-
Polsterring aus elastischem Werkstoff für Tragrollen in Förderbandanlagen
Die Erfindung geht aus von einem Polsterring aus elastischem Werkstoff, z. B. aus
Gummi oder Kunststoff, für Tragrollen in Förderbandanlagen u. dgl.
-
Die Förderbänder für stückiges Massengut, beispielsweise zum Transport
von Erde, Erzen, Kohle u. dgl., werden bekanntlich an den Übergabestellen des Gutes
von einem höher gelegenen Förderband zu dem nachfolgenden tiefer liegenden Förderband
ganz besonders beansprucht. Großstückiges, oft scharfkan tiges Fördergut, das als
schwere Brocken in dem zu transportierenden Gut vorhanden ist, treffen bei der Übergabe
infolge der Höhendifferenz mit einer erheblichen Wucht auf das tiefer liegende Förderband
auf und verursachen Risse und Brüche in dem Förderband wodurch die Lebensdauer des
Bandes stark beeinträchtigt wird. Als Aufschlagschutz für Förderbänder kennt man
die Verwendung von sogenannten Polsterringen, die auf einer Bandrolle aus Stahl
gelagert und zu Tragrollensätzen zusammengestellt sind.
-
Diese Polsterringe haben die Aufgabe, durch eine gewisse Eigenelastizität
die Auftreffwucht der Brocken elastisch nachgiebig aufzufangen und dadurch eine
Beschädigung des Förderbandes zu verhüten. Man hat hierbei vorgeschlagen, den Polsterring
als Speichenring auszubilden, der sich in radialer Richtung aus drei Zonen zusammensetzt,
nämlich dem Laufring zur Abstützung des Förderbandes, dem Spann-bzw. Haftring für
die feste oder lösbare Verbindung mit dem Tragrollenmantel und dem Speichenkranz,
der das federnde Auffangen des aufschlagenden Fördergutes bewirkt.
-
Die bei vielen Bandstraßen erzielten Leistungssteigerungen werden
vielfach durch eine Erhöhung der Bandgeschwindigkeiten erzielt. Eine Steigerung
der Bandgeschwindigkeit führt zu einer größeren Abwurfparabel des abfallenden Gutes
an den Übergabestellen.
-
Dadurch prallt das zu fördernde Gut auf das tiefer liegende Förderband
bei den Übergabestellen mit erhöhter Wucht auf und stellt damit größere Anforderungen
an die an den Übergabestellen eingebauten Polsterringe. Da eine Vergrößerung des
Arbeitsvolumens des Polsterringes selbst vielfach aus maßtechnischen Gründen nicht
mehr möglich ist, entsprechen die bisherigen Polsterringe zum Teil nicht mehr den
erhöhten Anforderungen.
-
Es gibt bereits Polsterringe aus elastischem Werkstoff für Tragrollen
in Förderbandanlagen, die einen federnden Ringteil aufweisen. Es handelt sich hierbei
um einen Prallring von massivem Querschnitt. Solche Prallringe sind vielfach nicht
geeignet, wesentlich zum elastischen Abfangen der auf das darüberliegende Förderband
fallenden Stücke des transportierten
Gutes, z. B. der Erzstücke, Steine od. dgl.,
beizutragen.
-
Der homogene Zusammenhang des äußeren Ringteils in Umfangsrichtung
macht den Prallring im ganzen noch verhältnismäßig steif. Diese Steifigkeit und
Starrheit kann auch nur beschränkt gemildert werden, wenn man den äußeren Ringteil
aus einem Werkstoff besonderer Elastizität, z. B. Weichgummi, bildet.
-
Es ist weiterhin bekannt, die Polsterringe für Tragrollen von Förderbändern
in der Weise auszubilden, daß der äußere Umfangsteil mit nach außen bzw. radial
gerichteten freistehenden Ansätzen versehen ist. Diese Ansätze, die mit dem Haftteil
des Polsterringes verbunden sind, weisen Flanken auf, die zueinander parallel liegen.
