-
Verfahren zur Herstellung von ringförmigen Thiophosphorsäureestern
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von ringförmigen Thiophosphorsäureestern
der allgemeinen Formeln
in denen R, R1, R2, R3, R4 und R5 Wasserstoffatome oder Alkylreste, R3 und R7 Wasserstoffatome,
Alkyl-, Aryl-, Aralkyl- oder Alkarylreste, R8 einen Alkyl-, Aryl-, Alkaryl- oder
Aralkylrest bedeuten und n die Zahl 1 oder 2 darstellt, wobei für den Fall, daß
71 = 2 bedeutet, die Reste R6 und R7 auf der einen Seite der Ketogruppe nur Wasserstoffatome
oder Alkylreste darstellen können, das dadurch gekennzeichnet istj daß man ringförmige
Dithiophosphorsäuren der allgemeinen Formeln
bei Temperaturen zwischen -20 und 1500C mit einfach o;"ß-ungesättigten Ketonen der
allgemeinen Formel
in der R6, R7 und R8 die oben angegebene Bedeutung besitzen, oder mit zweifach x,
-ungesättigten Ketonen der allgemeinen Formel
in der R3 und R7 auf der einen Seite der Ketogruppe nur Wasserstoffatome oder Alkylreste
darstellen und auf der anderen Seite der Ketogruppe die oben angegebene Bedeutung
besitzen, umsetzt.
-
Die Reaktion wird bei Temperaturen von -20 bis 150° C durchgeführt.
Vorzugsweise arbeitet man jedoch bei Temperaturen von 25 bis 100"C, um Ausbeuteverluste
durch Zersetzung unter Schwefelwasserstoffabspaltung zu vermeiden. Gewöhnlich wird
einer
der Reaktionsteilnehmer tropfenweise zu einer Lösung oder
Suspension des anderen Reaktionsteilnehmers in einem inerten Lösungs- oder VerdünnungsmitteI
zugegeben, jedoch können auch von vornherein Gemische entweder der einfach oder.
der zweifach a,ß-ungesättigten Ketone mit den; ringförmigen Dithiophosphorsäuren
zur Reaktion gebracht werden, wobei das Molverhältnis im Falle der Verwendung eines
einfach oc,ß-ungesättigten Ketons von 0,25:1 bis 3:1 betragen kann, während bei
Verwendung eines zweifach o;,ß-ungesättigten Ketons mindestens 2 Mol der ringförmigen
Dithiophosphorsäure pro Mol Keton erforderlich sind.
-
Gegebenenfalls kann die Reaktion auch in Gegenwart eines aliphatischen
tertiären Amins als Katalysator, wie Triäthylamin, oder eines wasserfreienAlkalihydroxyds
oder -carbonats durchgeführt werden.
-
Wenn das ungesättigte Keton sehr reaktionsfähig ist, wird die Umsetzung
vorzugsweise in Gegenwart eines Polymerisationsinhibitors, wie Hydrochinon, durchgeführt.
-
Die Reaktion wird gewöhnlich in Gegenwart eines inerten organischen
Lösungsmittels durchgeführt, insbesondere dann, wenn ein oder beide Reaktionsteilnehmer
feste Stoffe sind. Brauchbare Lösungsmittel sind z. B. gesättigte Ester von Fettsäuren,
wie Äthylacetat, Amylacetat, Methylpropionat und Methyl-bzw. Äthylbutyrat; Ketone,
wie Aceton und Methylisobutylketon; Äther, wie Dioxan; aromatische Verbindungen,
wie Benzol, Toluol, Xylole und Nitrobenzol; chlorierte Lösungsmittel, wie Tetrachlorkohlenstoff,
Chloroform und Chlorbenzol.
-
Die erfindungsgemäß hergestellten ringförmigen Thiophosphorsäureester
werden aus dem Reaktionsgemisch durch fraktionierte Destillation gewonnen.
-
Vorzugsweise wird jedoch das Reaktionsgemisch zuerst mit einer verdünnten
wäßrigen Natriumbicarbonatlösung oder einem äquivalenten Mittel und dann mit Wasser
gewaschen, und das gewaschene Produkt wird von nicht umgesetzten Stoffen und dem
Lösungsmittel durch Hochvakuumdestillation befreit. Der ringförmige Thiophosphorsäureester
wird dann in guter Reinheit als Destillationsrückstand gewonnen.
-
Gegebenenfalls kann die Reinigung wiederholt werden, wenn das Verfahrensprodukt
in noch größerer Reinheit erhalten werden soll.
