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Gebiet der vorliegenden Erfindung
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Die vorliegende Erfindung betrifft die Herstellung integrierter Schaltungen (IC's). Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung einen Prozess zur Reduzierung kritischer Abmessungen (CD) bei der Herstellung integrierter Schaltungselemente.
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Hintergrund der Erfindung
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Halbleiterbauelemente oder integrierte Schaltungen (IC's) können Millionen von Bauelementen, etwa Transistoren, enthalten. Integrierte Schaltungen mit sehr hoher Packungsdichte (ULSI) können komplementäre Metalloxidhalbleiter- (CMOS) Feldeffekttransistoren (FET) aufweisen. Trotz der Fähigkeit konventioneller Systeme und Prozesse, die Herstellung Millionen von Bauelementen auf einem IC zu ermöglichen, besteht dennoch ein Bedarf, die Größe von IC-Strukturelementen zu reduzieren und damit die Anzahl der einzelnen Bauelement auf einem IC zu erhöhen.
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Eine Begrenzung für die Größenreduzierung kritischer Abmessungen von IC's ist die konventionelle Lithographie. Im Allgemeinen bezeichnet die Projektionslithographie Prozesse, um ein Muster von einem Medium auf ein anderes Medium zu übertragen. Gemäß der konventionellen Projektionslithographie wird eine Siliziumscheiben, d. h. der Wafer, gleichmäßig mit einer strahlungsempfindlichen Schicht oder Beschichtung, d. h. dem Photolack, versehen. Eine Belichtungsquelle belichtet ausgewählte Bereiche der Oberfläche durch eine dazwischen liegende übergeordnete Schablone, d. h. die Maske oder das Retikel, das ein spezielles Muster aufweist. Die Strahlung kann Licht sein, etwa Ultraviolettlicht, vakuum-ultraviolettes (VUV) Licht oder Licht im tiefen Ultraviolettbereich. Die Strahlung kann auch eine Röntgenstrahlung, ein Elektronenstrahl, und dergleichen sein.
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Die übliche Art, kritische Abmessungen zu verringern, beruht auf Verbesserungen des Lithographieprozesses. Derartige Verbesserungen können zeitaufwendig und teuer sein, und fordern häufig neue teuere Anlagen. Selbst wenn eine Verbesserung im lithographischen Prozess möglich ist, wird eine Verringerung der lithographischen CD von einer Zunahme der Defektdichten begleitet.
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Die
US 2005/0056823 A1 offenbart ein Verfahren zum Mustern von Merkmalen in Halbleiterbauteilen, wobei kritische Abmessungen von Merkmalen während des Ätzens eines ARC-Materials verringert werden. Eine Plasmaätzung mit CH
3F wird beschrieben.
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Die
US 6,514,867 B1 offenbart ein Verfahren zur Ausbildung von Grabenleitungen mit schmalen kritischen Abmessungen durch Ätzen einer Hartmaske mithilfe einer Cl
2/HBr-Chemie.
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In der
US 5,753,418 A wird ein Ätzprozess eines ARC-Materials derart, dass eine abgeschrägte Basis resultiert, beschrieben, in dem Kohlenstoff-Tetrachlorid und Argon Verwendung finden.
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In der
US 6,028,001 A wird ein Verfahren zur Herstellung von Kontaktdurchgängen durch Ätzen einer unorganischen Isolierschicht und das Ausbilden eines Polymers auf den geätzten Seitenwänden beschrieben.
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Die
US 6,579,808 B2 lehrt ein Verfahren zur Herstellung eines Halbleiterbauteils, in dem ein organisches ARC-Material mithilfe von SO
2 und He geätzt wird und ein Polymer aufgrund einer Reaktion mit freien durch das Ätzen erzeugten Teilchen ausgeformt wird.
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In der
KR 2002-0046478 A wird das Mustern einer ARC-Schicht mithilfe eines Cl
2-Gases von 50–300 sccm beschrieben.
