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Sicherheitsvorrichtung an Schneidmaschinen für Papier, Pappe od. dgl.
Die Erfindung betrifft eine Sicherheitsvorrichtung an Schneidmaschinen für Papier,
Pappe od. dgl. mit einem abnehmbaren Messer und einem das Schneidgut festklemmenden
Klemmbalken.
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Bei größeren Schneidmaschinen, die zum Zerschneiden von ganzen Blattstapeln
dienen, ist es erforderlich, das Messerblatt, wenn es durch eine längere Betriebsdauer
stumpf geworden ist, zu ersetzen. Da dieses Messer schwer und unhandlich ist, ist
es aus Sicherheitsgründen zweckmäßig, besondere Einrichtungen zum Anheben und Absenken
des Messers in die richtige Stellung ohne eine Verletzungsgefahr für den Bedienungsmann
vorzusehen. Es ist außerdem wünschenswert, daß der Schneidmechanismus in der Zeit,
während deren der Bedienungsmann das Messer ersetzt, zwangläufig ausgeschaltet ist,
um jegliche Möglichkeit einer zufälligen Betätigung des Schneidmechanismus und eine
dann mögliche Verletzung der Hände oder Arme des Bedienungsmanns auszuschalten.
Aus diesem Grunde ist es bekannt, am freien Längsrand der Vorderseite des Klemmbalkens,
der hydraulisch betätigt wird, Bohrungen für Klemmschrauben zum Abstützen des Messers
beim Ein- und Ausbau desselben vorzusehen; hierdurch kann der Klemmbalken, da er
unter verhältnismäßig geringem Druck und mit verhältnismäßig geringer Hebe- und
Senkgeschwindigkeit arbeitet, als Hubeinrichtung zum Ein- und Ausbau des Messers
verwendet werden.
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Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung einer Sicherheitsvorrichtung
für Schneidmaschinen der vorstehend geschilderten Art, die ein selbständiges Einschalten
des Messerantriebes während des Ein- und Ausbaus des Messers, d. h. also während
seiner Befestigung am Klemmbalken, unmöglich macht.
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Zur Lösung dieser Aufgabe sind erfindungsgemäß die Klemmschrauben,
mittels deren das Messer am Klemmbalken befestigt werden kann, in einen Steuerstromkreis
für den Messerantrieb derart eingeschaltet, daß die Unterbrechung des Stromkreises
bei Herausnahme der Klemmschrauben zwecks Befestigung des Messers an den Klemmbalken
eine Einschaltung des Messerantriebes unmöglich macht.
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Eine solche Sicherheitsvorrichtung ist auf Schneidmaschinen mit beliebigem
Messerantrieb anwendbar; in jedem Falle bewirkt die Entnahme der Klemmschrauben
über elektrische, elektrohydraulische oder vollhydraulische Hilfssteuerungen eine
Ausschaltung des Messerantriebes. Bei Schneidmaschinen mit elektrisch schaltbarer
Schneidmesser-Antriebskupplung und einem den Messerantrieb verriegelnden, in der
Steuerleitung der Kupplung angeordneten Sicherheitsanschlag kann die Anordnung erfindungsgemäß
derart betroffen werden, daß in den Steuerstromkreis zur Betätigung eines Solenoids
für die elektrisch schaltbare Kupplung die Klemmschrauben derart eingeschaltet sind,
daß die Kupplung bei Herausnahme der Klemmschrauben gelöst ist. Wenn also die Klenunschrauben
aus einem Schaltkasten, in dem sie während des normalen Arbeitens der Schneidmaschine
untergebracht sind, herausgenommen werden, um das Messer am Klemmbalken zu befestigen,
so kann das Schneidmesser nicht mehr angetrieben werden, weil die in seinen Antrieb
eingeschaltete Kupplung geöffnet ist. Es kann außerdem eine Leitung an den Steuerstromkreis
angeschlossen und mit einem Messerantriebs-Ruheschalter sowie einem Steuerrelais
zur gleichzeitigen Beeinflussung der Kupplung und des Solenoids vorgesehen sein.
