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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG UND STAND DER TECHNIK
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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine Anordnung und ein Verfahren
zum Steuern eines Verbrennungsmotors nach den Oberbegriffen der
Patentansprüche
1 und 11.
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Eine
typische Art derartiger Verbrennungsmotoren wird HCCI (englisch:
Homogeneous Charge Compression Ignition; deutsche Übersetzung:
homogene Aufladungs-Kompressionszündung);
Motoren bezeichnet und kann als eine Kombination eines Ottomotors
und eines Dieselmotors angesehen werden. In HCCI Motoren wird eine
homogene Mischung aus Kraftstoff und Luft in einer Verbrennungskammer komprimiert,
bis eine Selbstzündung
des Kraftstoffgemisches stattfindet. Vorteile derartiger Motoren
bestehen darin, dass sie weniger Ausstöße an Stickoxiden NOX und Rußpartikeln
erzeugen, während
sie gleichzeitig sehr effizient arbeiten. Ein Grund dafür, dass
HCCI Motoren nicht konventionell in großem Umfang eingesetzt werden,
besteht darin, dass es schwierig ist, die Selbstzündung des
Kraftstoffgemisches mit einem korrekten Kurbelwellenwinkel zu steuern.
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Es
sind zwei verschiedene Ventilsteuerstrategien zum Steuern der Selbstzündung des
Kraftstoffgemisches unter Laborbedingungen bekannt. Die erste Strategie
bezieht sich auf das Schließen des
Auslassventils, bevor die Verbrennungskammer von Abgasen aus dem
vorangehenden Verbrennungsprozess geleert wurde, und auf das Öffnen des Einlassventils
zu einem späteren
Zeitpunkt, als gewöhnlich.
Ein derartiges sogenanntes negatives Überlappen führt dazu, dass eine variable
Menge an Abgasen in der Verbrennungskammer für einen nachfolgenden Verbrennungsprozess
zurückgehalten
wird. Die heißen
Abgase, die in der Verbrennungskammer zurückgehalten werden, heben die Temperatur
des Kraftstoffgemisches für
den folgenden Verbrennungsprozess an. Eine geeignete Menge an zurückgehaltenen
Abgasen kann somit bewirken, dass das Kraftstoffgemisch eine derartige
Anfangstemperatur aufweist, dass es sich bei einem im Wesentlichen
optimalen Kurbelwellenwinkel selbst zündet.
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Die
zweite Strategie bezieht sich auf das Steuern des Verschließens des
Einlassventils. Das Kompressionsverhältnis in dem Zylinder kann
durch Variieren des Kurbelwellenwinkels verändert werden, bei welchem sich
das Einlassventil schließt.
Je später sich
das Einlassventil schließt,
desto kürzer
ist die für die
Kompression des Kraftstoffgemisches erforderliche Kolbenbewegung.
Ein Verändern
des Schließens
des Einlassventils und damit des wirksamen Kompressionsverhältnisses
in dem Zylinder macht es mög lich,
dass die Selbstzündung
des Kraftstoffgemisches bei einem im Wesentlichen optimalen Kurbelwellenwinkel
stattfindet.
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Ein
Nachteil der vorstehend erwähnten
Strategien besteht darin, dass sie eine Steuerung der Selbstzündung in
einem HCCI Motor nur innerhalb eines relativ beschränkten Lastbereiches
ermöglichen. Die
meisten technischen Anwendungen benötigen einen Motor, der über einen
relativ breiten Lastbereich eingesetzt werden kann.
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ABRISS DER
ERFINDUNG
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Die
Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine Anordnung
und ein Verfahren zum Bereitstellen einer wirksamen Steuerung/Regelung der
Selbstzündung
eines Verbrennungsmotors der eingangs bezeichneten Art bereitzustellen,
so dass dieser über
einen verhältnismäßig breiten
Lastbereich eingesetzt werden kann.
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Diese
Aufgabe wird mit der Anordnung der eingangs bezeichneten Art erreicht,
die durch die Merkmale gekennzeichnet ist, die im kennzeichnenden
Teil von Patentanspruch 1 wiedergegeben sind. Dies führt dazu,
dass in einem Teilbereich eine Strategie angewendet wird, die bedingt,
dass das effektive Kompressionsverhältnis in dem Zylinder verändert wird.
Durch geeignetes Verändern
des Kompressionsverhältnisses
in dem Zylinder kann erreicht werden, dass die Selbstzündung von
Kraftstoffgemischen für
verschiedene Lasten im Wesentlichen bei einem optimalen Kurbelwellenwinkel
stattfindet. Diese Strategie kann in einem Teilbereich Anwendung finden,
in dem eine niedrigste Last vorhanden ist, bei welcher ein optimales
Kompressionsverhältnis
vorherrscht, und eine höchste
Last, bei welcher das effektive Kompressionsverhältnis auf einen minimal akzeptablen
Wert reduziert wurde. Eine derartige Begrenzung auf einen minimal
akzeptablen Wert ist in Fällen
erforderlich, in denen eine Reduzierung des effektiven Kompressionsverhältnisses
dazu führt, dass
der Lambdawert abfällt
und deshalb der Säuregehalt
der Abgase abnimmt. Ein Reduzieren des Lambdawerts führt zu entsprechenden
Druckanstiegen und zunehmenden Emissionen. Bei höheren Lasten als die Last,
für die
diese Strategie ausgelegt ist, wendet die Steuereinheit eine Strategie
an, die bedingt, dass gekühlte
Abgase der Verbrennungskammer zugeführt werden. Die gekühlten Abgase bewirken,
dass die Verbrennung des Kraftstoffgemisches später stattfindet. Dies bedeutet,
dass die Steuereinheit das wirksame Kompressionsverhältnis in
dem Zylinder und den Lambdawert anheben kann, was zu der Möglichkeit
führt,
dass mehr Kraftstoff dem Kraftstoffgemische in der Verbrennungskammer zugeführt wird
und dass eine höhere
Motorlast erreicht wird. Diese Strategie ist deshalb in einem Lastbereich
anwendbar, der höher
als der und benachbart dem Lastbereich für die Strategie liegt, welche lediglich
bedingt, dass das wirksame Kompressionsverhältnis in dem Zylinder verändert wird.
