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DE1255359B - Interpolator zur abschnittsweisen Erzeugung von ebenen Kurven, insbesondere zur Stetigbahnsteuerung von Werkzeugmaschinen - Google Patents

Interpolator zur abschnittsweisen Erzeugung von ebenen Kurven, insbesondere zur Stetigbahnsteuerung von Werkzeugmaschinen

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Publication number
DE1255359B
DE1255359B DE1961M0050217 DEM0050217A DE1255359B DE 1255359 B DE1255359 B DE 1255359B DE 1961M0050217 DE1961M0050217 DE 1961M0050217 DE M0050217 A DEM0050217 A DE M0050217A DE 1255359 B DE1255359 B DE 1255359B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
interpolation
curve
interpolator
support points
points
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DE1961M0050217
Other languages
English (en)
Inventor
Dr-Ing Horst Michaelis
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
HORST MICHAELIS DR ING
Original Assignee
HORST MICHAELIS DR ING
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by HORST MICHAELIS DR ING filed Critical HORST MICHAELIS DR ING
Priority to DE1961M0050217 priority Critical patent/DE1255359B/de
Publication of DE1255359B publication Critical patent/DE1255359B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • GPHYSICS
    • G05CONTROLLING; REGULATING
    • G05BCONTROL OR REGULATING SYSTEMS IN GENERAL; FUNCTIONAL ELEMENTS OF SUCH SYSTEMS; MONITORING OR TESTING ARRANGEMENTS FOR SUCH SYSTEMS OR ELEMENTS
    • G05B19/00Programme-control systems
    • G05B19/02Programme-control systems electric
    • G05B19/18Numerical control [NC], i.e. automatically operating machines, in particular machine tools, e.g. in a manufacturing environment, so as to execute positioning, movement or co-ordinated operations by means of programme data in numerical form
    • G05B19/41Numerical control [NC], i.e. automatically operating machines, in particular machine tools, e.g. in a manufacturing environment, so as to execute positioning, movement or co-ordinated operations by means of programme data in numerical form characterised by interpolation, e.g. the computation of intermediate points between programmed end points to define the path to be followed and the rate of travel along that path
    • G05B19/4105Analog interpolation

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Computing Systems (AREA)
  • Theoretical Computer Science (AREA)
  • Human Computer Interaction (AREA)
  • Manufacturing & Machinery (AREA)
  • Physics & Mathematics (AREA)
  • General Physics & Mathematics (AREA)
  • Automation & Control Theory (AREA)
  • Numerical Control (AREA)

Description

  • Interpolator zur abschnittsweisen Erzeugung von ebenen Kurven, insbesondere zur Stetigbahnsteuerung von Werkzeugmaschinen Die Erfindung bezieht sich auf einen Interpolator zur abschnittsweisen Erzeugung von ebenen Kurven, die durch vorgegebene Stützpunkte laufen, insbesondere zur Stetigbahnsteuerung von Werkzeugmaschinen.
  • Es sind verschiedene Interpolatoren bekanntgeworden, die insbesondere zur Stetigbahnsteuerung von Werkzeugmaschinen entwickelt wurden. Einen Überblick über die bekannten mathematischen Interpolationsmethoden gibt Z u r m ü h 1, »Praktische Mathematik für Ingenieure und Physiker«, Springer-Verlag, 1961. Relativ einfach lassen sich parabolische Interpolatoren aufbauen, da sich die Koeffizienten einer Parabelansatzgleichung leicht aus den Stützpunktdaten ermitteln lassen (britische Patentschrift 830 462). Mit der parabolischen Interpolation sind jedoch erhebliche Nachteile verbunden, wie im folgenden noch erläutert wird. Eine zusammenfassende Darstellung über vollautomatische Steuerungen von Werkzeugmaschinen gibt G e r e c k e, Technische Rundschau, 49 (1957), Nr. 39, S. 1 bis 5, in der auch über Kreis- und trigonometrische Interpolatoren berichtet wird, die bereits wesentlich vorteilhafter sind, wie gleichfalls im folgenden noch gezeigt wird.
  • Bei der numerischen Stetigbahnsteuerung von Werkzeugmaschinen entsteht die Aufgabe, die Kontur eines gegebenen Kurvenverlaufs durch Nachlauf der Maschine auf das Werkstück zu übertragen. Die einfachste Form der Steuerung bestünde darin, das Kurvenbild Punkt für Punkt numerisch zu übertragen. Bei der Forderung nach einer hohen Genauigkeit würde jedoch die Punktdichte derart ansteigen, daß der zu übertragende Informationsumfang unerträglich hoch wird. Außerdem liegt die gegebene Kurve in den meisten Fällen weder in der tabellarischen Form einer Punktfolge mit kleiner Schrittweite vor, noch ist deren zugehöriger Funktionsausdruck bekannt, so daß die Punktfolge errechnet werden könnte, sondern es sind meist einzelne, mehr oder weniger charakteristische Punkte numerisch gegeben, aus denen die zugehörigen Kurven durch einfache anzugebende geometrische Konstruktionen, wie z. B. Geraden und Kreise, zu ermitteln sind. Ist eine kompliziertere Kurve in ihrem Verlauf zu übertragen, so ist es die Aufgabe der Interpolation, aus den Daten einzelner vorgegebener Stützpunkte alle Zwischenpunkte lückenlos so zurückzugewinnen, daß die interpolierte Kurve in ihrem Verlauf möglichst ohne größere Abweichungen mit der Sollkurve übereinstimmt.
  • Werden die Stützpunkte durch Geraden verbunden, d. h. wird linear interpoliert, so entsteht ein Polygonzug, der eine grobe Annäherung an die Sollkurve darstellt. Eine lineare Interpolation läßt sich technisch mit relativ kleinem Aufwand verwirklichen, nachteilig ist nur, daß bei kleinen vorgeschriebenen Abweichungen die Stützpunktdichte groß wird. Als Kriterium zur Beurteilung von Interpolationsverfahren kann allgemein definiert werden, daß bei allen in der Ebene denkbaren stetig verlaufenden Kurvenzügen die interpolierte Kurve möglichst wenig von der Sollkurve abweichen und die Anzahl der zu- übertragenden Stützpunkte so klein wie möglich sein soll.
