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DE1137050B - Verfahren und Vorrichtung zur Umwandlung von Muell, Klaerschlamm od. dgl. in Kompost - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Umwandlung von Muell, Klaerschlamm od. dgl. in Kompost

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DE1137050B
DE1137050B DEJ17677A DEJ0017677A DE1137050B DE 1137050 B DE1137050 B DE 1137050B DE J17677 A DEJ17677 A DE J17677A DE J0017677 A DEJ0017677 A DE J0017677A DE 1137050 B DE1137050 B DE 1137050B
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DE
Germany
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container
phase
good
tower
circulated
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DEJ17677A
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English (en)
Inventor
Eugen Ruckstuhl-Scherrer
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Original Assignee
INVEST TRUST
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Publication date
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Description

  • Verfahren und Vorrichtung zur Umwandlung von Müll, Klärschlamm od. dgl. in Kompost Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Umwandlung von Müll, Klärschlamm od. dgl. in Kompost. Es ist bekannt, diese Verfahren unter Umwälzung des Gemenges in geschlossenen Gärbehältern vorzunehmen und dem Gemenge vorzugsweise zusätzliche Fremdbakterienkulturen beizumischen, um den Kompostierungsvorgang zu steuern und zu beschleunigen. Das Gut wird dabei nach Ausscheidung der für die Kompostierung ungeeigneten Bestandteile in einem Behälter umgewälzt, dessen Wandungen senkrecht oder sich erweiternd bis zu einer Austragsvorrichtung abfallen, wobei das von der Austragsvorrichtung abgezogene Gut mittels einer Fördereinrichtung dem Behälter von oben her wieder zugeführt wird. Die Austragsvorrichtung und der Förderer sind dabei so von Gehäusen umschlossen, daß der gesamte Umwälzvorgang in sich geschlossen abläuft. Lediglich für die erforderlichen Beimischungen der Bakterienkulturen oder die Zufuhr von Luft sind entsprechende Einfüllöffnungen oder Zufuhrrohre vorgesehen.
  • Ausgehend von diesen bekannten Verfahren wird die Erfindung in der Erkenntnis gesehen, daß sich durch die Einhaltung bestimmter Maßnahmen bei dieser Umwälzung eine besonders gleichmäßige Kompostierung des gesamten Behälterinhaltes in verhältnismäßig kurzer Zeit erreichen läßt, wobei sich noch als besonderer Vorteil ergibt, daß nur sehr wenig Fremdbakterienkulturen beigemischt werden müssen und häufig sogar auf deren Beimischung ganz verzichtet werden kann; an die Stelle der Fremdbakterienkulturen treten die von Natur aus in dem Ausgangsmaterial vorhandenen Bakterien, die sich bei Anwendung der erfindungsgemäßen Maßnahmen für den Ablauf des Verfahrens in genügend großem Umfang vermehren und für die Kompostierung in dem geschlossenen System zur Verfügung stehen.
  • Erfindungsgemäß wird das in den Behälter eingebrachte Gut zwischen 3 und 24. Stunden ohne Umwälzung in diesem ruhen gelassen und während dieser Zeit nur das dabei entstehende Luft-Gas-Gemisch von unten nach oben umgewälzt. Anschließend erf olgt dann bei angereichertem Kohlendioxydgehalt der Luft eine Umwälzung des Gutes selbst umgekehrt von oben nach unten, ohne oder mit Beimischung geringer Frischluftmengen im Gegenstrom. Dieses Umwälzen erfolgt absatzweise. Anschließend wird das Gut dann unter Zufuhr größerer Mengen sauerstoffhaltiger Luft im Gleichstrom ebenfalls absatzweise umgewälzt und schließlich unter gleichzeitiger Zu-1 Uhr sehr großer Mengen von Frischluft kontinuierlich umgewälzt. Wird das Verfahren in an sich bekannter Weise mit Zumischung von Bakterienkulturen in aufeinanderfolgenden, zeitlich gegeneinander abgegrenzten Phasen bei unterschiedlicher Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Kohlendioxydgehalt der Luft und Sauerstoffgehalt der Luft abgewickelt, dann können, wie die Erfindung weiter vorsieht, während des Ablaufs der einzelnen Phasen jeweils geringere Mengen des der Verfahrensphase unterworfenen Gutes aus dem Behälter entnommen und einem einzigen oder jeweils einem von mehreren getrennten Behältern (Impfbehältern) zugeführt werden und der Inhalt dieses Impfbehälters oder dieser Impfbehälter dem der Verrottung unterworfenen Gut zu deren Beginn oder während deren zeitlichen Ablauf kontinuierlich zugeführt werden. Es besteht aber auch die Möglichkeit, das einer bestimmten Prozeßphase entstammende Impfbehältergut während des Ablaufs der vorhergehenden Phase dem der Verrottung unterworfenen Gut wieder beizufügen. Schließlich kann bei Verwendung mehrerer getrennter Impfbehälter die Entnahme des für den jeweiligen Impfbehälter bestimmten Gutes gegen Ende einer Phase und die Wiedereinführung des Gutes in den Prozeß zu Beginn der entsprechenden nächsten Phase erfolgen.
