DE1130705B - Trockenloeschpulver - Google Patents
TrockenloeschpulverInfo
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- A62—LIFE-SAVING; FIRE-FIGHTING
- A62D—CHEMICAL MEANS FOR EXTINGUISHING FIRES OR FOR COMBATING OR PROTECTING AGAINST HARMFUL CHEMICAL AGENTS; CHEMICAL MATERIALS FOR USE IN BREATHING APPARATUS
- A62D1/00—Fire-extinguishing compositions; Use of chemical substances in extinguishing fires
- A62D1/0007—Solid extinguishing substances
- A62D1/0014—Powders; Granules
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Description
Die Erfindung betrifft ein Ammoniak als Löschgas abspaltendes und Phosphate sowie Karbonate enthaltendes
Trockenlöschpulver. Für die Bekämpfung von Flüssigkeits- und Gasbränden, die unter dem Begriff
Flammenbrände zusammengefaßt werden, haben sich seit langem Löschpulver auf der Basis von
Natriumhydrogencarbonat besonders bewährt. Solche Löschpulver sind indessen nicht geeignet für eine
nachhaltige Bekämpfung von Glutbränden, besonders in deren fortgeschrittenem Stadium. Es hat deshalb
nicht an Vorschlägen zur Herstellung von Löschpulvern gefehlt, mit denen sowohl eine Bekämpfung
der Flammen als auch von Bränden glutbildender Stoffe möglich ist. Man mischt zu diesem Zweck
Natriumhydrogencarbonat spezifisch wirkende Verbindungen mit tiefen Schmelz- und Zersetzungspunkten zu, wie kristallwasserhaltige Salze, Ammoniumsalze
oder auch andere stickstoffhaltige Verbindungen, und zwar im wesentlichen auf Grund der
Feststellung, daß für eine wirksame Bekämpfung der Glutbrandphase die Bildung von Schmelzen und abdeckenden
Krusten sowie die Abspaltung von löschwirksamen Gasen, wie Ammoniak oder auch Schwefeldioxyd, von wesentlicher Bedeutung ist.
So ist es zur Herstellung eines Trockenlöschmittels bekannt, einem im wesentlichen aus Carbonaten
und Bicarbonaten bestehenden Gemisch noch saure Salze, wie saure Phosphate oder saure
Sulfate und stickstoffhaltige Verbindungen, wie Harnstoff, zuzusetzen.
Die vorgenannten für die Glutbrandlöschwirkung wesentlichen Bestandteile haben jedoch den Nachteil,
die Lagerfähigkeit, die Förder- und Rieselfähigkeit des Löschpulvers ungünstig zu beeinflussen, zumal
diesen Verbindungen meist hohe Wasserlöslichkeit eigen ist. Sie besitzen ferner eine recht unterschiedliche
Wirkung bei Flammenbränden. Die Ammoniumsalze enthaltenden Löschpulver enthalten
deshalb noch Natriumhydrogencarbonat. Dabei mißt man der aus diesem Salz in der Hitze abgespaltenen
Kohlensäure für die Flammbrandwirkung eine besondere Bedeutung bei. Die große Empfindlichkeit
stickstoffhaltiger Verbindungen und kristallwasserhaltiger Salze gegenüber hoher Feuchtigkeit und
höheren Temperaturen, wie z. B. sie vor allem in den Tropen auftreten, trifft, wenn auch in geringem
Maße, auch für den Natriumhydrogencarbonatanteil solcher Löschpulver zu. Das gleiche gilt auch für
andere leicht lösliche und für Löschpulver bereits bekannte Salze, wie Natriumcarbonat, Natriumsulfat,
Natriumchlorid, die an Stelle von Natriumhydrogencarbonat oder gemeinsam mit diesem schon in
Trockenlöschpulver
Anmelder:
Total Kommanditgesellschaft
Foerstner & Co., Ladenburg/Neckar
Foerstner & Co., Ladenburg/Neckar
Karl Schwalb, Ladenburg/Neckar,
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
Mischung mit spezifisch wirksamen Verbindungen der oben beschriebenen Art verwendet wurden. Die genannten
Nachteile treten mit abnehmender Teilchengröße des Löschpulvers um so stärker in Erscheinung.
In noch stärkerem Maße treffen diese Nachteile für Löschpulver aus hydratwasserhaltigen Salzen zu,
die außerdem in der Löschwirkung nicht befriedigen.
Es sind ferner Löschpulver aus Ammoniumsalzen, Hydrogencarbonat, Erdalkalicarbonat und Sand bekannt;
abgesehen von den bereits erwähnten Nachteilen ist ihr Anteil an schmelzbaren Verbindungen
für die Bekämpfung von Glutbränden nicht ausreichend. Sie verursachen ferner durch ihre schmirgelnde
Wirkung Schäden an Maschinen und Motoren.