  • Es werden im folgenden die grundsätzlichen Forderungen an einen Interpolator für die Stetigbahnsteuerung von Werkzeugmaschinen aufgestellt: 1. Da Geraden und Kreisbögen bei der Werkzeugmaschinensteuerung am häufigsten auftreten, sollen diese Kurven möglichst technisch einfach und exakt zu interpolieren sein.
  • 2. An den Stützpunkten dürfen bei der fortlaufenden Interpolation keine Sprünge in der Tangentenrichtung der erzeugten Kurve auftreten.
  • 3. Die interpolierte Kurve soll invariant sein gegenüber Drehungen des Koordinatensystems und nur von der inneren Konstellation der gegebenen Stützpunkte abhängen.
  • 4. Es soll eine konstante, richtungsunabhängige Bahngeschwindigkeit erzeugt werden, die von außen zumindest stufenweise einstellbar sein muß.
  • 5. Beim Fräsen muß die Mittelpunktbahn gegenüber der Interpolationskurve um den Fräserradius als einen von außen einstellbaren Betrag verschoben werden können.
  • 6. Die Anzahl der zu übertragenden Stützpunkte soll möglichst gering sein, und die Wahl der Stützpunkte soll, abgesehen von den Anfangs- und Endpunkten einer bestimmten Kurvenart, nicht daran gebunden sein, daß z. B. gleiche Abstände auf einer Achse oder auf der Kurve gefordert werden. 7. Eine hohe Genauigkeit mit einem exakten Erreichen der numerisch vorgegebenen Stützpunkte sind zu garantieren.
  • g. Ein geringer Aufwand und eine hohe Betriebssicherheit des Interpolators sind anzustreben.
  • Es gibt verschiedene Interpolationsverfahren mit relativ geringem Rechenaufwand, bei denen aber äquidistante Stützpunkte vorausgesetzt werden, wodurch das Programmieren erschwert wird. Eine konstante Bahngeschwindigkeit war bislang nur über eine gesondert eingeführte Regelung möglich, und die Mittelpunktverschiebung beim Fräsen erforderte eine Vorrichtung zur laufenden Bildung der ersten Ableitung entsprechend der momentanen Steigung der Kurve.
  • Grundsätzlich läßt sich nun jede Funktion y= f (x), deren Verlauf in einem Intervall (a, b) stetig ist, durch ein Polynomy =p(x) derart darstellen, daß der absolute Fehler zwischen der Funktion f (x) und dem Näherungspolynom p (x) kleiner wird als irgendeine Größe a. Es ist eine unbegrenzte Annäherung einer analytischen Funktion durch ein Polynom möglich. Darauf beruhen die herkömmlichen parabolischen Interpolationsverfahren von N e w t o n, L a g r a n g e, Bessel, Stirling, Gauß, Everett usw., die sich nur darin unterscheiden, wie die Daten der Stützpunkte in der betreffenden Interpolationsformel eingeführt werden. Der Grad des Polynoms richtet sich dabei nach der jeweils in Betracht gezogenen Anzahl von Stützpunkten, so daß die Ansatzgleichung bestimmt sein muß.
  • Treten in der vorgegebenen Kontur Kreisbögen auf, was sehr häufig der Fall ist, so genügen zur mathematischen Bestimmung bekanntlich bereits drei Punkte. Mit der üblichen parabolischen Interpolation ist es aber nicht möglich, einen größeren Kreisbogen mit der Angabe von nur drei Stützpunkten hinreichend genau zu erzeugen.
  • Werden nur die xy-Daten der Stützpunkte und nicht die Steigung am Endpunkt eines interpolierten Intervalls als Ausgangsrichtung für den folgenden Interpolationsabschnitt berücksichtigt, so treten bei der Interpolation fehlerhafte Richtungssprünge an den Stützpunkten auf.
  • Neben dem allgemeinen Polynomansatz y=p(x) sind grundsätzlich auch andere Ansatzgleichungen denkbar, und es ist einleuchtend, daß die Form der Ansatzgleichung hinsichtlich der zu erzielenden Interpolationsgenauigkeit bei möglichst wenig Stützpunkten um so günstiger ist, je mehr die Darstellung der Ansatzgleichung schon dem Verlauf der zu interpolierenden Kurve ähnelt. So ist es für die Interpolation von periodischen Funktionen zweckmäßig, einen trigonometrischen Reihenansatz zu machen, was als Verfahren der Fourieranalyse bekannt ist. Bei Funktionen mit Unendlichkeitsstellen ist es vorteilhaft, die Ansatzgleichung in der Polynomform zu wählen, wenn auch dieses Verfahren für die Werkzeugmaschinensteuerung keine praktische Bedeutung erlangt.
  • Bei der parabolischen Interpolation mit dem allgemeinen Polynomansatz y=p (x) tritt noch eine unzweckmäßige Erscheinung auf, die im folgenden erläutert werden, soll. Liegen in der xy-Ebene mehrere Stützpunkte in einer vorgegebenen festen Konstellation zueinander und sind diese Punkte in geeigneter Weise zu interpolieren, so ist bei dem Polynomansatz y=p (x) der resultierende Kurvenverlauf stark von der Lage des zugehörigen Koordinatensystems abhängig. In der F i g. 1 sind z. B. drei Punkte in der xy-Ebene gegeben, wobei die Parabel K die aus dem Polynomansatz y=a+bx+cx$ sich ergebende Interpolationskurve darstellt. Sind die drei Stützpunkte bei gleicher Konstellation in dem x'y'-Koordinatensystem gegeben, so resultiert daraus die Parabel K', die in ihrem Verlauf im Vergleich zur Kurve K erheblich abweicht.
