DE1138191B - Verfahren zum Zerschneiden von Glastafeln, insbesondere Tafeln aus poliertem Glas - Google Patents
Verfahren zum Zerschneiden von Glastafeln, insbesondere Tafeln aus poliertem GlasInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Zerschneiden von Glastafeln, insbesondere Tafeln aus poliertem
Glas.
Es ist bekannt, daß poliertes Glas Fehler in der Gemischzusammensetzung
und an der Oberfläche aufweisen kann und daß die Endphase seines Herstellungsverfahrens,
das sogenannte »Begutachtungsstadium«, darin besteht, diese Fehler zu markieren, um
beim nachfolgenden Zerschneiden die Schnitte so zu legen, daß fehlerfreie Platten erhalten werden. Die
Aufgabe des sogenannten »Markierers« besteht darin, die besten Teile des Glases auszuzeichnen, indem er
die für die gewünschten Plattengrößen erforderlichen Schnittlinien einzeichnet, ohne daß jedoch durch die
Berücksichtigung der fehlerhaften Stellen überflüssiger Ausschuß entsteht.
Bei den bisher üblichen Arbeitsverfahren sind die großen Glastafeln aufrecht auf Rollen angeordnet und
gleiten langsam vor dem Markierer vorbei. Der Markierer bezeichnet mit Kreide auf diesen Tafeln die
erforderlichen Schnittlinien und das Zerschneiden erfolgt anschließend durch den sogenannten »Schneider«,
welcher mit einem Diamantstift oder mit einem Spornrädchen die von dem Markierer vorgezeichneten
Schnittlinien nachzieht, an denen dann in einer entsprechenden Vorrichtung die Tafel gebrochen
wird.
Nach älteren Verfahren, die nicht zum Stand der Technik gehören, dienen die Fehlstellen im Glas
selbst ohne gesonderte Markierung als Impuls für einen Schneidvorgang. Hierbei hat man den automatischen
Schneidvorgang soweit vervollkommnet, daß der Markierer über die Fehlstellenanzeige und über
ein Vorwahlsystem eingestellter Stücklängen die automatische Schneidung nicht mehr zu markieren braucht,
sondern elektronisch den speicherbaren Schneidauftrag erteilt.
Im Gegensatz hierzu und in Verbesserung der bekannten Verfahren hat sich die Erfindung die Aufgabe
gestellt, ein Verfahren der genannten Art zu schaffen, welches zwar den Markierer nicht überflüssig
macht, das aber einfach durchführbar ist und nur geringen technischen Aufwand erfordert. Diese Aufgabe
wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Tafeln mit Markierungslinien zum Schneiden versehen
sind, die automatisch den Schneidvorgang auslösen. Hierbei können die Markierungslinien aus einer
opaken Farbe bestehen und über eine aus einer fotoelektrischen Zelle und einer Lichtquelle gebildeten
Anordnung den Schneidvorgang auslösen.
Es ist jedoch auch möglich, die Markierungslinien aus einem leitenden Werkstoff herzustellen, so daß
Verfahren zum Zerschneiden von Glastafeln, insbesondere Tafeln aus poliertem Glas
Anmelder:
Compagnie de Saint-Gobain,
Neuilly-sur-Seine, Seine (Frankreich)
Neuilly-sur-Seine, Seine (Frankreich)
Vertreter: Dipl.-Ing. R. H. Bahr
und Dipl.-Phys. E. Betzier, Patentanwälte,
Herne, Freiligrathstr. 19
Herne, Freiligrathstr. 19
Beanspruchte Priorität:
Frankreich vom 6. Juni 1959 (Nr. 796 804)
Frankreich vom 6. Juni 1959 (Nr. 796 804)
Friedrich Jochim, Herzogenrath,
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
diese über einen elektrischen Stromkreis den Schneidvorgang
auslösen.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung können die Schneidlinien aus einem ferromagnetischen
Material bestehen und über ein magnetisches Feld den Schneidvorgang auslösen.
Schließlich kann das Verfahren auch in der Weise verwirklicht werden, daß die Schneidlinien reliefartig
ausgebildet sind und über ein Tastorgan den Schneidvorgang auslösen.
Die Erfindung schlägt ferner eine Vorrichtung zur Durchführung des vorstehend genannten Verfahrens
vor, welche durch einen Tisch zum Schneiden und Brechen der Glastafeln in einzelne Platten und einen
zweiten Tisch zum Schneiden der Platten in Scheiben der gewünschten Endgröße gekennzeichnet ist.
