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Vorrichtung zur Sterilisation von Flaschenkorken Die Erfindung betrifft
eine Vorrichtung zur Sterilisation von Flaschenkorken.
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Insbesondere zur Desinfektion beliebiger Gegenstände sind Vorrichtungen
bekanntgeworden, die in ortsbeweglicher Ausführung aus einem Desinfektionsbehälter
bestehen, dem eine Vorrichtung, beispielsweise eine Pumpe, zum Fördern der innig
zu mischenden Desinfektionsflüssigkeit nach der Reinigungsstelle angegliedert ist.
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Zum Sterilisieren von Korken ist diese und alle anderen bekanntgewordenen
Vorrichtungen insofern nicht geeignet, als damit das Desinfektionsmittel nicht in
dem gewünschten Maße an diese herangeführt wird, also meist nur das untere Drittel
des Behälterinhaltes einer tatsächlichen Sterilisation ausgesetzt ist.
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Generell ist die Umwälzung von Waschflüssigkeit bei Wasch- und Spülmaschinen
bekannt.
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Weiter ist zum Stand der Technik noch eine Vorrichtung, bestehend
aus einem Gefäß mit zwei etagenförmig angeordneten Sieben, zu erwähnen, zwischen
denen die dort untergebrachten Korken vom Boden des Gefäßes her ständig mit frischem
Wasser in lebhafter Bewegung umspült werden, derart, daß von einer am Boden angeordneten,
mit kleinen Bohrungen versehenen Rohrspirale das Wasser nach oben ausgesprüht wird.
Aus Ersparnisgründen wird das Abwasser bei diesem Verfahren noch anderen Zwecken
zugeführt. Die gleichzeitige Anwendung eines sterilen Mittels ist dabei nicht erwähnt.
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Die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Reinigen und Sterilisieren von
Flaschenkorken unter Verwendung von wäßriger schwefeliger Säure besteht aus einem
Behälter mit Frischwasserzulauf. zwei im Abstand vom Boden und Deckel angeordneten
Siebböden und einer SO.,-Zuleitung. Sie ist gekennzeichnet durch die Anordnung der
SO,-Zuleitung in dem Raum zwischen Boden und Siebböden, ferner durch eine Umwälzpumpe,
deren Saugleitung in dem Raum zwischen Boden und Siebboden liegt und deren Druckleitung
in dem Raum zwischen dem oberen Siebboden und dem Deckel mündet.
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Dem Behälter kann ein Säuremeßgerät bekannter Art mit Zwischenschaltung
eines Dreiwegehahnes angeschlossen werden, durch das die Beendigung der SO..-Zufuhr
angezeigt wird, und zwar dann, wenn die Meßspindel auf 2 °/a steht, wobei sich der
Meßvorgang bei jedem Sterilisationsprozeß nach vorheriger Entleerung des Standglases
über den Dreiwegehahn wiederholen läßt.
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Über dem Behälter, vorteilhafterweise in einer nächsthöheren Etage,
wird zweckmäßig ein Vorratsbehälter untergebracht, der ein über den Behälter ragendes
Rohr aufweist, an dem ein Schieber drehbar gelagert ist.
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Beim Arbeiten mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind nur wenige
Schalter- oder Griffbetätigungen, also fast keine manuelle Arbeit notwendig, und
eine direkte Berührung mit flüssigem oder gasförmigem SO, ist ausgeschlossen.
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Das rasche Arbeiten mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung ermöglicht
es, eine größere Menge wenig gequollener, somit fester, aber genügend steriler,
rasch abtrocknender Naturkorken herzustellen, als dies bislang möglich war. In der
Zeichnung wird ein Beispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung beschrieben.
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Die Vorrichtung besteht aus einem mit Siebeinsätzen 4 und 5 und mit
einem mittels eines Scharniers 3 angelenkten Deckel 2 versehenen Behälter
1.
An diesem Behälter ist eine Umlaufpumpe 17 angebaut, deren Absaugleitung
19 unmittelbar über dem Behälterboden, die Zufuhrleitung 18 am oberen Behälterende
über dem Siebeinsatz 5 koaxial in das Behälterinnere ragt. Durch die Zufuhröffnung
7 wird das Frischwasser über einen Schlauch 8 von einem Hahn 9 zum Einströmen gebracht.
