DE1242800B - Formbindemittel - Google Patents
FormbindemittelInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. Cl.:
B22c
Deutsche Kl.: 31 bl -1/16
Nummer: 1 242 800
Aktenzeichen: H 55241VI a/31 bl
Anmeldetag: 20. Februar 1965
Auslegetag: 22. Juni 1967
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Formbindemittel
für Gießformen und ferner eine mit diesem Bindemittel und Formsand vermischte Formmasse
zur Herstellung von Formen oder Kernen, die vorzugsweise gebrannt werden oder durch Zusatz bestimmter
Komponenten nach dem Kohlendioxydverfahren gehärtet werden.
Zur Herstellung von Gießformen sind zahlreiche Bindemittel bekannt, die den Formsand binden und
ihm die gewünschten Eigenschaften verleihen, wie z. B. Festigkeit, und zwar sowohl eine ausreichende
Naßfestigkeit, um die Form während des Trocknens formbeständig zu halten, als auch eine gute Trockenfestigkeit.
Ferner muß sich die Formsandmischung stampfen lassen, sie soll nach dem Gießvorgang ohne
Schwierigkeiten wieder verwendbar sein und muß Formen ergeben, mit denen Formkörper mit guter
Oberflächenbeschaffenheit hergestellt werden können.
Beim Metallguß ergeben sich bei Verwendung von Formen aus bekannten Formmassen erbebliche
Schwierigkeiten durch das »Einbrennen«, nämlich durch das feste Anhaften von Sand an der Oberfläche
des Formkörpers. Dieser intensiv, gebundene Sand ist schwer zu entfernen, und selbst die Beseitigung
von verhältnismäßig geringen Einbrennungen erfordert beträchtliche Schleif- oder Sandstrahlbehandlungen.
Eine weitere Schwierigkeit beruht darauf, daß Schlacke und Formkörper miteinander reagieren
können, wobei die Schlacke einen Teil des Metalls im Guß verdrängt, was zu dem sogenannten »Ceroxydfehler«
führt.
Ein weiterer Nachteil bekannter Formmassen ist die schlechte Lagerbeständigkeit von nach dem
Kohlendioxydverfahren ohne Brennen gehärteten Kernen und Formen. Obgleich das Kohlendioxydverfahren
für mehrere Anwendungsgebiete geeignet ist, hat es bisher wegen der kurzen Lagerfähigkeit
keine weitere Verbreitung gefunden.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugründe,
ein Formbindemittel vorzuschlagen, mit dem man mit Formsand und Wasser eine Formmasse
erhält, die gute Naß- und Trockenfestigkeitswerte ergibt sowie die übrigen Eigenschaften aufweist, die
zur Herstellung von Formen zum Gießen fehlerfreier Metallkörper erforderlich sind und gleichzeitig
das Problem des Einbrennens und der Ceroxydfehler beseitigt, so daß bei verhältnismäßig geringen Materialkosten
hochwertige, weitgehend sandfreie Oberflächen erhalten werden. Weiterhin soll die neue
Formmasse nach dem Kohlendioxydverfahren zur Herstellung von Gießkernen mit langer Lagerfähig-Formbindemittel
Anmelder:
Harvest Queen Mill & Elevator Company,
Dallas, Tex. (V. St. A.)
Vertreter:
Dr. rer. nat. J. D. Frhr. v. Uexküll, Patentanwalt,
Hamburg 52, Königgrätzstr. 8
Hamburg 52, Königgrätzstr. 8
Als Erfinder benannt:
Philip Hooven Santmyer,
Derwyn Jennings, Plainview, Tex. (V. St. A.)
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 21. Dezember 1964
(420 133),
vom 24. Februar 1964
(347 019),
vom 28. Dezember 1964
(421 585),
vom 6. April 1964 (357 808) -
keit verwendbar sein, deren Oberflächenbeschaffenheit beim Gießen von Metallkörpern eine weitgehend
fehlerfreie Metalloberfläche liefert.
Dieses wird gemäß Erfindung durch ein Formbindemittel erreicht, welches gekennzeichnet ist durch
einen Gehalt an feinteiligem Eisenoxyd und feinteiliger Stärke und/oder feinteiligem Lignosulfonat
wie Alkali-, Erdalkali- oder Ammoniumlignosulfonat.
