C01G23/00 - C01G23/08 obtaining metallic titanium from titanium compounds, e.g. by reduction
    • C22B34/1281Obtaining titanium or titanium compounds from ores or scrap by metallurgical processing; preparation of titanium compounds from other titanium compounds see C01G23/00 - C01G23/08 obtaining metallic titanium from titanium compounds, e.g. by reduction using carbon containing agents, e.g. C, CO, carbides

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  • General Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
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  • Materials Engineering (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
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  • Inorganic Compounds Of Heavy Metals (AREA)

Description

  • Reduktion von Titandioxyd Die Erfindung bezieht sich auf die Reduktion von Titandioxyd zur Bildung freien Titanmetalls und insbesondere auf die Erzeugung von Gemengen, die freies Titanmetall untermischt mit und festhaftend an Kohlenstoffpartikeln und anderen Reaktionsprodukten aufweisen und die in an sich bekannter Weise elektrolytisch zwecks Erzeugung von Titanmetalldendriten weiterverarbeitet werden.
  • Die bisher beim Reduzieren von Titandioxyd für die Erzeugung freien Titanmetalls angewandten Arbeitsverfahren waren mittelbar und kostspielig. Bei diesen früheren Arbeitsweisen wurde das Titandioxyd zuerst zu Halogenverbindungen umgewandelt, die wiederum zu freiem Titanmetall reduziert wurden. Diese früheren Arbeitsverfahren wurden als notwendig angesehen, um Titanmetall zu erzeugen, das ausreichend frei von Verunreinigungen und legierungsbildenden Stoffen ist, um das Titanmetall duktil und allgemein brauchbar zu machen.
  • Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Reduktion von Titandioxyd zu schaffen, welches die erwähnten Nachteile der bekannten Verfahren beseitigt.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung von Titan durch Reduktion von Titandioxyd mit Erdalkali- oder Aluminiumcarbid besteht darin, daß man ein inniges Gemisch der Ausgangsstoffe im Molverhältnis des Carbids zu Titandioxyd von mindestens 2:1 in feinverteilter Form unter Schutzgas oder Vakuum während 15 bis 90 Minuten auf 700 bis 1200°C erhitzt und gegebenenfalls das Reaktionsprodukt aus Titan und Kohlenstoff zweckmäßig nach vorheriger Behandlung und Abtrennung der Nebenprodukte einer Schmelzflußelektrolyse in an sich bekannter Weise unterwirft.
  • Vorzugsweise geht man bei der Reduktion von einem Gemisch von Titandioxyd, Calciumcarbid und Natriumluorid aus.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht die Herstellung von freiem Titanmetall auf weniger aufwendige und einfachere Weise, als dies bisher für möglich gehalten wurde.
  • Die Vorteile der Erfindung versteht man besser aus der nun folgenden Beschreibung im Zusammenhang mit der Zeichnung. In den Figuren der Zeichnung wurden zur Bezeichnung gleicher Teile gleiche Bezugszeichen benutzt.
  • F i g. 1 ist ein schematisches Fließdiagramm des erfindungsgemäßen Verfahrens; F i g. 2 ist eine Ansicht im Aufriß durch eine Ofenform, wie sie zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens zweckdienlich ist; F i g. 3 ist eine Ansicht im Aufriß durch eine zweite Ofenform, wie sie zweckdienlich für Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist, und F i g. 4 ist eine Ansicht im Aufriß durch eine elektrolytische Zelle, die zur Weiterverarbeitung des nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Reaktionsproduktes geeignet ist.
  • Das Reaktionsprodukt ist ein Aggregat, das Feinpartikeln von Titamnetall aufweist, die innig an kleinen Partikeln von Kohlenstoff festhaften. Trennen kann man das Titanmetall aus dem Aggregat durch Eintauchen des Aggregats in ein Salzschmelzbad, in dem eine geringe Menge an löslichem Titandichlorid enthalten ist, und durch Durchleiten eines Gleichstromes zwischen dem als Anode angeschlossenen Aggregat und einer Kathode, wobei an der Kathode Dendriten von freiem Titanmetall erzeugt werden. Man kann jegliche der verschiedentlichen Titandioxydformen bei der Erfindung benutzen, wobei ohne Begrenzung solche Formen im allgemeinen als Anatas, Brookit und Rutil bezeichnet werden. Benutzbar sind raffiniertes Titandioxyd, wie es z. B. in Farben benutzt und als »Pigmentqualität« bezeichnet wird, und natürlich vorkommende handelsgängige oder technische Qualitätssorten, die in Massenform verfügbar sind.
  • Für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wurden mit Erfolg verschiedene Metallcarbide benutzt. Im allgemeinen wurde ermittelt, daß Carbide des Aluminiums und der Erdalkalimetalle verwendbar sind; für den erfindungsgemäßen Gebrauch wird Calciumcarbid auf Grund seiner leichten Verfügbarkeit und seines mäßigen Preises bevorzugt verwendet. Auch lassen sich vorteilhaft Gemische von Metallcarbiden benutzen.
  • Die Partikelgröße der Reduktionsteilnehmer erwies sich ebenfalls als wichtig für eine erfolgreiche Durchführung des Verfahrens. Im allgemeinen soll die Partikelgröße des Tifandioxyds und des Metallcarbids unter 60 Mikron liegen und kann unter 1 Mikron sein. Ein bevorzugter Partikelgrößenbereich ist etwa 5 bis 60 Mikron, obgleich größere Partikeln benutzt werden können. In diesem Falle werden die Reaktionszeit und die Ausbeute nachteilig beeinflußt.