Die Steuereinheit, die verschiedene Strategien innerhalb verschiedener
zueinander benachbarter Teilbereiche anwendet, macht es möglich, dass
die Selbstzündung
hinsichtlich eines optimalen Kurbelwellenwinkels innerhalb eines
relativ großen
Lastbereichs gesteuert/geregelt werden kann.
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Gemäß einem
bevorzugten Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung ist die Steuereinheit dazu ausgelegt,
das effektive Kompressionsverhältnis
in dem Zylinder durch Veranlassen eines variablen Schließens des
Einlassventils zu regeln. Eine Veränderung beim Verschließen des
Einlassventils ist ein unkomplizierter Weg, um das wirksame Kompressionsverhältnis zu
regeln. Je später
das Einlassventil schließt,
desto kürzer
ist die Kolbenbewegung in dem Zylinder, die zum Komprimieren des
Kraftstoffgemisches erforderlich ist. Vorteilhafterweise umfasst
die Anordnung wenigstens ein hydraulisches Steuersystem zum Anheben
des Einlassventils und des Auslassventils. Derartige hydraulische
Systeme, die schnell das Schließen
des Einlassventils von einem Verbrennungsprozess zu einem anderen
in Antwort auf ein Steuer-/Regelsignal verändern, welches von der Steuereinheit
erhalten wird, sind konventionell verfügbar.
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Gemäß einem
bevorzugten Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung umfasst die Anordnung eine Rückführleitung,
die sich von einer Abgasleitung des Verbrennungsmotors zu einer
Einlassleitung für
eine Luftzufuhr zu dem Verbrennungsmotor erstreckt. Dies macht es
möglich,
dass Abgase von dem vorhergehenden Verbrennungsprozess mit der Luft
vermischt werden und der Verbrennungskammer zugeführt werden.
Vorteilhafterweise umfasst die Rückführleitung
ein Ventil zum Steuern der Zufuhr von Abgasen zu der Einlassleitung.
In solchen Fällen steuert
die Steuereinheit das Ventil so, dass eine bestimmte Menge an Abgasen
der Verbrennungskammer zugeführt
wird. Die Rückführleitung
umfasst vorzugsweise einen Kühler
zum Kühlen
der Abgase, bevor diese die Einlassleitung erreichen. Ein derartiger Kühler macht
es möglich,
dass die Abgase im Wesentlichen auf eine spezifizierte Temperatur
gebracht werden, bevor sie in die Verbrennungskammer eingeführt werden.
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Gemäß einem
weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung umfasst die Anordnung einen ersten Sensor
zum Erfassen eines Parameters, der den Start eines Verbrennungsprozesses
in der Verbrennungskammer angibt, und einen zweiten Sensor zum Abschätzen des
Kurbelwellenwinkels des Verbrennungsmotors, und die Steuereinheit
ist dazu ausgelegt, den Kurbelwellenwinkel zu Beginn des Verbrennungsprozesses
zu bestimmen. Ein derartiger erster Sensor kann ein Drucksensor sein,
der den Druck in der Verbrennungskammer erfasst. Die Steuereinheit
kann Informationen über
die Druckcharakteristik in der Verbrennungskammer zum Bestimmen
des Kurbelwellenwinkels nutzen, bei welchem die Selbstzündung stattgefunden
hat. Der erste Sensor kann alternativ ein Schallsensor oder ein
anderer geeigneter Sensor sein, durch den die Selbstzündung in
der Verbrennungskammer erfasst werden kann. Der zweite Sensor kann
ein Sensor sein, der die Drehposition, beispielsweise des Schwungrads
des Motors, erfasst. Die Steuereinheit ist vorzugsweise dazu ausgelegt,
den aktuellen Kurbelwellenwinkel bei der Selbstzündung des Verbrennungsprozesses
mit einer gespeicherten Information zu vergleichen, die den optimalen
Kurbelwellenwinkel für
die Selbstzündung
des Verbrennungsprozesses betrifft, und auch dazu, Information zum
Steuern der Selbstzündung
des folgenden Verbrennungsprozesses zu nutzen. Die Steuereinheit
kann die Differenz zwischen dem aktuellen Kurbelwellenwinkel bei der
Selbstzündung
des Verbrennungsprozesses und der gespeicherten Position um den
optimalen Kurbelwellenwinkel herum berechnen. Danach steuert/regelt
die Steuereinheit das Anheben der Ventile derart, dass während des
nächsten
Verbrennungsprozesses jegliche Differenz, die auf diese Weise berechnet wurde,
beseitigt wird.
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Gemäß einem
weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung umfasst die Anordnung eine Einlassleitung
für die
Luftzufuhr zu der Verbrennungskammer und eine Einspritzdüse zum Einspritzen
von Kraftstoff in die Verbrennungskammer. In diesem Fall werden
die Luft und der Kraftstoff separat der Verbrennungskammer zugeführt und
in dieser miteinander vermischt. Alternativ kann die Luft und der
Kraftstoff außerhalb
vermischt werden, um ein Kraftstoffgemisch zu bilden, welches dann
zusammen in die Verbrennungskammer eingeführt wird.
