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Spinn- oder Zwirnspindel mit einem toten Spindelschaft Die Erfindung
bezieht sich auf eine Spinn- oder Zwirnspindel mit einem toten Spindelschaft, auf
dem zwei Umläufer zum Abstützen des unteren bzw. des oberen Spinnhülsenendes unabhängig
voneinander gelagert sind, von denen der das untere Hülsenende aufnehmende Umläufer
antreibbar ist.
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Die bekannten Spinn- und Zwirnspindeln sind im allgemeinen nur in
einem engeren Arbeitsbereich wegen ihrer Abmessungen und der diesen angepaßten Dämpfungseinrichtungen
anwendbar. Aus diesem Grunde ist es zwar möglich, eine Spinnmaschine mit ihrem Aufsteckzeug,
Streckwerk und Gesamtantrieb weitgehend universell einzusetzen, jedoch läßt die
Spindel selbst nur eine Anpassung innerhalb eines eng begrenzten Bereiches hinsichtlich
der Änderung der Tourenzahl und der Veränderung der Länge und des Gewichtes der
Garnkörper zu. Bei beabsichtigtem Verlassen eines solchen Bereiches ist der Austausch
sämtlicher Spindeln erforderlich. Die Produktions-!eistung einer Spinnmaschine ist
von dem Verhältnis zwischen Lauf- und Stillstandszeiten abhängig, welches um so
günstiger wird. je größer das Fassungsvermögen der Garnkörper ist. Die Vergrößerung
der Garnkörper ruft aber zwangläufig Erschwernisse beim Abziehen der vergrößerten
Garnkörper hervor, wodurch der Zeitaufwand für das Abziehen der vollen Spinnspulen
und das Aufstecken der Leerspulen verlängert werden kann. Das Verhältnis zwischen
Laufzeit und Stillstandszeit ändert sich deshalb beim Vergrößern der Garnkörper
nicht immer in dem erwarteten Maße. Eine Veränderung dieser Werte im gewünschten
Sinne ist nur dann zu erreichen, wenn außer einer Vergrößerung der Garnkörper auch
eine Erleichterung des Abziehvorganges geschaffen wird. Neben der Schaffung einer
universell einsetzbaren Spinn- und Zwirnspindel ist deshalb die Erleichterung des
Abziehens für die vergrößerten Garnkörper von Bedeutung.
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Es ist zwar bereits versucht worden, solchen Forderungen näherzukommen,
wobei die Spinn- und Zwirnspindel eine feststehende, tote Schaftstange mit einem
darauf aufgesetzten zylindrischen Fortsatz aufweist. Die auf der »toten Spindel«
umlaufenden Teile (Umläufer) sind unabhängig voneinander an der feststehenden Schaftstange
einerseits und an deren Fortsatz andererseits drehbar gelagert, wobei lediglich
der das untere Hülsenende abstützende Umläufer antreibbar ist, während der obere
Umläufer von der Spulenhülse mitgenommen wird. Die als toter Spindelschaft dienende
Stange und deren Fortsatz bilden ein zusammenhängendes Ganzes. Auftretende Schwingungen
wirken sich daher auf den gesamten Spindelkörper aus. Dieser zusammenhängende Spindelkörper
vermag auch den Abziehvorgang nicht zu erleichtern, da jede Hülse über die gesamte
Länge des toten Spinde.lschaftes nach oben abgezogen oder von oben auf-,geschoben
werden muß.
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Auch eine andere bekannte Ausführungsform einer Spinnspindel mit einem
toten Spindelschaft weist die gleichen Unzulänglichkeiten wie vorher erwähnt auf.
Ein an der Spindelbank befestigtes, gehäuseartiges Halterungsteil mit einer darin
eingesetzten toten Schaftstange bildet den feststehenden Teil der Spindel. an dem
ein Wirtel mit einem Aufsteckschaft fü.r die Hülse als rotierender Teil gelagert
ist. Zwei voneinander unabhängige Umläufer zum Abstützen des unteren und oberen
Hülsenendes sind in diesem Falle nicht vorhanden, sondern nur ein einziger Umläufer,
der mit dem Spulenträger fest verbunden und zugleich als Antriebswirtel ausgebildet
ist.
