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Zich- und übergabevorrichtung für Bohrgestänge od. dgl. Die Erfindung
betrifft Zieh- und übergabevorrichtungen für Bohrgestänge od. dgl. Derartige Zieh-
und übergabevorrichtungen sind beispielsweise aus der deutschen Patentschrift
1063 096 und aus der britischen Patentschrift 907 824 bekannt. Diese
bekannten Zieh- und übergabevorrichtungen sind mit am Bohrgestänge abwechselnd angreifenden
Halteorganen ausgestattet, welche ihrerseits an wechselläufig längs eines Bohrgerüstes
auf- und abbewegten Ziehplattformen angeordnet sind. Bei der durch die letztgenannte
Patentschrift bekanntgewordenen Zieh- und übergabevorrichtung greifen die genannten
Halteorgane jeweils abwechselnd unter die Gestängeverbinder des Bohrgestänges. Diese
Halteorgane der bekannten Anordnung haben die Form von mit Bezug auf das Bohrgestänge
radial ein- und ausfahrbaren Haltebacken, deren Radialbewegung durch Drehen eines
die Backen und das Bohrgestänge umgebenden Nockenringes erzielt wird.
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Voraussetzung für ein einwandfreies Funktionieren dieser bekannten
Anordnung ist, daß die mit diesen Halteorganen ausgestatteten, wechselläufig auf-
und abbewegten Ziehplattformen bezüglich ihrer Auf- und Abbewegung sehr genau zueinander
synchronisiert sind und daß andererseits die Halteprofile der Haltebacken sehr genau
zu den Unterkantenprofilen der Gestängeverbinder komplementär sind, da sonst bei
ungenauer Synchronisierung der Ziehplattformbewegungen und bei Maßungenauigkeiten
der Haltebacken bei dem sehr rauhen Betrieb des Gestängeziehens bzw. des Gestängeeinfahrens
schwere Beschädigungen der Außenflächen der Gestängeverbinder auftreten können,
durch die wiederum die einwandfreie Zusammenwirkung der verschiedenen Halteorgane
der betreffenden Ziehplattformen in Frage gestellt und damit der Zieh- bzw. Einfahrvorgang
erheblich gestört werden kann.
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Durch die Erfindung soll die Aufgabe gelöst werden, einerseits ein
schonenderes Greifen der Gestänceverbinder durch die Halteorgane der Ziehplattformen
zu erzielen und andererseits trotzdem eine wesentliche Vereinfachung der Gesamtanordnung
dieser Ziehplattformen und ihrer Hubmechanismen zu ermöglichen.
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Demgemäß geht die Erfindung von einer Zieh- und übergabevorrichtung
für Bohrgestänge od. dgl. mit an wechselläufi- auf- und abbewegten Ziehplattformen
angeordneten, unter die Gestängeverbinder C erreifenden Halteorganen aus, und eine
derartige Zieh-und übergabevorrichtung ist gemäß der Erfindung C
durch zwei
lose, jeweils durch einseitig aneinander angelenkte, halbkreisfönnige Schellenhälften
gebil-C dete, mit den Gestängeverbinderunterpartien zusammenwirkende Tragschellen
gekennzeichnet, die in zyklischer Folge von zwei Manipulatoren abwechselnd übernommen,
an das Bohrgestänge angelegt, gehalten und vom Bohrgestänge abgenommen werden, welche
ihrerseits an zwei Ziehplattformen angeordnet sind, die fortgesetzt von einer die
Tragschellenübernahme bestimmenden mittleren Aus-"angsstellung 47 aus gegenläufig
nach unten und oben und sodann wieder in diese Ausgangsstellung zurückbewegt werden.
