[go: up one dir, main page]

DE1259289B - Verfahren zur Entschwefelung von Koks - Google Patents

Verfahren zur Entschwefelung von Koks

Info

Publication number
DE1259289B
DE1259289B DEE19179A DEE0019179A DE1259289B DE 1259289 B DE1259289 B DE 1259289B DE E19179 A DEE19179 A DE E19179A DE E0019179 A DEE0019179 A DE E0019179A DE 1259289 B DE1259289 B DE 1259289B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
coke
fluidized bed
desulfurization
zone
gases
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEE19179A
Other languages
English (en)
Inventor
Charles W Tyson
Edward A Destremps
Charles E Jahnig
Homer Z Martin
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
ExxonMobil Technology and Engineering Co
Original Assignee
Exxon Research and Engineering Co
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Exxon Research and Engineering Co filed Critical Exxon Research and Engineering Co
Publication of DE1259289B publication Critical patent/DE1259289B/de
Pending legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10BDESTRUCTIVE DISTILLATION OF CARBONACEOUS MATERIALS FOR PRODUCTION OF GAS, COKE, TAR, OR SIMILAR MATERIALS
    • C10B19/00Heating of coke ovens by electrical means
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10LFUELS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; NATURAL GAS; SYNTHETIC NATURAL GAS OBTAINED BY PROCESSES NOT COVERED BY SUBCLASSES C10G OR C10K; LIQUIFIED PETROLEUM GAS; USE OF ADDITIVES TO FUELS OR FIRES; FIRE-LIGHTERS
    • C10L9/00Treating solid fuels to improve their combustion
    • C10L9/02Treating solid fuels to improve their combustion by chemical means

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Combustion & Propulsion (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Production Of Liquid Hydrocarbon Mixture For Refining Petroleum (AREA)

