-
Technisches Gebiet
-
Diese
Anmeldung betrifft das Laserschneiden oder -ritzen und insbesondere
ein Verfahren zur Herstellung einer integrierten Schaltungsanordnung unter
Verwendung von ultrakurzen Laserimpulsen mit einer hohen Wiederholungsrate,
um Material abzuschmelzen.
-
Hintergrundinformationen
-
Integrierte
Schaltungen (ICs) werden im Allgemeinen in einer Matrix auf oder
in einem Halbleitersubstrat hergestellt. ICs umfassen im Allgemeinen mehrere
Schichten, die über dem Substrat ausgebildet sind. Eine
oder mehrere der Schichten können unter Verwendung einer
mechanischen Säge oder eines Lasers entlang Ritzbahnen
oder -gräben entfernt werden. Nach dem Ritzen kann das
Substrat unter Verwendung einer Säge oder eines Lasers
durchgeschnitten werden, was manchmal zertrennt genannt wird, um
die Schaltungskomponenten voneinander zu trennen.
-
Halbleiterhersteller
haben die Transistorgrößen in ICs verkleinert,
um die Chipleistung zu verbessern. Dies hat zu erhöhter
Geschwindigkeit und Bauelementdichte geführt. Um weitere
Verbesserungen zu erleichtern, verwenden Halbleiterhersteller Materialien,
um die Kapazität von dielektrischen Schichten zu verringern.
Um beispielsweise ein feineres Schaltungsmuster auszubilden, wird
ein Halbleiterwafer mit einer Isolationsschicht mit niedriger Dielektrizitätskonstante
(niedrigem k) auf die Oberfläche des Halbleitersubstrats
laminiert. Dielektrika mit niedrigem k können beispielsweise
ein anorganisches Material wie z. B. SiOF oder SiOB oder ein organisches Material
wie z. B. ein Polymer auf Polyimidbasis oder Parylenbasis umfassen.
-
Herkömmliche
mechanische und Laserschneidverfahren sind jedoch zum Ritzen von
vielen fortschrittlichen fertig gestellten Wafern mit beispielsweise dielektrischen
Materialien mit niedrigem k nicht gut geeignet. Die relativ geringe
Dichte, das Fehlen von mechanischer Festigkeit und die Empfindlichkeit gegen
Wärmebeanspruchung machen das dielektrische Material mit
niedrigem k gegen eine Beanspruchung sehr empfindlich. Von herkömmlichen
mechanischen Waferzertrenn- und -ritzverfahren ist bekannt, dass
sie Späne, Risse und andere Arten von Defekten in Materialien
mit niedrigem k verursachen, wobei somit die IC-Bauelemente beschädigt
werden. Um diese Probleme zu verringern, werden die Schneidgeschwindigkeiten
verringert. Dies verringert jedoch den Durchsatz stark.
-
Ferner
können bekannte Laserverfahren übermäßige
Wärme und Überbleibsel erzeugen. Herkömmlich
wurden Laserimpulsbreiten in einigen zehn Nanosekunden oder mehr
für das Halbleiterschneiden oder -ritzen verwendet. Diese
langen Impulsbreiten ermöglichen jedoch eine Diffusion
von übermäßiger Wärme, die von
Wärme betroffene Zonen, umgeformte Oxidschichten, übermäßige Überbleibsel
und andere Probleme verursacht. 1 ist beispielsweise
ein Seitenansichtsdiagramm eines unter Verwendung eines herkömmlichen
Laserschneidverfahrens zertrennten Halbleitermaterials 100.
Nahe einem Schnittbereich 102 hat sich eine von Wärme
betroffene Zone 104 und eine umgeformte Oxidschicht 106 gebildet.
Risse können sich in der von Wärme betroffenen
Zone 104 bilden und die Chipbruchfestigkeit des Halbleitermaterials 100 verringern.
Folglich werden die Zuverlässigkeit und Ausbeute verringert.
Ferner werden Überbleibsel 108 vom Schnittbereich 102 über
die Oberfläche des Halbleitermaterials 100 verstreut
und können beispielsweise Bondkontaktstellen verunreinigen.
-
Außerdem
können herkömmliche Laserschneidprofile unter
einer Grabenauffüllung mit durch den Laser ausgeworfenem
Material leiden. Wenn die Waferdicke erhöht wird, wird
diese Auffüllung stärker und verringert die Zertrenngeschwindigkeit.
Ferner kann für einige Materialien unter vielen Prozessbedingungen
das ausgeworfene Auffüllungsmaterial bei anschließenden
Durchgängen schwieriger zu entfernen sein als das ursprüngliche
Zielmaterial. Folglich werden Schnitte mit geringer Qualität
erzeugt, die IC-Bauelemente beschädigen und eine zusätzliche Reinigung
und/oder einen weiten Abstand der Bauelemente auf dem Substrat erfordern
können.
-
Ein
Verfahren zum Laserschneiden oder -ritzen, das den Durchsatz erhöht
und die Schnittoberfläche oder Einschnittqualität
verbessert, ist daher erwünscht.
-
Zusammenfassung der Offenbarung
-
Die
hierin offenbarten Ausführungsbeispiele stellen Systeme
und Verfahren zum Ritzen eines fertig gestellten Wafers, der ein
Dielektrikum mit niedrigem k und/oder andere Materialien umfasst,
so schnell wie oder schneller als existierende mechanische und/oder
Laserverfahren bereit. Das Laserritzen wird jedoch mit verringerter
oder keiner mechanischen und/oder thermischen Beanspruchung und
mit verringerten oder keinen Überbleibseln durchgeführt. Folglich
ist wenig oder keine Reinigung nach dem Prozess erforderlich. Ferner
werden saubere, gerade Kantenschnitte mit keinem zusätzlichen
seitlichen Abstand der Bauelemente auf dem Wafer, der erforderlich
ist, um sich auf den Ritzprozess einzustellen, erzeugt.
-
In
einem Ausführungsbeispiel wird ein Verfahren zum Schneiden
einer Vielzahl von Schichten, die über einem Substrat ausgebildet
sind, bereitgestellt. Jede der Vielzahl von Schichten weist eine
jeweilige Laserabschmelzschwelle auf, die mit der Laserimpulsbreite
variiert. Das Verfahren umfasst das Bestimmen einer minimalen Laserabschmelzschwelle
für jede der Vielzahl von Schichten und das Auswählen
der höchsten der minimalen Laserabschmelzschwellen. Das
Verfahren umfasst auch das Erzeugen eines Strahls von einem oder
mehreren Laserimpulsen mit einer Fluenz in einem Bereich zwischen
der ausgewählten Laserabschmelzschwelle und ungefähr
zehnmal der ausgewählten Laserabschmelzschwelle und das
Ritzen eines Einschnitts zwischen einer Vielzahl von integrierten
Schaltungen, die in der Vielzahl von Schichten ausgebildet sind.