  • Wegen der Affinität von freiem Titanmetall zu Sauerstoff und bestimmten anderen Gasen, wie Stickstoff, ist es zweckmäßig, die reduzierende Umsetzung zwischen dem Titandioxyd und dem Metallcarbid praktisch in Abwesenheit von atmosphärischem Sauerstoff und Stickstoff vorzunehmen. In einer der praktisch durchführbaren Form der Erfindung führt man die Umsetzung in einem Vakuum von annähernd 2 mm Hg absolutem Druck durch. Alternativ kann man die Umsetzung in einer Atmosphäre eines Gases vornehmen, das gegenüber freiem Titanmetall inert ist. Beispiele für solche Gase sind Argon und die anderen Edelgase. Man nimmt an, daß die Umsetzung im festen Zustand erfolgt, wobei die Reaktionsteilnehmer und die Reaktionsprodukte sich im festen Zustand befinden, obgleich die Umsetzung bei relativ hohen Temperaturen durchgeführt wird. Demgemäß ist es erwünscht, daß ein vollkommenes und kontinuierliches Vermischen der Produkte zu allen Zeiten während der Umsetzung aufrechterhalten wird. Dies erreicht man durch Benutzung von Drehöfen oder Rühr- und Schabevorrichtungen im Reaktionsgefäß oder einer Kombination von diesen.
  • Das Produkt aus der Reduktion von Titandioxyd mit Metallcarbiden ist ein Aggregat, das kleine Partikeln von freiem Titanmetall in Mischung mit und in festem Anhaften an kleinen Partikeln von Kohlenstoff aufweist. Die Partikelgröße des freien Titanmetalls in dem Aggregat hängt von der Siebanalyse des bei der Reduktion verwendeten Ausgangs-Titandioxyds ab; gewöhnlich ist jedoch die Partikelgröße eine solche, daß bei ihr eine Höchstdimension in jedweder Richtung vori etwa 10 Mikron vorliegt. Die Kohlenstoff= partikeln sind gewöhnlich größer als diejenigen des Titanmetalls und umgeben in vielen Fällen völlig die Titanmetallpartikeln, so daß die Titanpartikeln im Kohlenstoff eingebettet sind. Die Metalloxyde, die dem als Reduktionsmittel benutzten Metallcarbid entsprechen, sind auch in dem Aggregat zugegen. Auf Grund der relativ niedrigen Temperatur der Umsetzung ist sehr wenig Titancarbid zugegen, wie auch Spuren von anderen Reaktionsprodukten, die von den Verunreinigungen, die in dem Titandioxyd usw. enthalten sind, herrühren.
  • Es wurde festgestellt, daß der größere Teil der Metalloxyde und ein Teil des in dem Aggregat vorhandenen Kohlenstoffes daraus abgetrennt werden können. Spezifisch wird das Aggregat zuerst in einer Putztrommel oder Waschapparatur behandelt und wird danach einem nassen Trennungsverfahren, wie z. B. Abtrennungen mit Wasser und durch Flotation, unterworfen. Derartige Trennungen sind möglich auf Grund des höheren spezifischen Gewichtes der Titanpartikeln und der physikalischen Beimischungen des Titanmetalls, eingebettet im Kohlenstoff, im Vergleich zum spezifischen Gewicht der Metalloxyde und freien Kohlenstoffe. Erreichen kann man weitere Entfernung der Metalloxyde durch Laugen. So kann man z. B. bei Calciumoxyd jedwede verdünnte Säure, wie Schwefel- oder Chlorwasserstoffsäure, benutzen, ebenso aber bestimmte Salzlösungen, wie z. B. Ammoniumacetat oder sogar Wasser in großen Mengen.
  • Das Reaktionsprodukt kann man entweder vor der Abtrennung der Metalloxyde oder nach einer solchen Abtrennung vorteilhaft bei elektrolytischen Raffinationsverfahren benutzen, um daraus das Titanmetall in der Form von zweckdienlichen, duktilen Titanmetalldendriten zu gewinnen. Beim Abtrennen des freien Titanmetalls aus dem Reaktionsprodukt nach der Methode der elektrolytischen Raffination der Chicago Development Corporation trägt man das Reaktionsprodukt in einen perforierten Korb ein, der in einer Lösung einer Salzschmelzelösung eingetaucht ist, die eine geringe Menge an löslichem Titandichlorid enthält. Durchgeführt wird das Raffinationsverfahren unter einer inerten Atmosphäre, wie z. B. Argon, wobei das Reaktionsprodukt als Anode und ein geeigneter Trägerstab als Kathode geschaltet wird. Aus dem Reaktionsprodukt wird das Titanmetall in Lösung gebracht und als freies Metall in der Form von Dendriten auf der Kathode abgeschieden.