Description

  • Verfahren zur Entschwefelung von Koks Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein. Verfahren zur Entschwefelung von Koks, insbesondere Petrolkoks, der mittels einer elektrisch erhitzten Feststoffschicht nach dem Wirbelschichtverkokungsverfahren gewonnen wurde.
  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Entschwefelung von Koks, insbesondere Petrolkoks, in zwei Stufen im Wirbelbett unter Anwendung elektrischer Widerstandsheizung, das dadurch gekennzeichnet ist, daß Koks in einer ersten Wirbelschicht auf elektrischem Wege auf 700 bis 1040°C erhitzt und durch die heißen, wasserstoffhaltigen, aus der ersten Wirbelschicht abgezogenen Gase in einer zweiten Wirbelschicht bei Temperaturen zwischen 700 und 815'C entschwefelt wird.
  • Es ist bereits ein Verfahren zum Entschwefeln von Petrolkoks in zwei Stufen durch elektrisch erzeugte Wärme bekannt, bei dem Temperaturen zwischen 1200 und 1600°C angewandt werden. Im Gegensatz hierzu liegt die Entschwefelungstemperatur bei dem Verfahren der vorliegenden Erfindung nicht nur erheblich tiefer, nämlich bei 700 bis 815'C, wodurch große Ersparnisse von Konstruktionsmaterial und Energie erzielt werden, sondern es wird auch der aus der Calcinierungsstufe austretende Gasstrom zum Teil für die Entschwefelung verwendet, weshalb es keiner speziellen Wasserstoffzuführung für diese Stufe bedarf.
  • Die Verwendung elektrischer Wärme zum Entschwefeln von Kohle oder Kohleprodukten ist aus »Industrial & Engineering Chemistry«, 50 (1958), Nr. 1, S. 24 bis 26, bekannt. Die dort angewandten Bedingungen reichen jedoch für die Entschwefelung von Petrolkoks, insbesondere von Wirbelschichtkoks, wegen dessen Dichte und glatter, porenfreier Oberfläche nicht aus, ganz ,abgesehen davon, daß der vorgenannte Aufsatz sich nicht mit einem zweistufigen Entschwefelungsverfahren befaßt.
  • Die Wirbelschichtkoksteilchen besitzen vorwiegend, d. h. zu etwa 60 bis 90 Gewichtsprozent, einen Teilchendurchmesser im Bereich von 40 bis 500 #tm, einen Schwefelgehalt von über 2 Gewichtsprozent und in vielen Fällen über 5 Gewichtsprozent sowie einen Gehalt an flüchtigen Bestandteilen von 2 bis 10 Gewichtsprozent. Sie besitzen eine Dichte von etwa 1,4 bis 1,7 g/cm3, die für die Verwendung zur Herstellung von Kohleelektroden für die Gewinnung von Aluminium und für andere Zwecke zu niedrig ist. Erhöhte Dichte und niedrigerer Gehalt an Schwefel und Flüchtigen sind besonders notwendig, wenn sich der Wirbelschichtkoks für die Verarbeitung zu solchen Elektroden eignen soll. Gewöhnlich ist ein Schwefelgehalt von weniger als 2 Gewichtsprozent zweckmäßig. Außerdem läßt sich calcinierter und entschwefelter Koks zur Verwendung in Gußformen und für andere Zwecke besser verkaufen.
  • Es wurde bereits vorgeschlagen, die Calcinierung und/oder Entschwefelung dadurch zu erzielen, daß man den Koks erhöhten Temperaturen aussetzt, wobei ein Teil des Kokses und/oder ein zusätzlicher Brennstoff verbrannt wird, der die für das Verfahren erforderliche Hitze liefert. Derartige Verbrennungssysteme sind verhältnismäßig teuer.
  • Bei der üblichen Calci.nierung wird der Koks durch Verbrennen erhitzt. Zur Entfernung von Schwefel ist eine Temperatur von 1426°C oder höher erforderlich. Im übrigen reagiert bei dieser Temperatur der in Kontakt mit Rauchgas kommende Koks mit dem CO, unter Bildung von CO oder mit HZO unter Bildung von CO und Hz, und diese Reaktionen sind stark endotherm. Außerdem geht durch die Verbrennung wertvoller Koks verloren.
  • Gemäß der vorliegenden Erfindung ist es möglich, Koks auf eine höchst wirksame und wirtschaftliche Weise zu entschwefeln. Dazu werden die Koksteilchen in eine Wirbelschicht aufgegeben. Eine der Wirbelschichten wird durch elektrische Widerstandsheizung aufgeheizt, so daß die Koksteilchen auf eine Calcinierungstemperatur von mindestens 700°C erhitzt werden. Die auf diese Weise erhitzten Feststoffe entgasen, und es werden Teilchen mit stark verbesserter elektrischer Leitfähigkeit gebildet, die sich als besonders wertvoll für die Herstellung von Elektroden erwiesen haben. Zur Aufrechterhaltung einer Wirbelschicht wird nur ein verhältnismäßig enger Bereich an Gasgeschwindigkeiten zugelassen, wobei die erforderlichen Geschwindigkeiten je nach der Größenverteilung der behandelten spezifischen Feststoffe schwanken. Ungenügend aufwirbelndes Gas führt zu Gastaschen, die die Feststoffe von Zeit zu Zeit aufrühren, ihnen jedoch nicht die Eigenschaften eines Wirbelbettes verleihen. Übermäßig stark aufwirbelndes Gas führt zu einer einfachen Gas-Feststoff-Suspension, die übermäßig starke Auflockerung ergibt.