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Gemäß einem konventionellen nicht-lithographischen Vorgang zur Verringerung von CD's (kritische Abmessungen) werden Maskenschichten einem Ätzprozess für Abstandshalter unterzogen, um lithographische Strukturen zu reduzieren. Diese Prozesse zur Ätzung von Abstandshaltern verwenden für gewöhnlich Abstandshaltermaterialien, die aus Oxidmaterial oder Nitridmaterial aufgebaut sind. Die Abstandshaltermaterialien werden typischerweise abgeschieden und um entsprechende Materialschichten herum geätzt, etwa bei Polysiliziumgates oder Nitrid/Oxid-Hartmasken. Konventioneller Weise wird eine antireflektierende Beschichtung (ARC) unterhalb des Photolackmaterials oder der Hartmaske vorgesehen, um die Reflektivität zu reduzieren und um dabei Einkerbungen im Photolack, das Anheben des Lacks und eine Streuung der kritischen Abmessung des gewonnenen Musters zu reduzieren. Im Allgemeinen ist die ARC-(organisch oder anorganisch)Schicht eine relativ dünne Schicht, die nicht als eine Hartmaske verwendet wird, da sie zu dünn ist und keine Flexibilität in der Dicke auf Grund der optischen Entwurfsparameter zulässt. Konventionelle Prozesse zum Ätzen von Abstandshalter werden nicht mit organischen ARC-Schichten kombiniert auf Grund von Problemen hinsichtlich der Materialinkompatibilität, die bei Oxid- und Nitridabstandshalterprozessen auftreten.
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Es besteht daher ein Bedarf, CD-Strukturelemente unter Anwendung nicht konventioneller Polymerisierungsätztechniken zu verkleinern. Ferner besteht ein Bedarf für einen Prozess zur Herstellung kleinerer CD-Abmessungen, wobei eine ARC-Schicht geätzt wird. Ferner besteht ein Bedarf für einen organischen ARC-Prozess, in welchem die CD-Größe durch Ätzen reduziert wird. Des weiteren gibt es einen Bedarf für ein Ätzrezept, das in wirksamer Weise die CD-Größe von ARC-Strukturelementen verringert. Zusätzlich gibt es einen Bedarf, die CD oder die endgültig inspizierte kritische Abmessung (FICD) eines organischen Polymerabstandshaltermaterials zu verringern, indem ein polymerisierender Gaszusatz für einen etablierten organischen ARC-Ätzprozess verwendet wird.
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Überblick über die Erfindung
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Eine beispielhafte erfindungsgemäße Ausführungsform betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer integrierten Schaltung. Das Verfahren umfasst das Bereitstellen einer organischen antireflektierenden Beschichtung über einem Substrat, das Bereitstellen einer Photolackschicht über der organischen antireflektierenden Beschichtung und das Strukturieren des Photolacks. Das Verfahren umfasst ferner das Strukturieren der Photolackschicht und Entfernen der antireflektierenden Beschichtung gemäß der strukturierten Photolackschicht, wobei in dem Schritt des Entfernens eine Gasmischung aus 75 CF4/25 HBr und einem polymerisierenden Gas, das zumindest entweder CH2F2 oder CH3F enthält, verwendet wird, um ein Strukturelement in der antireflektierenden Beschichtung zu bilden, das eine reduzierte kritische Abmessung aufweist.
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Kurze Beschreibung der Zeichnungen
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Im Folgenden werden die beispielhaften Ausführungsformen mit Bezug zu den begleitenden Zeichnungen beschrieben, in denen gleiche Bezugszeichen gleiche Elemente benennen, und in denen:
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1 eine allgemeine schematische Blockansicht eines Ätzsystems zum Bearbeiten einer integrierten Schaltungsscheibe gemäß einer anschaulichen Ausführungsform ist;
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2 eine Flussdarstellung ist, die einen Ätzprozess für eine antireflektierende Beschichtung bei einem Substrat oder einer Schicht über einem Substrat darstellt;
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3 eine schematische Querschnittsansicht des in 1 gezeigten Substrats ist, wobei ein Abscheideschritt für eine antireflektierende Beschichtung gemäß einer anschaulichen Ausführungsform des in 2 gezeigten Prozesses dargestellt ist;
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4 eine schematische Querschnittsansicht des in 3 gezeigten Substrats ist, wobei ein Schritt zum Aufbringen einer Photolackschicht gemäß einer beispielhaften Ausführungsform des in 2 gezeigten Prozesses gezeigt ist;