Hierbei kann die Schneidvorrichtung aus einer schräg gegenüber der Vorschubrichtung der Tafel angeordneten
Brücke bestehen, wobei die Schneidvorrichtung längs der Brücke eine kontinuierliche Bewegung
mittels eines Motors und einer Transmission oder endlosen Kette ausführt, die über Riemenscheiben
oder Räder geführt ist, welche an dem die Tafel tragenden Tisch befestigt sind.
Wenn die Schneidvorrichtung mit einer entsprechenden Modellkurve ausgerüstet ist, können anstatt
geradliniger Schnittlinien auch beliebig gekrümmt verlaufende Schnitte markiert werden.
Unabhängig davon, nach welcher der verschiedenen Möglichkeiten gearbeitet wird, ist es vorteilhaft, die
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Größen der auf den Tafeln angezeichneten Ausschnitte über Fernschreiber einer Produktionskontrollstation
zuzuleiten, die die fertigen Glastafeln registriert.
Die Erfindung wird an Hand eines Ausführungsbeispiels für eine Vorrichtung zur Durchführung des
erfindungsgemäßen Verfahrens unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 eine aufrechtstehende, mit Schneidlinien versehene Glastafel, die über einen Rollgang transportiert
wird, - . ίο
Fig. 2 eine Draufsicht auf den Sehneidtisch und die Brechvorrichtung sowie den zweiten Tisch zum
Schneiden der Platten in Scheiben der gewünschten Endgröße,
Fig. 3 einen Schnitt durch die Vorrichtung nach ig
Fig. 2 auf der Linie III-III und
Fig. 4 einen Schnitt auf der Linie IV-IV in Fig. 3.
Die durch den Rollgang 2 bewegte Glastafel 1 bewegt sich aufrechtstehend vor dem Markierer vorbei,
der auf der Tafel horizontale und vertikale Linien 3 und 4 einzeichnet. Die vertikalen Linien 3 geben die
Breite der aus der Tafel herauszuschneidenden Platten und die Linien 4 die Größe der handelsüblichen Scheiben
an. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel werden die Linien mittels einer undurchsichtigen oder
schwächer als Glas durchsichtigen Farbe oder eines schmalen aufgeklebten Bandes erzeugt, wodurch beim
Vorbeigang der Tafel an einer fotoelektrischen durch eine Lichtquelle erhellten Zelle diese durch Veränderung
des elektrischen Stromes der Zelle auf Grund des geringeren Lichteinfalls ein entsprechendes
Schneidwerkzeug einschaltet.
Der Schneidtisch ist in Fig. 2 in Draufsicht dargestellt. Die mit den Linien HI und IV versehene Glasplatte
1 wird durch die Rollen 5 von links nach rechts bewegt, die nach Schließen eines elektrischen Kontaktes
6 durch die Platte angetrieben werden. Wie in der Abbildung dargestellt, kann eine Schneidbrücke 7 fest
über dem Tisch angeordnet sein. Die Brücke bildet jedoch zur Längsrichtung des Tisches einen Winkel,
so daß das Schneidwerkzeug bei sich weiterbewegender Glastafel einen rechtwinklig zu ihrer Bewegungsrichtung
verlaufenden Schnitt herstellt. Die Brücke kann jedoch auch senkrecht zu den Längskanten der
Tafel angeordnet sein und sich während des Schneid-Vorgangs mit gleicher Geschwindigkeit wie die Glastafel
vorwärtsbewegen.
In der Nähe der Kante der Glastafel ist eine von einer Lichtquelle 9 (siehe Fig. 3 und 4) beleuchtete
fotoelektrische Zelle 8 angeordnet. Sobald eine der Linien III den auf die fotoelektrische Zelle fallenden
Lichtstrahl unterbricht, wird der Stromfluß der Zelle verändert und der hieraus resultierende Impuls an
einen elektrischen Verzögerungsstromkeis gegeben, welcher die an der Brücke 7 eingebaute Schneidvorrichtung
10 in Gang setzt. Die Schneidvorrichtung wird von einem Motor 11 über eine Transmission oder
eine Kette 12 mit gleichmäßiger Geschwindigkeit verschoben und ist mit einem Schneidrädchen 13 ausgestattet,
welches beispielsweise durch eine magnetische Einrichtung 14 auf das Glas abgesenkt wird, sobald
die Schneidvorrichtung eingeschaltet ist. Nach dem Schnitt hebt die gleiche magnetische Vorrichtung 14
das Schneidrädchen wieder ab, und der Motor 11 führt die Vorrichtung in die Ausgangsstellung zurück.