  • Das nach dem erfindungsgemäßen Ablauf des Verfahrens in Kompost verwandelte Gut kann, wie die Erfindung empfiehlt, im Behälter gelagert bleiben und unter leichtem Temperaturanstieg in größeren Abständen wieder umgewälzt und dabei leicht durchlüftet werden, es kann aber auch in Abständen von 1 bis 3 Tagen jeweils einmal langsam umgewälzt werden. Durch diese Maßnahmen wird erreicht, daß der Kompostierungsprozeß praktisch stagniert und nicht ungesteuert weiter verläuft und dabei die Gefahr einer Nachgärung mit sich bringt.
  • Im einzelnen wickelt sich dieses grundsätzliche Verfahren zweckmäßig so ab, daß das mehr oder weniger zerkleinerte Gut mit oder ohne vorherige Beimischung von Wasser oder Klärschlamm in einen Behälter, der einen zylindrischen oder mehreckigen Querschnitt haben kann, gefüllt wird. Am Boden solcher Behälter ist eine mechanisch arbeitende Austragsvorrichtung, z. B. ein Telleraustrag, ein Schneckenförderer mit horizontaler Achse oder ein Plattenband, vorgesehen. Kontinuierlich oder in festgelegten Abständen wird automatisch eine bestimmte Menge Gut unten aus dem Turm ausgetragen. Die über der Austragsmenge gelegene Gutschicht rutscht selbständig nach. Das ausgetragene Material wird gleichzeitig mittels einer üblichen Fördereinrichtung bis in die Höhe der Einfüllöffnung des Behälters gebracht und von oben wieder in diesen eingefüllt. Während des Transportes wird das Gut einer intensiven Lockerung und Durchmischung sowie einer Durchlüftung mittels des im Behälter (Turm) befindlichen Luftgasgemisches unterzogen. Zur zusätzlichen Sauerstoffzufuhr, die eventuell erwünscht ist, können am Turm selbst oder in dessen Innerem Lüftungsrohre angebracht werden. Das Gut wird so lange in diesem Kreislauf gehalten, bis der gewünschte Verrottungsgrad erreicht ist. Anschließend kann die Austragsvorrichtung zusammen mit einer nachgeschalteten Transportanlage gegebenenfalls unter Erhöhung der Austragsgeschwindigkeit und damit der Austragsleistung zum Verladen des Gutes oder zur Beschickung der Weiterverarbeitungsanlagen verwendet werden.
  • Gleichzeitig mit der beschriebenen Umwälzung des Gutes kann mittels der dosierten Zufuhr von Sauerstoff die beim Gärprozeß entstehende Temperatur des Gutes im Turm selbst und während des Guttransportes außerhalb des Turmes so beeinflußt werden, daß besonders günstige Voraussetzungen für den Ablauf des Prozesses geschaffen werden. So können z. B. durch Steuerung der Temperaturhöhen zwischen 60 und 80° C pathogene Keime, Wurmeier und auch Unkrautsamen gleichzeitig vernichtet werden.