Es wurde gefunden, daß man bei Glutbränden und Flammenbränden besonders wirksame, haltbare und
förderfähige Trockenlöschpulver erhält, wenn man Ammoniumsalze in Mischung mit in Wasser nicht
oder nur sehr gering löslichen Carbonaten und/oder Phosphaten, zum Teil mit Schüttgewichten über 0,9,
zum anderen Teil mit Schüttgewichten zwischen 0,3 und 0,6 kg/1 — unter Ausschluß von Hydrogencarbonat
und anderen leicht löslichen Salzen — verwendet. Als besonders wirksam und für die Löschwirkung
erforderlich erwies sich ein Gehalt von 40 bis 80"/O1 Ammoniumsalzen, Ammoniumchlorid, Ammoniumsulfat
oder Ammoniumphosphaten, oder Mischungen dieser. An Stelle dieser Ammoniumsalze können auch Harnstoff, Dicyandiamid und/oder
deren Phosphate allein oder in Mischung mit den vorgenannten Ammoniumsalzen verwendet werden.
Das Trockenlöschpulver gemäß Erfindung ist demgemäß dadurch gekennzeichnet, daß es aus einer
Mischung von 40 bis 80 Gewichtsprozent Ammoniumchlorid, -sulfat oder -phosphat, allein oder
im Gemisch miteinander und/oder Harnstoff oder
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Dicyandiamid oder deren Phosphaten mit 20 bis 60 Gewichtsprozent Carbonaten und/oder Phosphaten
als Calcium und/oder Magnesium, wobei diese Komponenten bzw. Komponenten zum Teil ein
Schüttgewicht über 0,9 kg/1, zum anderen Teil ein Schüttgewicht zwischen 0,3 bis 0,6 kg/1 aufweisen,
beteht, der an sich bekannte Hydrophobierungsmittel, wie Stearate, Paraffin, zugesetzt sind.
Als nicht oder gering wasserlösliche Carbonate und/oder Phosphate kommen gemäß Erfindung be- ίο
sonders Calciumcarbonat, Magnesiumcarbanat, Tricalciumphosphat und — als besonders wirtschaftlich
— gemahlene Rohphosphate in Betracht Es hat sich gezeigt, daß eine Verwendung dieser Salze zum
Teil mit Schüttgewichten über 0,9, zum anderen Teil mit Schüttgewichten zwischen 0,3 und 0,6 kg/1 für
die vorgeschlagenen Mischungen besondere Vorteile mit sich bringt. Die leichten Anteile verleihen
der Löschpulverwolke eine besondere Dichte, die schweren Anteile Reichweite und Durchschlagskraft
am Brandherd. Die gemeinsame Verwendung in leichter und in schwerer Form wirkt sich zudem vorteilhaft
auf die Rüttelfestigkeit des Löschpulvers aus, so daß auch nach längeren Transporten eine einwandfreie
Funktion der Geräte gewährleistet ist.
Die genannten Carbonate und/oder Phosphate, die sich durch große Beständigkeit gegen Feuchtigkeitseinfluß und höhere Temperaturen auszeichnen, bewirken
eine wesentliche Verbesserung der Haltbarkeit der Fördereigenschaften des Löschpulvers ganz besonders
bei hochwirksamen Löschpulvern mit Feinanteilen von mehr als 50% unter 0,06 mm Korndurchmesser.
Überraschenderweise hat sich gezeigt, daß mit einem Löschpulver dieser Zusammensetzung einerseits
bei Flammenbränden Wirkungen erzielt werden, die durchaus der Wirkung von Natriumhydrogencarbonat
enthaltenden Löschpulvers gleich kommen und somit die bisher für die Bekämpfung solcher
Brände als unerläßlich angesehene Abspaltung von Kohlensäure entbehrlich ist, zum anderen auch fortgeschrittene
Glutbrände ohne die Gefahr einer Wiederentflammung gelöscht werden können. Von wesentlichem Vorteil gegenüber allen bekannten
Löschpulvern ist die gute Haltbarkeit, Förder- und Fließfähigkeit der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen.
Es wurde weiterhin gefunden, daß es vorteihaft sein kann, in den erfindungsgemäßen Löschpulvern
einen Teil der Ammoniak abspaltenden Verbindüngen durch ein kristallwasserhaltiges Salz, und
zwar Kristallborax, zu ersetzen, was ohne Nachteil für die Haltbarkeit auf Grund der unlöslichen und
stabilen Carbonate und Phosphate des Löschpulvers möglich ist. Durch diesen Zusatz kann der Anteil
an Ammoniak abspaltenden Verbindungen bis auf 10% der Gesamtmischung verringert werden. Versuche
haben ergeben, daß zur Erzielung einer ausreichenden Wirkung bei Glutbränden bei Anwesenheit
von Borax bereits verhältnismäßig kleine Mengen an Ammoniumsalzen, Harnstoff, Dicyandiamid
oder deren Salzen genügen, um die an sich geringe Wirkung kristallwasserhaltiger Salze wesentlich
zu steigern. Darin liegt ein weiterer Vorteil insofern, als glutbrandwirksame Löschpulver, die
überwiegend aus stickstoffhaltigen Verbindungen bestehen, große Mengen an Ammoniakgas freisetzen,
das bei der Brandbekämpfung in geschlossenen Räumen störend wirkt und die Löscharbeiten erschweren
kann.