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5 eine schematische Querschnittsansicht des in 4 dargestellten Substrats ist, wobei ein Schritt zum Strukturieren des Photolacks gemäß einer anschaulichen Ausführungsform des in 2 dargestellten Prozesses gezeigt ist;
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6 eine schematische Querschnittsansicht des in 5 gezeigten Substrats ist, wobei das Ätzen der antireflektierenden Beschichtung gemäß einer anschaulichen Ausführungsform des in 2 gezeigten Prozesses dargestellt ist;
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7 eine schematische Querschnittsansicht des in 6 gezeigten Substrats ist, wobei das Aufwachsen auf lateralen Seitenwänden der antireflektierenden Beschichtung gemäß einer anschaulichen Ausführungsform des in 2 gezeigten Prozesses dargestellt ist;
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8 eine schematische Querschnittsansicht des in 7 gezeigten Substrats ist, wobei ein Ätzschritt für eine Schicht gemäß einer anschaulichen Ausführungsform des 2 gezeigten Prozess dargestellt ist;
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9 eine schematische Querschnittsansicht des in 1 gezeigten Substrats ist, wobei ein Ätzschritt für das Substrat gemäß einer beispielhaften Ausführungsform des in 2 dargestellten Prozesses gezeigt ist; und
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10 ein schematische Querschnittsansicht des in 1 dargestellten Substrats ist, wobei ein Ätzschritt für eine Leitung gemäß einer beispielhaften Ausführungsform des in 2 dargestellten Prozesses gezeigt ist.
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Detaillierte Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen
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In 1 ist ein Substrat 12 in einem Ätzsystem 10 gezeigt. Das Substrat 12 kann ein Halbleitersubstrat, etwa ein Siliziumsubstrat, ein Galliumarsenidsubstrat, ein Germaniumsubstrat oder ein anderes Substratmaterial sein. Das Substrat 12 kann darauf eine oder mehrere Materialschichten aufweisen. Die Schichten können isolierende Schichten, leitende Schichten, Barrierenschichten oder andere Materialschichten sein, die unter Anwendung des hierin beschriebenen Prozesses zu ätzen oder selektiv zu entfernen sind.
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Das Substrat 12 kann eine oder mehrere Materialschichten und/oder Strukturelemente, etwa Leitungen, Verbindungen, Kontaktdurchführungen, dotierte Bereiche, etc. aufweisen und kann des weiteren Bauelemente, etwa Transistoren, Mikroaktuatoren, Mikrosensoren, Kondensatoren, Widerstände, Dioden, etc. enthalten. Das Substrat 12 kann eine vollständige IC-Scheibe oder ein Teil einer IC-Scheibe sein. Das Substrat 12 kann ein Teil einer integrierten Schaltung, etwa ein Speicher, eine Verarbeitungseinheit, eine Eingabe/Ausgabe-Einrichtung, etc. sein. Das Ätzsystem 10 ist vorzugsweise ein Trockenätzsystem zur Erzeugung von Strukturelementen auf dem Substrat 12 oder von Schichten über dem Substrat 12 gemäß lithographischen Mustern. Das System 10 umfasst eine Kammer 50. In einer Ausführungsform ist das System 10 ein Plasmatrockenätzsystem, in welchem ein Plasma 26 zum Ätzen des Substrats 12 und/oder von Schichten über dem Substrat 12 (beispielsweise eine Schicht 52) verwendet wird. Die Kammer 50 umfasst einen oder mehrere Gaseinlässe 28 zur Aufnahme von Ätzgasen. Die Kammer 50 kann diverse Arten von Atmosphären enthalten. Vorzugsweise kann das System 10 diverse Gassorten bei ausgewählten Energien, Temperaturen, Drücken und Durchflussraten aufnehmen. Die Konfiguration des in 1 gezeigten Systems ist lediglich beispielhafter Natur.
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In einer Ausführungsform sind die Schichten über dem Substrat 12 eine dielektrische Schicht und eine Gateleiterschicht (etwa in Form der Schicht 52), die zur Herstellung eines Gatestapels verwendet werden. Die dielektrische Schicht kann ein Gateoxid sein und die Gateleiterschicht kann Polysilizium oder Metall aufweisen. Der Gatestapel wird unter Anwendung des nachfolgend beschriebenen Prozesses hergestellt. In einer weiteren Ausführungsform können die Schichten über dem Substrat 12 leitende Schichten für Leitungen oder Zwischenschichtdielektrika sein. Es können diverse integrierte Schaltungsstrukturelemente unter Anwendung des nachfolgend beschriebenen Verfahrens hergestellt werden.