Hierbei sind die freistehenden radialen Ansätze so ausgebildet, daß diese in Achsrichtung
breiter sind als in der quer zur Achse liegenden Radialebene. Da der Stoß des auf
das Förderband auffallenden stückigen Gutes in Umfangsrichtung, d. h. in Richtung
der genannten Radialebene, wirkt, sind die bekannten Polsterringe mit den freistehenden
Ansätzen nicht geeignet, schwerstes, stückiges Fördergut unter schonender Behandlung
des Förderbandes elastisch aufzufangen. Es ist ferner bekannt, Tragrollen aus einer
Vielzahl von kreuzartig verlaufenden schmalen Scheiben zu bilden, die dicht an dicht
liegen und in axialer Richtung unter Pressung stehen. Durch das Zusammenpressen
der Scheiben zu einem festen Körper wird die Elastizität der Ansätze in radialer
Richtung vermindert, da freistehende Ansätze nicht vorhanden sind. Eine solche Tragrolle
ist auch lediglich für Transportbänder vorgesehen, die körniges Gut üblicher Art
fördern.
-
Die Erfindung hat eine weitere Ausgestaltung von Polsterringen der
genannten Art mit freistehenden
Ansätzen zum Gegenstand. Sie zeichnet
sich dadurch aus, daß der Polsterring in Umfangsrichtung dicht aufeinander folgende
Höcker von an sich bekannter Form eines abgestumpften Kegels oder einer abgestumpften
Pyramide aufweist, deren Querschnittsflächen in Achsrichtung schmaler als in der
zur Achse liegenden Radialebene sind und daß diesem Polsterring seitliche Stützringe
zugeordnet sind und diese Stützringe eine Höhe von etwa zwei Drittel der Höhe des
Polsterringes aufweisen. Vorteilhaft verläuft der Stützring im Querschnitt keilförmig.
-
Durch den erfindungsgemäßen Aufbau des Polsterringes mit den Stützringen
ist es möglich, daß man zur Aufnahme von schwerem und schwerstem Gut Polsterringe
mit verhältnismäßig kleinem Durchmesser verwenden kann, die die schweren Stücke
des fallenden Gutes elastisch aufnehmen, ohne daß das Förderband überbeansprucht
wird. Es ergeben sich dadurch Übergabestellen mit einem verhältnismäßig dichten
aus den Polsterringsätzen bestehenden Rollenbett. In Folge des etwa ovalförmigen
Querschnitts der dicht aufeinander folgenden Höcker in der Weise, daß die lange
Achse in Umfangsrichtung liegt, werden die in Umfangsrichtung wirkenden Kräfte der
auf das Förderband auffallenden Stücke gut aufgenommen, ohne daß die Gefahr eines
Umknickens besteht.
-
Man erzielt eine hohe Arbeitsleistung des Polsterringsatzes in Verbindung
mit einer wirksamen, elastischen Aufnahmefähigkeit der auftretenden Kräfte. Je kleiner
der Außendurchmesser des Polsterringes und je geringer der Abstand dieser Ringe
in Förderrichtung ist, um so besser ist die Arbeitsleistung. Ein größerer Polsterring
hat ein größeres Elastizitätsvolumen. Denn das zu schützende Transportband wird
bei größeren Achsabständen der Polsterringe im Gewebe zerrissen.
-
Es ergibt sich hinsichtlich der gegensätzlichen Forderungen von kleinem
Durchmesser und Elastizität der Polsterringe beim Erfindungsgegenstand ein günstiges
Verhältnis. Die seitlichen Stützringe unterstützen diese Wirkung und man kann den
Polsterring für maximale Beanspruchungen verwenden.
-
Die seitlichen Stützringe können zu jeder Seite des Polsterringes
in Form eines mittengeteilten Stützringes angeordnet sein, wobei die Stützringhälfte
einen Teil des Polsterringes bilden kann. Der Stützring kann aber auch als selbstständiger
Zwischenring angeordnet sein.
