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Einäugige Spiegelreflexkamera mit Belichtungsmeßgerät und Wechselobjektiven
Die Erfindung betrifft eine einäugige Spiegelreflexkamera mit einem eingebauten,
ein Drehspulinstrument umfassenden Belichtungsmeßgerät und Wechselobjektiven, die
je eine sich nach Auslösung unter Federwirkung auf den mittels eines kameraseitigen
Einstellers bestimmten Blendenwert schließende Blende umfassen, wobei die Verbindung
zwischen Einsteller und Objektivblende mittels einer Anschlagkupplung beim Ansetzen
des Objektivs selbsttätig hergestellt wird.
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Es ist eine einäugige Spiegelreflexkamera mit Wechselobjektiven bekannt,
bei der der Blendensteller nach der Kameraauslösung unter der Wirkung einer Blendenschließfeder
so weit abläuft, bis er auf einen Anschlag eines von Hand einstellbaren Blendenvorwahlringes
auftrifft. Zum öffnen der Blende dient ein Spannring, der mit dem Blendensteller
über eine Anschlagkupplung verbindbar ist.
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Eine derartige Anordnung ist für einäugige Spiegelreflexkameras mit
Wechselobjektiven, bei denen mindestens ein Belichtungsfaktor, insbesondere die
Blende, selbsttätig eingestellt werden soll, nicht brauchbar, denn der Blendenvorwahlring
kann nicht ohne Gefahr von Fehlbelichtungen oder Beschädigungen der Einstellgetriebekette
bzw. des Belichtungsmeßgerätes im Augenblick der Aufnahme auf den richtigen Wert
eingestellt werden, weil damit gerechnet werden muß, daß der Benutzer der Kamera
den selbsttätigen Ablauf des Blendenvorwahlringes mit den Fingern der die Kamera
haltenden Hand hemmt oder verhindert.
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Bei Kameras mit fest eingebauten Objektiven ist es zwar bekannt, den
Blendensteller unmittelbar vor der Aufnahme gegen ein mittels einer Abtastvorrichtung
vom Belichtungsmeßgerät gesteuertes Stellglied anlaufen zu lassen. Hier sind die
Anordnungen jedoch so getroffen, daß sich die Möglichkeit eines Auswechselns des
Objektivs zusammen mit der Blende zumindest nur mit sehr großem zusätzlichem Aufwand
verwirklichen ließe.
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Demgegenüber ist es das Ziel der Erfindung, eine Kamera der eingangs
genannten Gattung so auszugestalten, daß sich mit einem unverwickelten Aufbau eine
selbsttätige Belichtungsregelung verwirklichen läßt und gleichzeitig jederzeit in
einfachster Weise ein Auswechseln der Wechselobjektive möglich ist.
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Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, daß zur selbsttätigen
Einstellung mindestens eines Belichtungswertes, insbesondere des Blendenwertes,
ein mit einer an sich bekannten Abtastvorrichtung für einen beweglichen Anschlag
des Drehspulinstrumentes in Verbindung stehendes, an der Kamera gelagertes Steuerglied
vorgesehen ist und das Steuerglied mittels des beweglichen, unter der Wirkung der
Schließfeder stehenden Blendenstellers gegen ein kameraseitig angeordnetes Spann-
und Auslöseglied <=eführt ist.
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Vorzugsweise ist das Steuerglied als konzentrisch zum Objektiv drehbarer
Ring ausgebildet und trägt einen Anschlag, der mittels eines beim Ansetzen des Wechselobjektivs
in die Wirkstellung gelangenden Ansatzes am Blendensteller entgegen der Richtung
der Spannbewegung gegen einen Lappen des ringförmigen Spann- und Auslösegliedes
geführt ist.
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Nach einer Ausgestaltung der Erfindung ist das Drehspulinstrument
zur Berücksichtigung mindestens eines weiteren Belichtungswertes, insbesondere des
Filmempfindlichkeitswertes, einstellbar angeordnet.
