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Verfahren zum ganzen oder auszugsweisen Abdruck einer Druckform und
Rotationsvervielfältiger zur Durchführung des Verfahrens Die Erfindung betrifft
ein Verfahren zum ganzen oder auszugsweisen Abdruck einer Druckform, bei dem mittels
den Zeilen und/oder Spalten einer Druckform zugeordneter Schaltkontakte Elektromagneten
erregt werden, die den Abdruck der betreffenden Zeile bzw. Spalte bewirken und einen
Rotationsvervielfältiger zur Durchführung des Verfahrens.
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Bei den bekannten Vervielfältigern dieser Art werden die Elektromagnete
ausschließlich zum Gegeneinanderschwenken der Druckelemente verwendet. Wegen der
beträchtlichen, dabei zu beschleunigenden Massen kann eine solche Maschine nur mit
beschränkter Geschwindigkeit arbeiten. Sie muß trotzdem entsprechend stabil ausgebildet
und geräuschgedämpft sein.
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Demgegenüber erfolgt gemäß der Erfindung der Abdruck mittels einer
magnetischen Druckfarbe, die in bekannter Weise Magnetteilchen, vorzugsweise Magnetpigmentteilchen,
enthält, und die im wesentlichen berührungsfrei erfolgende Übertragung der Farbe
vom Farbwerk auf die Druckform und/oder von der Druckform auf den Druckträger und/oder
von der Druckform auf einen Zwischendruckträger wird mit Hilfe eines zeilen- und/oder
spaltenweise einschaltbaren Magnetfeldes gesteuert. Die übertragung kann sowohl
im magnetischen Gleichfeld als auch in einem magnetischen Wechselfeld erfolgen.
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Bei dieser Anordnung sind außer der Farbe selbst keine Massen zu beschleunigen.
Die Druckan- und -abstellung geht daher mit äußerster Schnelligkeit vor sich, und
der Druckzylinder kann mit gegenüber kontinuierlich arbeitenden Rotationsvervielfältigungsmaschinen
nahezu unverminderter Geschwindigkeit umlaufen. Die Maschine braucht hierzu nicht
besonders kräftig ausgebildet zu werden, zumal auch der sonst zwischen Druckzylinder
und Druckträger erforderliche Anpreßdruck entfällt. Falls zusätzlich zur Steuerung
des Farbüberganges von der Druckform auf den Druckträger oder statt dessen der Farbübergang
vom Farbwerk auf die Druckform durch den erfindungsgemäßen Magneten gesteuert wird,
ergibt sich noch der weitere Vorteil, daß sich an den nicht zum Abdruck kommenden
Stellen der Druckform keine überschüssige Farbe aufbauen kann.
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Das erfindungsgemäße Verfahren zum ganzen oder teilweisen Abdruck
einer Druckform läßt sich grundsätzlich auf jedes bekannte Druckverfahren anwenden.
Insbesondere können auch elektrophotographische oder ähnliche Druckformen zur Anwendung
kommen, die eine bildmäßig unterschiedliche Adhäsionskraft auf ein Tonerpulver ausüben,
das in bekannter Weise magnetisch beeinflußbare Bestandteile enthält.
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Besonders vorteilhaft ist es aber, wenn als Druckform eine leicht
herstellbare und von Natur aus einen schnellen Farbübergang gewährleistende lithographische
Flachdruckform oder eine ohnehin mit Magnetdruckfarbe arbeitende Magnetdruckform
verwendet wird. Bei Anwendung dieser Druckprozesse läßt sich vor allem auch eine
allen Anforderungen genügende Druckqualität erzielen.
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Zweckmäßigerweise wird in beiden Fällen die Druckform in vom lithographischen
Flachdruck bekannter Weise vor dem Einfärben gefeuchtet. Beim Flachdruck wird bekanntlich
durch die Feuchtung die bildmäßige Einfärbung der Druckform gesteuert. Im Falle
der Magnetdruckform, bei der die bildmäßige Einfärbung durch deren unterschiedliche
Feldstärke gesteuert wird, können infolge der Feuchtung Druckform und Druckträger
einander bis zur gegenseitigen Berührung genähert und der den Systemdruck steuernde
Magnet kann entsprechend schwach ausgebildet werden. Infolge der Feuchtung kann
kein Farbübergang durch reine Adhäsion, d. h. bei nicht eingeschaltetem Übertragungsmagneten,
erfolgen.
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Bei dem erfindungsgemäß vorgeschlagenen magnetischen Systemdruckverfahren
können entweder Magnetdruckfolien, normale Offsetfolien oder unbeschichtete Träger
verwendet werden. Die Magnetdruckfolien bestehen aus einem Träger, der mit einer
Schicht bedruckt ist, die aus einem pauschal hartmagnetischen Werkstoff und einer
filmbildenden Substanz
besteht. Die Beschriftung erfolgt entweder
über einen magnetischen Schreibgriffel oder durch Bestrahlung mit ultrarotem Licht
im Schattenverfahren unter Ausnutzung des Curiepunktes der magnetischen Schicht.
Die Herstellung einer normalen Offsetfolie erfolgt nach dem bekannten Verfahren,
z. B. durch Schreibmaschinenbeschriftung oder optisch. Unbeschichtete Träger werden
von Hand oder mit der Schreibmaschine mit einer hochpermeablen, weichmagnetischen
Farbe beschriftet.
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Die Einfärbung der bildmäßig magnetisierten Magnetdruckfolie wird
berührungslos im Eigenfeld der Folie durchgeführt, dagegen erfolgt -der 'Übergang
der magnetischen Farbe auf eine unbeschichtete Folie, die mit einer hochpermeablen,
fest haftenden Substanz bildmäßig beschriftet ist, berührungslos in einem magnetischen
Fremdfeld.
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Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung gehen die Schaltimpulse
zur Steuerung des Magnetfeldes in an sich bekannter Weise von einem der Druckform
zugeordneten Steuermittel aus, wobei ein spaltenweise unterteiltes Magnetfeld jeweils
zeilenweise gesteuert wird und die Wahl der abzudruckenden Spalten und/oder Zeilen
vorzugsweise durch tastengesteuerte Kontakte erfolgt.
