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Fördervorrichtung mit mehreren Zwischenantrieben Die Erfindung bezieht
sich auf eine Fördervorrichtung mit einem Förderband, das durch mehrere im Traggerüst
in Abständen angeordnete, je durch in ihrer Drehzahl lastabhängige Motoren getriebene
Zwischenantriebe angetrieben wird, deren Motorleistung entsprechend dem an einzelnen
Meßstellen durch laufend messende Einrichtungen ermittelten Gewicht des Fördergutes
über mit den Meßeinrichtungen verbundene elektrische Aggregate gesteuert wird.
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Die Steuerung der Zwischenantriebe auf Grund von Wägungen ist deshalb
als notwendig erkannt worden, weil bei Beginn der Förderung oder bei nur teilweiser
Beladung des Förderers die unter dem leeren Bandteil laufenden Motoren mit Kraftüberschuß
arbeiten. Besonders stark wirkt sich dies aus, wenn Steigungsstrecken beladen sind,
weitere Teile des Bandes aber leer laufen. An dem erhöhten Kraftbedarf nehmen dann
alle Motoren gleichmäßig teil, d. h. das Band überträgt erhöhte Zugkräfte der seinen
leeren Abschnitten zugeordneten Motoren bis zu der Stelle, wo der erhöhte Fahrwiderstand
auftritt. Bei langen, über große Entfernungen geführten Förderern können diese Kräfte
erhebliche Ausmaße annehmen.
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Um diesen Schwierigkeiten zu begegnen, ist es bereits bekannt, die
Beladung des Bandes an einzelnen Punkten laufend zu messen und auf Grund dieser
Messungen die den Meßstellen benachbarten Zwischenantriebe zu regeln. Man hat auch
bereits verschiedene Methoden entwickelt, um die Spannung einer durch Zwischenantriebe
getriebenen oder gebremsten Förderkette bzw. bei endlosen elastischen Bändern die
Spannung des Bandes selbst an bestimmten Punkten zu messen und gemäß diesen Messungen
die Zwischenantriebe zu regeln.
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Bei Messungen der Beladung des Bandes hat man jedoch bisher keine
geeignete Methode gefunden, um das Gesamtgewicht des Gutes zu erfassen, das sich
in jedem Augenblick auf einem von einem zum nächsten Zwischenantrieb reichenden
Teilabschnitt des Bandes befindet.
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Man kann nicht auf Grund der Wägeergebnisse, die an einer einzigen
Stelle in einer vielleicht 100 oder 200 m langen Förderstrecke zwischen einem Antrieb
1 und einem Antrieb 2 erzielt werden, den Antrieb 1 oder 2 so steuern, daß seine
Motorleistung dem Fahrwiderstand proportional ist, der gemäß der vom Band geförderten
Last in demjenigen Abschnitt der Förderstrecke zu erwarten ist, auf den dieser Antrieb
wirken soll. Auch eine größere Anzahl parallel geschalteter Wägestellen bringt keine
bessere Lösung des gestellten Problems. Bei ungleichmäßiger Be-
ladung des Förderbandes
ist eine Anpassung der Antriebsleistung an den Fahrwiderstand in dem zugeordneten
Streckenabschnitt nicht dadurch möglich, daß ein z. B. die Einschaltung eines zusätzlichen
Motors bewirkender Stromkreis dadurch geschlossen wird, daß eine einzelne Wägeeinrichtung
oder auch mehrere Wägeeinrichtungen durch zufällig an den Wägestellen befindliche
Fördergutmengen betätigt werden. Das Problem besteht darin, wie in einfachster Weise
das Gesamtgewicht der auf dem betreffenden vielleicht 100 oder 200 m langen Abschnitt
der Förderstrecke befindlichen Last gemessen und wie in einfachster Weise die jeweiligen
Änderungen dieses Gesamtgewichts in Steuerbefehle zur Regulierung desjenigen Zwischenantriebs
umgesetzt werden können, der diese (und zusätzlich zur Totlast des Bandes nur diese)
Last ziehen oder abbremsen soll.
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Indem man sich auf punktweise Messungen beschränkte, entstand erst
recht die Gefahr, daß durch irgend einen Zufall das an diesem Punkt gemessene Gewicht
dem Gesamtgewicht des auf dem betreffenden Teilabschnitt befindlichen Fördergutes
nicht proportional war, so daß Fehlsteuerungen erfolgen konnten, die die Gefahr
einer Überlastung des Bandes eher vermehrten als verminderten. Geht man umgekehrt
von einer Messung der Bandspannung bzw. von einer Messung der Spannung der Förderkette
aus, so ergeben sich nicht nur besondere Probleme bei einer Umkehr der Förderrichtung,
sondern man muß auch dafür sorgen, daß die jeweilige Spannung des Obertrums durch
Spannungsänderungen des Untertrums völlig unbeeinflußt bleibt. Man konnte deshalb
keine Antriebe verwenden, die auf beide Trume des Bandes gleichzeitig wirken. Die
Verwendung solcher Antriebe
ist aber gerade bei Förderern, die im
Ansteigen oder Einfallen verlegt sind, für den Kräfteausgleich in hohem Maß erwünscht.
