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Die Erfindung betrifft eine Aufgabevorrichtung für gebündeltes
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Langgut aus Metall mit unterschiedlichen Querschnitten, insbesondere
für im Querschnitt runde Stäbe bzw. Rohre wechselnder Außendurchmesser, mit einem
Aufgabetisch und einer in Quertransportrichtung anschließenden Vereinzelungsvorrichtung,
die eine winkelförmige Mulde mit einer geneigten Eingangsflanke und einer steileren
Ausgangsflanke bildet, wobei der Ausgangsflanke eine Hubvorrichtung für das zu vereinzelnde
Langgut zugeordnet ist.
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Derartige Walzwerks- oder Strangguß-Erzeugnisse werden Bearbeitungsinaschinen
oder Behandlungsvorrichtungen zugeführt. Hierzu befindet sich die Aufgabevorrichtung
im Materialfluß der jeweiligen Weiterverarbeitungsstation vorgeschaltet. Die mittels
eines Krans angeförderten Pakete oder Bündel von Stabstahl oder Rohren werden nach
Lösen der Bindemittel vereinzelt.
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Es ist jedoch keine Aufgabevorrichtung bekannt, die Bunde von Langgut
mit wechselndem unterschiedlichen Querschnitt verarbeiten kann. Nach dein Stand
der Technik sind lediglich Hubvorrichtungen der unterschiedlichsten Art beschrieben.
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So ist eine Hubvorrichtung bekannt (DE-B2-10 20 572), die Rohre mittels
Transportketten hebt, wobei das einzelne Rohr auf einem Mitnehmer aufliegt. Wie
leicht erkennbar ist, müßte dort zumindest der Mitnehmer in jedem Fall eines veränderten
Rohraußendurchmessers geändert werden, wenn verhindert werden soll, daß das vereinzelte
Rohr vom Mitnehmer fällt.
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Bei einer anderen bekannten Hllbvorrichtung (DE-B2-15 56 238) besteht
der Hubschieber aus einen an sich schon bekannten Kurvenhebel, auf dessen lubauflage
das zu vereinzelnde Langgut aufliegt und an einer steileren, zurückliegenden, festen
Auflagekurve entlanggleitet. Diese Lösung wäre bei wechselnden unterschiedlichen
Querschnitten besonders ungünstig, weil der bewegliche Kurvenhebel in seiner Radiuslänge
nicht verändert werden kann.
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Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Aufgabevorrichtung
zu schaffen, die für unterschiedliche, in bestimmten Zeiträumen wechselnde Querschnitte
des Langgutes, insbesondere für im Querschnitt runde Stäbe bzw. Rohre geeignet ist.
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Die gestellte Aufgabe wird an der eingangs bezeichneten Aufgabevorrichtung
erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die in Ausgangsstellung mit der Endkante der
Eingangsflanke auf gleicher Höhe befindliche Hubauflage der Hubvorrichtung in ihrer
Breite auf den kleinsten zu vereinzelnden Langgutquerschnitt abgestimmt ist und
daß der über der Einyangsflanke befindliche Abschnitt der Ausgangsflanke quer zur
Hubrichtung des Langgutes auf demgegenüber veränderte, größere Langyutquerschni
-tte verstellbar ist. Die Bezugnahme auf den kleinsten Querschnitt des Langgutes
berücksichtigt vorteilhafterweise den Querschnittsschwerpunkt, der das Langgut auch
bei größeren Querschnitten gegen die steilere Ausgangsflanke rutschen läßt. Damit
ist die Funktion der Hubauflage für alle Querschnitte gewährleistet.
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Als Verbesserung der Erfindung ist vorgesehen, daß der quer einstellbare
Abschnitt der Ausgangsflanke aus einer Rolle besteht. Da das Langgut nur auf einer
Mantellinie der Rolle anliegt, ist die Reibung während des Vereinzelungsvorganges
sehr gering.
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Für eine bogenförmige Vereinzelungsbewegung ist außerdem vorgeschlagen,
daß die Rolle einen etwa tonnenförmigen Umriß aufweist.
