DE1125392B - Verfahren zur Herstellung von gemusterten Florgeweben, beispielsweise Samt, Pluesch oder Pelzimitationen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von gemusterten Florgeweben, beispielsweise Samt, Pluesch oder PelzimitationenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von gemusterten Florgeweben, beispielsweise
Samt, Plüsch oder Pelzimitation, durch Verändern des Farbtones und der Dichte an der Oberfläche
des Faserflors, der Fasern verschiedener Farben enthält, wobei die Faser mindestens einer
Farbe in der Länge verändert werden.
Es ist bereits ein Verfahren zur Herstellung eines pelzimitierenden Gewebes mit zwei Arten von Fasern
unterschiedlicher Länge bekannt. Bei diesem bekannten Verfahren sind nach Farbe und Art unterschiedliche
Fasern untereinander vermischt, wobei ein Teil der Fasern in ihrer Länge verändert wird, und zwar
in der Weise, daß die Oberfläche der einen Faserart unter der Oberfläche der anderen Faserart liegt. Bei
einem derartigen Gewebe sind die Oberflächenfärbung und die Flordichte im Bereich der Oberfläche einheitlich.
Variationen im Farbton sowie in der Dichte des Faserflors werden bei diesem bekannten Verfahren
nicht erzielt.
Bei dem Verfahren gemäß der Erfindung wird zur Erzielung eines Gewebes mit gleicher Florhöhe der
Flor mustermäßig ausgeschoren, sodann eine Behandlung zur Veränderung der Florlänge der Fasern eines
oder mehrerer Farben bewirkt und schließlich der Flor auf die gleiche Höhe geschoren, die gleich
oder etwas kleiner als die größte Faserlänge nach der mustermäßigen Schur ist. Bei diesem erfindungsgemäßen
Verfahren ist es möglich, ein Florgewebe mit unterschiedlicher Farbtönung herzustellen.
Es sind bereits verschiedene Verfahren zur Herstellung eines Faserflors bekannt, bei denen selektiv
ein Teil der Fasern über die Ebene der übrigen Fasern hinausgehoben wird. Eines dieser bekannten
Verfahren besteht darin, daß zur Herstellung des Flors ein Garn benutzt wird, um das schraubenförmig
ein anderes Garn herumgewunden ist, so daß dieses zweite Garn nach dem Abrollen eine größere Länge
als das erste besitzt. Bei einem anderen Verfahren wird eine Mischung von Fasern benutzt, von denen
einige sich bei thermischer oder chemischer Behandlung zusammenziehen und wobei die Fasern, die sich
nicht oder zumindest in einem geringeren Grad zusammenziehen, nach dieser Behandlung eine größere
Länge haben. Weiterhin ist es bekannt, eine Mischung von Fasern zu benutzen, die verschieden stark gekräuselt
sind, wobei dann die Fasern gekämmt werden. Dabei haben die Fasern mit der größeren Kräuselung
nach der Behandlung eine größere Länge als die anderen.
Wenn die Fasern unterschiedlicher Länge außerdem noch verschiedene Farben besitzen, kann die
Florgeweben, beispielsweise Samt, Plüsch
oder Pelzimitationen
Anmelder:
Societe Anonyme PELTEX,
Romilly-sur-Seine, Aube (Frankreich)
Romilly-sur-Seine, Aube (Frankreich)
Vertreter: Dr. K.-R. Eikenberg, Patentanwalt,
Hannover, Am Klagesmarkt 10/11
Hannover, Am Klagesmarkt 10/11
Beanspruchte Priorität:
Frankreich vom 22. April 1959 (Nr. 792 813)
Frankreich vom 22. April 1959 (Nr. 792 813)
Louis Collez, Romilly-sur-Seine, Aube (Frankreich), ist als Erfinder genannt worden
gleichmäßige Färbung der Oberfläche verändert werden, da die Farbe von den Fasern größerer Länge
abhängt und durch eine anschließende Beschneidung zumindest gewisser Partien auf die Höhe der Fasern
kleinerer Länge das Wiedererscheinen eines mittleren Farbtones entsprechend einer Mischung der Grundfarben
ermöglicht wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht zwei Durchführungsarten, je nachdem, ob ein Gewebe mit
gleichmäßiger oder ungleichmäßiger Florhöhe erhalten werden soll. Der Flor einer Farbe oder eines
Farbtones besitzt in dem zweiten Fall eine größere Höhe als der Flor des gemischten Farbtones.