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Die in Zeilen und Spalten gegliederten Bereiche der Druckform, die
zum Abdruck kommen sollen, werden also lediglich durch Betätigung einer Taste od.
dgl. vorgewählt. Beim Vorbeigang der betreffenden Zeile an der Übergangsstelle der
Farbe vom Druckzylinder auf den Druckträger wird dann durch den der Druckform zugeordneten
bzw. synchron mit ihr umlaufenden Schaltkontakt der der gewünschten Spalte zugeordnete
Teil des Übertragungsmagneten erregt, so daß ausschließlich der vorgewählte Abschnitt
der gewünschten Zeile zum Abdruck kommt. Auf diese Weise läßt sich jedes beliebige
Schriftstück auszugsweise abdrucken. Zum Beispiel kann eine Händlerrechnung mit
Preisen und Rabatten als Kundenrechnung ohne Rabatte, als Lieferschein ohne Preise,
als Lagerentnahmeschein ohne Preise und Adressen usw. ausgedruckt werden.
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Die Vonvähltasten können beispielsweise als Doppelfunktionstasten
ausgebildet sein, die nach einmaligem Drücken in Arbeitsstellung bleiben und durch
nochmaliges Drücken wieder gelöst werden. Sehr zweckmäßig ist im vorliegenden Zusammenhang
auch ein Tastenfeld, das eine zentrale Lösetaste aufweist. Sie gestattet nach Herstellung
aller von einer Kombination benötigten Abdrucke eine Löschung dieser Kombination
mittels eines einzigen Tastendruckes, worauf eine neue Kombination eingetastet werden
kann.
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Wenn, wie im obengenannten Fall, nur jeweils der kleinere Teil der
in einem kompletten Formular enthaltenen Angaben beim Abdruck nicht erscheinen soll,
kann sich auch eine Tasten- bzw. Schalteranordnung empfehlen, bei der alle Stellen
zum Abdruck kommen, deren zugeordnete Taste nicht betätigt wurde. Die neue Kombination
läßt sich dann unter Umständen schon durch Betätigen oder Lösen einer einzigen Taste
herstellen. Natürlich kann bei einfacheren Maschinen die Einstellung der Vorwahlkontakte
auch mit Hilfe von Stöpseln, Kippschaltern od. dgl. erfolgen. Andererseits kann
die erfindungsgemäße Systemdruckvorrichtung auch mit mechanischen oder elektronischen
Speichern kombiniert werden, die sämtliche zum Abdruck vorgesehenen Kombinationen
sowie die Zahl der jeweils gewünschten Abdrucke speichern, die dann automatisch
nacheinander ausgeführt werden.
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Gemäß einem anderen erfindungsgemäßen Vorschlag steuern die Schaltimpulse
zur Steuerung des Magnetfeldes gleichzeitig den Vorschub des Druckträgers. Dieses
Verfahren, mittels dessen auf der Druckform voneinander entfernt liegende Zeilen
oder Abschnitte auf dem Druckträger einander genähert werden können, kann insbesondere
zur Herstellung von Unterlagen für die Arbeitssteuerung dienen. Zum Beispiel können
der Kopf sowie ausgewählte Zeilen einer Fertigungsstückliste in gedrängter Form
bzw. unmittelbarer Aufeinanderfolge auf Arbeitsbegleitkarten, Materialentnahmescheinen,
Akkordabrechnungen usw. erscheinen. Statt dessen können natürlich auch unzutreffende
Absätze aus Schemabriefen weggelassen und die zutreffenden Absätze in lückenloser
Folge wiedergegeben werden.
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Der Vorschub des Druckträgers kann dabei auf verschiedene Weise erfolgen.
Zum Beispiel kann der Druckträger durch ein magnetisches Schrittschaltwerk fortgeschaltet
werden, dessen Magnetspule durch den Strom des Übertragungsmagneten erregt wird.
Vorzugsweise soll aber durch die Schaltimpulse eine Schaltkupplung für die Transporteinrichtung
des Druckträgers betätigt werden. Dadurch ist gewährleistet, daß zwischen Druckträger
und Druckform im Augenblick des Farbüberganges keine die Schärfe des Abdruckes beeinträchtigende
Relativgeschwindigkeit auftritt. Die Anfangsbeschleunigung der Transporteinrichtung
fällt dabei in die Zeilenzwischenräume, in denen der gleichzeitig eingeschaltete
Übertragungsmagnet auf der Druckform keine Farbe vorfindet.
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Farbübergang und Papiertransport werden also in einfachster Weise
durch einen einzigen, von einem synchron mit der Druckform bewegten Schalter ausgehenden
Impuls gesteuert. Kommen nicht alle Zeilen der Druckform zum Abdruck, so bleibt
dabei natürlich der Druckträger in seiner Bewegung hinter der Druckform zurück.
Damit er trotzdem zur Gänze durch die Maschine gefördert und in die Ablage ausgestoßen
wird, soll erfindungsgemäß die Druckform so lange in ihrer Ausgangsstellung festgehalten
werden, bis der nächste Druckträger seine Ausgangsstellung erreicht hat.
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Erfindungsgemäß ist ferner ein Rotationsvervielfältiger zur Durchführung
des Verfahrens dadurch gekennzeichnet, daß an der Stelle des Farbüberganges zwischen
Druckform und Druckträger und/oder vom Farbwerk zur Druckform und/oder von der Druckform
auf einen Zwischendruckträger ein Elektromagnet angeordnet ist.
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Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung soll als Druckform
der Formzylinder oder Offsetzylinder einer Offsetmaschine oder die Magnetdruckform
einer Magnetdruckmaschine dienen. Vorteilhaft enthält der Rotationsvervielfältiger
eine Magnetdruckform und in vom lithographischen Flachdruck bekannter Weise ein
Feucht- und Farbwerk zur Einfärbung der Magnetdruckform.
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Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung ist der Elektromagnet linealförmig
ausgebildet. Um ein möglichst homogenes Magnetfeld zu erhalten, empfiehlt es sich,
einen linealförmigen Elektromagneten außerhalb und einen weiteren innerhalb des
die Druckform tragenden Zylinders anzuordnen, wobei
vorzugsweise
beide Magneten durch ein magnetisches Joch verbunden sind.