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Das Substrat 12 und nachfolgende Materialschichten sind hierin nicht in einer beschränkenden Weise dargestellt. Die Prinzipien der vorliegenden Erfindung können auf ein beliebiges integriertes Schaltungssubstrat, eine Scheibe, eine Maskenschicht oder eine andere Schicht angewendet werden. Das Substrat 12 kann leitend, halbleitend oder isolierend sein.
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Eine Schicht eines lithographischen Materials, etwa eine Photolackschicht oder ein Photolackmaterial 16, wird abgeschieden oder aufgebracht über einer antireflektierenden Beschichtung (ARC) 19. Erfindungsgemäß ist die antireflektierende Beschichtung 19 ein organisches ARC-Material, das über der Schicht 54 und dem Substrat 12 vorgesehen wird. Die Schicht 54 wird vorzugsweise dotiert, implantiert oder geätzt gemäß den Schichten 16 und 19. Die Schicht 19 wird vorzugsweise als eine Maske für ein nachfolgendes Ätzen von Schichten auf dem Substrat 12 oder von Schichten über dem Substrat 12 (etwa die Schicht 14), sowie als eine Beschichtung für die optische Verbesserung der Auflösung durch das Reduzieren von Reflektionen verwendet. Die Dicke und die Materialien für die Schicht 19 können ausreichend dünn und so gewählt werden, dass dieses ohne Beeinträchtigung des Materials 16 geätzt werden kann, aber dennoch dick genug ist, um eine Steuerung der kritischen Abmessung zu ermöglichen und um dem Ätzen von Schichten unterhalb der Schicht 19 zu widerstehen.
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Das Photolackmaterial 16 kann eine Vielzahl von Photolackchemikalien aufweisen, die für lithographische Anwendungen geeignet sind. Das Material 16 kann aus einem Matrixmaterial oder Harz, einem senibelmachenden Material oder einem Inhibitor und einem Lösungsmittel aufgebaut sein. Das Photolackmaterial 16 ist vorzugsweise ein Photolack mit hohem Kontrast, kann jedoch alternativ auch ein Photolack mit geringem Kontrast sein.
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Das Photolackmaterial 16 wird beispielsweise durch Aufschleudern über der Schichtstruktur 14 abgeschieden. Das Material 16 kann mit einer Dicke von weniger als 0,5 μm vorgesehen werden. Vorzugsweise besitzt das Photolackmaterial 16 eine Dicke zwischen 0,1 und 0,05 μm. Ferner kann das Photolackmaterial 16 ein Positivlack oder ein Negativlack sein und kann auch ein Mehrschichtlackmaterial repräsentieren. Die Art und Struktur von Lithographie und Photolackmaterial 16 ist nur beispielhaft.
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Mit Bezug zu den 1 bis 10 wird ein beispielhafter zur Prozess zur Herstellung eines Gatestapels oder einer Gatestruktur wie folgt beschrieben. Gemäß 2 beschreibt ein Flussdiagramm 200 einen Prozess zur Herstellung eines Strukturelements mit reduzierter kritischer Abmessung (CD) in einer antireflektierenden Beschichtung (ARC). Der Prozess 200 stellt vorteilhafterweise eine Maske bereit, die geätzt werden kann, um eine Steuerung der Reduzierung kritischer Abmessungen zu ermöglichen. Der Prozess 200 vereinfacht die Herstellung und reduziert die Fertigungskosten und verbessert dennoch die Dichte. Der Prozess 200 verbessert die Genauigkeit, die mit kritischen Abmessungen verknüpft ist.
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Der Prozess ist vorteilhafterweise kompatibel mit der zunehmenden Forderung im Hinblick auf das ständige Verringern der CD durch Hinzufügen eines polymerisierenden Gaszusatzes zu einem standardmäßigen Ätzprozess für eine organische antireflektierende Beschichtung (ARC). Durch Hinzufügen von polymersierenden Gaszusätzen in der richtigen Menge kann eine deutliche Verringerung der kritischen Abmessungen nach der endgültigen Inspektion (FICD) erreicht werden, wobei dennoch vertikale organische ARC-Profile beibehalten werden. Das polymerisierende Mittel oder Gas kann als eine Gasmischung für eine konventionelle BARC-Ätzchemie an einer Einspeisanordnung 28 der Kammer 50 hinzugefügt werden.