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Die Erfindung geht von einer Spinn- oder Zwirnspindel mit totem Spindelschaft
aus, auf dem zwei Umläufer zum Abstützen des unteren bzw. des oberen Spinn.hülsenendes
unabhängig voneinander gelagert sind, von denen der das untere Hülsenende aufnehmende
Umläufer antreibbar ist. Die Erfindung besteht darin, daß der tote Spindelschaft
aus zwei selbständigen Schaftteilen besteht, die unabhängig voneinander koaxial
gehalten und auf denen je einer der Umläufer gelagert sind.
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Im einzelnen kann nach der Erfindung vorgesehen sein, daß von den
beiden Schaftteilen der eine den anderen mit radialem Spiel umgreift, mit Ausnahme
seines dem inneren Schaftteil zugekehrten Endes, mit Hilfe dessen beide Schaftteile
koaxial im Abstand gehalten
sind. Die unabhängige Lagerung der
beiden Schaftteile führt zu einer wesentlichen Vereinfachung. Sie bringt es insbesondere
mit sich, daß sich die rotierende Hülse selbsttätig und unabhängig von der Lagerung
der durch sie verbundenen Schaftteile auf eine bestimmte Drehachse entsprechend
den rotierenden Massen einstellt mit dem Ergebnis, daß die Lager vollkommen gleichmäßig
belastet sind.
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Ferner kann nach der Erfindung vorgesehen sein, daß einer der Schaftteile
in an sich bekannter Weise an der Spindelbank ortsfest gehalten und als äußerer
hülsenförmiger Hohlschaft ausgebildet ist, der den Umläufer zum Abstützen des unteren
Hülsenendes trägt, während der andere Schaftteil als eine an ihrem oberen Ende den
Umläufer zum Abstützen des oberen Hülsenendes tragende Schaftstange ausgebildet
ist, die unterhalb der Spindelbank ortsfest gehalten ist und sich durch den hülsenförmigen
Stahlschaft hindurch erstreckt.
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Das Aufteilen des Trägers einer Spinnhülse in zwei Schaftteile, die
unabhängig voneinander koaxial gelagert und nur durch die Spinnhülse selbst miteinander
kraftschlüssig verbunden sind und von denen mindestens ein Umläufer antreibbar ist,
bringt noch eine Reihe weiterer Vorteile mit sich. Einer davon wird dadurch erreicht,
daß die Schaftstange auf verschiedene Hülsenlängen einstellbar ist, so daß die beiden
Schaftteile ohne jede Veränderung baulicher Art für die verschiedensten Hülsenlängen
zur Anwendung gebracht werden können.
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Es kann nach der Erfindung vorgesehen sein, daß die Schaftstange mit
ihrem unteren Ende axial verschiebbar gehalten ist, was insbesondere dann in Betracht
kommt, wenn die Schaftstange der an sich feststehende Schaftteil ist, der lediglich
in seinem freien Ende einen drehbar gelagerten Umläufer als Hülsenstützkörper trägt.
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Die axial verschiebbare Halterung der Schaftstange kann erfindungsgemäß
dadurch erzielt sein, daß die Schaftstange mit ihrem unteren Ende in eine an .der
Unterseite der Spindelbank angebrachte Haltebüchse auf verschiedene. Stellungen
einfahrbar und mittels Rasten festgehalten ist. Eine andere Art der Einstellung
ist in der Weise erreichbar, daß mindestens das untere Ende der Schaftstange ein
Gewinde trägt, in das eine unabhängig von der Spindelbank antreibbar gelagerte Verstellmutter
eingreift.
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Schließlich ist es möglich, das untere Ende der Schaftstange an einem
von der Spindelbank unabhängigen Einstellbalken mittels Muttern axial nachstellba.r
zu befestigen.
