-
Möbel aus Metall mit Isolierung Möbel zur Aufbewahrung von Schriftgut
werden gewöhnlich aus Metall hergestellt. Zum Schutz gegen Feuer werden sie aus
feuersicherem Material, z. B. aus Asbestzement, hergestellt. Eine Bauart besteht
aus einem äußeren, einstöckigen Behälter und einem darin eingesetzten inneren, einstöckigen
Behälter. Im Zwischenraum zwischen den äußeren und inneren Behälter können noch
Isolierplatten untergebracht sein (deutsches Gebrauchsmuster 1835 123).
-
Eine andere Bauart besteht aus einem äußeren Blechgehäuse und einem
inneren Blechgehäuse, welche durch Schweißen miteinander verbunden sind. Der Zwischenraum
zwischen den beiden Gehäusen wird mit Asbestzement ausgefüllt (USA.-Patentschrift
2 808 307). Derartige Behälter sind umständlich in der Herstellung und weisen ein
großes Gewicht auf.
-
Auch bei Kühlschränken -wird ein äußeres- und inneres Blechgehäuse
vorgesehen. In den Zwischenräumen wird ein Isolierkörper aus porösen Kunstschaumstoff
eingeschoben (deutsche Patentschrift 1016 281). Diese Bauart ergibt zwar leichtere
Möbel, läßt sich jedoch zum Transport nicht zerlegen und eignet sich nicht für verschiedenartige
und komplizierte Möbelformen wie Schubladenschränke od. dgl.
-
Andererseits ist es bekannt, Holzdecken, Holzbalken und Holzstützen
mit Anstrichen zu versehen, welche Isolierschaum entwickeln.. Sobald die Flammen
im Brandfall an diese so überstrichenen Hölzer kommen, entwickelt sich eine dicke
Schaumschicht, durch welche die Berührung des Holzes mit dem Sauerstoff der Luft,
wie auch ein Durchdringen von Wärme durch die Schaumschicht verhindert wird.
-
Es liegt daher die Aufgabe vor, ein Metallmöbel mit Isolierung zu
schaffen, das eine wirksame Isolierung, insbesondere gegen Brand, aufweist und sich
in der Bauweise sowie im Gewicht von den üblichen nicht isolierten Möbeln wenig
unterscheidet.
-
Bei einem Möbel aus Metall mit einem äußeren und einem inneren Blechgehäuse
und einer dazwischenliegenden Isolierung bestehen nach der Erfindung das äußere
Blechgehäuse, die Isolierung und das innere Blechgehäuse aus einzelnen Wandteilen,
wobei nach dem Zusammensetzen des äußeren Blechgehäuses zunächst die Isolierung
und dann das innere Blechgehäuse in das äußere Blechgehäuse einsetzbar und mit ihm
unter "Zwischenschaltung von Isolierstreifen, z. B. mit Schrauben, verbindbar ist.
Die einzelnen Teile der Blechgehäuse lassen sich mit den, üblichen Schneide-, Biege-
und Stammaschinen ohne weiteres herstellen, an Ort und Stelle leicht zusammenfügen
und durch wenige Schrauben befestigen. Die Isolierung kann aus Platten, z: B. aus
Styropor, in der Dicke des Zwischenraumes zwischen den Blechgehäusen bestehen, die
an den Innenflächen anliegen und mit diesen verklebt sein können. Die Isolierung
kann aus Platten aus Papierwaben bestehen; deren Hohlräume mit Styropor gefüllt
sind. Die Papierwaben sind leicht und stützen die Wände so stark ab, daß sie gegen
Druck fast unempfindlich sind. Damit kann ein Möbel hergestellt werden, das stabiler,
billiger, leichter transportierbar ist als bisher bekannte gleichartige Möbel.
-
Soll der Inhalt des Möbels gegen Brand geschützt werden, so werden
nach der Erfindung die Innenflächen des äußeren Gehäuses und beide Flächen des inneren
Gehäuses mit Isolierschaum entwickelnden Anstrichen versehen. Im Brandfall wird
dadurch der Zwischenraum mit dem entstehenden Schaum ausgefüllt und eine Isolierung
gegen Wärme und gegen den Sauerstoff der Luft erzielt, welcher ein- weiteres Brennen
ermöglichen würde.
-
Auch Papierwaben können zur Brandisolierung verwendet werden. Dazu
werden sie nach einem weiteren Erfindungsgedanken mit einer Imprägnierung, z. B.
mit Salzen, unbrennbar gemacht und außerdem mit Isolierschaum bildenden Mitteln.
durch Tauchen oder Spritzen überzogen. Im Brandfall bildet sich der Schaum und füllt
zusammen mit den nicht brennenden Papierwaben eine geschlossene Isolierschicht.
-
Auch die Öffnungen des Möbels wie Türen, Klappen, Schubläden, Rolläden
od. dgl. müssen gegen Wärme bzw. Brand geschützt werden. Dazu werden die Türen,
Klappen und Schubladenfronten doppelwandig mit dazwischenliegender Isolierung ausgeführt.