Vorzugsweise enthält das Formbindemittel etwa gleiche Gewichtsmengen an Eisenoxyd einerseits und
Stärke und/oder Lignosulfonat andererseits. Für bestimmte Zwecke kann noch ein Halogenid wie Ammoniumhalogenid,
Alkalihalogenid oder Erdalkalihalogenid, vorzugsweise Ammoniumchlorid oder Natriumchlorid, in etwa der gleichen Menge wie jede
der anderen Komponenten zu dem Bindemittel gegeben werden. Die unter Verwendung eines derartigen
Formbindemittels hergestellte Formmasse ist gekennzeichnet durch einen Gehalt an Sand und,
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bezogen auf die Gesamtmasse, mindestens etwa 1 Gewichtsprozent Wasser, mindestens etwa 1,5 Gewichtsprozent
Eisenoxyd und insgesamt mindestens etwa 1 Gewichtsprozent Stärke und/oder Lignosulfonat,
wobei die Gesamtmenge an Eisenoxyd plus Stärke und/oder Lignosulfonat höchstens 9 Gewichtsprozent
beträgt.
Vorzugweise liegen bei der Formmasse das Eisenoxyd und die Stärke und/oder das Lignosulfonat in
enger Verbindung vor. Wenn sie Halogenide enthält, so ist es zweckmäßig, wenn die Formmasse Eisenoxyd,
Stärke und/oder Lignosulfonat und Halogenid in Gewichtsverhältnis von 1:1:1 enthält.
Nach einer anderen bevorzugten Ausführungsform gemäß Erfindung enthält die Bindemittelmischung
aus Eisenoxyd und Stärke und/oder Lignosulfonat mit Sand noch eine wäßrige Wasserglaslösung.
Typische Bindemittelmischungen gemäß Erfindung bestehen etwa zur Hälfte aus Eisenoxyd und zur
Hälfte aus Stärke und/oder einem Lignosulfonat, wobei die Bestandteile vorzugsweise eine Teilchengröße
zwischen etwa 0,15 und 0,075 mm aufweisen und innig miteinander vermischt sind. Derartige Bindemittel
werden mit einem Formsand, vorzugsweise einem hochwertigen Silicasand, der selbst nicht bindend
ist, vermischt, mit einer verhältnismäßig geringen Menge Wasser versetzt und dann gründlich
vorzugsweise in einem Kollergang miteinander vermischt. Eisenoxyd, Stärke bzw. Lignosulfonat werden
vorzugsweise vor der Zugabe zu Sand und Wasser gut miteinander vermischt. Anschließend wird dann
aus der Formmasse die Naßform in der gewünschten Gestalt auf bekannte Weise, vorzugsweise durch
Stampfen hergestellt.
Die Naßform kann dann zum Gießen von Metallkörpern nach dem bekannten Naßformverfahren verwendet
werden; vorzugsweise wird die Form bzw. der Kern vor der Verwendung getrocknet, um eine
Verbindung des Bindemittels mit den in der Formmasse dispergierten Sandteilchen herbeizuführen. Die
Form kann auf verschiedene Weise getrocknet werden, z. B. je nach Dicke der Form durch halbstündiges
oder längeres Erhitzen in einem Ofen von 150° C. Zum Gießen von Metallkörpern wird nach
den in der Gießereipraxis gebräuchlichen Verfahren gearbeitet.
Die erhaltenen Gußteile weisen eine von Einbrennungen
und Ceroxydfehlern weitgehend freie Oberfläche auf, was vermutlich darauf beruht, daß das
Eisenoxyd in der innigen Mischung mit dem Lignosulfonat oder der Stärke eine reduzierende Atmosphäre
hervorruft, die einer Reaktion des Eisens im Guß mit Siliciumdioxyd entgegenwirkt, weil das SiIiciumdioxyd
vorzugsweise mit dem Eisenoxyd reagiert. Der gleiche Vorgang erklärt auch die Verhinderung
von Ceroxydfehlern; vermutlich reagiert das Eisenoxyd in der durch die Stärke oder das
Lignosulfonat gegebenen reduzierenden Atmosphäre mit der Schlacke und hält dadurch die Bildung von
Ceroxydfehlern auf.
Um Formen von genügender Festigkeit zu erhalten, soll der Gehalt der Formmasse an Bindemittel nicht
über etwa 9% liegen; liegt der Bindemittelgehalt jedoch unter 2 bis 3 °/o, ist die Form für die meisten
Zwecke nicht fest genug.