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Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung kann vorgesehen sein, daß
der Einstellbalken in der Höhe verstellbar ist, so daß durch Anheben oder Absenken
des Balkens eine ganze Spindelreihe auf verschiedene Hülsenlängen eingestellt werden
kann. Diese Maßnahme bringt außerdem noch den Vorteil mit sich, daß durch Absenken
des Balkens ein Absenken der Schaftstange so weit erfolgt, daß die aufgesteckten
Hülsen zur Abnahme nicht mehr längs über die Schaftstange aufwärts verschoben und
dann abgenommen werden müssen. Nach dem Absenken der Schaftstange wird die Hülse
lediglich durch Abkippen vom unteren Umläufer frei. In gleicher Weise ist so auch
das Aufstecken neuer Hülsen wesentlich vereinfacht, weil sie nur über das verbleibende
kurze Ende der Schaftstange aufzustecken sind. Ihr Festlegen ergibt sich dann, wenn
die Schaftstange so weit hochgefahren wird, daß an der Schaftstange das freie Hülsenende
anliegt, während das andere Hülsenende von dem unteren Umläufer festgehalten wird.
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Die letztbeschriebenen Maßnahmen können auch in der Weise verbessert
sein, daß die Schaftstange nahezu oder völlig aus dem hülsenförmigen Hohlschaft
nach unten ausfahrbar ist.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung sieht diese vor, daß der Innendurchmesser
des hülsenförmigen Hohlschaftes mindestens dem größten Durchmesser der Spinnhülse
entspricht und diese zusammen mit der Schaftstange von unten in den Hohlschaft einfahrbar
ist. Hierdurch ist erreicht, daß das Einfahren neuer Hülsen von unten her erfolgen
kann, so daß das Aufstecken neuer Hülsen mit des Abnahme der gesponnenen Kopie unmittelbar
kombiniert werden kann. Wird die Schaftstange nach unten ausgefahren, so wird der
Kops von der Schaftstange frei und kann seitlich unmittelbar vom unteren Umläufer
abgekippt werden, ohne abgehoben wenden zu müssen, was bei großen Kopien viel Kraft
erfordert und somit eine sehr aufwendige Tätigkeit darstellt. Da mit dem Abkippen
gleichzeitig auch die Schaftstange unten ausgefahren ist und dort frei ist, kann
gleichzeitig eine neue Hülse aufgesteckt werden, die dann von unten her in die Arbeitsstellung
eingefahren wird. In der eingefahrenen Stellung kommt sie mit dem unteren Umläufer
in Fühlung, so daß beide Hülsenenden ihre Abstützung erfahren.
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Die Aufteilung des Spinnhülsenträgers in zwei Schaftteile, nämlich
in einen äußeren Hohlschaft und eine Schaftstange, bringt noch weitere Vorteile
mit sich, insbesondere dann, wenn die Schaftstange von einem absenkbaren Einstellbalken
getragen ist. Erfindungsgemäß kann dieser Einstellbalken als Wie,gebalken ausgebildet
sein. Dieser kann folgendermaßen zum Wiegen der Kopie Verwendung finden: Zunächst
sei der das Tragorgan des Schaftstange bildende Wiegebalken nach unten abgesenkt,
und zwar so weit, daß unabhängig vom hülsenförmigen Hohlschaft eine leere Hülse
aufgesteckt werden kann. Dann wiegt der Wiegebalken die Hülse und stellt das Gewicht
fest. Wird nun der Wiegebalken aufwärts verfahren, so weit, daß die Hülse mit ihrem
unteren Ende in dem unteren Umläufer zu sitzen kommt, kann nunmehr die Hülse besponnen
werden, bis der fertige Kops vorliegt. Danach läßt sich der Wiegeballcen mit der
Schaftstange über die Arbeitsstellung hinaus anheben, so daß sich die Hülse vom
unteren Umläufer trennt und lediglich von der Schaftstange gehalten ist. In dieser
Stellung zeigt der Wiegebalken das Gewicht der Leerhülse zusammen mit der aufgesponnenen
Garnmenge an, so daß die Differenz zwischen der ersten und der zweiten Wiegung das
Gewicht des gesponnenen Garnes anzeigt. Wird nunmehr der Wiegebalken wieder völlig
abgesenkt, wird die- Schaftstange aus der Hülse herausgezogen, und der Kops kippt
seitlich ab. Es ist nicht mehr notwendig, die Hülse mit Kops über einen langen Spindelschaft
von Hand abzuziehen.
