DE1247249B - Haspelvorrichtung zum Wickeln von Warmband - Google Patents
Haspelvorrichtung zum Wickeln von WarmbandInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. Cl.:
B21c
Deutsche Kl.: 7b-5/01
Nummer: 1247249
Aktenzeichen: U9639Ib/7b
Anmeldetag: 12. März 1963
Auslegetag: 17. August 1967
Die Erfindung betrifft eine Haspelvorrichtung zum Wickeln von Warmband oder dergleichen Walzgut,
an deren angetriebener, außerhalb der Bandzuführungsebene, liegender Haspeltrommel mehrere über
den Umfang im wesentlichen gleichmäßig verteilte anstellbare Andrückrollen angreifen, zwischen denen
Bandführungen angeordnet sind.
Warmbandwalzwerke hoher Produktionsleistung sind gewöhnlich mit einer Reihe hintereinander angeordneter
Aufhaspelvorrichtungen zur Aufnahme und zum Aufhaspeln aufeinanderfolgender, aus dem
Walzwerk austretender Warmbänder versehen. Einer der schwerwiegendsten und unerwünschtesten Nachteile
der heutzutage verwendeten Aufhaspelvorrichtungen liegt darin, daß die auf ihnen gebildeten
Warmbandbunde sehr häufig teleskopartig nach außen vorstehende Kanten aufweisen, d. h., die Seiten
der Bunde sind nicht glatt ausgebildet, sondern einige ihrer Windungen stehen vom Hauptrollenkörper
aus an der Seite nach außen vor.
Als maßgebliche Ursache für diese teleskopartige Ausbildung der Warmbunde wird bekannterweise
die Tatsache angesehen, daß es nicht möglich ist, den nach dem letzten Walzstrich aus dem Warmbandwalzwerk
über den Auslauf- und Abkühlrollgang in horizontaler Lage mit schneller Geschwindigkeit zur
Haspel bewegten Warmbandanfang sowohl beim Verlassen des Rollganges als auch bei seiner Abbiegung
zum Einleiten in den Haspel bis zum Fassen des Haspeldorns so zu führen, daß Querbewegungen.
des Warmbandes ausgeschaltet werden.
Da der Bandanfang von Warmbändern einmal dem normalerweise ausrichtenden Zug zwischen letztem
Gerüst und Haspel nicht unterliegt und zum anderen Schwankungen der Walzenansteuerung und Walztemperatur
besonders ausgesetzt ist sowie zudem den Auslaufrollgang ungeführt passiert, neigt er ohnehin
zu Querbewegungen, die gerade im Moment der Abbiegung, insbesondere bei den vorliegenden hohen
Geschwindigkeiten, in unkontrollierbarer Form noch verstärkt werden können.
Der zwischen Auslaufrollgang und Haspeldorn lie-. gende Bereich wird daher auch zuweilen als. der
»Hals« oder Einlauf bezeichnet.
Mit steigender Walzgeschwindigkeit bei den modernen Bandstraßen und anderen Verfahren zur Vermeidung
der Temperaturdifferenz zwischen Anfang und Ende des Warmbandes- sowie erheblichen Verbesserungen
in den vorgeschalteten und den nachfolgenden Produktionsstufen wird auch bei der
Warmbandfertigung der Trend zu immer höheren Stück- bzw. Bundgewichten verfolgt. Damit steigen
Haspelvorrichtung zum Wickeln von Warmband
Anmelder:
United Engineering and Foundry Company,
Pittsburgh, Pa. (V. St. A.)
Vertreter:
Dr. phil. G. Henkel
und Dr. rer. nat. W.-D. Henkel, Patentanwälte,
München 90, Eduard-Schmid-Str. 2 .
Als Erfinder benannt:
Maurice Paul Sieger,
Pittsburgh, Pa. (V. St. A.)
Maurice Paul Sieger,
Pittsburgh, Pa. (V. St. A.)
Beanspruchte Priorität:
Großbritannien vom 12. März 1962 (9365)
aber auch die äußeren Bunddurchmesser, und die bereits für die heutigen Bandstraßen nicht zufriedenstellend
gelösten Probleme der Führung der Warmbänder bis zum Haspeldorn werden noch größer.
