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Vorrichtung zum Auflegen und Überrollen des Deckblattes auf Zigarrenwickel
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Auflegen und Überrollen des Deckblattes
auf konische Zigarrenwickel mit vergleichsweise stark balligem, annähernd halbkugeligem
Fuß (Brandanfang) mit einem Deckblattträger zum Abnehmen und übertragen des Deckblattes
von der Stanzkonsole nach dem in einem Wickelnest befindlichen konischen Zigarrenwickel.
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Es sind Vorrichtungen bekannt, bei denen das Auflegen und Überrollen
der Zigarrenwickel mit dem Deckblatt dadurch erfolgt, daß die Bewegung des Deckblattträgers
von mehreren in Steuerscheiben angebrachten Kurvenbahnen abgeleitet wird. Hierzu
sind zum übertragen des Deckblattes von der Stanzkonsole nach dem Wickelnest sowie
zu den in diesem durchzuführenden überrollvorgang eine Anzahl Steuerhebel erforderlich.
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Weiterhin sind Vorrichtungen zum Übertragen des Deckblattes auf die
Zigarrenwickel bekannt, bei denen die Steuerung mittels mehrerer Winkelhebel und
Gestänge sowie in feststehenden Flachscheiben angeordneten Kurven erfolgt.
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Man hat auch Deckblattübertragungsvorrichtungen für Zigarrenüberrollmaschinen
geschaffen, bei denen der schwenkbar angetriebene Arm des Deckblattträgers von der
Stanzkonsole nach dem Wickelnest durch ein übertragungsgetriebe gefördert und der
Deckblattträger während des überrollvorganges am Fuß des Zigarrenwickels mittels
eines am Deckblattträger angeordneten Stirnrades, das mit einem gekrümmten Zahnsegment
zusammenwirkt, geschwenkt wird.
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Bei den bekannten Vorrichtungen ist der Verschwenkungswinkel des Deckblattträgers
durch die Anordnung der Winkelhebel, Gestänge und Kurvenbahnen sowie auch mittels
der übertragungsgetriebe so begrenzt, daß dem Deckblattträger für die Fußüberrollung
nur ein Schwenkwinkel von etwa 90
bis 130' zur Verfügung steht, so
daß damit in erster Linie zylindrische Zigarrenwickel mit einem flachen, kegelstumpfförmigen
Fuß (Brandanfang) überrollt werden können.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Auflegen
des Deckblattes auf Zigarrenwickel zu schaffen, bei der der Deckblattträger zum
überrollen von konischen Zigarrenwickel mit einem vergleichsweise stark balligen,
annähernd halbkugeligen Fuß mittels einer auf der Schwenkachse des Deckblattträgers
befestigten Stirnradbüchse und einer in diese eingreifenden Zahnstange verschwenkbar
ist.
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Dies geschieht gemäß der Erfindung dadurch, daß die Schwenkachse des
Deckblattträgers oberhalb einer Deckblattfahne des Deckblattes angeordnet ist und
die Zahnstange ihren Antrieb durch einen zweiarmigen Schwenkhebel erhält, der an
einem Ende in einer geschlossenen Kurvenbahn einer Topfkurve gleitbar ist und am
anderen Ende ein Zahnsegment aufweist, das in eine mit dem anderen Ende der Zahnstange
kämmende Stirnradbüchse ebenfalls eingreift, so daß infolge der hierdurch erreichbaren
Verschwenkung des Deckblattträgers um etwa 1801 ein überrollen von konischen
Zigarrenwickel mit einem vergleichsweise stark balligen, annähernd halbkugeligen
Fuß ermöglicht ist.
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Zur Bewegung des Deckblattträgers von der Stanzkonsole nach dem Wickelnest
und zurück ist vorteilhaft in der Topfkurve eine weitere geschlossene Kurvenbahn
angeordnet, die über einen Hebelarm ein am anderen Ende dieses Hebelarmes angebrachtes
Zahnsegment, das seinerseits in einen Zahnkranz einer ortsfesten, am Verschwenklager
für den Deckblattträger angeordneten Bundbüchse eingreift, steuert. Um Spannungen
an der Deckblattfahne beim überrollen des Zigarrenwickelfußes auszugleichen, ist
der Deckblattträger zweckmäßig in einer an einer Stimradbüchse angeordneten Exzenterhülse
verstellbar befestigt.