Der Einschnitt verläuft durch die Vielzahl von Schichten
zu einer oberen Oberfläche des Substrats.
-
In
bestimmten solchen Ausführungsbeispielen weisen die Laserimpulse
eine Impulsbreite in einem Bereich zwischen ungefähr 0,1
Pikosekunden und ungefähr 1000 Pikosekunden auf. Ferner
weist der Strahl eine Impulswiederholungsrate in einem Bereich zwischen
ungefähr 100 kHz und ungefähr 100 MHz auf und
kann ungefähr 10 μm Material mit einer Geschwindigkeit
in einem Bereich zwischen ungefähr 200 mm/Sekunde und ungefähr
1000 mm/Sekunde durchschneiden. Außerdem oder in anderen Ausführungsbeispielen
liegt die Energie pro Impuls in einem Bereich zwischen ungefähr
1 μJ und ungefähr 100 μJ.
-
In
einem weiteren Ausführungsbeispiel wird ein Verfahren zum
Ritzen eines Wafers mit einer Vielzahl von integrierten Schaltungen,
die darauf oder darin ausgebildet sind, bereitgestellt. Die integrierten Schaltungen
sind durch einen oder mehrere Gräben getrennt. Das Verfahren
umfasst das Erzeugen eines Strahls von einem oder mehreren Laserimpulsen. Die
Laserimpulse weisen eine Impulsbreite auf, die so ausgewählt
wird, dass eine Abschmelzschwelle eines Zielmaterials minimiert
wird. Das Verfahren umfasst ferner das Abschmelzen eines Teils des
Zielmaterials mit dem Strahl bei einer Impulswiederholungsfrequenz
in einem Bereich zwischen ungefähr 5,1 MHz und ungefähr
100 MHz.
-
In
einem weiteren Ausführungsbeispiel wird ein Verfahren mit
dem Erzeugen eines Strahls von einem oder mehreren Laserimpulsen,
die eine Impulsbreite in einem Bereich zwischen ungefähr
0,6 Pikosekunden und ungefähr 190 Pikosekunden aufweisen,
bereitgestellt. Das Verfahren umfasst ferner das Abschmelzen eines
Teils des Zielmaterials mit dem Strahl.
-
In
einem weiteren Ausführungsbeispiel wird ein Verfahren mit
dem Erzeugen eines Strahls von einem oder mehreren Laserimpulsen,
die eine Impulsbreite in einem Bereich zwischen ungefähr
210 Pikosekunden und ungefähr 1000 Pikosekunden aufweisen,
bereitgestellt. Das Verfahren umfasst ferner das Abschmelzen eines
Teils des Zielmaterials mit dem Strahl.
-
Zusätzliche
Aspekte und Vorteile sind aus der folgenden ausführlichen
Beschreibung von bevorzugten Ausführungsbeispielen ersichtlich,
die mit Bezug auf die zugehörigen Zeichnungen vor sich geht.
-
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
-
1 ist
ein Seitenansichtsdiagramm eines Halbleitermaterials, das unter
Verwendung eines herkömmlichen Laserschneidverfahrens zertrennt
wurde.
-
2A–2C sind
Seitenansichtsdiagramme eines beispielhaften Werkstücks,
das gemäß bestimmten Ausführungsbeispielen
der Erfindung geschnitten wird.
-
3A ist
eine perspektivische Ansicht eines Werkstücks, das gemäß einem
weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung geschnitten
wird.
-
3B ist
ein Seitenansichtsdiagramm des in 3A gezeigten
Werkstücks.
-
4 stellt
graphisch den Unterschied zwischen einem Strahlungsdichteprofil
eines vereinfachten gaußförmigen Strahls und einem
Strahlungsdichteprofil eines vereinfachten geformten Strahls dar.
-
5A–5C stellen
graphisch den Unterschied zwischen Strahlquerschnittsprofilen dar.
-
6A–6D zeigen
beispielhafte im Wesentlichen gleichmäßige Strahlungsdichteprofile,
die durch einen gaußförmigen Strahl erzeugt werden, der
sich durch ein optisches Beugungselement (DOE) ausbreitet, gemäß bestimmten
Ausführungsbeispielen der Erfindung.
-
7 ist
eine Elektronenmikrophotographie eines durch Verbindungsschichten
und dielektrische Schichten mit niedrigem k geritzten Einschnitts
gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung.
-
8 stellt
schematisch das aufeinander folgende Aussetzen eines Werkstücks
den Laserimpulsen in der Richtung eines Schnitts gemäß einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung dar.
-
9 ist
eine Elektronenmikrophotographie eines mikrobearbeiteten Musters
in einem Halbleitermaterial unter Verwendung von Laserabschmelzverfahren
gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung.
-
10 ist
eine Elektronenmikrophotographie eines mikrobearbeiteten Musters
in einem Halbleitermaterial unter Verwendung der Laserabschmelzung
gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung.
-
Ausführliche Beschreibung
von bevorzugten Ausführungsbeispielen
-
Die
Fähigkeit eines Materials, Laserenergie zu absorbieren,
bestimmt die Tiefe, in die diese Energie die Abschmelzung durchführen
kann. Die Abschmelztiefe wird durch die Absorptionstiefe des Materials
und die Wärme der Verdampfung des Materials bestimmt. Parameter
wie z. B. Wellenlänge, Impulsbreitendauer, Impulswiederholungsfrequenz
und Strahlqualität können gesteuert werden, um
die Schneidgeschwindigkeit und die Qualität der Schnittoberfläche
oder des Einschnitts zu verbessern. In einem Ausführungsbeispiel
werden einer oder mehrere dieser Parameter so ausgewählt,
dass eine im Wesentlichen niedrige Fluenz (typischerweise in J/cm2 gemessen) bereitgestellt wird, die gerade
genügend Energie besitzt, um das Zielmaterial abzuschmelzen. Folglich
wird die Menge an übermäßiger Energie,
die in das Material abgegeben wird, verringert oder beseitigt. Die
Verwendung einer niedrigeren Fluenz verringert oder beseitigt umgeformte
Oxidschichten, von Wärme betroffene Zonen, das Absplittern,
Einreißen und Überbleibsel. Folglich wird die
Bruchfestigkeit erhöht und die Menge an erforderlicher
Reinigung nach dem Laser wird verringert.