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Nach einem anderen erfindungsgemäßen Vorschlag kann der linealförmige
Elektromagnet aus ringförmigen, einen Spalt aufweisenden Magneten gebildet sein.
Durch geeignete, aus der Magnettontechnik bekannte Ausführung des Spaltes gelingt
es, die Feldlinien aus dem Spalt austreten zu lassen. Die Feldlinien, die auf die
Magnetpigmente einwirken, wechseln beim Vorbeigehen ihre Richtung. Da eine gewisse
Zeit zwischen der Magnetisierung des Pigmentes und dem Farbübergang vergeht, läßt
sich durch entsprechende Abstimmung der Druckgeschwindigkeit mit den geschwindigkeitsabhängigen
Bremskräften der Farbe erreichen, daß die Zeit des Wechsels der Feldlinienrichtung
und die Zeit zwischen Magnetisierung und Farbübergang von gleicher Größenordnung
sind. Der Farbübergang erfolgt dann im Magnetfeld zu einem Pol des Ringmagneten.
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Nach einem weiteren erfindungsgemäßen Vorschlag sind mehrere um eine
Achse drehbare Elektromagneten mit dem Druckzylinder gekuppelt. Insbesondere können
mehrere nach Art eines Elektromotorankers angeordnete Magneten einen Papiertransportzylinder
bilden, der in an sich bekannter Weise mit einem kurvengesteuerten Greifer ausgestattet
ist. Dadurch, daß sich bei dieser Ausführungsform die Elektromagneten mit dem Druckträger
bewegen, läßt sich auch mit stark inhomogenen Magnetfeldern unabhängig von der jeweiligen
Druckgeschwindigkeit ein völlig verwischungsfreier Abdruck erzielen. Anderseits
lassen sich inhomogene Felder auch auf beschränktem Raum in beträchtlicher Stärke
erzeugen.
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Besonders günstig ist es, wenn die einzelnen Elektromagneten an die
Segmente eines Kollektors angeschlossen sind, dem eine Schleifbürste od. dgl. anliegt.
Es wird dann jeweils nur der Elektromagnet erregt, der gerade der Abdruckstelle
gegenüberliegt.
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Im Falle des magnetgesteuerten Farbüberganges vom Farbwerk auf die
Druckform ist es vorteilhaft, wenn der Steuermagnet als Farbwalze ausgebildet ist.
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Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist ferner der
Elektromagnet spaltenweise unterteilt, wobei die einer Spalte zugeordneten Teilmagneten
jeweils unabhängig voneinander schaltbar sind. Des weiteren sind ein in einem ganzzahligen
Übersetzungsverhältnis mit dem Druckzylinder gekuppeltes Steuermittel, vorzugsweise
ein über Kontakte gleitender Kontaktfinger, zur zeilenweisen Steuerung des den Farbübergang
steuernden Elektromagneten oder mehrere jeweils einen einer Spalte zugeordneten
Elektromagneten zeilenweise schaltende Steuermittel vorgesehen.
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Der erfindungsgemäße Rotationsvervielfältiger soll außerdem in an
sich bekannter Weise durch Tasten oder dergleichen betätigbare Kontakte zur Wahl
der abzudruckenden Zeilen und/oder Spalten aufweisen.
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Um auch bei fest angeordnetem Übertragungsmagnet einen völlig verwischungsfreien
Abdruck zu gewährleisten, wird erfindungsgemäß ferner vorgeschlagen, sowohl die
bewegte Druckform als auch den Druckträger während der Übertragung der Farbe stillzusetzen.
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Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens
ist dadurch gekennzeichnet, daß das Druckwerk mittels einer von einem der Druckform
zugeordneten Schaltmittel gesteuerten Magnetkupplung mit einem ständig umlaufenden
Antrieb gekuppelt ist und daß ein synchron mit dieser Kupplung gesteuertes Bremsmittel
für das Druckwerk vorgesehen ist.
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Erfindungsgemäß wird ferner eine Vorrichtung vorgeschlagen, bei der
die magnetische Übertragung der Farbe zwischen einer Druckform und einem Zwischendruckträger
vor sich geht, und die einen Übertragungsmagneten zur Übertragung der Druckfarbe
vom Formzylinder mit dem Gummituchzylinder aufweist.
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Bei dieser Anordnung bleiben die bewährten Elemente des Offsetdruckes,
insbesondere die Steuerung der Farbgebung durch Feuchtung der Druckform, sowie die
auch auf extrem rauhe oder steife Druckträger anwendbare Übertragung der Farbe mittels
des elastischen Gummituches völlig unverändert. Trotzdem kann, insbesondere wenn
eine magnetische Reinigungsvorrichtung zur Reinigung des Gummituchzylinders vorgesehen
ist, die den Gummituchzylinder im Laufe einer Umdrehung zu reinigen vermag, der
Abdruck in der erfindungsgemäßen Weise gesteuert werden. Dabei kann, im Gegensatz
zum normalen Offsetdruck, kein Feuchtmittel auf den Druckträger und kein Papierstaub
in den Feuchtmittelbehälter gelangen.
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Der Übertragungsvorgang kann noch dadurch unterstützt werden, daß
mindestens einer der an der magnetischen Übertragung dei Druckfarbe beteiligten
Zylinder einen elastischen Bezug aufweist, über den eine magnetisierbare Folie gespannt
ist. Haben nun die beiden an der magnetischen Übertragung der Druckfarbe beteiligten
Zylinder einen geringen Luftabstand oder berühren sich zwei gefeuchtete Zylinder
ohne nennenswerten Anpreßdruck, so wird nach dem Einschalten des magnetischen Steuerfeldes
die über die elastische Unterlage gespannte, magnetisierbare Folie durch die auftretenden
Magnetkräfte so weit verformt, daß Berührung bzw. ein Anpreßdruck entsteht, wodurch
der Farbübergang unterstützt oder ermöglicht wird. Mittels dieser magnetisierbaren,
über eine elastische Unterlage gespannten Folie kann die erfindungsgemäße Systemdrucksteuerung
auch mit einer schwach magnetischen oder sogar mit einer selbst nicht magnetisierbaren
Druckfarbe durchgeführt werden.