-
Als ungesättigte Ketone können bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
beispielsweise verwendet werden: Methylvinylketon, Äthylvinylketon, Butylvinylketon,
Decylvinylketon, Octadecylvinylketon, Phenylvinylketon, Benzylvinylketon, Tolylvinylketon,
Benzalaceton, Benzalacetophenon, Methyl-2,2-dimethylvinylketon (Mesityloxyd), Divinylketon,
Bis-(2-methylvinyl)-keton, Bis-(2,2-dimethylvinyl)-keton (Phoron), Phenyl-2-benzylvinylketon,
Phenyl-2-tolylvinylketon, Methyl-2-methylvinylketon, Athyl-2-methylvinylketon, Isobutenylpropylketon,
Isobutylidenaceton.
-
Die folgende Gleichung veranschaulicht den Reaktionsverlauf, wenn
als ringförmige Dithiophosphorsäuren z. B. 2-Mercapto-2-thiono- 1 ,3,2-dioxaphospholane
und als a,xB-ungesättigte Ketone z. B. einfach o;"B-ungesättigte Ketone verwendet
werden.
-
Die als Ausgangsmaterial zu verwendenden ringförmigen Dithiophosphorsäuren
können gemäß Patent 1 024 090 hergestellt werden.
-
Die erfindungsgemäß hergestellten ringförmigen Thiophosphorsäureester
können als Insekticide,Fungicide, Weichmacher, Rostschutzmittel, Schaumschwimmaufbereitungsmittel
und Zusatzstoffe für Petroleum verwendet werden.
-
Die folgenden Beispiele veranschaulichen das erfin dungsgemäße Verfahren.
-
Beispiel 1 Zu einer auf 25"C gehaltenen Lösung von 34 g (0,23 Mol)
Benzalaceton in 75 g Benzol wurden unter Rühren innerhalb 5 Minuten tropfenweise
60 g (0,25 Mol) 5-Äthyl-4-propyl-2-lnercapto -2-thionol,3,2-dioxaphosphorinan gegeben.
Das Reaktionsgemisch wurde 20 Stunden bei 250 C stehengelassen, dann wurde es mit
einem Überschuß an konzentrierter, wäßriger Natriumbicarbonatlösung neutralisiert
und anschließend mit Wasser bis zur Neutralität gegenüber Lackmus gewaschen. Dann
wurde das Gemisch über Calciumsulfat getrocknet, filtriert und das Filtrat unter
einem Druck von weniger als 2 mm bis zu einer Blasentemperatur von 50"C destilliert.
-
Es wurden 79 g 2-(2'-Acetyl-l'-phenyläthylmercapto)-5-äthyl-4-propyl-2-thiono-
1,3 ,2-dioxaphosphorinan
in Form eines orangefarbigen, viskosen flüssigen Rückstandes mit folgenden Eigenschaften
erhalten: 30= 1,5600; Azidität 0,04 ccm n-Kalilauge pro Gramm.
-
Analyse in Gewichtsprozent: Gefunden... P 7,94, S 16,36, C 56,49,
H 7,15; berechnet . . P 8,02, S I6,59, C 55,98, H 7,05.
-
Ausbeute 88°/o der Theorie, bezogen auf Benzalaceton.
-
Beispiel 2 Zu einer auf 37"C gehaltenen Lösung von 75 (0,33 Mol)
5,5-Diäthyl-2-mercapto-2-thiono- 1 ,3,2-dioxaphosphorinan in 150 g Toluol wurde
unter Rühren
innerhalb 10 Minuten eine Lösung von 21 g (0,152 Mol)
Phoron in 25 g Toluol gegeben. Nach etwa 20stündigem Stehen des Reaktionsgemisches
bei 25"C wurde dieses, wie im Beispiel 1 beschrieben, mit einer Natriumbicarbonatlösung
neutralisiert, gewaschen, getrocknet und filtriert. Das erhaltene Filtrat wurde
unter einem Druck von weniger als 2 mm bis zu einer Blasentemperatur von 100"C destilliert.
Es wurden 71 g eines Reaktionsproduktes der Formel
als viskoser Rückstand mit den folgenden Eigenschaften erhalten: n300 = 1,5532,
Azidität 0,01 ccm n-Kalilauge pro Gramm, Gehalt an dem Natriumsalz der ringförmigen
Thiophosphorsäure 0,005 ccm n-Überchlorsäurelösung pro Gramm.