-
Das
US-Patent Nr. 5 656 186 von
Mourou et al. lehrt, dass die Abschmelzschwelle eines Materials eine
Funktion der Laserimpulsbreite ist. Wie hierin verwendet, ist die
"Abschmelzschwelle" ein breiter Begriff, der seine gewöhnliche
und übliche Bedeutung umfasst und beispielsweise eine ausreichende Fluenz
umfasst, die erforderlich ist, um Material zum Ritzen oder Schneiden
zu entfernen. Herkömmliche Impulsbreiten im Nanosekundenbereich
erfordern im Allgemeinen eine höhere Abschmelzschwelle
im Vergleich zu jener von kürzeren Impulsbreiten. Kürzere Impulse
erhöhen die Spitzenleistung und verringern die Wärmeleitung.
Um die räumliche Auflösung zu erhöhen,
lehrt das Patent von Mourou et al. die Verwendung von Impulsbreiten
im Femtosekundenbereich. Femtosekunden-Laserimpulsbreiten entfernen jedoch
kleinere Mengen an Material pro Impuls im Vergleich zu herkömmlichen
Nanosekundenimpulsen. Folglich wird die Menge an Zeit, die zum Schneiden
oder Ritzen einer Linie erforderlich ist, verlängert und
der Durchsatz wird verringert. Im Femtosekunden-Impulsbereich kann
ferner die Abschmelzschwelle zunehmen, wenn die Femtosekundenimpulse
kürzer werden.
-
In
einem hierin offenbarten Ausführungsbeispiel werden folglich
Impulsbreiten im Pikosekundenbereich ausgewählt, um die
Abschmelzschwelle zu verringern, während mehr Material
pro Impuls als bei Femtosekundenimpulsen entfernt wird. Im Pikosekundenbereich
liegt die Zeitkonstante für Elektronen, die anfänglich
durch den Laserimpuls angeregt werden, um Energie mit der Masse
des Materials auszutauschen (z. B. Elektronenthermalisierung mit
folgender Elektronen-Gitter-Wechselwirkung), im Pikosekundenbereich.
Die Zeitkonstante kann beispielsweise in der Größenordnung
von ungefähr 1 bis 10 Pikosekunden liegen. Folglich wird
angenommen, dass Impulse mit kürzerer oder vergleichbarer
Dauer zu einer "kalten" Abschmelzung vom Coulomb-Typ ohne signifikante
Erhitzung führen. Folglich wird die Wärmebeanspruchung
und/oder das Schmelzen des Materials beseitigt oder verringert.
-
Fachleute
werden aus der Offenbarung hierin erkennen, dass Impulse im Bereich
zwischen ungefähr 1 Pikosekunde und ungefähr 10
Pikosekunden eine gewisse Abschmelzung vom thermischen Typ bereitstellen
können. Die Verwendung einer relativ niedrigen Fluenz pro
Impuls, die nur geringfügig über der Abschmelzschwelle
liegt, verringert jedoch übermäßige Energie,
die geschmolzene Überbleibsel erzeugt. Folglich werden
sauberere Einschnitte erzeugt. Ferner werden die Wärmeeffekte
im Allgemeinen auf den Laserfleck begrenzt, da die Impulsbreiten
zu kurz sind, als dass Wärme außerhalb den bestrahlten
Bereich diffundiert oder sich außerhalb diesen ausbreitet.
Wenn jedoch der Impuls zu kurz wird, wird die effektive Tiefe der
Laserlicht-Wechselwirkung mit dem Material verkürzt und
der Wirkungsgrad der Abschmelzung wird verringert (z. B. werden weniger
Elektronen anfänglich durch den Laserimpuls angeregt).
-
Um
die Schneidgeschwindigkeit in bestimmten Ausführungsbeispielen
zu erhöhen, wird die Impulswiederholungsfrequenz so ausgewählt,
dass Schneidgeschwindigkeiten von herkömmlichen Säge-
oder Laser-Halbleiterschneidprozessen bereitgestellt werden. Hohe
Impulswiederholungsfrequenzen werden verwendet, um das Material
schneller abzuschmelzen. Ferner ermöglichen hohe Impulswiederholungsfrequenzen,
dass mehr Energie für das Abschmelzen verwendet wird, bevor
sie in die Umgebungsmaterialien abgeleitet wird.
-
Wie
nachstehend im Einzelnen erörtert, wird eine Strahlformung
in bestimmten Ausführungsbeispielen verwendet, um die Einschnittqualität
zu verbessern. Laserstrahlen können so geformt werden, dass
beispielsweise ein im Wesentlichen flacher Einschnittboden erzeugt
wird, der weniger Überbleibsel erzeugt und die Beschädigung
am Substrat verringert oder beseitigt. Zusätzlich zu einem
verbesserten Seitenwandprofil verringert die Strahlformung auch die
Breite der umgeformten Oxidschicht.
-
Der
Bequemlichkeit halber kann der Begriff Schneiden allgemein verwendet
werden, um Ritzen (Schneiden, das nicht die volle Tiefe eines Zielwerkstücks
durchdringt) und Durchschneiden, das in Scheiben schneiden (häufig
mit der Waferreihentrennung verbunden) oder Zertrennen (häufig
mit der Teilvereinzelung von Waferreihen verbunden) umfasst, einzuschließen.
Scheibenschneiden und Zertrennen können im Zusammenhang
mit dieser Offenbarung austauschbar verwendet werden.
-
Nun
wird auf die Figuren Bezug genommen, in denen sich gleiche Bezugsziffern
auf gleiche Elemente beziehen. Der Klarheit halber gibt die erste
Ziffer einer Bezugsziffer die Figurnummer an, in der das entsprechende
Element zum ersten Mal verwendet wird. In der folgenden Beschreibung
werden zahlreiche spezifische Details für ein gründliches
Verständnis der hierin offenbarten Ausführungsbeispiele
vorgesehen. Fachleute werden jedoch erkennen, dass die Erfindung
ohne eines oder mehrere der spezifischen Details oder mit anderen
Verfahren, Komponenten oder Materialien ausgeführt werden
kann. Ferner werden in einigen Fällen gut bekannte Strukturen,
Materialien oder Vorgänge nicht im Einzelnen gezeigt oder
beschrieben, um es zu vermeiden, die Aspekte der Erfindung unklar
zu machen. Ferner können die beschriebenen Merkmale, Strukturen oder
Eigenschaften in einem oder mehreren Ausführungsbeispielen
in einer beliebigen geeigneten Weise kombiniert werden.
