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TECHNISCHES GEBIET
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Diese
Erfindung betrifft die Behandlung von Abgas aus Benzin- und Diesel-Magermotoren,
um Stickstoffoxide (NOx) in Stickstoff umzuwandeln.
Genauer gesagt betrifft diese Erfindung eine Kohlenwasserstoff-unterstützte selektive
katalytische Reduktion von Stickstoffoxiden in dem sauerstoffreichen Abgas
unter Verwendung eines zweistufigen, stromaufwärts und stromabwärts wirkenden
Oxidations/Reduktions-Katalysereaktors.
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HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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Benzin-
und Diesel-Magermotoren werden für
eine verbesserte Kraftstoffwirtschaftlichkeit bei höheren Luft-zu-Kraftstoff-Massenverhältnissen (A/F-Massenverhältnissen)
als dem stöchiometrischen
betrieben. Derartige Magermotoren produzieren ein heißes Abgas
mit einem relativ hohen Gehalt an Sauerstoff und Stickstoffoxiden
(NOx). Die Temperatur des Abgases von einem
aufgewärmten
Dieselmotor liegt typischerweise in dem Bereich von 200°C bis 400°C und weist
eine charakteristische Zusammensetzung bezogen auf das Volumen von
ungefähr 10–17% Sauerstoff,
3% Kohlendioxid, 0,1% Kohlenmonoxid, 180 ppm Kohlenwasserstoffe,
235 ppm NOx und dem Rest Stickstoff und
Wasser auf. Diese NOx-Gase, die typischerweise
Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2)
umfassen, sind wegen des hohen Sauerstoffgehalts (O2-Gehalts)
und des Wassergehalts in dem heißen Abgasstrom schwierig zu
Stickstoff (N2) zu reduzieren.
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Da
die aus der Maschine kommenden Kohlenwasserstoffe in dem Dieselmaschinenabgas
nicht effektiv beim Reduzieren von NOx sind,
wurde vorgeschlagen, dem sauerstoffreichen Abgas gasförmige oder
verdampfbare Substanzen, wie zum Beispiel Ammoniak oder Harnstoff,
zuzufügen,
um Reaktionspartner für
die Umwandlung von NOx über einem geeigneten Katalysator
zur Verfügung
zu stellen. Das Verfahren wird selektive katalytische Reduktion (SCR)
von NOx genannt, und Katalysatoren, wie
zum Beispiel bestimmte mit unedlen Metallen ausgetauschte Zeolith-Katalysatoren,
wurden getestet, um diese schwierige Aufgabe der chemischen Reduktion zu
bewältigen.
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Die
Verwendung von Dieselkraftstoff- oder Benzinbestandteilen als Reduktionsmittel
für NOx wird als vorteilhaft angesehen, insbesondere
für Fahrzeuganwendungen,
weil diese Kraftstoffkomponenten-Kohlenwasserstoffe im Fahrzeug
untergebracht sind und ein kleiner Teil zur Einspritzung in den
Abgasstrom abgezweigt werden kann. Jedoch neigen sowohl die aus
der Maschine kommenden als auch die Kraftstoffkomponenten-Kohlenwasserstoffe dazu,
weniger reaktive und weniger selektive Reduktionsmittel für NOx zu sein als Ammoniak oder Harnstoff, was
eine höhere
Anspringtemperatur und eine unerwünschte Kohlenwasserstoffverbrennung
(vollständige
Oxidation) zur Folge hat. Bei der Kohlenwasserstoffunterstützten SCR
wird befunden, dass Ethylalkohol eine Nützlichkeit aufweist wie ein
Kohlenwasserstoff, da er in dem Abgas in chemische Spezies umgewandelt
werden kann, die bei der Reduktion von NOx nützlich sind.
Ethylalkohol kann als ein Kraftstoffadditiv geliefert werden, und,
falls gewünscht,
einfach aus dem Kraftstoff herausdestilliert und in einem separaten
Tank in einem Fahrzeug aufbewahrt werden.