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Die
Aufgabe der Erfindung wird auch durch das Verfahren der eingangs
bezeichneten Art gelöst, das
durch die Merkmale gekennzeichnet ist, die im kennzeichnenden Teil
von Patentanspruch 11 angegeben sind. Verwendet man zwei verschiedene
Strategien zum Steuern/Regeln der Selbstzündung des Kraftstoffgemisches
innerhalb verschiedener jedoch zueinander benachbarter Lastteilbereiche,
so ermöglicht
dies eine kontinuierliche Steuerung/Regelung der Selbstzündung des
Typs von Verbrennungsmotoren, der üblicherweise HCCI Motoren genannt
wird, innerhalb eines relativ breiten Lastbereichs.
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KURZE BESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNGEN
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Ein
bevorzugtes Ausführungsbeispiel
der Erfindung wird nachfolgend beispielhaft mit Bezug auf die beigefügten Zeichnungen
beschrieben, in denen:
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1 einen
Verbrennungsmotor mit einer Anordnung gemäß der vorliegenden Erfindung
darstellt,
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2 den
Ventilhub eines Verbrennungsmotors gemäß einer ersten Strategie darstellt,
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3 den
Ventilhub eines Verbrennungsmotors gemäß einer zweiten Strategie darstellt,
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4 das
effektive Kompressionsverhältnis als
Funktion des Kurbelwellenwinkels bei Verschließen des Einlassventils darstellt,
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5 schematisch
drei Lastteilbereiche eines Verbrennungsmotors darstellt, der mit
drei verschiedenen Strategien gesteuert wird und
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6 ein
Flussdiagramm darstellt, das ein Verfahren zum Steuern der Selbstzündung eines Verbrennungsmotors
beschreibt.
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DETAILLIERTE
BESCHREIBUNG EINES BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSBEISPIELS DER ERFINDUNG
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1 stellt
eine Anordnung zum Steuern/Regeln eines Verbrennungsmotors 1 des
Typs dar, in dem ein homogenes Gemisch aus Kraftstoff und Luft komprimiert
wird, bis eine Selbstzündung des
Gemisches aufgrund der während
der Kompression zunehmenden Erwärmung
stattfindet. Ein derartiger Motor 1 wird gewöhnlicherweise
als HCCI (englisch: Homogeneous Charge Compression Ignition; deutsch:
homogene Aufladungs-Kompressionszündung) Motor
bezeichnet. Ein HCCI Motor kann als Kombination eines Ottomotors
und eines Dieselmotors angesehen werden. Hier ist ein Zylinder 2 des Motors 1 dargestellt.
Der Motor 1 kann natürlich
im Wesentlichen jede beliebige Zahl derartiger Zylinder 2 aufweisen.
Der Motor 1 umfasst eine Verbrennungskammer 3,
die in dem Zylinder 2 durch einen bewegbaren Kolben 4 in
Richtung nach unten begrenzt ist. Der Kolben 4 ist mit
einer Kurbelwelle 5 über
eine Verbindungsstange 6 verbunden. Die Bewegungen des
Kolbens 4 in dem Zylinder 2 werden in eine Drehbewegung
der Kurbelwelle 5 umgesetzt.
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Wenn
der Kolben 4 sich in dem Zylinder 2 nach unten
bewegt und das Einlassventil 8 geöffnet ist, wird Luft in die
sich expandierende Verbrennungskammer 3 über eine
Einlassleitung 7 eingesaugt. Gleichzeitig spritzt eine
Kraftstoffpumpe 9 Kraftstoff in die Verbrennungskammer 3 über ein
Einspritzventil 10. Das Einlassventil 8 schließt gewöhnlicherweise
in dem Zustand, in dem der Kolben 4 die Richtung an einer
unteren Extremposition (Totpunktposition) ändert. Die nachfolgende nach
oben berichtete Bewegung des Kolbens 4 bewirkt eine Kompression
des Kraftstoffgemisches in der Verbrennungskammer 2. Das
Kraftstoffgemisch unterliegt einem Temperaturanstieg, der mit dem
Grad der Kompression zusammenhängt.
Im Wesentlichen zu dem Zeitpunkt, wenn der Kolben 4 eine
obere Extremposition (oberer Totpunkt) in dem Zylinder 2 einnimmt,
soll das Kraftstoffgemisch die Temperatur erreicht haben, bei der
eine Selbstzündung
des Kraftstoffgemisches stattfindet. Während des Verbrennungsprozesses tritt
eine kraftvolle Expansion in der Verbrennungskammer 3 auf
und der Kolben 4 wird nach unten gedrängt. Wenn der Kolben 4 die
untere Extremposition passiert hat, öffnet sich ein Auslassventil 11.
Der Kolben 4, der sich nach oben bewegt, drückt dann
die während
des Verbrennungsprozesses gebildeten Abgase über das Auslassventil 11 in
eine Abgasleitung 12.
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Die
Anordnung umfasst eine Rückführleitung 13 zum
Rückführen von
Abgasen, wobei sich die Rückführleitung 13 von
der Abgasleitung 12 zu der Einlassleitung 7 erstreckt.
Die Rückführleitung 13 umfasst
ein Ventil 14 und einen Kühler 15. Die Anordnung
umfasst auch einen Drucksensor 16, der dazu ausgelegt ist,
den Druck in der Verbrennungskammer 3 zu erfassen, und
einen Sensor 17, der dazu ausgelegt ist, die Drehposition
der Kurbelwelle 5 zu erfassen. Der Sensor 17 kann
beispielsweise die Position des Schwungrads des Motors erfassen.