-
2A–2C sind
Seitenansichtsdiagramme eines beispielhaften Werkstücks 200,
das gemäß bestimmten Ausführungsbeispielen
der Erfindung geschnitten wird. Das Werkstück 200 umfasst Schichten 202, 204, 206,
die über einem Substrat 208 ausgebildet sind.
Wie ein Fachmann erkennen wird, können die Schichten 202, 204, 206 Verbindungsschichten
umfassen, die durch Isolationsschichten getrennt sind, einschließlich
Dielektrika mit niedrigem k, um eine elektronische Schaltungsanordnung
zu bilden. Die Schichten 202, 204, 206 können beispielsweise
Materialien wie z. B. Cu, Al, SiO2, SiN, Fluorsilikatglas
(FSG), Organosilikatglas (OSG), SiOC, SiOCN und andere Materialien,
die bei der IC-Herstellung verwendet werden, umfassen. Für
Erläuterungszwecke sind drei Schichten 202, 204, 206 in 2A–2C gezeigt.
Ein Fachmann wird jedoch erkennen, dass mehr Schichten oder weniger Schichten
für spezielle ICs verwendet werden können. Wie
gezeigt, umfasst das Substrat 208 Si. Ein Fachmann wird
jedoch auch erkennen, dass andere Materialien, die bei der IC-Herstellung
nützlich sind, für das Substrat 208 verwendet
werden können, einschließlich beispielsweise Gläsern,
Polymeren, Metallen, Verbundstoffen und anderer Materialien. Das Substrat 208 kann
beispielsweise FR4 umfassen.
-
Eine
elektronische Schaltungsanordnung ist in den Bereichen 210, 212 mit
aktiven Bauelementen ausgebildet, die durch Ritzbahnen oder -gräben 214 voneinander
getrennt sind. Ein Fachmann wird erkennen, dass Teststrukturen häufig
in und um die Gräben 214 ausgebildet sind. Um
individuelle ICs zu erzeugen, wird das Werkstück 200 entlang
der Gräben 214 geritzt, durchgeschnitten oder
beides. In 2A ist ein Laserstrahl 216 gemäß einem
Ausführungsbeispiel gezeigt, der das Werkstück 200 durch Abschmelzen
der Schichten 202, 204, 206 im Bereich
des Grabens 214 ritzt. Wie in 2B gezeigt, ist
das Ergebnis des Laserritzprozesses ein Lasereinschnitt 218,
der von der oberen Oberfläche der oberen Schicht 202 durch
die Schichten 202, 204, 206 zur oberen
Oberfläche des Substrats 208 verläuft.
Wie nachstehend erörtert, ist der Laserstrahl 216 in
bestimmten Ausführungsbeispielen so geformt, dass die Qualität
des Seitenwandprofils des Einschnitts erhöht wird und eine
Beschädigung am Substrat 208 verringert oder verhindert
wird.
-
Der
Laserstrahl 216 umfasst eine Reihe von Laserimpulsen, die
so konfiguriert sind, dass sie die niedrigstmögliche Fluenz
zum Werkstück 200 liefern, die immer noch eine
gewünschte Materialabschmelzung der Schichten 202, 204, 206 und/oder
des Substrats 208 bereitstellt. In einem Ausführungsbeispiel wird
die Fluenz des Laserstrahls 216 so ausgewählt, dass
sie in einem Bereich zwischen der Abschmelzschwelle des Werkstücks 200 und
ungefähr zehnmal der Abschmelzschwelle des Werkstücks 200 liegt.
In einem weiteren Ausführungsbeispiel wird die Fluenz des
Laserstrahls 216 so ausgewählt, dass sie in einem
Bereich zwischen der Abschmelzschwelle des Werkstücks 200 und
ungefähr fünfmal der Abschmelzschwelle des Werkstücks 200 liegt.
-
Um
die Abschmelzschwelle zu senken, wird gemäß einem
Ausführungsbeispiel die Impulsbreite in einen Bereich zwischen
ungefähr 0,1 Pikosekunden und ungefähr 1000 Pikosekunden
gesetzt. In anderen Ausführungsbeispielen wird die Impulsbreite
in einen Bereich zwischen ungefähr 1 Pikosekunde und ungefähr
10 Pikosekunden gesetzt. In anderen Ausführungsbeispielen
wird die Impulsbreite in einen Bereich zwischen 10 Pikosekunden
und 40 Pikosekunden gesetzt. Ein Fachmann wird jedoch aus der Offenbarung
hierin erkennen, dass andere Impulsbreiten verwendet werden können.
In einem Ausführungsbeispiel liegt die Impulsbreite beispielsweise
in einem Bereich zwischen ungefähr 0,6 Pikosekunden und
ungefähr 190 Pikosekunden, während in einem anderen
Ausführungsbeispiel die Impulsbreite in einem Bereich zwischen
ungefähr 210 Pikosekunden und 1000 Pikosekunden liegt.
-
In
einem Ausführungsbeispiel wird der Laserstrahl 216 unter
Verwendung einer mittleren Leistung in einem Bereich zwischen ungefähr
10 W und ungefähr 50 W und einer Energie pro Impuls zwischen
ungefähr 1 μJ und ungefähr 100 μJ
erzeugt. Wenn die Schichten 202, 204, 206 eine
kombinierte Dicke in einem Bereich zwischen ungefähr 8 μm
und ungefähr 12 μm aufweisen, wird der Laserstrahl 216 so
konfiguriert, dass er die Schichten 202, 204, 206 mit
einer Rate in einem Bereich zwischen ungefähr 200 mm/Sekunde
und ungefähr 1000 mm/Sekunde unter Verwendung von hohen
Impulswiederholungsfrequenzen durchschneidet.