Die angeritzte Glastafel wird sodann mit Hilfe einer Einrichtung 18 in einzelne Platten la gebrochen und
durch einen aus Gummibändern gebildeten Förderer 20 einem zweiten Tisch zum Schneiden von Scheiben
der gewünschten Endgröße zugeführt. Der Förderer bewegt die einzelnen Platten la mit einer Geschwindigkeit,
die größer als diejenige ist, mit der die Glastafeln dem Schneidtisch zugeführt werden.
Der zweite Tisch zum Schneiden der Scheiben ist, wie aus Fig. 2 ersichtlich, quer zum ersten Tisch angeordnet.
Zur Übergabe der auf dem Förderer 20 ankommenden Platten la dient eine auf Schienen 21
verfahrbare Laufkatze 22, deren Hebeeinrichtung die betreffende Glasplatte mit Saugnäpfen erfaßt, die Glasplatte
hochhebt und auf dem Rollentisch 24 wieder ablegt.
Nach der Übergabe der Platten auf den zweiten Tisch werden sie zu einer weiteren Schneidvorrichtung
25 transportiert, wo beim Vorbeigang der Linien IV an einer von einer Lichtquelle bestrahlten fotoelektrischen
Zelle die Vorschubbewegung des Tisches unterbrochen und das Schneidwerkzeug, beispielsweise ein
Spornrädchen, über die Glasplatte geschoben wird. Diese Schneidvorrichtung kann die gleiche sein, wie
sie im Zusammenhang mit dem Zerteilen der Tafel 1 in die Einzelplatten la beschrieben worden ist.
Die Markierung der zu zerschneidenden Glastafeln kann auch auf andere Weise erfolgen. So können die
Markierungslinien aus einem leitenden Werkstoff oder aus metallischen oder metallisierten Bändern bestehen,
die mit entsprechenden Kontakten zusammenarbeiten und dadurch einen Stromkreis schließen, der
wiederum die Schneidvorrichtung in Gang setzt. Die Linien können auch aus magnetischem Material oder
aus magnetischen Bändern bestehen, die über entsprechende Mittel auf die Schneidvorrichtung einwirken.
Weiterhin kann eine Vorrichtung verwendet werden, die mit einem Tastorgan relief artig arusgebildete
Schneidlinien abtastet und bei der, sobald der Taster über eine dieser Linien gleitet, ein elektrischer Stromkreis
geschlossen wird, der die Schneidvorrichtung in Gang setzt.
Claims (7)
1. Verfahren zum Zerschneiden von Glastafeln, insbesondere Tafeln aus poliertem Glas, dadurch
gekennzeichnet, daß die Tafeln mit Markierungslinien zum Schneiden versehen sind, die automatisch
den Schneidvorgang auslösen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Markierungslinien aus einer
opaken Farbe bestehen und über eine fotoelektrische Zelle und einer Lichtquelle gebildeten Anordnung
den Schneidvorgang auslösen.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Markierungslinien aus
einem leitenden Werkstoff bestehen und über einen elektrischen Impuls den Schneidvorgang
auslösen.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schneidlinien aus einem
ferromagnetischem Material bestehen und über ein magnetisches Feld den Schneidvorgang auslösen.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schneidlinien reliefartig
ausgebildet sind und über ein Tastorgan den Schneidvorgang auslösen.
6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 5, gekennzeichnet durch
einen ersten Tisch zum Schneiden und Brechen
der Glastafeln in einzelne Platten und einen zweiten Tisch zum Schneiden der Platten in Scheiben
der gewünschten Endgröße.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Schneidvorrichtung (10) aus
einer schräg gegenüber der Vorschubrichtung der Tafel angeordneten Brücke (7) besteht und die
Schneidvorrichtung (10) längs der Brücke (7) eine kontinuierliche Bewegung mittels eines Motors
(11) und eine Transmission oder endlose Kette
(12) ausführt, die über Riemenscheiben oder Räder geführt ist, welche an dem die Tafel tragenden
Tisch befestigt ist.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 1 079 799.
Deutsche Patentschrift Nr. 1 079 799.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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