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In der Zeichnung sind einige Ausführungsformen der Erfindung beispielsweise
dargestellt, und zwar zeigt F i g. 1 die Gesamtansicht eines erfindungsgemäßen Rotationsvervielfältigers
in schematischer Darstellung, F i g. 2 einen Schnitt durch den Druckzylinder und
den Übertragungsmagneten, F i g. 3 einen weiteren erfindungsgemäßen Rotationsvervielfältiger,
F i g. 4 eine als Farbwalze ausgebildete Magnetanordnung, F i g. 5 eine aus ringförmigen
Magneten gebildete Magnetanordnung, F i g. 6 die Steuerung des Farbüberganges zwischen
Formzylinder und Gummituchzylinder und F i g. 7 einen Rotationsvervielfältiger mit
während des Stillstandes erfolgender Farbübertragung.
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Gemäß F i g. 1 ist auf einem auf einer Achsel a gelagerten
Formzylinder 1 mittels einer Spannvorrichtung 2 eine Flachdruckfolie 3 befestigt.
Der
Flachdruckfolie 3 liegt eine Auftragswalze 4 an, die
von einer Duktorwalze 5 aus einem Farbspeicher 6 über eine Heberwalze 7 mit Farbe
versorgt wird. Die Duktorwalze 5 kann zur Regulierung der Farbgabe in der üblichen
Weise mit einem regulierbaren Schrittschaltwerk versehen sein. Ebenso soll der Heber
in bekannter Weise zur intermittierenden Farbübertragung eine oszillierende Bewegung
ausführen.
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Ferner ist eine Feuchtwalze 8 vorgesehen, die in eine Feuehtwanne
9 eintaucht und gleichzeitig der Auftragswalze 4 anliegt. Dadurch überträgt die
Auftragswalze 4 in ebenfalls bekannter Weise die Feuchtigkeit als über der Farbe
liegende Haut auf die Flachdruckfolie 3.
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Mit 10 ist ein auf einer Achse 10a gelagerter Gummituchzylinder
bezeichnet, auf den mittels einer Spannvorrichtung 11 ein Gummituch 12 aufgespannt
ist. Drehfest mit dem Gummituchzylinder 10 ist eine Seilrolle 13 verbunden, die
durch eine elastische Peese oder eine Antriebskette 14 mit einer weiteren
Seilrolle 15 gekuppelt ist.
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Auf der Welle 40 dieser Seilrolle sind Kontaktfinger 16a bis 16d befestigt,
von denen einer in der Zeichnung sichtbar ist. Er schleift über gestenfest angeordnete
Kontakte 17a bis 17c und stellt dadurch zeitweise eine leitende Verbindung zwischen
einem Leiter 18 und den Leitern 19 a bis 19 c her. Die Leiter 19 a bis 19 c sind
jeweils durch einen Schalter 20 a bis 20c mit einem Leiter 21 einer aus den beiden
Leitern 21, 22 bestehenden Gleichspannungsversorgung verbunden. Zur Betätigung der
Schalter 20 a bis 20c sind Tasten T 1 bis T 3 od. dgl. vorgesehen.
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Ferner ist in F i g. 1 ein Papierstapeltisch 23 mit einem darauf ruhenden
Papierstapel 24 schematisch dargestellt. Dem Papierstapel liegt ein Streichanleger
25 auf, der in bekannter Weise eine oszillierende Bewegung ausführt und jeweils
bei seiner Bewegung von links nach rechts, bei dem seine Anlegerolle mittels eines
Freilaufes gesperrt ist, einen Papierbogen 102 zwischen die Förderwalze 26 und 27
befördert.
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Die Förderwalzen 26 und 27 sind, ebenso wie die Förderwalzen 28 und
29, durch ein nicht dargestelltes Getriebe mit dem Gummituchzylinder 10 in der Weise
verbunden, daß dem Papierbogen 102 eine der Umfangsgeschwindigkeit des Gummituchzylinders
entsprechende Geschwindigkeit erteilt wird. Es gleitet dabei über eine Papierauflage
30, die im vorliegenden Fall so angeordnet ist, daß das Papier im wesentlichen berührungslos
unter dem Gummituchzylinder 10 hindurchgeführt wird. Ferner ist ein Papierablagefisch
31 vorgesehen, der die von den Rollen 28, 29 ausgestoßenen. bedruckten Papierbogen
aufnimmt.
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Gemäß F i g. 1 und 2 ist an der Stelle, an der die Papierbbahn den
geringsten Abstand vom Gummituchzylinder 10 hat, ein aus einem Kern 32 und aus den
Spulen 33 a bis 33 d bestehender Elektromagnet angeordnet. Er ist
mittels magnetischer Jochstücke 32a und 32b mit der Hohlachse 10a des Gummituchzylinders
10 verbunden, die ihrerseits an einem Maschinengestell 34 befestigt ist.
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über die Hohlachse 10a sind ferner weitere, aus den Kernen
35 a bis 35 d und den Spulen 36 a bis 36 d
bestehende
Elektromagneten gesteckt und beispielsweise mittels der Madenschrauben 37 a bis
37 d befestigt. Die Stromrichtung in den Spulen 33a bzw. 36a ist so gewählt, daß
sich an den Polschuhen 32c bis 32f Südpole ausbilden, wenn die Polschuhe
35e bis 35h als Nordpole wirken und umgekehrt. Auf diese Weise bildet sich, insbesondere
wenn der Gummituchzylinder 10 aus einem zweckentsprechenden, vorzugsweise hochpermeablen
Material besteht, an der Farbübergangsstelle vom Gummituchzylinder zum Papier ein
weitgehend homogenes Magnetfeld aus, wobei sich der magnetische Fluß der Gesamtanordnung
in günstiger Weise durch die Jochstücke 32a und 32 b sowie die Hohlachse
10 a schließt.
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Jedes Magnetpaar ist über Anschlußleitungen 38a bis 38 d bzw.