  • Die numerisch vorgegebenen Daten der Stützpunkte sind zwar meist auf ein rechtwinkliges xy-Koordinaten System bezogen, jedoch geschieht dies allein zu dem Zweck, die gegenseitige Lage der Punkte zueinander anzugeben. Somit ist die allgemeine Forderung zu erheben, daß zu irgendeiner vorgegebenen Punktkonstellation eine eindeutige Kurve gehören soll und bei Ker Interpolation auch gefunden werden muß. Die auf diese Weise ermittelte Interpolationskurve mag zwar auch noch von der ursprünglichen Sollkurve abweichen, was aber dann hauptsächlich noch von der Stützpunktdichte abhängt. Zumindest darf die interpolierte Kurve nicht unnötig von der Lage des zugehörigen Koordinatensystems abhängig sein.
  • Man erkennt auch rein formal, daß bei dem Polynomansatz y = p (x) nur die Veränderliche x die unabhängige Veränderliche ist. Diese unbegründete Bevorzugung der Größe x gegenüber y führt bei der Interpolation in der xy-Ebene, in der alle Tangentenrichtungen der Interpolationskurve denkbar sind und mit gleicher Wahrscheinlichkeit auftreten können, zu Komplikationen. So sind z. B. Punkte auf einer Geraden in Richtung der y-Achse mit dem Polynomansatz nicht mehr zu interpolieren.
  • Es müssen demnach in der allgemeinen Ansatzgleichung zumindest- die beiden Größen x und y unabhängige Veränderliche sein. Dies ist z. B. der Fall bei der Gleichung zweiten Grades, die auch als Kegelschnittgleichung bezeichnet wird: Axa+2Bxy+Cyz+2Dx+2Ey+F=0. Diese Gleichung ist im allgemeinen durch fünf Punkte bestimmt. Nachteilig ist bei dieser Ansatzgleichung jedoch, daß entsprechend der Stellung der Stützpunkte als Interpolationskurve auch zwei Geraden oder eine Hyperbel entstehen können. In der F i g. 2 wird hierzu ein Beispiel gezeigt, bei dem aus fünf Punkten einer Sollkurve mit einem Wendepunkt eine Hyperbel resultiert, die als Interpolationskurve unbrauchbar ist.
  • Zu den natürlichen Größen einer ebenen Kurve, die sich beim Drehen und Verschieben des Koordinatensystems nicht ändern, also invariant sind, gehören Tangentenwinkel z, Bogenlänge s, Krümmung k oder Kxümmungsradius oder bei Berücksichtigung des Vorzeichens besser das Quadrat der Krümmung sowie alle Ableitungen der Krümmung nach der von der Kurve durchlaufenen Bogenlänge s.
  • Die Krümmung k entspricht nun der Änderung des Tangentenwinkels z bezüglich der Bogenlänge s (s. F i g. 3), also gilt so daß zur Beschreibung der Kurve z und s übrigbleiben. Bei räumlichen Kurven durch vorgegebene Stützpunkte in einem dreidimensionalen Koordinatensystem tritt die Torsion als weiteres Bestimmungsstück hinzu. Sie können in irgendeinen funktionsmäßigen Zusammenhang gesetzt werden, wobei es für die Invarianzbedingung gleichgültig ist, wie die Auswahl getroffen wird. Solche Funktionen erweisen sich wegen ihrer Unabhängigkeit vom Koordinatensystem für die Interpolation ebener Kurven allgemein als günstig. Die Form des funktionsmäßigen Zusammenhangs wird vom Anwendungsfall her bestimmt.
  • Da bei der Werkzeugmaschinensteuerung Geraden und Kreise weitaus am häufigsten auftreten, schlägt die Erfindung vor, einen Interpolator zu verwenden, der die beiden Koeffizienten b, und c" des natürlichen Polynomansatzes z=zo+ bo.s+ Co .s2, d. h. Tangentenwinkel z als Polynom 2. Ordnung von der Bogenlänge s der zu interpolierenden Kurve, iterativ aus den in einem rechtwinkligen xy-Koordinatensystem vorgegebenen Daten zweier Stützpunkte P1 und P$ so ermittelt, daß die Interpolationskurve von einem vorgegebenen Stützpunkt Po aus mit einem Ausgangswinkel zo, der vom vorhergehenden Interpolationsabschnitt von P_1 bis Po übernommen wird, durch die beiden Stützpunkte P1 und P2 verläuft, dann mit Hilfe dieser ermittelten Koeffizienten b, und c, unmittelbar oder über Zwischenspeicherung die Bahn der zu steuernden Vorrichtung, insbesondere einer Werkzeugmaschine, von Po bis P1 steuert und anschließend für den nächsten Interpolationsbereich P1 bis P2 den Tangentenwinkel z1 übernimmt und die neuen Koeffizienten b1 und cl wieder iterativ aus den Daten der Stützpunkte P2 und des hinzugenommenen Punktes P3 ermittelt. Da die Funktion z(s) als die natürliche Gleichung einer Kurve bezeichnet wird, wird für die Form z = p (s) der Ausdruck »natürliches Polynom« verwendet. Bei dem Polynomansatz z = p(s) sind Geraden, die durch zwei Stützpunkte, und Kreise, die durch drei Stützpunkte bestimmt sind, von denen einer der Koordinatenursprung sein kann, gegeben durch die einfachen Formen z = a bzw. z = a + bs, wobei der Koeffizient a gleich dem Steigungswinkel im Ursprung und der Koeffizient b gleich der Krümmung des Kreises ist. Beivier Stützpunkten lautetder allgemeine Ansatz z=a+bs+cs2. (1) Dies ist die natürliche Gleichung einer Spirale. Der Koeffizient c bedeutet die Änderung ihrer Krümmung bezüglich der Bogenlänge. Für die Interpolation ebener Kurven ist es notwendig, aber auch ausreichend, dieses Polynom 2. Ordnung als Ansatzgleichung zu wählen.