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Erfindungsgemäß kann das Steuerglied mit dem Blendensteller kuppelbar
sein und der Belichtungszeitsteller über ein Getriebe mit dem verdrehbar angeordneten
Drehspulinstrument in Antriebsverbindung stehen. Die Anordnung kann jedoch auch
so getroffen sein, daß der Verschlußzeitstellring fest mit dem dem Steuerglied nachstellbaren
Blendensteller verbunden ist.
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Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist neben dem Steuerglied
ein von Hand betätigbarer, in eine zusätzliche Einstellage für selbsttätige Belichtungsregelung
überführbarer Blendenvorwähler vorgesehen. Vorteilhaft steuert der Blendenvorwähler
einen Schalter zum Kurzschließen der Fotozelle des Belichtungsmeßgerätes in der
Einstellage für Handeinstellung. Vorzugsweise steht der bewegliche Anschlag des
Drehspulinstrumentes bei kurzgeschlossenem Instrument unabhängig von der Stellung
des
Instrumentes außerhalb des wirksamen Bereiches der Abtastkurve.
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Nach einer zusätzlichen Ausgestaltung der Erfindung ist die Abtastkurve
mittels einer gesonderten schwachen Stellfeder gegen den beweglichen Anschlag des
Drehspulinstrumentes führbar, wobei das Übertragungsgetriebe zwischen der Abtastkurve
und dem Steuerglied zur Vermeidung einer Verstellung der Abtastkurve unmittelbar
unter der Wirkung der Blendenschließfeder einen Leerhub aufweist. Zweckmäßig weist
zur Erzielung des Leerhubes ein Glied des Übertragungsgetriebes, beispielsweise
ein Übertragungsschieber, zwei mit Abstand voneinander angeordnete Steuerflächen
auf, von denen die eine während der Einstellbewegung der Belichtungswertsteller
und die andere während der Abhebebewegung der Abtastkurve vom beweglichen Anschlag
wirksam ist.
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Neben einem einfachen, funktionssicheren Aufbau ergibt sich bei Anwendung
der Erfindung der weitere Vorteil, daß keine größeren konstruktiven Änderungen der
bereits vorhandenen Kameras mit eingebautem Belichtungsmeßgerät notwendig sind.
Die Wechselobjektive können darüber hinaus sogar völlig unverändert beibehalten
werden.
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In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung wiedergegeben.
Es zeigt F i g. 1 die erfindungsgemäß wesentlichen Teile einer Kamera, bei der nach
Vorwahl der Belichtungszeit bei jeder Aufnahme die Blende selbsttätig eingestellt
wird, in einer perspektivischen Darstellung, F i g. 2 einen Schnitt entlang der
Linie II-II in F i g. 1 und F i g. 3 die erfindungsgemäß wesentlichen Teile einer
Kamera, bei der sowohl die Belichtungszeit als auch die Blende selbsttätig eingestellt
werden, in einer der F i g. 1 entsprechenden Wiedergabe.
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Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß F i g. 1 und 2 ist das Wechselobjektiv
insgesamt mit 1 bezeichnet. Das Wechselobjektiv 1 ist dabei in an
sich bekannter, nicht näher dargestellter Weise beispielsweise mittels einer Bajonettverbindung
an einen kamerafesten Tubus 2 ansetzbar. Das Wechselobjektiv 1 umfaßt neben Linsen
3 einen festen Blendenlamellen-Lagerring 4. Der Lagerring
4 trägt Stifte 5, um die Blendenlamellen 6 schwenkbar angeordnet
sind. Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist lediglich in F i g. 1 eine Blendenlamelle
wiedergegeben. In jede der Blendenlamellen 6 ist ein Steuerschlitz 7 eingeschnitten,
in den ein Stift 8 eines beweglichen Blendenstellers 9 eingreift.