39 a bis 39 d an eine der Leitungen 18 a
bis 18d angeschlossen,
die nach obigem durch eine der Kontaktzungen 16a bis 16d im Gleichlauf mit dem Gummituchzylinder
10 bzw. dem mittels des Zahnradpaares 41, 42 mit ihm verbundenen Formzylinder
1 gesteuert wird. Die Rückführung des Stromes zur zweiten Phase 22 des Gleichstromnetzes
erfolgt über Sammelleitungen 43, 44. Die elektrischen Leitungen sind durch eine
äußere Schutzhaube 45
oder dergleichen abgedeckt.
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Wird nun der Formzylinder 1 in Bewegung gesetzt, so nimmt die auf
ihm befestigte Flachdruckfolie 3 in bekannter Weise. an den wasserabstoßenden Stellen
Farbe an. Diese Farbe wird als spiegelverkehrtes Bild der Druckvorlage an den Gummituchzylinder
10 weitergegeben, kann aber im vorliegenden Fall nicht auf den unter dem Druckzylinder
hindurchgeführten Papierbogen gelangen, weil keine unmittelbare Berührung bzw. kein
ausreichender Anpreßdruck aufrechterhalten wird.
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Sobald jedoch eine durch Betätigung einer der Tasten T 1 bis
T 3 vorgewählte Zeile bzw. Spalte die Abdruckstelle passiert, wird durch
die synchron mit dem Formzylinder 1 und dem Gummituchzylinder 10
umlaufende
Kontaktzunge 16a der Stromkreis der Übertragungsmagneten 32f bzw.
35h geschlossen. In dem dadurch sich aufbauenden magnetischen Gleichfeld
springt die auf dem Gummituch befindliche magnetische Druckfarbe auf der der vorgewählten
Spalte entsprechenden Breite der Polschuhe 36f bzw. 35h
auf das Papier
über. Durch Betätigung weiterer, nicht dargestellter Tasten T'1 bis T'3 usw. können
in gleicher Weise die den übrigen Spalten zugeordneten Magnetpaare erregt werden.
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In F i g. 3 arbeitet wieder ein auf der Achsel a gelagerter
Formzylinder 1, der eine Flachdruckfolie 3 trägt, mit einem auf einer Achse 10a
gelagerten Gummituchzylinder 10 zusammen. Der von einem Streichanleger 25 in die
Maschine geförderte Bogen 102 wird hier aber von einem Greifer 46 eines Gegendruckzylinders
47 übernommen. Der Greifer 46 ist in der üblichen Weise durch eine nicht
näher dargestellte, Bestellfeste Kurve gesteuert. Auf der Welle 48
des Gegendruckzylinders
47 ist ein Exzenter 49 befestigt, der den Streichanleger 25 antreibt.
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Eine Drehung des Gegendruckzylinders 47 bewirkt also, daß der Streichanleger
25 einen Papierbogen 102 vom Stapel 24 abnimmt und ihn, vorzugsweise unter Bildung
eines Bausches, in das geöffnete Maul des Greifers 46 schiebt. Bei weiterer Drehung
schließt sich der Greifer 46, erfaßt den Papierbogen und gibt ibn schließlich an
die dem Abstreiferblech 50 anliegende Ausführrolle 51 weiter, von wo er auf den
Ablagetisch 31 aelegt wird.
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Des weiteren ist eine zentrale Antriebsrolle 52 vorgesehen, der sowohl
eine durch eine Antriebskette 53 od. dgl. mit dem Gegendruckzylinder verbundene
Reibrolle 54 als auch eine mittels einer Antriebskette 55 mit dem Gummituchzylinder
10 verbundene Reibrolle
36 --znäliert we: clen ?;an i. Die beiden
Zylinder 1 und 10 sind in der üblichen Weise durch entsprechende Zahnräder geku;3helt.
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Die Reibrolle 54 ist auf einem um die Achse 48 dc3 Gel endl-uckzylind;
rs 47 schwenkbaren Tragarm 57, die Reibrolle 56 auf einem um die Achse 10a des Gummituchzylinders
10 schwenkbaren Tragarm 58 gelagert. An den Tragarmen 57 und 58 greift je ein Zugmagnet
59 und 60 sowie je eine Feder 61 und 62 an. Ferner ist noch ein gestellfester Bremsklotz
63 für die Rolle 54 sowie ein Bremsklotz 64 für die Rolle 56 vorgesehen.
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Die Federn 61 und 62 sowie die Zugmagneten 59 und 60 sind so angeordnet,
daß die Rolle 54 von der Feder 61 gegen den Bremsklotz 63 und vom Magneten 59 gegen
die Antriebsrolle 52 gezogen wird, während die Rolle 56 sich unter der Wirkung der
Feder 62 gegen die Rolle 52 unter der Wirkung des Magneten 60 gegen den Bremsklotz
64 legt.
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Ferner ist ein auf der gestellfesten Achse 65 gelagerter Sperrhaken
66 vorgesehen, der unter der Wirkung einer Feder 67 mit einer Nase 58 a des
Tragarmes 58 im Eingriff steht. Er wird von einem Auslösehebel 68 betätigt, der
auf der gestenfesten Achse 69 gelagert ist und ihm unter der Wirkung einer Feder
70 anliegt. Der Weg des Auslösehebels 68 wird durch einen gestellfesten Anschlag
71 begrenzt. Der Sperrhebel 66 bewirkt, daß die Feder 62 den Gummituchzylinder 10
nur dann mit der zentralen Antriebsrolle 52 kuppeln kann, wenn der Auslösehebel
68 gedrückt ist.
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Die Steuerung des zeilen- bzw. spaltenweisen Abdruckes übernimmt auch
in diesem Fall wieder eine Reihe von synchron mit dem Gummituchzylinder umlaufenden
Kontaktzungen 16a bis 16d, die mit einer Reihe gestellfester Kontakte 17a
bis 17e, 17d bis 17c', Va" bis 17c" zusammenarbeitet. Ebenso sind auch hier
Schalter 20a bis 20c sowie Tasten T1, T2 usw. vorgesehen.