Die Bewegungen der beiden Ziehplattformen verlaufen also im wesentlichen derart
- genläufig, daß einmal das Bohrgestänge mittels der ge im
unteren
Ziehplattform gezogen wird, während die obere Ziehplattform nach abwärts in eine
übergabestellung wandert, in welcher sie der unteren Ziehplattform im wesentlichen
gegenübersteht. Sind diese Stellungen erreicht, so findet die übergabe bzw. übernahme
des Bohrgestänges in der oben beschriebenen Weise statt, worauf zum anderen die
obere Ziehplattform das Bohrgestänge weiterzieht, während die untere Ziehplattform
in eine tiefer gelegene Stellung zurückkehrt, in welcher der Manipulator der unteren
Ziehplattform die betreffende, an den jeweils nächsten Gestängeverbinder angelegte
Tragschelle greift, so daß das Gewicht des Bohrgestänges von der unteren Ziehplattform
übernommen werden kann und sich das Arbeitsspiel wiederholt. Während des
übergabevorganges
legen sich die Halteorgane der beiden Manipulatoren gleichzeitig auf gleicher Höhe
und vorzugsweise im wesentlichen symmetrisch zueinander an die betreffende, zu übernehmende
Tragschelle an.
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Die beiden Manipulatoren der erfindungsgemäßen Zieh- und überaabevorrichtung
weisen infolgedessen zweckmäßig nach einem weiteren Erfindungsmerkmal jeweils mit
Bezug auf den jeweils anderen Manipulator in der achssenkrechten Ebene umfangsmäßig
versetzt angeordnete, von außen an die Tragschellen anlegbare, sie haltende und
dabei deren Schellenhälften zusammenhaltende Haltebacken auf. Diese Manipulator-Haltebacken
sind erfindungsgemäß mit Bezua auf die Zieh lattformen um quer zur Bohr-C, p gestängeachse
liegende Achsen schwenkbar. Die Innenprofile der Tragschellen sind vorzugsweise
den Außenprofilen der Gestängeverbinder-Unterpartien angepaßt.
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Zur Erzielung eines in weggeschwenkter Stellung der Haltebacken möglichst
großen Zwischenraumes zwischen dem Bohrgestänge und den Manipulatoren, welcher für
eine freie Rückbewegung der Ziehplattformen an dem Bohrgestänge vorbei erforderlich
ist, und zur Einhaltung einer möglichst gedrängten Bauweise ist die Anordnung vorzugsweise
so getroffen, daß in der Stellung ., in welcher die Haltebacken an die betreffende
Tragschelle angelegt sind, die Wirkungslinien der resultierenden Auflagerkräfte
an den Anlageflächen der Haltebacken die Schwenkachsen der betreffenden Haltebacken
schneiden. Außerdem sind die Berührungsflächen der Haltebacken einerseits und die
mit ihnen zusammenwirkenden Gegenflächen der Tragschellen andererseits zur Erzielung
kleiner spezifischer Flächenpressungen zueinander komplementär geformt und vorzugsweise
so an den Ziehplattformen angeordnet, daß bei einer möglicherweise unter der Einwirkung
des Gewichtes des zu ziehenden Bohrggestänges erfolgenden Verformung der die Haltebacken
tragenden Bauelemente die Haltebacken sich zusammen mit dem Bohrgestänge im Sinn
eines Ausgleiches der diese Verformung erzeugenden Kräfte bewegen. Zu diesem Zweck
sind vorzugsweise die Haltebacken des einen Manipulators an nach oben weisenden
Armen der unteren Ziehplattforin und diejenigen des anderen Manipulators an nach
unten weisenden Armen der oberen Ziehplattform angeordnet. Die Berührungsflächen
der Haltebacken mit den Tragschellen sind zweckmäßig mit Bezug auf die Schwenkachsen
der Haltebacken konvex und diejenigen der Tragschellen dementsprechend konkav ausgebildet.
Die zusammenwirkenden Berührungsflächen der Haltebacken einerseits oder/ und der
Tragschellen andererseits können mit Reibbelägen versehen sein. Vorzugsweise schließen
die Wirkungslinien der Auflagerkräfte der Haltebacken einen Winkel von
181 mit der Horizontalen ein.