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Der Blendensteller 9 trägt weiterhin einen Stift förmigen Ansatz
10, an dem das eine Ende einer Schließfeder 11 befestigt ist, deren
anderes Ende an einem Stift 12 des Blendenlamellen-Lagerringes
4 angeschlossen ist. Die Schließfeder 11 hat dabei das Bestreben, den Blendensteller
9 in Richtung des Pfeils a zu verdrehen und dabei die Blendenlamellen 6 um
die Stifte 5 so zu schwenken, daß die Blende geschlossen wird. Am Blendensteller
9 ist ferner ein sich in Richtung der optischen Achse erstreckender stiftförmiger
Ansatz 13 vorgesehen, über den - wie nachstehend noch näher beschrieben wird
- die Stellbewegung des Blendenstellers 9 in Richtung des Pfeils a entsprechend
den Lichtverhältnissen begrenzt werden kann.
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Innerhalb des kamerafesten Tubus 2 ist frei drehbar ein Steuerring
14 gelagert. Der Steuerring 14 trägt einen sich in radialer Richtung erstreckenden
Anschlag 15. Der Anschlag 15 ist dabei so angeordnet, daß er nach dem Ansetzen
des Wechselobjektivs 1 in den Weg des Ansatzes 13 hineinragt, den
dieser Ansatz beim Schließen der Blende zurücklegt.
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Der Steuerring 14 ist weiterhin mit einer Verzahnung 16 versehen,
in die ein Ritzel 17 eingreift, das mit einer Verzahnung 18 eines übertragungsschiebers
19 kämmt. Der Übertragungsschieber 19 ist mittels zweier Stifte 20, 20 a,
die in je ein Langloch 21 bzw. 21 a des Schiebers 19 eingreifen, geradlinig in und
entgegen der Richtung des Pfeils b verschiebbar geführt. In eine abgewinkelte Lasche
22 des Schiebers 19 ist weiterhin ein Langloch 23 eingeschnitten.
In das Langloch 23 greift ein Stift 24 eines um eine kamerafeste Achse
25 schwenkbar angeordneten Trägers 26 für eine Abtastkurve 27. Die in Richtung des
Pfeils b befindliche Begrenzung des Langloches 23 bildet dabei eine Steuerfläche
23 a, die während der Bewegung des Schiebers 19 entgegen der Richtung des Pfeils
b wirksam ist und mittels der der Stift 24 und damit der Träger
26 entgegen der Wirkung einer Stellfeder 28 so weit verschwenkt werden
können, daß die Abtastkurve 27
von einem über einem festen Gegenlager
29 spielenden, zeigerförmigen Anschlag 30 eines Drehspulinstrumentes
31 abgehoben wird. Die gegenüberliegende Begrenzung des Langloches 23 bildet
dagegen eine Steuerfläche 23 b, die während der Bewegung zur Einstellung
des Blendenstellers 9, bei der sich der Schieber 19 in Richtung des Pfeils
b verstellt und bei der der Träger 26 mit der Abtastkurve 27
unter
der Wirkung der Stehfeder 28 gegen den Anschlag 30 geführt wird, wirksam
ist.
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Gleichachsig zum Steuerring 14 ist weiterhin innerhalb des
Tubus 2 drehbar ein Spann- und Auslöseglied 32 mit einem abgewinkelten
Lappen 33 geführt. Der Lappen 33 befindet sich dabei, in Richtung des Pfeils
a gesehen, vor dem Anschlag 15 des Steuerringes 14. Das Spann- und Auslöseglied
32 ist weiterhin mit einer Verzahnung 34 versehen, in die ein fest auf eine
Steuerwelle 35 aufgesetztes Ritzel 36 eingreift. Über die Welle 35 wird das Spann-
und Auslöseglied 32 in an sich bekannter Weise beim Filmtransport entgegen der Richtung
des Pfeils a verstellt, so daß die Blende voll geöffnet wird, und unmittelbar vor
der Auslösung des Verschlusses zur Belichtung des Filmes in Richtung des Pfeils
a gedreht, so daß sich die Blende unter der Wirkung der Feder 11 schließen
kann.