Als unmittelbare Nachteile der teleskopartigen Aufhaspelung ergibt sich eine nicht unwesentliche
Behinderung beim Freimachen des Haspels zur Aufnahme des nächsten Warmbandes, die zu einem
Produktionszeitausfall und damit zu erheblicher Verteuerung der Verarbeitungskosten führen, da gerade
derartige moderne Walzwerksanlagen mit außerordentlich hohen fixen Betriebsstundenkosten belastet
sind. Außerdem ergeben sich in den nachfolgenden Verarbeitungsstufen erhöhte Säum- und
Querschrottverluste und weitere Froduktionsbehinderungen. Hinzu kommt die Schwierigkeit, die
Breitenabmessungen _ des Kundenauftrags einzuhalten. Schließlich ergeben sich nicht unbeträchtliche
Ausfälle dadurch, daß die oft nicht glatten Kanten der Warmbänder die an ihnen anliegende Bandoberfläche
während der weiteren Bearbeitung des Warmbandes beschädigen bzw. zerkratzen und die Bänder
für einen Kundenauftrag hoher Qualität unbrauchbar machen. Auch beim Stapeln der Warmbandbunde
können bei teleskopartigen Bändern derartige Beschädigungen entstehen, zumal· sich auch derartige
Coils oft nicht fest binden lassen.
Es wurden bereits verschiedenste Anstrengungen gemacht, das aufgezeigte Problem der genauen Em-
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3 · 4 .
führung, der Warmbänder in die Haspelvorrichtung Walzgerüst erfaßt, um auch für die letzten Windun-
zu lösen, die jedoch alle das ohnehin bereits nicht zu gen bzw. Wicklungen des Warmbandes noch einen
vermeidende Risiko einer möglichen Behinderung Haspelzug zu· gewährleisten,
und damit die Gefahr von »Hochgehern«, d. h. des Da sich die Haspeltrommel gemeinsam mit ihrem
Nichtfassens des Haspels, erheblich erhöhen. 5 Antriebszahnrad dreht, besteht zudem keine Notwen-
Beispielsweise ist es bekannt, bei einer mit Haspel- digkeit für die Verwendung einer Universalspindel
dorn bzw. Haspeltrommel und darum herum ange- bzw. Gelenkwelle zum Antrieb der Haspeltrommel.
ordneten Andrückrollen ausgerüsteten Unterflur- Die Erfindung wird nunmehr an Hand einer bevor-
haspelvorrichtung zum Haspeln schmaler dicker zugten Ausführungsform im einzelnen beschrieben.
Warmbänder eine schnell und trägheitsarm auf die i0 Es zeigt
Haspeltrommel anstellbare Fangrolle für den Band- F i g. 1 eine Aufsicht auf die erste Haspelvorrichanfang
vorzusehen. Auch diese bekannte Haspel- tung einer Warmbandhaspelanlage mit den Merkvorrichtung
vermag jedoch den grundsätzlichen malen der Erfindung, bei welcher der zurückziehbare
Nachteil einer langen Einlaufstrecke vom Rollgang Rollgangstisch der Vorrichtung in seiner zurückzur
Haspeltrommel und die damit verbundenen Un- 15 gezogenen Stellung dargestellt ist,
zulänglichkeiten nicht zu vermeiden. Schließlich F i g. 2 eine Seitenansicht der Haspelvorrichtung
wären die Nachteile dieser bekannten Vorrichtung gemäß Fig. 1,
auch nicht behoben, wenn die Haspeltrommel für Fig. 3 einen Querschnitt längs der Linie ΠΙ-ΠΙ in
sich höhenverstellbar wäre. Fig. 2, bei welchem die Haspelvorrichtung in ihrer
Aufgabe der Erfindung ist es nun, bei den bekann- ao angehobenen Lage dargestellt ist,
ten Haspelvorrichtungen mit einer konstruktiv ein- F i g. 4 eine Seitenansicht der Haspelvorrichtung
f achsten Fangeinrichtung zu erreichen, daß eine lan- gemäß den vorangehenden Figuren, von der Bedie-
gere Einlaufstrecke zwischen Rollgangsebene und nungsseite der Vorrichtung her gesehen, welche die
Haspeltrommel mit Andrückrollen grundsätzlich ver- Haspeltrommel in ihrer Bund-Abgabestellung veran-
mieden wird, und zwar ohne daß dadurch andere 25 schaulicht, und
schwerwiegende Nachteile, beispielsweise einge- Fig. 5 eine Fig. 4 ähnelnde Ansicht der zweiten
schränkter Bunddurchmesser und damit verminder- Haspelvorrichtung der Warmbandhaspelanlage, bei
tes Bundgewicht,, in Kauf zu nehmen sind. welcher die Haspeltrommel und andere zugeordnete
Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe ist Teile der Vorrichtung in ihren Betriebsstellungen
dadurch gekennzeichnet, daß die Haspeltrommel von 30 veranschaulicht sind.