-
In
bestimmten Ausführungsbeispielen liegt der Abstand zwischen
Impulsen in einem Bereich zwischen ungefähr 1 Nanosekunde
und ungefähr 10 Nanosekunden, um eine im Wesentlichen vollständige
Wärmeableitung zu ermöglichen. In anderen Ausführungsbeispielen
liegt der Abstand zwischen Impulsen in einem Bereich zwischen ungefähr
10 Nanosekunden und ungefähr 1 Mikrosekunde, um zu ermöglichen,
dass die Fahne des abgeschmolzenen Materials in einem ersten Impuls
sich zu einer ausreichend niedrigen Dichte ausbreitet, um mit einem
anschließenden Impuls nicht signifikant in Wechselwirkung
zu treten. In bestimmten solchen Ausführungsbeispielen
liegt die Impulswiederholungsfrequenz in einem Bereich zwischen
ungefähr 1 MHz und ungefähr 100 MHz. In anderen
Ausführungsbeispielen liegt die Impulswiederholungsfrequenz
in einem Bereich zwischen ungefähr 5,1 MHz und ungefähr
100 MHz. In einem anderen Ausführungsbeispiel liegt die Impulswiederholungsfrequenz
in einem Bereich zwischen ungefähr 50 kHz und ungefähr
4 MHz.
-
Bei
hohen Impulswiederholungsfrequenzen (z. B. oberhalb ungefähr
1 MHz und insbesondere oberhalb ungefähr 10 MHz) kann sich
restliche Impulsenergie in Form von Wärme anstauen, da
die abgegebene Energie nicht genügend Zeit hat, um sich zwischen
den Impulsen zu zerstreuen. Die kumulativen Effekte erhöhen
im Allgemeinen den Abschmelzwirkungsgrad und können auch
das Schmelzen verstärken. Das Schmelzen wird jedoch im
Allgemeinen auf den bestrahlten Bereich begrenzt und kann in der
Mitte des Einschnitts konzentriert werden. In Abhängigkeit
von der speziellen Anwendung kann das verstärkte Schmelzen
in der Mitte des Einschnitts die gewünschte Qualität
des Einschnitts erhöhen oder verringern.
-
In
einem beispielhaften Ausführungsbeispiel wird der Laserstrahl 216 unter
Verwendung eines DuettoTM-Lasers erzeugt,
der von Time-Bandwidth Products in Zürich, Schweiz, erhältlich
ist. Der DuettoTM-Laser weist eine Wellenlänge
von ungefähr 1064 nm, eine Impulswiederholungsfrequenz
in einem Bereich zwischen ungefähr 50 kHz und ungefähr
4 MHz, eine mittlere Leistung von ungefähr 10 W oder mehr, eine
Spitzenleistung von bis zu ungefähr 16 MW, eine Energie
pro Impuls von bis zu ungefähr 200 μJ und eine
Impulsbreite von bis zu ungefähr 12 Pikosekunden auf. Alternativ
wird der Laserstrahl 216 in einem weiteren beispielhaften
Ausführungsbeispiel unter Verwendung eines "RAPID"-Pikosekundenlasers
erzeugt, der von Lumera-Laser GmbH in Kaiserslautern, Deutschland,
erhältlich ist.
-
Oberwellen
des Lasers mit 1064 nm können auch verwendet werden, um
das Abschmelzen für spezielle Materialien zu verbessern.
Eine Wellenlänge von ungefähr 532 nm kann beispielsweise
verwendet werden, um Cu abzuschmelzen, eine Wellenlänge
von ungefähr 355 nm kann verwendet werden, um Si und bestimmte
Dielektrika mit niedrigem k abzuschmelzen, und eine Wellenlänge
von ungefähr 266 nm kann verwendet werden, um Glas abzuschmelzen.
In einem Ausführungsbeispiel wird die Wellenlänge
auf der Basis zumindest teilweise der jeweiligen Materialien und
relative Dicken der Schichten 202, 204, 206 und/oder
des Substrats 208 ausgewählt, um die Schneidgeschwindigkeit
zu steigern. Die Wellenlänge kann beispielsweise optimiert
werden, um vielmehr eine dicke Cu- Schicht als eine relativ dünne
dielektrische Schicht abzuschmelzen. In einem alternativen Ausführungsbeispiel
kann die Wellenlänge zwischen dem Abschmelzen von einer
oder mehreren der Schichten 202, 204, 206 und/oder
des Substrats 208 verändert werden. Ein Fachmann
wird auch erkennen, dass die Verwendung der Oberwellen auch die
Fähigkeit verbessert, den Laserstrahl zu fokussieren, da
das Fokussieren von der Wellenlänge abhängt.
-
Um
die Schichten 202, 204, 206 zu ritzen, wird
gemäß einem Ausführungsbeispiel die Fluenz jedes
Laserimpulses auf oder über die höchste Abschmelzschwelle
im Stapel von Schichten 202, 204, 206 für
eine gegebene Wellenlänge, Impulsenergie und Impulsdauer
gesetzt. In einem Ausführungsbeispiel wird die Fluenz jedes
Laserimpulses in einen Bereich zwischen ungefähr ein- und
zehnmal der höchsten Abschmelzschwelle in dem Stapel gesetzt. In
einem weiteren Ausführungsbeispiel wird die Fluenz jedes
Laserimpulses in einen Bereich zwischen ungefähr ein- und
fünfmal der höchsten Abschmelzschwelle im Stapel
gesetzt.
-
Es
kann beispielsweise festgestellt werden, dass die dritte Schicht 206 eine
höhere Abschmelzschwelle aufweist als die erste und die
zweite Schicht 202, 204. Folglich stellt unter
Verwendung von kurzen Impulsen im Pikosekundenbereich das Festlegen
der Fluenz der Laserimpulse so, dass die dritte Schicht 206 abgeschmolzen
wird, auch das Abschmelzen der ersten und der zweiten Schicht 202, 204 bereit.
In einem beispielhaften Ausführungsbeispiel wird die Fluenz
auf ungefähr 1,5-mal die höchste Abschmelzschwelle
in dem Stapel gesetzt. Wenn beispielsweise die dritte Schicht 206 eine
Abschmelzschwelle von ungefähr 10 J/cm2 bei
einer Impulsbreite von ungefähr 10 Pikosekunden aufweist, wird
der Laserstrahl 216 so konfiguriert, dass er Impulse mit
ungefähr 20 μJ mit einer Fleckgröße
von ungefähr 10 μm erzeugt, um eine Fluenz in
einem Bereich zwischen ungefähr 15 μJ/cm2 und ungefähr 20 μJ/cm2 zu erreichen.