  • Wird, wie dies häufig geschieht, vor Beginn der Kompostierung dem Gut zur Beschleunigung des Prozesses Wasser oder stark wasserhaltiger Klärschlamm beigemischt, dann hat dies zur Folge, daß der fertige Kompost in der Regel zuviel Wasser enthält. Dieser Wassergehalt wirkt sich nachteilig auf die Streufähigkeit sowie die Transportkosten des fertigen Kompostes aus und bringt die Gefahr einer nachträglichen unkontrollierbaren Nachgärung mit sich. Erfindungsgemäß kann dieser Wassergehalt während einer nachträglichen Behandlung des Kompostes in der Weise auf ein erträgliches Maß reduziert werden, daß man den Kompost während eines Tages oder mehrerer Tage im Gärturm unter Anwendung der oben beschriebenen grundsätzlichen Behandlungsmethode einer sehr starken Durchlüftung aussetzt. Dabei verdampft ein Teil des Wassers bereits während der Durchlüftung insbesondere dann, wenn diese Verdampfung durch einen zusätzlichen thermischen Aufwand, d. h. durch Fremdbeheizung, gefördert wird. Darüber hinaus verursachen die im Gut befindlichen Mikroorganismen schon ohne diese Wärmezufuhr eine starke Verpilzung, die, abgesehen davon, daß sie sich auch günstig auf die Qualität des Kompostes auswirkt. einen großen Teil des übrigen Wassers organisch bindet und damit die Gefahr einer späteren Nachgärung verringert gegebenenfalls ganz beseitigt. Gleichzeitig wird die Abbaufähigkeit des Gutes verbessert. Die Behandlungsmethode unterscheidet sich von der zuerst erwähnten dadurch, daß der Kompost mit größerer Geschwindigkeit umgewälzt und stärker durchlüftet wird. Die, wie vorgesehen, regelbaren Leistungen der Austragsvorrichtung und der nachgeschalteten Transportvorrichtung ermöglichen eine derartige Behandlung ohne weiteres. Selbstverständlich läßt sich auch auf andere Weise als durch das erfindungsgemäße Verfahren gewonnener Kompost auf die zuletzt beschriebene Weise behandeln und vom erhöhten Wassergehalt befreien.
  • Dem bekannten Aufteilen der Gärtürme in mehrere übereinanderliegende horizontale Etagen bei Kompostierungsverfahren, die mit aus den gleichen Verfahren gewonnenen Fremdbakterien oder Impfkulturen arbeiten, liegt die Erkenntnis zugrunde, daß während des Prozesses mehrere, meist fünf bis acht voneinander getrennte Zonen vorhanden sein müssen. Innerhalb dieser Zonen muß das Gut während bestimmter Zeitabschnitte verschieden hohen Temperaturen, verschieden starken Sauerstoffbelüftungen und verschieden großer Anreicherung mit Kohlendioxyd ausgesetzt werden. Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren läßt sich diese Erkenntnis verwirklichen, wenn beispielsweise wie folgt verfahren wird: a) Das eingefüllte Frischgut wird während einer Zeit von beispielsweise 3 bis 24 Stunden ruhend im Gärturm belassen. Es enthält während dieser Zeit noch so viel Sauerstoff, daß der aerobe Umwandlungsprozeß von sich aus beginnen kann. Infolge der damit einsetzenden Bakterientätigkeit steigt die Guttemperatur rasch an, und zwar besonders im untersten Teil des Turmes wegen des höheren Druckes der Gutsäule. Zur Erzielung einer gleichmäßigen Temperatur im gesamten Turm kann während dieser Periode das im Turm befindliche Luft-Gas-Gemisch ohne Zufuhr von Frischluft von unten nach oben umgewälzt werden; es besteht aber auch die Möglichkeit, das Gut selbst in sich geschlossen ein- bis zweimal von oben nach unten umzuwälzen.
  • b) Wenn sich der Kohlendioxydgehalt im Gärturm und in der zu kompostierenden Masse und damit die Entwicklung von Kohlensäuse gesteigert hat, die das Auflösen derwasserunlöslichen Pflanzenstoffe im Kompost erleichtert, beginnt die zweite Phase, während der ebenfalls das im Turm befindliche Gas-Luft-Gemisch ohne oder unter Beimischung von nur wenig Frischluft von unten nach oben und das Gut selbst von oben nach unten umgewälzt wird. Dies hat gleichzeitig ein Ansteigen des Feuchtigkeitsgehaltes des Luft-Gas-Gemisches zur Folge. Die Temperatur erhöht sich dabei etwa bis auf 70° C.
