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Nadelwebstuhl zum Herstellen von Bändern, Riemen, Gürteln u. dgl.
Die Erfindung betrifft einen Nadelwebstuhl mit einer insbesondere bogenförmig ausgebildeten
Schußfadeneintragnadel und einer auf der der Eintragnadel abgewandten Seite parallel
zur Gewebekante hin-und herbewegbaren Häkelnadel, die die von der Eintragnadel auf
dieser Seite gebildete Schußfadenschleife nach Art einer Strickmasche festhaltend
verknüpft, sowie mit einem Fadenführer zum Einführen eines Zusatzfadens. Auf Webstühlen
dieser Art werden Bänder, Riemen, Gürtel u. dgl. hergestellt. Solche Webstühle sind
bekannt. So erläutert die USA.-Patentschrift 2 180 831 einen Nadelwebstuhl, bei
dem der Schußfaden längs des Saumes mit dem Schußfaden selbst abgebunden wird, während
mittels eines Webstuhles nach der schweizerischen Patentschrift 128 432 der Schußfaden
an den Saum durch einen Zusatzfaden gebunden wird. Mit der Einrichtung nach der
USA.-Patentschrift 2 800 927 wird der Schußfaden längs des Saumes mit dem Schußfaden
selbst oder mit einem den Saum verstärkenden Zusatzfaden zusammen abgebunden.
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Mit keinem der bekannten Nadelwebstühle ist es möglich, auf ein und
demselben Nadelwebstuhl Bänder, Gürtel u. dgl. mit verschieden starkem Schuß herzustellen,
ohne daß Randverdickungen auftreten.
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Beispielsweise ist mit den Vorrichtungen nach den USA.-Patentschriften
2180 831 und 2 800 927 die Fabrikation von Riemen, Gürteln u. dgl. aus Hanf-, Jute-
oder Kunstoffäden nicht oder nur mit großen Schwierigkeiten möglich, weil der Saum,
längs welchem das Abbinden des Schußfadens erfolgt, im Verhältnis zur Bandbreite
zu dick werden würde oder weil die Häkelnadel nicht in der Lage ist, den dicken
Schußfaden nach Art einer Strickmasche abzubinden. Diese Webstühle eignen sich deshalb
nur zur Herstellung von Bandgeweben aus dünnen Fäden.
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Die Webvorrichtung nach der schweizerischen Patentschrift 128 432
stellt demgegenüber geringere Anforderungen an die Dicke der Webfäden, weist aber
den großen Nachteil auf, daß der Schußfaden am Saum nur mit einem Zusatzfaden abgebunden
werden kann.
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Eine Aufgabe der Erfindung ist es, einen Nadelwebstuhl zu schaffen,
auf dem der Schußfaden bei der Bandgewebefabrikation derart abgebunden wird, daß
am Rand des Gewebes eine Strickmasche entweder mit dem Schußfaden oder einem Zusatzfaden
allein oder mit dem Schußfaden und mit einem Zusatzfaden zusammen gebildet wird,
so daß es möglich ist, Bandgewebe aus dicken Schußfäden, z. B. Hanf-, Jute-, Kunststoffäden
od. dgl., mit einem fast unmerkbaren Rand oder Saum herzustellen, wobei also die
sonst übliche Randverdickung nicht mehr entsteht.
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Eine weitere erfindungsgemäße Aufgabe ist die Schaffung eines Nadelwebstuhls,
auf dem alle drei Schußfadenabbindungen, das Abbinden der seitlichen Schußfadenmaschen
mit einem Zusatzfaden allein, mit dem Schußfaden selbst oder in einem Arbeitsgang
mit diesen beiden Fäden zusammen, einstellbar sind.
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Erreicht wird dies erfindungsgemäß bei einem Nadelwebstuhl der eingangs
genannten Art im wesentlichen dadurch, daß die Eintragnadel in einem ortsfesten
Klemmstück höhenverstellbar vorgesehen ist und zu der Häkelnadel sowie zu dem Fadenführer
derart in Wirkverbindung steht, daß, sobald die Eintragnadel zwischen den Kettenfäden
vollständig eingeführt ist, die Häkelnadel und der mit der Eintragnadel in seinem
Antrieb gekoppelte Fadenführer innerhalb des von dem Schußfaden und der Eintragnadel
gebildeten Raumes zu liegen kommen.
