DE1245006B - Verfahren zur Herstellung eines Natriumaluminiumsilicat-Pigmentes - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines Natriumaluminiumsilicat-PigmentesInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. CL:
C 09 c
Deutsche Kl.: 22f-9
Nummer: 1 245 006
Aktenzeichen: D 47694 IV a/22 f
Anmeldetag: 9. Juli 1965
Auslegetag: 20. Juli 1967
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von röntgenamorphen, in Wasser unlöslichen und
praktisch neutral reagierenden, vorwiegend aus SiIiciumdioxyd, Aluminiumoxyd, Natriumoxyd und Wasser
bestehenden Pigmenten durch Fällung.
Es sind bereits gefällte Pigmente dieser Zusammensetzung im Handel. Sie dienen vorzugsweise zur Aufhellung
von Papier und zur Verbesserung der Deckfähigkeit von Dispersionsfarben. Nachteilig ist jedoch
hierbei ihre hohe Alkalinität, welche durch das im Niederschlag gebundene Natriumoxyd verursacht ist.
Es ist nach der deutschen Auslegeschrift 1 005 215
bekannt, Niederschläge mit Pigmentcharakter dadurch zu erhalten, daß die auf bestimmte Konzentration verdünnten
Reaktionsteilnehmer unter heftigem Rühren vereinigt werden. Der Fällprozeß findet bei einer
Temperatur von 26 bis 30°C und pH-Werten zwischen 8 und 12 in ungefähr 15 Minuten statt. Am Schluß der
Fällung wird auf pH 9,5 eingestellt. Das Volumen des vorgelegten wäßrigen Mediums soll mindestens die
Hälfte der Summe der Volumina der zugegebenen Lösungen betragen. Die Reaktionssuspension wird am
Ende der Fällung auf einen pH-Wert zwischen 8 und 9,5 gebracht. Die so hergestellten Natriumaluminiumsilicate
weisen, wie die Nachprüfung ergab, in 4gewichtsprozentiger wäßriger Suspension pH-Werte von
10,5 bis 11,5 auf.
Wird ein derartig alkalisches Pigment der Papiermasse zur Verbesserung der optischen Eigenschaften
des Papiers zugesetzt, so kommt es bei der üblichen Leimung des Papiers durch Zusatz von Alaun zu erhöhtem
Alaunverbrauch, der zur Vergilbung des Papiers beitragen kann.
In Dispersionsfarben, die beispielsweise Polyvinylacetatdispersionen
als Bindemittel enthalten, führen basische Pigmente zu Verdickung und Koagulation
und damit zum Unbrauchbarwerden der Farben.
Der Erfindung lag die Aufgabenstellung zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung von röntgenamorphen,
in Wasser unlöslichen und praktisch neutral reagierenden, vorwiegend aus Siliciumdioxyd, Aluminiumoxyd,
Natriumoxyd und Wasser bestehenden Pigmenten durch Fällung aus Alkalisilicat- und Aluminiumsulfatlösungen
anzugeben, durch welche sich bei ihrer Anwendung in der Papierverarbeitung und Farbenherstellung die vorgenannten Nachteile vermeiden
lassen und welche darüber hinaus den Silicatpigmenten des Handels in der Verbesserung der
optischen Eigenschaften des Papiers überlegen sind.
Das Kennzeichnende der Erfindung ist darin zu sehen, daß die Reaktionsteilnehmer langsam innerhalb
eines Zeitraumes von etwa 30 Minuten bis etwa Verfahren zur Herstellung eines
Natriumaluminiumsilicat-Pigmentes
Natriumaluminiumsilicat-Pigmentes
Anmelder:
Deutsche Gold- und Silber-Scheideanstalt
vormals Roessler, Frankfurt/M., Weißfrauenstr. 9
Als Erfinder benannt:
Peter Nauroth, Wesseling
Peter Nauroth, Wesseling
10 Stunden einer wäßrigen Vorlage entweder gleichzeitig oder nacheinander bei Temperaturen von 50 bis
1000C unter Rühren und Einhaltung eines pH-Wertes
von etwa 10 bis 12 zugeführt werden und die Suspension am Ende der Fällung bei den gleichen Temperaturen
durch Zusatz von Aluminiumsulfat und/oder Mineralsäure auf pH-Werte von etwa 1,5 bis etwa 8 eingestellt
wird.