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In den Figuren sind Ausführungsbeispiele nach der Erfindung dargestellt.
Es zeigt Fig.1 eine Spinn- oder Zwirnspindel gemäß Erfindung mit Kurzhülse, Fig.
2 die Spinn- oder Zwirnspindel nach Fig. 1 mit Langhülse, Fig. 3 eine Spinn- oder
Zwirnspindel anderer Ausbildung mit Uängeneinstellvorrichtung,
Fig.
4 und 5 eine Spinn- oder Zwirnspindel mit einstellbarer Schaftstange in zwei Stellungen,
Fig.6 eine Spinn- oder Zwirnspindel mit hohlem unterem Umläufer, Fig. 7 die gleiche
Spinn- oder Zwirnspindel mit abwärts bewegter Schaftstange, Fig. 8 die Halterung
einer Hülse im hohlen unteren Umläufer vor dem Einschieben der Hülse in vergrößerter
Darstellung und Fig. 9 die Halterung der eingeschobenen Hülse im hohlen unteren
Umläufer nach Fig. 7 und 8 in vergrößerter Darstellung.
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Bei dem Ausführungsbeispiel nach den Fig. 1 und 2 erstreckt sich der
äußere hülsenförmige Hohlschaft 6 durch eine Öffnung durch den Spind-elbalken 1
hindurch. Auf das freie Ende ist unter Zwischenlegung der Federringscheibe 13 die
Mutter 14 aufgeschraubt und gegen die Bremsmutter 5 festgezogen, womit die Lage
des Hohlschaftes 6 eindeutig festgelegt ist. Weiterhin ist auf das freie Ende des
Hohlschaftes 6 die unten geschlossene Büchse 15 aufgeschraubt, die im Innern die
Ringnuten 16 aufweist, in denen sich Ringe 17 aus elastischem Werkstoff befinden.
Die Ringe 17 umfassen das mit Gewinde oder Ringnuten versehene untere Ende der Schaftstange
18. Durch die Verwendung elastischer Ringe 17 ist eine gewisse seitliche Auslenkung
des unteren Endes der Schaftstange 18 möglich, so daß sich die Schaftstange selbsttätig
mit ihrer Achse auf die Schwerlinie aller mit ihr rotierenden Teile einstellen kann.
Unmittelbar an das untere Ende des Hohlschaftes 6 schließt sich der Federring 19
an, der wie die Ringe 17 in eine Ringnut 20 bzw. in das Gewinde der
Schaftstange 18 eingreift. Damit ist die Lage der Schaftstange 18 der Höhe nach
festgelegt und kann verändert werden, wie es die Fig. 2 verdeutlicht. Durch die
Möglichkeit der Lageveränderung der Schaftstange 18 der Höhe nach können Hülsen
verschiedener Länge aufgesteckt werden. So zeigt die Fig. 1 mit der Hülse
2 eine Kurzhülse, während die Fig. 2 mit der Hülse 2' eine Langhülse verdeutlicht.