  • In F i g. 1 der Zeichnungen ist schematisch ein Fließdiagramm wiedergegeben, das das Verfahren gemäß der Erfindung für die Herstellung von Titanmetall aus Titandioxyd wiedergibt. Das Titandioxyd und das Metallcarbid werden zusammen bei 11 vermahlen; danach bringt man die Reaktionsteilnehmer in den Ofen 10 ein. Dieser Ofen 10 ist mit einem Vakuumanschluß 13 versehen und in bestimmten Fällen auch mit einem Anschluß 15 für ein Inertgas, wie z. B. Argon, und kann auch mit einem Anschluß 17 für eine Kühlung versehen sein. Das Reaktionsprodukt aus dem Ofen 10 ist ein Gemenge, das Titanmetall, freien Kohlenstoff, Titancarbid, ein von dem Reduziermittel herrührendes Metalloxyd und nichtumgesetztes Titandioxyd und Metallcarbid enthält. Dann verarbeitet man das Reaktionsprodukt zum Abtrennen des Titanmetalls. In dem in F i g. 1 wiedergegebenen Arbeitsverfahren besteht die erste Stufe der Abtrennung darin, daß man das Reaktionsprodukt in einer Scheuer- oder Putztrommel 19 behandelt. Die freigelegten Partikeln des Aggregates kann man dann durch nasse Trennung, wie bei 21, behandeln, um aus ihnen bestimmte Oxyde und einen Teil von dem Kohlenstoff zu entfernen. Das Produkt aus dieser nassen Trennung kann den größeren Teil des Metalloxyds, das durch chemische Laugung 23 entfernt wird, enthalten. Anschließend wird das Produkt, das nun im wesentlichen Titanmetall und Kohlenstoff aufweist, in einer Zelle SO elektrolytisch raffiniert, um als Endprodukt Titanmetalldendrite zu erzeugen.
  • Die Erfindung wird an Hand der nachfolgenden Beispiele näher erläutert. Beispiel 1 Titandioxyd von Pigmentqualität, das einen Titandioxydgehalt über 98 Gewichtsprozent hat, und ein handelsübliches Calciumcarbid mit einer Reinheit von 80 Gewichtsprozent wurden als Reaktionskomponenten benutzt. Es wurden 2,30 g Titandioxyd und 5,75 g Calciumcarbid miteinander gemischt. Die Reaktionsteilnehmer wurden in einem Mörser zu einem feinen Pulver zerstoßen.
  • Die Reduktion wurde in einem Vakuumdrehofen, wie in F i g. 2 dargestellt, durchgeführt. Zu dem Ofen 10 gehört ein zylindrisches, sich drehendes Rohr 12 mit einer Länge von annähernd 15,2 mm; es ist aus einem aus rostfreiem Stahl bestehenden 19,05-mm-Rolir hergestellt. Das eine Ende des Rohres 12 ist durch eine Querwand 14 verschlossen, und das andere Ende nimmt einen Stopfen 16 auf, der locker in dem Ende des Rohres 12 eingepaßt ist und in einer das Rohr verschließenden Stellung mittels eines querlaufenden und entfernbaren Bolzens 18 gehalten wird. Die lose Einpassung des Stopfens 16 gestattet den Abzug von Gas aus Rohr 12 bei einem vernachlässigbaren Verlust an den an der Umsetzung teilnehmenden Materialien. Das Fassungsvermögen von Rohr 12 lag etwas über 8 g. Nach links von der Wand 14 aus erstreckt sich eine Welle 20, die aus dem Ofen 10 heraustritt und an der eine Riemenscheibe 22 angebracht ist. Ein geeigneter Antriebsriemen 24 steht im Eingriff mit der Riemenscheibe 22 und wird durch einen (nicht gezeigten) Antriebsmotor angetrieben. Riemen 24 und Riemenscheibe 22 waren so angeordnet, daß sich das Rohr 12 mit 30 U/min drehte. Eine zylindrische, ortsfeste äußere Ofenwand 26 ist vorgesehen, die eine Länge von dem Mehrfachen der Länge des Rohres 12 aufweist. Das linke Ende von Wand 26 ist mit einem Kühlmantel 28 versehen, der einen Einlaß 30 und einen Auslaß 32 für die Kühlflüssigkeit aufweist. Ein Stopfen 34 verschließt das linke Ende von Wand 26, wobei die Welle 20 durch ein geeignetes druckdichtes Verschlußstück 36 hindurchgeht. Der Kühlmantel 28 erstellt eine kalte Zone für den Ofen 10. Eine heiße Zone für Ofen 10 ist an seinem rechts liegenden Ende vorgesehen. Eine Heizvorrichtung, wie ein Gasbrenner 38, ist dafür vorgesehen, die Wand 26 und den dort befindlichen Inhalt aufzuheizen. Das hieran anschließende Ende von Wand 26 ist verjüngt, um einen Anschlußteil 40 zu schaffen, der an eine Leitung 42 angeschlossen werden kann, die an eine (nicht gezeigte) Vakuumpumpe angeschlossen ist, um Luft aus dem Inneren des Ofens 10 und aus dein Inneren von Rohr 12 abzusaugen.
  • Bei Durchführung der Erfindung wird der Ofen 10 auf Betriebs- oder Arbeitstemperatur mittels der Heizvorrichtung 38 gebracht; danach wird das sich drehende Rohr 12 in die kalte Zone des Rohres 26 eingesetzt, die benachbart zum Kühlmantel 28 liegt und den Ofen evakuiert. Vorzugsweise wurde der Druck im Ofeninneren auf einen Wert von 2 mm Hg absolut vermindert und bei diesem Wert während der gesamten Reaktion gehalten. Nach Evakuierung des Ofens 10 wird das Reaktionsrohr 12 unter Drehen in die erhitzte Zone am rechts liegenden Ende von Wand 26 vorgeschoben. Das Reaktionsrohr 12 wird bei 30 U/min im Verlauf der gesamten Umsetzungszeit in Umdrehung versetzt. Am Ende der Reaktionszeit wird das sich drehende Rohr 12 zum kalten Abschnitt des Ofens 10 bewegt, wo es durch Einwirkung des Kühlmantels 28 rasch gekühlt wird. Dann versieht man den Ofen 10 mit Atmosphärendruck und zieht das Reaktionsrohr 12 heraus, um das Produkt zu entfernen.