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Auf dem Gegendruckzylinder 47 sind Magnetspulen 47a angeordnet, die
nach Art eines Elektromotorankers in entsprechende Nuten des Gegendruckzylinders
47 eingelegt sind. Die Spulen sind vorzugsweise so gewickelt, daß an der
Zylinderoberfläche abwechselnd ein Nord- und ein Südpol entsteht. Die Stromversorgung
der Spulen erfolgt einmal durch einen Leiter 72, der einen der Achse 48 des Gegendruckzylinders
anliegenden Schleifbügel 76 mit dem umlaufenden Schalter 16, 17 verbindet,
zum anderen ist ein vom Leiter 22 des Gleichstromnetzes ausgehender Leiter 73 an
einen Schleifbügel 75 geführt, der einem Kollektor 74 anliegt. Der Kollektor ist
in bekannter Weise in einzelne voneinander isolierte Umfangsabschnitte unterteilt,
die jeweils nur das dem Gummituchzylinder 10 benachbarte Spulenpaar mit Strom versorgen.
Er kann zur spaltenweisen Erregung der umlaufenden Magneten außerdem noch in axialer
Richtung unterteilt sein.
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Durch diese Anordnung werden in der vorher geschilderten Weise nur
die Zeilen bzw. Spalten abgedruckt, bei deren Vorbeigang an der Druckstelle der
umlaufende Schalter 16, 17 Kontakt gibt. Mittels einer weiteren Leitung 77 wird
aber gleichzeitig dem durch eine Leitung 78 dauernd mit dem Netzleiter 22 verbundenen
Zugmagneten 59 Strom zugeführt, der dadurch anzieht und den Gegendruckzylinder 47
mit der Antriebswelle 52 kuppelt. Während des Abdruckes wird somit der vom Greifer
46 gehaltene Papierbogen mit derselben Geschwindigkeit wie der Gummituchzylinder
10 bewegt. Sobald der umlaufende Schalter 16, 17 den Stromfluß wieder unterbricht,
fällt auch der Magnet 59 wieder ab. Die Feder 61 zieht die Reibrolle
54 gegen den Bremsklotz und setzt dadurch den Gegendruckzylinder 47 bis zum
Abdruck der nächsten ausgewählten Zeile still.
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Sobald der Formzylinder 1 sowie auch der Gummituchzyiinder
10 eine volle Umdrehung beendet haben, berührt die synchron mit ihnen umlaufende
Schaltzunge 16 zwei Kontakte 79, 80. Diese beiden Kontakte sind über Leitungen 81,
82 mit einem Doppelschalter 83, 84 verbunden, der mittels einer Rolle 85
und einer am Gegendruckzylinder 47 befestigten Schaltnase 86 betätigbar ist. Weitere
Leitungen 87, 88 verbinden den Doppelschalter 83, 84 mit den Magneten 59, 60, die
ihrerseits über Leitungen 78, 89 dauernd mit dem Netzleiter 82 in Verbindung stehen.
Der Magnet 60 hebt dadurch die Reibrolle 56 von der zentralen Antriebsrolle
52 ab und zieht sie gegen den Bremsklotz 64, wodurch der Gummituchzylinder 10 und
der Formzylinder 1 stillgesetzt werden. Gleichzeitig wird aber durch Erregung des
Magneten 59 die Reibrolle 54 an die Antriebsrolle 52 gezogen und somit der Gegendruckzylinder
47 in Bewegung gesetzt. Da sowohl der Streichanleger 25 sowie die Ausführrolle 50
mit dem Gegendruckzylinder gekuppelt sind, wird der in der Maschine gewesene Bogen
zur Ablage befördert und ein neuer Bogen in den Greifer 46 eingeschoben,
der bei weiterer Drehung des Gegendruckzylinders den Bogen erfaßt.
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In diesem Augenblick, in dem ein weiterer Bogen zum Bedrucken bereitliegt,
läuft die Rolle 85 des Doppelschalters 83, 84 auf den Schaltnocken
86 auf, wodurch der Stromkreis der Zugmagneten 59, 60 unterbrochen wird.
Beide Magneten fallen ab. Die Feder 61 zieht die Reibrolle 54 gegen
den Bremsklotz 63 und setzt dadurch den Gegendruckzylinder so lange still, bis der
Zugmagnet 59 in der oben beschriebenen Weise zum Abdruck einer ausgewählten Zeile
von neuem erregt wird. Die Feder 62 zieht, sofern der Auslösehebel 68 gedruckt ist,
die Reibrolle 56 gegen die Antriebsrolle 52 und setzt damit den Formzylinder 1 und
den Gummituchzylinder 10 für den nächsten Arbeitszyklus in Bewegung. Falls der Auslösehebel68
nicht gedrückt wurde, kann vor Auslösung des nächsten Arbeitszyklus durch Betätigung
der entsprechenden Tasten T 1 bis T 3 usw. eine neue zum Abdruck vorgesehene
Kombination eingetastet werden.
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In F i g. 4 ist auf der Achse 90 ein mit einer magnetischen
Druckform 91 belegter Druckzylinder 92 gelagert, dem eine in eine Feuchtwanne 9
tauchende Feuchtwalze 8 anliegt. Ferner ist eine als Farbwalze ausgebildete, vorzugsweise
einen kleinen Abstand a zur Oberfläche der Magnetdruckform 91 aufweisende Magnetwalze
93 vorgesehen. Sie ist durch nicht dargestellte Zahnräder so mit der Druckwalze
gekuppelt, daß ihre Umfangsgeschwindigkeit gleich der Umfangsgeschwindigkeit der
Magnetdruckform 91 ist. In Nuten 93a sind Spulenwindungen angeordnet, die an der
Oberfläche der Magnetwalze entsprechende Magnetfelder erzeugen.
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Die Welle 96 der Magnetwalze 93 ist durch einen Schleifkontakt 97
und eine Leitung 98 mit einem Leiter 22 des Gleichstromnetzes verbunden. Der Stromkreis
der einzelnen Magnetspulwindungen wird in der oben geschilderten Weise über einen
Kollektor
99, einen Schleifbügel 100, eine Leitung 18, einen synchron
mit dem Druckzylinder 92 umlaufenden Schalter 16, 17 sowie die tastengesteuerten
Schalter 20a bis 20c geschlossen.