außerhalb der Bandzuführungsebene bis in Band- Gemäß den Fig. 1 und 4 ist an dem am weitesten
Wickelstellung an diese heran höhenverstellbar ist und von einem nicht dargestellten Warmbandwalzwerk
die Andrückrollen mit den Bandführungen die entfernten Ende eines Auslaufrollgangs 9 eine
Haspeltrommel in deren an der Bandzuführungs- Klemmrolleneinrichtung 10 vorgesehen, welche das
ebene liegender Stellung umgeben, wobei mindestens 35 sich in Richtung des Pfeils an der linken Seite von
eine der Andrückrollen auf der anderen Seite der Fig. 1 bewegende Warmband aufnimmt bzw. erfaßt.
Bandzuführungsebene angeordnet ist. Die Achsen der Rollen 13- und 14 der Klemmrollen-
Dazu ist festzustellen, daß unter dem Begriff an einrichtung liegen in einer gemeinsamen Ebene, wo- ·
die Bandzuführungsebene heran sowohl eine Stel- bei die obere Rolle 13 mit Hilfe nicht dargestellter
lung nahe darunter oder darüber als auch tangential 40 herkömmlicher Mittel einstellbar ist und abwärts in
daran anliegend verstanden sein soll, und zwar ent- Berührung mit der Oberfläche des in Bewegungssprechend
unabhängig davon, ob die Haspelvorrich- richtung hinteren Endes des Warmbandes gebracht
tung unterhalb oder oberhalb der Bandzuführungs- werden kann, bevor dieses das letzte Walzengerüst
ebene 5 angeordnet ist. des Warmbandwalzwerks verläßt. Gemäß F i g. 4 be-
Die mit der Erfindung erzielte fortschrittliche 45 findet sich die obere Rolle 13 der Klemmrollen-Lösung
erlaubt es, die vom Auslaufrollgang in den einrichtung in angehobenem Zustand, wodurch anHaspel
einlaufenden Warmbänder bis zum Auf- gezeigt wird, daß das hintere Ende des Warmbandes
wickeln auf den Haspel genau führen zu können, das Walzwerk noch nicht verlassen hat.
wobei zugleich auch das Freimachen des Haspels für Hinter der Klemmrollenemrichtung 10 sind mehdie
Aufnahme des nächsten Warmbandes in erleich- 50 rere auf gleiche Abstände voneinander entfernt anterter
Form gewährleistet ist, und durch einen eben- geordnete, gleichartige Unterflur-Haspelvorrichtunfalls
mit dieser Haspelvorrichtung zusammenwirken- gen vorgesehen, von denen in den F i g. 1, 2, 3 und 4
den Rollgangstisch zur Weiterleitung von Warm- nur die erste Haspelvorrichtung 11 und in F i g. 5 nur
bändern zu einem nachfolgenden Haspel ist es mög- die zweite Haspelvorrichtung 12 dargestellt sind. Wie
Hch, die Wannbänder auch über einen Haspel hin- 55 aus den F i g. 4 und 5 hervorgeht, bestehen die
wegzuleiten, um mehrere hintereinander angeordnete Haspelvorrichtungen 11 bzw. 12 im wesentlichen aus
Haspel abwechselnd benutzen zu können. einer waagerecht angeordneten, abwärts schwenk-
Durch eine derartige Haspelvorrichtung werden baren Haspeltrommel 15 bekannter Bauart und drei
nicht nur die geneigten Einlaufhälse der Aufhaspel- einander ähnlichen, schwenkfähig angebrachten Anvorrichtungen
beseitigt, sondern es wird auch die 60 drückrollenanordnungen 16, 17 und 18. Zum AufNotwendigkeit
von Klemmrollen für jeden einzelnen haspeln bestimmter Warmbandarten kann es vorteil-Haspel
umgangen, die bei den bisherigen Haspel- haft sein, nur zwei dieser Andrückrollenanordnungen