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Vorzugsweise wird die Häkelnadel in an sich bei Nadelwebstühlen für
den Antrieb der Eintragnadel bekannter Weise von einem Gelenkparallelogramm derart
angetrieben, daß die Häkelnadel eine hin- und hergehende Bewegung auf einer schwach
gekrümmten Bewegungsbahn ausführt.
Weiterhin hat es sich als sehr
vorteilhaft erwiesen, daß das Gelenkparallelogramm, an dessen waagerechten Schenkel
in Verlängerung desselben die Häkelnadel befestigt ist, seinen Antrieb über den
einen auf einer hin- und herschwingenden Welle angebrachten Hebel des Gelenkparallelogrammes
erhält.
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In der Zeichnung ist der Gegenstand der Erfindung an Hand mehrerer
Ausführungsformen dargestellt. Es zeigt F i g. 1 eine schaubildliche Ansicht eines
Teils eines Nadelwebstuhls, F i g. 2 eine Befestigungsweise der Schußfadeneintragnadel
auf ihrem Tragarm, F i g. 3 Antriebsvorrichtung zum Bewegen der Häkelnadel, F i
g. 4 zur Synchronisierung der Bewegung der Schußfadeneintragnadel dienende Organe
gemäß der Ausführung nach F i g. 1, F i g. 5 eine erste Antriebsvorrichtung zur
Bewegung des Fadenführers, F i g. 6 bis 9 verschiedene Arbeitsstufen des Nadelwebstuhls
beim Abbinden des Schußfadens längs des Saumes durch einen Zusatzfaden, F i g. 10
bis 13 verschiedene Arbeitsstufen des Nadelwebstuhls beim Abbinden des Schußfadens
längs des Saumes mit dem Schußfaden selbst, F i g. 14 bis 17 verschiedene Arbeitsstufen
des Nadelwebstuhls beim Abbinden des Schußfadens längs des Saumes durch den Schußfaden
und den Zusatzfaden, F i g. 18 eine zu F i g. 1 abgeänderte Antriebsart des Fadenführers,
F i g. 19 und 20 eine Vorder- bzw. eine Seitenansicht der Ausführungsform nach F
i g. 18.
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Nach F i g. 1 weist der Nadelwebstuhl eine flache Platte 1 auf, an
deren hinterem Ende zwei längliche Löcher 2 vorgesehen sind, in welche zum Befestigen
der Platte 1 auf einer Querstange und zum Einstellen der Platte 1 Schrauben eingelassen
sind. Die Platte 1 trägt an ihrem vorderen Ende eine Brücke 3, welche mit der Plattenebene
einen Schlitz 4 bildet, durch welchen das bereits gewebte Band hindurchläuft. Dieses
Band wird, nachdem es über einen Brustbaum gelangt ist, zu einem nicht dargestellten
Warenbaum geleitet. Auf der rechten Seite der Brücke 3 ist ein mit seiner ganzen
Stärke hervorspringendes Plättchen 3' vorgesehen, das mit seiner senkrechten Wand
zur Erleichterung des Herauskommens einer Häkelnadel 8 aus den Maschen dient, mit
denen ein Schußfaden 43 zusammengeknüpft wird. Auf einer Seite der Platte 1 ist
eine bogenartig ausgebildete Schußfadeneintragnadel6 angeordnet, die hin- und herbewegbar
ist und auf ihrer ganzen Laufstrecke zwischen die sich vor dem Schlitz 4 ausbreitenden
Kettenfäden eingeführt wird. Die Schußfadeneintragnadel 6 hat an ihrem Ende ein
Loch 7 zum Durchführen des Schußfadens 43, welcher während der Bewegung der Schußfadeneintragnadel
6 in die Kettenfäden .eingeführt wird und sich auf einer waagerechten, durch den
Schlitz 4 hindurchgehenden und auf einer auf der der anderen Seite der Platte 1
befindlichen Schußfadeneintragnadel6 nahen Ebene bewegt.