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Konzentrisch zum Steuerring 14 ist weiterhin am Außenumfang des Tubus
2 drehbar ein Blendenvorwähler 37 gelagert, der eine mit einer kamerafest angeordneten
Marke 73 zusammenwirkende Blendenwertskala 72 aufweist. Der Blendenvorwähler
37 trägt einen unabhängig vom Anschlag 15 verstellbaren Anschlag
38, der ebenfalls mit dem Ansatz 13
des Blendenstellers 9 zusammenwirken
kann. Der Blendenvorwähler 37 ist weiterhin an seinem Innenumfang mit einem Steuernocken
39 versehen, dessen Länge der Länge des Einstellweges des Blendenvorwählers
bei Verstellung von dem größten auf den kleinsten Blendenwert entspricht. Der Steuernocken
39 wirkt mit einem Schalter 40 zusammen, über den eine Fotozelle
41, die mit dem Drehspulinstrument über Leitungen 42,42a in Verbindung steht,
kurzgeschlossen werden kann.
Innerhalb des Tubus 2 ist weiterhin
konzentrisch zur optischen Achse drehbar ein Belichtungszeit-Stellring 43 mit einer
Belichtungszeit-Steuerkurve 44 angeordnet, die mit einem Steuerstift 45 eines Zeit
regelwerkes zusammenwirkt. Das Zeitregelwerk ist dabei in an sich bekannter Weise
ausgebildet und befindet sich innerhalb eines Verschlußgehäuses 46. Zur Einstellung
weist der Belichtungszeit-Stellring 43 eine abgewinkelte radiale Lasche
47 auf, die in eine Ausnehmung 48 eines neben dem Blendenvorwähler
37 am Außenumfang des Tubus 2 drehbar gelagerten Belichtungszeit-Einstellringes
49 eingreift. Der Belichtungszeit-Einstellring 49 bildet dabei zusammen mit dem
Belichtungszeit-Stellring 43 den Belichtungszeitsteller.
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Am Belichtungszeit-Stellring 43 ist weiterhin eine Verzahnung 50 vorgesehen,
in die ein um eine kamerafeste Achse 51 drehbar gelagertes Ritzel 52 eingreift.
Das Ritze152 kämmt seinerseits mit einer mittels kamerafester Stifte 53,
53 a und Langlöchern 54, 54 a geradlinig verschiebbar angeordneten
Zahnstange 55. Mit der Zahnstange 55 wirkt ein weiteres,
um eine kamerafeste Achse 56 drehbar gelagertes Ritzel57 zusammen, dessen Zahnbreite
die Breite der Zähne der Zahnstange 55 übersteigt und das gleichzeitig in eine rechtwinklig
zur Zahnstange 55 geführte weitere Zahnstange 58 eingreift. Die Zahnstange 58 trägt
an einem abgewinkelten Arm 59 eine zusätzliche Verzahnung 60, in die ein
Zahnrad 61
eingreift. Das Zahnrad 61 ist starr mit einer Achse 62 verbunden,
die in nicht näher dargestellter Weise in kamerafesten Lagern drehbar angeordnet
ist. Am Zahnrad 61 ist weiterhin fest ein Bügel 63 angeschlossen. Der Bügel
63 umgreift das gleichachsig zum Zahnrad 61 an diesem frei verdrehbar gelagerte
Drehspulinstrument 31. Der oberhalb des Instrumentes 31 befindliche Teil
des Bügels 63 weist eine Reihe von Bohrungen 64 auf, die auf einem Kreisbogen um
eine weitere Bohrung 65 des Bügels 63 angeordnet sind. Durch die Bohrung 65 ist
ein Zapfen 66 geführt, der einerseits starr am Drehspulinstrument 31 angeschlossen
ist und andererseits ein Filmempfindlichkeits-Einstellrad 68 trägt. Das Einstellrad
68 ist mit einem Raststift 69 versehen, der unter der Wirkung einer nicht dargestellten
Feder in eine der Bohrungen 64 eingreifen kann. Das Einstellrad 68 ist dabei außerhalb
des Kameragehäuses frei zugänglich angeordnet. Auf einer Fläche 70 des Bügels 63
sind weiterhin mehrere Marken 70 a, 70 b, 70 c angeordnet,
die mit einer auf dem Einstellrad 68 aufgetragenen Filmempfindlichkeitswertskala
71 zusammenwirken können. Die Marken 70 a, 70 b,
70 c sind entweder unterschiedlich gefärbt oder unterschiedlichen Blendenwertangaben
zugeordnet, die jeweils dem größten öffnungsverhältnis eines der mit der Kamera
zu verwendenden Wechselobjektive entsprechen. Zweckmäßig sind die Welle 62, der
Zapfen 66 sowie die Drehachse der Drehspule, die den Anschlag 30 trägt, gleichachsig
angeordnet.