Setzt man verdünnte Alkalisilicatlösung mit verdünnter Aluminiumsalzlösung bei Raumtemperatur
unter Einhaltung eines alkalischen pH-Wertes des Gemisches um, so entstehen im allgemeinen gallertartige
Niederschläge, die nach dem Auswaschen und Trocknen wegen ihrer Härte und ihrer Transparenz
nicht als Pigmente in den obengenannten Anwendungsgebieten benutzt werden können. Erhöht man andererseits
die Konzentration der Reaktionsteilnehmer unter den vorgenannten Bedingungen, so daß sich eine
Pigmentkonzentration von mehr als 70 g/l, bezogen auf das bei 1050C getrocknete Pigment, ergibt, so
kann der ganze Behälterinhalt erstarren oder klumpig werden.
Durch die erfindungsgemäße langsame Fällung bei stark erhöhter Temperatur, insbesondere 50 bis 1000C,
und durch den Zusatz von Aluminiumsulfat und/oder Mineralsäure zur Suspension am Ende der Fällung
ebenfalls bei erhöhter Temperatur treten überraschenderweise die vorgenannten Nachteile nicht auf,
und man erhält dagegen ein Natriumaluminiumsilicat, welches sich infolge seiner röntgenamorphen und
praktisch neutralen Beschaffenheit in vorteilhafter Weise als Pigment zur Aufhellung von Papier und zur
Verbesserung der Deckfähigkeit von Dispersionsfarben eignet.
Es ist dabei gleichgültig, ob zur Fällung die gesamte Alkalisilicatlösung vorgelegt wird und die Aluminiumsulfatlösung
hinzuläuft oder ob nur ein Teil der Alkalisilicatlösung zusammen mit Wasser vorgelegt
wird und die restliche Silicatlösung gemeinsam mit
709 617/513
der Aluminiumsulfatlösung bei alkalischen pH-Werten eingespeist wird.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform wird gerade so viel Wasser vorgelegt, daß der Rührer die
Flüssigkeit von Anfang an, d. h. ein Fünftel bis ein Zehntel des Volumens der zufließenden Reaktionslösungen, erfaßt. Da die Suspension jederzeit dünnflüssig
bleibt, reichen zum Mischen normale, langsamlaufende Blatt- oder Gitterrührer aus. Als Alkalisilicat
wird das wohlfeile, handelsübliche Natron-Wasserglas mit einem Molverhältnis Na2: SiO2 = 1: 3,36 bevorzugt.
Es liefert erstklassige Pigmente. Es können aber auch Natriumsilicate mit anderem Molverhältnis sowie
Kaliumsilicate verwendet werden.
- Untersuchungen zeigten, daß Niederschläge mit Pigmenteigenschaften dann entstehen, wenn die elektronenmikroskopische
Primärteilchengröße 25 bis etwa 100 Millimikron beträgt und die Primärteilchen zu Haufwerken von 200 bis etwa 1200 Millimikron
Größe vereinigt sind.
Diese Teilchengröße und Aggregation wird erfindungsgemäß besonders leicht erhalten, wenn die
Fällung langsam und bei erhöhter Temperatur durchgeführt wird. Praktisch werden Fällzeiten von etwa
30 Minuten bis etwa 10 Stunden je nach Größe des Fällbehälters und Qualität des Pigmentes bei Temperaturen
von 50 bis 1000C benötigt. Die Konzentration
der Reaktionsteilnehmer soll so eingestellt werden, daß die Suspension am Ende der Fällung 20 bis 150 g/l
Pigment, bezogen auf die bei 1050C getrocknete Substanz, enthält.