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Es
ist somit eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein verbessertes
Verfahren zum Anwenden der Kohlenwasserstoff-unterstützten SCR
in derartigen sauerstoffreichen, Stickstoffoxid enthaltenden Gemischen
zur Verfügung
zu stellen. Es ist insbesondere eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen
zweistufigen Katalysereaktor zur aufeinanderfolgenden Aktivierung
(ohne vollständige
Oxidation) des Kohlenwasserstoffgehalts in dem Abgas und zur Reduktion
von NOx-Bestandteilen unter Verwendung von
verschiedenen Katalysatoren zur Verfügung zu stellen, die in stromaufwärts gelegenen
bzw. stromabwärts
gelegenen Stufen des Reaktors platziert sind.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Bei
dem Betrieb eines Benzin- oder Diesel-Magermotors beträgt das Luft-zu-Kraftstoff-Verhältnis (A/F-Verhältnis) typischerweise
mehr als 17. Das Abgas eines aufgewärmten Magermotors weist einen
geringeren Kohlenmonoxidgehalt und einen geringeren Gehalt an unverbrannten
Kohlenwasserstoffen auf als eine Maschine, die bei einem stöchiometrischen
A/F betrieben wird. Das Abgas einer Dieselmaschine enthält typischerweise
Partikelmaterial, umfassend Kohlenwasserstoffe (HC), die auf einem Kohlekern
abgelagert sind. Es kann bevorzugt sein, vor einer erfindungsgemäßen Behandlung
von NOx derartige Partikel zu entfernen
oder sie in gasförmiges
CO2 umzuwandeln. Es kann auch bevorzugt sein,
dem Abgas eine kleine Menge eines Kraftstoffkomponenten-Kohlenwasserstoffs
oder von Ethylalkohol zuzufügen,
um genügend
reduzierende Spezies für
die Umwandlung der NOx-Bestandteile sicherzustellen.
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Zwei
hauptsächliche
konkurrierende Reaktionen sind bei der Kohlenwasserstoff-unterstützten SCR
von NOx in einem Magermotorabgas beteiligt: eine
Kohlenwasserstoffoxidation und eine NOx-Reduktion
(vor allem NO- Reduktion).
Jede Reaktion umfasst Zwischenschritte einschließlich einer anfänglichen
Umwandlung von NO und HC in reaktivere Spezies. Das herkömmliche
Verfahren zum Verbessern der Leistungsfähigkeit eines SCR-Katalysators war
die Zugabe von Promotoren zu der Reduktionskatalysatorzusammensetzung,
um bestimmte Reaktionsschritte zu fördern. Zum Beispiel kann eine
katalytische Komponente zugefügt
werden, um die HC-Oxidationsreaktion zu fördern, um dessen Anspringtemperatur
herabzusetzen. Dies führt
jedoch oft zu der Förderung
der vollständigen
Oxidation (Verbrennung) von HC-Spezies bei hohen Temperaturen, wodurch
die Verfügbarkeit
von HC zur NOx-Reduktion bei hohen Temperaturen
eingeschränkt
ist.