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Zur Durchführung einer Aufnahme mit selbsttätiger Belichtungsregelung
läuft die Steuerwelle 35 nach Betätigung des Auslösers in Richtung des Pfeils c
ab und nimmt hierbei über das Ritzel 36 und die Verzahnung 34 das Spann- und Auslöseglied
32 in Richtung des Pfeils a mit. Der Blendensteller 9 kann sich daher nunmehr unter
der Wirkung der Schließfeder 11 in der gleichen Richtung drehen. über den Ansatz
13 und den Anschlag 15 folgt der Steuerring 14 dieser Bewegung. Die Verdrehung des
Steuerringes 14 ruft über die Verzahnung 16, das Ritzel 17 und die Verzahnung 18
eine Verstellung des Übertragungsschiebers 19 in Richtung des Pfeils b hervor. Hierbei
folgt zunächst der Stift 24
der Steuerfläche 23 a, bis der Träger 26 der Abtastkurve
27 unter der Wirkung der Stellfeder 28 gegen den beweglichen, sich am Gegenlager
29 abstützenden Anschlag 30 aufläuft und hierdurch an einer weiteren Verstellung
gehindert wird. Der Träger 26 und damit der Stift 24 nehmen nunmehr eine Lage ein,
die der vom Belichtungsmeßgerät ermittelten Helligkeit entspricht. Beim weiteren
Ablauf des Blendenstellers 9 und des Steuerringes 14 in Richtung des Pfeils a trifft
unmittelbar nach dem Auflaufen der Abtastkurve 27 auf den Anschlag
30 die Steuerkante 23 b auf den Stift 24 und verhindert dadurch eine weitere
Verstellung des übertragungsgetriebes 19, 17 sowie des Stellringes
14 und damit über den Anschlag 15 und den Ansatz 13 eine weitere Drehung
des Blendenstellers 9. Die Blendenlamellen 6 nehmen daher nunmehr ebenfalls
eine der gemessenen Helligkeit entsprechende Lage ein. Am Ende der Bewegung der
Steuerwelle 35 und damit des Spann- und Auslösegliedes 32 werden in an sich bekannter
Weise die Verschlußlamellen, die unmittelbar nach der Auslösung geschlossen worden
sind, zur Belichtung des Filmes entsprechend der eingestellten Zeit geöffnet und
anschließend geschlossen.
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Beim folgenden Filmtransport wird die Steuerwelle 35 entgegen der
Richtung des Pfeils c gedreht und dadurch das Spann- und Auslöseglied 32 wiederum
entgegen der Richtung des Pfeils a in die in F i g. 1 wiedergegebene Stellung überführt.
Hierbei werden über den Anschlag 15 und den Ansatz 13 der Steuerring 14 sowie der
Blendensteller 9 ebenfalls in ihre Ausgangslagen zurückgeführt und somit die Blende
voll geöffnet.
