DE1127299B - Schreitendes hydraulisches Ausbaugestell fuer bergmaennische Gewinnungsbetriebe - Google Patents
Schreitendes hydraulisches Ausbaugestell fuer bergmaennische GewinnungsbetriebeInfo
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Description
- Schreitendes hydraulisches Ausbaugestell für bergmännische Gewinnungsbetriebe Die Erfindung betrifft ein schreitendes hydraulisches Ausbaugestell für bergmännische Gewinnungsbetriebe, bestehend aus einem Rückzylinder und vier Grubenstempeln, von denen jeweils zwei im Abstand und parallel zum Rückzylinder angeordnet sind und von diesem abwechselnd dem fortschreitenden Abbau nachgerückt werden.
- Es ist bekannt, in bergmännischen Gewinnungsbetrieben zur Stützung des Hangenden einen sogenannten schreitenden Ausbau zu verwenden. So wurde z. B. schon vorgeschlagen, zwei Ausbaurahmen zu einem Ausbaugestell miteinander zu verbinden, wobei durch den gleichen Rückzylinder wechselweise der eine oder andere Rahmen nach der Entlastung vom Druck des Hangenden dem fortschreitenten Abbau entsprechend vorgerückt wird. Nach einem weiteren Vorschlag werden die beiden Ausbaurahmen durch je einen zugeordneten Rückzylinder wechselweise dem Abbaufortschritt folgend verschoben. Weiterhin ist durch eine Veröffentlichung ein Ausbaugespann bekanntgeworden, bei dem ein diagonal verlegter Rückzylinder zwei Doppelrahmen im Wechselschritt bewegt. Dabei sind die Stempel mit Lenkern untereinander verbunden, so daß sie beim Vorschreiten einen flachen Kreisbogen beschreiben.
- Der Nachteil der vorgenannten schreitenden hydraulischen Ausbaugestelle ist darin zu sehen, daß beim Zusammenfassen mehrerer Ausbaugestelle zu einer Setzgruppe beim Vorschreiten der Rahmen der Abstand der gesetzten Rahmen sich um mehr als das Zweifache vergrößert. Wenn auch das Abstützen des Hangenden in diesem Bereich nur während eines kurzen Zeitintervalles nicht erfolgt; so bedeuten doch die relativ großen, nicht abgestützten Hangendflächen eine Gefahr für den Bergmann.
- Aufgabe der Erfindung ist es, ein Ausbaugestell zu schaffen, bei dem die nicht abgestützten Hangendflächen während des Vorschreitens der Rahmen um die Hälfte verkleinert werden. Die hierbei auftretende Verdoppelung der kleineren Hangendfreiflächen wird durch den Vorteil einer gleichmäßigeren Hangendab-Stützung aufgehoben. Zur Erreichung dieses Zieles sowie zur Aufhebung der angeführtenNachteile schlägt die Erfindung vor, daß jeweils die diagonal zueinander stehenden Stempel eine rückbare Einheit bilden und die jedem Stempel zugeordnete Kappe über ein verlängerbares Gelenk mit der in Schrittrichtung fluchtenden Kappe verbunden ist. Zwei der diagonal zueinander stehenden Stempel sind mit dem Rückzylinder und die beiden anderen diagonal zueinander stehenden Stempel sind mit der Rückzylinderkolbenstange verbunden. Die diagonal zueinander stehenden Stempel sind über Sohlenschienen miteinander verbunden. Die Summe der Kappenteillängen, gemessen vom Stempelangriffspunkt bis zum Gelenkangriffspunkt, ist um die Hublänge des Rückzylinders kleiner als die Summe der Kappenteillängen der im Abstand parallel davon angeordneten Kappen. Jeweils zwei Kappen sind über ein Mehrfachgelenk derart miteinander verbunden, daß ein Mehrfachgelenk zwischen zwei Kappen nach Verschieben einer Einheit gestreckt und das andere durchhängend an den Kappen angreift. Die Sohlenschienen beider Ausbaueinheiten kreuzen sich. Der Rückzylinder ist auf einer der Sohlenschienen befestigt.
- Die Vorteile des erfindungsgemäßen Ausbaugestelles sind einmal in der gleichmäßigen Abstützung des Hangenden während des Vorschreitens der Ausbaueinheiten zu sehen und zum anderen ist durch die sich kreuzenden Ausbaueinheiten eine große Standfestigkeit des Ausbaugestelles gewährleistet, die noch durch die parallel zueinander stehenden Kappen unterstrichen wird.