  • Da im Verlauf technischer Kurven auch Wendepunkte auftreten können, muß für Interpolationszwecke der Krümmungsradius der gewählten Kurve auch unendlich werden können. Zweckmäßig wächst also die Krümmung k in Abhängigkeit von der Bogenlänge: dk - ds. Dies ist der Fall bei der Cornuschen Spirale, die man erhält, wenn die später noch erwähnten Fresnelschen Integrale in einem rechtwinkligen Koordinatensystem aufgetragen werden. Diese Spirale, auch als Klothoide bezeichnet, stellt lediglich einen Spezialfall der allgemeinen Polynomform r = p (s) mit z = cs2 dar und hat als Übergangskurve zwischen einer Geraden und einem Kreis bisher schon im Bauwesen eine Bedeutung, weil die Zentrifugalbeschleunigung linear mit der Bogenlänge ansteigt. In der praktischen Anwendung stellt sich nun die Aufgabe, die Koeffizienten a, b und c des natürlichen Polynoms aus den Daten der Stützpunkte zu bestimmen.
  • F i g. 4 zeigt einen praktischen Fall, bei dem im xy-Koordinatensystem vier Stützpunkte gegeben sind: P_1, Po, P1 und P2. Die Koeffizienten wären zunächst so zu bestimmen, daß die Interpolationskurve durch die vier Stützpunkte läuft. Bei einer fortlaufenden Interpolation ist es sinnvoll, die Interpolation jeweils nur für den mittleren Abschnitt durchzuführen, in diesem Fall also nur von Po bis P, Der Abschnitt von P1 bis P, wäre anschließend aus den Daten der Punkte Po, P1, P2 und P$ wieder neu zu bestimmen. Man erzielt damit ein besseres Anschmiegen der Interpolationskurve und vermeidet größere Richtungssprünge.
  • Damit beim Übergang von einem Interpolationsabschnitt in den folgenden auch kleinste Richtungssprünge vermieden werden, wird vorteilhaft an Stelle von P_1 der Ausgangswinkel a, (s. F i g. 4) vom vorangegangenen, bereits interpolierten Intervall zusammen mit den Punkten Po, P1 und P2 zur Bestimmung der für den Abschnitt Po bis P1 notwendigen Koeffizienten herangezogen. Die Größe a = a" ist damit schon gegeben. Die Koeffizienten b und c müssen aus den Daten der Stützpunkte P1 und P2, bezogen auf Po, ermittelt werden. Es zeigt sich jedoch, daß dies in geschlossener Form nicht mehr möglich ist.
  • Mit der allgemeinen Beziehung lautet nämlich die Ansatzgleichung (1): Wegen der geforderten konstanten Bahngeschwindigkeit ist es vorteilhaft, an Stelle der Bogenlänge s die Zeit t als unabhängige Veränderliche einzuführen. Dann läßt sich Gleichung (2) in zwei Zeitparametergleichungen x = fl(t) und y = f2(t) aufspalten.
  • Denkt man sich beispielsweise zwei Funktionsbildner, die die Größen y (t) und x (t) nach den folgenden Beziehungen erzeugen: bzw. die folgenden Differentiale bilden: die anschließend integriert werden, so ist ständig die erzeugte Bahngeschwindigkeit Die dabei gebildete Kurve erfüllt die Differentialgleichung: die mit s = t die Ansatzgleichung (2) darstellt.
  • Zur Bestimmung der Koeffizienten nach Gleichung (3) führen die Integrale über die Additionstheoreme auf die Fresnelschen Integrale von der Form f cos (t2) d t und f sin (t2) d t , die auch durch Besselfunktionen ausgedrückt werden können, aber nicht mehr in geschlossener Form darzustellen sind.
  • Damit führt das erfindungsgemäße Interpolationsverfahren unter Verwendung des natürlichen Polynoms -c = p (s) zu der Forderung nach einem einfachen Iterationsverfahren. Eine Möglichkeit bietet sich mit Hilfe einer elektronischen Rechenmaschine, mit der die Koeffizienten aus den Stützpunktwerten bis zu einer beliebig hohen, aber begrenzten Genauigkeit errechnet werden, so daß die erzeugte Interpolationskurve die Stützpunkte zwar nicht exakt erreicht, die auftretenden Abweichungen theoretisch aber beliebig klein gehalten werden können. Dieses Verfahren setzt allerdings voraus, daß eine elektronische Rechenmaschine vorhanden ist.
  • Es können in diesem Falle die Stützpunktdaten auf einem Lochstreifen in die Rechenmaschine eingegeben werden, die über eine spezielle Programmfolge fortlaufend die Interpolationskurve abschnittsweise errechnet und die interpolierten Zwischeninformationen als Folgen diskreter Schrittbefehle von z. B. 1/1.o mm impulsförmig auf einem zweispurigen Magnetband für beide Achsenrichtungen speichert, so daß mit diesem Band direkt und unabhängig von dem Rechner die Werkzeugmaschine zu steuern ist.
  • Gegenüber diesem aufwendigen Verfahren bevorzugt die Erfindung die Möglichkeit, einen Spezialrechner eigens für diese Aufgabe zu entwickeln. Dazu wird im folgenden als Beispiel ein Iterationsverfahren auf der Basis der Analogrechnertechnik angeführt.
  • Werden hierzu die Ansatzgleichungen (4) nach der Zeit differenziert, so erhält man zwei gekoppelte Differentialgleichungen Die F i g. 5 zeigt das Blockschaltbild zur Lösung dieses Gleichungssystems mit einem Analogrechner.
  • Verwendet werden fünf Integratoren f 1 bis f 2, zwei Multiplizierglieder jcl und % und eine Vorzeichenumkehrstufe -1. Es wird die mit der Zeit linear veränderte Krümmung (b + 2ct) gebildet und mit den ersten zeitlichen Ableitungen multipliziert, so daß entsprechend den Gleichungen (6) die zweiten Ableitungen von x und y entstehen, die noch zweifach integriert werden. Die Multiplizier- und Integrierglieder kehren dabei das Vorzeichen um. Bei fortlaufender Interpolation sei wieder gemäß F i g. 4 der Abschnitt von Po bis P1 zu interpolieren. Die Ausgangswerte der Integratoren f 4 und f 5 sind zum Zeitpunkt t = 0 gleich Null zu setzen. Die Ausgangswerte der Integratoren f 2 und f 3 sind gleich -sin z, und - cos -c, und sind noch vom vorangegangenen Abschnitt als Ausgangswerte bekannt.