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung wird ein gestuftes Katalysatorsystem verwendet. Ein Oxidationskatalysator
wird stromaufwärts
eines geeigneten Reduktionskatalysators in der Strömung des
Abgasstroms platziert. Der Oxidationskatalysator kann aus jedem
beliebigen Material mit hoher Oxidationsaktivität hergestellt sein, muss aber
bei einer genügend hohen
Raumgeschwindigkeit verwendet werden, um eine vollständige Oxidation
des Kohlenwasserstoffgehalts des Abgases bei hohen Temperaturen
zu vermeiden. Platin, Palladium und Rhodium sind Beispiele von geeigneten
Oxidationskatalysatoren. Der Oxidationskatalysator aktiviert die
C-H- und/oder die C-C-Bindungen
des Kohlenwaserstoff-Reduktionsmittels und erzeugt oxidierte und/oder
Alken-Spezies, welche NO effektiver reduzieren können, und schafft auch etwas
Hitze, die zu einem schnelleren Aufwärmen des SCR-Katalysators beiträgt. Unmittelbar
stromabwärts
dieses Oxidationskatalysators befindet sich der Katalysator zur
selektiven Reduktion von Stickstoffoxiden. Bestimmte mit unedlen
Metallen ausgetauschte Zeolithe und Silber, das auf Aluminiumoxid
mit großer
Oberfläche
dispergiert ist, sind Beispiele von für die SCR geeigneten Katalysatoren. Beispielhaft
kann die Größe der effektiven
Oxidationskatalysator- Oberfläche ungefähr ein Zehntel
der Reduktionskatalysator-Oberfläche
betragen.
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Wenn
ein geeigneter Oxidationskatalysator als Ausgleich vor dem Reduktionskatalysator
(das heißt
stromaufwärts
des Reduktionskatalysators) eingesetzt wird, wird das Kohlenwasserstoff-Reduktionsmittel
bei relativ niedrigen Abgastemperaturen aktiviert und beginnt, die
Umwandlung von NO und NO2 in Stickstoff
effektiv voranzutreiben. Die höhere Raumgeschwindigkeit
des Abgases in Kontakt mit dem Oxidationskatalysator verhindert
oder minimiert eine Verbrennung des Kohlenwasserstoffgehalts bei hohen
Temperaturen und erweitert so die effektive Betriebstemperatur des
HC/SCR-Systems.
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Deshalb
wird das NOx-haltige Abgas mit einem geeigneten
Gehalt an HC-Reduktionsmittel durch
einen zweistufigen Oxidations/Reduktions-Katalysereaktor hindurchgeleitet.
Die Oxidationskatalysatorstufe fördert
die Aktivierung der Reduktionsmittel-Spezies, sogar während sich
die Maschine aufwärmt,
und die katalytische Reduktionsstufe ist über einen weiteren Bereich
von Abgastemperaturen effektiv.
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Andere
Aufgaben und Vorteile der Erfindung werden aus einer detaillierten
Beschreibung von bevorzugten Ausführungsformen ersichtlich werden, welche
folgt.
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KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
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1 ist
ein schematisches Flussdiagramm für die Behandlung des Abgases
aus einem Kohlenwasserstoffkraftstoff-Magerverbrennungsmotor unter Verwendung
eines zwei stufigen Kohlenwasserstoff-unterstützten selektiven Katalysatorsystems
zur Reduktion von NOx.
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2 ist
eine Graphik der prozentualen Ethanol-Umwandlung gegenüber der
Katalysator-Einlasstemperatur für
einen erfindungsgemäßen zweistufigen
Pd/Ag-Reaktor und für
vergleichbare Ag- und Pd+Ag-Katalysereaktoren zur NOx-Umwandlung.
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3 ist
eine Graphik der prozentualen NOx-Umwandlung
(Daten der gestrichelten Linien) und der prozentualen N2-Bildung (Daten der
durchgezogenen Linien) gegenüber
der Katalysator-Einlasstemperatur für einen erfindungsgemäßen zweistufigen
Pd/Ag-Reaktor und für
vergleichbare Ag- und Pd+Ag-Katalysereaktoren zur NOx-Umwandlung.
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4 ist
eine Graphik der prozentualen Umwandlung von NOx in
N2 gegenüber
der Katalysator-Einlasstemperatur für einen erfindungsgemäßen zweistufigen
Pd/Ag-Reaktor und für
vergleichbare Ag- und Pd+Ag-Katalysereaktoren zur NOx-Umwandlung.
