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Vorrichtung zur automatischen Herstellung allseits flacher Tafeln
aus Wachs od. dgl.
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Bei den üblichen Maschinen zum Vergießen von Wachs wird dieses in
flüssiger Form in oben offene Gießformen gespritzt, so daß es darin in Form von
im wesentlichen rechteckigen Tafeln erstarrt. Während des Abkühlens und Erstarrens
des Wachses neigen die Oberkanten der Wachstafeln dazu, sich höher zu erstrecken
als der Rest der Tafel, so daß sich sogenannte zugeschärfte Kanten bilden. Diese
entstehen infolge des schnellen Erstarrens der äußeren Schichten der Flüssigkeit
und der Kontraktion der gesamten Flüssigkeitsmenge während des Erstarrens. Derartige
zugeschärfte Kanten sind bei der Handhabung und beim Transport der Tafeln nach dem
Vergießen hinderlich. Bisher ist jedoch noch keine praktisch verwendbare Vorrichtung
vorhanden, die zum Entfernen der zugeschärften Kanten geeignet wäre.
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Gegenstand der Erfindung ist eine Vorrichtung, die am Ausgang der
Gießmaschine in das Fördersystem eingeschaltet ist und dazu dient, die zugeschärften
Kanten der Tafeln selbsttätig zu entfernen, ohne dabei von den Platten mehr Material
zu entfernen als das die zugeschärften Kanten bildende. Gemäß der Erfindung wird
im einzelnen eine erhitzte Platte im Fördersystem vorgesehen, die mit den Seiten
der Tafeln in Berührung gelangt, die zugeschärfte Kanten haben, so daß diese abgeschmolzen
werden und auf allen Seiten ebene Tafeln mit gleichmäßigen Kanten entstehen.
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Der Zweck der Erfindung besteht darin, Tafeln aus Wachs od. dgl.
herzustellen, die gleichmäßige Kanten haben, so daß sie leicht zu handhaben und
zu befördern sind.
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Die Vorteile der Erfindung gehen aus nachfolgender Beschreibung an
Hand der Zeichnungen hervor, worin Fig. 1 eine schematische perspektivische Ansicht
einer Vorrichtung zur Herstellung von Wachstafeln ist, bei der die erfindungsgemäße
Vorrichtung zum Entfernen der zugeschärften Kanten der Wachstafeln verwendet wird,
Fig. 2 eine Ansicht in größerem Maßstab der erhitzten Platte und der damit zusammenwirkenden
Teile der Vorrichtung gemäß der Erfindung ist.
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In Fig. 1 werden in der Maschine 4 üblicher Bauweise Tafeln aus Wachs
od. dgl. durch Gießen hergestellt. Die Kanten 5 a auf einer Seite der Tafeln stehen
vor und bilden zugeschärfte Kanten. Ein Förderer 6 erstreckt sich vom Austrittsende
der Maschine 4 zum Gießen der Tafeln im wesentlichen waagerecht und dient zur Abfuhr
der Tafeln 5 aus Wachs von der Maschine 4. Ein anderer Förderer 8
ist hinter dem
ersten angeordnet und dient zum Transport der Tafeln bzw. Platten aus Wachs zu einer
Verladestation. Die Förderer 6 und 8 bilden ein übliches Fördersystem, das sich
vom Austrittsende der Maschine zum Gießen der Tafeln erstreckt.
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Bei den Förderern 6 und 8 kann es sich natürlich um Förderer jeder
beliebigen geeigneten Art handeln, z. B. Bandförderer, solange sie die Tafeln aus
Wachs od. dgl. von der Maschine 4 wirksam weg befördern.
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Gemäß der Erfindung ist quer zum Ende 12 des Ständers des Förderers
8, angrenzend an das äußere Ende des Förderers 6 eine Platte 10 mittels geeigneter
Konsolen oder Bügel 14 befestigt. Die Platte 10 hat eine der Breite der Förderer
6 und 8 entsprechende Länge und ist derart angebracht, daß ihre Oberfläche in Höhe
derjenigen der Förderer 6 und 8 liegt. Hierdurch wird eine vom Förderer 6 zum Förderer
8 beförderte Tafel aus Wachs über die Platte 10 befördert und gelangt in Berührung
damit.