  • Die Aufgabe besteht darin, mit Hilfe einer Nachlaufregelung die Ausgangskrümmung als Ausgangswert des Integrators f 1 zur Zeit t = 0 und die Konstante -2 c, mit der sich die Krümmung zeitlich linear verändern soll, so zu bestimmen, daß die erzeugte Interpolationskurve von Po aus durch die vorliegenden Stützpunkte P1 und P2 läuft. Die gesuchten Größen seien b, und co. Läuft die Kurve von Po aus mit den zu dem vorangegangenen Interpolationsabschnitt von P_1 bis Po gehörenden Größen b-, und c_, weiter, so läuft sie zwar durch P1, verfehlt aber allgemein den Punkt P2.
  • Werden dabei fortlaufend die Abstände des Kurvenpunktes P(xy,) zu den Stützpunkten P1 und P2 hin gemessen, so können z. B. die kürzesten Abstände von der Kurve bis zu den Stützpunkten als Maß zur Korrektur der Größen b und c verwendet werden, und zwar in der Form, daß der kleinste Abstand der Kurve von P1 die Größe b und der von P2 die Größe c einstellt.
  • Dazu sind die Abstände als Funktionen der Zeit zu bestimmen und deren Minimalwerte dann auszublenden, wenn das zeitliche Differential dieser Funktionen gleich Null wird. Zur Ermittlung dieser Zeitpunkte wird zweckmäßigerweise jedoch das Quadrat des Abstandes (v - Y1)2 + (x - x1)2 bzw. (y - Yj2 + (x - x.)2 differenziert, damit die Wurzelfunktion nicht gebildet zu werden braucht, so daß entsteht: Da die Ableitungen von x und y bereits in der Rechenschaltung gebildet werden, sind für die meßtechnische Erfassung dieser Ausdrücke nur noch die entsprechenden Additionen und Multiplikationen auszuführen.
  • Ferner können an Stelle der Abstandsfunktionen, aus denen die Minimalwerte dann auszublenden sind, wenn die eben genannten Beziehungen erfüllt sind, der Einfachheit halber auch fortlaufend die Größen lY-Yll + Ix-x,1 bzw. ly-Y21 + Ix-x.1 bestimmt und abgetastet werden. Es sind dabei die Absolutwerte zu bilden, da z. B.
  • (Y-Y# = -(x-x# werden kann, ohne daß die Kurve bereits durch P2 läuft. Außerdem könnte mit dem Vorzeichen von (y y2) + (x-x2) noch nicht entschieden werden, ob die Größe c zu vergrößern oder zu verkleinern ist. Das gleiche gilt für die Einstellung der Größe b, die zwar erst dann zu ändern ist, wenn die Größe c den Wert c_1 verlassen hat und die Kurve demzufolge nicht mehr durch P1 läuft.
  • Die F i g. 6 zeigt das vereinfachte Blockschaltbild zu einem Ausführungsbeispiel des Analognachlaufrechners.
  • Zur Erläuterung dieses Bildes werde bei dieser Gelegenheit gleich der Interpolationsbeginn beschrieben, bei dem der Winkel To noch unbekannt ist und nur die Daten der ersten vier Stützpunkte gegeben sind. Wie bereits erwähnt, sind im allgemeinen Fall die beiden Größen b und c durch iterativen Nachlauf zu bestimmen, in diesem Ausnahmefall am Beginn wäre aber eine Dreifachregelung notwendig. Um den Aufwand nicht weiter auszudehnen, erscheint es daher zweckmäßig, für den ersten Interpolationsabschnitt nur die ersten drei Stützpunkte heranzuziehen und den Kreisansatz zu machen, für den in Gleichung (1) bzw. (5) der Koeffizient c = 0 zu setzen ist.
  • In F i g. 6 ist mit 1 die Analogrechnereinheit von F i g. 5 bezeichnet und in Verbindung mit einer Einrichtung zur Einstellung der Größen z und b im Falle des Kreisansatzes bzw. zur Einstellung von b und c im allgemeinen Falle zur Erzeugung der Spirale darstellt. Das nebenstehende Impulsschema zeigt die Programmfolge. Während der kurzen Dauer TA werden die Ausgangswerte der Integratoren eingestellt, danach beginnt der Rechenvorgang für die Dauer TR, die so groß sein soll, daß die durchlaufene Bogenlänge von Po aus über P2 sicher hinausreicht. Nach der Rechenzeit TR beginnt die Nachstellzeit TN zur Koeffizienteneinstellung. Danach beginnt der neue Rechenzyklus wieder mit TA.
  • In der Schaltung werden während der Rechenzeit TR mit Additionsgliedern 2 die Differenzen (y-y,), (y-y3) sowie (x-x,), (x-x2) fortlaufend bestimmt. Dabei mögen die xy-Daten der Stützpunkte in einem nicht dargestellten Speicher zunächst vorhanden sein und als Spannungsgrößen den Addiergliedern zugeführt werden. Ferner wird mit zwei weiteren Multipliziergliedern ir, und 7c4 und einer weiteren Additionseinheit 3 die Größe Y (Y -Y1) + x (x - -v,) gebildet und auf eine nichtlineare Rechenschaltung gegeben, die im Blockschaltbild als Einheit 4 bezeichnet ist. Die Übertragungseigenschaft dieses Systems wird durch die eingetragene Kennlinie gekennzeichnet, bei der die Ausgangsspannung über der Eingangsspannung aufgetragen ist. Daraus ist ersichtlich, daß beim Nulldurchgang der Eingangsgröße die Ausgangsspannung einen Sprung macht. In der Einheit 5 wird diese Sprungfunktion differenziert, so daß ein Impuls besteht. Bei einem Abstandsminimum wird auf diese Weise ein positiver Impuls erzeugt, bei einem Abstandsmaximum würde ein negativer Impuls entstehen, der für die Auswertung jedoch unbrauchbar wäre. Aus diesem Grunde werden in der Einheit _5 über einen Gleichrichter nur die positiven Impulse weitergeleitet, die noch verstärkt, geformt und auf die nachfolgenden Relais R1, R2, R6 und R, gegeben werden. Von den Absolutwertbildnern _6 werden fortlaufend die Absolutwerte IY-Yll und Ix-xll gebildet, dann addiert und an die Haltekreise Hl und HZ zur momentanen Ausblendung und Einspeicherung durch die Impulse vom System 5 bereitgestellt. Der erste Impuls h schaltet den zugehörigen momentanen Absolutwert tIY-Yll + I x-xlIImtn auf den Haltekreis Hl, der den Wert so lange festhält, bis ein neuer Wert aufgeschaltet wird. Der Impuls Il bewirkt ferner, daß das Kipprelais R1 die Kontakte r12 und r14 und das Kipprelais R2 seinen Kontakt r2 schließt, so daß von diesem Zeitpunkt ab der Abstand der erzeugten Kurve zum Stützpunkt P2 hin auf entsprechende Weise ausgewertet wird. Bei einem Abstandsminimum der Kurve zum Punkt P2 entsteht am System 5 der Impuls I2, der den zugehörigen Wert fIY-Y21 +1x x211mtn auf den Haltekreis H2 schaltet.