  • Es sei darauf hingewiesen, daß der elektrische Widerstand der Feststoffe und nicht elektrische Funkenentladungen zur Aufrechterhaltung der erforderlichen Temperatur der Wirbelschicht dienen. Die Erhitzung durch Funkenentladung ist insofern unzweckmäßig, als übermäßig hohe Spannungen, z. B. über 800 V/cm, erforderlich sind. In der Umgebung der Funken werden hohe momentane, lokale Temperaturen erzeugt, die Verdampfung und Verlust an Koks verursachen. Die hohen Spannungen stellen eine ernsthafte Gefahr dar.
  • Zwar wurde bereits vorgeschlagen, die Calcinierung des Kokses in einer sich bewegenden Feststoffschicht durchzuführen, doch bietet die vorliegende Erfindung beträchtliche Vorteile gegenüber einem derartigen Verfahren. Die Verwendung einer elektrisch beheizten Wirbelschichtzone gestattet eine viel leichtere Kontrolle und die Feststoffe zeigen eine verhältnismäßig geringe Neigung zu Klumpenbildung und Verstopfung der Anlagen, wie dies häufig bei einem Verfahren mit sich bewegender Schicht der Fall ist. Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht eine gleichmäßigere Wärmeübertragung' durch die Feststoffmasse .hindurch, da die Teilchen ihre Lage sowohl in Quer- als auch in Längsrichtung verändern. Das Auftreten heißer Stellen in elektrischen Widerstandssystemen ist besonders unangenehm, da der Feststoffwiderstand mit der Temperatur absinkt und dadurch einen stärkeren Stromfluß an der heißen Stelle und infolgedessen auch zusätzliche örtliche Erhitzung fördert. Dadurch wird das elektrische System so weit gestört, daß eine Kontrolle schwierig wird. Ferner bietet das erfindungsgemäße System ein einfaches Verfahren zur Änderung des Widerstandes und der Heizleistung durch bloße Regulierung der Höhe und/oder Dichte der Wirbelschicht gegenüber den Elektroden.
  • Abgesehen von den obigen Vorteilen eignet sich die vorliegende Erfindung besonders für die Behandlung von Wirbelschichtkoks, da die Wirbelschichtkoksteüchen auf Grund ihrer Herkunft die Form verhältnismäßig feiner Feststoffe besitzen, d. h. vorwiegend einen Durchmesser von 40 bis 500 @,m haben. Um diese Feststoffe unter den Bedingungen einer sich bewegenden Schicht zu behandeln, wären ein unwirtschaftlich großer Reaktionsraum und eine niedrige Gasgeschwindigkeit erforderlich; d. h., es ist unzweckmäßig, die Wärmeübertragung durch Bewegung von Gasen durch eine dicht gepackte Schicht aus sehr feinen Teilchen erzielen zu wollen, da nur eine sehr niedrige Gasgeschwindigkeit angewendet werden kann..
  • Nach der vorliegenden Erfindung wird der Wirbelschichtkoks in einer elektrisch beheizten Wirbelschicht behandelt, die auf einer Calcinierungstemperatur von 700 bis 1040°C gehalten wird. Die bei dieser Temperatur frei gewordenen flüchtigen Stoffe enthalten gewöhnlich einen beträchtlichen Anteil Wasserstoff, z. B. mindestens 50 Volumprozent, da roher Wirbelschichtkoks im allgemeinen 1,0 bis 3,0 Gewichts-. prozent Wasserstoff enthält. Die frei gewordenen heißen Gase werden sodann in eine Behandlungszone geleitet, die Wirbelschichtkoks mit hohem Schwefelgehalt enthält. Die Gase halten den Koks in Form einer Wirbelschicht bei einer Temperatur von 700 bis 815'C. Sie dienen zur Erhitzung, Aufwirbelung und Entschwefelung des Wirbelschichtkokses. Unter diesen Bedingungen, d. h. bei gleichmäßiger Temperatur von mindestens etwa 700°C, wird der Wirbelschichtkoks bei hohen Ausbeuten an Koks weitgehend entschwefelt. Durch Kreislaufführung des Kokses von einer Zone in die andere Zone wird das Wirbelschichtkoks-Reinprodukt sowohl calciniert, z. B. zu Dichten von mindestens 1,8 g/cm3, als auch entschwefelt, z. B. zu einem Schwefelgehalt unter 3 Gewichtsprozent. Bei der Entschwefelung ist eine genaue Kontrolle der Bedingungen erforderlich, z. B. die Einhaltung einer Temperatur von etwa 700 bis 815'C. Das erfindungsgemäße Verfahren erspart die Verwendung vors zusätzlichem Fremdwasserstoff, da der erforderliche Wasserstoff und eine merkliche Wärmeenergie durch die Calcinierung des Kokses geliefert wird: Es sei darauf hingewiesen, daß die -Entschwefelung durch die bei der Calcinierung frei gewordenen Entgasungsgase unter Wirbelschichtbedingungen bewirkt wird. Im Gegensatz zu einer sich bewegenden oder ruhenden Aufschüttung ermöglicht die Wirbelschicht eine gleichmäßige Wärmeübertragung durch die gesamten Feststoffe hindurch, und infolgedessen werden sämtliche Feststoffe gleichmäßig bei der für die Entschwefelung erforderlichen Temperatur gehalten, d. h. bei mindestens 700'C.
