DE1254791B - Anpastungsmittel fuer Pigmente - Google Patents
Anpastungsmittel fuer PigmenteInfo
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Description
B-UNDE&REPUBLIK !DEUTSCHLAND
Int. α.:
C09d
BEUTSCHES
PATENTAMT
C Q 3 D 17 /OO
Deutsche Kl.: 22 g-10/01
Nummer: 1254 791
Aktenzeichen: G 26894IV c/22 g
Anmeldetag: 21. April 1959
Auslegetag: 23. November 1967
^v
Die vorliegende Erfindung betrifft Anpastungsmittel für Pigmente zur Herstellung von Pigmentpasten
für den Einsatz in Lacken, aus welchen Schutz- und/oder Dekorationsüberzüge sehr- guter
Qualität erhalten werden können, die bekannten s Lacken überlegen sind.
Bisher wurden organische oder anorganische trockene Pigmente den für Schutz- oder Dekorationszwecke verwendeten Farben, Lacken, lithographischen
Tinten und anderen flüssigen Uberzugsmischungen einverleibt, indem das Pigment mit der
Uberzugsmischung (oder mit einer oder mehreren flüssigen Komponenten dieser Uberzugsmischung)
in einer Kugelmühle oder einer Dreiwalzenmühle vermählen wurde. Eine derartige Vorbehandlung
wurde als notwendig angesehen, um eine gründliche Dispergierung des Pigmentes zu gewährleisten.
Außerdem sollte dadurch die Bildung körniger oder fehlerhafter Überzüge vermieden und die ganze
Farbstärke des Pigmentes ausgenutzt werden.
Dieses Vermählen ist jedoch kostspielig und zeitraubend,
und es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, Pigmentpasten zu schaffen, die, wenn sie
den obengenannten Uberzugsmischungen direkt zugegeben werden (z. B. durch Einrühren), ohne daß
das bisher übliche Naßvermahlen angewendet werden muß, sich gut dispergieren lassen, eine gute
Farbstärke liefern und keine Körner und Fehler bilden.
Es ist auch schon bekannt, Pigmente mit Weichmachern, wie z. B. bestimmten Dicarbonsäureestern,
anzuteigen und die so vorgenetzten Pigmentmassen der Lackgrundlage zuzusetzen. Mit den zu diesem
Zweck verwendenden Weichmachern wurden jedoch ebenfalls keine befriedigenden Ergebnisse erzielt.
Durch die vorliegende Erfindung sollen nun verbesserte Anpastmittel geschaffen werden.
Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung von Pyrrolidonverbindungen der Formel
Anpastungsmittel für Pigmente
H2C
H2C
H2C
-CH2
\N/
C = O
in der R für Wasserstoff oder einen niedrigen AlkyloderAlkenylkohlenwasserstoffrestmit
L bis 4 Kohlenstoffatomen steht, als. Anpastungsmittel in gegebenenfalls filmbildende Bestandteile enthaltenden Pigmentpasten.
Anmelder:
General Aniline & Film Corporation,
New York, N. Y. (V. St. A.)
Vertreter:
Dr. E. Jung und Dr. V. Vossius, Patentanwälte,
München 23, Siegesstr. 26
Als Erfinder benannt:
Emil August Wich, Plainfield, N. J. (V. St. A.)
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 22. April 1958 (730 068)
Die Anpastungsmittel eignen sich besonders für trockene, feinzerteilte organische oder anorganische
Pigmente, die bisher zur Herstellung von Farben, Lacken und ähnlichen Uberzugsmischungen verwendet
wurden. Sie sind üblicherweise in feinzerteilter Form erhältlich und werden z. B. durch Ausfällung
aus einer Lösung, Anteigung, saures Verpasten und abschließendes Vermählen in trockenem
Zustand hergestellt. Die so erhaltenen trockenen pulverisierten Pigmente liegen in praktisch gleichmäßig
feinzerteilter Form vor. Erfindungsgemäß geeignete Pyrrolidonverbindungen sind z. B. 2-Pyrrolidon,
N-Methyl-, N-Äthyl-, N-Isopropyl-, N-Butyl-
oder N-Vinyl-2-pyrrolidon.
Die für eine bestimmte Menge an Pigment anzuwendende Menge an Pyrrolidonverbindungen sollte
wenigstens ausreichen, um eine nicht brechende Paste zu bilden (bestimmt mittels des Standard-
»Rub-out«-Testes, der allgemeinen zur Bestimmung der ölabsorption eines Pigmentes angewendet wird).