Am oberen Ende der Schaftstange 18 befindet sich der Hülsenstützkörper 21, der als
Umläufer frei drehbar angeordnet ist. Hierzu weist er den axial nach innen gerichteten
zentrischen Stift 22 mit dem Kopf 23 auf. Der Stift 22 ragt durch die Bohrung 24
der auf das Ende der Schaftstange 18 aufgesetzten Büchse 25 und ist dadurch gegen
ein Abziehen gesichert. Der düsenförmige Querschnitt der Bohrung 24 läßt innerhalb
gewisser Grenzen Pendelbewegungen des umlaufenden Hülse.nstützkörpers 21 zu. Der
über den Hülsenstützkörper 21 durch die Hülse 2 bzw. 2' wirksam werdende Axialdruck
wird von der kalottenförmigen Stützplatte 26 aufgenommen. Das untere Ende der Spinnhülse
2 bzw. 2' steckt auf dem Umlaufstützkörper 11, dessen Außenfläche für die selbsttätige
Einstellung der Spinnhülse 2 bzw. 2' auf die Schwerlinie etwas gewölbt ist. Zum
Ausgleich von Maßdifferenzen und als Mithilfe bei der selbsttätigen Einstellung
der Spinnhülse auf die Schwerlinie dienen beispielsweise Hülsenkupplungen 27, welche
daneben eine Mitnahme gewährleisten, ohne jedoch das Abziehen der Hülse 2 bzw. 2'
zu behindern. Wie die Figuren erkennen lassen, ragt die Schaftstange 18 mit radialem
Spiel durch den hülsenförmigen Hohlschaft 6 hindurch. Die Schaftstange 18 ist lediglich
mittels des Federringes 19 und der elastischen Ringe 17 in der Hülse 15 abgestützt.
Eine weitere Abstützung erfährt sie über den umlaufenden Hülsenstützkörper 21 an
seinem äußeren freien Ende mittels der Spinnhülse 2
bzw. 2', welche die einzige
Verbindung zwischen der Schaftstange 18 und dem unteren Umlaufstützkörper darstellt.
Letzterer ist gebildet durch die drehbaren Wirtelteile 7, 8 und 9 in Verbindung
mit dem davon getragenen Stützkörper 11.
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Abgesehen davon, daß die Spinn- oder Zwirnspinde1 nach dem Ausführungsbeispiel
für Spinnhülsen verschiedener Länge zur Anwendung gebracht werden kann, bringt sie
durch die Art der Lagerung den Vorteil mit sich, daß sich die Hülse bei ihrer Rotation
ohne Schwierigkeiten selbsttätig mit ihrer Achse auf die Schwerlinie aller rotierenden
Teile einstellen kann. Das Ergebnis ist, daß eine wesentlich höhere Drehzahl gewählt
werden kann, als sie bei den bekannten Spindellagerungen erreichbar ist. Dies wird
noch dadurch gefördert, daß die Masse der rotierenden Spindelteile wesentlich geringer
als die der bekannten Spindeln ist. Die Gewichtsverringerung der rotierenden Teile
fällt insbesondere bei Spindeln für große Kopse ganz besonders ins Gewicht.
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Nach dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 weisen die Schaftstange und
der untere Umlaufstützkörper nahezu den gleichen Aufbau auf wie bei dem Ausführungsbeispiel
nach den Fig. 1 und 2. Abweichend ist die Ausbildung des oberen Wirtelbords 9',
welcher einstückig mit dem Umlaufstützkörper 12 ist, der als oben offener Hohlkörper
das untere Ende der Hülse 2 umfaßt und gleichzeitig als Anwindbecher dient. Er umfaßt
diese unter Zwischenschaltung des elastischen Hohlringes 28 als Hülsenkupplung,
durch welchen die Möglichkeit besteht, daß sich die Spinnhülse 2 bei ihrer Rotation
selbsttätig auf die Schwerlinie aller rotierenden Teile einstellt.
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Das untere Ende der Schaftstange 18 trägt unterhalb des Spindelbalkens
1 das Stellgewinde 29. Auf dem Gewinde 29 sitzt die als Schneckenrad ausgebildete
Mutter 30, die über ihre Naben 31 und die Wälzlager 32 in dem Einstellbalken 33
gelagert sind. Ein gleichbleibender Abstand zwischen Spindelbalken 1
und Einstellbalken
33 ist durch die Hülse 34 gewährleistet, welche die Schaftstange 18 unterhalb
des Spindelbalkens 1 umfaßt und sich auf einem Bund 35 der Munter 14 mit
ihrem oberen Ende abstützt, während das untere Ende 36 in dem Stützträger 33 eingelassen
liegt. Das Schneckenrad 30 befindet sich mit der Schnecke 37 im Eingriff. Durch
Drehen derselben wird das Schneckenrad 30 in Umdrehung versetzt. Die Umdrehung veranlaßt
eine Drehung der Schaftstange 18, so daß sich diese in der einen oder anderen Richtung
axial bewegt. Damit ist die Möglichkeit gegeben, die axiale Länge der Schaftstange
18 oberhalb des Spindelbalkens 1 kontinuierlich zu verändern und somit auf
eine beliebige Länge der jeweils verwendeten Hülse 2 einzustellen.