  • Im Beispiel 1 wurde die Reaktion 60 Minuten lang bei 1038°C durchgeführt. Das Molverhältnis von Calciumcarbid zu Titandioxyd betrug annähernd 1,25 zu 1, was bei Anwendung der Reinheit der Reaktionsteilnehmer, wie oben beschrieben, zu einem Bruttogewichtsverhältnis von 2,5 g Calciumcarbid zu 1,0 g Titandioxyd führt.
  • Das Produkt wurde analysiert. Hierbei ergab sich, daß es im wesentlichen eine 100 °/oige Ausbeute an freiem Titanmetall, bezogen auf das in dem Titandioxyd-Ausgangsmaterial erhaltbare Titan, enthielt. Das Produkt lag in der Form eines Gemenges von sehr feinere Partikeln aus Titanmetall, eingebettet in dem und festhaftend am Kohlenstoff, vor. Mit einem Metallmikroskop wurde ermittelt, daß das Titanmetall eine Partikelgröße von etwa 2 bis 10 Mikron in seiner größten Dimension hatte und daß die Titanmetallpartikeln in größeren Partikeln von Kohlenstoff eingebettet waren. In dem Gemenge waren auch Caiciumoxyd und etwas nicht umgesetztes Calciumcarbid zugegen. Im allgemeinen lagen die mit Kohlenstoff behafteten Titanmetallpartikeln in traubenartigen Zusammenballungen mit einem durchschnittlichen Durchmesser von 40 Mikron vor. Diese Traubennester zerbrechen sehr leicht, und das Material kann man hinsichtlich seiner Partikelgröße leicht in einer Scheuer-oder Putztrommel vermindern.
  • Im obigen Beispiel e wurde ein #T #berschuß an Calciumcarbid unter der Annahme vorgesehen, daß die vor sich gehende Umsetzung wie folgt verläuft:
    TiO2 -f- 2 CaC2 -> Ti -I- 2 CaO + 4 C
    Das für Beispiel l gegebene Verhältnis an Reaktionsteilnehmern gibt einen Überschuß an Calciumcarbid von praktisch 25 °/o der Mindestmenge, die theoretisch für vollkommen verlaufende Umsetzung erforderlich ist. Höchst vorteilhaft ist es, einen Überschuß von Calciumcarbid vorzusehen, um die vollständige Umsetzung bei einer zweckdienlichen Reaktionstemperatur zu gewährleisten. Wenn man lediglich die Mindestmenge an Calciumcarbid benutzt, die theoretisch für vollkommene Umsetzung erforderlich ist, erhält man eine verminderte Ausbeute an Titanmetall (vgl. Beispiel 2, unten). Beispiel 2 5 g Calciumcarbid (Reinheitsgrad 801)/,) und 2,5g eines Titandioxyds von Pigmentqualität wurden zu einem feinen Pulver im Mörser zerstoßen. Die Reaktionsteilnehmer wurden in den Ofen 10 eingebracht und in diesem 60 Minuten bei 1038'C erhitzt. Nach Abkühlen und nach Analyse zeigte das Produkt eine 43 °/oige Ausbeute, bezogen auf das Gesamtgewicht an freiem Titanmetall mit Calciumoxyd, freiem Kohlenstoff und nicht umgesetztem Titandioxyd und Calciumcarbid. Auch die Temperatur hat Einfluß auf die Ausbeute an freiem Titanmetall. Beispiel 3 wurde unter den gleichen Versuchsbedingungen, wie sie im Beispiel 1 vorliegen, durchgeführt, mit der Ausnahme, daß die Temperatur auf 927°C gesenkt wurde. Die prozentuale Ausbeute an Titanmetall betrug nur 32 °/o im Vergleich mit praktisch 100 °/o im Beispiel 1, bei dem man bei 1038'C umsetzte.
  • Auch wurde festgestellt, daß die Umsetzungszeit entscheidend ist. Die Reaktionsteilnehmer kommen, wenn sie in der aufgeheizten Zone des Ofens angeordnet sind, in annähernd 12 Minuten auf die Reaktionstemperatur. Der Bequemlichkeit halber mißt man jedoch die Reaktionszeit vom Zeitpunkt des Einsetzens der Reaktionsteilnehmer in die heiße Zone von Ofen 10. Nun folgt eine Tabelle, die den Einfiuß der Zeit auf die Ausbeute wiedergibt, wobei alle Reaktionsbedingungen mit Ausnahme der Zeit konstant gehalten sind.
    Tabelle I
    Bei- Gewichtsverhältnis Temperatur Zeit Ausbeute
    spiel CaC2 : Ti0; Ti
    °C Minuten °/°
    4 2,5 1038 15 14
    5 2,5 1038 30 85
    1 2,5 1038 60 100
    Aus dem Obigen ist zu ersehen, daß die Ausbeute mit dem Ansteigen der Reaktionszeit zunimmt, wobei die optimale Reaktionszeit annähernd 60 Minuten ist.
