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Verfahren zur Herstellung von höheren Aminooxyfettsäurenitrilen Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von höheren Aminooxyfettsäurenitrilen
und deren in der Aminogruppe substituierten Derivaten.
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Diese neuen Verbindungen können Verwendung finden als Korrosionsinhibitoren.
Außerdem dienen diese höheren Aminooxyfettsäurenitrile als wertvolle Zwischenprodukte
zur Produktion neuer Oxypolyamine.
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Die neuen Verbindungen sind höhere Aminooxyfettsäurenitrile, welche
die Formel R C N haben, in welcher R einen aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit
8 bis 24 Kohlenstoffatomen bedeutet, bei welchem an jedem Kohlenstoffatom wenigstens
eines Paares benachbarter Kohlenstoffatome verschiedene Reste sitzen, und zwar Hydroxy-
oder
wobei R1 und Ra Wasserstoff, aliphatische Reste, Arylreste oder Oxyalkylreste bedeuten
oder die Gruppe
Teil eines heterocyklischen Restes, z. B.
sein kann, in dem Y = O, N oder S ist.
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Die neuen Verbindungen werden durch Umsetzung von höheren Epoxyfettsäurenitrilen
mit Ammoniak oder einem primären oder sekundären Amin hergestellt, wodurch an einem
Epoxy-Kohlenstoff=Atom eine Hydroxylgruppe und an dem andern eine Aminogruppe eingeführt
wird. Die Epoxyringe können an jeder Seite der Sauerstoffbindung gespalten werden,
so daß die Hydroxyl- oder die Aminogruppe an jedes Kohlenstoffatom der ursprünglichen
Epoxygruppe treten kann. Demgemäß kann das Reaktionsprodukt beide isomere Verbindungen
aufweisen, wie es durch die folgenden Formeln erläutert wird. Diese stellen die
Verbindungen dar, welche bei der Umsetzung von 9,10-Epoxystearonitril mit Ammoniak
entstehen, nämlich:
und
Eine Vielzahl auch N-substituierter höherer Aminooxyfettsäurenitrile kann durch
Spaltung der Sauerstoff= Epoxy-Bindung bei Einwirkung auch primärer und sekundärer
Amine hergestellt werden. Verbindungen, wie Äthylendiamine, Diäthxlentriamine oder
andere Polyamine, Morpholine, Athanolamin, Diäthanolamin, Aminophenole, substituierte
und nicht substituierte Alkyl- und Arylamine, sind lediglich Beispiele für die vielen
verschiedenen Reaktionsteilnehmer, welche verwendet werden können.
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Die zur Herstellung der erfindungsgemäßen Verbindungen dienenden höheren
Epoxyfettsäurenitrile können in vorteilhafter Weise hergestellt werden durch
Umsetzung
von einem ungesättigten höheren Fettsäurenitril mit Perbenzoesäure oder Peressigsäure.
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Diese durch Reaktion von Ammoniak mit einer ungesättigten Fettsäure
wie Öl-, Eruca-, Eläostearin-, Linol-, Linolen-, Clupanodon-, Palmitin- und Palmitoleinsäure
hergestellten ungesättigten Fettsäurenitrile stellen geeignete Ausgangsstoffe zur
Herstellung der entsprechenden Epoxynitrile dar, welche eine gerade Zahl von Kohlenstoffatamen.enthalten.
Jene ungesättigten Fettsäurenitrile hingegen, welche durch Umsetzung von ungesättigten
Alkylhalogeniden mit einem anorganischen Cyanid hergestellt werden, stellen gute
Ausgangsstoffe zur. Herstellung von Epoxynitrilen dar, welche eine ungerade Zahl
Kohlenstoffatome enthalten.
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Die zuvor erwähnten ungesättigten Fettsäuren kommen in natürlicheForm
in tierischen und pflanzlichen Fetten und Ölen-wie Sojaöl, Safffor-, Baumwoll-,
Raps-, Lein- und Sardinenöl und anderen Ölen vor. Die ungesättigten Alkylhalogenide
können durch Umwandlung einer der obenerwähnten Fettsäuren in einen Alkohol und
Umsetzung dieses Alkohols mit einem Halogenwasserstoff zu dem Alkylhalogenid hergestellt
werden. Beispiel l Ein Autoklav wurde mit 250g 9,10-Epoxystearonitril (0/0 Epoxydgruppensauerstoff
= 4,7), 125 g Methanol und -l66 g wasserfreiem Ammoniak beschickt. Das Gemisch wurde
9 Stunden lang bei einem Druck von 52,5 at-gerührt und auf eine Temperatur von 130
bis 135°C erhitzt. Man erhielt eine Ausbeute von 259g Rohprodukt mit der Aminzahl
151. Das Rohprodukt wurde unter Entfernung neutraler Verunreinigungen folgendermaßen
gereinigt: 247 g des Rohamins wurden in 3 1 Methanol gelöst und durch eine Säule
(1500 cm3) mit Sulfonsäure-Ionenaustauschharz in saurer Form geleitet. Man erhielt
die folgenden Fraktionen
| Eluiermittel |
| Fraktion At |
| Volu- Gewicht der lösungs-@Amin- |
| Nr. men mittelfreien Ausflüße zahl |
| 1 Methanol 4,551 31 g 0 |
| 2 Methanol 3,641 6 g° 0 |
| 3 Methanol- |
| ammoniak |
| (40/,) 9,101 208 g 176 |
| 4 Methanol- |
| ammoniak |
| (40/,) 4,551 1 g |
| Insgesamt 246 g |
Ein Teil der Aminfraktion (3) wurde unter vermindertem Druck destilliert. 199 g
9(10)-Amino-10(9)-oxystearonitril (Aminzahl 176) wurden bei 183 bis 188°C (bei einem
Druck von etwa 0,2 mm Hg) destilliert. Man erhielt
163 g 9(10)-Amino-l0(9)-oxystearonitril
mit der Aminzahl
186 (theoretisch berechnet für C1sH"0N2 = 189).