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Die Verwendung eines polymerisierenden Ätzprozesses zur Verringerung der CD ist eine kostengünstigere, einfachere und zuverlässigere Lösung, da dies zusammen mit verfügbaren Anlagen unter Anwendung gut etablierter, weniger kostenintensiver Lithographieprozesstechnologie verwendet werden kann. Moderne Lithographieanlagen sind sehr kostenintensiv und Änderungen an der Anlage können zusätzliche Änderungen an den Prozess sowie eine zusätzliche Prüfung des Prozesses erfordern.
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Der Prozess 200 wird vorzugsweise angewendet, um Abstände (oder alternativ, Öffnungen, Gräben, etc.) zwischen Leitungen oder anderen Strukturelementen zu schaffen. In einer Ausführungsform sind die Abstände die Strukturelemente, die die kritische Abmessung besitzen. Die Abstände werden kleiner gemacht, indem Material an den Seitenwänden der ARC-Schicht 19 während des Ätzprozesses aufgewachsen wird. Die Anmelder haben überraschender Weise eine Möglichkeit gefunden, Material an lateralen Seitenwänden während des Ätzprozesses aufzuwachsen, wodurch die Abstände oder Löcher in dem Muster verringert werden, wobei gleichzeitig Material zur Erzeugung des Musters abgetragen wird.
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Der Prozess 200 kann für Bitleitungen, Gateleiter oder einen beliebigen Bereich verwendet werden, in welchem die ARC (beispielsweise die Schicht 19) verwendet wird. Der vorteilhafte Prozess 200 verringert die Abmessung des Zwischenraums (beispielsweise die Abmessung zwischen Leitungen, Leitern oder anderen Strukturen).
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In einer bevorzugten Ausführungsform wird in dem Prozess 200 ein Trockenätzprozess, etwa eine Plasmatrockenätzung unter Anwendung eines Ionenbeschusses, eingesetzt, um den Bereich der ARC-Schicht 19 zu entfernen, der nicht direkt unterhalb des Photolackmaterials 16 liegt. Ein während des Ätzprozesses verwendetes polymerisierendes Mittel bewirkt ein horizontales Aufwachsen der ARC-Schicht 19, wodurch die kritische Abmessung verringert wird.
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Das polymerisierende Mittel ist ein polymerisierendes Gas, das zumindest entweder CH3F oder CH2F2 enthält. In einer Ausführungsform wird der Durchfluss des polymerisierenden Gases genau gesteuert. Ein zu großer Durchfluss des polymerisierenden Gases führt zu einer Ätzstoppbedingung, wohingegen ein zu geringer Durchfluss des polymerisierenden Mittels zu lediglich einer sehr geringen Reduzierung der FICD führt. Die Anmelder haben herausgefunden, dass eine gewissenhafte Optimierung des polymerisierenden Mittels in einem organischen ARC-Ätzprozess zu einer Verringerung der CD von 10 bis 20 nm führen kann, wobei dennoch der vertikale organische ARC-Photolack beibehalten werden kann.
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Gemäß einer Ausführungsform führt ein Polymerisierungsmittel (CH3F bis 10 sccm), das einer konventionellen 75 CF4/25 HBr BARC-Ätzchemie entspricht, zu einer CD-Verringerung von 20 nm bei ursprünglich 90 nm. Die Verwendung des polymerisierenden Mittels führt zu vergleichbaren Defektdichten im Vergleich zu dem ursprünglichen BARC-Prozess ohne CH3F.
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Gemäß einem Beispiel haben die Anmelder erkannt, dass die Verwendung eines polymerisierenden Mittels aus CH3F bei einem konventionellen Ätzprozess für eine organische unten liegende antireflektierende Beschichtung (BARC) bei ungefähr 10 Standardkubikzentimeter pro Minute (sccm) (90% der Zuführungskapazität) zu einer Verringerung der CD von 20 nm führt. Die Anmelder fanden ferner heraus, dass die Beteiligung von 12 sccm des polymerisierenden Mittels zu einer CD-Verringerung von 30 nm führt. Die Anmelder fanden ferner heraus, dass das Integrieren von 15 sccm oder mehr in das Ausgangsmaterial zu einer Ätzstoppbedingung führt.