Die bei Raumtemperatur und rascher Fällung erhältlichen Teilchen haben demgegenüber Durchmesser
von 10 bis 20 Millimikron. Die daraus gebildeten Sekundäraggregate zerfallen beim Ansäuern leicht
unter Verlust der Pigmenteigenschaften.
Die nach dem beanspruchten Verfahren hergestellten Aggregate, bestehend aus Primärteilchen von 25 bis
100 Millimikron, bleiben demgegenüber auch bei starkem Ansäuern erhalten, und ihre Wirkung wird
eher noch verbessert.
In einem geschlossenen, mit Rückflußkühler versehenen,
301 fassenden Rührbehälter aus säurebeständigem Stahl werden 5,41 verdünntes, handelsübliches
Natronwasserglas (Molverhältnis 1:3,35; Dichte 1,115) vorgelegt.
Die Vorlage wird indirekt mit einem Gasbrenner auf 90° C erhitzt und während der gesamten Dauer des
Prozesses auf dieser Temperatur gehalten.
Es werden dann innerhalb 75 Minuten 10,3 1 AIuminiumsulfatlösung,
Dichte 1,025, unter Rühren mit einem Blattrührer eingetragen. Anschließend wird die
Suspension bei 9O0C unter Rühren tropfenweise mit
128 ml einer 1: 1 verdünnten Schwefelsäure versetzt, bis ein pH-Wert von 2,8 erreicht ist.
Der Niederschlag wird abfiltriert, durch Waschen mit Wasser von den bei der Reaktion entstandenen
Salzen und überschüssiger Säure befreit, bei 1050C getrocknet und auf einer Stiftmühle vermählen.
Es werden 730 g eines weichen, voluminösen Pulvers mit folgenden Eigenschaften erhalten:
Schüttgewicht, g/l 130
pH-Wert der 4gewichtsprozentigen
wäßrigen Aufschlämmung 6,5
BET-Oberfläche, m2/g 440
SiO8, Gewichtsprozent 76,1
Al2O3, Gewichtsprozent 5,9
Na2O, Gewichtsprozent 3,0
Glühverlust, Gewichtsprozent 14,6
45
In einem geschlossenen, mit Rückflußkühler versehenen, 301 fassenden Rührbehälter aus säurebeständigem
Stahl werden 4,21 Wasser vorgelegt.
Die Vorlage wird mit einem Gasbrenner indirekt auf 6O0C erhitzt und während der Fällung auf dieser
Temperatur gehalten. Nun wird eine auf 13 Gewichtsprozent SiaO-Gehalt verdünnte Lösung von Wasserglas
(Molverhältnis 1: 3,36) zugesetzt und, sobald in der Vorlage der p-Wert 12 erreicht ist, eine Aluminiumsulfatlösung
mit 1,4 Gewichtsprozent Al2O3-Gehalt
an einer anderen, der Einflußstelle der Silicatlösung gegenüberliegenden Stelle zufließen gelassen.
Die miteinander reagierenden Lösungen werden mittels Strömungsmesser so dosiert, daß in 100 Minuten
12,61 Silicatlösung und 11,61 Aluminiumsulfatlösung
eingetragen sind. Die Suspension wird mit einem Blattrührer, Durchmesser 20 cm, Höhe 5 cm, 50 bis
70 Umdrehungen pro Minute gerührt. Während der Fällung wird durch Regelung der Zulaufgeschwindigkeit
der Aluminiumsulfatlösung im Medium ein pH-Wert von etwa 12 aufrechterhalten.
Nach Ablauf von 100 Minuten ist die Fällung beendet. Die Suspension wird bei 6O0C durch Zusatz
von Aluminiumsulfatlösüng auf pH 6 eingestellt. Das Rühren wird noch 15 Minuten lang fortgesetzt. Die
Suspension enthält 75 g Pigment pro Liter (bei 105 0C getrocknet.)