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BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN
AUSFÜHRUNGSFORM
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Der
Prozess dieser Erfindung ist für
eine Kohlenwasserstoff-verbesserte SCR des NOx-Gehalts
des Abgases von einem Magerverbrennungsmotor. Im Fall einiger Motoren
mit überstöchiometrischem
A/F, wie zum Beispiel Dieselmotoren, kann es bevorzugt sein, Partikelmaterial
aus dem Abgas zu entfernen, um das Abgas für den zweistufigen katalytischen
Prozess dieser Erfindung vorzubereiten. Wenn die Menge der aus der
Maschine kom menden Kohlenwasserstoffe unzureichend für die Reduktion von
NOx ist, können Kohlenwasserstoffgase,
zum Beispiel aus einem Kraftstoffvorrat, wie in 1 angegeben
dem Abgasstrom zugefügt
werden, um einen ausreichenden HC-Gehalt für die erfindungsgemäße SCR-Umwandlung
von NOx sicherzustellen.
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In 1 wird
ein Abgasstrom 10 von einem nicht gezeigten Magermotor
zu einem zweistufigen Oxidations-Reduktions-Katalysereaktor 12 geleitet. Bei
Anwendungen, in denen die Maschine bei einem relativ hohen Luft-zu-Kraftstoff-Massenverhältnis betrieben
wird, kann der Kohlenwasserstoffgehalt des Abgases geringer sein
als es zur Förderung
der katalytischen Reduktion von NOx geeignet
ist. Dementsprechend kann eine ergänzende Menge von Kohlenwasserstoffgas
oder -dampf wie durch den Seitenstrom 14 in 1 angegeben
dem Abgasstrom 10 zugefügt
werden. Abgasanalysen können
an Maschinen einer bestimmten Bauart mit spezifizierten Kraftstoffen
durchgeführt
werden, um charakteristische Abgaszusammensetzungen bei charakteristischen Betriebsarten
der Maschine zu ermitteln. Wenn der Kohlenwasserstoffgehalt für eine erfindungsgemäße NOx-Reduktion
ungenügend
ist, kann dem Abgasstrom 10 abhängig von der Maschine zusätzlicher Dieselkraftstoff
oder Benzin zugefügt
werden. Ethylalkohol oder dergleichen kann getrennt von dem Kraftstofftank
in einem Fahrzeug mitgeführt
werden und zu diesem Zweck als eine Kohlenwasserstoff-Zugabe verwendet
werden.
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Der
zweistufige Katalysereaktor 12 weist eine stromaufwärts gelegene
Oxidationskatalysatorstufe 16 und eine separate, größere stromabwärts abgelegene
Reduktionsreaktorstufe 18 auf. Wie angegeben wird der Oxidationsreaktorabschnitt
verwendet, um den Kohlenwasserstoffgehalt des Abgasstroms 10 durch
Umwandeln der typischerweise aliphatischen Kohlenwasserstoffe in
sauerstoffhaltige und/oder Alken-Spezies, die bei der Reduktion von
NO und NO2 in N2 effektiver
sind, zu aktivieren und um durch Oxidieren von Kraftstoff Hitze
für den stromabwärts gelegenen
SCR-Katalysator
bereitzustellen. Die Zusammensetzung des Oxidationskatalysators
und die Raumgeschwindigkeit des Stroms 10 durch das Katalysatorbett 16 sind
so spezifiziert, dass eine Aktivierung des Kohlenwasserstoffgehalts bei
niedrigen Temperaturen maximiert ist und eine Verbrennung von Kohlenwasserstoffen
zu Kohlendioxid und Wasser bei hohen Temperaturen minimiert ist.
Die Zusammensetzung und die Größe der Reduktionsreaktorstufe
ist so, dass die Umwandlung von NOx in Stickstoff
maximiert wird.
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Ein
Verfahren der Erfindung wird im Hinblick auf experimentelle Arbeit
beschrieben, bei welcher der Oxidationskatalysator durch die Verwendung
von Palladium dargestellt ist, das auf Gamma-Aluminiumoxid mit großer Oberfläche dispergiert
ist und bei welcher der SCR-Katalysator Silber ist, das als Feinpartikel
auf Aluminiumoxid mit gleichermaßen großer Oberfläche dispergiert ist.