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Systembezogene Kriterien und Anwendungsparameter können die Optimierung der Bedingungen für das Einbringen des polymerisierenden Mittels beeinflussen. Beispielsweise ist der für das Erreichen eines geeigneten Durchgangs erforderliche Anteil an polymerisierendem Gas abhängig von den C/F-Verhältnis des ausgewählten polymerisierenden Mittels. Die Verwendung von CH2F2 anstelle von CH3F als ein polymerisierendes Gas führt zu einer geringeren CD-Reduzierung als Funktion des Anteils an zugeführtem Gas. Ferner können die Art des ARC-Materials, dessen Dicke, die Temperatur, der Druck und die Energiewerte die Bedingungen für das Einführen des polymerisierenden Mittels beeinflussen. Beispielsweise können höhere Temperaturen die Wachstumsrate auf der ARC-Schicht verringern, und ein höherer Druck kann die Wachstumsrate auf der ARC-Schicht erhöhen.
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Der Prozess 200 wird nachfolgend mit Bezug zu 2 detaillierter beschrieben. Im Schritt 202 wird eine antireflektierende Beschichtung (ARC), etwa die Schicht 19, über dem Substrat 12 abgeschieden. Die ARC-Schicht 21 ist eine organische ARC-Schicht, wie dies nachfolgend mit Bezug zu 3 erläutert ist. Wie zuvor dargelegt ist, können die Materialien und die Dicke der ARC-Schicht 19 so gewählt werden, dass geeignete optische Eigenschaften erreicht werden. Die Schicht 19 kann auch eine Verbindung oder eine zusammengesetzte Schicht aus diversen ARC-Schichten sein.
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Im Schritt 206 wird eine Photolackschicht über der ARC-Schicht (aus Schicht 19) aufgebacht. Die Photolackschicht kann das Photolackmaterial 16 (1) sein. Im Schritt 208 wird die Photolackschicht in einem Lithographiesystem strukturiert. Es kann dabei eine beliebige Strukturierungstechnik eingesetzt werden.
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Im Schritt 212 wird die ARC-Schicht 19 gemäß dem strukturierten Photolackmaterial 16 geätzt. Vorzugsweise wird die ARC-Schicht 19 entsprechend einer konventionellen ARC-Ätzchemie geätzt, wobei jedoch ein polymerisierendes Mittel der Gasmischung hinzugefügt wird. In einer Ausführungsform wird eine Trockenplasmaätzung mit einem polymerisierenden Mittel mit Kohlenstoff, Wasserstoff und Fluor eingesetzt. Die Verwendung des polymerisierenden Mittels in Verbindung mit dem Plasma führt zu einem horizontalen Wachstum auf lateralen Seitenwänden der Schicht 19. Das horizontale Wachstum verringert die kritische Abmessung, die mit dem Abstand des Musters in dem Photolackmaterial 16 verknüpft ist. Die ARC-Schicht 19 kann als Maske für die Herstellung integrierter Schaltungsstrukturen, etwa Gatestapel, Kontakten, Leitungen oder anderer IC-Strukturen verwendet werden. Vorzugsweise werden die Schichten 16 und 19 zusammen als eine Maske zum Ätzen von darunter liegenden Schichten oder Substraten eingesetzt.
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Im Schritt 214 wird die darunter liegende Schicht (die Schicht 52) oder das Substrat 12 unter Anwendung des Materials 16 und der Schicht 19 als Muster geätzt. Der Abstand wird auf Grund der Verwendung des polymerisierenden Mittels verringert. Die vorliegende Erfindung ist nicht auf eine spezielle Art einer IC-Struktur beschränkt, sofern dies nicht anders in den Ansprüchen dargelegt ist.
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Gemäß 3 enthält das Substrat 12 eine dielektrische Schicht 52 und eine Gateleiterschicht 54. Die Schichten 52 und 54 sind ein Stapel aus einer leitenden Schicht/dielektrischen Schicht für die Herstellung einer Gatestruktur. Die Schichten 52 und 54 können eine Vielzahl von Dicken repräsentieren und können aus einer Vielzahl von Materialien hergestellt werden. In einer Ausführungsform ist die Gateleiterschicht 54 eine 50 bis 200 nm dicke Polysiliziumschicht und die Schicht 52 ist eine 0,5 bis 2 nm dicke Siliziumdioxid- oder Siliziumnitridschicht. Die Schicht 54 kann durch chemische Dampfabscheidung (CVD) über der Schicht 52 aufgebracht werden. Die Schicht 52 kann über dem Substrat 10 aufgewachsen oder abgeschieden (CVD) werden.
