DE1121238B - Kernreaktor-Brennstoffelement - Google Patents
Kernreaktor-BrennstoffelementInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
H 36839 VIII c/21g
BEKANNTMACHUNG
DER ANMELDUNG
UNDAUSGABE DER
AUSLEGESCHRIFT:
6. J U LI 1959
4. JANUAR 1962
Die Erfindung bezieht sich auf ein Kernreaktor-Brennstoffelement in Kugel- oder Sphäroidform, das
mit einer Umhüllung versehen ist.
Bei einem bekannten Reaktor werden die kugeligen Brennstoffelemente durch den Druck eines in die die
Brennstoffelemente enthaltende Kammer eingeführten Kühlmittels in Abstand voneinander gehalten. Das
den Reaktor durchströmende Kühlmittel muß daher stets unter einem vorbestimmten Mindestdruck
stehen, um die in dem Reaktor auftretenden beträchtliehen Druckverluste ausgleichen zu können. Die
Brennstoffelemente dieses bekannten Kernreaktors weisen außerdem eine glatte Oberfläche auf, so daß
der Wärmeaustausch zwischen den Brennstoffelementen und dem Kühlmittel verhältnismäßig ungünstig
ist. Bei stabförmigen Brennstoffelementen ist es bekannt, die Oberfläche zur Verbesserung des
Wärmeaustausches aufzurauhen bzw. mit Rippen zu versehen.
Zur Vermeidung der obengenannten Nachteile ist gemäß der Erfindung die Umhüllung des kugel- oder
spähroidförmigen Brennstoffelementes aus mehreren Teilen zusammengesetzt, deren abgebogene Umfangsränder
zur vollständigen Umschließung des Spaltmaterials miteinander verschweißt und derart ausgeschnitten
und mehr oder weniger stark abgebogen sind, daß sie rund um jedes Element Flügel bilden.
Auf diese Weise werden um jedes Brennstoffelement herum einfache oder sich kreuzende Ringe gebildet,
die die Brennstoffelemente in Abstand voneinander halten und die zugleich als Ablenkflächen für das die
Brennstoffelemente umspülende Kühlmittel dienen, wodurch der Wärmeaustausch zwischen den Brennstoffelementen
und dem Kühlmittel verbessert wird.
Um zu verhindern, daß innerhalb der einzelnen Brennstoffelemente kritische Verhältnisse oder überhöhte
Temperaturen entstehen, können die Brennstoffelemente in ihrem Zentrum einen von Spaltmaterial
freien Raum aufweisen, der von einer Hohlkugel oder einer gegebenenfalls Neutronen reflektierenden
Kugel eingenommen wird.
Bei einem Atomreaktor der eingangs genannten Art wird der Druck des Kühlmediums zur Steuerung
der Reaktivität des Reaktors verwendet. Bei erhöhtem Druck werden die Brennstoffelemente in größerem
Abstand voneinander gehalten und damit die Reaktivität vermindert, während bei verringertem
Druck sich die Brennstoffelemente einander nähern und damit die Reaktivität des Reaktors erhöht wird.
Diese Steuerung mittels Druckerhöhung oder Druck-Verminderung des in den Reaktor eintretenden Kühlmediums
ist verhältnismäßig schwer durchführbar.
Kernreaktor-B rennstoffelement
Anmelder:
Andre Huet, Paris
Andre Huet, Paris
Vertreter: Dr. W. Schalk, Dipl.-Ing. P. Wirth,
Dipl.-Ing. G. E. M. Dannenberg
und Dr. V. Schmied-Kowarzik, Patentanwälte,
Frankfurt/M., Große Eschenheimer Str. 39
Beanspruchte Priorität:
Frankreich vom 9. Juli 1958 (Nr. 769 942)
Frankreich vom 9. Juli 1958 (Nr. 769 942)
Andre Huet, Paris,
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
So ändert sich z. B. die Dichte dieses Kühlmittels mit seiner Temperatur, so daß sich der Abstand der
Brennstoffelemente voneinander schon durch Temperaturschwankungen innerhalb des Kühlmittelstromes
ändern kann.
Hingegen kann mit den Brennstoffelementen nach der Erfindung die Steuerung der Reaktivität des
Reaktors dadurch vorgenommen werden, daß diese Elemente in korbähnlichen Behältern gelagert werden,
deren gegenseitiger Abstand durch bekannte Mittel verändert wird. Diese Behälter sind für das
Kühlmittel durchlässig ausgebildet. Diese Maßnahme ermöglicht eine zuverlässige Steuerung der Reaktivität
des Reaktors.