- In der Zeichnung ist der Gegenstand der Erfindung in einem Ausführungsbeispiel dargestellt. Es zeigt Fig. 1 einen Grundriß des Ausbaugestelles bei welchem die Kappen weggelassen worden sind, Fig. 2 einen Schnitt der Fig. 1 gemäß Linie A-A, Fig. 3 eine Seitenansicht des Ausbaugestelles, Fig. 4 mehrere zu einer Setzgruppe zusammengefaßten zum Stand der Technik gehörenden Ausbaugestelle und Fig. 5 mehrere zu einer Setzgruppe zusammengefaßte Ausbaugestelle nach vorliegender Erfindung. Der Stempel 1 und der Stempel 2 sowie der Stempel 3 und der Stempel 4 bilden eine durch den Rückzylinder 5 herbeigeführte rückbare Ausbaueinheit. Der Stempelt ist mit dem Stempelt über die Sohlenschiene 6 und der Stempel 3 ist mit dem Stempel 4 über die Sohlenschiene 7 verbunden. An der Sohlenschiene 6 ist der Rückzylinder 5 durch eine Schelle 8 befestigt. Die Ausbaueinheit, welche mit den Stempeln 3 und 4 bestückt ist, ist durch Laschen 9,-10 mit der Kolbenstange 11 des Rückzylinders 5 verbunden. Die Sohlenschiene 7 ist geringfügig gekröpft ausgebildet und untergreift den Rückzylinder 5 bzw. die Sohlenschiene 6 mit Spiel. Die Sohlenschiene 6 ist mit dem einen Ende an der Stempelsohlenpfanne 12 und mit dem anderen Ende an der Stempelsohlenpfanne 14 verbunden. An den Sohlenpfannen 13 und 15 greifen die Enden der Sohlenschiene 7 an.
- An Hand der Fig. 3 läßt sich die Kappenverbindung näher erläutern. Die Kappe 16 ist auf den Stempel 2 und die Kappe 17 auf den Stempel 3 aufgesetzt. Auf dem Stempel 4 befindet sich die Kappe 18 und auf dem Stempel l ist die Kappe 19 angeordnet. Die Kappen 16 und 17 sind vom Stempelangriffspunkt gemessen bis zum Gelenkangriffspunkt 20 bzw. 21 länger ausgebildet als die Kappen 18 und 19, gemessen vom Stempelangriffspunkt bis zum Gelenkangriffspunkt 22, 23. Jeweils ein Mehrfachgelenk 24 verbindet die Kappe 16 mit der Kappe 17 bzw. die Kappe 18 mit der Kappe 19. Die Kappen 16 und 17 sowie die Kappen 18 und 19 liegen parallel zueinander und parallel zum Rückzylinder 5.
- Nachstehend wird die Funktion des erfindungsgemäßen schreitenden hydraulischen Ausbaugestelles erläutert.
- Angenommen die Stempelt, 2, 3 und 4 sind gesetzt, so daß das Ausbaugestell das Hangende gleichmäßig abstützt. Soll jetzt eine Ausbaueinheit vorgerückt werden, so werden die Stempel 3- und 4 geraubt. Anschließend wird der Rückzylinder 5 beaufschlagt, wodurch sich die Kolbenstange 11 und mit der Kolbenstange die Ausbaueinheit in Pfeilrichtung 25 verschiebt. Das Mehrfachgelenk 24 der Kappen 16 und 17 wird dabei wie in Fig: 3. dargestellt, von der durchhängenden Lage in die gestreckte Lage gebracht, während das Mehrfachgelenk 24' der Kappen 18 und 19 von der gestreckten Lage in die durchhängende Lage gebracht wird. Durch die Mehrfachgelenke 24, 24' wird gleichzeitig der beim Absenken der Kappen bedingte Längenunterschied ausgeglichen. In die Fig. 3 ist das- gestreckte Gelenk in Draufsicht eingezeichnet. Nachdem die Stempel 3 und 4 gesetzt sind, können die Stempel 1 und 2 gelöst werden und durch Verschieben des Zylinders 5 auf der Kolbenstange 11 entsprechend dem Abbaufortschritt in Pfeilrichtung 25 verschoben werden.
- Beim Rauben des Stempels 4 (Fig. 3) wird die Kappe 18 vom Hangenden abgesenkt. Da das Mehrfachgelenk 24' sich in der gestreckten Lage befindet, müßte sich der Stempel 4 zwangsläufig schrägstellen, da das gestreckte Mehrfachgelenk 24' um den Gelenkpunkt 23 einen Kreisbogen schlägt. Um dies zu vermeiden, sind die Kugelpfannen der Kappen größer ausgebildet, als die darin eingreifenden Kugelköpfe der Stempel. Hierdurch ist eine geringe Verschiebung der Kappen auf den :Stempeln in Schrittrichtung 25 gewährleistet, so daß der Kreisbogenausschlag des Mehrfachgelenkes ausgeglichen wird.