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Wie in F i g. 2 dargestellt ist, ist die Schußfadeneintragnadel 6
an einem Tragarm 9 mittels einer in einer Gewindebohrung des hochgebogenen Teils
11 des Tragarmes 9 eingeschraubten Schraube 10 befestigt. Der Teil 11 überdeckt
eine längliche, in den Vorderteil der Schußfadeneintragnadel 6 eingearbeitete Bohrung
12 derart, daß die Schußfadeneintragnadel6 in ihrer Höhenlage zur Schraubenachse
einstellbar ist, was ermöglicht, den von der Schußfadeneintragnadel6 geführten Schußfaden
eng über bzw. eng unter die Häkelnadel 8 zu führen.
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Der Tragarm 9 ist auf einer Achse eines Kegelzahnrades 13 befestigt,
welches Kegelzahnrad 13 eine abwechselnde Drehbewegung von einem Zahnkranz 14, der
mit einer Ringklemme 15 auf einer sich hin-und herdrehenden Welle 16 befestigt ist,
erhält.
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Nach F i g. 1 und 3 ist die Häkelnadel 8 auf einem Vorsprung 17 eines
waagerechten Schenkels 18 eines aus diesem und zwei parallelen, an dem Schenkel
18 mit Schrauben 19' und 20' befestigten Hebeln 19 und 20 gebildeten Gelenkparallelogrammes
18, 19, 20 angebracht. Der eine Hebel 20 ist mittels einer Muffe 21
auf einer Welle 22 befestigt, die einer abwechselnden Schwingung von kleiner Winkelweite
unterworfen ist. Die Muffe 21 wird mittels einer Schraube 23 auf der Welle 22 festgestellt.
Der andere Hebel 19 schwingt mittels einer Muffe 25 auf einem Zapfen 24, wobei der
Zapfen 24 durch Einschrauben von einem von der Platte 1 senkrecht herabhängenden
Tragarm 26 getragen wird. Infolge der Schwingungen der Welle 22 erfährt das Gelenkparallelogramm
ebenfalls Schwingungen, wodurch der Schenkel 18 eine abwechselnde bogenartige
Hin- und Herbewegung ausführt, die eine Bewegung der Häkelnadel 8 zur Folge hat,
wie in F i g. 3 gestrichelt angedeutet ist.
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Nach den F i g. 1, 4 und 5 ist ein zur Führung eines Zusatzfadens
45 bestimmter Fadenführer 27
auf einem erhobenen Ende eines Schaftes
28 aufgesetzt, welcher Schaft 28 in einem schwingenden kleinen Block 29 befestigt
ist und ein Loch eines über einen feststehenden Block 31 mit der Platte 1 verbundenen
schwingenden Hebelchens 30 durchquert. Der Schaft 28 kann nach oben derart schräg
gestellt werden, daß er zur Schwingung des Hebel chens 30 eine kegelige Bewegung
des Fadenführers 27 verursacht, so daß der Fadenführer 27 neben der Hin- und Herbewegung
eine leichte Auf- und Abbewegung durchführt und während der Aufwärtsbewegung auf
die Häkelnadel 8 derart einwirkt, daß der von ihm getragene Schußfaden 43 in der
nachstehend noch näher erläuterten Weise von der Häkelnadel 8 aufgefangen wird.