  • Den Haltekreisen schließt sich die Koeffizienten-Einstellstufe 7 an. Die von den Haltekreisen gespeicherten minimalen Abstandswerte werden erforderlichenfalls verstärkt und bei dem Kreisansatz zum Interpolationsbeginn auf die Motoren Ml und M2 gegeben. Der Strom Ix bereitet über die Kontakte r31 und r35 des Relais R3 den Weg vor und schließt auch den Arbeitskontakt vom Relais R4, so daß der Koeffizient c zu Null wird. Erst mit dem Beginn der Nachstellzeit TN schaltet das Relais R5 durch einen Strom Ilv die gespeicherten Abstandswerte aus den Haltekreisen über die Arbeitskontakte r51 und r" auf die Motoren Ml und M2, die über Getriebe G1 und G$ einen Funktionsgeber 8 in der Form eines Sinus-Kosinus-Potentiometers sowie ein lineares Potentiometer 9 integrierend fortschreitend während der Nachstellzeit TN verstellen. Die Zeit TN muß die Ansprechzeit der Motoren wesentlich überschreiten, darf aber aus Stabilitätsgründen auch nicht zu groß gewählt werden.
  • Die Entscheidung über die erforderliche Drehrichtung der Motoren wird von dem Ergebnis des nächsten Rechenvorganges abhängig gemacht. Werden die in die Haltekreise eingetasteten minimalen Abstandswerte der zweiten Rechnung kleiner, so sind die Drehrichtungen zufällig richtig, im anderen Falle werden über die beiden Kipprelais R$ und R9 die Motordrehrichtungen umgeschaltet. Hierzu werden die Sprungfunktionen an den Haltekreisen Hl und H2 mit zwei weiteren Systemen der Art 5, wie sie bereits beschrieben wurden, differenziert und gleichgerichtet, so daß wieder positive Impulse entstehen, wenn die Abstandsminima von Rechnung zu Rechnung größer werden, die dann über die Kontakte r33 und r3, die Kipprelais R3 und Re betätigen. Die Kipprelais Rfl und Rlo werden auch dann betätigt, wenn die zugehörigen motorgetriebenen Potentiometer an den Anschlag kommen.
  • Sollten die Größen T und b beim Kreisansatz oder b und c beim Spiralansatz im Ausgang der Rechnung zufällig so ungünstig liegen, daß die Abstandsmessungen zunächst noch kein Minimum ergeben, so können bei dem Ausbleiben der Impulse Il und I2 mit den Kipprelais RB und R, auch konstante Spannungen auf die Motorkreise geschaltet werden. 'Mach Ablauf der Nachstellzeit Ty beginnt wieder der neue Rechenzyklus. Während der kurzen Dauer T4 werden die Ausgangswerte der Integratoren neu eingestellt. Dabei schließt der Strom 1A beim Relais R, wieder die Kontakte r" und r,3 und bei den Relais R6 und R; die Kontakte r6 und r7, dagegen wird der Kontakt r2 beim Relais R2 wieder geöffnet.
  • Sind die gesuchten Größen z, und b, durch diesen iterativen Nachlaufvorgang in der Weise ermittelt, daß die minimalen Absolutwerte @IY-Yii + I x-xil min und fJY-Y21 + (x-xli}min eine vorgeschriebene untere Grenze nicht mehr überschreiten, so ist der Rechenvorgang als beendet zu betrachten und kann abgeschaltet werden. Der in der F i g. 6 enthaltene Analogrechnerteil von F i g. 5 kann jetzt als Führungsrechner die Stetigbahnsteuerung der Werkzeugmaschine übernehmen. Dabei sind die Zeitkonstanten der Integratoren durch Änderung der Rückführkapazitäten so zu vergrößern, daß die erzeugte Bahngeschwindigkeit die gewünschte Sollgröße annimmt.
  • Damit jetzt in der relativ langen Zwischenzeit, in der die Werkzeugmaschine von Po nach P, hin gesteuert wird, die neuen Koeffizienten b, und c, für den Interpolationsintervall von P, bis P2 bereits ermittelt werden können, erscheint es zweckmäßig, sowohl einen Analogrechner nach F i g. 5 als Führungsrechner zur Werkzeugmaschinensteuerung als auch einen Analognachlaufrechner nach F i g. 6 vorzusehen. Dann braucht die Bewegung der Werkzeugmaschine nicht an jedem Stützpunkt gestoppt zu werden, um auf das Ergebnis der Koeffizientenbestimmung für den nächsten Interpolationsabschnitt zu warten.