Zur Erreichung eines Gewebes mit gleichmäßiger Florhöhe wird von einem Florgewebe ausgegangen,
dessen Flor aus einer Mischung von Fasern verschiedener Farben besteht, von denen die Fasern einer
Farbe eine andere Länge erhalten können. Dabei wird eine mustergemäße Beschneidung des Flors durchgeführt.
Darauf wird eine Behandlung durchgeführt, durch die die eine Faserart hervorgehoben wird, worauf
der Flor gleichmäßig in der gleichen oder etwas niedrigeren Höhe wie die größte Höhe bei dem
mustergemäßen Schneiden geschnitten wird. Es ist verständlich, daß durch diese zweite Beschneidung
die hervorgehobenen Fasern auf allen entsprechend der ersten Operation lang beschnittenen Oberflächen
verschwinden und diesen einen Farbton geben, der aus einer intensiven Mischung der verschiedenen
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Farben resultiert, während auf den Oberflächen, die Fig. 3 c das gleiche Gewebe nach der Beschneidung
bei der ersten Operation kürzer geschnitten worden des Gewebes auf gleichmäßige Höhe entsprechend
sind, die Farbe der Fasern dominiert, die durch das der zweiten Durchführungsart des Verfahrens.
Hervorheben die Höhe der zweiten Beschneidung er- Die Beschneidung eines Florgewebes auf ungleichreicht
haben. 5 mäßige Höhe kann, wie in den Fig. la, Ib und Ic
Wenn auf der anderen Seite ein Gewebe mit einem gezeigt ist, in verschiedenen Sehnittprofilen durchge-Muster
in verschiedener Florhöhe erhalten werden führt werden. Der longitudinale oder transversale
soll, stellt man den Flor aus einer Mischung von Schnitt kann ein Profil mit Einschnitten (Fig. 1 a),
Fasern verschiedener Farben her, wobei die hervor- ein wellenförmiges Profil (Fig. 1 b) oder ein unregelzuhebenden
Fasern die Farbe besitzen, die die oberen io mäßiges Profil (Fig. 1 c) haben. Durch eine Kombi-Teile
des Musters besitzen sollen. Diese Fasern des nation dieser einfachen Profile können die verschiezuvor
auf gleiche Höhe geschnittenen Flors werden densten Muster, wie beispielsweise Quadrate, Rechthervorgehoben,
und der Flor wird ungleich be- ecke usw., erhalten werden. Bei manuellem Beschneischnitten, so daß an den tieferen Teilen eine Florhöhe den können unbegrenzt viele verschiedene Formen
erhalten wird, die gleich der Höhe der Fasern ist, die 15 erhalten werden.