Das Kühlmittel kann einen Moderator oder einen Spaltstoff, Spaltrohstoff oder Brutstoff enthalten, wodurch
die Reaktivität des Reaktors in Abhängigkeit davon vermindert oder erhöht wird, je nachdem,
welche Mengen und welche Stoffe dem Kühlmittel in Suspension beigefügt werden.
Die Erfindung ist an Hand der Zeichnungen beispielsweise
näher erläutert, und zwar zeigt
Fig. 1 im Schnitt ein Brennstoffelement nach der Erfindung in Form eines Sphäroids,
109 758/45S
Fig. Ib einen Teilschnitt nach Fig. 1 in größerem Maßstab, aus dem die Schweißstelle der Umhüllung
zu ersehen ist,
Fig. 2 in Draufsicht ein Sphäroid mit Rippen,
Fig. 3 eine andere Ausführungsform eines Brenn-Stoffelementes nach der Erfindung in einer Ansicht
entsprechend Fig. 2, dessen Hülle aus vier Teilen zusammengesetzt ist,
Fig. 4 eine weitere Ausführungsform, bei der der Sphäroid mit über die Oberfläche verteilten Unebenheiten
versehen ist,
Fig. 5 eine weitere Ausführungsform, bei der die Mitte des Sphäroids von einer Hohlkugel eingenommen
wird, die von spaltbarem Material frei ist,
Fig. 6 in schematischer Darstellung die Anordnung von Sphäroiden im Innern von zylindrischen Körben,
deren Abstand veränderbar ist.
Wie Fig. 1 zeigt, werden die Brennstoffelemente, die z. B. ein Agglomerat oder ein Preßling aus Uran
oder Uran und Graphit sein können, in Form einer ao Vielzahl von kleinen Kugeln oder Sphäroiden α verwendet.
Der Spaltstoff ist mit einer dünnwandigen Umhüllung b aus einem für Neutronen durchlässigen
Metall versehen. Der Durchmesser der Kugeln beträgt etwa 2 bis 3 cm. Die Umhüllung kann z. B. as
aus einem austenitischen Stahl bestehen, und ihre Dicke kann in der Größenordnung von 5/ioo mm
liegen.
Diese Umhüllung b kann, wie Fig. 1 zeigt, aus zwei Teilen bl, b2 zusammengesetzt sein, von denen jeder
die Form eines halbkugelförmigen Näpfchens besitzt, dessen Ränder c1, c- abgekröpft bzw. im rechten
Winkel abgebogen sind. Die beiden Ränder c1, c2 sind
bei m entlang dem von ihnen gebildeten Äquator der Kugel α verschweißt (s. Fig. 1 b), wodurch der Preßling
vollständig eingeschlossen ist.
Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, besitzt diese Ausführungsform den Vorteil, daß mittels der abgebogenen
Ränder c1, c2 das Spaltmaterial mit einer gewissen
Elastizität umschlossen wird, so daß das Spaltmaterial während des Arbeitern des Reaktors sich
ausdehnen kann, ohne daß die Schweißnaht m aufgeht.
Die Ränder c1, c2 können außerdem, wie bei d in
Fig. 2 gezeigt ist, ausgeschnitten sein, und jedes Flächenstück der ausgeschnittenen Ränder ist, wie
ebenfalls aus Fig. 2 ersichtlich ist, derart umgebogen, daß rund um jeden Preßling flügelähnliche Gebilde
entstehen. Diese Flügel übertragen die Wärme auf das die Brennstoffelemente umströmende Medium.
Andererseits halten diese Flügel die einzelnen in dem Reaktor angeordneten Preßlinge α auf den erforderlichen
Abstand, wodurch eine günstigere Durchströmung des Brennstoffsatzes erreicht wird als bei
Brennstoffsätzen mit Kugeln mit lediglich glatten Oberflächen.
Die Umhüllung kann statt aus zwei halbkugelförmigen Teilen b1, b2 auch aus vier Teilen, wie aus
Fig. 3 ersichtlich ist, zusammengesetzt sein, derart, daß die Flügel auf zwei Meridianen angeordnet sind,
die sich im rechten Winkel schneiden. Der eine Meridian von Flügeln ist mit c1 bezeichnet, der andere,
der in Fig. 3 in Draufsicht zu sehen ist, mit e1 und e2.