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Die Vorderkante 16 (Fig. 2) der Platte 10 ist vorzugsweise nach unten
gebogen, um zu verhindern, daß eine scharfe Kante im Weg der Tafeln aus Wachs liegt,
die über die Platte befördert werden. Die Hinterkante 18 der Platte 10 ist nach
unten umgelegt und mit einer sich nach unten erstreckenden Rinne 20 od. dgl. verschraubt.
Diese Rinne 20 ist z. B. aus einem dreieckig zugeschnittenen Blech hergestellt,
dessen gegenüberliegende Kanten 22 flanschartig unter Bildung einer Trichterform
umgelegt sind. Die Rinne 20 ist auch vorzugsweise um wenige Grad von der Senkrechten
abweichend schräg angeordnet und dient zur Ableitung des geschmolzenen Wachses,
wie weiter unten eingehender beschrieben wird.
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Die Platte 10 ist vorzugsweise aus verhältnismäßig dünnem Kupferblech
hergestellt und hat demzufolge eine hohe Wärmeleitfähigkeit. Falls erwünscht, wird
die Platte 10 auf den Konsolen 16 von einer wärmeisolierenden Platte 24 getragen.
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Die Platte 10 wird vorzugsweise durch zwei Bandheizkörper 26 erhitzt,
die sich auf ihrer Unterseite angrenzend an die Vorder- und Hinterkante erstrecken.
Es wurde festgestellt, daß Bandheizkörper für 230 Volt mit einer Leistung von 600Watt
sich für diesen Zweck eignen. Es können natürlich beliebige andere Heizvorrichtungen
verwendet werden, z. B. ein Dampfheizkörper, sofern die Platte 10 auf eine Temperatur
über dem Schmelzpunkt des in Tafeln zu vergießenden Materials erhitzt wird. Die
Heizkörper 26 werden über einen geeigneten Thermostatschalter 28 in an sich bekannter
Weise mit einer Stromquelle verbunden. Der Thermostatschalter 28 wird derart eingestellt,
daß er die obere und untere Temperaturgrenze der Heizkörper 26 in gewünschter Weise
und damit die Temperatur der Platte 10 genau regelt. Der gesamte Heizkörperaufbau
einschließlich des Schalters 28 kann mittels Schrauben und einem Streifen Isoliermaterial
30 unter der Platte 10 befestigt sein, so daß kein Teil derselben mit dem geschmolzenen
Wachs in Berührung kommen kann oder die Herstellung der Tafeln in irgendeiner Weise
behindert.
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Wie oben angegeben wurde, werden die Wachstafeln 5 zwischen dem Förderer
6 und 8 über die Platte 10 bewegt. Die Niederhaltevorrichtung 32, welche dazu dient,
die Tafeln 5 über die Platte 10 zu bewegen, enthält eine sich quer erstreckende
Welle 34, die an ihren beiden Enden in den am äußeren Ende des Förderers 6 sich
nach oben erstreckenden Konsolen 36 gelagert ist. Diese Konsolen 36 sind in irgendeiner
geeigneten Weise am tragenden Aufbau des Förderers 6 befestigt, und zwar derart,
daß die Welle 34 auf jeden Fall weit genug über jeder Tafel liegt, die auf dem Förderer
6 und über sein Ende hinaus befördert wird. An einem Ende der Welle 34 ist eine
Riemenscheibe 38 befestigt und nimmt einen endlosen Riemen 40 auf, der sich von
einer Rolle 42 des Förderers 8 her erstreckt. Die Rolle 42 wird vom Förderer 8 angetrieben
und treibt über den Riemen 40 die Riemenscheibe 38, so daß die Welle 34 angetrieben
wird. Bei der dargestellten Ausführungsform wird die Rolle 42 in Richtung des Uhrzeigers
gedreht, und die Welle 34 dreht sich dann gleichzeitig in umgekehrter Richtung.
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An den Enden der Welle 34 ist ein Paar Ausleger 44 lose befestigt
und erstreckt sich waagerecht von ihr über die Platte 10. Die Ausleger 44 sind lose
über die Welle 34 geschoben, so daß sie bei Rotation derselben in waagerechter Lage
gehalten werden können.