-
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in zwei Ausführungsbeispielen
veranschaulicht. Es zeigt Fig. 1 einen Polsterring im Querschnitt, Fig. 2 eine teilweise
Seitenansicht, ausschnittsweise dargestellt, Fig. 3 einen Schnitt nach der Linie
III-III der Fig. 2 md Fig. 4 ein weiteres Ausführungsbeispiel.
-
Der Polsterring 1 weist in Umfangsrichtung dicht aufeinander folgende
Höcker 2 auf. Diese werden von einem ringförmigen, das Fundament für den Höcker
bildenden Teil 3 getragen, an dem sich ein Haftring anschließt. Vorteilhaft besteht
der Haftring 4 aus einer härteren Gummiqualität als die Teile 2 und 3. Der Polsterring
1 ist in üblicher Weise auf einer Welle oder Achse 5, z. B. aus Stahl, gelagert.
Die Höcker 2 sind so ausgebildet, daß ihre Querschnittsfläche 6 im wesentlichen
ovalförmig gestaltet ist. Man kann diese jedoch auch rechtwinklig mit stark abgerundeten
Kanten ausbilden. Hierbei liegt die Längsachse des ovalen Querschnitts in Umfangsrichtung.
-
Bei der Ausführungsform der Fig. 1 weist der mit Höckern versehene
Polsterring für maximale Beanspruchungen zusätzlich einen seitlichen Stützring 8
auf. Diese Stützringe haben eine Höhe bis etwa zwei Drittel der Höhe des Polsterrings.
Die Stützringe können im Querschnitt keilförmig verlaufen. Die Flanken 9 fallen
zu dem Teil 10 in einem schrägen Winkel ab. Zu jeder Seite der Höcker 2 befindet
sich ein mittengeteilter Stützringteil 8. Alle Teile stellen ein einheitliches Ganzes
dar. Die Stützringe 8 bilden mit den anschließend dicht bei dicht auf der Bandrolle
sitzenden Ringen einen radial verlaufenden Keilwulst, der die Deformierungsmöglichkeit
der Höcker 2 begrenzt.
-
Bei der Ausführungsform der Fig. 4 handelt es sich um Polsterringe
11, bei denen die Höcker 12 in der durch die Ringachse geführten Ebene verhältnismäßig
breit mit steilen Flanken 13 gehalten sind. Die Stützringe 14 sind hierbei als selbständige
Ringe ausgebildet. Diese können jeden geeigneten Querschnitt aufweisen. Vorteilhaft
ist ein kugelförmiger Querschnitt, bzw. ein solcher, bei dem nach außen und zur
freien Kante ausladende Seitenteile 14 a vorhanden sind, wobei an der Umfangsfläche
eine ringförmig verlaufende Mulde 15 vorgesehen sein kann. Durch die zu den Flanken
vorgesehene Ausladung 14 a wird die Lücke 16 zwischen dem Polsterring und dem Stützring
14 so klein gehalten, daß ein Klemmen von großen Steinen od. dgl. in dieser Lücke
nicht mehr möglich ist. Die Flanken 13 der Höcker 12 können auch unmittelbar radial
verlaufen, so daß ein Formschluß zwischen dem Stützring 14 und den Höckern an den
sich gegenüberstehenden Flanken vorhanden ist.
-
PATENTANSPRtSCHE: 1. Polsterring aus elastischem Werkstoff für Tragrollen
in Förderbandanlagen u. dgl., der aus einem federnden Ring und einem auf der Bandrolle
aus Stahl aufsitzenden Haftteil besteht und bei dem der federnde Ring freistehende,
radial gerichtete Ansätze aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß der Polsterring
(1, 11) in Umfangsrichtung dicht aufeinander folgende Höcker (2, 12) von an sich
bekannter Form eines abgestumpften Kegels bzw. einer abgestumpften Pyramide aufweist,
deren Querschnittsfläche in Achsrichtung schmaler als in der quer zur Achse liegenden
Radialebene ist und daß dem Polsterring seitliche Stützringe (8, 14) zugeordnet
sind und diese Stützringe eine Höhe von etwa zwei Drittel der Höhe des Polsterringes
aufweisen.