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Ag/Al2O3, das bezogen
auf das Gewicht 2% Ag enthielt, wurde auf einem γ-Al2O3-Pulver (Sasol, Catalox SBa-200) durch das "incipient wetness"-Verfahren unter Verwendung von AgNO3 (JT Baker) als Vorläufer angefertigt. Der Katalysator
wurde bei 110°C über Nacht
getrocknet und bei 500°C
4 Stunden lang kalziniert.
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Pd/Al2O3, das bezogen
auf das Gewicht 0,7% Pd enthielt, wurde ebenfalls auf einem γ-Al2O3-Pulver (Sasol,
Catalox SBa-200) durch das gleiche Verfahren unter Verwendung einer
wässrigen Pd(NO3)2-Lösung (Research
Inorganic Chemicals) angefertigt. Der Katalysator wurde ebenfalls
bei 110°C über Nacht
getrocknet und bei 500°C
4 Stunden lang kalziniert.
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Beide
Katalysatoren wurden durch Atom-Emissions-Spektroskopie mit induktiv
gekoppeltem Plasma (ICP-AES) unter Verwendung eines Perkin-Elmer Optima 300
Instruments bezüglich
des tatsächlichen
Metallgehalts analysiert.
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Alle
Experimente wurden in einem Mikroreaktorsystem durchgeführt. Katalysatorproben
mit Netzgrößen von
60–80
Maschen wurden in eine 3/8'' OD-Quarzröhre geladen,
die in einem elektrischen Ofen platziert wurde. Die Reaktionstemperatur
wurde durch ein Thermoelement gemessen, das sich etwas oberhalb
des stromaufwärts
gelegenen Katalysatorbetts in dem Einlass befand. Sofern es nicht
anders angegeben ist, wurde die Aktivität unter Verwendung eines Einsatzgases
gemessen, das 500 ppm NO, 15% O2, 10% H2O, 1200 ppm C2H5OH und den Rest He enthielt. Helium wurde
anstelle von Stickstoff als Hauptbestandteil des simulierten Abgases
verwendet, um die Analyse von in dem zweistufigen Reaktor gebildeten
Stickstoff zu vereinfachen. Reines Wasser und flüssige Kohlenwasserstoffe wurden
auf die gleiche Weise unter Verwendung von separaten Sätzen einer
Spritzenpumpe und eines Dochtes eingespritzt. Die eingespritzten
Flüssigkeiten
wurden dann verdampft und gemeinsam mit den Gasleitungen auf über 120°C erhitzt.
Die gesamte Gasströmungsrate betrug
unter Standardbedingungen 272 ml/min, und die stündliche Raumgeschwindigkeit
des Gases wurde durch Verwendung von verschiedenen Katalysatormengen
variiert. Der Druck in dem System wurde auf 940 Torr reguliert,
und die gesamte Gasströmung wurde
zu den analytischen Instrumenten geleitet. Die Konzentrationen der
Recktanten und der Produkte wurde durch ein Nicolet Nexus 670 Infrarotspektrometer
(FT-IR) und einen Agilent 6890 Gaschromatographen mit einem Agilent
5973 Massenspektrometer (GC-MC) gemessen.
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Die
Katalysatoren wurden bezüglich
ihrer Aktivität
hinsichtlich einer Kohlenwasserstoffumwandlung, einer NOx-Umwandlung und einer N2-Bildung
beurteilt. Die Umwandlungen von Ethanol und NOx wurden
auf der Grundlage der Differenz ihrer Konzentration vor und während der
Reaktion berechnet. Auf der anderen Seite wurde die N2-Bildung
als die Menge von produziertem N2 geteilt
durch die Menge von NOx in dem Einsatzgas
definiert.