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Ein Paar Streben 46 erstreckt sich zwischen den Auslegern 44 und ist
darin befestigt, so daß letztere in dem gewünschten Abstand gehalten werden. Eine
weitere sich quer erstreckende Welle 48 ist in den Enden der Ausleger 44 in einem
Abstand von der Welle 34 gelagert. Zwei Paar zusammenarbeitender Riemenscheiben
50 sind in Querrichtung in einem Abstand voneinander auf den Wellen 34 und 48 befestigt
und mit den Treibriemen 52 versehen. Wie ersichtlich ist, sind die Riemen 52 in
Querrichtung in einem Abstand voneinander über der Platte 10 angeordnet und werden
beim Betrieb des Förderers 8 von der Welle 34 angetrieben. Das untere Trumm der
Riemen
52 erstreckt sich vorzugsweise unter die Ausleger 44, so daß nur die Riemen 52 in
Berührung mit einer Tafel 5 kommen, die auf der Platte 10 liegt.
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Das freie Ende der Niederhaltevorrichtung 32, also das auf der Seite
der Welle 48 liegende Ende, kann mittels einer nicht dargestellten Kette od. dgl.
derart aufgehängt sein, daß das Gewicht der Vorrichtung 32 auf eine auf der Platte
10 liegende Tafel 5 wirkt, die Vorrichtung 32 jedoch nicht auf den Förderer 8 oder
die Platte 10 heruntersinkt, wenn sich keine Tafel 5 darunter befindet.
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Beim Betrieb werden Tafeln aus Wachs 5 od. dgl., die in der Maschine
4 gegossen worden sind, auf den Förderer 6 derart ausgekippt bzw. aufgebracht, daß
die zugeschärften Kanten 5 a sich nach unten erstrecken. Wenn die Förderer 6 und
8 in Betrieb sind, werden die Tafeln 5 durch den Förderer 6 vom Austrittsende der
Maschine 4 hinwegbewegt. Der Förderer 6 befördert jede Tafel 5 auf die Vorderkante
16 der Platte 10, worauf die Riemen 52 mit der Oberfläche der Tafel in Berührung
gelangen und sie über die Platte 10 auf den Förderer 8 schieben. Wie oben erwähnt
wurde. liegt die Oberfläche der Platte 10 in gleicher Höhe wie die Oberflächen der
Förderer 6 und 8, so daß die Tafeln 5 im wesentlichen waagerecht von einem auf den
anderen Förderer bewegt werden.
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Die Riemen 52 schieben die Tafeln 5 nacheinander über die Platte
10, wobei die zugeschärften Kanten 5 a der Tafeln mit der PlattelO in Berührung
gelangen. Es ist ohne weiteres verständlich, daß, wenn die Platte 10 auf eine über
dem Schmelzpunkt des Tafelmaterials liegende Temperatur erhitzt ist, die zugeschärften
Kanten 5 a während des Laufs der Tafeln über die Platte 10 weggeschmolzen werden.
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Die Temperatur der Platte 10 läßt sich ohne weiteres derart der Geschwindigkeit
anpassen, mit der sich die Tafeln 5 darüber bewegen, daß nur die zugeschärften Kanten
derselben weggeschmolzen werden. Das geschmolzene Wachs od. dgl. wird über die Platte
10 geschoben und fließt dann über die Hinterkante 18 derselben in den Trichter 20,
kann dort wieder aufgefangen und der Tafelgießmaschine wieder zugeführt werden.
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Die auf den Förderer 8 geschobenen Tafeln haben auf allen Seiten
glatte Kanten, so daß alle Seiten der Tafeln 5 eben sind und deren nachfolgende
Handhabung erleichtert wird.
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Aus obigem geht hervor, daß die Erfindung die Herstellung von Tafeln
aus Wachs od. dgl. wesentlich erleichtert, so daß die fertigen Tafeln leicht zu
handhaben sind und auch der Transport keine Schwierigkeiten macht. Sich an den Tafeln
beim Vergießen bildende zugeschärfte Kanten werden automatisch beim Austritt der
Tafeln aus der Tafelgießmaschine entfernt. Die Vorrichtung ist einfach in der Bauweise,
und der Energiebedarf für das Heizen der Platte zum Schmelzen der zugeschärften
Kanten ist verhältnismäßig gering, so daß die Vorrichtung wirtschaftlich arbeitet.
Die Leistungsfähigkeit bestehender Vorrichtungen wird vergrößert, ohne die Vorrichtungen
selbst wesentlich zu ändern.