Der kritische Mindestgehalt der Formmasse an Eisenoxyd beträgt 1 bis 2 % und der Mindestgehalt
an Stärke und/oder einem Lignosulfonat 1 %. Der Mindestgehalt von 1,5 °/o Eisenoxyd bezieht sich auf
den Fall, daß das Bindemittel vorab gemischt wird. Es wurde überaschenderweise gefunden, daß etwa die
doppelte Menge Eisenoxyd, d. h. etwa 3 °/o, benötigt wird, wenn das Bindemittel nicht vorher gemischt
wird, sondern Sand, Eisenoxyd, Stärke und/oder Lignosulfonat und Wasser zusammen in einen Kollergang
gegeben und vermischt werden. Dies beruht wahrscheinlich darauf, daß das Eisenoxyd an den
Stärketeilchen haftet und so in enger Verbindung mit der Stärke oder dem Lignosulfonat vorliegt, wodurch
ein Zusammenwirken bei der Herstellung des Gusses gefördert wird. Wenn die Formmasse weniger als
etwa 1,5 °/o Eisenoxyd enthält, falls das Eisenoxyd nicht vorab mit der Stärke oder dem Lignosulfonat
vermischt wird und die Masse weniger als etwa 3% Eisenoxyd enthält, so wird die Wirksamkeit der
Formmasse in bezug auf die Reduzierung des Einbrennens und der Ceroxydfehler wesentlich geringer.
Bei einem Wassergehalt von unter 1 %, bezogen auf die Gesamtformmasse aus Bindemittel und Sand,
ist die Festigkeit der Form unbefriedigend. Bei einem höheren Wassergehalt als etwa 4 bis 5 % treten beim
Gießen oft nachteilige Wirkungen an den Formkörpern auf. Bei Zusatz geringer Mengen Ammoniumhalogenid,
Alkalihalogenid oder Erdalkalihalogenid zum Bindemittel oder zu der Formmasse ist
die Verwendung verhältnismäßig geringer Mengen Wasser eher möglich. Um also mit einer Mindestmenge
von etwa 1 % Wasser arbeiten zu können, ist es vorteilhaft, ein Metallhalogenid zuzusetzen.
Ohne Metallhalogenid ist die günstigste Mindestmenge an Wasser etwa doppelt so hoch, d. h. etwa 2
bis 3 %. Wenn das Bindemittel jedoch für eine Formmasse verwendet wird, die nach dem Kohlendioxydverfahren
gehärtet werden soll, wird vorzugsweise kein Metallhalogenid zugesetzt.
Stärke und Eisenoxyd mit einer Teilchengröße von unter 0,15 mm wurden zu gleichen Gewichtsteilen
trocken miteinander vermischt. Dann wurden 4 Gewichtsteile dieses Bindemittels gründlich mit 2 Gewichtsteilen
Wasser und 94 Gewichtsteilen reinem Silicasand mit einer Teilchengröße von unter 0,20 mm
vermischt. Aus der erhaltenen Masse wurde ein zylindrischer Probekern (ein Zylinder mit einem
Durchmesser und einer Höhe von 5 cm) geformt. Diese Form hatte eine Naßdruckfestigkeit von etwa
0,06 kg/cm2 und eine Naßreißfestigkeit von sieben Stoßen, gemessen nach einem Standardprüfverfahren
in einem Standard-Stoßtestapparat (entsprechend »Molding Methods and Materials«, American Foundrymen's
Society, 1. Auflage, 1962, S. 290 bis 295). Dann wurde die Form 30 Minuten in einem Ofen
bei 150° C gebrannt. Die erhaltene trockene Form hatte eine Druckfestigkeit von etwa 3,50 kg/cm2 und
eine Reißfestigkeit von etwa 2,14 kg/cm2.