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Die Erfindung wird nachstehend an Hand einer bevorzugten Ausführungsform
unter Bezugnahme auf die Zeichnunaen erläutert. In den Zeichnungen stellt dar F
i g. 1 eine Aufsicht auf einen Teil eines Manipulators der erfindungsgemäßen
Zieh- und übergabevorrichtung., F i g. 2 einen Längsschnitt durch den in
F i g. 1
dar-estellten Teil der erfindungsgemäßen Vorrichtung längs der in
F i g. 1 angedeuteten gebrochenen Ebene X-X, F i g. 3 eine zur Hälfte
gezeichnete, teilweise geschnittene Aufsicht auf einen weiteren Teil eines Manipulators
der erfindungsgemäßen Vorrichtung, F i 1-. 4 eine teilweise geschnittene Aufsicht
auf den in F i g. 3 dargestellten Teil des Manipulators der erfindungsgemäßen
Vorrichtung in zwei verschiedenen Arbeitsstellungen, F i g. 5 einen Schnitt
durch den in F i g. 3 gezeigten Teil der erfindungsgemäßen Vorrichtung längs
der Ebene V-V in F i g. 3 und F i g. 6 einen schematischen Steuerungsplan
zum Absenken und Ziehen des Bohrgestänges einer Bohranlage, welche mit der erfindungsgemäßen
Zieh- und übergabevorrichtung nach den F i g. 1 bis 5 ausgerüstet
ist.
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Wie aus den F i g. 1 und 2 der Zeichnungen hervorgeht, hat
die erfindungsgemäße Tragschelle 1 die Gestalt einer Muffe, welche die zwischen
den einzelnen Rohrlängen angeordneten Gestängeverbinder 2 umfaßt. Die Tragschelle
ist längs der Ebene 3-3 geteilt, und die beiden Schellenhälften sind an einer
Stelle 4 schamierartig miteinander verbunden, so daß die Tragschelle an den betreffenden
Gestängeverbinder angelegt oder von diesem abgenommen werden kann.
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Die Innenseite der Tragschelle 1 ist an das Profil der Gestängeverbinder
angepaßt. An ihrer Außenseite weist die Tragschelle 1 Vorsprünge
5 und 6 auf, welche symmetrisch zu der Ebene 3-3 liegen. Diese
Vorsprünge weisen Anlageflächen 7 und 7' auf, deren Formgebung aus
F i g. 2 der Zeichnungen ersichtlich ist und mit welchen an die Tragschelle
1
anlegbare Haltebacken 8 und 8' zusammenwirken. Diese Anlageflächen
sind jeweils Zylinderflächen, deren Krümmungsachsen jeweils mit den Achsen von Haltebacken-Schwenklagerungen
9 und 9' zusammenfallen. Befinden sich die Haltebacken 8 und
8'
nicht in Arbeitsstellung, so sind sie in eine Stellung geschwenkt, welche
in F i g. 2 der Zeichnungen für die Haltebacken 8' in gestrichelten
Linien angedeutet ist. Die Haltebacken 8 und 8' sind an von der unteren
Ziehplattform wegragenden Armen 10 und lO', von denen einer in F i
g. 2 der Zeichnungen gezeigt ist, angelenkt.
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Die Vorsprünge 5 und 6 weisen außerdem Anlageflächenpaare
11 und 11' auf, die ähnlich geformt sind wie die Anlageflächenpaare
7 und 7, die jedoch die Form von Teilzylinderflächen haben, deren
Krümmungsachsen mit den Achsen von Haltebacken-Schwenklagerungen 13 und
13' entsprechend schwenkbarer Haltebacken 12 und 12' zusammenfallen. Die
Schwenklagerungen 13 und 13' sind an von der oberen Ziehplattform
nach unten ragenden Armen 14 und 14' angeordnet, von welchen wiederum nur einer
in Fig. 2 der Zeichnungen dargestellt ist. Sind die Haltebacken 12 und 12' aus der
Arbeitsstellung abgeschwenkt, so nehmen sie eine Stellung ein, welche für die Haltebacke
12 in F i g. 2 der Zeichnungen in gestrichelten Linien angedeutet ist.