  • F i g. 1 zeigt ein System nach der Ausführungsform, bei der Koks vor der Einleitung in die Calcinierungszone zuerst entschwefelt wird; F i g. 2 erläutert eine Calcinierungsbehandlung vor der Entschwefelung.
  • Gemäß F i g. 1 erfolgt die 7 Koksbehandlung in einer Entschwefelungszone 1 und einem Calciniergefäß 2 in Wirbelschichten 3 bzw. 4. Als Beschickung dient Wirbelschichtkoks. Bei der hier beschriebenen Ausführungsform handelt es sich um Wirbelschichtkoks mit etwa 6,5 Gewichtsprozent Schwefel und einer Dichte von etwa 1,5 g/cm3. Der Wirbelschichtkoks hat eine Größe von etwa 50 bis 500 #tm.
  • Im Calciniergefäß 2 wird der Wirbelschichtkoks (nach seiner Entschwefelung, die später noch beschrieben wird) bei einer Temperatur von etwa 982°C gehalten, und zwar geschieht dies mittels Elektroden 5, an die eine genügende Spannung, z. B. 100 bis 500 V, angelegt wird, um die Wirbelschicht durch Widerstandserhitzung der Koksteilchen auf Calcinierungstemperatur zu halten. Die Elektroden 5 können aus Graphit oder anderen üblichen Elektrodenmaterialien bestehen, die an eine Wechsel- oder Gleichstromquelle angeschlossen sind. Wirbelgas wird durch Leitung 6 und/oder 7 in den unteren Teil der Calcinierungszone eingeführt und durch Gitter 8 mit einer Geamtgeschwindigkeit von 0,03 bis 0,9 m/s innerhalb der Wirbelschicht verteilt, so daß diese eine Dichte von etwa 480 bis 960 kg/m3 annimmt. Vorzugsweise wird Kreislaufgas, aus dem Schwefelwasserstoff entfernt wurde, als Wirbelgas verwendet, doch kann auch ein fremdes Gas, wie z. B. Stickstoff, durch Leitung 6 eingeführt werden.
  • Der calcinierte Wirbelschichtkoks kann je nach Bedarf kontinuierlich oder diskontinuierlich durch Leitung 9 abgezogen werden, wobei seine wirkliche Dichte wesentlich über die des rohen Kokses erhöht wird, z. B. auf 1,8 g/vm3 oder mehr. Wie weiter unten noch beschrieben wird, besitzt er infolge der vorhergehenden Behandlung in der Entschwefelungszone 1 einen niedrigen Schwefelgehalt.
  • Die Calcinierungszone 2 dient zur Austreibung flüchtiger Stoffe, wie z. B. Wasserstoff und Methan, aus dem Wirbelschichtkoks, wobei die frei gewordenen heißen Gase normalerweise mindestens 50 Volumprozent Wasserstoff enthalten. Die heißen wasserstoffhaltigen Gase werden mittels Leitung 10 in die Entschwefelungszone 1 geleitet.
  • Diese Zone 1 enthält eine Wirbelschicht aus Wirbelschichtkoksteilchen. Im allgemeinen besitzt der durch Einlaß 11 in die Zone 1 eingeführte Koks mit dem hohen Schwefelgehalt eine verhältnismäßig hohe Temperatur, z. B. 540°C, da er unmittelbar nach seiner Erzeugung im Wirbelbett der Entschwefelungszone zugeführt wird. Die Abgase aus dem Calciniergefäß erhitzen die Wirbelschicht 3 auf eine Temperatur von etwa 700°C. Falls erforderlich, kann zusätzliches Wirbelgas eingeführt werden. Der Verteiler 12 dient zur gleichmäßigen Verteilung der Gase. Die Entschwefelungszone 1 wird vorzugsweise bei einem-Druck von etwa 3,5 bis 14 kg/cm2 gehalten. Die Menge des in den Abgasen des Calciniergefäßes anwesenden Wasserstoffs reicht aus, um einen Wasserstoffdurchsatz von mindestens 150 Volumen H2 je Volumen vorzugsweise über 1500 V/V/h. Nach der Entfernung der frei gewordenen schwefelhaltigen Gase lassen sich hohe Wasserstoffdurchsätze leicht durch Kreislauf der Abgase aus der Entschwefelungszone 1 aufrechterhalten. In der dargestellten Durchführungsform hat der Koks eine Verweilzeit von 1 Stunde bei einem Wasserstoffdurchsatz von 2000 V/V/h.
  • Unter diesen Bedingungen erleiden die der Entschwefelungszone 1 zugeführten Wirbelschichtkoksteilchen eine schnelle Entschwefelung, so daß der Schwefelgehalt des durch Leitung 13 abgezogenen Kokses auf weniger als 3 Gewichtsprozent, vorzugsweise auf 1 bis 2 Gewichtsprozent, herabgesetzt wird. Der Koks kann direkt als Produkt mit niedrigem Schwefelgehalt gewonnen werden; im allgemeinen jedoch wird er zwecks Austreibung seiner flüchtigen Stoffe in Calcinierzone 2 geleitet.
  • Die in der Entschwefelungszone 1 frei gewordenen Gase werden durch Auslaß 14 abgezogen. Im allgemeinen bevorzugt man deren schwefelfreien Anteil zur Aufwirbelung von Calcinierzone 2. Ein Teil der Gase wird daher durch Leitung 15 abgezogen, während der Rest durch Leitung 16 in Kühler 17 zurückgeleitet wird. Nach Abkühlung auf eine Temperatur von etwa 38'C werden die Gase in den Wascher 18 geleitet, wo sie zur Entfernung des Schwefelwasserstoffs mit Diäthanolamin oder anderen üblichen Lösungsmitteln, Kontaktfeststoffen u. dgl. in Berührung gebracht werden. Der Schwefelwasserstoff wird durch Leitung 19 aus dem Kreislaufsystem abgezogen, während die übrigen Gase durch Leitung 20 zum Kompressor 21 geleitet werden, der zur Steigerung des Drucks auf etwa 6,3 kg/cm2 dient. Die Gase werden sodann in Calciniergefäß 2 zurückgeleitet. Schwefel und Staub lassen sich ebenfalls durch Wascher 18 entfernen.