vorrichtungen erforderlich waren, um die Bänder in zu verwenden. Jede Andrückrollenanordnung weist
die geneigten Einlaufstrecken hineinzuführen. Es bogenförmige Bandführungsplatten 22, 23 bzw. 24
braucht erfindungsgemäß nur noch eine einzige 65 sowie getrennte Andrückrollen 25, 26 bzw. 27 auf,
Klemmrolleneinheit verwendet zu werden, die das wobei alle Platten miteinander zusammenwirken und
Warmband unmittelbar vor dem Austreten seines in somit einen praktisch ununterbrochenen, kreisförmi-Bewegungsrichtung
gesehen hinteren Endes aus dem gen Bandführungsspalt um die Haspeltrommel 15
5 6
herum bilden, welcher in F i g. 5 am deutlichsten dar- trommel 15 · auslaufen. In den aufrecht stehenden
gestellt ist. Jede Andrückrollenanordnung 16, 17 Abschnitten der Träger sind Nuten 40 ausgebildet, in
bzw. 18 ist an einem Rahmen 28 der Haspelvorrich- welche komplementäre Vorsprünge eines Rahmens
rung schwenkbar angebracht und kann durch eine 41 eines zurückziehbaren Rollgangstisches 42 eingeeigene
Kolben-Zylinder-Anordnung 29, 31 bzw. 32 5 fügt sind,
verschwenkt werden. In den Rahmen 41 sind vier Tischrollen 44 dreh-
Während die Bandführungsglieder 22 und 24 der bar eingesetzt, die durch von einer am Rahmen 41
Andrückrollenanordnungen 16 und 18 unmittelbar angebrachten Plattform getragene Motoren 45 angedurch
Betätigung ihrer jeweiligen Kolben-Zylinder- trieben werden. Nahe dem einen Ende der Unterseite
Anordnungen in ihre Betriebsstellungen bewegt wer- 10 des RoÜgangstisches 42 ist ein Abdeckblech 47
den, ist aus demselben Grund für die Bandführungs- schwenkfähig angebracht, das seinerseits ebenfalls
platte 23 der Andrückrollenanordnung 17 ein Ge- am einen Ende verschwenkbar an einem Urnlenklenkhebelsystem
vorgesehen. Dieses System ist nur in hebel 48 befestigt ist, dessen anderes Ende schwenk-Fig.
4 dargestellt, in welcher ein drehfest an der fähig an einer·schwenkgelagerten Kolben-Zylinder-Führungsplatte
23 befestigter Gelenkhebel 33 mit der 15 Anordnung 49 angebracht ist. Mit Hilfe dieser An-Andrückrollenanordnung
17 verbunden ist. Dieser Ordnung kann bei dieser Ausführungsform der RoIl-Gelenkhebel
ist schwenkbar mit einem zweiten Ge- gangstisch 42 über die Träger 38 in Richtung auf die
lenkhebel 34 verbunden, der seinerseits am Rahmen Haspeltrommel 15 bewegt werden, wobei er durch
28 der Haspelvorrichtung angebracht ist. Wenn die die Nuten 40 geführt wird. In seiner am weitesten
Andrückrollenanordnung durch Betätigung der KoI- 20 ausgezogenen Stellung überlagert das eine Ende des
ben-Zylinder-Anordnung 31 in ihre Betriebsstellung Rollgangstisches 42 die Träger, während die übergebracht
wird, bewirkt die Bewegung dieser An- seite des Abdeckbleches 47 zwischen die letzte Rolle
drückrollenanordnung in diesem Fall eine Ver- des Rollgangstisches 42 und die erste Rolle des
schwenkbewegung des Gelenkhebels 33, wodurch die Tisches 36 hineinreicht und auf diese Weise das zur
Bandführungsplatte 23 in ihre Betriebsstellung ge- 25 nächsten Haspelvorrichtung gelangende Band untermäß
Fig. 5 bewegt wird. Bei einer abgewandelten stützt.
