-
Mehrteiliger medizinischer Untersuchungstisch mit zweiteiliger Beinplatte
Bei einem bekannten mehrteiligen medizinischen Untersuchungstisch (USA.-Patentschrift
3 041120) ist zur Anpassung des Tisches an die Größe des Patienten die Rückenplatte
und die Oberschenkelplatte jeweils zweiteilig ausgebildet, und deren Teile sind
teleskopartig gegeneinander verschiebbar, jedoch nicht zueinander winkelverstellbar.
Die einzelnen Platten hingegen, nämlich Kopfplatte, Rückenplatte, Sitzplatte, Oberschenkelplatte
und Knieplatte sind nur winkelbeweglich gegeneinander verstellbar, nicht abstandsveränderlich
ausgebildet.
-
Bei einem anderen bekannten medizinischen Untersuchungstisch (USA.-Patentschrift
2 895 775) ist zwar die Knieplatte gegenüber der Oberschenkelplatte um einen gewissen,
jedoch sehr geringen Betrag ausziehbar um - bei anderer Lage des Patienten - eine
verstellbare Fußraste für diesen zu schaffen. Falls die Knieplatte zweiteilig nicht
benötigt wird oder ihr Vorhandensein unerwünscht ist, muß sie entfernt und beiseite
gelegt werden.
-
Bei den bekannten Untersuchungstischen ist der Nachteil gemeinsam,
daß die Knieplatte nicht in eine Ruhelage eingestellt werden kann, in der sie bei
besonderen Untersuchungen, Manipulationen usw. nicht stört, jedoch bei Bedarf sofort
wieder in Arbeitsstellung gebracht werden kann.
-
Der Erfindung ist hiervon ausgehend die Aufgabe gestellt, die Ausbildung
eines Untersuchungstisches anzugeben, der gegenüber den bekannten Tischen eine bessere
Anpassung an den Patienten bei den verschiedenen Untersuchungen gestattet.
-
Diese Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 angegebene Erfindung
gelöst. Die Maßnahme, die Knieplatte gegenüber der Oberschenkelplatte abstandsveränderlich
und gleichzeitig winkelbeweglich einzustellen, wobei beide Einstellungen voneinander
unabhängig sind, ermöglicht eine außerordentliche Variabilität des Untersuchungstisches.
In zur Ober schenkelplatte eingeschwenktem Zustand bildet sie mit dieser gemeinsam
eine Beinplatte, deren Länge innerhalb gewisser Grenzen verändert werden kann.
-
Wird sie gegenüber der Oberschenkelplatte verschwenkt und gemeinsam
mit dieser gegenüber der Sitzplatte abwärts geschwenkt, dann erfüllt sie ihre eigentliche
Funktion als Knieplatte, wobei ihre Höhe zur Sitzplatte infolge ihrer Abstandsveränderlichkeit
zur Oberschenkelplatte der Größe des Patienten angepaßt werden kann. In der gleichen
Position kann sie auch als höhenveränderliche Fußraste für einen sitzenden Patienten
dienen.
-
Der Gegenstand der Erfindung ist zur Anwendung im Zusammenhang mit
medizinischen Untersuchungs-
tischen od. dgl. vorgesehen. Der Erfindungsgegenstand
ist besonders für Untersuchungen der Unterleibsspezialisten sowie für die Kleinchirurgie
geeignet.
-
Selbstverständlich kann die Erfindung jedoch auch bei jedem anderen
medizinischen Tisch einschließlich Operationstischen Anwendung finden. Außerdem
kann die Erfindung im Zusammenhang mit Dentaleinrichtungen, z. 3. Stühlen und Tischen,
benutzt werden.
-
Weiterbildungen des Erfindungsgegenstandes und konstruktive Einzelheiten
sind in den Unteransprüchen angegeben.
-
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist in der Zeichnung
in verschiedenen Positionen und Ansichten dargestellt. In dieser zeigt Fig. 1 eine
Ausführungsform des Gegenstandes der Erfindung in ausgefahrener Stellung sowie in
gestrichelter Linie eine andere Einstellmöglichkeit, in Draufsicht; F i g. 2 der
in F i g. 1 gezeigte Erfindungsgegenstand, wobei die Beinplatte einschließlich der
Knieplatte gegenüber der in F i g. 1 gezeigten Lage in eingefahrener Stellung um
900 abgeknickt ist, in Seitenansicht; F i g. 3 die in F i g. 1 gezeigte Ausführung
der Erfindung in Seitenansicht;
Fig. 4 und 5 Seitenansichten des
in Fig. 1 dargestellten Erfindungsgegenstandes, wobei die Tischplatten in einigen
der wahlweise möglichen Stellungen dargestellt sind.