Dieser zweite Meridian ist ebenfalls ausgeschnitten, um Schütze/ zu bilden; jeder Randteil ist profiliert
bzw. abgeschrägt, so daß ein diskontinuierlicher Linienzug entsteht, der in Fig. 3 in Draufsicht zu
sehen ist.
Die Oberfläche der Umhüllung b kann außerdem, wie aus Fig. 4 ersichtlich ist, mit Spitzen oder Stäbchen
g versehen sein, die im Ganzen Unebenheiten darstellen, die über die Oberfläche des Sphäroids
verteilt sind.
Der innere Bereich der Kugeln α kann, wie aus Fig. 5 ersichtlich ist, einen von Spaltmaterial freien
Raum Λ aufweisen. Dies kann dadurch geschehen, daß dieser Raum h von einer Graphitkugel gebildet
wird oder von einer Hohlkugel, die z. B. aus Metall hergestellt sein kann, dessen Oberfläche gegebenenfalls
Neutronen reflektiert.
Die kugelförmigen Brennstoffelemente α können, statt einfach im Innern des Reaktors angehäuft oder
gestapelt zu sein, in durchbrochenen Rohren oder Körben / (Fig. 6) angeordnet sein, deren Achsrichtung
z. B. lotrecht verlaufen kann. Diese Behälter / bestehen aus einem für Neutronen durchlässigen Metall
und sind im übrigen derart durchlässig, daß sie von dem im Innern des Reaktors befindlichen Kühlmedium
durchströmt werden können. Diese Körbei können z. B. in Achsrichtung an Tragelementen / befestigt
sein, die auf einem Querstab k verschiebbar und untereinander durch Parallelogrammlenker I verbunden
sind, wodurch der Abstand A zwischen je zwei aufeinanderfolgenden Körben / verändert werden
kann. Auf diese Weise ist die Reaktivität des Reaktors dadurch veränderbar, daß man die Körbe i mehr
oder weniger weit voneinander entfernt.
Eine andere Möglichkeit der Steuerung der Reaktivität des Reaktors besteht in der Änderung der pro
Zeiteinheit durch die Brennstoffsätze strömenden Kühlmittelmenge. Auch kann diesem Medium zur
Steuerung der Reaktivität des Reaktors ein Bremsmittel, etwa in Form von Cadmiumteilchen oder ein
die Reaktivität erhöhendes Medium, etwa in Form von Spaltstoffteilchen, beigefügt werden.
In der Zeichnung sind die die Brennstoffelemente bildenden Preßlinge als Kugeln dargestellt, jedoch
kann deren Formgebung auch von der Kugelgestalt abweichen, und sie können eine ovale Gestalt,
Birnenform oder längliche, zeppelinartige Gestalt aufweisen.
Weitere Ausführungsformen von Brennstoffelementen, die in Einzelheiten von den dargestellten
und beschriebenen Ausführungsformen abweichen, sind im Rahmen des Erfindungsgedankens möglich.
Claims (3)
1. Kernreaktor-Brennstoffelement in Kugeloder Sphäroidform, das mit einer Umhüllung versehen
ist, dadurch gekennzeichnet, daß diese Umhüllung aus mehreren Teilen (b1, ft2) zusammengesetzt
ist, deren abgebogene Umfangsränder (c1, c2) zur vollständigen Umschließung des Spaltmaterials
miteinander verschweißt und derart ausgeschnitten und mehr oder weniger stark abgebogen
sind, daß sie rund um jedes Element Flügel (d, e, f) bilden.
2. Brennstoffelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in seinem Zentrum ein von
Spaltmaterial freier Raum vorgesehen ist, der von einer Hohlkugel (A) oder einer gegebenenfalls
Neutronen reflektierenden Kugel eingenommen wird (Fig. 5).
3. Kernreaktor mit Brennstoffelementen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Brennstoffelemente (α) in korbähnlichen Behältern (/) gelagert sind, deren gegenseitiger Abstand
durch bekannte Mittel (/, k, I) verändert
werden kann.
In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschrift Nr. 952 919;
deutsche Auslegeschrift Nr. 1 023 156; britische Patentschriften Nr. 754 183, 771 111,
790 688;
belgische Patentschrift Nr. 563 535.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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| FR1121238X | 1958-07-09 |
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