-
Ein
Fachmann wird erkennen, dass mehr Schichten oder weniger Schichten
während des Laserritzprozesses abgeschmolzen oder teilweise
abgeschmolzen werden können. Der Laserstrahl 216 kann
beispielsweise so konfiguriert werden, dass er die oberen zwei Schichten 202, 204 abschmilzt,
ohne die dritte Schicht 206 abzuschmelzen. Wie in 2C dargestellt,
kann der Laserstrahl 214 alternativ so konfiguriert werden,
dass er die Schichten 202, 204, 206 und
das Substrat 208 durchschneidet, um die Bereiche 210, 212 mit
aktiven Bauelementen vollständig voneinander zu trennen
(z. B. zertrennen). In bestimmten Ausführungsbeispielen
werden Siliziumsubstrate mit einer Dicke in einem Bereich zwischen ungefähr
10 μm und ungefähr 760 μm unter Verwendung
eines Laserschneidprozesses durchgeschnitten. Fachleute werden aus
der Offenbarung hierin erkennen, dass andere Substratdicken gemäß den hierin
beschriebenen Verfahren auch durchgeschnitten werden können.
-
Wie
in 2A und 2B gezeigt,
wird jedoch in einem Ausführungsbeispiel das Werkstück 200 geritzt,
um zumindest einen Teil der Schichten 202, 204, 206 im
Graben 214 zu entfernen. Das Werkstück 200 kann
dann entlang des Einschnittweges 218 mechanisch gebrochen
oder mechanisch gesägt werden, um den Zertrennprozess zu
vollenden. Folglich können Materialien, die durch die Säge beschädigt
werden können und/oder die die Säge beschädigen
können, wie z. B. Dielektrika mit niedrigem k oder Teststrukturen,
vor dem Sägen entfernt werden. In einem Ausführungsbeispiel
folgt die Säge dem Einschnitt 218, um die Schichten 202, 204, 206 nicht
zu berühren. Vorteilhafterweise werden das Einreißen
und die Überbleibsel verringert, die Chipbruchfestigkeit
wird erhöht und die Gesamtausbeute wird verbessert.
-
3A ist
eine perspektivische Ansicht eines Werkstücks 300,
das gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel
der Erfindung geschnitten wird. Das Werkstück 300 umfasst
Schichten 302, 304, die über einem Substrat 306 ausgebildet
sind. Wie vorstehend erörtert, können die Schichten 302, 304 beispielsweise
Materialien wie z. B. Cu, Al, SiC2, SiN, Fluorsilikatglas
(FSG), Organosilikatglas (OSG), SiOC, SiOCN und andere Materialien,
die bei der IC-Herstellung verwendet werden, umfassen. Das Substrat 306 kann
beispielsweise Si, FR4, Glas, Polymer, Metall, Verbundmaterial und
andere Materialien, die bei der IC-Herstellung verwendet werden, umfassen.
-
3B ist
ein Seitenansichtsdiagramm des in 3A gezeigten
Werkstücks 300. Wie gezeigt, ist eine elektronische
Schaltungsanordnung in Bereichen 308, 310 für
aktive Bauelemente ausgebildet, die durch einen Graben 312 voneinander
getrennt sind. In diesem Beispiel wird das Werkstück 300 derart
geritzt, dass die Lasereinschnitte 314, 316 unter Verwendung
der hierin beschriebenen Laserparameter auf beiden Seiten des Grabens 312 ausgebildet werden.
In einem Ausführungsbeispiel sind die Lasereinschnitte 314, 316 jeweils
in einem Bereich zwischen ungefähr 5 μm und ungefähr
10 μm breit. Wie in 3A und 3B gezeigt,
erstrecken sich die Lasereinschnitte 308, 310 in
bestimmten Ausführungsbeispielen in das Substrat 306.
In anderen Ausführungsbeispielen entfernen jedoch die Lasereinschnitte 308, 310 Material
nur in einer oder beiden der Schichten 302, 304.
-
Die
Laserritzen 314, 316 wirken als "Rissanschläge"
oder physikalische Barrieren für Wärme und mechanische
Beanspruchung während der weiteren Bearbeitung. Folglich
sehen die Laserritzen 314, 316 eine mechanische
Trennung und thermische Trennung zwischen dem Graben 312 und
den Bereichen 308, 310 mit aktiven Bauelementen
vor. Nach dem Erzeugen der Laserritzlinien 314, 316 unter
Verwendung der hierin beschriebenen Laserabschmelzverfahren kann
der Graben 312 beispielsweise mechanisch gesägt
werden, um die Bereiche 308, 310 mit aktiven Bauelementen
zu zertrennen. Die rauen Effekte des Sägens des Grabens 312 breiten
sich nicht zu den Bereichen 308, 310 mit aktiven
Bauelementen aus, so dass das Einreißen und Absplittern,
die mit dem mechanischen Sägen verbunden sind, in diesen Bereichen
verringert oder beseitigt werden.
-
Wie
vorstehend erörtert, wird der Laserstrahl 216,
der in 2A gezeigt ist, in bestimmten
Ausführungsbeispielen so geformt, dass die Qualität
des Seitenwandprofils des Einschnitts erhöht wird und die
Beschädigung am Substrat 208 verringert oder verhindert
wird. 4 stellt graphisch den Unterschied zwischen einem
Strahlungsdichteprofil 402 eines vereinfachten gaußförmigen
Strahls und einem Strahlungsdichteprofil 404 eines vereinfachten
geformten Strahls dar. Die Mitte des Strahlungsdichteprofils 402 des
gaußförmigen Strahls ist viel größer als
die Verdampfungsschwelle 406 und die Schmelzschwelle 408 im Vergleich
zum Strahlungsdichteprofil 404 des geformten Strahls. Folglich
bringt der gaußförmige Strahl eine größere
Menge an übermäßiger Energie in das Zielmaterial
ein, insbesondere in der Mitte des Strahls.
-
Ferner
ist die Steigung des Strahlungsdichteprofils 402 des gaußförmigen
Strahls zwischen der Schmelzschwelle 408 und der Verdampfungsschwelle
geringer als jene des Strahlungsdichteprofils 404 des geformten
Strahls. Folglich erzeugt der gaußförmige Strahl
eine breitere umgeformte Oxidschicht, da ein breiterer Bereich von
Material geschmolzen, aber nicht verdampft wird. Die Pfeile 410 stellen
beispielsweise die Breite der durch den gaußförmigen
Strahl erzeugten umgeformten Oxidschicht dar, während die
Pfeile 412 die Breite der durch den geformten Strahl erzeugten
umgeformten Oxidschicht darstellen. Aufgrund der schnellen Steigung
des Strahlungsdichteprofils 404 des geformten Strahls zwischen
der Schmelzschwelle 408 und der Verdampfungsschwelle 406 erzeugt
der geformte Strahl eine schmälere umgeformte Oxidschicht.