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Eine weitere Verminderung der Reibung während des Vereinzelungsvorganges
wird weiterhin dadurch erzielt, daß die Rolle um ihre Rollenmittel-Längsachse drehbar
gelagert ist.
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Die Verstellung der Ausgangsflanke erfolgt unter Verwendung der Rolle
derart, daß die Rolle ortsfest mittels zur Rollenmittel-Längsachse exzentrisch angeordneter
Rollenachse gelagert ist und daß ein Verstellantrieb vorgesehen ist, der an zumindest
einem Ende der Rollenachse angreift.
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Hierfür ist ein solcher Exzenterantrieb vorgesehen, daß ein an dem
Ende der Rollenachse befestigter Lenkhebel an einen Verstellantrieb angelenkt ist,
dessen Schubrichtung parallel zur Längstransportrichtung des Langgutes verläuft.
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Die Entwirrung verschlungener Langgutstäbe bzw. -rohre ist dadurch
möglich, daß in Zwischenräumen des Aufgabetisches versenkbare, schwenkbare Hebel
für die Vereinzelung der aufgelegten, aufzulösenden Langgutbündel vorgesehen sind.
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Vorteilhaft ist hierbei, daß die schwenkbaren Hebel um eine im Außenbereich
des Aufgabetisches vorgesehene, parallel zur Längstransportrichtung verlaufende
Welle drehbar gelagert sind.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung schematisch
dargestellt und nachfolgend beschrieben. Es zeigen: Fig. 1 einen Querschnitt durch
Aufgabetisch, Vereinzelungsvorrichtung und Bearbeitungsmaschinen-Rollgang, Fig.
2 eine Draufsicht auf die gesamte Aufgabevorrichtung in verkleinertem Maßstab, Fig.
3 einen Ausschnitt aus Fig. 1 in vergrößertem Maßstab, als Querschnitt der Vereinzelungsvorrichtung
mit Bearbeitungsmaschinen-Rollgang gezeichnet und Fig. 4 einen Teil der Draufsicht
auf die Vereinzelungsvorrichtung in Richtung A gemäß Fig. 3.
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Die Aufgabevorrichtung besteht aus den Funktionsgruppen: Aufgabetisch
1, Vereinzelungsvorrichtung 2 und Bearbeitungsmaschinen-Rollgang 3.
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Das gebündelte Langgut 4 wird mit einem weiter nicht dargestellten
Kran auf dem Aufgabetisch 1 abgelegt. Das Langgut 4 besteht aus gewalzten Stäben,
Rohren oder gegossenem Gut, die vom Ort der Herstellung in Bunden zu Bearbeitungsmaschinen
befördert und dort weiterbehandelt werden. Eine solche Bearbeitungsmaschine kann
z.B.
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aus einer Vorrichtung zur Bearbeitung der Stirnseiten, einer Säge,
einer Fräsmaschine, einer Wiegeanlage und dgl. bestehen.
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Das Langgut 4 möge aus dem dargestellten Rohr bzw. aus Rundprofilstangen
4a und 4b mit unterschiedlichem Außendurchmesser gebildet sein und in Bundform auf
den Aufgabetisch 1 gelangen. Nach dem Lösen der Bindemittel rollen die Rohr- bzw.
runden Profil stangen 4a in zur Längsachse des Langgutes 4 senkrecht verlaufender
Quertransportrichtung auf die Vereinzelungsvorrichtung 2 zu.
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Der Aufgabetisch 1 wird durch einen Tischrahmen 5 mit Tischbeinen
5a und 5b gebildet und weist einen geneigten Flächenabschnitt 5c und einen an diesen
anschließenden weiteren und stärker geneigten Abschnitt, die Eingangsflanke 5d,
auf.
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Die Eingangsflanke 5d ist Teil der winkelförmigen Mulde 6, die teils
zum Aufgabetisch 1, teils zur Vereinzelungsvorrichtung 2 gehört.