nach der Hervorhebungsoperation die geringste Länge Für die Durchführungsarten, die in den Fig. 2
besitzen. Die tieferen Teile des Gewebes erhalten so- und 3 illustriert sind, wird ein Florgewebe benutzt,
mit einen Farbton, der durch die Mischung der ver- dessen Flor lediglich aus zwei Faserarten mit verschiedenfarbigen
Fasern entsteht. schiedener Verlängerungscharakteristik und verschie-Es
ist verständlich, daß bei einem Gewebe, dessen 20 denen Farben besteht. Das Verfahren ist jedoch in
Flor aus einer Mischung von Fasern verschiedener jedem Fall auch auf ein Florgewebe anwendbar, das
Farbe und verschiedener Verlängerungscharakteristik aus einer größeren Anzahl von verschiedenen Faserbesteht,
die verschiedenen Operationen der Beschnei- arten mit verschiedenen Verlängerungscharaktedung
auf eine gleichmäßige Höhe oder auf eine un- ristiken und verschiedenen Farben besteht, wobei
gleichmäßige Höhe und die dazwischenliegenden 25 dann eventuell verschiedene Hervorhebungsopera-Operationen
zur Hervorhebung der Fasern beliebig tionen ausgeführt werden können,
kombiniert werden können, so daß ein Muster in In der Ausführungsart des Verfahrens gemäß den
vielen verschiedenen Farbtönen, die sich aus den Fig. 2 a bis 2 c wird von einem Gewebe ausgegangen,
reinen Farben oder Mischungen aus zwei oder meh- dessen Flor auf eine gleichmäßige Höhe geschnitten
reren Farben der Fasern zusammensetzen, erhalten 30 ist (Fig. 2a). Daraufhin wird das betreffende Gewebe
wird. Darüber hinaus hängt der erhaltene Farbton so behandelt, daß die Fasern A einer bestimmten Art
von dem mehr oder weniger starken Eindringen der hervorgehoben werden (Fig. 2 b). Falls die Fasern A
Enden der verschiedenen gefärbten Fasern unter die schwarz sind und die Fasern B weiß, wird das Gewebe
Oberfläche ab. Der Einfluß einer Farbe auf die Färb- nach dieser Behandlung auf seiner Oberfläche
tönung einer Oberfläche ist weniger stark, wenn die 35 schwarz erscheinen, da die weißen Fasern B in der
Enden der Fasern dieser Farbe weiter unter in die Unterschicht des Gewebes versteckt bleiben. Das
Oberfläche des Gewebes eingedrungen sind, d. h. wenn Gewebe wird dann in eine Schermaschine gegeben,
sie eine geringere relative Höhe besitzen. die so gesteuert ist, daß die tiefen Teile des Profils
Die Beschneidung auf eine ungleichmäßige Höhe etwas unter der Oberfläche der weißen Fasern B
kann in sehr verschiedenen Formen entsprechend 40 bleiben, während die erhöhten Teile dicht über der
dem zu erhaltenden Muster durchgeführt werden. Oberfläche der weißen Fasern abgeschoren werden
Diese Beschneidungen können mit Schneidmaschinen (Fig. 2c).
durchgeführt werden, die sich entsprechend der zu Das erhaltene Gewebe zeigt auf der Oberfläche der
schneidenden Form längs oder quer des Gewebes tiefen Teile eine gleichmäßige Mischung von schwar-
bewegen, oder die Beschneidungen können mit 45 zen und weißen Fasern, wodurch ein grauer Farbton
manuell betätigten Schermaschinen durchgeführt entsteht, während die hohen Teile des Profils nur die
werden. schwarzen Fasern zur Geltung kommen lassen. Wenn
Nachfolgend werden unter Bezugnahme auf die an Stelle eines Profils mit Einschnitten, wie es gezeigt
Zeichnungen zwei Ausführungsbeispiele gemäß der ist, ein wellenförmiges Profil, wie in Fig. Ib gezeigt,
Erfindung näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen 50 benutzt wird;, wird eine fortlaufende Schattierung von
schematisch Schwarz an den oberen Teilen der Wellen und von
Fig. la, Ib und 1 c verschiedene Florgewebe, die Grau an den unteren Teilen der Wellen erhalten,
auf ungleichmäßige Höhe geschnitten sind, Bei der zweiten Durchführungsart des Verfahrens,
Fig. 2 a ein Florgewebe, wie es für die erste Durch- die in Fig. 3 illustriert ist, passiert das Gewebe zuführungsart
des Verfahrens benutzt wird, 55 nächst die Schermaschine, so daß die gewünschte Fig. 2 b das Gewebe nach der ersten Operation der Form des Musters (Fig. 3 a) erhalten wird. Nach dieersten
Durchführungsart des Verfahrens, sem Stadium vermischen sich immer noch die
Fig. 2 c das Gewebe nach der Beschneidung auf Fasern A und B auf der Oberfläche, und die oberen
eine ungleichmäßige Höhe durch die zweite Operation wie die unteren Teile des Profils erscheinen gleichgemäß der ersten Durchführungsart des Verfahrens, 60 mäßig grau. Das Gewebe wird daraufhin behandelt,
Fig. 3 a ein Gewebe, das auf eine ungleichmäßige so daß beispielsweise die Fasern A hervorgehoben
Höhe geschnitten ist entsprechend dem ersten werden (Fig. 3 b). Das Gewebe nimmt daraufhin
Stadium der zweiten Durchführungsart des Ver- einen gleichmäßigen schwarzen Farbton an, da die
fahrens, Spitzen der weißen Faser B in der Masse der Haare Fig. 3 b das gleiche Gewebe nach der Hervor- 65 verschwinden. Das Gewebe wird zum Schluß auf
hebung bestimmter Fasern entsprechend der ersten gleichmäßige Höhe beschnitten. Dabei ist die Schnitt-Operation
der zweiten Durchführungsart des Ver- höhe so gelegt, daß wieder die Oberfläche m-n der
fahrens und längsten der Fasern B erhalten wird (Fig. 3 c). Auf
diese Art und Weise wird ein Gewebe erhalten, in dem gewisse Streifen oder Flächen entsprechend den
oberen Teilen der in der Schermaschine entstandenen Profile grau sind, während die Streifen oder Oberflächen,
die den unteren Teilen der Profile entsprechen, eine schwarze Färbung besitzen.