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An den Haltebacken 8 und 8' sowie 12 und 12' können
Reibbeläge befestigt sein, welche in F i g. 2 der Zeichnungen bei
15 und bei 16 angedeutet sind und welche so geformt sind, daß sie
sich an die Profile der Anlageflächen 7 und 7' bzw. 11 und
11' anlegen.
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Es ist leicht einzusehen, daß infolge des Bestrebens der Arme
10 und 10' bzw. 14 und U', sich unter dem Gewicht des von den Haltebacken
8 und 8' oder
von den Haltebacken 12 und 12' gehaltenen
Bohrgestänges zu verformen, der auf die Tragschelle 1
wirkende Druck nachläßt
und das Bohrgestänge unter der Wirkung der Schwerkraft geringfügig nach abwärts
rückt. Wegen des festen Sitzes der Reibbeläge 15 und 16 an den Anlageflächen
7 und 7" bzw. 11
und 11' und wegen der besonderen Formgebung
dieser Anlageflächen werden jedoch hierbei die Haltebacken 8 und
8' bzw. 12 und 12' um ihre Lagerungsachsen so weit verschwenkt, bis sie eine
neue Gleichgewichtsstellung einnehmen. Die Halterungen sind außerdem so starr ausgebildet,
daß zu starke Verformungen der von der Ziehplattform wegragende Arme vermieden werden,
so daß keine, weitere Verschwenkung der Haltebacken 8 und 8' bzw.
12 und 12' mehr eintritt und folglich eine solche weitere Verschwenkung nur im Fall
ernster Störungen, beispielsweise bei Stößen infolge Verklemmung des Bohrgestänges,
zu befürchten ist.
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Um die Schwenklagerungen 9 und 9' sowie 13 und
13' teilweise von den Auflagerkräften zu entlasten, sind sie mit walzenförmigen,
die Auflagerkräfte aufnehmenden Stützrollen 17 und 17' bzw.
18 und 18'
ausgerüstet.
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Sind die Haltebacken 8 und 8' bzw. 12 und 12' von dem
Bohrgestänge weggeschwenkt, so ist der freie Raum zwischen ihnen groß genug, daß
die C CD
Tragschelle 1 durch Aufklappen längs ihrer Scharnierachse
4 geöffnet und aus der Anlagestellung in eine in F i g. 1 der Zeichnungen
bei I' und 4' in strichpunktierten Linien angedeutete, zurückgezogene Stellung
gezogen werden kann.
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Um das Anlegen oder Abnehmen der Tragschellen an das bzw. von dem
Bohrgestänge während des Bohr-, Absenk- oder Ziehvorganges vornehmen zu können,
ist gemäß der Erfindung ein Manipulator vorgesehen, welcher mittels einer Halteplatte
an der ihn tragenden Ziehplattform befestigt ist. Diese Halteplatte weist Führungen
für einen mit Bezug auf die Gestängeachse achssenkrecht verschiebbaren Schlitten
auf, welch letzterer mit um achsparallele Schwenkachsen schwenkbaren Greifern versehen
ist, die jeweils mit den beiden Schellenhälften der Tra,-, schellen it zusammenwirken.
Die Bewegungen der mittels Druckmittelantrieben bewegbaren Greifer werden erfindungsgemäß
durch Leitkulissen gesteuert, die ihrerseits ebenfalls mittels Antriebseinrichtungen
bewegt werden können. Die verschiebbaren Schlitten und die Leitkulissen werden vorzugsweise
durch aetrennte Antriebe betätigt.
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Gemäß einer bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform werden sowohl
der Antrieb für die verschiebbaren Schlitten als auch der Antrieb für die Leitkulissen
von hydraulischen Druckmittelantrieben gebildet.