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Zur Veränderung der Belichtungszeit kann vor Durchführung einer Aufnahme
der Belichtungszeit-Einstellring 49 gedreht werden. Dieser Bewegung folgt der Belichtungszeit-Stellring
43 und damit über die Belichtungszeit-Steuerkurve 44 der Steuerstift 45 des Zeitregelwerkes,
Gleichzeitig wird über das Getriebe 52, 54, 57, 58, 59 und 60 das Zahnrad 61 gedreht.
Da das Zahnrad 61 starr mit dem Bügel 63 verbunden ist und dieser über die Rastverbindung
64, 69 sowie das Filmempfindlichkeits-Einstellrad 68 fest mit dem Drehspulinstrument
31 gekuppelt ist, ruft die Drehung des Zahnrades 61 auch eine Drehung des
Drehspulinstrumentes 31 hervor. Hierdurch wird bei gleichbleibender Helligkeit die
Lage des beweglichen Anschlages 30 gegenüber der Abtastkurve 27 verändert und somit
die vorgewählte Belichtungszeit berücksichtigt.
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Zur Einstellung der Filmempfindlichkeit wird das Filmempfindlichkeits-Einstellrad
68 so weit in Richtung des Pfeils d gegen die Wirkung einer nicht dargestellten
Rückholfeder verschoben, daß der Raststift 69 aus einer der Bohrungen 64 austritt.
Nunmehr kann das Filmempfindlichkeits-Einstellrad 68 gedreht werden, bis der gewünschte
Filmempfindlichkeitswert der Skala 71 der dem zu benutzenden Objektiv entsprechenden
Marke 70 a, 70 b oder 70 c gegenübersteht. Bei dieser Einstellung wird das Filmempfindlichkeits-Einstellrad
68 zusammen mit dem Zapfen 66 und dem Drehspulinstrument 31 gegenüber
dem
Bügel 63 verstellt. Auch diese Einstellung hat daher bei gleichbleibender Helligkeit
und unveränderter Einstellung der Belichtungszeit eine Veränderung der Lage des
Anschlages 30 gegenüber der Abtastkurve 27 zur Folge.
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Soll mit der Kamera eine Aufnahme ohne selbsttätige Belichtungsregelung
durchgeführt werden, so wird der Blendenvorwähler 37 so weit verstellt, bis der
gewünschte Wert der Blendenskala 72 der Marke 73 gegenübersteht. Hierdurch wird
zunächst der Anschlag 38 in den Weg des Ansatzes 13 und des Anschlages 15 geführt,
den diese Teile bei Auslösung einer Aufnahme zurücklegen. Gleichzeitig wird über
den Steuernocken 39 der Schalter 40 geschlossen. Die Fotozelle
41 ist nunmehr kurzgeschlossen, und das Drehspulinstrument 31 erhält keinen
Strom. Infolgedessen fällt der bewegliche Anschlag 30 in die Nullstellung zurück.
Die Anordnung ist dabei so getroffen, daß unabhängig von der vorgewählten Belichtungszeit
und Filmempfindlichkeit der Bereich, in dem der Anschlag 30 in der Nullstellung
steht, sich außerhalb des Schwenkbereiches der Abtastkurve 27 befindet.
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Wird nunmehr eine Aufnahme ausgelöst, so dreht sich die Steuerwelle
35 wiederum in Richtung des Pfeils c und bewirkt dadurch eine Schwenkung des Spann-
und Auslösegliedes 32 mit dem Lappen 33 in Richtung des Pfeils a. Ebenso wie auch
in der Einstellage für selbsttätige Belichtungsregelung folgen der Drehung des Lappens
33 der Steuerring 14 und der Blendensteller 9. Die Drehung dieser beiden Teile wird
jedoch nunmehr durch den Anschlag 38 begrenzt. Die Abtastvorrichtung ist dagegen
unwirksam, da sich der bewegliche Anschlag 30 außerhalb des Schwenkbereiches
der Abtastkurve 27 befindet und infolgedessen der Träger 26 bis zur Anlage am Gegenlager
29 schwenken kann. Der Anschlag 15 des Steuerringes 14 kann daher mit Sicherheit
den Anschlag 38 des Blendenvorwählers 37 auch bei Vorwahl eines extremen Blendenwertes
erreichen.