  • Es sei vermerkt, daß neuerdings die für eine wirksame, bei verhältnismäßig niedriger Temperatur durchgeführte Entschwefelung erforderliche Temperatur zu etwa 700 bis 815'C bestimmt wurde. Zum Beispiel wurde Wirbelschichtkoks mit einem Schwefelgehalt von 7,1 Gewichtsprozent bei 5,25 kg/cm' 60 Minuten mit einem wasserstoffhaltigen Gas entschwefelt, wobei ein Wasserstoffdurchsatz von 3500 V/V/h angewandt wurde. Obwohl in beiden Arbeitsgängen die gleichen Bedingungen (außer der Temperatur) herrschten, führte eine Entschwefelungstemperatur von 538'C nur zu einer Herabsetzung von 700°C einen Wirbelschichtkoks mit 21, Gewichtsprozent Schwefel ergab. Zur Erzielung einer wirksamen Entschwefelung sind daher Temperaturen von mindestens 700°C erforderlich.
  • F i g. 2 zeigt eine andere Ausführungsform der vorliegenden Erfindung. In dem dargestellten System wird roher Koks durch Leitung 39 direkt in die Calcinierzone 31 eingeführt und dadurch zuerst der Calcinierung unterworfen. Die Wirbelschicht 33 .wird mittels des durch Leitung 40 eingefühlten Kreislaufgases und/oder eines durch Leitung 36 eingeleiteten fremden Wirbelgases in heftiger Aufwirbelung gehalten. Mittels Elektroden 35 wird an die Schicht 33 eine genügend hohe Spannung angelegt, so daß die Schicht infolge des elektrischen Widerstandes der Feststoffe auf eine Temperatur von 982°C erhitzt wird.
  • Das Abgas, das eine beträchtliche Menge Wasserstoff enthält, wird durch Leitung 37 im Kreislauf der Entschwefelungszone 32 zugeführt, in der es zur Erhitzung, Aufwirbelung und Entschwefelung des Kokses dient, der in der Wirbelschicht 34 vorliegt. Die Beschickung der Zone 32 ist das calcinierte Produkt von Zone 31, das durch Leitung 43 der Entschwefelungszone zugeführt wird. Zone 32 arbeitet bei einer Temperatur von etwa 760°C und einem Druck von 5,95 kg/ cm2. Bei einer Verweilzeit von etwa 30 Minuten werden etwa 2500 Volumen Wasserstoff (in dem Strom der Abgase) je Volumen des zu behandelnden Kokses verwendet. Koks mit einem Schwefelgehalt von etwa 1,0 Gewichtsprozent und einer -wirklichen Dichte von 1,8 g/cml wird durch Leitung 44 abgezogen.
  • Durch Leitung 45 abgezogene schwefelhaltige Gase können teilweise oder ganz durch Leitung 46 entfernt werden. Im allgemeinen ist es zweckmäßig, einen Teil der Gase als im Kreislauf geführtes Wirbelgas zu verwenden. Daher wird ein Teil der Gase in Kühler 47 gekühlt und durch Leitung 48 in den Wascher 49 geleitet, in dem Schwefelwasserstoff mittels eines der üblichen Lösungsmittel entfernt und durch Auslaß 50 abgezogen wird. Die behandelten Gase werden sodann in Anlage 51 komprimiert und als Wirbelgas im Kreislauf der Zone 31 zugeführt.
  • Die folgende Tabelle ist eine Zusammenfassung der in den Systemen gemäß F i g. 1 und 2 erhaltenen Ergebnisse.
    Bevorzugter Bereich
    Ursprüngliche Feststoffbeschickung
    Größenbereich, #Lm ..... 50 bis 500
    Schwefelgehalt,
    Gewichtsprozent ...... 3 oder mehr
    Wirkliche Dichte, g/cm3. . 1,7 oder weniger
    Calcinierungszone
    Temperatur, °C . . . . . . . . 700 bis 1940
    Spannung zwischen den
    Elektroden, V . . . . . . . . 100 bis 500
    Schichtdichte, kg/m3 .... 480 bis 960
    Geschwindigkeit des
    Wirbelgases, m/s ...... 0,0304 bis 0,912
    Volumprozent Wasserstoff
    im Abgas . . . . . . . . . . . . . mindestens 50
    Entschwefelungszone
    Temperatur, ° C . . . . . . . . 700 bis 815
    Druck, kg/cm2 . . . . . . . . . 3,5 bis 17,5
    " Wasserstoffdurchsatz,
    Volumen je Volumen
    Feststoffe je Stunde ... 1500 oder mehr
    Schichtdichte, kg/cm3 ... 480 bis 800
    Geschwindigkeit des
    des-Wirbelgases, m/s . . 0,0304 bis 0,912
    Behandlungszeit . . . . . . . . 30 Minuten oder mehr
    Entschwefelter Koks
    Schwefel,
    :_ . Gewichtsprozent ...... etwa 2 oder weniger
    ': Wirkliche Dichte, g/cm3 mindestens 1,8
    Zusammenfassend 'sei gesagt, daß das erfindungsgemäße Verfahren die Entschwefelung unter verhältnismäßigniedrigen Temperaturen gestattet. Die für die Entschwefelung erforderlichen Voraussetzungen werden innerhalb des Systems geschaffen. Das gesamte Verfahren ist sehr wärmewirtschaftlich, wobei die Wärme hauptsächlich durch die verhältnismäßig billige elektrische Widerstandsheizung bereitgestellt wird. Infolge der niedrigen Temperaturen ist die Verwendung billiger Konstruktionsmaterialien möglich.