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Es
ist bekannt, dass im Vergleich zu Metalloxiden Metalle aktiver beim
Aufbrechen der C-H- und C-C-Bindungen von Kohlenwasserstoffmolekülen sind,
und somit kann die Kohlenwasserstoff-Oxidations-Reaktion über metallbasierten
Katalysatoren bei niedrigeren Temperaturen auftreten. Aus diesem Grund
wurden kleine Mengen von Metallen der Platingruppe (d. h. Pt, Pd
und Rh), welche ausgezeichnete Oxidationskatalysatoren sind, verschiedenen HC-SCR-Katalysatoren
zugefügt
(d. h. gründlich
und gleichmäßig mit
diesen gemischt), um dabei zu helfen, die Anspringtemperatur abzusenken.
Die Zugabe dieser hochoxidierenden Katalysatoren hatte jedoch oft
eine vollständige
Verbrennung von Kohlenwasserstoffen zur Folge und schränkt somit
die NOx-Reduktion bei hohen Temperaturen
ein.
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Deshalb
verwendet diese Erfindung ein gestuftes HC-SCR-System unter Verwendung
eines Oxidationskatalysators vor einem SCR-Katalysator, wie in 1 gezeigt
ist. Das Abgas trifft in einer kontinuierlichen Strömungssequenz
auf die zwei Stufen. Die Aktivierung von Kohlenwasserstoffen (d.
h. das Aufbrechen von C-H- und C-C-Bindungen) wird durch diesen
Voroxidationskatalysator, der in dem vorderen Teil des Katalysatorbetts
konzentriert ist, bei niedrigeren Temperaturen erreicht. Die vollständige Oxidation
von Kohlenwasserstoffen bei hohen Katalysatortemperaturen wird durch
die Verwendung einer nur sehr geringen Menge des Oxidationskatalysators
in der ersten Stufe des Reduktionsreaktors vermieden oder minimiert.
Die schnelle Oxidationsreaktion kann unter den Bedingungen einer
hohen Raumgeschwindigkeit gehandhabt und beschränkt werden.
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Eine
Reihe von Experimenten wurde durchgeführt, um die Wirkung eines zweistufigen
Reaktors dieser Erfindung zu erkennen.
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Als
ein erstes SCR-Katalysatorsystem wurde ein gewöhnlicher Ag/Al2O3-Katalysator
(in den folgenden Figuren als Ag bezeichnet) verwendet, der wie
oben beschrieben angefertigt war.
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Als
ein zweites SCR-System wurde ein zweistufiger Reaktor gemäß einer
Ausführungsform
dieser Erfindung angefertigt. Das größere und stromabwärts gelegene
Katalysatorbett war Ag/Al2O3.
Das kurze stromaufwärts
gelegene Katalysatorbett wurde angefertigt, indem der Pd/Aluminiumoxid-Katalysator, der
mit Silica-Gel gemischt war, um eine Kanalbildung des Abgases zu
vermeiden, vor dem Silber auf einer Aluminiumoxidprobe platziert
wurde, somit als Pd/Ag bezeichnet.
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Um
den Pd-geförderten
Katalysator zu simulieren, wurde eine physikalische Mischung der Pd/Al2O3- und der Ag/Al2O3-Proben angefertigt
und als Pd+Ag bezeichnet. Obwohl die Dispersion von Pd-Partikeln
in diesem Gemisch geringer sein muss im Vergleich zu Proben, die
normalerweise durch die Imprägnierung
von Vorläufern
auf Aluminiumoxid angefertigt werden, würde ein ähnlicher Fördereffekt von Pd erhalten
werden.
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Diese
drei Katalysatorbetten (d. h. Ag, Pd+Ag, Pd/Ag) wurden unter identischen
Bedingungen bezüglich
der Ethanol-Umwandlung, der NOx-Reduktion und der
N2-Bildung verglichen. Die Raumgeschwindigkeit
war in jedem System bei 100 kh–1 für den Ag-Katalysator festgehalten,
um die Wirkung des Pd zu sehen.