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Die Welle 16 versetzt einen Hebel 32 in Schwingungen, der über eine
Stange 33 einen Winkelhebel 34 hebt, auf welchem der kleine Block 29 mit einem Zapfen
35 befestigt ist, so daß der Schaft 28 bewegt wird. Die Schwingungsweise des Hebels
32 und die Synchronisierung dieser Bewegung zur Schwingung der Häkelnadel 8 und
zur Bewegung der Schußfadeneintragnadel 6 ist durch zwei Muffen 36 und 37 gesichert
(F i g. 1, 4), die auf der Welle 16 angeordnet sind. Die Muffe 36 ist auf der Welle
16 mittels einer in einer Gewindebohrung 39 der Muffe 36 eingeschraubten Schraube
3m befestigt, während die Muffe 37 auf der Welle 16 lose läuft und mit dem Hebel
32 einen Einzelkörper bildet. Die Muffe 36 besitzt auf der zur Muffe 37 weisenden
Seite einen einen kurzen Kreisbogen bildenden Vorsprung 40, der sich innerhalb eines
Einschnittes 41 der Muffe 37 bewegt. Dieser Einschnitt 41 ist viel größer als der
Vorsprung 40, so daß bei der Hin- und Herbewegung der Welle 16 der Vorsprung 40
innerhalb des Einschnittes
41 läuft, bis er gegen eine Stufe 42
bzw. 42' stößt und erst dann die Schwingung der Muffe 37 in die eine oder in die
andere Richtung verursacht. Die Muffe 37 schwingt folglich mit kleinerem Winkel
als die den Vorsprung 41 aufweisende Muffe 36. Selbstverständlich kann man durch
die Einstellung der Lage der Muffe 36 gegenüber der Muffe 37 die Synchronisierung
der Bewegung der Muffe 37 gegenüber dem Hub der Häkelnadel 8 und auch gegenüber
dem Hub der Schußfadeneintragnadel6 ändern, wie es andererseits auch möglich ist,
den Antrieb der Muffe 37 auszuschalten, indem man die Schraube 38 löst und die Muffe
36 lose laufen läßt. Der Winkelhebel 34 wird entgegen der Wirkung einer Blattfeder
34' gehoben, welche den Winkelhebel 34 stets in die tiefste Lage zurückbringt, wenn
dieser nicht der Wirkung des Hebels 32 unterliegt.
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In den F i g. 6 bis 9 sind verschiedene Arbeitsstufen des Nadelwebstuhls
für den Fall gezeigt, daß der Schußfaden 43 durch den Zusatzfaden
45 abgebunden wird. In diesem Fall ist die Höhenlage der Schußfadeneintragnadel
6 so, daß der Schußfaden 43 unter der Häkelnadel 8 sich bewegt, wenn die Schußfadeneintragnadel
6 zwischen die Kettenfäden 44 eingeführt ist (F i g. 6). In dem Augenblick, wo die
Schußfadeneintragnadel 6 den Schußfaden 43 fast ganz zwischen die
Kettenfäden 44 eingeführt hat, befindet sich die Häkelnadel 8 bereits in
Vorwärtslage, während der Fadenführer 27 seine Aufwärtsbewegung beginnt, um in den
von der Schußfadeneintragnadel 6 und dem Schußfaden 43 gebildeten Raum hineinzugelangen,
wobei der Fadenführer 27 sich gleichzeitig seitlich versetzt, um von einer Seite
auf die andere Seite der Häkelnadel 8 zu wandern (F i g. 7), wodurch der Zusatzfaden
45 auf die Häkelnadel 8 aufgesetzt wird. Der Haken der Häkelnadel 8 ist nach oben
gedreht und mehr oder weniger schräg gestellt, um den Zusatzfaden 45 während
der Rückwärtsbewegung der Häkelnadel 8 mit Sicherheit aufzufangen, wobei der Zusatzfaden
45 von der Häkelnadel 8 angehoben und über den Schußfaden 43 in dem Augenblick gezogen
wird, in welchem die Schußfadeneintragnadel 6 ihren Vorwärtshub zur Einführung des
Schußfadens43 beendet und ihren Rückwärtshub anfängt (F i g. 7 und 8). Wenn die
Schußfadeneintragnadel 6 ihre Rückwärtsbewegung fast beendet hat, ist die Häkelnadel
8 völlig zurückgezogen und hat den Zusatzfadenhenkel, welcher in die vorher gebildete
Masche (F i g. 9) hineingezogen worden ist, zusammengebunden, während der Fadenführer
27 in seine Ausgangsstellung zurückgegangen ist.