Claims (3)

  1. Patentansprüche: 1. Verfahren zur Entschwefelung von Koks, insbesondere Petrolkoks, in zwei Stufen im Wirbelbett unter Anwendung elektrischer Widerstandsheizung, dadurch gekennzeichnet, daß Koks in einer ersten Wirbelschicht auf elektrischem Wege auf 700 bis 1040'C erhitzt und durch die heißen, wasserstoffhaltigen, aus der ersten Wirbelschicht abgezogenen Gase in einer zweiten Wirbelschicht bei Temperaturen zwischen 700 und 815°C entschwefelt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß calcinierter Koks in die der Entschwefelung dienende zweite Wirbelschicht eingeführt wird.
  3. 3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein Teil des aus der zweiten, der Entschwefelung dienenden Wirbelschicht abziehenden Gasgemisches nach Abscheidung der schwefelhaltigen Gase als Wirbelgas in die erste Wirbelschicht eingeleitet wird. In Betracht gezogenen Druckschriften: Britische Patentschrift Nr. 755 061; USA: Patentschrift Nr. 2 768 939; »Industrial and Engineering Chemistry<c, 50, 1958, Heft 1.
DEE19179A 1959-04-29 1960-04-09 Verfahren zur Entschwefelung von Koks Pending DE1259289B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
US1259289XA 1959-04-29 1959-04-29