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Alternativ können die Schichten 52 und 54 eine beliebige Art von Schichten sein, die in der IC-Herstellung eingesetzt werden. Die Schicht 52 und 54 sind lediglich Beispiele zusätzlicher Schichten, die über dem Substrat 12 vorgesehen sind. In einer weiteren Alternative wird die Schicht 9 über dem Substrat 12 vorgesehen und wird verwendet, um Strukturelemente in dem Substrat 12 zu bilden (9). In einer noch weiteren Ausführungsform wird die Schicht 19 über einer Metallschicht 82 vorgesehen und wird zur Herstellung von Leitungen eingesetzt.
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Eine antireflektierende Beschichtung 19 ist über der Schicht 54 (Schritt 202) des Prozesses 200 vorgesehen. Die antireflektierende Beschichtung 19 kann durch CVD abgeschieden werden. In einer Ausführungsform wird die Schicht 19 als eine 35 bis 40 nm dicke Schicht aus organischem ARC-Material (z. B. AR10 oder AR30) abgeschieden. Die Dicke der Schicht 19 wird entsprechend den optischen Parametern, mit der Lithographie verknüpft sind, ausgewählt.
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Gemäß 4 wird eine Schicht aus Photolackmaterial 16 über der Schicht 19 (Schritt 206 des Prozesses 200) aufgebracht. Das Material 16 kann durch Aufschleudern mit einer Dicke von 10 bis 5000 nm aufgebracht werden. Das Photolackmaterial 16 kann mittels diverser konventionellen Prozesse aufgebracht oder abgeschieden werden.
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Gemäß 5 ist das Photolackmaterial 16 so ausgebildet, dass es ein Strukturelement 56 gemäß einem konventionellen Lithographieprozess (Schritt 208 des Prozesses 200) aufweist. Der Lithographieprozess nutzt vorteilhafterweise die antireflektierenden Eigenschaften der Schicht 19.
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In einer Ausführungsform wird Strahlung eingesetzt, um das Strukturelement 56 in dem Material 16 zu strukturieren. Nach der Einwirkung der Strahlung wird das Material 16 entwickelt, so dass Strukturelemente 56 und 57 zurückbleiben. Die Strukturelemente 56 und 57 sind durch einen Abstand 59 getrennt.
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Gemäß 6 wird die Schicht 19 entsprechend mit dem Strukturelement 16 entfernt. Vorzugsweise wird ein Trockenätzprozess eingesetzt, um die Schicht 19 zu entfernen. In einer Ausführungsform wird ein Plasmatrockenätzprozess für das Material der Schicht 54 ausgeführt, wobei der Ätzprozess selektiv zu dem Material 19 ist. Vorzugsweise wird ein konventioneller BARC-Ätzprozess angewendet. Erfindungsgemäß wird eine Ätzchemie aus 75 CF4 25 HBR in einem Plasmaätzprozess eingesetzt. Des weiteren enthält die Gasmischung (Schritt 214 aus Prozess 200) ein polymerisierendes Gas, das zumindest entweder CH3F oder CH2F2 enthält.
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Wenn gemäß 7 die Schicht 19 entsprechend dem Material 16 geätzt wird, verringert der Trockenätzprozess, in welchem das polymerisierende Mittel enthalten ist, die kritische Abmessung des Abstands 59. Wie gezeigt, ist die Abmessung 69 kleiner als die Abmessung, die mit dem Abstand 59 verknüpft ist. Das Material 65 wird an den Seitenwänden 61 (6) der Schicht 19 zur Verringerung der Abmessung 69 aufgewachsen. Gemäß 8 wird die Schicht 54 entsprechend der Schicht 19 geätzt und enthält einen Abstand mit einer Abmessung, die mit der Abmessung 69 der Schicht 19 verknüpft ist (Schritt 214 des Prozesses 200).