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Die magnetische Farbwalze 93 arbeitet in der bei der, konventionellen
Farbwerken bekannten Weise mit einer Rakel94 zusammen, wobei sich zwischen der Walze
93 und der Rakel 94 ein Farbspeicherraum 95 bildet.
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Die Rakel 94 kann mit Hilfe von Einstellschrauben 101 so eingestellt
werden, daß sich bei Bewegung der Farbwalze in Pfeilrichtung auf dieser ein dünner
Farbfilm bildet. Infolge der Feuchtung der Magnetdruckform 91 mittels der Feuchtwalze
8 und infolge des zwischen den Flächen 91 und 93 herrschenden geringen Anpreßdruckes
bzw. zwischen den Walzen gegebenenfalls verbleibenden Luftspaltes kann dieser Farbfilm
jedoch nur an den Stellen auf die Magnetdruckform 91 übergehen, an denen diese Magnetdruckform
beim vorhergehenden Abbildungsprozeß eine bleibende Magnetisierung erhalten hat.
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Auf diese Weise werden also durch die Magnetwalze nur die Bildstellen
der Magnetdruckform eingefärbt. Sobald jedoch der umlaufende Schalter 16, 17 die
Windungen der Magnetwalze stromführend macht, entsteht auf der Oberfläche dieser
Walze ein Gegenfeld von etwa der Stärke der bleibenden Magnetisierung der Magnetdruckform
91, deren Wirkung dadurch aufgehoben wird. Infolge der vorher erwähnten Feuchtung
dieser Magnetdruckform kann daher auch bei unmittelbarer Berührung der Walzen an
keiner Stelle Farbe übergehen. Die betreffenden Zeilen bzw. Spalten werden daher
genau wie bei den oben beschriebenen Anordnungen nicht abgedruckt. Um zu gewährleisten,
daß auf dem zu bedruckenden Bogen auch bei direkter Berührung zwischen Auftragswalze
und Druckform kein Tonen eintritt, kann dort zusätzlich ein gegebenenfalls zeilen-
und spaltenweise geschalteter Übertragungsmagnet vorgesehen werden, der die magnetische
Druckfarbe berührungslos oder zumindest ohne nennenswerten Anpreßdruck überträgt.
Durch die Kombination der beiden Magnetarten läßt sich sowohl ein Tonen als auch
ein Aufbau überschüssiger Farbe an den nicht zum Abdruck vorgesehenen Zeilen mit
Sicherheit verhindern.
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In F i g. 5 wird der dem Gummituchzylinder 10
gegenüberliegende
linealförmige Übertragungsmagnet von ringförmigen Magnetstücken 103 gebildet, deren
Luftspalte 103 a eine Linie bilden, die zur Mantellinie des Gummituchzylinders
10 uarallel verläuft. Der Spalt 103 a ist in der von der Magnettontechnik
bekannten Weise so gestaltet, daß die Feldlinien aus dem Spalt austreten und den
vorzugsweise aus einem hochpermeablen Werkstoff gefertigten Gummituchzylinder
10 durchdringen. Es entsteht somit auch bei dieser Ausbildung des linealförmigen
Magneten ein aus zwei in sich im wesentlichen homogenen Feldhälften zusammengesetztes
Magnetfeld zwischen dem Gummituchzylinder 10 und dem linealförmigen Magneten 103,
das die Farbe an dieser Stelle auf den Druckträger 102 überführt.
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In F i g. 6 arbeitet eine im Innern des Gummituchzylinders 10 befindliche
Magnetanordnung 35, wie sie weiter oben eingehend beschrieben wurde, mit einer entsprechenden,
im Innern des Formzylinders 1 befestigten Magnetanordnung 104 zusammen. Die
Steuerung dieser Magnetanordnung erfolgt ebenfalls in der vorher beschriebenen Weise
und bewirkt an den Stellen der Druckform, die zum Abdruck kommen sollen, ein Überspringen
der Farbe über den zwischen den beiden Zylindern 1 und 10 verbleibenden Luftspalt
a.
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Die Einfärbung der Druckform 107 erfolgt mittels des Farb- und Feuchtwerkes
4, 5, 6, 7, 8, 9 in der bei Offsetdruckmaschinen allgemein bekannten Weise. Ebenso
sind für den Papiertransport in bekannter Weise ein Stapel 24, Streichanleger 25,
ein mit einem kurvengesteuerten Greifer 105 ausgestatteter Gegendruckzylinder 106
und ein Ablagetisch 31 vorgesehen. Zwischen Gegendruckzylinder 106 und Gummituchzylinder
10 wird in diesem Fall der bisher bei Maschinen dieser Art üblich gewesene
Anpreßdruck aufrechterhalten.
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Die mittels einer Spannvorrichtung 2 auf dem Formzylinder
1 befestigte Druckform 107 ist durch eine elastische, aus Schaumstoff
od. dgl. bestehende Folie 108 unterlegt. Die Druckform 107 besteht
aus einem magnetisierbaren Stoff. Es kann z. B. eine Kunststoffolie verwendet werden,
in die hochpermeable Magnetstoffteilchen eingelagert sind. Werden nun die Magneten
35 und 104 eingeschaltet, so wird in der magnetisierbaren Folie
107 eine in Richtung zum nächstgelegenen Magnetpol verlaufende Magnetkraft
erzeugt, durch die die elastische Unterlage 108 deformiert wird. Im vorliegenden
Fall haben die beiden Magneten 35 und 104 nahezu denselben Qeometrischen Abstand
von der Druckfolie 107. Damit diese Folie in Richtung auf den Gummituchzylinder
10 gezogen wird und den zwischen den beiden Zylindern 1 und 10 bestehenden
Luftabstand a zur Erleichterung des Farbüberganges verkleinert, ist dafür Sorge
zu tragen, daß die Permeabilität des Gummituchzylinders 10 größer gewählt wird als
die Permeabilität des Formzylinders 1.
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Eine berührungslos arbeitende magnetische Reinigungsvorrichtung nimmt
nach jeder Umdrehung des Gummituchzylinders 10 das auf seiner Oberfläche
aufgebaute Farbbild wieder ab, so daß schon nach einer Umdrehung eine neue Kombination
zwischen abzudruckenden und nicht abzudruckenden Zeilen bzw. Spalten aufgebracht
werden kann.