  • Hierzu ist es erforderlich, daß zunächst die Größen bo, (-sin z,) und (-cos z,) als Ausgangswerte in die Integratoren f 1, f 2 und f 3 des Führungsrechners nach F i g. 5 eingetastet werden, so daß die Werkzeugmaschine von Po nach P, von diesem gesteuert wird. Nach dieser Eintastung muß der Nachlaufrechner noch einmal die Bahn bis zum Punkt P, durchlaufen, um den Winkel -s, bzw. die Größen (-sin z,) und (-cos -c,) als Ausgangswinkel für den Bereich von P, bis P2 festzuhalten. Dieses kann bei verminderter Rechengeschwindigkeit dadurch erreicht werden, daß der Motor M, mit den Größen (-cos z) und (-sin z) den erzeugten Größen bis zum Punkt P, nachläuft. In der F i g. 6 wurde dieses nicht mehr angedeutet, um den Rahmen nicht zu sprengen.
  • Für den zweiten Interpolationsabschnitt ist also der Winkel a1 gegeben, gesucht sind jetzt b, und cl. Die Relais R3 und R4 fallen wieder zurück. Die neuen Stützpunkte P2 und P3 sind jetzt in ihren x- und y-Daten auf den Punkt P, bezogen. Im übrigen erfolgt der Nachlauf auf entsprechende Weise wie beim Kreisansatz. Da die Relais R3 und R4 jetzt stromlos bleiben, werden die in den Haltekreisen H, und H2 festgehaltenen Abstandswerte den Motoren M2 und M3 zugeführt. Sind die Größen b, und c, hinreichend genau ermittelt, wird der Rechenvorgang des Nachlaufrechners unterbrochen. Erreicht der Führungsrechner daraufhin den Punkt P1, so wird vom Nachlaufrechner die Größe b, übertragen und die Größe c, bzw. (-2c1) über eine Magnetkupplung zusammen mit dem Potentiometer 10 vom Motor M3 des Nachlaufrechners abgetrennt, da die Größe (-2c,) am Führungsrechner beim zweiten Abschnitt ständig vorhanden sein muß, im Gegensatz zu den Ausgangswerten der Integratoren, die nur kurzzeitig eingetastet werden. Der Motor M3 erhält über eine Magnetkupplung einen neuen Potentiometerkreis zur Bestimmung der Größe (-2c2). Das Weitere folgt dann wie beschrieben.
  • Gemäß F i g. 7 sind jetzt die Möglichkeiten noch zu diskutieren, welche Kurvenarten mit dem erläuterten Analognachlaufrechner im einzelnen erzeugt werden können. Der Abschnitt von P_1 bis Po sei beispielsweise durch eine Gerade unter dem Winkel z, zu verbinden. Dann gibt es vom Stützpunkt Po aus insgesamt vier Möglichkeiten, zum Punkt P, zu gelangen: a) die geradlinige Verbindung, gekennzeichnet durch das Kurvenzeichen G, b) die Kreisverbindung mit Winkelanschluß in Po, bestimmt durch Po, -o, P, und gekennzeichnet durch Km, c) die Kreisverbindung ohne Winkelanschluß, bestimmt durch Po, P,, P2 und gekennzeichnet durch Ko, d) die allgemeine Spiralenverbindung mit Winkelanschluß, bestimmt durch Po, za, P" P2 und bezeichnet als Sm.
  • Bei Eingabe der Stützpunktdaten auf einem Lochstreifen ist es zweckmäßig, zwischen den d x- und dy-Werten der Stützpunkte, bezogen jeweils auf den vorhergehenden Punkt, diese Kurvenzeichen mit einzuspeichern.
  • Für die allgemeine fortlaufende Interpolation, bei der im Anfang der Kreisansatz K4 und dann fortlaufend der Spiralenansatz S gemacht wird, wäre das zwar nicht notwendig, aber gerade bei der Werkzeugmaschinensteuerung kommt es häufig vor, daß z. B. auf einen Geradenabschnitt ein exakter Kreisabschnitt auch ohne Winkelanschluß folgen soll. Diese Informationen sind als Befehle mit einzugeben.
  • So kann zu Beginn auf dem Lochstreifen das Kurvenzeichen G oder KO stehen, es folgen die Daten dxo und dyo, eines der vier Zeichen G, Km, K, oder Sm und weiter 4x, und 4y, usf. Ist an einem Stützpunkt das Zeichen K, oder Sm gegeben worden, so kann beim nächsten Punkt das Kurvenzeichen fehlen. Dann wird wie in F i g. 7 z. B. bei dem Kreis KO oder bei der Spirale Sm von Po bis zum Punkt P2 hin weiterinterpoliert. Beim Endpunkt der gesamten Interpolationsbahn wird das Zeichen E noch gespeichert zur Abschaltung der Anlage.
  • In der F i g. 8 sind noch einmal die Einheiten des Interpolators in einem Blockschaltbild zusammengefaßt. Das Steuerwerk bildet die zentrale Einheit. Es gibt die Befehle an die Lesevorrichtung zur Übertragung der Ix- und dy-Daten in den Speicher und zur Übermittlung des Kurvenzeichens Kz in das Steuerwerk. Der Speicher enthält eine Additionsvorrichtung, dirigiert vom Steuerwerk, so daß dem Kurvenzeichen entsprechend auch die Größen x2=dxl+dx, und y,=dy,+dys gebildet werden können, bezogen auf den jeweiligen Ausgangspunkt P". Ferner sind in der Speichereinheit Digital-_Analog-Wandler enthalten, die die Digitalgrößen x1, x2, y1, Y2 in analoge Spannungsgrößen umsetzen und in den Nachlaufrechner nach F i g. 6 übertragen. Das Steuerwerk schaltet im Nachlaufrechner an Hand des gerade vorliegenden Kurvenzeichens die erforderlichen Relaiskombinationen und gibt den Befehl an den Programmgeber zur Programmsteuerung des Nachlaufrechners. Sind die gesuchten Koeffizienten ermittelt, so wird dies dem Programmgeber gemeldet, der die berechneten Koeffizienten in den Führungsrechner nach F i g. 5 übertragen läßt und diesen einschaltet, so daß die Werkzeugmaschinensteuerung beginnt. Daraufhin erteilt der Programmgeber erforderlichenfalls den Befehl, daß der Nachlaufrechner noch den Winkel r1 bestimmt und speichert, worauf das Steuerwerk die Informationen für den nächsten Interpolationsabschnitt anfordert. Die Bestimmung der neuen Koeffizienten erfolgt dann wie beim ersten Abschnitt.