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Das Ausführungsbeispiel gemäß F i g. 3 weicht von der Anordnung gemäß
F i g. 1 und 2 im wesentlichen dadurch ab, daß auch die Verschlußzeit selbsttätig
gesteuert werden kann. Hierzu ist am Blendensteller 9 ein sich in axialer Richtung
erstreckender Kupplungsstift 80 vorgesehen, der einen kreisförmig gebogenen Schlitz
81 im Steuerring 14 frei durchsetzt und in eine Aussparung 82 des Belichtungszeitstellringes
43 eingreift. Diese Kupplung ersetzt die gemäß der Ausführungsform nach F i g. 1
und 2 vorgesehene Getriebeverbindung 50 bis 61, über die eine Vorwahl der Belichtungszeit
erfolgen konnte. Das Drehspulinstrument 31 ist nunmehr lediglich zur Einstellung
der Filmempfindlichkeit verdrehbar angeordnet. Hierzu trägt das Drehspulinstrument
einen Zapfen 83, auf den ein Filmempfindlichkeits-Einstellrad 84 fest aufgesetzt
ist. Auf der Oberseite des von außen zugänglichen Filmempfindlichkeits-Einstellrades
84 ist wiederum eine Skala 85 mit Filmempfindlichkeitswerten aufgetragen, die mit
drei auf einem kamerafesten Träger 86 angeordneten Marken 86a, 86b, 86c, die wiederum
unterschiedlichen Wechselobjektiven zugeordnet sind, zusammenwirken.
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Zur Durchführung von Einstellungen von Hand trägt der Blendenvorwähler
37 nunmehr eine Skala 87 auf die Lichtwerte sowie ein Symbol für die Einstellage
für automatische Belichtungsregelung, die aufgetragen sind und mit einer kamerafesten
Marke 88 zusammenwirkt.
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Sofern bei dieser Anordnung Wert darauf gelegt wird, daß die Belichtungszeit
und die Blende einzeln von Hand eingestellt werden können, wird der Kupplungsstift
80 derart axial verschiebbar angeordnet, daß er bei Einstellung des Blendenvorwählers
auf selbsttätige Belichtungsregelung in die Aussparung 82 eingreift, bei Verdrehung
des Blendenvorwählers 37 jedoch außer Eingriff mit dieser Aussparung kommt. Hierzu
könnte beispielsweise am Blendenvorwähler 37 eine in axialer Richtung wirksame Schrägfläche
vorgesehen sein, die bei überführung des Blendenvorwählers 37 in die Einstelllage
für Handbedienung den Stift 80 aus der Aussparung 82 axial herausschiebt.
Zur Betätigung des Belichtungszeit-Stellringes 43 von Hand ist dann wiederum ebenso
wie bei der Ausführungsform gemäß F i g. 1 und 2 ein Belichtungszeit-Einstellring
vorzusehen.
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Die Funktion der Anordnung gemäß F i g. 3 stimmt im wesentlichen mit
der Funktion der Ausführungsform gemäß F i g. 1 und 2 überein, so daß eine nochmalige
Erläuterung entfallen kann. Abweichend vom ersten Ausführungsbeispiel wird lediglich
im Augenblick der Drehung der Steuerwelle 35 in Richtung des Pfeils c über das Spann-
und Auslöseglied 32 und den Lappen 33 nicht nur der Steuerring 14 und der Blendeneinsteller
9 in Richtung des Pfeils a verstellt, sondern dieser Verstellung folgt infolge der
Kupplung über den Kupplungsstift 80 und die Aussparung 82 auch der
Belichtungszeit-Stellring 43. In gleicher Weise wird diese Stellring 43 bei der
Rückdrehung der Steuerwelle 35 mitgenommen.
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Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele
beschränkt. Insbesondere können auch anders aufgebaute Abtastvorrichtungen Verwendung
finden.