Konstruktion können die Andrückrollenanordnungen Eine weitere bedeutsame Vorrichtung zur Erleich-17
und 18 an den Trägern des benachbarten Tisches terung der Führung des Bandes über die Haspelangebracht
sein, so daß die aufrecht stehenden vorrichtungen bei abgesenkter Haspeltrommel 15 ist
Rahmenglieder der Haspelvorrichtung weggelassen 30 bei der Andrückrollenanordnung 18 vorgesehen. Gewerden
können. maß den Fig, 4 und 5 ist es ersichtlich, daß nahe
Die obere Andrückrollenanordming 16 ist ober- einer Seite der Bandführungsplatte 24 ein Abdeckhalb
der Bandzuführungsebene S des Streifens ange- bzw. Leitblech 51 beträchtlicher Länge vorgesehen
ordnet, so daß ihre Andrückrolle 25 in abgesenktem ist. Wenn gemäß Fi g. 5 ein Band der Haspelvorrich-Zustand
den Umfang der Haspeltrommel 15 berührt, 35 tung, von welcher das Leitblech 51 einen Bauteil
wenn diese sich in ihrer angehobenen Lage befindet. darstellt, zugeführt wird, dient letzteres zur Ab-Aus
Fig. 5 ist es ersichtlich, daß die Achse der An- Stützung des in-Bewegungsrichtung gesehen vorderen
drückrolle 25 gegenüber der Haspeltrommelachse Endes des Bandes, während dieses in den durch die
versetzt ist, wenn sie und die Haspeltrommel 15 sich Andrückrolle 25 und die Haspeltrommel 15 gebilin
ihren Betriebsstellungen befinden, so daß das vor- 40 deten Eintrittsspalt einläuft. Bei der Weiterleitung des
laufende bzw. in Bewegungsrichtung gesehen vordere Bandes zu einer folgenden Haspelvorrichtung wird
Ende des Bandes abwärts zwischen die Bandführung das Leitblech 51 gemäß F i g. 4 nicht zurückgezogen
22 und die angrenzende Oberfläche der Haspel- und stützt daher gemeinsam mit dem Rollgangstisch
trommel 15 gedrängt wird. Die Andrückrollen wer- 42 das Band bei seiner Bewegung über die Haspeiden
über Universal-Gelenkwellen durch an der An- 45 trommel 15 zur nächsten Vorrichtung ab.
•triebsseite der Vorrichtung angeordnete und nur in Obgleich der Rollgangstisch 42 bei dieser bevorden
F i g. 1 und 2 dargestellte Elektromotoren 35 an- zugten Ausführungsform der Erfindung in waagegetrieben.
In gewissen Fällen können diese Motoren rechter Richtung zurückziehbar ist, kann er auch so
unmittelbar von den Andrückrollenanordnungen ge- konstruiert sein, daß er relativ zur Durchlauflinie des
tragen werden, wodurch die Verwendung von Uni- 50 Bandes kippbar ist. versal-Gelenkwellen überflüssig wird. Aus den Fig. 4 und 5 geht hervor, daß die obere
Bei einer Dreifach-Haspelanlage sind die ersten Andrückrollenanordnung 16 mit einem geraden
beiden Haspelvorrichtungen mit zwischen der be- Bandführungs- bzw. -leitblech 52 versehen ist, das
nachbarten Haspeltrommel und dem Einlauftisch der zusammen mit dem Leitblech 51 der Anordnung 18
nächsten Vorrichtung angeordneten, zurückziehbaren 55 einen sich verjüngenden bzw. verengenden Einlauf-
Rollgangtischen versehen, welche es in zurück- spalt bildet, welcher das Vorderende des Bandes in
gezogenem Zustand ermöglichen, daß die oberen den Einziehspalt zwischen der Klemmrolle 25 und
Andrückrollenanordnungen 16 in ihre Betriebs- Haspeltrommel 15 leitet.