-
5A–5C stellen
graphisch die Differenz zwischen den Strahlquerschnittsprofilen
dar. 5A zeigt ein gaußförmiges Querschnittsprofil 510. 5B–5C zeigen
"Zylinder"-förmige Querschnittsprofile. 5B zeigt
ein quadratisches Querschnittsprofil 512 und 5C zeigt
ein rundes Querschnittsprofil 514.
-
Die
US-Patente Nm. 6 433 301 und
6 791 060 von Dunsky et
al. offenbaren Systeme und Verfahren zur Strahlformung gemäß bestimmten
Ausführungsbeispielen.
6A–
6D zeigen
beispielhafte im Wesentlichen gleichmäßige Strahlungsdichteprofile,
die durch einen gaußförmigen Strahl erzeugt werden,
der sich durch ein optisches Beugungselement (DOE) ausbreitet, wie
im
US-Pat. Nr. 5 864 430 beschrieben.
6A–
6D zeigen
"Zylinder"-förmige Strahlen.
6A–
6C zeigen
quadratische Strahlungsdichteprofile und
6D zeigt ein
zylindrisches Strahlungsdichteprofil. Das Strahlungsdichteprofil
von
6C ist "invertiert", wobei es eine höhere
Intensität an seinen Kanten als in Richtung seiner Mitte
zeigt. Strahlformungskomponenten können so ausgewählt
werden, dass Impulse mit einem invertierten Strahlungsdichteprofil,
das in
6C gezeigt ist, erzeugt werden,
welches außerhalb der gestrichelten Linien
610 beschnitten
wird, um das Abschmelzen zu erleichtern, um die Einschnittverjüngung
weiter zu verbessern. Fachleute werden erkennen, dass Strahlformungskomponenten
so entworfen werden können, dass eine Vielfalt von weiteren
Strahlungsdichteprofilen geliefert wird, die für spezielle
Anwendungen nützlich sein könnten.
-
7 ist
eine Elektronenmikrophotographie eines Einschnitts 700,
der durch Verbindungsschichten und dielektrische Schichten 702 mit
niedrigem k geritzt ist. Der Einschnitt 700 ist ungefähr
35 μm breit und wurde unter Verwendung eines Lasers mit
einer Wellenlänge von ungefähr 355 nm geritzt.
Wie hierin beschrieben, wurden eine kurze Impulsbreite (z. B. im
Pikosekundenbereich) und eine schnelle Impulsratenfrequenz verwendet,
um eine Abschmelzung mit niedriger Fluenz bei hohen Geschwindigkeiten
zu erreichen. Der Einschnitt 700 wurde mit einer Geschwindigkeit
von über 500 mm/s mit einem "Zylinder"-förmigen
Strahl geritzt. Die Strahlformung stellt einen Einschnittboden,
der im Wesentlichen flach ist, und Seiten, die im Wesentlichen vertikal
und gut definiert sind, bereit. Ferner besteht im Wesentlichen kein
Absplittern oder Einreißen.
-
In
bestimmten hierin offenbarten Ausführungsbeispielen kann
das Ritzen unter Verwendung eines einzelnen Laserdurchgangs durchgeführt
werden. In bestimmten anderen Ausführungsbeispielen reicht
jedoch die Menge an pro Impuls entferntem Material nicht aus, um
die gewünschte Ritztiefe in einem Laserdurchgang zu erzielen.
In bestimmten derartigen Ausführungsbeispielen wird jede
Stelle in der Ritzlinie mehreren Impulsen ausgesetzt, um die gewünschte
Materialentfernung zu erzielen. In einem solchen Ausführungsbeispiel
wird das Material Impulsen ausgesetzt, die in der Richtung eines
Schnitts überlappen.
-
8 stellt
beispielsweise schematisch das fortlaufende Aussetzen eines Werkstücks 800 Laserimpulsen
in der Richtung eines Schnitts dar. Jeder Impuls schmilzt eine bestimmte
Fleckgröße 802 in eine Impulsabschmelztiefe
ab. Um eine Gesamtabschmelztiefe zu erreichen, weisen aufeinander
folgende Impulse einen Überlappungsversatz oder eine Angriffsgröße 804 in
der Richtung des Schnitts auf. Ein erster Impuls entfernt beispielsweise
Material in einem ersten Bereich 806. Dann entfernt ein
zweiter Impuls, der in der Richtung des Schnitts (z. B. nach links
in 8) verschoben ist, zusätzliches Material von
einem zweiten Bereich 808 und einem dritten Bereich 808'.
Die Breite des zweiten Bereichs 808 und des dritten Bereichs 808' (wenn
sie kombiniert sind), ist dieselbe wie die Breite des ersten Bereichs 806 (z. B.
die Fleckgröße 802). Der zweite Bereich 808 liegt auf
der Seite des ersten Bereichs 806 in der Richtung des Schnitts
und weist eine Breite gleich der Angriffsgröße 804 auf.
Der dritte Bereich 808' liegt unter einem Teil des ersten
Bereichs 806. Folglich nimmt die gesamte Abschmelztiefe
vom ersten Impuls zum zweiten Impuls zu.
-
Der
Ritzprozess fährt fort, wenn zusätzliche Impulse
nacheinander auf das Werkstück 800 in der Richtung
des Schnitts aufgebracht werden. Die Gesamttiefe des Schnitts nimmt
mit jedem Impuls zu, bis eine gewünschte Tiefe 810 erreicht
ist. Nachdem die gewünschte Tiefe 810 erreicht
ist, entfernen zusätzliche Impulse weiterhin Material in
der Richtung des Schnitts, ohne die Gesamttiefe über die
gewünschte Tiefe 810 hinaus zu erhöhen.
Für eine gegebene Fleckgröße 802 definiert
die Angriffsgröße 804 die gewünschte
Tiefe 810. Die gewünschte Tiefe 810 ist gleich
der Impulsabschmelztiefe eines einzelnen Impulses, multipliziert
mit dem Verhältnis der Fleckgröße 802 zur
Angriffsgröße 804. Für das in 8 gezeigte
Beispiel ist die Angriffsgröße 804 ungefähr
ein Siebtel der Größe der Fleckgröße 802.
Folglich ist die gewünschte Tiefe 810 siebenmal
die Impulsabschmelztiefe eines einzelnen Impulses (und wird nach
sieben Impulsen zu ersten Mal erreicht).