Die Anordnung umfasst auch ein schematisch dargestelltes Hydrauliksystem 18a zum
Anheben des Einlassventils 8 und ein schematisch dargestelltes
Hydrauliksystem 18b zum Anheben des Auslassventils 11.
In diesem Fall findet das Anheben des Einlassventils 8 und
des Auslassventils 11 unabhängig von der Drehposition der
Kurbelwelle statt. Die Anordnung umfasst eine Steuereinheit 19,
die dazu ausgelegt ist, den Motor 1 so zu steuern/regeln,
dass eine Selbstzündung
des Kraftstoffgemisches bei einem optimalen Kurbelwellenwinkel stattfindet.
Die Steuereinheit 19 ist dazu ausgelegt, Signale von den
Sensoren 16, 17 zu erhalten und Steuersignale
zu den Hydrauliksystemen 18a, b abzugeben, so dass das
Anheben des Einlassventils 8 und des Auslassventils 11 bei gewünschten
Kurbelwellenwinkeln stattfindet. Die Steuereinheit 19 kann
eine Computereinheit mit einer geeigneten Software sein.
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2 zeigt
durchgehende Linien, die eine Hubphase d eines Einlassventils 8 und
eine Hubphase d eines Auslassventils 11 als Funktion des
Kurbelwellenwinkels cad (englisch: crank angle degree; deutsch:
Kurbelwinkelgrad) darstellt, wenn eine herkömmliche Steuerung des Einlassventils 8 und
des Auslassventils 11 stattfindet. In diesem Fall findet
das Öffnen
ivo (englisch: inlet valve opening) des Einlassventils im Wesentlichen
an der oberen Extremposition des Kolbens 4 an einem Kurbelwellenwinkel
statt, der hier als 0° bezeichnet
ist. Das Schließen
ivc (englisch: inlet valve closure) des Einlassventils findet gerade
statt, nachdem der Kolben die untere Extremposition bei einem Kurbelwellenwinkel
von 180° passiert
hat. In diesem Fall findet das Öffnen
evo (englisch: exhaust vale opening) des Auslassventils bei einem
Kurbelwellenwinkel von etwa 500° statt
und das Schließen
evc (englisch: exhaust valve closure) des Auslassventils findet
im Wesentlichen bei der oberen Extremposition des Kolbens bei einem
Kurbelwellenwinkel von 720° statt.
Da der Motor 1 ein Vier-Takt-Motor ist, umfasst sein Arbeitszyklus
eine Kurbelwellenrotation über
720°. Kurbelwellenwinkel von
0° und 720° sind somit
hinsichtlich des Arbeitszykluses äquivalent. Mit einer herkömmlichen
Ventilsteuerung findet das Schließen des Abgasventils evc und
das Öffnen
des Einlassventils ivo im Wesentlichen gleichzeitig oder mit einem
geringfügigen Überlappen
statt, so dass die Verbrennungskammer nach dem Verbrennungsprozess
von den Abgasen entleert wird. Der optimale Kurbelwellenwinkel cadiopt für eine
Selbstzündung
des Kraftstoffgemisches befindet sich im Wesentlichen unmittelbar
nach der Position, bei der der Kolben 4 die obere Extremposition passiert
hat bei einem Kurbelwellenwinkel von 360°. Die Schwierigkeit der Zuführung eines
Kraftstoffgemisches, das sich im Wesentlichen exakt an dem optimalen
Kurbelwellenwinkel cadiopt selbst entzündet, ist
ein wesentlicher Grund dafür,
dass HCCI Motoren bislang keine herkömmliche Verwendung gefunden haben.
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Eine
erste Strategie I, die für
sich zum Steuern/Regeln der Selbstzündung des Kraftstoffgemisches
bei einem optimalen Kurbelwellenwinkel cadiopt bekannt
ist, liegt darin, das Auslassventil 11 zu schließen, bevor
der Kolben 4 die obere Extremposition bei 720° erreicht,
und das Einlassventil 8 zu öffnen, nachdem der Kolben 4 die
obere Extremposition bei 0° passiert
hat. Ein derartiges Anheben der Ventile, das ein frühes Schließen des
Abgasventils evc' und
ein spätes Öffnen des
Einlassventils ivo' mit
sich bringt, wird durch die unterbrochenen Linien in 2 wiedergegeben.
Ein frühes
Schließen
des Abgasventils evc' und
ein spätes Öffnen des
Einassventils ivo' bewirkt
ein sogenanntes negatives Überlappen
während
eines Kurbelwellenwinkelbereichs, innerhalb dem sowohl das Einlassventil 8 als
auch das Auslassventil 11 geschlossen sind. In diesem Fall
ist das Einlassventil 11 während eines Kurbelwellenwinkelbereichs
a vor 720° geschlossen
und das Einlassventil ist während
eines Kurbelwellenwinkelbereichs b nach 0° geschlossen. Das sich ergebene
negative Überlappen
ergibt sich aus der Summe der Kurbelwellenwinkelbereiche a und b.
Ein frühes
Verschließen
des Abgasventils evc' bedeutet,
dass die Verbrennungskammer 3 nicht komplett von Abgasen entleert
wird und dass eine bestimmte Menge an Abgasen in der Verbrennungskammer 3 zurückgehalten wird.
Ein spätes Öffnen des
Einlassventils 8 bedeutet, dass der Restdruck der Abgase
auf ein Niveau reduziert wird, so dass diese nicht durch das Einlassventil 8 ausströmen, wenn
sich dieses öffnet.