Die Außenwände dieser Teile sind über Asbeststreifen mä den Innenwänden verbunden.
Außerdem sind nach der Erfindung winkelförmige Anschlagleisten rings um die öfnung
am äußeren Blechgehäuse angebracht bzw. -die äußeren Wandteile mit
abgewinkelten
Rändern ausgebildet. Die Anschlagleisten sowie die Gegenflächen an den Teilen werden
mit schaumbildenden Anstricheä versehen. Im Brandfall entwickelt sich Schaum
und füllt die Spalte aus, welche durch die winkelförmigen .Anschlagleisten gebildet
werden. Das Eindringen von heißer Luft und Feuer sowie die Weiterleitung von Hitze
in das Innere wird dadurch verhindert.
-
Vorzugsweise werden die beiden Seitenwände und die Rückwand des äußeren
Blechgehäuses aus einem Stück mantelartig ausgebildet, dessen Ränder mehrfach nach
innen gerichtete Abwinkelungen aufweisen, deren erste Abwinkelung zur Aufnahme der
Isolierung und deren zweite Abwinkelung zur Aufnahme der Isolierstreifen und zur
Verbindung mit den inneren Gehäuseteilen dient.
-
Das äußere Gehäuse, insbesondere der Außenmantel, wird vorteilhafterweise
aus kunststoffüberzogenen Blechen hergestellt. Der kunststoffbeschichtete Außenmantel
läßt eine fast unbegrenzte Anzahl von ästhetischen Ausdrucksformen zu. Nicht nur
glatte, lackähnliche Beschichtungen oder Überzüge, sondern auch Imitationen von
Holz, Leder, Geweben od. dgl. in Verbindung mit entsprechenden- Oberflächenprägungen,
Farbgebungen sind möglich. Die Mäntel lassen eine Anpassung an die jeweiligen Räume
zu, in denen die Kühlschränke oder auch die im Brandfall zum Schutz des Inhalts
bestimmten Möbel, z. B. Aktenschränke, Registraturschränke, Schreibtischuntersätze,
u. dgl., aufgestellt werden. Zu den technischen und wirtschaftlichen Vorteilen,
insbesondere auch einer sehr kostengünstigen Herstellung, kommt dieser hohe ästhetische
Effekt hinzu. Diese Vorteile gegenüber den bekannten, massiven, schweren und teuren
Ausführungsformen machen auch die Nützlichkeit der Erfindung deutlich.
-
In .der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel dargestellt. Es zeigt
F i g. 1 in schaubildlicher Teilansicht den linken unteren Teil eines Metallmöbels,
F i g. 2 im Grundriß, F i g. 3 im lotrechten Querschnitt von vorn gesehen, F ig.
4 im kleineren Maßstab einen waagerechten Querschnitt und F i g. 5 einen lotrechten
Querschnitt von vorn gesehen; wobei das Möbel einen Schreibtischunterkasten bildet.
-
Das dargestellte Möbel setzt sich aus einem äußeren Blechgehäuse und
einem im Abstand davon angeordneten inneren Blechgehäuse zusammen.
-
Das äußere Blechgehäuse besteht aus einem Außenmantel 1, welcher die
linke Seitenwand, die Rückwand und die rechte Seitenwand bildet (s. F i g. 1 und
4), aus einem Boden 2 und einer ebenso gestalteten Decke 2 (s. F i g. 1 und 5).
Das innere Blechgehäuse wird gebildet aus dem Innenboden 3 und der ebenso gestalteten
Decke 3 (s. F i g. 5), aus den beiden Innenseitenwänden 10 und der Innenrückwand
11.. Der Mantel 1 ist an seinen vorderen lotrechten Kanten mit einer ersten parallel
zur Front gerichteten Abwinkelung la, anschließend mit einer zweiten nach hinten
gerichteten Abwinkelung 1 b und endlich mit einer dritten, wieder parallel zur Front
gerichteten Abwinkelung 1 c versehen. Die drei Abwinkelungen bilden im Querschnitt
ein Z. An den oberen und unteren waagerechten Kanten ist der Mantel mit einer ersten
Abwinkelung 1 d und einer zweiten Abwinkelung 1 e versehen, welche zusammen mit
dem Mantel ein U bilden.
-
Der Außenboden bzw. die Außendecke 2 sind an den Rändern mit einer
ersten nach innen gerichteten Abwinkelung 2 a und an den drei Innenseiten mit einer
zweiten Abwinkelung 2 b versähen, die zusammen mit dem Boden ein U bilden. Der Außenboden
2 und die Außendecke 2 werden in den Außenmantel eingeschoben und an den aneinanderliegenden
Abwinkelungen 1 e, 2 b durch Schrauben 8 verbunden.
-
Dann wird in dieses äußere Gehäuse die Isolierung 17 eingebracht.