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Gemäß 9 wird der Prozess 200 eingesetzt, um das Substrat 12 unter Anwendung des Abstands 69 zu ätzen. Gemäß dieser Ausführungsform ist die Schicht 19 direkt über dem Substrat 12 vorgesehen. In 10 wird in einer weiteren Ausführungsform der Prozess 200 angewendet, um eine Metallschicht 84 über einer dielektrischen Zwischenschicht 82 zu ätzen, die über einer weiteren Metallschicht 78 liegt. Eine Schicht 55 enthält Transistoren. Wie in dieser Anmeldung durchgängig erläutert ist, kann der Prozess 200 auf die Herstellung einer beliebigen Schaltungsstruktur angewendet werden, in der ein ARC-Material verwendet wird.
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Tabelle 1 zeigt nachfolgend Beispiele für unterschiedliche Prozessparameter für Ätzchemien der Schicht
19 in Bezug zu den dargestellten Ätzfaktoren. Tabelle 1 Beispiel
| | Druck A | Temperatur | Energie | Spannung | Chemie SCCM | Ergebnis | Ätzzeit |
| 1. | 15 mT | 40° | 300 WT | –325 V | 25 HBr/75 CF4 (kein polymerisierendes Mittel) | guter Endpunkt/FICD = 96 nm | 10,7 s |
| 2. | 15 mT | 40° | 300 WT | –325 V | 25 HBr/75 CF4/10 CH3F | guter Endpunkt/FICD = 79,1 nm | 20,0 s |
| 3. | 15 mT | 40° | 300 WT | –3125 V | 75 CF4/25 HBr/12 CH3F 8 THe | guter Endpunkt/FICD = 69 nm | 26,0 s |
| 4. | 15 mT | 40° | 300 WT | –325 V | 75 CF4/25 HBr/12 CH2F2/8 THe | guter Endpunkt/FICD = 82 nm | 16,3 s |
| 5. | 15 mT | 40° | 300 WT | –325 V | 75CF4/25 HBr/15 CH3F/8 THe | Ätzstopp | - |
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Wie in Tabelle 1 gezeigt ist, wird in den Beispielen 2 bis 5 ein polymerisierendes Mittel eingesetzt. Es wurde in jedem Beispiel das Plasma überwacht, um zu bestimmen, wenn eine Ätzstoppbedingung oder eine Endpunktbedingung erreicht wurde. Wenn eine Endpunktbedingung erreicht wurde, wurde die Reduzierung des Abstandes nach Möglichkeit ermittelt. Im Beispiel 1 betrug der Abstand im ursprünglichen Photolack 90 nm und wuchs auf 96 nm an. In dem Beispiel 2 verringerte sich der Abstand von 90 nm auf 79,1 nm, wodurch gezeigt ist, dass das polymerisierende Mittel für eine Abstandsverringerung von 10,9 nm verantwortlich ist. Im Beispiel 3 verringerte sich der Abstand von 90 nm auf 69 nm. Im Beispiel 4 verringert sich der Abstand von 90 nm auf 79,1 nm, wodurch gezeigt ist, dass das Ausmaß an CD-Verringerung durch das C/F-Verhältnis des verwendeten polymerisierenden Mittels moduliert werden kann. Im Beispiel 5 trat eine Ätzstoppbedingung auf, wodurch angezeigt wird, dass eine zu starke Polymerisierungsbedingung zu einer Ätzstoppbedingung führen kann.
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Zu beachten ist, dass obwohl die detaillierten Zeichnungen, die speziellen Beispiele, die Materialarten, die Dickenabmessungen, die Abmessungen und spezielle Werte, die angegeben sind, eine bevorzugte anschauliche Ausführungsform der vorliegenden Erfindung angeben, diese bevorzugte beispielhafte Ausführungsform lediglich zum Zwecke der Darstellung dient. Die Verfahren und Vorrichtungen der vorliegenden Erfindung sind nicht auf die genauen Details und der hierin offenbarten Bedingungen beschränkt. Obwohl beispielsweise spezielle Arten von ARC-Materialien und Ätzprozesse genannt sind, können andere Materialien und Prozessschritte eingesetzt werden. Es können diverse Änderungen an den hierin offenbarten Details durchgeführt werden, ohne von dem Grundgedanken der Erfindung abzuweichen, die durch die folgenden Patentansprüche definiert ist.