  • Das Verhältnis der Reaktionsteilnehmer, d. h. das Verhältnis von Calciumoxyd zu Titanoxyd hat auch Einfluß auf die Umsetzung und wurde als entscheidend ermittelt. Im allgemeinen müssen mindestens äquimolare Mengen von Calciumcarbid und Titandioxyd, wie oben beschrieben, zugegen sein. Bei Benutzung von Calciurncarbid mit einem Reinheitsgrad von 80 °/o und von Titandioxyd von Pigmentqualität ist das Verhältnis, bezogen auf Rohgewicht, von Calciumcarbid zu Titandioxyd zur Erzielung äquimolarer Anteilverhältnisse, gleich 2:1. Weiterhin wurde festgestellt, daß man gesteigerte Ausbeuten für eine gegebene Reihe von Reaktionsbedingungen erhält, wenn man einen Calciumcarbidüberschuß verwendet. Hält man eine optimale Temperatur von annähernd 1000°C und die optimale Reaktionszeit von 60 Minuten ein, dann ist annähernd ein 25 °/oiger molekularer Überschuß an Calciumcarbid erforderlich, um das Titandioxyd vollständig zu reduzieren. Benutzt man handelsübliches Calciumcarbid und Titandioxyd von Pigmentqualität, dann ist ein Gewichtsverhältnis zwischen dem Calciumcarbid und dem Titandioxyd von 2,5:1 erforderlich. Benutzt man eine andere als die optimale Reaktionszeit und Temperatur, dann kann die Umsetzung durch Anwendung sogar noch höherer Überschüsse an Calciumcarbid vollständig ablaufen. Es wurden eine Reihe von Umsetzungen bei 816°C für 60 Minuten durchgeführt, um den Einfluß von Änderungen des Verhältnisses von Calciumcarbid zu Titandioxyd auf die Ausbeute an freiem Titanmetall aufzuzeigen. Diese Umsetzungsversuchsreihen wurden in einem elektrischen Röhrenofen durchgeführt. Nach Vermahlen der an der Umsetzung teilnehmenden Materialien im Mörser wurden sie zu einer Pille verpteßt und dann in ein aus Tonerde bestehendes Schiffchen eingesetzt und in dem Ofen unter einer reduzierten Atmosphäre von unter 2 mm Hg absolutem Druck erhitzt. In der folgenden Tabelle sind die Ergebnisse dieser Umsetzungsreihe zusammengefaßt aufgeführt:
    Tabelle II
    Beispiel Gewichtsverhältnis Prozentausbeute
    CaC2: Ti02 Ti
    6 2,5 11
    7 4 38
    8 7 65
    Die Beispiele in Tabelle I1 zeigen auf, daß sogar dann, wenn man geringere als optimale Temperatur-Bedingungen anwendet, die Ausbeute an Titan unter Benutzung eines großen Überschusses an Calcium, carbid erhöht werden kann. Durch geringes Ansteigen= lassen der Temperatur über diejenige, die im Beispiel 8 eingehalten ist, ist es möglich, eine praktisch 100 °/oige Ausbeute an freiem Titanmetall durch Benutzung des dort aufgezeigten wesentlichen Überschusses an Calciumcarbid zu erzielen.
  • Sogar höhere Temperaturen als die optimale Reaktionstemperatur von annähernd 1000°C können angewendet werden und führen noch zu guten Ausbeuten an Titanmetall, wie dies im Beispiel 10 unten aufgezeigt wird. Beispiel 10 Ein Einsatzgut unter Einschluß von 5 Gewichtsteilen handelsüblichen Calciumcarbids und 1 Gewichtsteil von Titandioxyd von Pigmentqualität wurde vermahlen und zu einer Pille verformt. Die Pille wurde in ein aus Tonerde bestehendes Schiffchen eingelegt und. im Ofen 60 Minuten bei einer Temperatur von 1120°C erhitzt. Die Ausbeute an freiem Titanmetall betrug praktisch 1000/, von dem Titan, das in den Reaktionsmaterialien verfügbar war.
  • Zwecks Erzeugung größerer Proben kann man einen Drehofen von dem in F i g. 3 wiedergegebenen Typ benutzen. Zu diesem allgemein mit 50 bezeichneten Ofen gehört ein großes Rohr 52, das gedreht werden kann. Das Rohr 52 ist 304 mm lang und hat einen Durchmesser von 89 mm. Das eine Ende des Rohres 52 ist durch eine Querwand 54 abgeschlossen, und das andere Ende verjüngt sich zu einem Rohr 58 mit kleinerem Durchmesser. Am äußeren Ende des Rohres 58 ist ein Flansch 60 vorgesehen, der dazu bestimmt ist, mit einem Flansch 62 eine Verbindung mit Rohr 64 herzustellen. Für die Beschickung und Entleerung des Ofens 50 werden die Flansche voneinander gelöst.
  • Das andere Ende des Rohres 64 ist mit einem sich drehenden vakuumdichten Abschluß 68 versehen, der das Rohr 64, das in Umdrehung versetzt wird, und ein ortsfestes Rohr 70 zusammen verbindet. An der Rohrleitung 70 ist ein Rohransatz 72 vorgesehen, damit der Rohrabschnitt 52 evakuiert werden kann. In das Rohr 70 ist ein Gaseinlaßrohr 74 eingebaut, das sich tief zur Mitte des Rohres 52 erstreckt. Der Eimaß 74 ermöglicht das Zuleiten eines Inertgases, wie Argon, in das Rohr 52. Das Fassungsvermögen des Ofens 50 beträgt etwa 1 kg.