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Beispiel 2 Das Verfahren des Beispiels 1 wurde wiederholt, mit dem
Unterschied, daß als Reaktionsteilnehmer 100 g Dimethylamin. und 202 g 9,10-Epoxystearonitril
(°% Epoxydgruppensauerstoff = 4,65) Verwendung fanden. Das Gemisch wurde 17,5 Stunden
bei einem Druck von 52,5 at gerührt und auf eine Temperatur von 140 bis 150°C erhitzt.
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Berechnet nach der gewichtsmäßigen Ausbeute der Aminfraktion und dem
Epoxydgruppengehalt, wurde eine 70 0/0ige Ausbeute an rohem 9(10)-Dimethylamino-10(9)-oxystearonitril
erzielt; nach einer Reinigung entsprechend der Beschreibung im Beispiel l ergab
sich die Aminzahl 169 (die für C2oH400N2 berechnete Aminzahl ist l73). Beispiel
3 Zu 691 g 9,10-Epoxystearonitril (0/0 Epoxydgruppensauerstoff = 4,65) wurden in
einem Kolben 740 g n-Dodecylamin (Aminzahl 303) und 124g Äthylenglycol zugegeben.
Dann wurde das Gemisch 8,8 Stunden lang bei einer Temperatur von 150°C der Reaktion
unterworfen.
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Berechnet nach der gewichtsmäßigen Ausbeute der Aminfraktion und des
Epoxydgruppengehalts, wurde eine 92%ige Ausbeute von 9(10)-Dodecylamin-10(9)-oxystearonitril
erzielt. Nach einer wie im Beispiell durchgeführten Reinigung ergab sich die Aminzahl
120 (für C3oHso0N2 berechnete Aminzahl = 121). Beispiel 4 Zu 800 g 9,10-Epoxystearonitril
(0/0 Epoxydgruppensauerstoff = 4,65) wurden in einem Kolben 1080 g Anilin und 140
g Äthylenglycol zugegeben. Das Gemisch wurde anschließend 14,5 Stunden lang auf
einer Temperatur von 150°C gehalten.
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Berechnet nach der gewichtsmäßigen Ausbeute der Aminfraktion und dem
Epoxydgruppengehalt, wurde eine 870/0ige Ausbeute an rohem 9(10)-Anilino-10(9)-oxystearonitril
erzielt. Nach einer Reinigung entsprechend der Beschreibung im Beispiel 1 ergab
sich die Aminzahl 148 (für C24H400N2 berechnete Aminzahl = 151). Beispiel 5 Zu 1054g
9,10-Epoxystearonitril (0/0 Epoxydgruppensauerstoff = 4,65) wurden in einem Kolben
530 g Morpholin und 186 g Äthylenglycol zugegeben. Das Gemisch wurde anschließend
12 Stunden lang auf 150°C erhitzt.
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Berechnet nach der gewichtsmäßigen Ausbeute der Aminfraktion und dem
Epoxydgruppengehalt, wurde eine 95%ige Ausbeute an rohem 9(10)-Morpholino-10(9)-oxystearonitril
erzielt. Nach einer entsprechend der Beschreibung im Beispiel 1 durchgeführten Reinigung
ergab sich die Aminzahl 155 (für C22H4202N2 berechnete Aminzahl = 153). Beispiel
6 Zu 688 g 9,10-Epoxystearonitril wurden in einem Kolben 600 g Äthylendiamin und
148 g n-Butanol zugegeben. Danach wurde das Gemisch 18 Stunden lang auf 122°C gehalten.
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Berechnet nach der gewichtsmäßigen Ausbeute der Aminfraktion und dem
Epoxydgruppengehalt, wurde eine 93%ige Ausbeute an 9(10)-@-Arninoäthyl-amino)-10(9)-oxystearonitril
erzielt. Nach einer entsprechend der Beschreibung im Beispiel 1 durchgeführten Reinigung
ergab
sich die Aminzahl 317 (für C21 H41 O N3 berechnete Aminzahl = 330).