-
Um besonders die Art der Erfindung selbst darzustellen, werden keine
Einzelheiten irgendwelcher Untersuchungs- bzw. Operationstische, bei denen die Erfindung
angewendet werden kann, abgebildet oder beschrieben. Es versteht sich jedoch von
selbst, daß entsprechend den Zeichnungen eine Sitzplatte 10 starr auf einem senkrechten
Ständer (nicht abgebildet) montiert sein kann oder schwenkbar auf einem senkrechten
Ständer montiert ist, so daß sie gegenüber dem Ständer oder einer oder mehrerer
Tischpartien gegenüber beliebig verstellt werden kann. Die Sitzplatte 10 besteht
aus einem starren Rahmenl2, auf dem . ein elastisches Polster 14 aufliegt, das als
Sitz des Patienten dient.
-
Die Beinplatte 16 besteht aus einer Oberschenkelplatte 18 und einer
Knieplatte 20. Ein Beinplattenrahmen 22 (F i g. 1) hat zwei an den Seiten angeordnete
Stützstangen 21 (F i g. 1), die bei 23 an den Sitzplattenrahmen 12 angelenkt sind.
-
Die Beinplatte 16 kann gegenüber der Sitzplatte 10 mittels der Hebelverbindung
24 verstellt werden. Die Hebelverbindung 24 besteht aus einer auf der Unterseite
des Rahmens 12 senkrecht und starr angebrachten Stütze 25, einer Kolbenstange 26,
die bei 28 an die Stütze 25 angelenkt ist und teleskopisch in einem Zylinder 29
läuft, der seinerseits bei 30 an den Beinplattenrahmen 22 angelenkt ist.
-
Die Hebelverbindung 24 ist ferner mit einem Feststellmechanismus
(nicht abgebildet) versehen, der es erlaubt, die Beinplatte 16 in gegenüber der
Sitzplatte 10 wahlweise eingestellten Positionen festzustellen.
-
Der Feststellmechanismus (nicht dargestellt) wird hier nicht näher
erläutert, da dieser für den Erfindungsgegenstand nicht erheblich ist; er ist mit
einem Handbedienungshebel 31 ausgestattet.
-
Der in allen Figuren in festgestellter Position gezeigte Handbedienungshebel
31 wird durch Drehung im Uhrzeigersinn gelöst, im Gegenuhrzeigersinn festgestellt.
-
Mit dem Handbedienungshebel 31 kann man den zwischen der Kolbenstange
26 und dem Zylinder 29 angebrachten Feststellmechanismus derart bedienen, daß die
Beinplafte 16 in jeder zwischen der horizontalen Lage (F i g. 1 und 3) und der senkrechten
Lage (F i g. 2) eingestellten Position festgestellt werden kann. Statt der manuell
bedienten Verbindung 24 könnte die Beinplatte 16 gegenüber der Sitzplatte 10 auch
durch eine hydraulisch oder auf andere Weise automatisch arbeitende Verbindung verstellt
werden.
-
Natürlich kann zu diesem Zweck irgendeiner der bekannten Feststellmechanismen
verwendet werden.
-
Die Oberschenkelplatte 18 besteht aus einem elastischen Polster 33,
das auf einem Rahmen 35 aufliegt.
-
Dieser ist mit dem Beinplattenrahmen 22 starr verbunden, z. B. durch
zu den Seiten senkrecht ver-Iaufende Längsstreben 36.
-
Zu beiden Seiten des Beinplattenrahmens 22 sind mehrere zu den Seiten
senkrecht verIaufende verlängerte Längsstreben 38 (Ei g. 1) angeordnet, auf deren
Enden längsverlaufende Schienen 40 angebracht sind.
-
Die Knieplatte 20 besteht aus einem elastischen Polster 42, das auf
einem Rahmen 44 aufliegt. Je eine Führung 46 ist zu beiden Seiten des Rahmens 44
der Knieplatte 20 starr angebracht. Am Ende jeder Füh-
rung 46 befindet sich eine
Lasche 45. Die-Laschen-4S sind mit je einer T-förmigen Schlitzführung 48 und 49
versehen, die sich in einem Winkel von 900 kreuzen.
-
Die Schlitze 48 und 49 sind so ausgebildet, daß die Schienen 40 hindurchgleiten.
Die beiden Laschen 45 der Führungen 46 sind am Schnittpunkt der Schlitze 48 und
49 mit querverlaufenden Gewindebohrungen (nicht dargestellt) versehen. In jeder
dieser Gewindebohrungen (nicht dargestellt) sitzen Feststellschrauben 50, mit denen
die Knieplatte 20 in jeder gewünschten Lage entlang der Schiene 40 zwischen der
Position, bei welcher die Knieplatte 20 an der Oberschenkelplatte 18 anliegt (durchgezogene
Linie in F i g. 1 bis 3) bis zur vollständig ausgefahrenen Position (gestrichelte
Linie in-Fig. 1) von Hand festgestellt werden kann.