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Die Vereinzelungsvorrichtung 2 bildet mit der Hubvorrichtung 7 den
ergänzenden Teil der Mulde 6, wobei die Ausgangsflanke 8 steiler als die Eingangsflanke
5d verläuft. In der in Fig. 1 dargestellten Ausgangsstellung 9 befindet sich die
Hubvorrichtung 7 mit ihrer Hubauflage 7a auf gleicher Höhe mit der Endkante 5e der
Eingangsflanke 5d. Die Breite 7b der Hubauflage 7a entspricht dem
kleinsten
zu vereinzelnden Langgutquerschnitt, also wie gezeichnet dem kreisrunden Querschnitt
der Rundprofilstange 4b. Die Hubvorrichtung 7 kann sowohl als ein um eine ortsfeste
Drehachse 10 schwenkbarer Hebel 11 (wie gezeichnet) als auch in Fonm eines geraden
Schiebers ausgeführt sein.
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Der über der Eingangsflanke 5d befindliche Abschnitt 8a der Ausgangsflanke
8 ist nunmehr quer zur Hubrichtung 7c der Hubvorrichtung 7 für das Langgut 4 verstellbar.
Dieser querverstellbare Abschnitt 8a ist im Ausführungsbeispiel eine Rolle 12, die
einen tonnenförmigen Umriß aufweist, wie durch die kreisbogenförmige Schwenkbewegung
des Hebels 11 bestimmt wird. Bei einer geraden Hubbewegung der Hubvorrichtung 7
ist dementsprechend eine zylindrische Rolle erforderlich. Die Rolle 12 könnte an
und für sich durch einen an den Enden 12b der Rollenachse 12a angreifenden, geradlinige
Bewegungen ausführenden Antrieb parallel zur Ausgangsflanke 8 verstellt werden.
Im Ausführungsbeispiel ist jedoch eine andere noch zu beschreibende Antriebsanordnung
vorgesehen.
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Der Aufgabetisch 1, die beschriebene Vereinzelungsvorrichtung 2 und
der Bearbeitungsmaschinen-Rollgang 3 sind entsprechend der Länge des Langgutes 4
in Längstransportrichtung 14 (Fig. 2) in Abständen von ca. 1,5 m in gleich ausgeführten
Einheiten angeordnet, wobei für Langgutlängen bis zu 20 m und mehr Aufgabevorrichtungen
gebildet werden können. Zu einem Längenabschnitt gehört jeweils ein Tischrahmen
5, die Vereinzelungsvorrichtung 2, bestehend aus Hebel 11 und Rolle 12 mit Verstellantrieb
15 (nicht sichtbar), ein Abgabetisch 16 mit zugeordneter Aushebevorrichtung 17 und
der Bearbeitungsmaschinen-Rollgang 3 (durch eine strichpunktierte Linie angedeutet).
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Der Verstellantrieb 15, der Abgabetisch 16 und die zugeordnete Aushebevorrichtung
17 befinden sich an einem gesonderten Maschinenrahmen 18 (Fig. 1), der im wesentlichen
jeweils aus den Ständern 18a und 18b der Traverse 18c und der schrag zum Bearbeitunysmaschinen-Rollgang
3 abfallenden Auflageschiene 18d gebildet ist.
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Die Auflageschiene 18d stellt praktisch den Abgabetisch 16 dar.
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Auf der Traverse 18c ist pro Einheit ein Drehlager 19 für die drehangetriebene
Welle 20 befestigt, an der jeder Vereinzelungsvorrichtung 2 zugeordnet ein Hebel
11 drehfest angebracht ist. Die auf der Länge der Aufgabevorrichtung verlaufende
Welle 20 ist außerdem an einem nicht dargestellten Drehantrieb angeschlossen.
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Die Aushebevorrichtung 17 weist an den jeweiligen Ständern 18b jeder
Einheit Konsolen 21a und 21b auf, die jeweils Drehlager 22a und 22b tragen, in denen
wiederum Wellen 23 und 24 drehgelagert sind, von denen zumindest eine Welle, die
Welle 23, mit einem Drehantrieb versehen ist (nicht dargestellt). Auf der Welle
23 ist der Hebel 25 befestigt und an diesem ist ein weiterer Hebel 26 angelenkt,
der wiederum an der Aushebeschiene 27 angelenkt ist.