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Beispiel 7 Zu 800 g 9,10-Epoxystearonitril wurden in einem Kolben
490 g Diäthanolamin und 100 cm' Äthylenglycol-monobutyläther zugegeben. Das
Gemisch wurde 7 Stunden lang auf 150°C gehalten.
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Berechnet nach der gewichtsmäßigen Ausbeute der Aminfraktion und dem
Epoxydgruppengehalt, wurde eine 100°/oige Ausbeute an rohem 9(10)-Diäthanolamino-10(9)-oxystearonitril
erzielt. Nach einer entsprechend der Beschreibung im Beispiell durchgeführten Reinigung
ergab sich die Aminzahl 158 (für C22H4403N2 berechnete Aminzahl = 146).
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Beispiel 8 Zu 1043 g 9,10-Epoxystearonitril (°/o Epoxydgruppensauerstoff
= 4,57) wurden in einem Kolben 1224g m-Xylylendiamin zugegeben. Das Gemisch wurde
dann 24 Stunden lang auf 150°C gehalten.
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Das 9(10)-m-Aminomethyl-benzylamino-10(9)-oxystearonitril, welches
man nach einer entsprechend der Beschreibung im Beispiel 1 durchgeführten Reinigung
und Destillierung erhielt, hatte die Aminzahl 271 (für C28H45ON3 berechnete Aminzahl
= 270).
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Beispiel 9 Unter Verwendung von 350 g 9,10-Epoxystearonitril (°/o
Epoxydgruppensauerstoff = 4,57), 144g Methylamin und 100 cm3 Methanol wurde das
Verfahren des Beispiels 1 wiederholt. Anschließend wurde das Reaktionsgemisch 4
Stunden lang auf 150°C gehalten.
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Berechnet nach der gewichtsmäßigen Ausbeute der Aminfraktion und des
Epoxydgruppengehaltes, wurde eine 95°/jgeAusbeute an 9(10)-Methylamino-10(9)-oxystearonitril
erzielt. Nach einer entsprechend der Beschreibung im Beispiel 1 durchgeführten Reinigung
und Destillierung ergab sich die Aminzahl 182 (für C19H"ON2 berechnete Aminzahl
= 181).
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Beispiel 10 Zu 1052g 9,10-Epoxystearonitril (% Epoxydgruppensauerstoff
= 4,57) wurden in einem Kolben 650g m-Phenylendiamin und 175g Äthylenglycol zugegeben.
Danach wurde das Gemisch 111/2 Stunden lang bei 150°C umgesetzt. Nach einer entsprechend
der Beschreibung im Beispiel 1 durchgeführten Reinigung und Destillation gewonnenes
9(10)-m-Aminophenylamino-10(9)-oxystearonitril wies die Aminzahl 284 auf (für
C24 H410N3 berechnete Aminzahl = 290).
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Um die Wirkung der im vorangehenden beschriebenen Verbindungen als
auf Eisenmetalle korrosionshemmend wirkende Mittel mittels wasserhaltigem Schwefelwasserstoff
zu bestimmen, wurden folgende Untersuchungen durchgeführt, wobei gleichzeitig Vergleichsproben
durchgeführt wurden.
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Abgemessene Mengen der zu prüfenden Verbindungen wurden in Kolben
mit einem Fassungsvermögen von 1 1 gefüllt, welche jeweils 100 cm3 Kerosin enthielten.
Die Kolben wurden mit entlüftetem Wasser, welches 5 °/o Natriumchlorid und auf 1
Million Teile 500 Teile Schwefelwasserstoff enthielt, gefüllt. Ausgewogene 1,588
mm starke Weicheisenplättchen von 25,4 mm im Quadrat, wurden an Glashaken gehängt
und in die Wasserphase der Kolben hinabgelassen. Die von Sauerstoff freien Kolben
wurden versiegelt und unter gleichbleibenden Bedingungen bei Lufttemperatur 7 Tage
lang gelagert. Dann wurden die Plättchen aus den Kolben entfernt, in schwache, mit
0,5 °/o eines aus N-Dodecylmorpholin und N-Myristylmorpholin bestehenden Inhibitors
versetzte Salzsäure getaucht, zwecks Entfernung der äußeren Schicht abgerieben,
mit destilliertem Wasser abgespült, getrocknet, gewogen und mit den Vergleichsproben
verglichen.
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Die Untersuchungen ließen erkennen, daß die Verbindungen aus Beispiel
2 bis 9 bei Konzentrationen von 25 bis 50 Teilen je Million, berechnet nach der
Gesamtmenge der vorhandenen Flüssigkeit, wirksam waren, während sich 9(10)-Amino-10(9)-oxystearonitril
bei Konzentrationen von weniger als 10 Teilen je Million, berechnet nach der Gesamtmenge
der vorhandenen Flüssigkeit, als wirksames korrosionshemmendes Mittel erwies.