Die Durchführungsarten des erfindungsgemäßen Verfahrens, die vorangehend an Hand der Beispiele
beschrieben sind, können noch durch zahlreiche Modifikationen erweitert werden, ohne daß der Rahmen
der Erfindung damit gesprengt wird. Sie sind vorangehend insbesondere mit zwei Arten von Fasern
verschiedener Farben beschrieben worden.
Claims (5)
1. Verfahren zur Herstellung von gemusterten Florgeweben, beispielsweise Samt, Plüsch oder
Pelzimitation, durch Verändern des Farbtones und der Diente an der Oberfläche des Faserflors,
der Fasern verschiedener Farben enthält, wobei die Fasern mindestens einer Farbe in der Länge
verändert werden, dadurch gekennzeichnet, daß zur Erzielung eines Gewebes mit gleicher Florhöhe
der Flor mustergemäß ausgeschoren wird, sodann eine Behandlung zur Veränderung der
Florlänge der Fasern eines oder mehrerer Farben bewirkt und schließlich der Flor auf eine gleiche
Höhe geschoren wird, die gleich oder etwas kleiner als die größte Faserlänge nach der mustergemäßen
Schur ist.
2. Verfahren zur Herstellung von gemusterten Florgeweben, beispielsweise Samt, Plüsch oder
Pelzimitation, durch Verändern des Farbtones und der Dichte des Faserflors, der in gleichmäßiger
Verteilung Fasern verschiedener Farben enthält, wobei die Fasern mindestens einer Farbe
in der Länge verändert werden, dadurch gekennzeichnet, daß zur Erzielung eines Florgewebes mit
ungleicher Florhöhe die Florfasern nach einer Schur auf gleiche Höhe und daran anschließend
einer Behandlung zur Veränderung der Florlänge der Fasern einer oder mehrerer Farben der Flor
mustergemäß bis auf die Höhe der kürzeren Fasern ausgeschoren wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 und 2, gekennzeichnet durch die Anwendung bei
einem Florgewebe, dessen Flor aus einem geraden Garn besteht, um das jeweils schraubenlinienförmig
ein anderes Garn gewunden ist, so daß dieses gewundene Garn bei der Behandlung zur
Veränderung der Länge der Fasern aufgedreht wird und dadurch eine größere Länge erhält.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch die Anwendung bei einem Florgewebe,
dessen Flor ein Fasergemisch enthält, dessen einer Anteil bei einer thermischen oder
chemischen Behandlung schrumpft und dessen anderer Teil nicht oder nur in geringem Ausmaß
schrumpft.
5. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch die Anwendung bei einem Florgewebe,
dessen Flor ein Fasergemisch aus Fasern verschiedener Kräuselung enthält, wobei eine Behandlung
zur Entkräuselung bewirkt wird, durch die die Fasern eine verschiedene Länge erhalten.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Französische Patentschrift Nr. 1142 089.
Französische Patentschrift Nr. 1142 089.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
© 209 519/197 3.
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