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Zur schwingungsfreien Bewegung des Deckblattträgers von der Stanzkonsole
nach dem Wickelnest und zurück ist schließlich in weiterer Ausgestaltung eine Flachkurve
mit einer Kurvenbahn vorgesehen, in der die den Deckblattträger tragende Stirnradbüchse
hin und her gleitbar ist.
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In den Zeichnungen ist der Erfindungsgegenstand in einem Ausführungsbeispiel
dargestellt. Es zeigt
Fig. 1 einen Aufriß, teilweise im Schnitt,
Fig. 2 einen Grundriß mit Deckblattträger in Ausgangsstellung über der Stanzkonsole,
Fig. 3 einen Grundriß mit Deckblattträger in Stellung über dem Wickelnest,
Fig. 4 einen Grundriß mit Deckblattträger in Stellung zu Beginn der überrollung
über dem Wickel-nest,
1-ig. :) einen Grundriß der Zahnstangenanordnung im
Schnitt nach der Linie E-E in Fig. 1 und Fig. 6 einen Grundriß des
Deckblattträgers im Schnitt nach der Linie F-F in Fig. 1.
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Die Stanzkonsole 1 zur Aufnahme je einer Tabakblatthälfte
trägt das Deckblattformmesser 2, über dem der in üblicher Weise als Saugkopf ausgebildete
Deckblattträger 3 schwenkbar angeordnet ist. Der Deckblattträger ist niit
einer entsprechend der Form des Deckblattes gestalteten, auswechselbaren Saugplatte
4 versehen. Auf der Stanzkonsole 1 wird die gewünschte Form des Deckblattes
mittels einer nicht gezeichneten bekannten Schneidrolleneinrichtung ausgeschnitten.
Das ausgeschnittene Deckblatt D wird mittels Saugluft über die Saugrohrleitung
5 an dit Saugplatte 4 des Deckblattträgers 3 angesaugt.
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Der Deckblattträger 3 ist in einer Exzenterhülse
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verstellbar gelagert, die in der Stimradbüchse 7 sitzt. Diese wiederum
ist in einem Schwenkarm 8 gelagert, der durch einen Bolzen 9 mit einem
Dreharm 10 verbunden ist. Der Dreharm 10 ist niit einem Klemmauge
12 an eine Bundbüchse 11 geklemmt, die ortsfest in dem auf der Grundplatte
14 befestigten Verschwenklager 13 für den Deckblattträger gelagert ist.
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Die Bundbüchse 11 trägt am Umfang einen Zahnkranz
15, in dem ein Zahnsegment 16 eingreift, das in einem Lager
17 auf einem Bolzen 18 drehbar ist. In der Verlängerung des Zahnsegmentes
16 ist ein Hebelarm 19 vorgesehen, der am Ende eine Kurvenrolle 20
trägt, die in der geschlossenen Kurvenbahn 21 einer Topfkurve 22 geführt ist. Die
Topfkurve 22 ist in den Lagern 23 und 24 gelagert.
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Die vorstehend beschriebene Einrichtung dient zum Ausführen der Bewegung
des Deckblattträgers 3
aus der Stellung A (Fig. 2) nach der Stellung
B (Fig. 3). Diese Bewegung wird mittels der Stimradbüchse 7 in einer
Kurvenbahn 36, 36' durchgeführt. Die Kurvenbahn 36, 36' ist in einer
Flachkurve 37
vorhanden, die auf den Stützwinkeln 38 und
39 befestigt ist, die ihrerseits auf der Grundplatte 14 angebracht sind.
