-
Walze mit beheizbarer Oberfläche für die Druckbehandlung von Textil-,
Papier- und Kunststoffbahnen Die Erfindung betrifft eine Walze mit beheizbarer Oberfläche
für die Druckbehandlung von Textil-, Papier- und Kunststoffbahnen mit einem stillstehenden
Kern, einem ihn mit Abstand umgebenden stillstehenden Rohr und einem auf dem Rohr
drehbar gelagerten rohrförmigen Mantel, wobei sich zwischen dem Kern und dem Rohr
eine Druckflüssigkeit befindet, die in zwei Bereichen wirkt, die auf der der Gegenwalze
zu- und abgewendeten Seite der Druckwalze angeordnet sind.
-
Es ist eine Walze für die Druckbehandlung von Textil-, Papier- und
Kunststoffbahnen bekannt, bei der Durchbiegungen dadurch vermieden werden, daß eine
Druckflüssigkeit zwischen den stillstehenden Kern und einem zum Umlauf bestimmten,
rohrförmigen Mantel vorgesehen ist. Bei Belastung der Walze stützt sich die Druckflüssigkeit
auf dem Kern ab, der durch entsprechende Dichtungen in zwei Längskammern aufgeteilt
ist. Die Druckflüssigkeit wird jeweils in diejenige Kammer eingeführt, die der Wirkstelle
der Walze zugewandt ist.
-
Die bekannte Walze hat im Betrieb verschiedene Nachteile. So ergibt
sich eine -schlechte Abdichtungsmöglichkeit für die Druckflüssigkeit, die aus Öl
besteht, während des Betriebs am inneren Umfang des zum Umlauf bestimmten, rohrförmigen
Walzenmantels. Die innere Umfangsfläche dieses Walzenmantels muß deshalb feiest
bearbeitet, in diesem Fall gehohnt sein.
-
Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß die Abdichtungsleisten auf
dem Kern gegenüber dem rohrförmigen Walzenmantel nicht druckgebend nachstellbar
sind, wodurch erhebliche Spaltverluste auftreten. Ferner muß die Druckflüssigkeit,
da die Walzenoberfläche auch beheizt werden soll, sowohl unter Druck als auch gleichzeitig
beheizt in den Zwischenraum zwischen dem stillstehenden Kern und dem zum Umlauf
bestimmten, rohrförmigen Walzenmantel eingeführt werden. Das hat zur Folge, daß
das erhitzte öl bei hohen Temperaturen erheblich dünnflüssig wird, so daß es sich
auf die Dauer sehr schlecht abdichten l'äßt. Versuche haben gezeigt, daß diese Spaltverluste
bis zu 2 Liter pro Meter Arbeitsbreite betragen. Aus diesem Grund mußte die Druckflüssigkeit
zum Aufrechterhalten des Druckes ständig nachgefördert werden.
-
Es ist auch schon eine Walze für Druckbehandlungen bekannt, deren
stillstehendem Kern ein stillstehendes Rohr zugeordnet ist, zwischen denen sich
die Druckflüssigkeit in zwei Bereichen befindet, die auf der der Gegenwalze zu-
und abgewendeten Seite der Druckwalze angeordnet sind. Innerhalb dieser Bereiche
befindet sich die Druckflüssigkeit in elastischen Druckkörpern, die Längskammern
bilden. Derartige elastische Druckkörper sind nicht nur aufwendig in der Herstellung,
sondern bedingen auch einen großen Aufwand an elastischem Werkstoff, aus dem sie
bestehen, weil sie allseitig geschlossen sind und zum größten Teil am Außenumfang
des Kerns bzw. am Innenumfang des Rohres anliegen.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die vorgenannten Nachteile
und Mängel zu vermeiden und eine Walze mit beheizbarer Oberfläche für die Druckbehandlung
von Textil-, Papier- und Kunststoffbahnen zu schaffen, bei der Durchbiegungen auf
hydraulischem Wege vermieden werden. Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch
gelöst, daß die Bereiche für das Druckmittel unmittelbar von der Oberfläche des
Kerns und des stillstehenden Rohres und von in Nuten vorgesehenen und mit Dichtungsstreifen
abgedeckten Druckschläuchen begrenzt wird. Dadurch werden großflächige, elastische
Druckkörper vermieden. Bei der Erfindung werden die ohnehin schon vorhandenen und
flüssigkeitsdicht ausgebildeten Oberflächen von Kern und Rohr als Wandungen für
die Druckkammern der Druckflüssigkeit ausgenutzt.
-
Bei der praktischen Ausführung können die Nuten, die Druckschläuche
und die Dichtungsstreifen in sich geschlossene Schleifen bilden. Dabei sind die
Druckmittelbereiche und die Druckschläuche zweckmäßig über Druckleitungen im Kern
mit Druckmittel beaufschlagbar.
-
Diese Walze hat gegenüber der bekannten Walzen folgende Vorteile:
Für die Druckgebung der Walze sowie für ihre Beheizung können getrennte Öle mit
verschiedener Viskosität verwendet werden. Das unter Druck eingeführte Öl, das sich
zwischen dem stillstehenden Kern und dem ihm zugeordneten stillstehenden Rohr befindet,
braucht nur zwischen stillstehenden
Körpern abgedichtet zu werden.