Die über dieses Minimum verwendeten Mengen an Pyrrolidon sind nicht entscheidend; der Einfachheit
und Wirtschaftlichkeit halber wird-^jedoch das
Pyrrolidon in einer Menge bis zum^-vierfachen
Gewicht des Pigmentes und vorzugsweise.,in,- einer
Menge von 1 bis 3 Gewichtsteilen je^Gewichtsteil Pigment verwendet. ^-
709 6S7/479
Die erhaltenen Pasten, die im wesentlichen aus einer Mischung aus Pigment und Pyrrolidon bestehen,
erfordern kein Verreiben, sondern bilden unter einfachem Rühren eine gleichmäßige Paste,
die direkt in filmbildende Uberzugsmischungen einverleibt werden kann.
Filmbildende Überzugsmischungen, denen die erfindungsgemäßen Pigmentpasten zugegeben werden
können, sind z. B. Spritlacke, Zaponlacke, trocknende öle, Cellulosenitrat- oder Celluloseacetatlacke,
lithographische Farbstoffe für Drucktinten, wäßrige Emulsionen aus natürlichem oder künstlichem
Latex oder wäßrige Lösungen, die wasserlösliche Bindemittel (wie z. B. Leim, Casein, Methylcellulose,
Polyvinylalkohol, Carboxymethylcellulose u. dgl.) enthalten und in Wasserfarben verwendet
werden. Die Pigmentpasten werden diesen Mischungen einverleibt, indem man einfach die Paste zu der
Uberzugsmischung zugibt und so lange rührt, bis eine gleichmäßige Mischung erhalten wird, oder
indem man die Pigmentpaste und das Pyrrolidon erst in einem mit der Uberzugsmischung verträglichen
Lösungsmittel löst und die erhaltene Aufschlämmung in die Uberzugsmischung einrührt.
Die Menge an Pyrrolidonverbindung in den Pasten, die den Uberzugsmischungen einverleibt
werden, kann innerhalb eines großen Bereiches variieren. Im allgemeinen sollte die Menge an
Pyrrolidonverbindung nicht wesentlich mehr als 10 Gewichtsprozent der nichtflüchtigen filmbildenden
Bestandteile der Uberzugsmischung betragen.
Die erfindungsgemäß verwendeten Pyrrolidonverbindungen sind hochsiedende Flüssigkeiten, die
beim Trocknen in dem von der Uberzugsmischung gebildeten Film verbleiben und als Weichmacher
für die wasserlöslichen Bindemittel oder organischen, nicht wäßrigen, filmbildenden Komponenten, die
beim Trocknen einen kontinuierlichen Film liefern, dienen.
Die erfindungsgemäß verwendeten Pyrrolidonverbindungen ergeben überraschenderweise farbstärkere
überzüge als die aus der deutschen Patentschrift 704 773 bekannten Anpastmittel. Es ist zwar
bekannt, daß man Lactame als Hilfsmittel zur Einverleibung von Füllstoffen in Kautschukmassen verwenden
kann, um ein anschließendes Verwalzen zu erleichtern. Aus dieser Literaturstelle kann jedoch
die besonders gute Brauchbarkeit der erfindungsgemäß zu verwendenden Pyrrolidonderivate zum
Anpasten von Pigmenten nicht abgeleitet werden. Gegenüber pigmentierten Lacken, die durch direkte
Zugabe des Pigmentes zum Lack erhalten werden, ergibt sich erfindungsgemäß der Vorteil, daß auf
eine Naßvermahlung, die bei einer derartigen Lackherstcllung sonst notwendig ist, verzichtet werden
kann, ohne daß ein Absinken der Farbstärke der hergestellten Überzüge eintritt.
Die nachfolgenden Beispiele dienen zur Erläuterung des erfindungsgemäßen Verfahrens. Wenn nicht
anders angegeben, sind die genannten Teile und Prozente Gewichtsteile bzw. Gewichtsprozente.
2Teile Karminpigment, welches durch Kupplung
von diazotiertem o-Anisidin-5-sulfondiäthylamid mit'
2 - Oxy - 3 - naphthoesäure - 5' - chlor - 2',4' - dimethoxyanilid hergestellt worden war, wurde durch Rühren
mit 3 Teilen N-Vinyl-2-pyrrolidon vermischt, bis eine praktisch gleichmäßige Mischung erhalten
wurde. Diese Mischung wurde zu 100 Teilen eines Nitrocelluloselackes der folgenden Zusammensetzung
zugegeben:
27 Teile RS-Nitrocellulose ('/2 see),
12.4 Teile Glycerinphthalatalkydharz,
14.5 Teile Äthanol,
9,5 Teile Butanol,
9,5 Teile Butanol,
15,7 Teile Äthylacetat,
6.5 Teile Butylacetat,
6.6 Teile Xylol,
7.7 Teile Dibutylphthalat.
Die Mischung wurde gerührt, bis sie gleichmäßig war, und der erhaltene Lack wurde auf eine Aluminiumfolie
aufgetragen und trocknen gelassen. Der überzug zeigte eine leuchtend karminrote
Tönung und war praktisch frei von sichtbaren' Fehlern.