- In der Fig. 4 sind mehrere zum Stand der Technik gehörende Ausbaugestelle zu einer Setzgruppe zusammengefaßt. Zum Vergleich ist die gleiche Anzahl von Ausbaugestellen nach vorliegender Erfindung ebenfalls zu einer Setzgruppe zusammengefaßt worden. Sämtliche Ausbaugestelle beider Figuren sind symbolisch dargestellt. Angenommen, die hellen Ausbaueinheiten sind geraubt und beginnen mit dem Vorschreiten in Richtung auf die Abbaufront, während die schwarz ausgezogenen Ausbaueinheiten gesetzt sind. Vergleicht man jetzt die Ausbaugestelle nach Fig. 4 mit den Ausbaugestellen nach Fig. 5, so erkennt man, daß die Abstützung des Hangenden bei den Ausbaugestellen nach Fig. 5 gleichmäßiger ohne große Freiräume erfolgt, als bei den Ausbaugestellen nach Fig. 4.
- Abschließend sei noch erwähnt, daß die Stempel 1, 2, 3 und 4 der Ausbaugestelle in bekannter Weise beweglich in den Sohlenpfannen 12,13,14 und 15 eingesetzt sind.
Claims (7)
- PATENTANSPRÜCHE: 1. Schreitendes hydraulisches Ausbaugestell für bergmännische Gewinnungsbetriebe, bestehend aus einem Rückzylinder und vier Grubenstempeln, von denen jeweils zwei im Abstand und parallel zum Rückzylinder angeordnet sind und von diesem abwechselnd dem fortschreitenden Abbau nachgerückt werden, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils die diagonal zueinander stehenden Stempel (1 und 2 sowie 3 und 4) eine rückbare Einheit bilden und daß die jedem Stempel zugeordnete Kappe (16, 17, 18, 19) an der in Schrittrichtung fluchtenden Kappe geführt ist.
- 2. Schreitendes hydraulisches Ausbaugestell nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwei der diagonal zueinander stehenden Stempel (1 und 2) mit dem Rückzylinder (5) und die beiden anderen -diagonal zueinander stehenden Stempel (3 und 4) mit der Rückzylinderkolbenstange (11) verbunden sind.
- 3. Schreitendes hydraulisches Ausbaugestell nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die diagonal zueinander stehenden Stempel (1, 2 und 3, 4) über Sohlenschienen (6 und 7) miteinander verbunden sind.
- 4. Schreitendes hydraulisches Ausbaugestell nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Summe der Kappenteillängen (a -I- b, 18, 19) vom Stempelangriffspunkt bis zum Gelenkangriffspunkt (22, 23) und die Hublänge des Rückzylinders (5) kleiner ist als die Summe der Kappenteillängen (c -h c@ der im Abstand parallel davon angeordneten Kappen- (16, 17).
- 5. Schreitendes hydraulisches Ausbaugestell :nach den Ansprüchen 1 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Kappen (16, 17 und 18, 19) über ein Mehrfachgelenk (24, 24') derart miteinander verbunden sind, daß ein Mehrfachgelenk zwischen zwei Kappen nach Verschieben einer Einheit gestreckt und das andere durchhängend an den Kappen angreift.
- 6. Schreitendes hydraulisches Ausbaugestell nach Ansprach 1, dadurch gekennzeichnet, däß die Sohlenschienen (6, 7) beider Ausbaueinheiten sich kreuzen.
- 7. Schreitendes hydraulisches Ausbaugestell nach den Ansprüchen 1 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß auf einer der Sohlenschienen (6 oder 7) der Rückzylinder (5) befestigt ist. B. Schreitendes hydraulisches Ausbaugestell nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an Stelle des Gelenkkappenzuges (16, 17 und 18, 19) zum Abstützen des Hangenden in bekannter Weise ein gelenkfreier Schiebekappenzug verwendet wird, bei dem eine Kappe gleitsteinartig in einer zugehörigen Gabel- bzw. Paralleldoppelkappe geführt ist. In. Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Auslegeschriften Nr. 1087 098, 1069 548, 1078 068; Glückauf 19587/8, S. 241, Abb.11;1959/5, S. 285, Abb. 42.
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