Das negative Überlappen
führt somit
dazu, dass heiße
Abgase von einem Verbrennungsprozess in der Verbrennungskammer bis
zu einem nachfolgenden Verbrennungsprozess zurückgehalten werden. Die zurückgehaltenen
heißen
Abgase erwärmen
das Kraftstoffgemisch, was zu einer früheren Selbstzündung führt. Eine
geeignete Steuerung/Regelung des Einlassventils 8 und des
Auslassventils 11 kann somit angewendet werden, um zu bewirken,
dass eine variable Menge an Abgasen in der Verbrennungskammer 3 zurückgehalten
wird, so dass die Selbstzündung
des nachfolgenden Verbrennungsprozesses im Wesentlichen bei dem
optimalen Kurbelwellenwinkel cadiopt stattfindet.
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Eine
zweite Strategie II, die an sich zum Steuern der Selbstzündung von
Kraftstoffgemischen bei verschiedenen Lasten an einem im Wesentlichen optimalen
Kurbelwellenwinkel cadiopt bekannt ist,
besteht darin, ein spätes
Schließen
des Einlassventils ivc' zu
bewirken. 3 weist durchgehende Linien auf,
die eine Hubphase d des Einlassventils 8 und eine Hubphase
d des Auslassventils 11 als eine Funktion des Kurbelwellendrehwinkels
cad (englisch: crank angle degree) darstellt, wenn ein herkömmliches
Anheben des Einlassventils 8 und des Auslassventils 11 stattfindet.
Das Anheben von Ventilen, das zu einem späten Schließen des Einlassventils ivc' führt, wird
durch unterbrochene Linien wiedergegeben. In anderer Hinsicht findet
das Anheben des Ventils gemäß der Strategie
II in herkömmlicher
Weise statt, wie durch die durchgezogene Linie dargestellt. Das
Schließen
des Einlassventils 8 bei einem späten Kurbelwellenwinkel ivc' reduziert die Kolbenbewegung,
die erforderlich ist, um das Kraftstoffgemisch zu komprimieren und
führt zu
einem reduzierten effektiven Kompressionsverhältnis im Zylinder 2.
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4 zeigt,
wie das effektive Kompressionsverhältnis c als eine Funktion des
Schließens
des Einlassventils ivc bei verschiedenen Kurbelwellenwinkel cad
schwankt. Sie zeigt ein optimales effektives Kompressionsverhältnis c,
das aus dem Schließen
des Einlassventils ivcopt gerade nach einem
Kurbelwellenwinkel von 180° resultiert.
Ein früheres
oder späteres
Schließen
des Einlassventils als das optimale Einlassventil schließen ivc
führt zu
einem reduzierten effektiven Kompressionsverhältnis c. Ein niedrigeres effektives
Kompressionsverhältnis
c bedeutet, dass die Kompression, der das Kraft- stoffgemisch im Zylinder 2 ausgesetzt
ist, reduziert ist; jedoch sollte das effektive Kompressionsverhältnis c nicht
unter einem vorbestimmten Minimalwert cmin liegen.
Ein reduziertes effektives Kompressionsverhältnis bedeutet, dass der Lambdawert,
der von einer Lambdasonde an dem Motor 1 gemessen werden kann,
abfällt,
das heißt
der Schwefelgehalt der Abgase nimmt ab. Ein Absenken des Lambdawerts
führt zu
korrespondierenden Druckanstiegen und zu zunehmenden Emissionen.
Das Verschließen
des Einlassventils evc sollte deshalb nicht zu sehr von dem optimalen
Verschließen
des Einlassventils ivcopt abweichen. 4 zeigt,
dass ein maximales Verschleißen
des Einlassventils ivcmax nicht zu überschreiten ist
und dass ein minimales Verschließen ivcmin des Einlassventils
nicht unterschritten werden sollte, um zu vermeiden, dass man unterhalb
des niedrigsten akzeptablen effektiven Kompressionsverhältnisses cmin liegt. Somit kann nach dem Optimum das
Verschließen
ivc des Einlassventils innerhalb eines Kurbelwellenwinkelbereichs
e variiert werden und vor dem Optimum kann das Verschließen ivc
des Einlassventils innerhalb eines Kurbelwellenwinkelbereichs f
variiert werden. Ein reduziertes Kompressionsverhältnis in
dem Zylinder 2 führt
zu einer verzögerten
Selbstzündung.
Das Steuern/Regeln des Verschließens ivc des Einlassventils
auf einen Kurbelwellenwinkel, der hinreichend weit von dem Optimum ivcopt entfernt ist, führt zu einem reduzierten Kompressionsverhältnis in
dem Zylinder 2, so dass eine Selbstzündung bei einem optimalen Kurbelwellenwinkel
cadiopt stattfindet.
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Wenn
die Last des Motors 1 einer exakt idealen Zusammensetzung
von Kraftstoff und Luft entspricht, findet die Selbstzündung des
Kraftstoffgemisches aufgrund von Kompressionswärme an dem optimalen Kurbelwellenwinkel
cadiopt statt. Wenn die Last des Motors 1 niedriger
als der Idealfall ist und das Kraftstoffgemisch magerer als der
Idealfall ist, dann wird das Kraftstoffgemisch nicht aufgrund von Kompressionswärme selbst
zünden.
In diesem Fall kann die Strategie I angewandt werden, um heiße Abgase
in geeigneter Menge zum Anheben der Kraftstoffgemischtemperatur
zuzuführen,
so dass die Selbstzündung
bei dem optimalen Kurbelwellenwinkel cadiopt stattfindet.