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Wie
in 2 gezeigt ist, wurde die Ethanol-Umwandlung bei
niedrigen Temperaturen mit dem Pd-Katalysator verbessert. Zum Beispiel
wurde die Ethanol-Umwandlung bei 225°C von 45% gegenüber der
Ag- bis 49% gegenüber
der Pd+Ag- und bis 62% gegenüber
der Pd/Ag-Probe verbessert. Sowohl die NOx-Umwandlung (gestrichelte
Linien in 3) als auch die N2-Bildung
(durchgezogene Linien) wurde bei allen Temperaturen verbessert,
wie in 3 gezeigt ist, obwohl eine signifikante Erhöhung bei über 250°C für die NOx-Umwandlung und bei 275°C für die N2-Bildung
beobachtet wurde. Wie erwartet wurden die Anspringtemperaturen für die Ethanol- und
NOx-Umwandlungen durch die Verwendung des Pd-Katalysators
alle abgesenkt.
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Bei
höheren
Temperaturen, wie in 4 gezeigt ist, wurde die N2-Bildung gegenüber der Pd+Ag- und der Pd/Ag-Probe
wegen der Ethanol-Verbrennung unterdrückt, was einen Mangel an Reduktionsmittel
zur Folge hat. Wie erwartet wurde jedoch die N2-Bildung
in geringerem Maße
gegenüber
der Pd/Ag-Probe im Vergleich zu der Pd+Ag-Probe unterdrückt. Bei
höheren
Abgastemperaturen oder höheren
Katalysatortemperaturen kann es bevorzugt sein, den Kohlenwasserstoffgehalt
des Abgases zu erhöhen,
um die Wahrscheinlichkeit einer höheren HC-Verbrennung in der
Oxidationsstufe zu kompensieren.
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Deshalb
wurde gefolgert, dass durch ein gestuftes HC-SCR-System unter Verwendung
eines Voroxidationskatalysators unter den Bedingungen einer hohen
Raumgeschwindigkeit die Kohlenwasserstoffoxidation gegenüber dem
stromabwärts
gelegenen HC-SCR-Katalysator bei niedrigen Temperaturen verbessert
werden kann, aber die vollständige Oxidation
bei hohen Temperaturen beschränkt
werden kann. Die Menge an Voroxidationskatalysator muss optimiert
sein, um die Vorzüge
an beiden Enden des Betriebstemperaturfensters sicherzustellen. Dieses
Konzept der Verwendung eines Voroxidationskatalysators kann angewendet
werden, um das Temperaturfenster anderer HC-SCR-Katalysatorsysteme
zu erweitern.
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Die
Erfindung wurde im Hinblick auf bestimmte experimentelle Ergebnisse
beschrieben, welche deren Wirksamkeit demonstrieren. Es ist jedoch
zu verstehen, dass andere Kombinationen von Kohlenwasserstoff-Reduktionsmitteln
und Kohlenwasserstoff-Aktivierungs-Katalysatoren ebenso wie SCR-Katalysatoren
verwendet werden können. Dementsprechend
wird der Umfang der Erfindung als nur durch die folgenden Ansprüche beschränkt erachtet.
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Zusammenfassung
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Die
Umwandlung von NOx in Stickstoff in dem
Abgas eines Magermotors unter Verwendung eines Kohlenwasserstoff-unterstützten selektiven
katalytischen Reduktionssystems wird durch einen zweistufigen Oxidationskatalysator-Reduktionskatalysator-SCR-Reaktor
begünstigt.
Die Art und die Menge des Oxidationskatalysators wird gehandhabt, um
das Kohlenwasserstoff-Reduktionsmittel bei niedrigen Temperaturen
gerade zu aktivieren (es aber bei hohen Temperaturen nicht vollständig zu verbrennen),
um dessen NOx-Reduktions-Wirksamkeit zu
erhöhen,
wenn das Abgas dann die größere Reduktionskatalysatorstufe
des zweistufigen Reaktors kontaktiert.