Der Niederschlag wird abfiltriert, gewaschen, bei 1050C getrocknet und auf einer Stiftmühle vermählen.
Man erhält 2100 g eines feinen weißen Pulvers mit folgenden Eigenschaften:
Schüttgewicht, g/l 70
pH-Wert der 4gewichtsprozentigen
wäßrigen Aufschlämmung 7,5
BET-Oberfläche, m2/g 260
Mittlere elektronenmikroskopische
Primärteilchengröße, Millimikron 30
Die Primärteilchen sind nach dem elektronenmikroskopischen Befund zu Sekundäraggregaten von 0,2
bis 2 Mikron, im Mittel 1 Mikron, vereinigt. Kristallstruktur: Röntgenamorph.
Die folgende Tabelle zeigt die Überlegenheit des erfindungsgemäß hergestellten Pigmentes gegenüber
handelsüblichen Calcium- und Aluminiumsilicaten.
Optische Eigenschaften eines mit 4 Gewichtsprozent gefüllten Papierblattes, gemessen mit einem elektrischen
Remissionsphotometer bei einer Lichtwellenlänge von 460 ηιμ
| Stoff | Alaunbedarft1) g/Al2(SO4)3/kg Pigment |
Weiß | gehalt | Transparenz · 10a |
| Handelsübliches Calciumsilicat I | 466 510 118 108 50 |
75,2 75,8 75,7 74,3 78,0 |
87,8 87,8 89,1 89,1 89,2 |
4,85 4,98 5,67 6,42 4,23 |
| Handelsübliches Calciumsilicat II | ||||
| Handelsübliches Aluminiumsilicat I | ||||
| Handelsübliches Aluminiumsilicat II | ||||
| Nach Beispiel 2 der Erfindung hergestelltes Alumi niumsilicat |
0) 4 g Füllstoff mit dest. H2O auf 100 ml aufgefüllt. Aluminiumsulfatlösung 50 g A12(SO4)3/1 bis pH 4,5 in 15 bis 20 Minuten
zulaufen gelassen. Automatischer Titrator. Nachreaktionszeit 5 Sekunden.
(2) Remission eines Papierblattes über einer schwarzen Unterlage.
(3) Remission einer Papierschicht von solcher Dicke, daß kein Licht durchdringen kann (= Weißgehalt).
(4) Die Transparenz wird nach der Formel
bestimmt. Dabei bedeutet
m — Remission eines Papierblattes über einer weißen Unterlage mit bekanntem Weißgehalt (79,8 %)·
η — Remission eines Papierblattes über einer schwarzen Unterlage mit bekanntem Weißgehalt (0,8 %)·
Die Opazität eines Papiers ist um so besser, je kleiner der Wert für die Transparenz ist.
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung eines Natriumaluminiumsilicat-Pigmentes
durch Fällung aus Alkalisilicatlösungen und Aluminiumsulfatlösungen
zur Aufhellung von Papier und zur Verbesserung der Deckfähigkeit von Dispersionsfarben, dadurch
gekennzeichnet, daß die Reaktionsteilnehmer langsam innerhalb eines Zeitraumes
von etwa 30 Minuten bis etwa 10 Stunden einer wäßrigen Vorlage entweder, gleichzeitig oder
nacheinander bei Temperaturen von 50 bis 100° C unter Rühren und Einhaltung eines pH-Wertes
von etwa 10 bis 12 zugeführt werden und die Suspension am Ende der Fällung bei den gleichen
Temperaturen durch Zusatz von Aluminiumsulfat und/oder Mineralsäure auf pH-Werte von etwa
1,5 bis etwa 8 eingestellt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fällung unter Rühren mit einem
Blatt- oder Gitterrührer durchgeführt wird.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Fällung eine verdünnte
Wasserglaslösung mit einem Molverhältnis Na2O: SiO2 = 1:3,36 verwendet
wird.
709 617/513 7.67
Bundesdruckerei Berlin
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