Nach Beispiel 1 wurden mehrere Versuche mit verschiedener Zusammensetzung der Formmasse
wiederholt, wobei die Zusammensetzung der Formmassen und die Druckfestigkeiten der daraus hergestellten
Naß- und Trockenformen in Tabelle A wiedergegeben sind:
| Versuch Nr. |
Sand Gewichtsprozent |
Bindemittel * Gewichtsprozent |
Wasser Gewichtsprozent |
Druckfestigkeit der Naßform kg/cms |
Druckfestigkeit der gebrannten Form kg/cmä |
| 1 | 98 | 1 | 1 | 0,020 | 2,10 |
| 2 | 97 | 2 | 1 | 0,025 | 2,27 |
| 3 | 96 | 3 | 1 | 0,033 | 2,39 |
| 4 | 97 | 1 | 2 | 0,055 | über 3,50 |
| 5 | 96 | 2 | 2 | 0,057 | über 3,50 |
| 6 | 95 | 3 | 2 | 0,055 | über 3,50 |
| 7 | 96 | 1 | 3 | 0,050 | über 3,50 |
| 8 | 95 | 2 | 3 | 0,067 | über 3,50 |
| 9 | 94 | 3 | 3 | 0,078 | über 3,50 |
| 10 | 95 | 1 | 4 | 0,043 | über 3,50 |
| 11 | 94 | 2 | 4 | 0,062 | über 3,50 |
| 12 | 93 | 3 | 4 | 0,081 | über 3,50 |
* Gleiche Gewichtsteile Fe2Og und Stärke.
Es wurde eine getrocknete Form gemäß Beispiel 1 hergestellt und beim Stahlguß verwendet. Nach Entfernen
des Kerns erhielt man ein sehr vollkommen ausgebildetes Gußstück mit einer vergleichsweise
glatten Oberfläche ohne Einbrennungen oder Ceroxydfehler.
Bei entsprechenden Versuchen mit Formmassen gemäß Beispiel 2 ergeben die Massen nach
Versuch 6, 9 und 12 Formkörper von großer Vollkommenheit ohne wesentliche Einbrennungen und
Ceroxydfehler. Formkörper aus Massen nach den Versuchen 5, 8 und 11 zeigten zwar eine recht gute
Qualität, waren jedoch nicht annähernd so gut wie die nach Versuch 6, 9 und 12 erhaltenen Formkörper.
Die aus den Massen nach Versuch 1, 2, 3, 4, 7 und 10 hergestellten Formkörper waren auf Grund der
geringen Festigkeit der Kerne erodiert. Hieraus geht hervor, daß 1 % Wasser die Grenze darstellt, daß
1 °/o Bindemittel zu wenig ist und daß zur Herstellung von hochwertigen Formkörpern eine Mindestmenge
von etwa 1,5 % Eisenoxyd erforderlich ist.
Beispiel 1 wurde wiederholt, jedoch wurde das Bindemittel noch mit Natriumchlorid in einer Teilchengröße
von unter 0,15 mm versetzt. Das Gewichtsverhältnis der einzelnen Komponenten in der Formmasse
betrug etwa 2 Teile Eisenoxyd, 2 Teile Stärke,
2 Teile Natriumchlorid, 2 Teile Wasser und 92 Teile Sand. Die Naßform wies eine Druckfestigkeit von
0,054 kg/cm2 und eine Reißfestigkeit von ebenfalls über 3,50 kg/cm2 auf.
Ein analog Beispiel 3 hergestelltes Eisengußstück hatte eine glatte Oberfläche ohne wesentliche Einbrennungen;
einen Gußkörper aus Stahl an Stelle von Eisen zeigte keine Ceroxydfehler und ebenfalls
keine Einbrennungen.
Die vorstehenden Beispiele wurden wiederholt, wobei jedoch Calcium- bzw. Natriumlignosulfonat an
Stelle von Stärke verwendet wurde. Es wurden im wesentlichen die gleichen Ergebnisse erhalten.
Beispiel 1 wurde wiederholt, jedoch wurde das Bindemittel nicht vorher gemischt, sondern Eisenoxyd,
Stärke, Wasser und Sand wurden einzeln in den Kollergang gegeben.
Aus der erhaltenen Formmasse wurden Kerne hergestellt und diese zum Gießen von Stahlkörpern verwendet.
Hierbei traten wesentlich stärkere Einbrennungen als bei Verwendung eines vorab, d. h. vor
dem Zusatz zu Sand und Wasser, gemischten Bindemittels auf. Versuche zeigten, daß etwa die doppelte
Menge Eisenoxyd erforderlich ist, wenn das Bindemittel nicht vor Herstellen der Formmasse für sich
hergestellt ist.