-
In
einem Ausführungsbeispiel wird die Schneidgeschwindigkeit
gesteuert, indem zuerst die Impulsdauer ausgewählt wird,
wie vorstehend erörtert, um die Schwelle der Abschmelzung
zu verringern. In bestimmten Ausführungsbeispielen wird
vorteilhafterweise eine Impulsbreite ausgewählt, die im Wesentlichen
die niedrigste Abschmelzschwelle für das Zielmaterial oder
die Zielmaterialien bereitstellt. Dann wird die Fleckgröße
ausgewählt, um die gewünschte Fluenz für
eine ausgewählte Energie pro Impuls vorzusehen. Auf der
Basis der Einzelimpuls-Abschmelztiefe wird dann die Angriffsgröße ausgewählt,
um die Gesamtabschmelztiefe bereitzustellen. Wie vorstehend erörtert,
wird dann die Impulswiederholungsfrequenz ausgewählt, um
die Schneidgeschwindigkeit zu erhöhen. In bestimmten Ausführungsbeispielen
werden niedrigere Impulswiederholungsfrequenzen (z. B. ungefähr
70 kHz) mit hohen Impulsenergien (z. B. ungefähr 50 μJ
bis ungefähr 100 μJ) verwendet, um mit einer niedrigen
Fluenz und einer hohen Geschwindigkeit abzuschmelzen, indem das
Seitenverhältnis des Laserflecks von symmetrisch (z. B.
kreisförmig) in asymmetrisch (z. B. elliptisch oder rechteckig)
geändert wird, um die Energie der Impulse in der Richtung
des Schnitts zu verteilen. Anstelle des Fokussierens der Energie
auf einen kleinen kreisförmigen Fleck breitet folglich
ein elliptischer oder rechteckiger Fleck die Energie jedes Impulses
aus, um die Fluenz zu verringern, während Material in der
Richtung des Schnitts entfernt wird. Ein geformter, rechteckiger
Strahl kann beispielsweise derart konfiguriert werden, dass die
längere Abmessung des Rechtecks in der Richtung des Schnitts liegt.
-
Obwohl
die obigen Ausführungsbeispiele in Bezug auf das Vereinzeln
von Halbleiterwafern beschrieben wurden, werden Fachleute andere
Anwendungen wie z. B. Speicherreparatur oder Lasermikrobearbeitung
erkennen. 9 ist beispielsweise eine Elektronenmikrophotographie
eines mikrobearbeiteten Musters 900 in einem Halbleitermaterial
unter Verwendung der vorstehend beschriebenen Laserabschmelzverfahren.
Das beispielhafte Muster 900 umfasst Gräben 902,
die ungefähr 51 μm breit sind und in einem präzisen
Muster geschnitten sind. Die Gräben 902 weisen
im Wesentlichen flache Böden und gut definierte Seitenwände
auf. Ferner ist der Abstand 904 zwischen den Gräben
nicht größer als ungefähr 25 μm.
-
Fachleute
werden aus der Offenbarung hierin erkennen, dass andere Muster und
präzisere Schnitte auch erreicht werden können. 10 ist
beispielsweise eine Elektronenmikrophotographie eines mikrobearbeiteten
Musters 1000 in einem Halbleitermaterial unter Verwendung
der vorstehend beschriebenen Laserabschmelzverfahren. Das beispielhafte Muster 1000 umfasst
Gräben 1002, die ungefähr 50 μm
breit sind und die an einigen Stellen 1004 um ungefähr
10 μm breite Abstände getrennt sind.
-
In 7, 8 und 9 kann
beobachtet werden, dass im Wesentlichen kein Absplittern, Einreißen
oder Verunreinigen besteht. In bestimmten Ausführungsbeispielen
kann eine gewisse Reinigung erwünscht sein, um kleine Mengen
an Überbleibseln zu entfernen. Herkömmliche Verfahren
mit Hochdruckwasser oder durch "Sandstrahlen" mit festem CO2 können beispielsweise nach dem
Laserabschmelzen verwendet werden, um Partikel oder Überbleibsel
zu entfernen. Die hierin erörterten Abschmelzprozesse sind
jedoch im Allgemeinen sauberer als herkömmliche Laser-
oder mechanische Sägeschneidverfahren und erfordern weniger
Reinigung als herkömmliche Prozesse oder überhaupt keine
Reinigung. Folglich ist ein zusätzlicher seitlicher Abstand
zwischen Bauelementen auf einem Wafer nicht erforderlich, um sich
auf den Zertrennprozess einzustellen. Aufgrund der mit kurzen Wellenlängen
verwendeten niedrigen Fluenz bestehen ferner weniger Probleme mit
von Wärme betroffenen Zonen, Einreißen, Ablösen
und Absplittern. Folglich werden höhere Chipbruchfestigkeiten
und Gesamtprozessausbeuten erzielt.
-
Für
Fachleute wird es offensichtlich sein, dass viele Änderungen
an den Details der vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiele
vorgenommen werden können, ohne von den zugrunde liegenden
Prinzipien der Erfindung abzuweichen. Der Schutzbereich der vorliegenden
Erfindung sollte daher nur durch die folgenden Ansprüche
bestimmt werden.
-
Zusammenfassung
-
Systeme
und Verfahren zum Ritzen von Wafern (200) mit kurzen Laserimpulsen
werden bereitgestellt, um die Abschmelzschwelle eines Zielmaterials
zu verringern. In einem Stapel von Materialschichten (202, 204, 206, 208)
wird eine minimale Laserabschmelzschwelle auf der Basis der Laserimpulsbreite
für jede der Schichten (202, 204, 206, 208) bestimmt.
Die höchste der minimalen Laserabschmelzschwellen wird
ausgewählt und ein Strahl (216) von einem oder
mehreren Laserimpulsen wird mit einer Fluenz in einem Bereich zwischen
der ausgewählten Laserabschmelzschwelle und ungefähr zehnmal
der ausgewählten Laserabschmelzschwelle erzeugt. In einem
Ausführungsbeispiel wird eine Laserimpulsbreite in einem
Bereich von ungefähr 0,1 Pikosekunden bis ungefähr
1000 Pikosekunden verwendet. Außerdem oder in anderen Ausführungsbeispielen
wird eine hohe Impulswiederholungsfrequenz ausgewählt,
um die Ritzgeschwindigkeit zu erhöhen. In einem Ausführungsbeispiel
liegt die Impulswiederholungsfrequenz in einem Bereich zwischen
ungefähr 100 kHz und ungefähr 100 MHz.
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
Diese Liste
der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert
erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information
des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen
Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt
keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
-
Zitierte Patentliteratur
-
- - US 5656186 [0027]
- - US 6433301 [0053]
- - US 6791060 [0053]
- - US 5864430 [0053]