  • c) In der dritten Phase, die größere Luftmengen und mehr Sauerstoff wie relativ geringere Kohlendioxydmengen erfordert, wird die Frischluftzufuhr entsprechend erhöht und das Gut gleichzeitig mehrmals umgesetzt.
  • d) In der vierten Phase sind normalerweise zur Stabilisierung des Prozesses größere Sauerstoffmengen notwendig; sie werden durch eine weitere Steigerung der Frischluftzufuhr und einen kontinuierlichen Kreislauf des Gutes in dieses eingebracht. e) In der fünften Phase, der sogenannten Verpilzungsphase, läßt man die Temperatur durch Ruhenlassen oder besonders langsames Umsetzen wieder ansteigen und betreibt gleichzeitig nur eine leichte Durchlüftung.
  • Da bei dem zuletzt beschriebenen Verfahren in den Phasen a) bis e) jeweils verschiedene Arten von Bakterien eine spezielle Vermehrung erfahren und z. B. Bakterienarten, die sich in der Phase a) bei einer Temperatur von beispielsweise 40= C stark vermehrten, in der Phase b) oder c), d. h. beispielsweise nach Erreichen einer Temperatur von über 50' C, zum großen Teil wieder vernichtet werden, dafür aber nunmehr andere Bakterienstämme, in diesem Falle die sogenannten Thermophilbakterien, eine starke Vermehrung erfahren, schlägt die Erfindung weiter vor, das zu kompostierende Gut mit den während des Prozesses entstehenden eigenen Bakterien zu impfen. Dies kann z. B. so geschehen, daß während jeder der Phasen a), b), c), d) und e) beim Umsetzen des Turminhaltes vor demWiedereintritt des Gutes in denTurm automatisch eine kleine Menge, beispielsweise 1 Gewichtsprozent, in einen abgetrennten Behälter. den Impfbehälter, geleitet wird. Dieser Impfbehälter enthält dann bei Abschluß des Prozesses ein Gemisch von Kompost bzw. Halbkompost mit Bakterien aus allen Phasen. Sobald der Turm neu gefüllt ist, wird dann der Inhalt des Impfbehälters entweder gleich zu Anfang oder kontinuierlich während des Prozeßablaufes der Turmfüllung zugesetzt.
  • Statt dessen besteh-L auch die Möglichkeit, mehrere Impfbehälter vorzusehen, und in diesen jeweils Gutmengen aufzubewahren, die dem Turm während des Ablaufs einer bestimmten Phase entnommen wurden. Dieses Impfgut wird dann zweckmäßig so in den Turm eingeführt, daß z. B. aus der Phase e) zurückbehaltenes Impfgut während des Ablaufs der Phase d), Impfgut aus Phase d) der Phase c) zugegeben wird usf. Der Zusatz dieses Impfgutes wird sich besonders vorteilhaft auswirken, wenn die Entnahme des Gutes zu dem Zeitpunkt erfolgt, an dem die Bakterien eines bestimmten Stammes am zahlreichsten sind, was meistens gegen Ende der Phase der Fall ist, und wenn der Zusatz des Impfgutes in den Turm bei Beginn einer Phase, also in einem Stadium größter Bakterienaktivität erfolgt. Es ist selbstverständlich auch möglich, eine andere Art dieser Impfung zu wählen; so z. B. Gut aus der Phase e) der Phase c), Gut aus der Phase d) der Phase b) und/oder auch Gut aus der Phase e) der Phase a) zuzusetzen.
  • Das erfindungsgemäße Umwälzverfahren kann schließlich auch angewandt werden, um eine Lagerung des fertigen Kompostes über einen längeren Zeitraum, z. B. mehrere Wochen hin, zu ermöglichen. Der Turminhalt muß zu diesem Zweck lediglich zur Vermeidung schädlicher Temperatursteigerungen des Gutes in Abständen von einigen Tagen je einmal umgewälzt werden.