Bei Vergleichsversuchen zwischen Formmassen mit und ohne Metallhalogenid wurde ein Bindemittel aus
50 Gewichtsprozent Eisenoxyd und 50 Gewichtsprozent Stärke mit verschiedenen Mengen Wasser
und Sand vermischt in einer zweiten Versuchsreihe Formmasse mit einem Bindemittel aus gleichen Gewichtsteilen
Eisenoxyd, Stärke und Natriumchlorid hergestellt. In beiden Versuchsreihen wurde zur Herstellung
der Formmassen der gleiche Sand, nämlich ein hochgradiger Silicasand aus Guion, Arkansas,
verwendet. In beiden Versuchsreihen wurde die Druckfestigkeit der Naßformen und der gebrannten
Formen (30 Minuten bei 150° C) bestimmt. Die Ergebnisse sind in Tabelle B wiedergegeben.
| Versuch Nr. |
Bindemittel A * (ohne Halogenid) °/o |
Bindemittel B ** (mit Halogenid) °/o |
HäO °/o |
Sand Vo |
Naß1 Kern A |
Druckfestig Orm Kern B |
keit, kg/cmä gebranr Kern A |
ite Form Kern B |
| 1 | 1 | 1 | 1 | 98 | 0 | 0,025 | 0 | 0,028 |
| 2 | 2 | 2 | 1 | 97 | 0 | 0,027 | 0 | ; 0,098 |
| 3 | 3 | 3 | 1 | 96 | 0 | 0,030 | 0 | 1,47 |
| 4 | 1 | 1 | 2 | 97 | 0,052 | 0,048 | 2,17 | 1,78 |
| 5 | 2 | 2 | 2 | 96 | 0,092 | 0,053 | 2,38 | 2,87 |
| 6 | 3 | 3 | 2 | 95 | 0 | 0,063 | 0 | >3,50 |
| 7 | 1 | 1 · | 3 | 96 | 0,061 | 0,043 | > 3,50 | 3,36 |
| 8 | 2 | 2 | 3 | 95 | 0,097 | 0,120 | >3,50 | >3,50 |
| 9 | 3 | 3 | 3 | 94 | 0,134 | 0,134 | >3,50 | >3,50 |
* Gleiche Teile Eisenoxyd und Stärke.
** Gleiche Teile Eisenoxyd, Stärke und Natriumchlorid.
** Gleiche Teile Eisenoxyd, Stärke und Natriumchlorid.
Aus Tabelle B in dem vorstehenden Beispiel gehl hervor, daß man bei Verwendung eines Metallhalogenide
mit 1 °/o Wasser zur Herstellung einer Form auskommt, während auf der anderen Seite ohne
Zusatz eines Metallhalogenide etwa 2 % Wasser oder mehr verwendet werden müssen.
Als Halogenid ist für die erfindungsgemäßen Formmassen
jedes beliebige Alkalihalogenid oder Erdalkalihalogenid geeignet. So können z.B. Kaliumchlorid,
Natriumbromid, Calciumchlorid oder Magnesiumchlorid verwendet werden. Ebenso ist, wie
oben gezeigt wurde, ein Ammoniumhalogenid geeignet.
Wenn bei der vorliegenden Erfindung die Formen nach dem Kohlendioxydverfahren gehärtet werden
sollen, werden Sand, Eisenoxyd, Stärke oder ein Lignosulfonat und SiO2/Na2O gründlich miteinander
vermischt, wozu die Mischung vorzugsweise 5 Minuten lang gekollert wird. Hierbei können die verschiedensten
Sande verwendet werden, jedoch wird ein Silicasand mit einer Teilchengröße von etwa 0,215 mm
bevorzugt.
Die auch als »Wasserglas« bezeichneten SiO2-Na2O-Lösungen
sind im Handel mit verschiedene^! SiO2-Na2O-Verhältnissen erhältlich. Von diesen können
Produkte mit einem SiO2-Na2O-Verhältnis von
bis zu 4:1 (Gewichtsteile) verwendet werden (darüber
hinaus wird das Natriumsilikat so viskos, daß es ein Gel bildet), jedoch werden Produkte mit einem SiO0-Na2O-Verhältnis
von 2 :1 bevorzugt. Die besten Ergebnisse bei der Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens werden mit einer SiO2-Na2O-Lösung mit
einem spezifischen Gewicht von 1,5 erhalten. Dies entspricht etwa einer zur Hälfte aus Wasser und zur
Hälfte aus SiO2-Na2O bestehenden Mischung.