-
Analyse in Gewichtsprozent: Gefunden ... P 10,39, S20,60, C 47,44,
H 7,67; berechnet ... P 10,48, S 21,70, C 46,78, H 7,50.
-
Ausbeute 79 0/o der Theorie, bezogen auf Phoron.
-
Beispiel 3 48 g (0,2 Mol) 5-Äthyl-4-propyl-2-mercapto-2-thiono-1,3,2-dioxaphosphorinan
wurden unter Rühren innerhalb 5 Minuten zu einer Lösung von 37,5 g (0,18 Mol) Benzalacetophenon
in 75 g Benzol gegeben, wobei die Temperatur des Reaktionsgemisches auf 25"C gehalten
wurde. Anschließend wurde die Mischung 4 Stunden bei 25"C gerührt, bei dieser Temperatur
über Nacht stehengelassen, dann mit konzentrierter wäßriger Natriumbicarbonatlösung
neutralisiert, zweimal mit Wasser gewaschen, über Calciumsulfat getrocknet und filtriert.
Das erhaltene Filtrat wurde unter einem Druck von weniger als 2 mm bis zu einer
Blasentemperatur von 50"C destilliert. Man erhielt 71 g eines wachsartigen, festen
Rückstandes, der mit 400 ccm Äthyläther verrührt und dann bei 25"C filtriert wurde.
Es wurden 12 g 5 - Äthyl - 4 - propyl - 2 - (2' - benzoyl -1' - phenyläthylmercapto)-2-thiono-
1 ,3,2-dioxaphosphorinan
als weißer, fester Rückstand mit den folgenden Eigenschaften erhalten: F. 133 bis
135"C.
-
Analyse in Gewichtsprozent: Gefunden... P7,11, S14,30, C61,58, H6,47;
berechnet ... P 6,91, S 14,30, C 61,62, H 6,52.
-
Ausbeute 15 0/o der Theorie.
-
Beispiel 4 Zu einer auf 25"C gehaltenen Lösung von 9 g (0,062 Mol)
Benzalaceton in 75 g Benzol wurden unter
Rühren innerhalb 10 -Minuten 15 g (0,071
Mol) 4,4,5,5-Tetramethyl-2-mercapto-2-thiono- 1,3,2-dioxaphospholan gegeben. Nachdem
das Reaktionsgemisch 50 Stunden bei 25"C stehengelassen worden war, wurde die Mischung
mit konzentrierter wäßriger Natriumbicarbonatlösung neutralisiert, dann mit Wasser
gewaschen, über Calciumsulfat getrocknet und filtriert. Das erhaltene Filtrat wurde
unter einem Druck von weniger als 20 mm bis zu einer Blasentemperatur von 35"C destilliert.
Der Destillationsrückstand wurde mit 300 ccm Äthyläther verrührt, auf -25"C abgekühlt,
die Mischung kalt filtriert und das in Äther unlösliche Produkt an der Luft getrocknet.
-
Es wurden 14 g 2-(2'-Acetyl-1 '-phenyläthylmercapto)-4,4,5,5 - tetramethyl
- 2 - thiono - 1,3,2 - dioxaphospholan
als flockiger grauer fester Rückstand mit folgenden Eigenschaften erhalten: F. 105
bis 106"C, Azidität 0,004 ccm n-Kalilauge pro Gramm, Gehalt an dem Natriumsalz der
ringförmigen Thiophosphorsäure 0,001 ccm n-Überchlorsäurelösung pro Gramm.
-
Analyse in Gewichtsprozent: Gefunden ... P 8,87, S18,00, C 53,71,
H 6,33; berechnet ... P 8,64, S 17,89, C 53,61, H 6,46.
-
Ausbeute 640/o der Theorie, bezogen auf das Benzalaceton.
-
Beispiel 5 Zu 72 g (0,3 Mol) 5-Äthyl-4-propyl-2-mercapto-2-thiono-1,3,2-dioxaphosphorinan
wurden bei einer Temperatur von 42 bis 50"C innerhalb 20 Minuten tropfenweise 98
g (1 Mol) Mesityloxyd gegeben. Das Reaktionsgemisch wurde weitere 2 Stunden bei
25"C gerührt und dann nach der im Beispiel 2 beschriebenen Methode aufgearbeitet
und destilliert. Der Destillationsrückstand wurde in 300 ccm Äthyläther gelöst,
die Lösung zuerst mit wäßriger, verdünnter Natriumbicarbonatlösung und dann mit
Wasser gewaschen, über Calciumsulfat getrocknet und filtriert. Das erhaltene Filtrat
wurde unter einem Druck von weniger als 4 mm bis zu einer Blasentemperatur von 50"C
destilliert. Es wurden 60 g 2-(2'-Acetyl-l',l'-dimethyläthylmercapto)-5-äthyl-4-propyl-2-thiono-
1,3,2-dioxaphosphorinan
als brauner flüssiger Rückstand mit den folgenden Eigenschaften erhalten: Molekulargewicht
(ebullioskopisch) 328,4 (theoretisch 338,5); Azidität 0,001 ccm n-Kalilauge pro
Gramm, n00 = 1,5243.