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Wie eingangs dargelegt wurde, ist an jeder Ziehplattform ein Manipulator
zum Anlegen und Ab-
nehmen der Ringelernente angeordnet. Um eine gegenseitige
(F Behinderung der beiden Manipulatoren c
während der übergabe des Bohrgestänges
von einer Ziehplattform zu der jeweils anderen Ziehplattform zu vermeiden, sind
die Manipulatoren so an ihren Ziehplattformen befestigt, daß diese sich auf gering-fügig
verschiedenen Höhen befinden, wenn sie jeweils in der mittleren Ausgangsstellung
die Tragschellen einander übergeben.
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Unter Bezugnahme auf die F i g. 3, 4 und 5 der Zeichnunaen
wird nun einer der beiden erfindungs-C gemäßen Manipulatoren im einzelnen weiter
erläutert. In diesen Zeichnungen sind gleiche Teile wie in den F i g. 1 und
2 der Zeichnungen auch mit gleichen Bezugszeichen versehen.
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Der Manipulator ist an einer Halteplatte 20 Angel ordnet, an welcher
U-Schienen 21 befestigt sind, die zur Führung eines Schlittens dienen, welcher von
zwei, an ihren Enden mit Gleitstücken 23 versehenen Platten gebildet wird.
In F i g. 4 der Zeichnungen ist der erfindungsgemäße Manipulator der Einfachheit
halber in zwei Hälften dargestellt, von denen eine den Manipulator in vollständig
zurückgezogener Stellung und die andere denselben in vollständig ausgefahrener Stellung
zeigt. Die mit dem Manipulator verbundenen Teile sind ebenfalls in den entsprechenden
Endstellungen gezeigt. Auch F i g. 5 der Zeichaungen zeigt den erfindungsgemäßen
Manipulator in zwei Halbdarstellungen, aus welchen die jeweiligen Endstellungen
hervorgehen. Während jedoch in F i g. 5 der Zeichnungen die Halteplatte.
20 mit den auf ihr angeordneten Teilen der Anordnung gezeigt ist, ist diese in F
i g. 4 der Zeichnungen zur Verdeutlichung der Darstellung weggelassen.
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Die Tragschelle 1 ist in zwei Hälften l' und
Y'
geteilt, welche bei 4 (in der ausgefahrenen Stellung bei 4" angedeutet)
scharnierartig miteinander verbunden und beide jeweils mit einer Ringnut
25 versehen sind, in welche ein Greiferpaar 26 und 27 zum Festhalten
der Tragschelle eingreifen kann. Die Greifer 26 und 27 sind bei 28
und 29 schwenkbar an die Halteplatte 22 angelenkt und werden durch Zugfedern
30 und 31 in eine Stellung gedrängt, in welcher sie die Tragschelle
1 umfassen. Mit den Schwenkachsen 28 und 29 der Greifer
26 und 27
sind Hebel 32 und 33 fest verbunden, welche
ebenfalls von den Zugfedem 30 und 31 gegen Gleitflächen 34 und
35 von Leitkulisson 36 und 37 aedränot werden. Diese Leitkulissen
36 und 37 sind unter Zwischenschaltung von Abstandshaltem
38 und 39 und von Plattenpaaren 40 und 41, welche an den Leitkulissen
36 und 37 mittels beispielsweise bei 42 und 43 bzw. 42' und 43' angedeuteten
Schrauben befestigt sind, an der Halteplatte 20 festgeschraubt. Die Schrauben 42'
und 43' weisen Mittelabschnitte auf, welche durch Schlitze 44 und 45 hindurchragen,
so daß die Leitkulissen 36 und 37 mittels Verbindungsstücken 46 (46')
und 47 (47') zwischen den Lagerungszapfen 48 und 49 eines Antriebselementes
50
und den Lagerungszapfen 51 (5Y) und 52 (52') der Leitkulissen
selbst bewegt werden können. Ln der Halteplatte 20 sind Führungsschlitze
53 (53) und 54 (54") vorgesehen, welche diese Bewegung gestatten.
Das Antriebselement 50 wird über eine Kolbenstange 55 eines hydraulischen
Zylinders 56 betätigt, welcher, mit Druckmittel beaufschlagt, die Kolbenstange
55
zur Auseinanderspreizung oder zur Zusammenrückung der Leitkulissen
36 und 37 in der einen oder anderen Richtung bewegt.