Besonders gute Ergebnisse werden bei Verwendung von etwa 4 Gewichtsprozent SiO2-Na2O-Lösung,
bezogen auf die Gesamtmenge Sand, erhalten, jedoch ist.der SiO2-Na2O-Gehalt nicht kritisch, und es ist
lediglich wichtig, daß eine wirksame Menge zugegen ist. Beispielsweise wurden mit etwa 2 bis 8 °/o befriedigende
Ergebnisse erzielt. Zur Erzielung einer Dimensionsbeständigkeit der Form können noch
geringe Mengen Kaolin, etwa in der Größenordnung von 0,1 bis 3 Gewichtsprozent und vorzugsweise von
0,1 bis 1 Gewichtsprozent, bezogen auf die Gesamtmenge Sand, zugesetzt werden.
Das Eisenoxyd wird vorzugsweise in einer Menge von 1 bis 5 Gewichtsprozent, bezogen auf die Gesamtmenge
Sand, eingesetzt. Besonders gute Ergebnisse werden mit etwa 2 Gewichtsprozent erzielt.
Ebenso werden vorzugsweise etwa 1 bis 5 Gewichtsprozent Stärke oder Lignosulfonat, bezogen auf die
Gesamtmenge Sand, verwendet. Die besten Ergebnisse werden mit etwa 2 Gewichtsprozent, d. h. von
etwa 1 bis 3 Gewichtsprozent, gelatinierte Stärke oder Lignosulfonat erhalten.
Die Stärke wird vorzugsweise als gelatinierte Stärke verwendet, d. h. als Stärke, die durch Behandlung
nach bekannten Verfahren aufnahmefähiger für Wasser gemacht worden ist.
Nachdem die genannten Komponenten gut vermischt sind, wird aus der erhaltenen Masse auf übliche
Weise ein Kern hergestellt. Dies kann durch Anwendung von Druck wie beispielsweise durch
Stampfen oder nach anderen bekannten Verfahren erfolgen. Danach wird Kohlendioxyd in den Kern
eingebracht. Dies kann nach einem beliebigen bekannten Verfahren durchgeführt werden, beispielsweise
indem Kohlendioxyd in kleine in die Formmasse eingelassene Röhrchen eingeblasen wird. Die
im Einzelfall gewählte Methode hängt von der Art des herzustellenden Kernes und insbesondere von
Größe und Form des Kernes ab. Es ist lediglich wichtig, daß auf irgendeine Weise Kohlendioxyd in
die Formmasse eingebracht wird.
Der Kern wird so lange mit einer wirksamen Menge Kohlendioxyd behandelt, bis er gehärtet ist.
Bei vielen Kernen reicht eine Behandlungsdauer von 30 Sekunden aus. Danach kann der gehärtete Kern
direkt für den Gießvorgang verwendet oder bis zur Verwendung längere Zeit gelagert werden.
Die nach dem vorstehend beschriebenen Verfahren
hergestellten Kerne sind wesentlich länger lagerfähig als die nach den bekannten C02-Verfahren hergestellten.
Das folgende Beispiel dient der weiteren Erläuterung, die vorliegende Erfindung ist jedoch nicht auf
dieselben beschränkt.
In einem Kollergang wurden 454 g Silikatsand mit einer Teilchengröße von 0,215 mm 5 Minuten lang
gründlich mit 22,7 g SiO2-Na2O-Lösung mit einem
spezifischen Gewicht von 1,54 und einem Verhältnis von SiO2 zu Na2O von 2:1 sowie mit 91g Eisenoxyd
und 91 g gelatinierter Stärke vermischt.
Die erhaltene Mischung wurde aus dem Kollergang entfernt und eine zur Herstellung eines zylindrischen
Kernes von 5,08 cm Durchmesser und 5,08 cm Höhe ausreichende Menge in einen entsprechenden
zylindrischen Behälter gegeben. Das Material wurde dann in dem Behälter zu einem Kern mit
den Abmessungen 5,08 · 5,08 gestampft.
Der Kern wurde dann auf eine Unterlage gestellt und ein zylindrischer Behälter mit offenem Boden
darübergestülpt. Hierfür kann ein Behälter jeder beliebigen Abmessung verwendet werden; im vorliegenden
Beispiel wurde ein solcher von etwa 8,9 cm Durchmesser und etwa 10,2 cm Höhe verwendet.