Die erfindungsgemäßen Löschpulver können noch an sich bekannte Hydrophobierungsmittel enthalten,
wodurch die Haltbarkeit verbessert wird.
50 Teile Ammoniumsulfat,
30 Teile Calciumcarbonat schwer,
30 Teile Calciumcarbonat schwer,
Schüttgewicht 1,0 kg/1, 19,5 Teile Calciumcarbonat leicht,
Schüttgewicht 0,4 kg/1, 0,5 Teile Zinkstearat.
40 Teile Monoammoniumphosphat, 40 Teile Ammoniumsulfat,
8 Teile Calciumcarbonat,
8 Teile Calciumcarbonat,
Schüttgewicht 8,0 kg/1, 11 Teile Magnesiumcarbonat,
Schüttgewicht 0,6 kg/1, 1 Teil Calciumstearat.
20 Teile Diammoniumphosphat, 40 Teile Kristallborax,
25 Teile Rohphosphat, Schüttgewicht 1,1 kg/1, 14 Teile Tricalciumphosphat leicht,
Schüttgewicht 0,4 kg/1, 1 Teil Paraffin.
Dieses Beispiel zeigt die Minderung des Anteils an stickstoffhaltigen Verbindungen durch die Anwesenheit
kristallwasserhaltiger Salze, d. h. hier von Kristallborax.
35 Teile Ammoniumsulfat,
25 Teile Dicyandiamidinphosphat, 20 Teile Magnesiumcarbonat leicht,
Schüttgewicht 0,5 kg/1, 19 Teile Calciumcarbonat schwer,
Schüttgewicht 1,0 kg/1, 1 Teil Magnesiumstearat.
Claims (3)
1. Ammoniak als Löschgas abspaltendes und Phosphate sowie Carbonate enthaltendes Trockenlöschpulver,
dadurch gekennzeichnet, daß es aus einer Mischung von 40 bis 80 Gewichtsprozent
Ammoniumchlorid, -sulfat oder -phosphat, allein oder im Gemisch miteinander, und/oder Harnstoff
oder Dicyandiamid oder deren Phosphaten mit 20 bis 60 Gewichtsprozent Carbonaten und/oder
Phosphaten des Calciums und/oder Magnesiums, wobei diese Komponente bzw. Komponenten
zum Teil ein Schüttgewicht über 0,9 kg/1, zum anderen Teil ein Schüttgewicht zwischen 0,3 bis
0,6 kg/1 aufweisen, besteht, der an sich bekannte Hydrophobierungsmittel, wie Stearate, Paraffin,
zugesetzt sind.
2. Trockenlöschpulver nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ammoniak abspal-
5 6
tenden Verbindungen bis auf einen Restgehalt von pulver zwischen 50 und 95 % Kornanteile unter
10 Gewichtsprozent, bezogen auf die Gesamt- 0,06 mm besitzt.
mischung, durch Kristallborax ersetzt sind.
3. Trockenlöschpulver nach Anspruch 1 und/ In Betracht gezogene Druckschriften:
oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Lösch- 5 Deutsche Patentschrift Nr. 485 400.
© 209 607/226 5.62
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DET13208A DE1130705B (de) | 1957-02-09 | 1957-02-09 | Trockenloeschpulver |
| FR1198789D FR1198789A (fr) | 1957-02-09 | 1958-02-10 | Poudre sèche pour combattre les grands feux et les brasiers |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DET13208A DE1130705B (de) | 1957-02-09 | 1957-02-09 | Trockenloeschpulver |
Publications (1)
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|---|---|
| DE1130705B true DE1130705B (de) | 1962-05-30 |
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Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DET13208A Pending DE1130705B (de) | 1957-02-09 | 1957-02-09 | Trockenloeschpulver |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1130705B (de) |
| FR (1) | FR1198789A (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US3484372A (en) * | 1965-08-11 | 1969-12-16 | Ici Ltd | Fire-extinguishing compositions |
| DE2652748A1 (de) * | 1975-11-26 | 1977-06-02 | Anvar | Pulver zum loeschen von brennenden fluessigkeiten und/oder fluessigkeitsgemischen |
| DE2756324A1 (de) * | 1977-12-17 | 1979-06-21 | Total Foerstner & Co | Feuerloeschpulver |
Families Citing this family (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1167189B (de) * | 1962-03-06 | 1964-04-02 | Total Foerstner & Co | Trockenloeschpulver, insbesondere fuer Bekaempfung von Braenden an Hochspannungsanlagen |
| DE1181061B (de) * | 1962-06-23 | 1964-11-05 | Total Foerstner & Co | Trockenloeschpulver, insbesondere fuer Bekaempfung von Braenden an Hochspannungs-anlagen |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE485400C (de) * | 1925-07-31 | 1929-10-31 | Edgar Fuchs Dr | Verfahren zur Herstellung von Trockenloeschmitteln |
-
1957
- 1957-02-09 DE DET13208A patent/DE1130705B/de active Pending
-
1958
- 1958-02-10 FR FR1198789D patent/FR1198789A/fr not_active Expired
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|---|---|
| FR1198789A (fr) | 1959-12-09 |
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