Zur Kontrolle wurden 2 Teile des gleichen Pigmentes direkt mit 100 Teilen des gleichen Lackes vermischt
und die Mischung in ähnlicher Weise auf eine Aluminiumfolie aufgetragen. Der erhaltene
überzug zeigte eine sehr helle rosa Färbung und viele sichtbare Flecken und Fehler.
25 Teile Kupferphthalocyanin-Blau wurden mit
75 Teilen N-Vinyl-2-pyrrolidon vermischt und die Mischung so lange gerührt, bis sie praktisch gleichmäßig
war. 5 Teile der erhaltenen Mischung wurden dann zu 100 Teilen des im Beispiel 1 beschriebenen
Nitrocelluloselackes zugegeben und so lange geschüttelt, bis sie gleichmäßig vermischt waren;
darauf wurde der Lack auf eine Aluminiumfolie aufgetragen. Man erhielt eine leuchtendblaue Färbung,
die keine Fehler aufwies und die volle Farbstärke besaß.
Ähnliche Ergebnisse wurden erzielt, wenn man ein Kupferphthalocyaninpigment verwendete, welches
zur Verminderung der Kristallisierungsneigung vorbehandelt worden war; in diesem Fall betrug
das Verhältnis des Pigments zum N-Vinyl-2-pyrrolidon
35 : 65 anstatt 25 : 75.
Auf ähnliche Weise wurde ein leuchtendgrüner überzug auf einer Aluminiumfolie hergestellt, indem
man an Stelle des Kupferphthaloxyanin-Blaus chloriertes
Kupferphthalocyanin-Grün verwendete, welches etwa 15 Chloratome je Molekül enthielt; in
diesem Fall betrug das Verhältnis des Pigmentes zur Pyrrolidonverbindung 40 : 60.
B e i s ρ i e 1 3
Erfindungsgemäß wurde eine Reihe von Pigmenten
mit N-Vinylpyrrolidon vermischt, um Pasten zu
bilden, die zu Nitrocellulose- und Vinylharzlacken zugegeben werden können. Es wurden die folgenden
Pigmente verwendet:
1. Gelbe Kondensationsprodukte von 2-Oxynaphaldehyd mit Hydrazin;
2. gelbes Monoazopigment, welches durch Kuppeln von diazotiertem p-Chlor-o-nitranilin mit Acetoacet-o-chloranilid
erhalten wurde;
3. Eisenoxidgelb;
4. Bleichromatmolybdat;
5. oranges Disazopigment, welches durch Kuppeln von tetrazotiertem 2,2'-Dichlorbenzidin mit
l-Phenyl-3-methylpyrazolon-S erhalten wurde;
6. roter Bariumlack eines Azofarbstoffes, erhalten durch Kuppeln von diazotierter m-Toluidinsulfonsäure
mit ^-Naphthol; '
7. rotes Pigment, erhalten durch Kuppeln von diazotierten! 2-Amino-3-chloranthrachinon mit
2-Hydro-2-naphthoesäure-o-anisidid;
8. roter Calciumlack eines Azofarbstoffes, erhalten durch Kuppeln von diazotierter 6-Amino-4-chlor-m-toluolsulfonsäure
mit 2-Oxy-3-naphthoesäure;
9. rotes Azopigment, erhalten durch Kuppeln von diazotiertem 5-Chlor-o-anisidin mit 2-Oxy-3-naphthoesäure-m-nitranilid;
10. das Karmin-Azopigment des Beispiels 1;
11. rotes Azopigment, erhalten durch Kuppeln von tetrazotiertem Dianisidin mit l-Phenyl-3-methylpyrazolon-5;
12. Kupferphthalocyanin-Blau (Beispiel 2);
13. chloriertes Kupferphthalocyanin - Grün (Beispiel
2).