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Das Füllen des Behälters 1 mit den Korken kann auf verschiedene Art
erfolgen, z. B. aus einem über der Decke befindlichen Vorratsbehälter 21, der an
einem Rohr 22 einen bei 23 gelagerten Schieber 24 aufweist. Während des Waschprozesses
kann der Deckel 2 offen sein, damit die Korklohe und das mit Kork- und Staubteilchen
nach oben strömende Wasser ablaufen können. Das Spülwasser mittels Überlaufrohr
bei geschlossenem Deckel abzuführen,
wäre unsinnig, da sich unter
diesem der Schmutz staut.
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Die Flaschenkorken, die während des Wasch- und Sterilisierprozesses
von dem Siebeinsatz 5 niedergehalten werden, sind der Einfachheit halber in der
Zeichnung nicht dargestellt.
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Nach dem etwa 1 bis 2 Stunden, je nach Korkqualität, andauernden Waschprozeß
wird der Behälter 1 mittels Deckel 2 verschlossen.
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Aus einer Vergaserstation, bestehend aus einer S OFlasche 10, einem
Vergaser 11 mit Reduzierventil 12 und Filter 13, wird anschließend dem Wasser über
eine Leitung 14 und einem am Behälterboden liegenden, mit schräg nach oben eingebrachten
öffnungen 16 versehenen Ringrohr 15 S O,-Gas zugeführt, und zwar unter gleichzeitiger
Inbetriebnahme der Umwälzpumpe 17, damit sich die schwefelige Säure, die ja bekanntlich
spezifisch schwerer ist als das Wasser, nicht am Boden absetzen kann, sondern gleichmäßig
mit dem Wasser vermischt wird. Durch das Absaugrohr 19 wird die anfangs schwere
wäßrige schwefelige Säure abgesaugt und entgegen der S O Gaseinströmung dem Korken
von oben her zugeführt und zwar so lange, wie der Sterilisierprozeß dauert.
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Die Zuführung von gasförmigem SO., wird dann unterbrochen bzw.
abgestellt, wenn die Konzentration 21/o beträgt. Die Messung der Konzentration erfolgt
getrennt bei jedem Sterilisierprozeß durch ein am Behälter 1 angebautes Meßgerät,
bestehend aus einer in einem Standglas untergebrachten Meßspindel 20 bekannter Art,
zu der das Konzentrat über einen Dreiwegehahn 21' zu- bzw. abgeführt wird.
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Ein Entweichen der SO Z Gase während des Sterilisierprozesses,
noch weniger beim Entleeren des Behälters 1, wie dies bisher besonders schädigend
empfunden wurde, ist nicht mehr möglich, da erfindungsgemäß der Behälter
1 dichtend mit einem Deckel 2 geschlossen ist und die wäßrige Schwefeldioxydlösung
über einen bei 7 angeschlossenen, nicht dargestellten Schlauch ins Freie oder aber
über einen Siphon in den Abwasserkanal geleitet wird.
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Durch die obenerwähnte Vorrichtung wird die wäßrige Schwefeldioxydlösung
ständig den Poren der Korken zugeführt, da durch die starke Bewegung der Flüssigkeit
keine Schutzschichten und Spannungen an den Korken entstehen.
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Der Sterilisationsprozeß ist dadurch stark verkürzt, und die Korken
quellen nur wenig auf.
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Nach dem Entleeren des Behälters 1 verbleibt in diesem bei geschlossenem
Deckel und Ablußöffnung ein Rest von Schwefeldioxydlösung am Boden, wodurch eine
nachhaltige Vergasung gewährleistet ist, und somit eine Reinfektion der im Behälter
1 selbst trocknenden Korken verhindert.
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Die Entnahme erfolgt vorteilhafterweise am folgenden Arbeitstag, und
zwar bewußt unter öffnen des Deckels 2 und Abnahme des Siebeinsatzes 4, da so kein
Gas entweichen kann. Vorzugsweise wird zur Entnahme ein säure- und rostfester, vorher
sterilisierter Korkenheber verwendet.
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Um die diskontinuierlich arbeitende Vorrichtung zu ergänzen, besteht
die Möglichkeit, die sterilen Korken über eine sterile Schleuse einer vorteilhafterweise
in einem nächsthöheren Stockwerk liegenden Flaschenabfüllvorrichtung zuzuführen.