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Bei dem Ausführungsbeispiel nach den Fig. 4 und 5 stimmen die oberhalb
des Spindelbalkens 1 befindlichen Teile mit denen nach den Fig. 1 und 2 überein.
Unterhalb des Spindelbalkens befindet sich ein auf verschiedene Höhen einstellbarer
Einstellbalken 53, mit welchem das untere Ende der Schaftstange 18
mittels
des Gewindes 54 und der Muttern 55 fest verbunden ist. Nach der Fig. 4 befindet
sich die Schaftstange 18 in der nach oben ausgefahrenen Stellung, wobei sich die
Spinnhülse 2 mit ihrem unteren Ende auf dem Umlaufstützkörper 11 befindet, während
sie sich mit ihrem oberen Ende an dem Hülsenstützkörper
21 abstützt.
Der Hülsenstützkörper21 sitzt drehbar auf der Schaftstange 18. Wird der untere über
die Laufhülse 7 des Wirtels angetrieben, so wird auch die Hülse 2 in Umdrehung versetzt,
die ihrerseits den Hülsenstützkörper 21 umlaufen läßt. Somit bildet auch hier die
Spinnhülse 2 die treibende Verbindung zwischen Schaftstange und unterem Umlaufstützkörper.
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Nach Fig. 5 ist die Schaftstange 18 durch Absenken des Einstellbalkens
53 so weit abgesenkt, daß der Hülsenstützkörper 21 der Schaftstange 18 auf dem Umlaufstützkörper
11 aufsitzt. In dieser Lage kann die Spinnhülse 2 ohne Schwierigkeiten aufgesteckt
werden, kann aber auch am Ende des Spinnvorganges, wenn der Kops auf die Spinnhülse
aufgespult ist, lediglich Buch seitliches Abkippen abgenommen werden. Dieses bedeutet
eine wesentliche Arbeitsvereinfachung, weil nicht mehr das schwere Kopsgewicht über
einen langen massiven Spin-deloberteil nach oben hin bewegt und entfernt werden
muß.
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Die Fig. 6 und 7 veranschaulichen ein Ausführungsbeispiel, welches
sich von den vorhergehenden dadurch unterscheidet, daß der Innendurchmesser des
äußeren Hohlschaftes 6 ein spielfreies Durchschieben einer Hülse 2 erlaubt. Abgesehen
davon, daß die Durchmesser der Teile des unteren Umlaufstütz-Körpers andere sind,
sind auch der Bremshebel 3, die Bremsmutter 4, die Bremsgegenmutter 5, die
Laufhülse 7 des Wirtels, der untere Wirtelbord 9, die beiden Wirtelwälzlager 10,
die Federringscheibe 13 und die Hohlschaftmutter 14 diesen angepaßt. Der obere Wirtelbord
9 ist einstückig mit dem Hülsenstützkörper 12 verbunden, in welchem sich die Hülse
2 über einen elastischen Hohlring 28 mit ihrem unteren Ende abzustützen vermag.
Die Schaftstange 18" ist als hohles Rohr ausgebildet, das mittels Gewinde und Muttern
55 mit dem Einstellballen 53 fest verbunden ist. Auf dem anderen Ende
der hohlen Schaftstange 18"
stützt sich über die Wälzkörper 56 ein konischer
Hülsenträger 57 ab, dessen unteres Ende eine radiale Abstützung über den elastischen
Hohlring 28 im Inneren des Hülsenstützkörpers 12' erfährt, wenn die Schaftstange
18" gemäß Fig. 6 durch den äußeren Hohlschaft nach oben ausgefahren ist. Am äußeren
oberen Ende weist die Schaftstange 18" noch die Deckscheibe 58 auf.