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Zum Verschwenken des Deckblattträgers 3 aus der Stellung B
(Fig. 3) um etwa 180' in Richtung des eingezeichneten Pfeiles in die
Stellung C (Fig. 4) ist eine Zahnstange 25 vorgesehen. Die Zahnstange
25
wird in Lagern 26 und 27, die mit der Stirnradbüchse
7 und der Bundbüchse 11 verbunden sind, geführt. Die Zahnstange
25 greift in das auf der Bundbüchse gelagerte Stirnrad 28 ein, das
andererseits auch mit einem Zahnsegment 29 kämmt. Das Zahnseginent
29 ist auf einem Bolzen 31 in einem Lager 30 gelagert. Die
Verlängerung des Zahnsegmentes 29 bildet einen Hebelarin 32, an dessen
Ende eine Kurvenrolle 33 angeordnet ist, die in der geschlossenen Kurvenbahn
34 der Topfkurve 22 geführt ist.
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Durch strichpunktierte Linien ist der im nicht gezeichneten Wickelwalzennest
ruhende und mit dem Deckblatt D zu überrollende Zigarrenwickel W angedeutet
(Fig. 2 und 4). Die Arbeitsweise der Vorrichtung gestaltet sich wie folgt: Die Bedienungsperson
legt eine Tabakblatthälfte auf die Stanzkonsole 1 und glättet sie aus. Die
Tabakblatthälfte wird dabei durch Saugluft auf der Stanzkonsole 1 festgehalten.
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Diese Schneidvorrichtung schneidet dann die für den Zigarrenwickel
W benötigte Form als Deckblatt D aus. Der Deckblattträger 3 mit der
Saugplatte 4 übernimmt alsdann den Deckblattzuschnitt mittels Saugluft, worauf der
Deckblattträger durch das Zahnsegment 16 von der geschlossenen Kurvenbahn
21 aus der Stellung A (Fig. 2) in die Stellung B (Fig. 3) verschwenkt
wird. Der Deckblattträger 3
wird also mit der Deckblattfahne D' über
den Fuß (Brandanfang) des im Wickelwalzennest ruhenden Zigarrenwickels W gebracht.
Die Steuerung des in der Stirnradbüchse 7 angebrachten Deckblattträgers
3
erfolgt dabei von der scheibenförrnigen Kurvenbahn 36, 36'. Alsdann
erfolgt eine Schwenkung des Deckblattträgers 3 mittels der Zahnstange
25 vom Zahnsegment 29 und der geschlossenen Kurvenbahn 34 aus über
das Stirnrad 28 um etwa 180' von der Steltung B (Fig. 3) nach
der Stellung C (Fig. 4). Sobald der Deckblattträger 3 die Stellung
C eingenommen hat, wird die Deckblattfahne D' mittels einer nicht
gezeichneten Vorrichtung von der Saugplatte 4 abgehoben und auf den Fuß des Zigarrenwickels
W ge-
legt. Hierauf führt der Zigarrenwickel W mit den Wickelwalzen eine rotierende
Bewegung aus, wobei gleichzeitig der Deckblattträger 3 von der Stellung
C
in die Stellung B durch die Kurvenbahn 34 zurückgeschwenkt wird und somit
den Fuß des Zigarrenwickels W überrollt.
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Damit die Deckblattfahne D' am Fuß des Zigarrenwickels keine
unnötige hohe Spannung erhält, kann der Deckblattträger 3 mittels der Exzenterhülse
6 so eingestellt werden, daß ein Zerreißen der Deckblattfahne D' vermieden
wird.
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Nach dem überrollen des Fußes mit der Deckblattfahne D' bewegt
sich der Deckblattträger, wie in Stellung B gezeigt, auf der Kurvenbahn 36* parallel
zurück und überrollt den restlichen Teil des konischen Zigarrenwickels W mit dem
Deckblatt D. Ist der überrollvorgang beendet, bewegt sich der Deckblattträger
3 zwangläufig im kreisbogenförmigen Kurventeil 36 zurück nach der
Stanzkonsole 1 in die Ausgangsstellung A (Fig. 2).