Stellungen gebracht werden, während sie in über die Bevorzugt kann die Haspeltrommel 15 auch aus
entsprechende Vorrichtung ausgezogenem Zustand 60 einer Stellung, in welcher ein Abschnitt ihres Um-
zur Abstützung eines sich über die Haspeltrommel fangs gemäß Fig. 5 tangential zur Bandzuführungs-
hinbewegenden Bandes dienen. ebene S liegt, in eine von diesem Punkt entfernte
Gemäß den Fig. 1 und 5 sind an jeder Seite der Stellung über einen Winkel von weniger als 90° ver-
Haspelvofrichtung 12 Tische 36 und 37 vorgesehen. schwenkt werden. Die letztgenannte Stellung ist die
An der linken Seite der Haspelvomchtung 12 befin- 65 Bandausstoßstellung, in welcher das Band mit Hilfe
den sich zwei waagerecht angeordnete, an ihrer Ober- eines Rollenwagens 53 von der Haspeltrommel 15
seite mit Verkleidungen 39 versehene Träger 38, abgenommen wird. Gemäß F i g. 3 ist eine Anschlag-
deren Enden gemäß Fig. 5 dicht an der Haspel- platte50a vorgesehen, welche die unterste Stellung
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der Raspeltrommel festlegt, wenn, sie eine am Haspel- Konstruktion ist an Hand der Führungen 69 gemäß
trornmelrahmen befestigte Platte 50 b berührt. P i g. 2 beispielhaft dargestellt, in der zwei mit Ge-
Die Einrichtung zum Verschwenken der Haspel- winde versehene Wellen 72 und 72 a eingezeichnet
trommel ist am deutlichsten in den Fig. 1 bis 3 dar- sind, welche durch einen von einer im Rahmen 28
gestellt. Gemäß diesen Figuren ist ein angetriebenes 5 der Haspelvorrichtung angebrachten Plattform 75
Zahnrad 54 am inneren Ende der in Lagern gelager- getragenen Motor 73 α in Drehbewegung versetzt
ten Welle 55 vorgesehen, das mit einem Antriebs- werden. Eines der bedeutsamsten Merkmale der Erzahnrad
56 im Eingriff steht, welches seinerseits über findung ist in der Tatsache zu sehen, daß die Enden
eine Spindel bzw. Welle 57 unmittelbar mit einer der Führungen in dichte Nähe der Haspeltrommel
Antriebseinrichtung 58 verbunden ist. Diese Ge- io gebracht werden können.
triebeanordnung gewährleistet nicht nur das erfor- Die vorstehend beschriebene Haspelvorrichtung
derliche Übersetzungsverhältnis, sondern ist auch bzw. Anlage arbeitet folgendermaßen:
derart ausgebildet, daß das Zahnrad54 um das An- Die Haspelvorrichtung 12 gemäß Fig. 5 soll das
triebszahnrad 56 herum verschwenkt' werden kann, nächste aus dem Warmbandwalzwerk austretende
wenn die Haspeltrommel aus ihrer Betriebs- in ihre 15 Band aufnehmen. Dafür wird die Haspeltrommel 15
Ruhestellung verschwenkt wird und umgekehrt. durch Verdrehen der Stellspindeln 66 angehoben,
Zu diesem Zweck ist der das Zahnrad aufneh- wobei der in der Kolben-Zylinder-Anordnung 65
mende Rahmen 59 mit im Abstand voneinander an- herrschende Druck die Raspeltrommel bis auf eine
geordneten Gabelkopf-Schwenkverbindungen 60 ver- Stellung anzuheben vermag, in welcher seine Umsehen,
von denen die neben der Haspeltrommel lie- 20 fangsrläche die Bandzuführungsebene S praktisch
gende mit Hilfe eines Zapfens 62 mit einem starren tangiert. Erforderlichenfalls können einstellbar aus-Rahmen61
und die am anderen Ende befindliche gebildete Anschläge vorgesehen werden, um die
Verbindung mit einer Hülse 63 verbunden ist, welche obere Stellung der Haspeltrommel festzulegen, obihrerseits
drehfähig in den Rahmen 61 eingesetzt ist. wohl dies auch durch die Stellspindeln selbst erfolgen
Für diese Verbindungen sind Rollenlager 64 vorge- 25 kann. Nach einer derartigen Ausrichtung der Haspelsehen.
An der Unterseite des Rahmens 59 ist die trommel 15 werden die AndrückroUenanordnungen
Kolbenstange einer schwenkgelagerten, zentral ange- 16, 17 und 18 in ihre Betriebsstellungen gebracht,
ordneten Kolben-Zylinder-Anordnung 65 angeschlos- wobei die Andrückrollen 25 bis 27 gemeinsam mit
sen. An der Oberseite des Rahmens 61 sind die ihren bogenförmigen Führungen 22, 23 bzw. 24 eine
Außenenden von zwei im Abstand voneinander ent- 30 zylindrische Bandführungsbahn um den Umfang der
fernten Stellspindeln 66 angebracht, "die mit Hilfe Haspeltrommel herum festlegen. In dieser Stellung
von untereinander verbundenen Schnecken-Schnek- der. AndrückroUenanordnungen 16 und 17 bilden
kenrad-Einheiten 67 angetrieben ' werden können, deren Leitbleche 52 bzw. 51 selbsttätig einen sich
welche ihrerseits schwenkfähig am Rahmen 61 ge- verengenden Einlaufspalt, welcher das Einführen des
lagert sind und von einem Motor 68 angetrieben 35 vorderen Endes des Bandes in den zwischen der
werden. Bei einigen Konstruktionen kann eine ein- Andrückrolle 25 und der Haspeltrommel 15 gebilzige
Stellspindel ausreichen, während bei der dar- deten Einzugspalt erleichtert, gestellten Ausführungsform der Erfindung das Wie erwähnt, muß der zurückziehbare Rollgangs-Gleichgewicht
und die Stabilität der Haspeltrommel- tisch 42 zwecks Ermöglichung eines Absenkens der
Antrieb-Anordnung durch Verwendung von zwei 40 Andrückrolle 25 schon vorher mit Hilfe der Kolben- .