Der Behälter war oben mit einem Kohlendioxydeinlaß versehen und am unteren Rande etwas gezackt,
so daß das Kohlendioxyd zwischen dem Behälterboden und der Unterlage, auf welcher der Kern
stand, abströmen konnte. Dann wurde durch die obere Öffnung 30 Sekunden lang Kohlendioxyd mit
einem Druck von etwa 0,035 atü in den Behälter geblasen, welches durch den gezackten unteren Rand
wieder abströmte. Nach Abnehmen des Behälters war der Kern zu einem Körper von guter Festigkeit und
vollkommener Form gehärtet.
Auf gleiche Weise wurde ein Vergleichskern hergestellt, bei welchem Eisenoxyd und Stärke aus der
Formmasse herausgelassen wurden. Der erhaltene Kern hatte nach der Kohlendioxydbehandlung eine
gute Anfangsfestigkeit und eine vollkommene Form.
Beide Kerne — der erste wurde mit Kern A und der zweite mit Kern B bezeichnet — wurden in einer
Atmosphäre von 20 % relativer Luftfeuchtigkeit bei einer Temperatur von etwa 27° C gelagert. Nach
Tagen wurden beide Kerne einem Druckfestigkeitstest unterworfen. Kern A wies eine Druckfestigkeit
von etwa 14 kg/cm2 auf, während Kern B nur eine Druckfestigkeit von 7 kg/cm2 hatte.
Claims (7)
1. Formbindemittel für Gießformen, gekennzeichnet durch einen Gehalt an feinteiligem
Eisenoxyd und feinteiliger Stärke und/oder feinteiligem Lignosulfonat wie Alkali-, Erdalkalioder
Ammoniumlignosulfonat.
2. Formbindemittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es gleiche Gewichtsmengen
an Eisenoxyd einerseits und Stärke und/oder Lignosulfonat andererseits enthält.
3. Formmasse unter Verwendung eines Bindemittels nach den Ansprüchen 1 und 2, gekennzeichnet
durch einen Gehalt an Sand und, bezogen auf die Gesamtmasse, mindestens etwa 1 Gewichtsprozent Wasser, mindestens etwa
1,5 Gewichtsprozent Eisenoxyd und insgesamt mindestens etwa 1 Gewichtsprozent Stärke und/
oder Lignosulfonat, wobei die Gesamtmenge an Eisenoxyd plus Stärke und/oder Lignosulfonat
höchstens 9 Gewichsprozent beträgt.
4. Formmasse nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Eisenoxyd und die Stärke
und/oder das Lignosulfonat darin in enger Verbindung miteinander vorliegen.
5. Formmasse nach den Ansprüchen 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß sie noch ein Halogenid
wie Ammonium-, Alkali- oder Erdalkalihalogenid enthält.
6. Formmasse nach den Ansprüchen 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß sie Eisenoxyd,
Stärke und/oder Lignosulfonat und Halogenid im Gewichtsverhältnis von 1:1:1 enthält.
7. Formmasse nach den Ansprüchen 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß sie Wasserglas enthält.
Applications Claiming Priority (4)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US35780864A | 1964-04-06 | 1964-04-06 | |
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Family Applications (1)
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| BE (1) | BE660200A (de) |
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| FR (1) | FR1429542A (de) |
| GB (1) | GB1024149A (de) |
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Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2688791B1 (fr) * | 1992-03-20 | 1995-06-16 | Roquette Freres | Composition liante pour la preparation d'un nouvel agglomere a base de materiaux finement divises, procede mettant en óoeuvre cette composition et nouvel agglomere obtenu. |
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1965
- 1965-02-20 DE DE1965H0055241 patent/DE1242800B/de active Pending
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- 1965-02-24 FR FR6779A patent/FR1429542A/fr not_active Expired
- 1965-02-24 GB GB805065A patent/GB1024149A/en not_active Expired
- 1965-02-24 BE BE660200D patent/BE660200A/xx unknown
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3403583A1 (de) * | 1984-02-02 | 1985-08-08 | Seaders, John, Corvallis, Oreg. | Bindemittelgemisch zur verfestigung |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| BE660200A (de) | 1965-06-16 |
| FR1429542A (fr) | 1966-02-25 |
| NL6502230A (de) | 1965-08-25 |
| GB1024149A (en) | 1966-03-30 |
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