-
Analyse in Gewichtsprozent: Gefunden....P8,86, S18,60, C 49,42, H
7,90; berechnet ... P 9,15, S 18,94, C 49,67, H 8,05.
-
Die Ausbeute betrug 590/o der Theorie, bezogen auf das phosphorhaltige
Ausgangsmaterial.
-
Beispiel 6 Zu einer Lösung von 64 g (0,3 Mol) 4,4,6-Trimethyl-2-mercapto-2-thiono-
1,3 ,2-dioxaphosphorinan in 100 g Toluol wurden bei einer Temperatur von 25 bis
30"C innerhalb 20 Minuten tropfenweise 98 g (1 Mol) Mesityloxyd gegeben. Das Reaktionsgemisch
wurde weitere 2 Stunden bei 25° C gerührt und dann nach der im Beispiel 2 beschriebenen
Methode aufgearbeitet und destilliert. Der Destillationsrückstand wurde in 300 ccm
Äthyläther gelöst, die Lösung zuerst mit verdünnter, wäßriger Natriumbicarbonatlösung
und dann mit Wasser gewaschen, über Calciumsulfat getrocknet und filtriert. Das
erhaltene Filtrat wurde unter einem Druck von weniger als 4 mm bis zu einer Blasentemperatur
von 50"C destilliert. Es wurden 37 g 2 - (2' - Acetyl -1 1' - dimethyläthylmercapto)
- 2 - thiono-4,4,6-trimethyl-1 ,3,2-dioxaphosphorinan
als brauner, flüssiger Rückstand mit den folgenden Eigenschaften erhalten. n30°
= 1,5304, Azidität 0,03 ccm n-Kalilauge pro Gramm.
-
Analyse in Gewichtsprozent: Gefunden ... P 9,78, S19,90, C 45,59,
H 7,13; berechnet ... P9,98, S20,66, C 46,43, H 7,46.
-
Die Ausbeute betrug 40°/0 der Theorie.
-
Beispiel 7 Zu einer Lösung von 68 g (0,3 Mol) 5,5-Diäthyl-2-mercapto-2-thiono-1,3,2-dioxaphosphorinan
in 200 g Toluol wurden unter Rühren bei 42 bis 50"C innerhalb 20 Minuten 98 g (1
Mol) Mesityloxyd tropfenweise gegeben. Das Reaktionsgemisch wurde dann weitere 2
Stunden bei 25"C gerührt, anschließend mit verdünnter, wäßriger Natriumbicarbonatlösung
neutralisiert, hierauf mit Wasser gewaschen und unter einem Druck von weniger als
2 mm bis zu einer Blasentemperatur von 100"C destilliert. Der feste Rückstand wurde
in 500 ccm Äthyläther gelöst, die Lösung anschließend mit verdünnter wäßriger Natriumbicarbonatlösung
neutralisiert, mit Wasser gewaschen, getrocknet, filtriert und das erhaltene Filtrat
auf -20"C abgekühlt. Der hierbei ausgefallene Niederschlag wurde abfiltriert, in
700 ccm Äthyläther gelöst und die Lösung dann auf -20"C abgekühlt. Das erneut ausgefallene
Produkt wurde abfiltriert und bei 25"C und unter einem Druck von weniger als 4 mm
getrocknet.
-
Es wurden 32 g 2-(2'-Acetyl-l',l'-dimethyläthylmercapto)-5,5-diäthyl-2-thiono-l
,3,2-dioxaphosphorinan
als weißer fester Körper mit folgenden Eigenschaften erhalten: F. 65 bis 70"C, Azidität
0,008 ccm n-Kalilauge pro Gramm.
-
Analyse in Gewichtsprozent: Gefunden ... P 9,58, S19,10, C 47,88,
H 7,70; berechnet ... P 9,55, S 19,76, C 48,12, H 7,77.
-
Ausbeute 330/o der Theorie.