Die Platten aus Styropor oder die Papierwaben 17 in F i g. 1 füllen den durch die
Abwinkelungen 1 a und 1 d des Außenmantels 1 gebildeten Zwischenraum aus. Zweckmäßig
werden die Plattenteile an die Innenseite des Mantels geklebt. Für die Isolierung
gegen Brand sind die Papierwaben vorher durch Imprägnierung feuersicher zu machen
und mit einem in der Hitze schaumbildenden Anstrich zu versehen.
-
Der Innenboden und die Innendecke 3 sind an der Vorderseite mit einer
nach außen gerichteten Abwinkelung 3 b und an den übrigen Seiten mit einer nach
innen gerichteten Abwinkelung 3 a versehen. Zum Umgreifen des Außenbodens an den.
Innenseiten sind Winkelleisten 3 c, 3 d angeschweißt. Die beiden Innenseitenwände
10 und die Rückwand 11 weisen an allen Rändern nach innen gerichtete Abwinkelungen
10 a bzw. 11 a auf.
-
Vor dem Einbringen der Teile des inneren Gehäuses werden an die Anlageflächen
des äußeren Gehäuses Zwischenlagen von Isoliermaterial, z. B. Asbeststreifen, eingelegt.
An der Vorderseite werden an die lotrechte Abwinkelung 1 c Streifen 6 (s. F i g.
1 und 2), im Boden 2 vorn die. Winkelstreifen 4a, 4 b (F i g. 1) und an den
Innenseiten die Winkelstreifen 5 a, 5 b (F i g.1 und 3) eingelegt oder angeklebt.
Auf die Winkelstreifen 4 und 5 wird der Innenboden 3 aufgelegt und mit Schrauben
8 an der Abwinkelung 1 c festgelegt. Die Innendecke 3 ist in gleicher Weise eingebracht.
Zur Veranschaulichung kann die F i g. 1 um 180° gedreht werden. Sie stellt dann
die rechte obere Seite dar. Dann werden die Innenseitenwände 10 und die Innenrückwand
11 eingeschoben und an ihren übereinanderliegenden Abwinkelungen durch Schrauben
7 festgelegt (F i g. 1 und 2).
-
Die Abwinkelungen des inneren Gehäuses sind mit den Abwinkelungen
des äußeren Gehäuses ohne jegliche Verschweißungen so miteinander lösbar verbunden,
daß sie sich nicht mit den Metallflächen berühren, sondern nur über die Asbeststreifen
4, 5, 6 miteinander unmittelbar in Verbindung treten. Dabei sind diese Verbindungen
auf ein Minimum sich gegenüberliegender Flächen beschränkt. Dadurch ist eine Übertragung
der Außentemperatur auf den Innenkörper ausgeschlossen. Die durch das Isoliermaterial
voneinander getrennten Teile einerseits des Außengehäuses und andererseits des Innengehäuses
sind z. B. durch Schrauben 8 oder durch Verklebung oder durch Kombination verschiedener
Verbindungsmittel miteinander vorzugsweise lösbar verbunden.
-
Als Beispiel für die Isolierung-der Möbelöffnungen ist in F i g. 2
eine Schublade eingezeichnet. Sie besteht aus einer Schubladenfront 12 und dem Schubladenkörper
16. Die Schubladenfront ist als Hohlkörper zur Aufnähme von Isoliermaterial ausgebildet.
Die Außenseite ist, wie der Mäntel, vorzugsweise aus kunststoffüberzogenem Blech
gefertigt und weist an
ihren Rändern die Abwinkelungen 12 a und
12 b auf, welche zur Bildung eines Spaltes den Winkelleisten bzw. den Abwinkelungen
l b, 1 c des Mantels angepaßt sind. Die Innenseite 15 ist mit nach
vom gerichteten Abwinkelungen 15a versehen und unter Zwischenschaltung eines
vorderen Isolierstreifens 13a und zwei seitlichen Isolierstreifen 13 b von hinten
her in die Außenseite 12 eingesetzt. Die beiden Seiten 12 und 15 werden durch eine
nicht gezeichnete Griffverschraubung zusammengehalten, welche ebenfalls durch Asbeststreifen
isoliert ist. Die fertige Schubladenfront ist unter Zwischenschaltung eines Asbeststreifens
14 mit Schrauben am Schubladenkörper 16 befestigt. Sowohl die-Abwinkelungen 12a,
12b der Schubladenfront als auch die gegenüberliegenden Abwinkelungen 1 b, 1 c des
Mantels bzw. von waagerechten Traversen zwischen den Schubladen sind mit einem Anstrich
von schaumbildenden Stoffen versehen. Bei Hitze entwickelt sich der Schaum in den
Spalten und schließt damit das Möbelinnere vollständig gegen die Einwirkung von
Wärme und Sauerstoff ab.
-
In ähnlicher Weise können auch Türen oder Klappen isoliert angebracht
werden. In F i g. 5 steht das Möbel auf Füßen 19 und trägt oben eine Deckplatte
18.