  • Es wurde herausgefunden, daß die Partikelgröße der Reaktionsteilnehmer und insbesondere die Partikelgröße des Titandioxyds einen bedeutenden Einfluß auf die Reduktionsreaktion hat. In Tabelle III erkennt man die Ergebnisse aus der Benutzung unterschiedlicher Partikelgrößen von Titandioxyd. Das flotierte Rutilerz wurde mit Hilfe der Absetzgeschwindigkeit in die folgenden Fraktionen getrennt: 1. 0 bis 2 Mikron (Durchschnitt 1 Mikron) 2. 1 bis 6 Mikron (Durchschnitt 3 Mikron) 3. 4 bis 15 Mikron (Durchschnitt 7 Mikron) 4. 15 bis 50 Mikron (Durchschnitt 30 Mikron) Das verwendete Calciumcarbid enthielt 89 °/o CaC2 und wurde unter Toluol in einer Kugelmühle auf eine Partikelgröße von annähernd 4 Mikron vermahlen. Die Reaktionsteilnehmer wurden in dem Verhältnis von 2,5 Gewichtsteilen Calciumcarbidmaterial zu 1 Gewichtsteil von dem Titandioxydkonzentrat vermischt. Die Reaktion wurde 60 Minuten bei 1000°C in Ofen SO unter einer Argonatmosphäre durchgeführt.
    Tabelle III
    Durchschnittliche Ausbeute Ausbeute Gesamtprozent
    Beispiel Partikelgröße von TiOE Ti Tic von umgesetztem
    Mikron % 0/a verfügbaren Ti
    11 7 71,5 21,0 92,5
    12 30 82,5 11,0 93,5
    Aus Tabelle 111 ersieht man, daß man die optimale Ausbeute an dem erwünschten freien Titanmetall erzielt, wenn das Titandioxyd eine Partikelgröße in dem Bereich von 15 bis 50 Mikron und mit dem Durchschnitt von annähernd 30 Mikron besitzt. Es wurden andere Metallcarbide mit Erfolg beim Reduzieren von Titandioxyd zusätzlich zu Calcitimcarbid benutzt.
  • In Tabelle IV sind Beispiele der Verwendung von Bariumcarbid und Magnesiumcarbid als reduzierende Mittel für Titandioxyd wiedergegeben.
    Tabelle IV
    Carbid Tioz Temperatur zeit Ausbeute
    Carbidsorte o%
    Beispiel Gewichtsprozent Gewichtsprozent ° C Stunden Ti TiC
    13 BaC2 42 8 1000 1 34,5 7
    14 Mg2C3
    36,4 28,6 730 1 94 6
    Das in den Beispielen 13 und 14 verwendete Titandioxyd war von Pigmentqualität und war vor Gebrauch im Vakuum 48 Stunden bei 120°C getrocknet worden. Das im Beispiel 13 verwendete Bariumcarbid wurde nach der folgenden Umsetzung hergestellt:
    BaC03 -I- C -f- 3 Mg -> BaC2 -J- 3 Mg0
    Das Produkt wurde ohne vorherige Reinigung benutzt und .enthielt 47 °/a Bariumcarbid und weniger als 10/0 metallischen Magnesiums. Das im Beispiel 14 benutzte Magnesiumcarbid wurde durch Umsetzung von Magnesium mit Acetylen und Propan hergestellt und wies einen Reinheitsgrad von 510/" auf.
  • In den genannten Beispielen hatte das verwendete TiO2 eine Partikelgröße von unter 60 Mikron; jedoch ist es zweckmäßig, TiO2 mit einer Grobpartikelgröße der Abmessung 297 # 74 Mikron in Gegenwart einer geringen Menge von Natriumfluorid als Beschleuniger zu benutzen. Es wurde festgestellt, daß die Reduktionsreaktion wesentlich durch die Gegenwart einer geringen Menge an Natriumfluorid, normalerweise etwa 10 Gewichtsprozent in bezug auf das Titandioxyd, beschleunigt werden kann; und in dem Ofen 50 ließ man Versuche laufen unter Verwendung der Reaktionsteilnehmer Calciumcarbid und Titandioxyd sowohl mit als auch ohne Natriumfluorid. In diesen Versuchen wurden die Reaktionsteilnehmer (CaC2 = 25 g und TiO2 = 10 g) gründlich gemischt. Auch der Beschleuniger NaF = 1 g wurde gründlich eingemischt, wenn er zugegen war.
  • Es wurden zwei Vergleichsversuche, je bei 1000°C und für 60 Minuten, unter Verwendung eines groben Rutilkonzentrates (297 # 74 Mikron), unter Erzielung folgender Ergebnisse vorgenommen:
    Tabelle V
    Bei- Reaktionsteilnehmer Ausbeute Ausbeute Gesamt.
    spiel Ti Tic ausbeute
    g 0/9
    15 CaC2 = 25 3,5 1,0 4,5
    TiO2 = 10
    16 CaC2 = 25 43 6 49
    TiO2 = 10
    NaF = 1
    Darüber hinaus ließ man in dem Ofen 50 Vergleichsversuche, je bei 1000°C unter Benutzung von Ti02 von Pigmentqualität, das .eine Partikelgröße unter 60 Mikron hatte, und bei verschiedenen Zeitintervallen laufen. In jedem dieser Versuche waren die Gewichtsverhältnisse der Reaktionsteilnehmer festgelegt: CaC2 = 25; TiO2 = 10; NaF = 1. Die Ergebnisse dieser Versuche werden wie folgt angegeben:
    Tabelle VI
    Ausbeute Ausbeute
    Beispiel zeit Ti TiC Gesamtausbeute
    Minuten 1/o %o °/o
    17 10 68 23 91
    18 20 53 36 89
    19 35 17,5 57,0 74,5
    In jedem dieser Beispiels 15 bis 19 einschließlich war das CaC2 in einer Kugelmühle gemahlen worden.