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Das Ende der Aushebeschiene 27 ist gelenkig mit dem Hebel 28 verbunden,
der seinerseits mit der Welle 24 drehfest verbunden ist. Beim Einschalten des Drehantriebs
der Welle 23 hebt sich die Aushebeschiene 27 in die in den Figuren 1 und 3 gezeigte
strichpunktierte Stellung. Dabei wird das Langgut 4 über den sägezahnartigen Vorsprung
18e gehoben und gleitet (Fig. 3) in den V-förmagen Querschnitt 29 des Bearbeitungsmaschinen-Rollgangs
3. Die Stellung der Aushebeschiene 27 kann mittels des Spindel getriebes 30 justiert
werden, indem das Handrad 31 in der erforderlichen Richtung gedreht wird.
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Der Verstellantrieb 15 für die Rolle 12 wird zunächst durch jeweils
einen Lenkhebel 32 gebildet, der an einem zur Rollenmittel-Längsachse 12c exzentrisch
angeordneten Ende 12b der Rollenachse 12a einerseits und andererseits an einem Zugorgan
33
angelenkt ist (Fig. 4). Die Anlenkungsstelle weist an jeder
Einheit eine Längeneinstellung 34 auf, die wie gezeichnet, aus einem Verstellglied
35 und dieses in seiner eingestellten Position sichernden Sechskantmuttern 36 und
37 besteht. Das Zugorgan 33 wird mittels eines nicht weiter dargestellten Spindel
getriebes über das Handrad 38 verstellt (Figuren 1 und 3). Das Spindelgetriebe (Handrad
38) sowie die vorgegebene Exzentrizität der Rollenachse 12a zur Rolle bestimmen
den Verstellweg 39 (Fig. 4).
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Die Rollenachse 12a lagert mit ihren Enden 12b in Konsolen 40, die
über Seitenwände 41 mit dem festen Endanschlag 42 verbunden sind.
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Der feste Endanschlag 42 befindet sich unmittelbar neben der heb-und
senkbaren Aushebevorrichtung 17. Die andere Endstellung des Lenkhebels 32 ist in
Fig. 4 durch die strichpunktierte Umrißlinie der Rolle 12 mit strichpunktierter
Mittellinie 32a des Lenkhebels 32 dargestellt.
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Wie eingangs beschrieben, gelangt das Langgut in Bündeln auf den Aufgabetisch
1 und verteilt sich aufgrund der Neigung des Flächenabschnittes 5c. In Fällen einer
verschränkten Lage der einzelnen Stäbe, Rohre und dgl. kommt es zu einer übergroßen
Reibung zwischen den einzelnen Langgut-Stücken. Diese im Bereich der Haftreibung
liegenden Kräfte lassen das Vereinzeln nicht zu. Zur Ausräumung dieser Schwierigkeit
ist in Zwischenräumen 44 (Fig. 2) jeweils ein schwenkbarer Hebel 45 vorgesehen,
bei deren Betätigung das Langgut 4 zuerst gegen die Neigung des Flächenabschnitts
5c transportiert und nachdem die Hebel 45 wieder unterhalb des Aufgabetisches 1
abgesenkt sind, in Neigungsrichtung zurückrollen, d. h. entwirrt und parallel zueinander
in einer Lage (Fig. 1) zu liegen kommt. Hierzu sind die schwenkbaren Hebel 45 mit
der Welle 46, die in Drehlagern 47 gelagert ist, schwenkbar, wobei die Drehlager
47 im Außenbereich 48 des Aufgabetisches 1 angeordnet sind.
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Diese Anordnung hat den Vorteil, die Hebel 45 vom Außenbereich 40>
aus derart zu schwenken, daM schräyliegendes Langgut 4 zunächst noch einmal zurück
gegen eine Verlängerung 49 der Tischbeine 5a rutschen und sich dort parallel legen,
bevor sie nach dem Absenken der Hebel 45 unter den Aufgabetisch 1 in Richtung auf
die Vereinzelungsvorrichtung 2 rollen.