  • Hat der Führungsrechner alsdann den Punkt P1 erreicht, so wird dies dem Programmgeber angezeigt, der die neuen Koeffizienten sofort wieder vom Nachlaufrechner in den Führungsrechner übertragen läßt.
  • Hinsichtlich der mit dem Analogrechnerverfahren erzielbaren Genauigkeit, deren Grenze etwa bei 0,10/0 liegt, bleibt zu erwähnen, daß, abgesehen von der Möglichkeit, die Stützpunktdichte entsprechend den gestellten Forderungen anzupassen, noch eine Möglichkeit der digitalen Korrektur darin besteht, daß die von dem Lochstreifen zugeführten digitalen Informationen mit den von der Werkzeugmaschine tatsächlich erreichten Positionen bei jedem Stützpunkt verglichen und bei Abweichungen Korrekturbefehle erteilt werden.
  • Für die Werkzeugmaschine selbst sind in jedem Falle für die beiden Achsenrichtungen zwei Nachlaufregelkreise erforderlich. Wie die F i g. 8 zeigt, werden in den Vergleichs- und Korrektursystemen 11 die Führungsgrößen x und y mit den Rückführungen aus den Wegmessystemen 13 verglichen und die Signaldifferenzen an die Antriebssysteme _12 gegeben, die die Schlitten 14 bewegen. Beim Erreichen des Stützpunktes P1 können die Größen x und y noch mit den Sollgrößen x1 und y1 verglichen werden und von den Systemen 11 Korrekturbefehle erteilt werden.

Claims (6)

  1. Patentansprüche: 1. Interpolätor zur abschnittsweisen Erzeugung von ebenen Kurven, insbesondere zur Stetigbahnsteuerung von Werkzeugmaschinen, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, daß der Interpolator die beiden Koeffizienten b0 und c0 des natürlichen Polynomansatzes r°zo+bo.s+co-s2, d. h. Tangentenwinkel r als Polynom 2. Ordnung von der Bogenlänge s der zu interpolierenden Kurve, iterativ aus den in einem rechtwinkligen xy-Koordinatensystem vorgegebenen Daten zweier Stützpunkte P1 und P2 so ermittelt, daß die Interpolationskurve von einem vorgegebenen Stützpunkt Po aus mit einem Ausgangswinkel z0, der vom vorhergehenden Interpolationsabschnitt von P_1 bis Po übernommen wird, durch die beiden Stützpunkte P1 und P2 verläuft, dann mit Hilfe dieser ermittelten Koeffizienten b" und c, unmittelbar oder über Zwischenspeicherung die Bahn der zu steuernden Vorrichtung, insbesondere einer Werkzeugmaschine, von Po bis P1 steuert und anschließend für den nächsten Interpolationsbereich P1 bis P2 den Tangentenwinkel r1 übernimmt und die neuen Koeffizienten b1 und cl wieder iterativ aus den Daten der Stützpunkte P2 und des neu hinzugenommenen Punktes P3 ermittelt.
  2. 2. Interpolator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß für den ersten Interpolationsabschnitt bei Interpolationsbeginn, wenn der Tangentenwinkel a, noch unbekannt ist und nur die Daten der ersten drei Stützpunkte Po, P1 und P2 gegeben sind, der Interpolator die Größe to in der Form sin r0 und cos a0 sowie den Koeffizienten b, des natürlichen Polynoms z-ro +bo.s+ e,. S2 mit c0 gleich Null aus den Daten der Stützpunkte Pl und P2 ermittelt, so daß die Punkte Po bis P2 durch einen Kreisbogen verbunden werden, und nachfolgend die zu steuernde Vorrichtung von Po bis zum Punkt P1 hin steuert.
  3. 3. Interpolator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß wahlweise eine geradlinige Verbindung zwischen zwei Stützpunkten, eine Kreisverbindung zwischen zwei Stützpunkten mit Winkelanschluß im Ausgangspunkt des Interpolationsabschnitts oder eine Kreisverbindung zwischen drei Stützpunkten ohne Winkelanschluß im Ausgangspunkt des Interpolationsabschnitts erzeugt wird.
  4. 4. Interpolator nach den Ansprüchen 1 bis 3, gekennzeichnet durch einen Analogrechner mit insgesamt fünf Integratoren, zwei Multiplizierstufen und einer Vorzeichenumkehrstufe, der die Lösungskurven der folgenden gekoppelten Differentialgleichungen erzeugt:
  5. 5. Interpolator nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß wahlweise die Winkelgröße to in der Form sin z, und cos to sowie die Koeffizienten b, und c. mit Hilfe einer analogen Nachlaufregelschaltung iterativ so eingestellt werden, daß die Interpolationskurve vom Ausgangspunkt aus den nächstfolgenden oder auch den übernächsten Stützpunkt innerhalb eines vorgegebenen Toleranzbereiches erreicht.
  6. 6. Interpolator nach den Ansprüchen 1 bis 5, gekennzeichnet durch einen zusätzlichen Führungsrechner nach Anspruch 4, der das zu steuernde Objekt, insbesondere eine Werkzeugmaschine, kontinuierlich steuert, während der eigentliche Interpolator bereits die gewünschten Koeffiezienten für den nächsten Interpolationsabschnitt ermittelt. In Betracht gezogene Druckschriften: Britische Patentschrift Nr. 830 462; Technische Rundschau, 13. 9. 1957, S. 1 bis 5; 4. 7. 1958, S. 9 bis 15.
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE102007050282B4 (de) * 2006-11-09 2015-11-26 Sew-Eurodrive Gmbh & Co Kg Vorrichtung zur Bewegung eines Objektes, Verfahren zur Bestimmung einer Bahnkurve, Verfahren zum Betreiben einer Maschine oder Anlage

Citations (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
GB830462A (en) * 1955-04-27 1960-03-16 Emi Ltd Improvements relating to automatic control mechanism and interpolating devices therefor

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