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Wie die Fig. 7 veranschaulicht, läßt sich die Schaftstange 18" mit
dem davon getragenen konischen, hohlen Trägerkörper 57 weit nach unten absenken,
so daß die Spinnhülse 2 mit dem aufgebrachten Kops 59 durch seitliches Abkippen
abgenommen werden kann. Dann läßt sich in einfacher Weise eine neue Hülse 2 aufsetzen
und die Schaftstange. mit dem Hülsenträger in die Lage nach Fig. 6 einfahren. Es
isst aber auch möglich, die Schaftstange 18" ganz nach unten auszufahren und die
Spinnhülse 2 unterhalb des Spindelbalkens 1 auf die Schaftstange aufzustecken und
dann in die Lage nach Fig. 6 zu verbringen. So ist die Voraussetzung dafür geschaffen,
gleichzeitig mit dem Abkippen der Spinnhülse 2 mit Kops 59 ein Aufstecken einer
neuen Spinnhülse 2 auf die Schaftstange in abgesenktem Zustande zu verbinden, so
daß sich Abnehmen des Kopses und Einbringen einer neuen Spinnhülse unmittelbar aneinander
anschließen, was eine erhebliche Zeitersparnis bedeutet.
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Darüber hinaus ist die Möglichkeit gegeben, das Kopsgewich.t festzustellen,
ohne die Spinnhülse mit Kops von der Maschine zu entfernen. Dazu ist es notwendig,
den Einstellbalken 53 als Wiegebalken auszubilden. Ist zunächst die Spinnhülse 2
auf den hohlen Hülsenkörper 57 aufgebracht, so wird die Spinnhülse 2 so weit durch
den äußeren Hohlschaft durchgeschoben, daß die Spinnhülse ohne Fühlung mit dem unteren
Umlaufstützkörper ist. Nunmehr wird das Hülsengewicht ausgewogen. Anschließend wird
die Schaftstange so weit abwärts abgesenkt, daß die Spinnhülse 2 in die Lage gemäß
Fig. 6 gelangt. Nunmehr kann gesponnen werden, bis der Kops 59 entstanden ist. Nach
Beendigung des Spinnvorganges wird der Einstellbalken 53 zusammen mit der Schaftstange
18' und der Spinnhülse 2 mit Kops 59 aufwärts verfahren, und zwar wiederum so weit,
daß sich die Spinnhülse 2 von dem unteren Umlaufstützkörper, nämlich von dem elastischen
Ring 28 und dem Umlaufstützkörper 12' trennt. Es wird mittels des Einstellbalkens
53, .der als Wiegebalken ausgebildet ist, das Gesamtgewicht gewogen, so daß mit
der Differenz dieser Wägung und der ersten Wägung das reine Kopsgewicht festgestellt
isst. Im Anschluß daran kann der Kops 59 mit Spinnhülsen 2 durch den äußeren Hohlschaft
hindurch eingefahren werden.
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Die Fig. 8 und 9 veranschaulichen im einzelnen die Ausbildung des
hohlen elastischen Ringes 28 in vergrößerter Darstellung, mit Hilfe desselben die
Spinnhülse 2 bzw. der hohle Spinnhülsenträger 57 in dem Umlaufstützkörper 12' gehalten
ist. Fig. 8 zeigt ihn vor dem Einsetzen der Spinnhülsen 2, Fig. 9 danach. Er ist
im letzteren Falle im Querschnitt oval verformt. Er bringt so den Toleranzausgleich
mit sich, gewährleistet die Mitnahme und wirkt wie ein Kugelgelenk, so daß sich
die rotierende Spinnhülse 2 selbsttätig auf die Schwerlinie aller rotierenden Einzelteile
einzustellen vermag. An die Stelle derartiger Hohlringe können auch Spiralfedern
oder dergleichen Federelemente treten.