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Die Reinigungsvorrichtung besteht aus einer zwangläufig mit dem Gummituchzylinder
10 umlaufenden, permanent magnetisierten Walze 128, die zum Gummituchzylinder
10 einen kleinen Luftabstand b aufweist. Die permanente Magnetisierung ist schematisch
durch die abwechselnd angebrachten Buchstaben N, S angedeutet. In Wirklichkeit könnte
die Walze 128 zur Erzielung eines starken Feldes bzw. Erzielung eines geringen Entmagnetisierungsfaktors
aus dünnen, radial magnetisierten Scheiben zusammengesetzt sein, von denen jeweils
eine ihren Nordpol, die nächstfolgende ihren Südpol am Scheibenumfang hat. Die auf
die Magnetwalze 128 gelangte Farbe wird durch eine unmagnetische Rakel
129 abgestreift und schließlich in einen Auffangbehälter 1.30 geschoben.
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Gemäß F i g. 7 sind ein Formzylinder 1 und ein Gummituchzylinder 10
durch nicht näher dargestellte Zahnräder miteinander gekuppelt. Der Antrieb dieser
Einheit erfolgt durch eine ständig umlaufende Rolle 52 über eine auf einem
schwenkbaren Arm 58 gelagerte Reibrolle 56, die mittels einer Antriebskette
55 mit dem Gummituchzylinder 10 verbunden ist. Der Tragarm 58 wird durch
eine Feder 62 ständig
Gegen die Reibrolle 52 gezogen. An
einer Nase 109 des Tragarmes 58 greift eine Schaltklinke 110 an. Sie ist an einem
bei 111 gestenfest gelagerten Schwenkhebel 112 angelenkt und wird durch eine Feder
113 in ständigem Eingriff mit der Nase 109 bzw. einem gestenfesten Anschlag 114
gehalten.
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Am Schwenkhebel 112 greift ferner ein Zugmagnet 115 an, der mittels
der Schaltklinke 110 den Schwenkarm 58 im Uhrzeigersinn verschwenken und dadurch
die Reibrolle 56 gegen einen Bremsklotz 116 ziehen kann. Der Bremsklotz 116 ist
auf einem im Punkt 117 gestellfest gelagerten Schwenkhebel 118 gelagert, der durch
eine Feder 119 gegen einen Anschlag 120 gezogen wird. Am Schwenkhebel 118 ist außerdem
ein mit einer Kontaktfeder 121 zusammenarbeitender Kontakt 122 befestigt. Die Kontaktfeder
121 kann durch eine Einstellschraube 123 dem Kontakt 122 genähert werden.
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Zum Zwecke des Papiertransportes sind in der vorher beschriebenen
Weise arbeitende, fest mit dem Gummituchzylinder 10 und dem Formzylinder 1 gekuppelte
Transportrollen 26, 27, 28, 29 vorgesehen. Das Papier wird hier jedoch von Hand
auf einen Anlegetisch 124 gelegt und gegen einen schwenkbaren Papieranschlag
125 geschoben. Der Papieranschlag 125 arbeitet mittels eines Nockens 125a mit einem
Steuernocken 126 des Gummituchzylinders zusammen, der ihn in dem Augenblick verschwenkt,
in dem der Vorschub des neuen Bogens einsetzen soll. Er gibt den von Hand gegen
den Anschlag 125
gedrückten Bogen frei, der dadurch zwischen die Transportrollen
26, 27 gelangt.
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Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist nun folgende: Solange die Reibrolle
56 durch die Feder 62 gegen die ständig umlaufende Antriebsrolle 52 gezogen wird,
führen die Zylinder 1 und 10 eine gleichmäßige Umdrehung aus. Sobald eine zum Abdruck
vorgesehene Zeile zwischen die Übertragungsmagneten 32 und 35 gelangt, schließt
die Kontaktzunge 16 in der vorbeschriebenen Weise den Stromkreis vom Netzleiter
21 über den bei der betreffenden Zeile geschlossenen Vorwählschalter 20, den Zugmagneten
115 und den zweiten Netzleiter 22. Der Zugmagnet 115 wird erregt und verschwenkt
dadurch über die Klinke 110 den Schwenkarm 58. Die Reibrolle
56 wird gegen den Bremsklotz 116 gezogen, der dadurch die Feder 119
spannt. Es entsteht eine auf die Reibrolle 56 wirkende, von der Stärke der Feder
119 sowie deren Auslenkung abhängige Bremskraft. Die Einstellschraube 123 ist nun
so eingestellt, daß die beiden Kontakte 121, 120 sich in dem Augenblick berühren,
in dem die bis dahin wirksam gewesene Bremskraft mit Sicherheit ausreichend war,
um die Reibrolle 56 bzw. die damit gekuppelten Zylinder 1 und 10 sowie
die Förderrollen 26, 27, 28, 29 zum Stillstand zu bringen.
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Durch das Schließen des Kontaktes 121, 122
werden sowohl die
Übertragungsmagneten 32, 35 als auch ein an der Klinke 110 angreifender Schaltmagnet
127 erregt. Die beiden ersteren Magneten bewirken den Übergang der Druckfarbe
vom Gummituchzylinder 10 auf den Druckträger 102, der somit beim Stillstand des
Druckwerkes erfolgt. Der Schaltmagnet 127 bringt die Klinke 110 außer
Eingriff mit der Nase 109 des Schwenkhebels 58. Die Feder 62 kann dadurch die Antriebsverbindung
zwischen der dauernd umlaufenden Antriebsrolle 52 und der Reibrolle 56 wiederherstellen,
wodurch das Druckwerk wieder zu laufen beginnt. Sobald das Druckwerk angelaufen
ist, wird auch der durch die Kontaktzunge 16 geschlossene Stromkreis unterbrochen
und der Zugmagnet 115 ausgeschaltet. Der Schwenkhebel 112 dreht sich unter der Wirkung
der Zugfeder 113 im Uhrzeigersinn, wodurch die Klinke 110 wieder hinter die Nase
109 des Schwenkhebels 58 greift und den nächsten Schalthub vorbereitet.