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Die Leitkulissen 36 und 37 dienen außerdem als Führungen
für Vorsprünge 57 und 57' der beiden Schellenhälften I' und
V' der Tragschelle 1. Diese Vorsprünge ragen in Führungsnuten der
Leitkulissen hinein und werden durch eine mittlere Führungsschiene 58, gegen
welche sie sich abstützen, daran gehindert, wieder aus der Führungsnut herauszutreten.
Die mittlere Führungsschiene 58 ist an ihrem Ende abgerundet, damit die Greifer
26 und 27 die beiden Schellenhälften Y und V' vollständig in diejenige
Stellung
führen können, in welcher sie den betreffenden Gestängeverbinder des Bohrgestänges
ganz umfassen.
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Die den Führungsschlitten bildenden Platten 22 können mit Hilfe zweier
hydraulischer Antriebe 59
und 60 auf das Bohrgestänge zu- und von diesem
wegbewegt werden, wobei diese Antriebe schwenkbar einerseits an den genannten Platten
22 und andererseits an der Halteplatte 20 angelenkt sind.
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Der Bewegungsablauf der verschiedenen Teile der Manipulatoren der
erfindungsgemäßen Zieh- und übergabevorrichtung wird im folgenden im einzelnen erläutert,
wobei von einer Stellung ausgegangen wird, wie sie in der unteren Hälfte von F i
g. 4 der Zeichnungen dargestellt ist.
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In dieser Stellung wird das Gewicht des Bohrgestäncres von den Haltebacken
8 (8) bzw. 12 (123
eines anderen, ähnlichen Manipulators weiter oben
bzw. weiter unten aufgenommen, so daß die Haltebacken 8 (8) bzw. 12 (12')
auf der, der dargestellten Halterung entsprechenden Höhe abgeschwenkt sind.
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Die Leitkulissen 36 und 37 werden dann durch Betätigung
der Kolbenstange 55 und der Verbindungsstücke 46 (46) und 47 (47) auseinandergespreizt,
wodurch die Greifer 26 und 27 durch die Hebel 32 und
33 zu Schwenkbewe-Ungen um ihre Schwenklagerungen und von der Mittelachse
des Bohrgestänges weg veranlaßt werden. Soll die Tragschelle an dem Bohrgestänge
belassen werden, so wird eine Haltebackengruppe 8 (8# bzw. 12 (1T) eingeschwenkt,
und diese übernimmt das gesamte Gewicht des Bohrgestänges, worauf die Greifer
26
und 27 ganz von der Tragschelle 1 abgeschwenkt werden, so
daß sie zusammen mit den Platten 22 zurückgezogen werden können. Soll jedoch auch
die Tragschelle entfernt werden, so bleiben die Haltebacken 8 (8') bzw. 12
(12) in abgeschwenkter Stellung, bzw. sie werden abgeschwenkt, und die beiden Schellenhälften
der Tragschelle werden auseinandergespreizt, so daß sie das Bohrgestänge freigeben
und anschließend zusammen mit den beiden Greifern 26
und 27 zurückgezogen
werden können. An den Tragschellenhälften sind Haltezapfen 61 (61') vorgesehen,
welche einen Zusammenhalt zwischen den Greifern und der betreffenden Tragschelle
gewährleisten, während letztere angelegt oder abgenommen wird.
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In F i g. 6 der Zeichnungen sind bei A und B zwei Ziehplattforinen
eines Bohrgerüstes angedeutet. Diese Ziehplattformen werden beispielsweise mittels
hy-
draulischer Hebewerke gegenläufig gemäß der Erfindung zwischen einer Mittelstellung,
in welcher sie einander gegenüberstehen, und einer oberen Grenzstellung bzw. einer
unteren Grenzstellung auf- und abbewegt, wie jeweils aus den Teilfiguren
a, b, c, d
und e der F i la. 6 der Zeichnungen ersichtlich
ist. Die Teilfiguren zeigen den Bewegungsablauf beim Ziehen eines Bohrgestänges.