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Die F i g. 10 bis 13 beziehen sich auf eine Arbeitsweise des Nadelwebstuhls,
in welcher der Schußfaden 43 mit sich selbst abgebunden wird. In F i g. 10 ist die
Häkelnadel 8 völlig in ihrer vordersten Stellung, während die Schußfadeneintragnadel6
ihre Bewegung zur Führung des Schußfadens 43 zwischen die Kettenfäden 44 angefangen
hat. Der Fadenführer 27 wird in diesem Fall nicht benötigt und bleibt deshalb in
Ruhestellung. Die Schußfadeneintragnadel6 ist aber in ihrer Befestigungslage so
hochgehoben worden, daß der Schußfaden 43, wenn er zwischen die Kettenfäden 44 eingeführt
ist, über die Häkelnadel 8 läuft und auf dieser aufliegt. Die bogenartige Bewegung,
die die Häkelnadel 8 ausführt, wenn sie zurückläuft, genügt, um die Häkelnadel 8
in einem Maße anzuheben, daß sie den Schußfaden 43 einfängt und ihn durch die vorher
gebildete Masche 46 zurückzieht (F i g. 12 und 13). Wenn die Häkelnadel 8 mit dem
Schußfaden 43 aus der vorher gebildeten Masche 46 herausgekommen ist, bewegt sie
sich wieder vorwärts, um einen zweiten Knoten infolge der Bewegung der Schußfadeneintragnadel6
zu schließen.
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In den F i g. 14 bis 17 ist eine weitere Arbeitsweise des Nadelwebstuhls
veranschaulicht für den Fall, daß der Schußfaden 43 mit dem Zusatzfaden 45 abgebunden
wird. Hierbei ist die Schußfadeneintragnadel 6 wieder so eingestellt, daß der Schußfaden
43 auf der Häkelnadel 8 geführt wird. Die Ausgangslage des Fadenführers
27, der den Zusatzfaden 45
herbeiführt, ist die gleiche wie in F i
g. 6. Wenn die Schußfadeneintragnadel 6 zwischen den Kettenfäden 44 so vorwärts
geführt ist, daß der Schußfaden 43 den Haken der Häkelnadel 8 passiert hat, dann
wird der Fadenführer 27 (F i g. 15) in seiner oberen Lage auf die andere Seite der
Häkelnadel 8 versetzt; so daß der Zusatzfaden 45 auf die Häkelnadel 8 gelegt wird.
Wenn nun die Häkelnadel 8 zurückgeht, fängt sie gleichzeitig (F i g. 16) den Schußfaden
43 und den Zusatzfaden 45 ein, um die beiden Fäden 43, 45 durch die vorher gebildete
Masche hindurchzuziehen (F i g. 17), während sich die Schußfadeneintragnadel6 wieder
in ihre Ausgangsstellung zurückbewegt. Nach dem Zusammenknüpfen der Fäden
43, 45 geht die Häkelnadel 8 wieder vorwärts, während sich der Fadenführer
27 wieder in seine Ausgangslage bewegt.
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Das Abbinden des Schußfadens 43 durch das Knüpfen einer Strickmasche
mit dem Zusatzfaden 45 allein, wie in den F i g. 6 bis 9 dargestellt ist, kann angewendet
werden, wenn ein Bandgewebe aus groben Fäden, z. B. Hanf, Jute, Kunststoff u. dgl.,
hergestellt werden soll oder wenn nur ein nicht zu dickes Bandgewebe gefertigt werden
soll, wobei also der hergestellte Saum fast gleich dick ist wie der übliche Teil
des Bandes.
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Das Abbinden des Schußfadens 43 am Saum des Bandgewebes durch den
Schußfaden 43 selbst (F i g. 10 bis 13) ist nur in den Fällen zu wählen, wenn Feinmaterial,
wie z. B. Seiden-, Leinfäden u. dgl., verwebt wird.
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Das Abbinden des Schußfadens 43 am Saum des Bandgewebes mit dem Schußfaden
43 und dem Zusatzfaden 45 (F i g. 14 bis 17) kann angewendet werden, wenn ein Bandgewebe
mit einem verdickten Saum hergestellt werden soll, wie dies z. B. für Bandgewebe
zur Reißverschlußfabrikation erforderlich ist.