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE1259289B true DE1259289B (de) 1968-01-25

Family

ID=22422101

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DEE19179A Pending DE1259289B (de) 1959-04-29 1960-04-09 Verfahren zur Entschwefelung von Koks

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE1259289B (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE2903884A1 (de) * 1978-03-01 1979-09-06 Great Lakes Carbon Corp Verfahren zum calcinieren und thermischen entschwefeln von rohem petrolkoks

Citations (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
GB755061A (en) * 1954-06-30 1956-08-15 Bataafsche Petroleum Process for the desulphurisation of petroleum coke
US2768939A (en) * 1954-09-13 1956-10-30 Exxon Research Engineering Co Integrated fluid coke desulfurization process

Patent Citations (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
GB755061A (en) * 1954-06-30 1956-08-15 Bataafsche Petroleum Process for the desulphurisation of petroleum coke
US2768939A (en) * 1954-09-13 1956-10-30 Exxon Research Engineering Co Integrated fluid coke desulfurization process

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE2903884A1 (de) * 1978-03-01 1979-09-06 Great Lakes Carbon Corp Verfahren zum calcinieren und thermischen entschwefeln von rohem petrolkoks

Similar Documents

Publication Publication Date Title
EP0594557A1 (de) Verfahren zur Herstellung von flüssigem Roheisen oder flüssigen Stahlvorprodukten
DE2611191A1 (de) Verfahren und vorrichtung zur umwandlung eines schwefelhaltigen kohlenstoffhaltigen materials in ein im wesentlichen schwefelfreies verbrennbares gas
DE2641292A1 (de) Calcinierung nach dem wirbelschichtverfahren teilchenfoermiger materialien
DE2851912A1 (de) Verfahren zur direkten reduktion von eisenerzen in einer schwebeschicht
DE3334627C2 (de) Salzröstverfahren für Vanadiumerze in Gegenwart von Kohlenstoff
EP0179752A1 (de) Verfahren zur Direktreduktion von eisenoxidhältigen Materialien
DE1458736A1 (de) Verfahren und Vorrichtung zur Reduktion von stueckigen Eisenerzen mit Gasen
DE2903884C3 (de) Verfahren zum Calcinieren und thermischen Entschwefeln von rohem Petrolkoks
DE4128379C2 (de) Verfahren und Vorrichtung zur direkten Reduktion von Eisen
DE1266273B (de) Verfahren zur Herstellung von Koks, insbesondere Elektrodenkoks und Wasserstoff
EP0097292A2 (de) Verfahren und Anlage zur Herstellung bindemittelloser Heissbriketts
DE3315852A1 (de) Verfahren zur herstellung von kalziumkarbid aus pulvrigem kalk oder kalkstein
DE1259289B (de) Verfahren zur Entschwefelung von Koks
DE3614649A1 (de) Verfahren zur gewinnung von kohlenwasserstoffen aus kohlenstoffhaltigen materialien
DE3141407C2 (de) Verfahren zum Herstellen von Doppelformkoks
DE2029344C2 (de) Verfahren zur Herstellung stark vorreduzierter Pellets
EP0037898B1 (de) Verfahren zur Herstellung von Calciumcarbid
DE69217842T2 (de) Anlage zur Eisenerzreduktion in circulierenden Wirbelschicht
DE3633710A1 (de) Verfahren zur herstellung von schwefeldioxid
DE2041227B2 (de) Verfahren zur Herstellung von Wasserstoff und Kohlenmonoxid enthaltenden Gasen
DE69325147T2 (de) Anlage zum Reduzieren von Eisenerzen in einer durch Reduktionsgase aufgewirbelten Schicht aus festen Teilchen
DE1943763C3 (de) Verfahren und Vorrichtung für die Herstellung von Gleichstückkoks
CH417527A (de) Verfahren zum Kalzinieren und Entschwefeln von kohlenstoffhaltigen Fettstoffen
DE2604140B2 (de) Verfahren zur Herstellung von Synthese- und Reduktionsgas ·
DE2309292A1 (de) Verfahren zur direktreduktion von magnetisierbaren erzen mittels wasserstoffgas