Wenn die Last des Motors höher als
der Idealfall ist und das Kraftstoffgemisch fetter als der Idealfall
ist, dann findet die Selbstzündung aufgrund
der Kompressionswärme
zu früh
statt. In diesem Fall kann die Strategie II für eine geeignete Reduktion
des wirksamen Kompressionsverhältnisses
c in dem Zylinder 2 stattfinden, so dass die Selbstzündung verzögert wird
und bei dem optimalen Kurbelwellenwinkel cadiopt stattfindet.
Die Strategie I und die Strategie II sind somit innerhalb separater,
jedoch einander benachbarter Lastbereiche anwendbar. Das Anwenden
der Strategie I im Falle von magereren Kraftstoffgemischen als der
Idealfall und von Strategie II im Falle von fetteren Kraftstoffgemischen als
der Idealfall macht eine optimale Selbstzündung innerhalb eines relativ
großen
Lastbereichs möglich.
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Da
der effektive Kompressionsbereich c nicht zu stark beschränkt sein
sollte, ist die Strategie II nicht für Lasten oberhalb eines bestimmten
Wertes anwendbar. Die Zusammensetzung von Kraftstoffgemischen für derartig
hohe Lasten wird so gewählt, dass
es vor Erreichen des optimalen Kurbelwellenwinkels cadiopt selbst
zündet,
selbst dann, wenn dort die maximal akzeptable Reduzierung des effektiven Kompressionsverhältnisses
cmin liegt. In diesem Fall kann eine dritte
Strategie III angewandt werden. Die Strategie III bedingt, dass
gekühlte
Abgase der Verbrennungskammer III zugeführt werden. Die gekühlten Abgase
bewirken, dass das Kraftstoffgemisch später zündet. Die Steuereinheit 19 kann
somit das wirksame Kompressionsverhältnis c durch Schließen des
Einlassventils 8 etwas näher am Optimum des Kurbelwellenwinkels
ivcopt anheben. Der Säuregehalt der Abgase wird zunehmen
und deshalb auch der Lambdawert. Die Steuereinheit 19 kann
dann mehr Kraftstoff der Verbrennungskammer 3 zuführen, um eine
höhere
Motorlast zu erreichen. Das Zuführen von
gekühlten
Abgasen bewirkt, dass das Verschließen ivc des Einlassventils
sich entlang der Kurve gemäß 4 nach
links verschiebt auf einen ivc Wert, der zwischen ivcmax und
ivcopt liegt. Die Strategie III macht es
auch innerhalb dieses Hochlastbereichs möglich, die Selbstzündung des
Kraftstoffgemisches durch Verändern
des effektiven Kompressionsverhältnisses
c in dem Zylinder 2 zu steuern/regeln, ohne unterhalb des
niedrigsten akzeptablen effektiven Kompressionsverhältnis cmin zu gelangen. Die Strategie III ist somit
innerhalb eines Lastbereichs anwendbar, der höher ist, als der Lastbereich
für die Strategie
II. Das Anwenden einer Steuerung/Regelung, die sowohl Strategie
II als auch Strategie III umfasst, ermöglicht es, dass die Steuereinheit
die Selbstzündung
von Kraftstoffgemischen hinsichtlich eines optimalen Kurbelwellenwinkels
cadopt innerhalb eines relativ großen Lastbereichs
steuert.
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Vorteilhafterweise
werden alle drei Strategien I, II, III angewandt, um den Motor 1 innerhalb
eines Lastbereichs Ltot zu steuern, der
die drei Teilbereiche LI LII,
LIII umfasst. 5 stellt
die drei Teilbereiche LI LII,
LIII schematisch als Funktion der Last L
und der Motordrehzahl rpm dar. Die Strategie I wird im Falle eines
lastfreien und Niedriglastbetriebs eingesetzt, die Strategie II
in einem Betrieb bei mittlerer Last und die Strategie III bei einem
Hochlastbetrieb. Die verschiedenen Strategien I, II und III können somit
innerhalb der Teilbereiche LI, LII, LIII angewandt werden,
die sich selbstverständlich
gegenseitig überlappen.
Somit kann die Steuereinheit 19 eine kontinuierliche Steuerung/Regelung
der Selbstzündung
des Motors 1 über
einen breiten Lastbereich Ltot bereitstellen.
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6 stellt
ein Flussdiagramm dar, das ein Verfahren zum Steuern/Regeln des
Motors 1 beschreibt. Bei Schritt 20 startet der
Motor. Bei Schritt 21 findet ein Verbrennungsprozess in
der Verbrennungskammer 3 statt. Der Drucksensor 16 erfasst
die Druckcharakteristik in der Verbrennungskammer 3. Der
Drucksensor 16 sendet im Wesentlichen kontinuierlich an
die Steuereinheit 19 Signale über den in der Verbrennungskammer 3 herrschenden
Druck. Die Steuereinheit 19 empfängt auch von dem Sensor 17 Informationen über den
gegenwärtigen
Kurbelwellenwinkel. Bei Schritt 22 nutzt die Steuereinheit 19 Informationen über den
Druck p in der Verbrennungskammer 3 und den Kurbelwellenwinkel
cad, um den Kurbelwellenwinkel cad; zu berechnen, bei dem die Selbstzündung des
Verbrennungsprozesses stattgefunden hat. Die Steuereinheit 19 umfasst
gespeicherte Referenzwerte, die einen optimalen Kurbelwellenwinkel
cadi,opt betreffen, bei dem die Selbstzündung stattfinden
sollte. Bei Schritt 23 vergleicht die Steuereinheit 19 den
aktuellen Kurbelwellenwinkel cadi bei einer
Selbstzündung
und den optimalen Kurbelwellenwinkel cadi,opt für eine Selbstzündung. Wenn
cadi größer als
cadi,opt ist, dann hat der Verbrennungsprozess
zu spät
begonnen und die Steuereinheit 19 ist dazu ausgelegt, Maßnahmen
zu ergreifen, um eine frühere
Selbstzündung
in den nachfolgenden Verbrennungsprozessen zu fördern. Wenn cadi kleiner als
cadi, opt ist, dann
hat der Verbrennungsprozess zu früh begonnen und die Steuereinheit 19 ist
dazu ausgelegt, Maßnahmen
zu ergreifen, um eine spätere Selbstzündung in
den nachfolgenden Verbrennungsprozessen zu fördern.