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Um diese Schwierigkeiten zu vermeiden, schlägt die Erfindung vor,
daß jedem Zwischenantrieb eine Vielzahl von an den Auflagerpunkten des Traggerüstes
der Fördervorrichtung angeordneten, z.B. als Druckmeßdosen ausgebildeten Meßgeräten
und jedem Meßgerät ein elektrisches Aggregat, in dem gemäß der jeweiligen Belastung
des Meßgerätes eine elektrische Größe, z. B. ein Widerstand geändert wird, derart
zugeordnet ist, daß jeweils die elektrischen Aggregate derjenigen Meßstellen, die
sich im Bereich zwischen zwei auf das Obertrum des Förderers wirkenden Zwischenantrieben
befinden, hintereinander geschaltet durch eine auf ein steuerbares obere setzungsgetriebe
des einen dieser Zwischenantriebe wirkende Steuerleitung verbunden sind, wodurch
automatisch die Summe der von den betreffenden Meßgeräten laufend durchgeführten
Wägungen ermittelt und dem Zwischenantrieb ein dieser Summenmessung proportionaler
Steuerimpuls erteilt wird.
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Es kommt also nicht darauf an, daß die Wägeergebnisse durch elektrische
Einrichtungen weitergegeben werden, was an sich bekannt ist. Es kommt darauf an,
mittels der den Druckmeßgeräten zugeordneten elektrischen Aggregate und durch deren
Hintereinanderschaltung eine automatische Summenmessung der an jeder Meßstelle ermittelten
Wägeergebnisse zu erreichen und dadurch einen Steuerimpuls zu erhalten, der nicht
durch das Zufallsergebnis irgendwelcher einzelner Messungen bestimmt ist, sondern
der Gesamtlast des jeweils auf dem betreffenden Abschnitt des Förderers lastenden
Fördergutes entspricht.
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Indem bei stärkerer Beladung des durch einen Zwischenantrieb zu ziehenden
Teilabschnittes des Förderbandes die Untersetzung zwischen dem Motor dieses Antriebes
und dem Antriebsrad (der Antriebskette) erhöht wird, sucht der Motor bei gleichbleibender
Drehzahl das Förderband zu beschleunigen. Da ein einzelner Abschnitt des Bandes
auf die Dauer nicht schneller laufen kann als die anderen Abschnitte des Bandes,
wird die Drehzahl des Motors heruntergesetzt und seine Zugkraft erhöht.
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Indem bei stärkerer Beladung des durch einen Zwischenantrieb zu bremsenden
Teilabschnittes des Förderbandes die Übersetzung zwischen dem Motor dieses Antriebes
und dem Antriebsrad (der Antriebskette) erhöht wird, wird dadurch umgekehrt die
Drehzahl des Motors heraufgesetzt, der Motor wird überdreht und seine Bremskraft
wird erhöht.
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Muß ein in beide Trume eines im Ansteigen verlegten, abwärts fördernden
Bandes eingreifender Zwischenantrieb bei unbeladenem Band Hubarbeit leisten, um
das Untertrum hochzuziehen, bei beladenem Band aber das Obertrum abbremsen, so wird
gleichfalls bei stärkerer Beladung des Bandes die Übersetzung zwischen Motor und
Antriebsrad erhöht, die Drehzahl des Motors wird also bei gleichbleibender Bandgeschwindigkeit
erhöht, so daß er seine Nenndrehzahl erreicht, wenn das Gewicht der Beladung des
Obertrums genügt, um das Untertrum ohne zusätzliche durch den Antrieb aufzubringende
Hub-
arbeit hochzuziehen. Bei fortschreitend stärkerer Beladung wird der Motor durch
weitere Vergrößerung der Übersetzung zum Bremsen gezwungen.
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Bei einem im Ansteigen verlegten aufwärts fördernden Band mit in
beide Trume eingreifenden Antrieben sind die Verhältnisse grundsätzlich die gleichen
wie im ersten Fall, d. h. bei stärkerer Beladung des Bandes muß die Untersetzung
zwischen dem Motor und dem Antriebsrad (der Antriebskette) des Zwischenantriebes
erhöht werden.
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Bei Umkehr der Förderrichtung wirkt die Steuerleitung, die dem Förderabschnitt
zwischen zwei aufeinanderfolgenden Zwischenantrieben eines im Ansteigen verlegten
Förderers zugeordnet ist, in beiden Fällen zweckmäßig auf den oberen der beiden
Zwischenantriebe, wobei aber im einen Fall die Untersetzung, im anderen die Übersetzung
des Steuergetriebes entsprechend der stärkeren Beladung vergrößert wird.
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Weist die Förderstrecke keine wesentlichen Steigungen auf, so wirkt
die Steuerleitung, die dem Förderabschnitt zwischen zwei aufeinanderfolgenden Zwischenantrieben
zugeordnet ist, zweckmäßig jeweils auf denjenigen Antrieb, der das Obertrum dieses
Förderabschnittes zieht, d. h. je nach der Förderrichtung - jeweils unter entsprechender
Erhöhung der Untersetzung - im einen Fall auf den Antrieb 1, im anderen Fall auf
den Antrieb 2.