-
Die Konstruktion löst die Aufgabe, - die Länge der Beinplatte 16
durch - teleskopartiges Verstellen der Knieplatte 20 zu verändern. Das ist ein-
Vorteil der Erfindung, da die Patienten verschieden groß sind und der Tisch für
vielfältige Zwecke verwendet werden muß.
-
Bisher haben sich die Arzt mit der umständlichen Lösung einer abnehmbaren
Knieplatte 20 beholfen; die bekannten Knieplatten waren nicht- einfahrbar bzw. abklappbar
ausgebildet, woraus sich die unangenehme Notwendigkeit ergab, die Platte irgendwo
im Untersuchungs- oder Operationsraum abzustellen.
-
Es sind zwar bereits Konstruktionen von Knieplatteri bekannt, die
als Verlängerung der Beinplatten dienen können, wenn sich die Sitzplatte in horizontaler
Lage befindet; doch war es bei diesen bisher nötig, vor dem Abklappen der Beinplatte
in die auf Fig. 2 dargesteIlte Lage die Knieplatte von der Beinplatte zu entfernen,
andernfalls die Beinplatte auf dem Boden (dargestellt durch die gestrichelte Linie
55 in F i g. 2) gestreift hätte.
-
Bei der Vorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung schiebt der
Arzt die Knieplatte vor Abknikken der Beinplatte 16 in die Lage nach F i g. 2 einfach
aus der verlängerten Stellung - wie in gestrichelter Linie in F i g. 1 dargestellt
- in die in durchgezogener Linie dargestellte eingefahrene Stellung.
-
Im übrigen war es bei den bisher bekannten Konstruktionen nicht möglich,
die Länge der Beinplatte 16 so beliebig zu variieren, wie es die teleskopartige
Konstruktion der Oberschenkelplatte 18 und der Knieplatte 20 ermöglichen.
-
Wenn die Knieplatte 20 auf der gleichen Ebene wie die Oberschenkeiplatte
18 liegt und damit eine zusammenhängende Fläche der längenverstellbaren Beinplatte
16 bildet, laufen die seitlich angeordneten Schienen 40 durch die T-Führungen 48.
Soll nun der Patient eine kniende Stellung einnehmen, dann laufen die Schienen 40
durch die T-Führungen 49, und die Knieplatte 20 wird gegenüber der Oberschenkelplatte
18 - wie in F i g. 4 dargestellt - in einer seitlichen oder vertikalen Lage gehalten.
Die Knieplafte 20 kann entlang den Schienen 40 entsprechend der gewünschten Stellung
und der Größe des Patienten in jede Position eingestellt werden.
-
In Fig 5 ist die Knieplatte nach einer Drehung von 1800 dargestellt,
so daß sich oben eine harte Fußbank bzw. Abstelltischfiäche 56 ergibt und das elastische
Kniepolster 42 umgedreht ist. Wenn also der Patient eine erhöhte stehende Stellung
einnehmen soll oder wenn er sich auf die Kante der Sitzplatte 10 setzen soll und
ihm der Arzt dabei durch Herrichten
einer Stufe behilflich sein
will, kann die Knieplatte 20 entlang den Schienen 40 bei nach oben gedrehter Fußbankfläche
56 in jeder gewünschten Position festgestellt werden.
-
Wenn die harte Fläche 56 der Knieplatte in der höchsten Stellung
56A festgestellt ist, kann sie für den Arzt bzw. die Helferin, die stehen, am Patienten
arbeiten oder sitzen können, als Instrumentenablagetisch dienen. Wen der Arzt sitzt,
können seine Knie unter der Knieplatte 20 Platz finden.
-
Am äußersten Ende der Schienen 40 befindet sich seitlich je ein Anschlag
58, der verhindert, daß die Knieplatte beim Verstellen entlang den Schienen 40 aus
Unachtsamkeit oder Versehen ausgehängt wird.
-
Um die Knieplatte 20 aus den Schienen 40 herauszuziehen, ist es natürlich
notwendig, die beiden Feststellschrauben 50 so weit aufzudrehen, daß sie über die
Anschläge 58 hinweggehen.
-
Aus der Zeichnung ist ersichtlich, daß die Gelenkverbindung 23, welche
die Beinplatte 16 mit der Sitzplatte 10 verbindet, nicht ganz außen an der Kante
59 der Sitzplatte 10 angeordnet ist, damit die Beinplatte 16 hinter die Kante 59
der Sitzplatte 10 zurückgeklappt werden kann, wenn sie in die in F i g. 2 dargestellte
Position verstellt wird. Dadurch ist der Patient für den Arzt besser zugänglich.