Stellspindeln weitgehend verbessert werden. Für die Zylinder-Anordnung 49 in seine Rückzugstellung zuKolben-Zylinder-Anordnung
65 ist ein. Druckregler rückbewegt worden sein. Beim Austreten des Bandes 65 a vorgesehen, dessen, eine Funktion darin besteht, aus dem Warmbandwalzwerk wird die obere Rolle
den im Zylinder herrschenden Druck auf einem Wert 13 (Fig. 4) der Klemmrolleneinrichtung 10 angezu
halten, daß der Rahmen 59 stets in Richtung auf 45 hoben, so daß sie das Band nicht berührt. Gemäß
die Stellspindeln gedrängt wird. der herkömmlichen Praxis werden die Andrück-
Die im Abstand voneinander entfernten SteU- rollenanordnungen 16 bis 18 nach dem Aufhaspeln
spindeln 66 dienen zum Ausgleich der Tendenz des mehrerer Windungen auf die Haspeltrommel 15 in
Rahmens 59, sich unter der durch das überhängende ihre Ruhestellung zurückbewegt. Die Haspeltrommel
Gewicht der Haspeltrommel und des Bundes erzeug- 50 verbleibt jedoch in ihrer angehobenen Lage und hasten
Hebelkraft zu verdrehen, indem sie als einstell- pelt das aus dem Walzwerk austretende Band so
bare Anschläge für die Haspeltrommel 15 wirken. lange auf, bis sein in Bewegungsrichtung gesehen
Die Kolben-Zylinder-Anordnung 65 wird als Einweg- hinteres Ende aus dem Walzwerk austritt. Unmittelzylinder
mit einem Druck betrieben, welcher die auf bar vor dem Austritt des hinteren Streifenabschnitts
die Welle 55 einwirkende Hebelkraft etwas über- 55 aus dem Walzwerk wird die obere Klemrorolle 13
steigt. Auf diese Weise wird die Raspeltrommel stets abwärts in Berührung mit der Bandoberseite gein
Richtung auf ihre obere Stellung gedrängt, jedoch bracht, wodurch ein auf das Band einwirkender, unso
lange an einer Bewegung gehindert, bis die Stell- unterbrochener Zug gewährleistet und somit sicherspindeln
66 verstellt werden. Selbstverständlich wird gestellt wird, daß die letzten Wicklungen des Bundes
der im Zylinder herrschende Druck durch die von 60 unter Spannung gebildet werden. Anschließend wird
den Stellspindeln 66 erzeugte Kraft überwunden, die Haspeltrommel 15 in ihre Bund-Abgabestellung
wenn die Haspeltrommel abgesenkt werden soU. abgesenkt, indem die Stellspindeln 66 gegen den
Ersichtlicherweise sind zwischen der Klemmrollen- durch die Kolben-Zylinder-Anordnung 65 ausge-
einrichtung 1© und der Haspelvorrichtung 11, zwi- übten konstanten Druck zurückbewegt werden. In
sehen den Haspelvorrichtungen 11 und 12 sowie zwi- 65 dieser Stellung Hegt dann die Platte 50 α auf der
sehen der Haspelvorrichtung 12 und dem Tisch 36 Platte 50 b auf und wird das Gewicht des Bundes
mit Hilfe von Motoren einstellbare Seitenführungen vom Rahmen 61 getragen.