  • Für den Betrieb von Anlagen großer Leistung empfiehlt die Erfindung ferner, jeder Phase einen besonderen Turm zuzuordnen und zwischen den einzelnen Türmen Transportvorrichtungen anzuordnen, die es erlauben, das Gut nach Beendigung des der Phase entsprechenden Prozeßabschnittes im jeweiligen Turm von dessen Austragsvorrichtung aus in die Einfüllöffnung eines der nächsten Phase zugeordneten Turmes zu transportieren. Zweckmäßig werden die an jedem Turm ohnehin vorhandenen Förderer dabei so ausgebildet, beispielsweise schwenkbar angeordnet, daß sie sowohl dem einen wie auch dem anderen Zweck dienen können. - Durch eine solche Anordnung von mehreren Türmen ist es auch möglich, den Betrieb der Anlage der zeitlich schwankenden Zufuhrmenge des Mülls anzupassen, also z. B. den Betrieb so einzurichten. daß für den Zeitraum, in dem erfahrungsgemäß die größte Zufuhrmenge erwartet werden kann, ein entleerter Turm für die erste Phase bereit steht. Man spart auf diese Weise mindestens den Raum für den an sich unerläßlich erscheinenden Zwischenbunker, in dem das Gut vor Einbringung in den eigentlichen Verrottungsprozeß gespeichert wird.
  • Bei Durchführung des Verfahrens in Vorrichtungen mit mehreren Türmen kann unter günstigen Betriebsbedingungen das Impfen, wie es oben beschrieben wurde, unterbleiben, da die natürlicherweise in den jeweiligen Türmen zurückbleibenden Gutreste diese Aufgabe übernehmen. Die beschriebene Einteilungsform gestattet es auch, nach Beendigung des jeweiligen Prozeßabschnittes im Turm nur eine bestimmte Teilmenge des Turminhaltes abzuziehen und in den nächsten Turm einzubringen, aus dem ebenfalls nur die entsprechende Gutmenge abgezogen wurde. Da für den Abbau der dabei jeweils in einen Turm gelangenden Gutmenge aus der vorhergehenden Phase nunmehr vergleichsweise große Mengen Abbaubakterien aus der erwähnten zurückbehaltenen Gutmenge zur Verfügung stehen, wickelt sich der Abbauprozeß außerordentlich schnell ab.
  • An die Stelle eines hohen Turmes mit enisprechend kleinem Querschnitt kann auch ein in der Horizontalen langgestreckter niedriger Gärbunker treten, der am Boden ebenfalls eine mechanische Austragsvorrichtung, beispielsweise ein in Richtung der Längsachse wirkendes Plattenband oder Transportschnekken, aufweist. Der Bunkerinhalt wird in diesem Fall kontinuierlich oder in Zeitintervallen gegen die Stirnseite des Bunkers gefördert und das sich dort häufende Gut mittels einer Transporteinrichtung von dieser Stelle zur anderen Stirnseite der Einfüllstelle gefördert.
  • Die Anwendung der Erfindung bietet den Vorteil, daß das Volumen der Gäreinrichtung vollständig ausgenutzt wird und daß das Gut durch die in weiten Grenzen regelbare Bewegung, Mischung und Durchlüftung einem Verrottungsprozeß unterworfen wird, der mit einfachsten Mitteln gesteuert werden kann, ohne daß dabei das Füllvermögen der Anlage sinkt und daß auch sehr fein gekörntes Gut mit oder ohne Klärschlammbeimischung rasch in Kompost verwandelt werden kann, ohne daß die Gefahr einer anaeroben Gärung auftritt.