  • Demgemäß ist zu entnehmen, daß das NaF wesentlich die Reaktionszeit für die Erzielung einer zufriedenstellenden Ausbeute an freiem Titanmetall herabmindert.
  • Das Produkt aus jedem der Beispiele 1 bis 19 ist ein Gemenge von Titanmetallpartikeln, die an freiem Kohlenstoff innig festhaften und in den meisten Fällen in ihm eingebettet sind. Auch physikalisch beigemischt in dem Gemenge kann ein Metalloxyd, das von dem Reduktionsmittel stammen kann, wie z. B. Calciumoxyd, Aluminiumoxyd, Bariumoxyd, Magnesiumoxyd u. dgl., sein. Zugegen sein kann auch Titancarbid und nicht umgesetztes Titandioxyd und nicht umgesetztes Metallcarbid. Man kann derartige Gemenge in der Elektrolysezelle 80 unmittelbar raffinieren. In den meisten Fällen ist es jedoch erwünscht und wirtschaftlich, die verschiedenen Metalloxyde und einen Teil des Kohlenstoffs und das Metallcarbid, wenn überhaupt zugegen, aus dem Gemenge vor dem elektrolytischen Raffinieren in Zelle 80 zu entfernen.
  • Nach dem in F i g. 1 wiedergegebenen Verfahren kann man einen Teil des Metalloxydes und Kohlenstoffs mechanisch durch den Mahlvorgang 19, gefolgt von irgendwelcher geeigneten Trennung, wie z. B. der nassen Trennung 21, entfernen. Bei einem bevorzugten Beispiel wird das Aggregat, so wie es aus dem Ofen 10 oder 50 kommt, 24 Stunden in trockenem Zustand in einer Kugelmühle vermahlen. Das gemahlene Produkt wird dann mit Wasser zwecks Entfernen überschüssigen Metallcarbids gewaschen. Dann kann man das Produkt trocknen und mit kalter konzentrierter Salpetersäure zwecks Entfernen von Titancarbid waschen.
  • An Stelle des Behandelns in einer Scheuer- oder Putztrommel in trockenem Zustand ist es in bestimmten Fällen empfehlenswert, das Scheuern in einer Ammoniumchloridlösung durchzuführen; in diesem Falle können 0,1 Gewichtsprozent einer Natriumcarboxylmethylcellulöse als Suspendierungsmittel zugesetzt werden.
  • Nach dem Scheuern nach einer der oben beschriebenen Methode kann das gescheuerte Produkt einer nassen Trennung unterworfen werden, um den überwiegenden Teil der vorhandenen Metalloxyde zu entfernen. Andere nasse Trennungen .können für das Entfernen des Hauptanteiles der Metalloxyde benutzt werden.
  • Nach der hydraulischen Trennung können die in dem Mahlprodukt noch verbleibenden Metalloxyde weitgehend durch Laugung mit verdünnten Säurelösungen, wie Schwefelsäure und Chlorwasserstoff= säure, entfernt werden: Bestimmte Lösungen, z. B. eine Lösung von Ammoniumacetat, können für das Entfernen der Metalloxyde ebenfalls vorteilhaft benutzt werden.
  • Nach der oben angegebenen Trennung des Gemenges kann man das Titanmetall aus dem Produkt in Form von Dendriten gewinnen, die praktisch frei von verunreinigenden Materialien, einschließlich Kohlenstoff, sind, Eine geeignete Methode hierfür ist die Elektrolyse. Bei diesem elektrolytischen Raffinierungsverfahren benutzt man eine elektrische Zelle gemäß F i g. 4 der Zeichnungen, die mit 80 beziffert ist. Bei einer vollwertigen Betriebsanlage bevorzugt man das Verbinden von zwei elektrolytischen Zellen 80 durch eine aus rostfreiem Stahl bestehende, die beiden Zellen am Boden verbindende Rohrleitung 82 (25,4 mm). Ein derartiges Untereinanderverbinden von zwei Zellen 80 gestattet praktisch einen kontinuierlichen Betrieb und praktisch kontinuierliche Benutzung des Salzbades 84, das in ihnen enthalten ist, wobei die eine Zelle in Betrieb ist, während das Produkt in den anderen Zellen abgekühlt wird.
  • Zu der elektrischen Zelle 80 gehört ein aus rostfreiem Stahl bestehendes Gefäß in zylindrischer Form. Das obere Ende des Gefäßes 86 ist mit einem Flansch 90 versehen, der zur Befestigung eines Deckels 92 benutzt wird. Ein geeignetes Dichtungsmaterial 94 ist zwischen Flansch 90 und Deckel 92 vorgesehen. Vorzugsweise wird der Deckel 92 durch eine (nicht gezeigte) Apparatur gekühlt.