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Die F i g. 18 bis 20 veranschaulichen eine weitere Antriebsart des
Fadenführers 27, die sich besonders für Nadelwebstühle eignet, welche mit großer
Arbeitsgeschwindigkeit betrieben werden. Dabei kann der Schaft 28 nach den F i g.
1 und 5, der den Fadenführer 27 trägt, wegen zu schneller Schläge des Schlägers
und der sehr hohen Bruchbeanspruchungen, denen er dadurch ausgesetzt werden würde,
nicht angewendet werden.
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Nach F i g. 18 weist eine senkrechte profilierte Platte 82 einen Vorsprung
83 zur Anlenkung des Hebels 19 und einen weiteren Vorsprung zur Bildung eines Stützlagers
84 auf, durch welches eine kleine Welle 84', die das Kegelzahnrad 13, welches von
der Welle 16 mittels des Zahnkranzes 14 angetrieben wird, mit dem Tragarm 9 der
Schußfadeneintragnadel
6 verbindet, geführt ist. über dem Stützlager
84 ist ein Stift 85 angebracht, der mit dem Tragarm 9 eine hin- und hergehende Winkelbewegung
ausführt. Dieser Stift 85 tritt mit der Kante einer Wippe 86, welche den Fadenführer
27 trägt, in Wirkverbindung. Die Wippe 86 ist auf einem Zapfen 87 so aufgekeilt,
daß sie sich zusammen mit diesem Zapfen 87 innerhalb einer unter der waagerechten
Platte 1 befindlichen Hülse 88 dreht. Der Zapfen 87 ragt auf der der Wippe 86 entgegengesetzten
Seite aus der Hülse 88 hervor, um in einem Endlager 89 gelagert zu werden. Im Zwischenraum
zwischen der Hülse 88 und Aem Endlager 89 ist eine Schraubenfeder 90 auf dem Zapfen
87 angeordnet. Das eine Ende der Schraubenfeder 90 ist unter der Platte 1 und das
andere Ende in einem aus dem Zapfen 87 hervorspringenden Bund verankert und durch
eine Schraube 91 befestigt. Auf diese Weise wird die Wippe 86 und damit auch der
Fadenführer 27 immer in die tiefste Lage zurückgeholt.
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Wenn sich die Schußfadeneintragnadel6 außerhalb der Kettenfäden. befindet,
entfernt sich der Stift 85 von der Wippe 86 mit einer bestimmten Winkelgeschwindigkeit,
so daß er mit der Wippe 86 erst dann@in Wirkverbindung tritt, wenn die Schußfadeneintragnadel
6 den größten Teil ihres Hubes zurückgelegt hat, um zwischen die Kettenfäden selbst
einzutreten. Somit wird die Wippe 86 von dem Stift 85 erst dann geschwenkt, wenn
der Schußfaden 43 den Fadenführer 27 bereits passiert hat und der Fadenführer 27
sich innerhalb des Raumes, der zwischen der Schußfadeneintragnadel6 und dem Schußfaden
43 selbst gebildet wird, heben kann, ohne daß eine gegenseitige Einwirkung des Fadenführers
27 und des Schußfadens 43 eintritt.
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Die Schraubenfeder 90 zieht die Wippe 86 nach unten und somit auch
den Fadenführer 27 zurück. Die untere Stellung der Wippe 86 wird von einer Sperre
92 bestimmt, welche neben der Begrenzung der Bewegung der Wippe 86, hervorgerufen
durch die Schraubenfeder 90, auch den Abstand zwischen der Wippe 86 und dem Stift
85 in ihrer Ruhelage einhält.
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Wie in den F i g. 18 bis 20 gezeigt ist, beschränkt sich das Antriebsorgan
des Fadenführers 27 auf eine Wippe 86 mit kleiner Masse, welche also kleinen Trägheitskräften
ausgesetzt ist und deshalb mit großen Geschwindigkeiten schwingen kann. Alles, was
in der Beschreibung über den Inhalt der Ansprüche hinausgeht, ist nicht Gegenstand
der Erfindung.