Die auf dem Kern auf der der Gegenwalze zu- und abgewendeten Seite angeordneten
Dichtungsleisten, die eine in sich geschlossene Schleife bilden und unter denen
die eine in sich geschlossene Schleife bildenden Druckschläuche angeordnet sind,
werden unter Druck und nachstellbar an den inneren Umfang des stillstehenden Rohres
gedrückt und gewährleisten somit eine gute Abdichtung.
-
Da die Druckflüssigkeit nur gegenüber stillstehenden Körpern abgedichtet
werden muß, nämlich ein stillstehender Kern. und ein stillstehendes Rohr, brauchen
die Dichtflächen nicht feinst bearbeitet, z. B. gehont, sondern nur normal bearbeitet
zu werden.
-
Durch die Anordnung der Beheizung in dem zum Umlauf- bestimmten rohrförmigen
Walzenmantel wird das Heizöl fast drucklos, d. h. nur im Durchlauf, in den Mantel
eingeführt und ist demzufolge viel besser abzudichten. Außerdem kann jede ge-
wünschte
Temperatur der Walze, unabhängig von dem Drucköl zwischen dem stillstehenden Kern
und dem stillstehenden Rohr, eingestellt werden. Ferner kann der äußere Walzenmantel
mit Dampf beheizt oder auch mit Wasser gekühlt werden.
-
Die Erfindung ist in der Zeichnung an Hand eines Ausführungsbeispiels
veranschaulicht. Es zeigt F i g. 1 die Walze gemäß der Erfindung, teilweise im Schnitt
nadh Linie 1-I der F i g. 2, F i g. 2 einen Schnitt nach Linie H-II der F i g. 1
und F i g. 3 einen Schnitt nach Linie IH-IH der F i i.-1-Die Walze besteht aus einem
stillstehenden Kern 10, in dessen Oberfläche Nuten 12 eingelassen sind, die aus
der Oberfläche des Kerns 10 zwei Bereiche 13, 14 abteilen, von denen der
eine auf der Gegenwalze 11 zugewendeten Seite des Kerns und der andere auf der der
Gegenwalze 11 abgewendeten Seite des Kerns liegt. In jeder Nut 12 ist ein Druckschlauch
15 vorgesehen, der eine in sich geschlossene Schleife bildet. Auf den Druckschläuchen
15 befinden sich Dichtungsstreifen 16 aus einem beliebigen Dichtungswerkstoff, die
zum Teil in die Nuten 12 eingelassen sind und auch in sich geschlossene Schleifen
bilden. Dem stillstehenden Kern 10 ist ein stillstehendes Rohr 17 zugeordnet, in
dem an beiden Enden Büchsen 18 angebracht sind. Der Innendurchmesser der Büchsen
18 ist größer als der Außendurchmesser des Kerns 10, so daß das Rohr 17 gegenüber
dem Kern 10 radial beweglich ist. Die Dichtungsstreifen 16 liegen dagegen an der
Innenfläche des Rohres 17 auf Grund ihrer Elastizität dichtend und mittels der Druckschläuche
15 nachstellbar an und verlieren deshalb ihre dichte Anlage auch nicht bei einer
radialen Bewegung des Rohres 17.
-
Auf dem Rohr 17 ist mittels Wälzlager 19 ein umlaufender, rohrförmiger
Mantel 20 gelagert, der mittels eines Zahnrades 21 antreibbar ist. Die Oberfläche
des Walzenmantels 20 kann mit einem beliebigen, nicht weiter dargestellten, an sich
bekannten Bezug versehen sein und wirkt mit der Gegenwalze 11 zusammen. Das Rohr
17 ist an seinem einen Ende mit einem Außenbund 22 und an seinem anderen Ende mit
einem Ring 23 versehen. Sowohl in. dem Außenbund 22 als auch in dem Ring 23 sind
Dichtungsringe 24 angeordnet, die einen zwischen ihnen befindlichen Ringkanal 25
abdichten. In dem umlaufenden Walzenmantel 20 sind, auf seinem ganzen Umfang verteilt
und über seine ganze Länge reichend, Bohrungen 26 vorgesehen, die an beiden Enden
des Mantels 20 in kurze radiale Bohrungen 27 auslaufen, die in die Ringkanäle 25
münden. Die Ringkanäle 25 sind mit kurzen, radial und axial verlaufenden Bohrungen
28, 28' verbunden. Zum Beheizen des Walzenmantels 20 wird erhitztes Öl durch die
Bohrungen 28 dem stillstehenden Rohr 17 zugeführt, durch die Leitungen 26 geleitet
und durch die Bohrungen 28' in dem Ring 23 wieder abgeführt.
-
Die Walze wird über die Leitungen 29 oder 29', die im Kern 10 zu den
Bereichen 13 oder 14 führen, unter Druck gesetzt, je nachdem, ob die Walze an die
Gegenwalze 11 gedrückt oder von ihr abgehoben werden soll. Gleichzeitig kann die
Walze auch über die Walzenzapfen 30, 30' angestellt werden. Die Druckschläuche 15
werden über nicht weiter dargestellte Bohrungen im Kern 10 beaufschlagt. Die Druckschläuche
15 müssen nicht unbedingt einen kreisförmigen Querschnitt haben, sondern können
einen beliebig geformten Querschnitt haben, so daß die Dichtungsstreifen 16 entfallen
können.