  • Das Gemenge 100, das das freie Titanmetall eingebettet in Kohlenstoff enthält, wird in einem geeigneten durchlöcherten Behälter, z. B. einem Stahlkorb 102, gehalten. Der Korb 102 ist an einer Stahlstange 104 befestigt, die nach oben durch ein geeignetes druckdichtes Verschlußstück 106 im Deckel 92 hindurchgeführt ist und mit seinem freien Ende 108 nach außen ragt. Die Kathode 110 geht nach oben durch den Deckel 92 und durch ein geeignetes druckdichtes Verschlußstück 112. Das untere Ende von Kathode 110 verläuft abwärts zur Mitte des ringförmigen Korbes 102, und das obere Ende der Stange 110 erstreckt sich nach außen von der Zelle 80 aus für den Anschluß an eine Stromquelle.
  • Zur Aufrechterhaltung einer Inertgasatmosphäre in der Zelle 80 über der Oberfläche des Salzschmelzbades 84 ist ein Gaseinlaßrohr 114 am Deckel 92 und ein Gasauslaßrohr 116 vorgesehen.
  • Das Salzschmelzbad 84 enthält hauptsächlich Natriumchlorid und enthält annähernd 4,50/, Titan als lösliche Titanchloride. Die in dem Elektrolyten 84 vorhandenen Titanionen haben eine durchschnittliche Valenz von 2,4. Der Elektrolyt enthält auch gelöstes freies Natrium entsprechend dem Gleichgewicht: TiC13 + Na :;==± TiC12 -f- NaCl Das gelöste freie Natrium beläuft sich auf annähernd 15 mg je Gramm Elektrolyt. Die angelegte Spannung beträgt annähernd 0,8 Volt, die Stromstärke bis zu 500 A. Es werden bis 2,27 kg Titandendriten je Arbeitsperiode erzeugt.
  • Der Elektrolyt 84 wird mittels eines Heizmantels 118 auf annähernd 850°C erhitzt. Die Leitung 82 ist kalt, so daß sich ein abdichtender erstarrter Salzpfropfen in ihr ausbildet und den Elektrolyten 84 am Ausfließen hindert. Falls nötig, kann Leitung 82 mittels eines Wassersprühregens aus einem Sprenger 120 gekühlt werden.
  • Am Ende der Elektrolyse wird die Verbindungsleitung 82 mittels einer elektrischen Heizvorrichtung 122 erhitzt und der Gasdruck auf der Oberfläche des Elektrolyten 84 erhöht, so daß der Elektrolyt 84 in die angeschlossene Zelle (nicht gezeigt) durch die Leitung 82 bewegt wird. Nach der Überführung des Elektrolyten wird die Leitung 82 wieder durch Bespritzen mit kaltem Wasser aus dem Sprenger 120 abgesperrt. Nunmehr können die Elektroden mit dem raffinier ten Titan bzw. dem Rückstand im Anodenkorb entnommen werden.
  • Das dendritenförmige Titan ist außerordentlich weich und duktil. Elemente wie Eisen, Chrom, Aluminium, Kohlenstoff, Silicium, Stickstoff und Sauerstoff werden nicht auf der Kathode abgeschieden.

Claims (5)

  1. Patentansprüche: 1. Verfahren zur Herstellung von Titan durch Reduktion von Titandioxyd mit Erdalkali- oder Aluminiumcarbid, dadurch g e k e n n -z e i c h n e t, daß man ein inniges Gemisch der Ausgangsstoffe im Molverhältnis des Carbids zu Titandioxyd von mindestens 2:1 in feinverteilter Form unter Schutzgas oder Vakuum während 15 bis 90 Minuten auf 700 bis 1200°C erhitzt und gegebenenfalls das Reaktionsprodukt aus Titan und Kohlenstoff zweckmäßig nach vorheriger Behandlung und Abtrennung der Nebenprodukte einer Schmelzflußelektrolyse in an sich bekannter Weise unterwirft.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Teilchengröße der Ausgangsstoffe von 10 bis 60 Mikron verwendet wird.
  3. 3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausgangsstoffe während des kontinuierlichen Mischens erhitzt werden.
  4. 4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die bei der Reduktion gebildeten Nebenprodukte und die nicht umgesetzten Ausgangsstoffe von dem Reaktionsprodukt mechanisch oder chemisch abgetrennt werden.
  5. 5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Reduktion von Titandioxyd mit Calciumcarbid von einem Gemisch der Bestandteile Calciumcarbid-Titandioxyd-Natriumfluorid in annähernden Verhältnissen von 25:10:1 ausgegangen wird. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 1063 814, 1066 755, 1072 393; britische Patentschrift Nr. 754 981.
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Citations (4)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
GB754981A (en) * 1954-04-23 1956-08-15 Metro Cutanit Ltd Improvements in and relating to methods of reducing oxides of titanium and zirconiumand making titanium and zirconium alloys
DE1063814B (de) * 1952-11-12 1959-08-20 Horizons Titanium Corp Verfahren zur Herstellung von metallischem Titan
DE1066755B (de) * 1959-10-18 Horizons Titanium Corporation, Princeton, N. J. (V. St. A.) Anode zur elektrolytischen Gewinnung von metallischem Titan und Verfahren zu ihrer Herstellung
DE1072393B (de) * 1959-12-31 Deutsche Norton-Gesellschaft mbH Wesselmg (Bez Köln) Verfahren zur Herstellung von Titan durch Schmelzflußelektrolyse

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