Die Gestängeverbinder sind bei C bzw. C angedeutet. Die Bezugsbuchstaben
D und D' versinnbildlichen die geteilten Tragschellen 1, wie
sie oben im Zusammenhang mit den F i g. 3 bis 5 der Zeichnungen beschrieben
worden sind und welche das Bohrgestänge umfassen, so daß das Gewicht des Bohrgestäng
es von einer Ziehplattform auf die je-
weils andere Ziehplattform übertragen
werden kann.
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In der in F i g. 6, a der Zeichnun 'gen dargestellten
Stellung wird das Bohrgestänge von der Ziehplattform A (mit Hilfe der zugehörigen
Tragschelle D)
gezogen und wird folglich nach oben bewegt, während die untere
Ziehplattform B, welche eine andere Tragschelle D' mit sich führt, nach unten
wandert. In der aus F i g. 6, b der Zeichnungen ersichtlichen Stellung
haben die beiden Zichplattformen ihre obere bzw. untere Grenzstellung erreicht,
und die Manipulator der Ziehplattform B legt nun die Tragschelle D' an den
Gestän 'geverbinder C an. Hierauf wird das Gewicht des Rohrgestänges durch
die untere Ziehplattform übernommen und die Tragschelle D
der oberen Ziehplattfonn
wird, wie aus F i g. 6, c der Zeichnungen hervorgeht, zurückgezogen.
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Aus F i g. 6, d ist ersichtlich, wie nun die untere
Ziehplattform B aufwärts wandert und dadurch das Bohrgestänge weiterzieht, während
die obere Ziehplattfonn A abwärts wandert und die zugehörige Tragschelle
D mit sich nimmt, bis sich die beiden Ziehplattformen in der Zwischenstellung,
in welcher sie sich gegenüberstehen, treffen (das oberste Bohrgestängerohr ist inzwischen
von dem Gestänge abgeschraubt worden). In dieser Stellung wird die Tragschelle
D' und damit das Gewicht des Bohrgestänges von dem Manipulator der unteren
Ziehplattform an den Manipulator der oberen Ziehplattform übergeben und die Tragschelle
D wird an die untere Ziehplattform übergeben. In dem auf F i g. 6,
e der Zeichnungen ersichtlichen Zustand sind die beiden Tragschellen
D und D' bereits ausgetauscht.
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Das gesamte Bohrgestänge kann also durch Umlauf der beiden Tragschellen
D und D' entlang eines geschlossenen Weges automatisch gezogen werden. Die
Übergabe der Tragschellen von dem einen, an der Halteplatte 20 angeordneten Manipulator
an den jeweils anderen Manipulator der Halteplatte 20 der anderen Ziehplattform
kann leicht dadurch ausgeführt werden, daß die Halteplatten 20 in der zurückgezogenen
Stellung umgedreht werden. Die Tragschellen können jedoch auch unmittelbar von der
oberen Grenzstellung zu der unteren Grenzstellung der beiden Ziehplattforinen transportiert
werden. Hierzu müßte jedoch eine zusätzliche Einrichtung vorhanden sein, was möglicherweise
nicht erwünscht ist.
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Die erfindungsgemäße Zieh- und übergabevorrichtung kann selbstverständlich
auch in umgekehrtem Sinn betrieben werden, wenn das Bohrgestänge nicht g ogen, sondern
abgesenkt werden muß.
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ez t, Die Erfindung betrifft in erster Linie Bohranlagen, doch stellt
dieses Gebiet nicht das einzige Anwendungsgebiet der Erfindung dar. Sie ist vielmehr
überall dort anwendbar, wo es sich darum handelt, stangenartige Körper oder aus
solchen Körpern gebildete Stränge kontinuierlich mittels Transportvorrichtungen
längs bestimmter Bahnen zu bewegen, bei welchen intermittierend und gegenläufig
bewegte Transportelemente der betreffenden Bahn zumindestens abschnittsweise folgen.