Diese Pigmente wurden in Verhältnissen zwischen 1 und 3 Gewichtsteilen Pyrrolidonverbindung je
Gewichtsteil Pigment mit N-Vinyl-2-pyrrolidon wie folgt vermischt:
| Verhältnis von Pigment | 75 | |
| 1 igment | zu Pyrrolidonverbindung | 75 |
| 1 | 25 | 75 |
| 2 | 25 | 50 |
| 3 | 25 | 75 |
| 4 | 50 | 63 |
| 5 | .25 | 75 |
| 6 | 37 | 75 |
| 7 | 25 | 75 |
| 8 | 25 | 75 |
| 9 | 25 | : 75 |
| 10 | 25 | : 65 |
| 11 | 25 | : 65 |
| 12 | 35 | |
| 13 | 35 |
35
40 Zur Herstellung von Nitrocelluloselacken aus
den Pigment-Pyrrolidon-Mischungen des Beispiels 3 wurden die Pasten erneut mit einem Lösungsmittel
der folgenden Zusammensetzung verdünnt:
40 Teile Methanol,
27 Teile Äthanol,
18 Teile Toluol,
15 Teile Äthylacetat.
27 Teile Äthanol,
18 Teile Toluol,
15 Teile Äthylacetat.
Bei jedem Pigment wurde 1 Teil der Paste· mit 20 Teilen Lösungsmittel verdünnt; bei Pigment 10
wurden 0,5 Teile und 2 Teile der Paste mit 20 Teilen Lösungsmittel verdünnt. Die erhaltenen verdünnten
Pigmentpasten wurden dann zu jeweils 40 Teilen Nitrocelluloselack der Zusammensetzung des Beispiels
1 zugegeben. Die erhaltenen pigmentierten Lacke wurden geschüttelt, bis sie gleichmäßig vermischt
waren, und dann auf Aluminiumfolien aufgetragen. Nach 57 Tagen und dann nach weiteren
63 Tagen wurden weitere überzüge auf Aluminiumfolien hergestellt. Danach wurden die Lackproben
auf Eindickung und Kristallisation untersucht. Die Proben blieben jedoch dünnflüssig oder sehr dünnflüssig,
waren leicht gießbar, und die Pigmente kristallisierten nicht. Verglichen mit den anfangs
erzielten Farbtönen waren die nach l20tägigem Stehen des Lackes erzielten Färbungen wenigstens
gleich stark und im allgemeinen sogar stärker. Es trat keine übermäßige Pigmentabtrennung ein. Es
wurde eine volle Farbstärke erzielt, obgleich der Lack oder seine Komponenten nicht verrieben
worden waren.
Ähnliche Ergebnisse wurden erzielt, wenn zur Herstellung der Nitrocelluloselacke N - Methyl-2-pyrrolidonpasten
oder 2-Pyrrolidonpasten verwendet werden.
Claims (2)
- Patentansprüche:
1. Verwendung von Pyrrolidonverbindungender Formel45Die Pasten wurden gerührt, bis sie praktisch gleichmäßig waren, 57 Tage stehengelassen, untersucht, weitere 63 Tage stehengelassen und erneut auf ihre Abtrennung und Kristallisation untersucht. Mit Ausnahme von Pigmenten 1 und 2, die eine deutliche Abscheidung zeigten, traten nur leichte Abscheidungen auf. Mit Ausnahme von Pigment 2, welches nach 120 Tagen eine gewisse Kristallisation zeigte, waren die Pigmente nicht kristallin. Alle Pasten konnten zu Überzugsmischungen, wie z. B. den Nitrocellulose- und Vinylharzlacken der Beispiele 4 und 5, zugegeben werden.Wenn man 2-Pyrrolidon oder N-Methyl-2-pyrrolidon an Stelle des N-Vinyl-2-pyrrolidons verwendet, so werden Pigmentpasten mit ähnlichen Eigenschaften erhalten.H2C
H2CCH2
C = Oin der R für Wasserstoff oder einen niedrigen Alkyl- oder Alkenylkohlenwasserstoffrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen steht, als Anpastungsmittel für Pigmente zur Herstellung von gegebenenfalls filmbildende Bestandteile enthaltenden Pigmentpasten. - 2. Verwendung von Pyrrolidonverbindungen nach Anspruch 1 in einer Menge von 1 bis 3 Gewichtsteilen je Gewichtsteil Pigment.In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 704 773, 818 042;
britische Patentschrift Nr. 786 777;
französische Patentschrift Nr. 883 763;
USA.-Patentschrift Nr. 2 550 363.Bei der Bekanntmachung der .Anmeldung sind zwei Färbetafeln mit Erläuterungen ausgelegt worden.
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