Claims (11)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zur Umwandlung von Müll, Klärschlamm od. dgl. in Kompost mit oder ohne Beimischung von Eigen- oder Fremdbakterienkulturen unter Umwälzung des Gemenges in geschlossenen Gärbehältern, bei dem das Gut nach Ausscheidung der für die Kompostierung ungeeigneten Bestandteile in einem Behälter, dessen Wandungen senkrecht oder sich erweiternd bis zu einer Austragsvorrichtung abfallen, dadurch zur kontinuierlichen oder absatzweisen Umwälzung gebracht wird, daß das von der Austragsvorrichtung abgezogene Gut mittels einer Fördereinrichtung dem Behälter von oben her wieder zugeführt wird, wobei die Austragsvorrichtung und der Förderer so von Gehäusen umschlossen sind, daß der gesamte Umwälzvorgang in einem in sich geschlossenen, nur für die erforderliche Zufuhr von Luft oder anderen Fremdstoffen zu öffnenden System erfolgt und die Zumischung von Bakterienkulturen und die Behandlung des Gutes in aufeinanderfolgenden zeitlichen Phasen bei hoher Temperatur, unter hoher Luftfeuchtigkeit, mit hoher Kohlendioxydanreicherung sowie unter Zufuhr stark sauerstoffhaltiger Luft erfolgt, dadurch gekennzeichnet, daß das in den Behälter eingebrachte Gut zwischen etwa 3 bis 24 Stunden ohne Umwälzung im Behälter ruhen gelassen wird und währenddessen nur das entstehende Luft-Gas-Gemisch von unten nach oben umgewälzt, dann bei angereichertem Kohlendioxydgehalt der Luft das Gut selbst von oben nach unten ohne oder mit Beimischung geringer Frischluftmengen im Gegenstrom absatzweise umgewälzt, anschließend unter Zufuhr größerer Mengen sauerstoffhaltiger Luft im Gleichstrom weiter absatzweise umgewälzt und schließlich unter Zufuhr großer Mengen Frischluft kontinuierlich umgewälzt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1 unter Verwendung von im vorhergehenden Verrottungsprozeß oder einer Prozeßphase gewonnenen Bakterien, dadurch gekennzeichnet, daß während des Ablaufs einzelner Prozeßphasen jeweils eine geringe Menge des der Verrottung unterworfenen Gutes entnommen und einem einzigen oder jeweils einem von mehreren getrennten Behältern (Impfbehältern) zugeführt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 2 unter Verwendung eines einzigen Impfbehälters, dadurch gekennzeichnet, daß das im Impfbehälter befindliche Gut dem der Verrottung unterworfenen Gut zu Beginn des Prozesses oder während dessen zeitlichen Ablaufs kontinuierlich zugeführt wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 2 unter Verwendung mehrerer getrennter Impfbehälter, dadurch gekennzeichnet, daß das einer bestimmten Prozeßphase entstammende Impfbehältergut während des Ablaufs der vorhergehenden Phase dem der Verrottung unterworfenen Gut zugeführt wird.
  5. 5. Verfahren nach Ansprüchen 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Entnahme des für den jeweiligen Impfbehälter bestimmten Gutes gegen Ende einer Phase und die Wiedereinführung des Gutes in den Prozeß zu Beginn der entsprechenden Phase erfolgt.
  6. 6. Verfahren zur Nachbehandlung von nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5 in Kompost verwandeltem Gut, dadurch gekennzeichnet, daß das Gut im Behälter gelagert und unter leichtem Temperaturanstieg in größeren Abständen umgewälzt und leicht durchgelüftet wird.
  7. 7. Verfahren zur Lagerung von nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6 in Kompost verwandeltem Gut, dadurch gekennzeichnet, daß das Gut in Abständen von 1 bis 3 Tagen jeweils einmal langsam umgewälzt wird. B.
  8. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Phase des Prozesses ein besonderer Turm zugeordnet ist und das Gut nach Beendigung des der Phase entsprechenden Prozeßabschnittes im jeweiligen Turm von dessen Austragsvorrichtung aus in die Einfüllöffnung des der nächsten Phase zugeordneten Turms transportiert wird.
  9. 9. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die an dem Turm vorgesehenen Förderer für den Guttransport von dessen Austragsvorrichtung zurück in die Einfüllöffnung desselben Turms auf den Guttransport in die Einfüllöffnung eines benachbarten Turms umschaltbar bzw. schwenkbar ausgebildet sind.
  10. 10. Vorrichtung zur Durchführung der Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8 und 9, gekennzeichnet durch einen die Drehzahl regelbaren Antrieb für die Austragsvorrichtung und/oder den Förderer.
  11. 11. Vorrichtung zur Durchführung der Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8 und 9 und 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Boden des Behälters aus der Transportebene eines Waagerechtförderers besteht und daß das von diesem von der einen Behälterseite zur gegenüberliegenden Seite geförderte Gut durch einen angeordneten zweiten Förderer wieder an die Ausgangsstelle zurück befördert wird. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschrift Nr. 946 547; britische Patentschrift Nr. 748 297; USA.-Patentschriften Nr. 2 878 112, 2 679114.
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