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Bei
Schritt 24 schätzt
die Steuereinheit 19, ob es möglich ist, mittels der Strategie
I die Selbstzündung
des folgenden Verbrennungsprozesses zu steuern. Wenn cadi größer als
cadi,opt ist, hat der jüngste Verbrennungsprozess spät begonnen
und eine etwas größere Menge
an heißen
Abgasen hätte deshalb
dem Verbrennungsprozess zugeführt
werden sollen. Wenn cadi kleiner als cadi,opt ist, hat der jüngste Verbrennungsprozess früh begonnen
und eine etwas kleinere Menge an heißen Abgasen hätte deshalb
dem Verbrennungsprozess zugeführt
werden sollen. Bei Schritt 25 verwendet die Steuereinheit 19 neue
Werte für
das Verschließen
evc' des Auslassventils
und des Öffnens
ivo' des Einlassventils, so
dass eine eingestellte Menge von Abgasen in der Verbrennungskammer
während
des nachfolgenden Verbrennungsprozesses zurückgehalten wird. Bei Schritt 26 veranlasst
die Steuereinheit 19 ein Verschließen des Einlassventils bei
dem Kurbelwellenwinkel ivcopt, bei dem eine
optimale Kompression in dem Zylinder 2 herrscht. Wenn es
nicht möglich
ist, die Menge an in der Verbrennungskammer zurückgehaltenen Abgasen weiter
zu reduzieren, kann sich herausstellen, dass die Last zu groß ist, um
die Strategie I zum Steuern der Selbstzündung des folgenden Verbrennungsprozesses
auf einen optimalen Kurbelwellenwinkel zur Selbstzündung cadi,opt anzuwenden.
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Wenn
die Selbstzündung
nicht mittels Strategie I gesteuert/geregelt werden kann, wird bei
Schritt 27 geschätzt,
ob es möglich
ist, die Selbstzündung durch
Anwenden von Strategie II zu steuern/zu regeln. Die Strategie II
bedingt, dass das Verschließen ivc' des Einlassventils
früher
oder später
als der optimale Wert ivoopt stattfindet.
Dies bedeutet, dass das wirksame Kompressionsverhältnis c
in dem Zylinder 2 reduziert werden kann und dass die Selbstzündung verzögert werden
kann. Die Strategie II kann somit dann angewandt werden, wenn das
zugeführte
Kraftstoffgemisch derartige Eigenschaften besitzt, dass es bei einem
zu frühen
Kurbelwellenwinkel während
der Kompression in dem Zylinder 2 selbst zündet. Das
effektive Kompressionsverhältnis
c sollte deshalb nicht auf einen minimalen Wert cmin abgesenkt
werden. Das Verschließen
icv' des Einlassventils
ist daher auf Kurbelwellenwinkelbereiche e, f beschränkt, die
in 4 dargestellt sind. Wenn die Steuereinheit 19 ein Verschließen ivc' des Einlassventils
schätzt,
das weder oberhalb von ivcmax noch unterhalb
von ivcmin liegt, kann die Strategie II
zum Steuern/Regeln der Selbstzündung
eingesetzt werden. Wenn cadi größer als cadi,opt ist, hat der jüngste Verbrennungsprozess spät begonnen,
so dass die Steuereinheit 19 das Verschließen ivc' des Einlassventils
für den
nächsten Verbrennungsprozess
zu einem geeigneten Grad in Richtung ivoopt verstellt,
um das Kompressionsverhältnis
c in dem Zylinder 2 anzuheben. Wenn im Gegensatz dazu cadi kleiner als cadi,opt ist,
hat der jüngste
Verbrennungsprozess früh
begonnen, so dass die Steuereinheit das Verschließen ivc' des Einlassventils
des nachfolgenden Verbrennungsprozesses zu einem geeigneten Grad
weg von ivoopt verstellt, um das Kompressionsverhältnis c
in dem Zylinder 2 weiter zu reduzieren. Wenn der neue Wert
ivc', der von der
Steuereinheit 19 berechnet wurd, in die Kurbelwellenwinkelbereiche
e, f fällt,
ist es daher möglich, die
Strategie II zum Steuern des folgenden Verbrennungsprozesses anzuwenden.
In diesem Fall initiiert die Steuereinheit 19 bei Schritt 28 das
Verschließen des
Einlassventils 8 bei dem berechneten Verschließen ivc' des Einlassventils.
Bei Schritt 29 beginnt die Steuereinheit 19 das
Verschließen
evcopt des Auslassventils und das Öffnen ivoopt des Einlassventils bei Kurbelwellenwinkel,
die zu einem minimalen Kraftstoffverbrauch führen. Das Öffnen ivo des Auslassventils
wird auf einen geeigneten Wert durch übergeordnete Motorparameter
gesteuert, die unabhängig
von Strategie II sind.