69, 70 und 71 bekannter Bauart vorgesehen. Diese Vor dem Aufhaspeln des hinteren Endes des Ban-
Claims (4)
1. Haspelvorrichtung zum Wickeln von Warmband oder dergleichen Walzgut, an deren angetriebener,
außerhalb der Bandzuführungsebene liegender Haspeltrommel mehrere über den Umfang
im wesentlichen gleichmäßig verteilte anstellbare Andrückrollen angreifen, zwischen
denen Bandführungen angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Haspeltrommel
(15) von außerhalb der Bandzuführungsebene (S) bis in Bandwickelstellung an diese
heran höhenverstellbar ist und die Andrückrollen (25, 26, 27) mit den Bandführungen (22, 23, 24)
die Haspeltrommel in deren an der Bandzufiihrungsebene liegender Stellung umgeben, wobei
mindestens eine der Andrückrollen auf der anderen Seite der Bandzuführungsebene angeordnet
ist.
ίο 2. Haspelvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Rollgangstisch
(42) zur Weiterführung jedes zweiten Warmbandes über die unter der Bandzuführungsebene
(S) befindliche Haspeltrommel (15) hinweg vorgesehen ist, der von einer Betätigungseinrichtung
(48, 49) zur Haspeltrommel hin und von dieser weg bewegbar ist.
3. Haspelvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Haspeltrommel
- (15) mit einer Welle (55) in einem bewegbaren Rahmen (59) gelagert ist und ein auf dieser Welle
sitzendes Zahnrad (54) über ein damit im Eingriff stehendes Antriebszahnrad (56) von einer
Antriebseinrichtung (58) antreibbar ist, wobei das angetriebene Zahnrad (54) bei Bewegung des
Rahmens (59) unter Beibehaltung seines Eingriffs um das Antriebszahnrad (56) drehbar ist.
4. Haspelvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens eine Stellspindel (66) und ein Kolben-Zylinder-Getriebe (65), beidseitig exzentrisch
zur Haspelwelle (15) liegend, einerseits am bewegbaren Rahmen (59) angreifen und andererseits
mit einem starren Rahmen (61) für die Verlagerung des bewegbaren Rahmens (59) gelenkig
verbunden sind.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 314 851;
deutsche Auslegeschriften Nr. 1122 028,
208, 1102 084;
Deutsche Patentschrift Nr. 314 851;
deutsche Auslegeschriften Nr. 1122 028,
208, 1102 084;
französische Patentschriften Nr. 1 247 197,
024;
024;
USA.-Patentschrift Nr. 2 918 226.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
709 637/194 8.67 © Bundesdruckerei Berlin
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| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| GB1247249X | 1962-03-12 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1247249B true DE1247249B (de) | 1967-08-17 |
Family
ID=10885633
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEU9639A Pending DE1247249B (de) | 1962-03-12 | 1963-03-12 | Haspelvorrichtung zum Wickeln von Warmband |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1247249B (de) |
Citations (7)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE314851C (de) * | ||||
| FR655024A (fr) * | 1927-06-16 | 1929-04-13 | Schmitz Walzmasch | Enrouleuse à révolver automatique pour laminoirs à froid |
| US2918226A (en) * | 1956-09-04 | 1959-12-22 | United Eng Foundry Co | Apparatus for coiling strip material |
| FR1247197A (fr) * | 1959-02-03 | 1960-11-25 | United States Steel Corp | Procédé et appareil pour enrouler un feuillard |
| DE1102084B (de) * | 1958-05-14 | 1961-03-16 | Boulton Aircraft Ltd | Haspeleinrichtung fuer Walzgut |
| DE1119208B (de) * | 1959-10-17 | 1961-12-14 | Demag Ag | Aufwickelmaschine fuer gewalzte Blechbaender |
| DE1122028B (de) * | 1959-06-04 | 1962-01-18 | Loewy Eng Co Ltd | Bandhaspel, dessen um die Haspeltrommel herum angeordnete Fuehrungsrollen auf in Fuehrungen laufenden Haltern sitzen |
-
1963
- 1963-03-12 DE DEU9639A patent/DE1247249B/de active Pending
Patent Citations (7)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE314851C (de) * | ||||
| FR655024A (fr) * | 1927-06-16 | 1929-04-13 | Schmitz Walzmasch | Enrouleuse à révolver automatique pour laminoirs à froid |
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| FR1247197A (fr) * | 1959-02-03 | 1960-11-25 | United States Steel Corp | Procédé et appareil pour enrouler un feuillard |
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| DE1119208B (de) * | 1959-10-17 | 1961-12-14 | Demag Ag | Aufwickelmaschine fuer gewalzte Blechbaender |
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