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Wenn
die Steuereinheit 19 einen ivc' Wert schätzt, der nicht in die Kurbelwellenwinkelbereiche e,
f fällt,
ist es nicht möglich,
einfach ein reduziertes Kompressionsverhältnis zum Steuern/Regeln der Selbstzündung in
Richtung auf den optimalen Kurbelwellenwinkel cadi,opt hin
zu verwenden. In solchen Fällen
wird die Zusammensetzung des Kraftstoffgemisches derart gewählt, dass
das Steuern/Regeln der Selbstzündung
auf den optimalen Kurbelwellenwinkel cadi,opt eine
Reduzierung des Kompressionsverhält nisses
c auf einen Wert unterhalb cmin bedingt. Bei
Schritt 30 wendet die Steuereinheit 19 deshalb die
Strategie III an, die bedingt, dass gekühlte Abgase der Verbrennungskammer
zugeführt
werden. Wenn cadi größer als cadi,opt ist,
hat der jüngste
Verbrennungsprozess spät
begonnen und die Steuereinheit steuert das Ventil 14 derart,
dass eine kleinere Menge an gekühlten
Abgasen dem nachfolgenden Verbrennungsprozess zugeführt wird.
Wenn cadi kleiner als cadi,opt ist,
dann hat der Verbrennungsprozess früh begonnen und die Steuereinheit
steuert/regelt das Ventil 14 so, dass eine größere Menge
an gekühlten
Abgasen dem nachfolgenden Verbrennungsprozess zugeführt wird.
Bei Schritt 31 berechnet die Steuereinheit dann die Menge
an gekühlten
Abgasen ceg, die der Verbrennungskammer 3 zugeführt werden
sollte, damit eine Selbstzündung
des Kraftstoffgemisches bei einem optimalen Kurbelwellenwinkel cadi,opt stattfindet. Das Zuführen einer
geeigneten Menge von gekühlten
Abgasen ceg führt
zu einer späteren
Verbrennung des Kraftstoffgemisches. Der ivc Wert wird somit entlang
der Kurve gemäß 4 in
Richtung nach links zu einem ivc Wert hin verschoben, der zwischen
ivcmax und ivcopt liegt.
Bei Schritt 32 hebt die Steuereinheit 19 das Kompressionsverhältnis c
durch Einleiten eines Schließens
ivc' des Einlassventils
an, das zwischen dem optimalen Verschließen des Einlassventils ivcopt und ivcmax liegt,
Der Lambdawert wird somit angehoben, was es möglich macht, dass mehr Kraftstoff
der Verbrennungskammer zugeführt
wird und eine höhere
Motorlast erreicht wird. Bei Schritt 33 beginnt die Steuereinheit 19 das
Verschließen
evcopt des Auslassventils und das Öffnen ivoopt des Einlassventils bei Kurbelwellenwinkel,
die zu einem minimalen Kraftstoffverbrauch führen. Das Öffnen evo des Auslassventils
wird durch übergeordnete
Motorparameter gesteuert, die von Strategie III unabhängig sind.
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Die
Erfindung ist keineswegs auf das Ausführungsbeispiel beschränkt, auf
das sich die Zeichnungen beziehen, und kann statt vielmehr frei
innerhalb des Schutzumfangs der Ansprüche verändert werden. Der Verbrennungsmotor
muss kein HCCI-Motor sein, sondern kann jeder beliebige Verbrennungsmotor
sein, in dem ein homogenes Kraftstoffgemisch durch Kompression selbst
zündet.
Die Zeichnungen beziehen sich auf einen Zylinder des Verbrennungsmotors 1,
jedoch kann die Anzahl der Zylinder natürlich verändert werden, ebenso wie die Anzahl
weiterer Komponenten, wie Ventile, einspritzmittel etc.
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Zusammenfassung
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Anordnung und Verfahren
zum Steuern eines Verbrennungsmotors
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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine Anordnung und ein Verfahren
zum Steuern eines Verbrennungsmotors (1), beispielsweise
des Typs eines sogenannten HCCI-Motors.
Die Anordnung umfasst eine Steuereinheit (19), die dazu
ausgelegt ist, die Selbstzündung
des Kraftstoffgemisches auf einen optimalen Kurbelwellenwinkel hin
(cadiopt) innerhalb eines Lastbereichs (Ltot) zu steuern. Der Lastbereich (Ltot) kann in wenigstens zwei Teilbereiche
(LII, LIII) unterteilt
werden und die Steuereinheit (19) ist dazu ausgelegt, die
Selbstzündung
des Kraftstoffgemisches auf einen optimalen Kurbelwellenwinkel (cadiopt) innerhalb eines der Teilbereiche (LII) mittels einer Strategie (II) zu steuern,
die bedingt, dass das effektive Kompressionsverhältnis (c) in dem Zylinder (2) verändert wird,
und innerhalb eines zweiten Teilbereichs (LIII)
mittels einer anderen Strategie (III), die bedingt, dass eine variable
Menge an gekühlten
Abgasen (ceg) der Verbrennungskammer (3) zugeführt wird,
so dass es möglich
wird, auch in dem zweiten Teilbereich (LIII)
die Selbstzündung
des Kraftstoffgemisches auf einen optimalen Kurbelwellenwinkel (cadiopt) hin zu steuern, indem das effektive
Kompressionsverhältnis
(c) in dem Zylinder (2) verändert wird, ohne dass es unter
einen niedrigsten akzeptablen Wert (cmin)
fällt.