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Bei Schneidmaschinen mit hydraulisch betätigtem Klemmbalken und zwei
Ventilen, von denen das eine zur Reduzierung des Klemmdruckes außerhalb der Klemmperiode
und das andere zum Umsteuern der Klemmbalkenbewegung dient, können erfindungsgemäß
die Solenoide der Ventile mit Leitungen an den Steuerstromkreis angeschlossen werden.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
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Fig. 1 ist eine schematische Stirnansicht einer Schneidmaschine gemäß
der Erfindung und zeigt die
Schalttafel, in der die Befestigungsteile
für das Messer untergebracht sind; Fig. 2 ist eine schematische Seitenansicht der
in Fig. 1 gezeigten Maschine und zeigt die gegenseitige Lage des Messerblattes und
des Klemmhalters; Fig. 3 ist ein vergrößerter- Teilschnitt des Messer-Blattes und
des Klemmhalters, wobei die Befestigungsteile zwecks Aufnahme des Messers an Ort
und Stelle gebracht sind; die gestrichelten Linien zeigen die Stellung des Klemmhalters,
wenn das Messer von seinem Halter abgenommen ist; Fig. 4 ist ein schematischer Grundriß
des Antriebsmechanismus für.die Schneideinrichtung; Fig.5 ist ein Teilschnitt durch
den Schaltkasten gemäß Fig. 1 und zeigt, wie die Messerbefestigungsteile in ihrer
Aufbewahrungsstellung Schalter in dem elektrischen Kreis betätigen; Fig. 6 ist ein
schematischer Stromlaufplan, der die Betätigungs- und Steuerweise der Maschine zeigt;
Fig. 7 ist ein schematisches Diagramm des hydraulischen Kreises zur Betätigung des
Stapel-Klemmhalters.
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Gemäß den Zeichnungen, die eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung
zeigen, besitzt die Schneidmaschine eine Grundplatte 10 mit einteiligen Seitenrahmen
11 bzw..12, wobei Lagerungen für verschiedene Arbeitsteile der Maschine vorgesehen
sind. Auf dem Rahmen ist ein Arbeitstisch gelagert, der auf der vorderen oder Bedienungsseite
über den kahmen übersteht und eine Auflagefläche für das zu schneidende Material
bildet.
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Es sind vordere Führungsbahnen 16 und 17 vorgesehen, die Führungskanäle
zur Führung und Bewegungsausrichtung der Messerstange 20 bilden. Ein Schließteil
21 verbindet die oberen Enden der beiden Führungssäulen und erstreckt sich über
die gesamte Breite der Maschine; es erhöht die Steifigkeit und Starrheit der Maschine.
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Die Messerstange 20 besitzt Führungsflächen 22 an ihren beiden Enden,
von denen gewisse Teile in den durch die Säulen 16 und 17 gebildeten Führungen gleiten.
Die Messerstange hat an ihrer Unterseite eine in Fig. 2 bei 25 dargestellte Schrägfläche,
an der das Schneidblatt 26 mittels in die Messerstange eingelassener Schrauben 27
befestigt wird.
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Der Mechanismus zur Betätigung des Messers ist derart ausgebildet,
daß die Schneidkräfte genau in der Bewegungsebene des Messers aufgebracht werden,
und zwar durch ein einfaches System von Hebeln und Armen, die eine schnelle Messerbewegung
ergeben und gleichzeitig einen Seitenschub auf das Messerblatt oder die Messerstange
vermeiden, die die Gleichmäßigkeit des Schneidvorganges stören oder einen überflüssigen
oder übermäßigen Verschleiß hervorrufen würden.
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Zu diesem Zweck sind an den gegenüberliegenden Enden der Messerstange
nach unten ragende Arme 30 und 31 vorgesehen, die Öffnungen zur Aufnahme von Zapfen
32 und 33 aufweisen, die, wie dargestellt, neben und etwa in der Ebene der Messerunterkante
liegen. Die Verbindungen der beiden gegenüberliegenden Enden des Messers sind derart
angeordnet, daß sie eine doppelte Seherwirkung ergeben. Dies bedeutet, daß das Messer
sich während des Schneidhubes nach unten und seitlich bewegt; da jedoch die gegenüberliegenden
Enden des Messers sich vorher in unterschiedlichen Ausgangs-Höhenstellungen gegenüber
dem Schneidtisch befinden, bewegt sich das eine Ende mehr nach unten als das andere
Ende, so daß das Messer am Ende seines Hubes mit seiner Kante parallel zum Arbeitstisch
und in genauer Berührung mit der üblichen Schneidauflage liegt. Dies bedingt eine
gewisse seitliche Bewegung des Messers zum Arbeitstisch, .wobei die sich ergebende
Schiebewirkung zu den gewünschten Schneidergebnissen führt.
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Dieser Mechanismus weist einen Hebel 35 auf der linken Seite
auf, der auf dem Zapfen 32 schwenkbar gelagert ist. Dieser Hebel besitzt eine einstellbare
Gewindeverbindung 36, mittels deren die wirksame Hebellänge verändert werden kann,
und sein unteres Ende ist mittels eines Zapfens 37 schwenkbar mit einem Arm eines
dreiarmigen Winkelhebels 40 verbunden, der um die Mittellinie des Zapfens
41 schwenkbar im Rahmen 11 gelagert ist. Ein geeigneter Vorsprung an der Außenseite
der Messerstange gleitet in einer Führung 42.
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Das gegenüberliegende Ende der Messerstange ist mittels eines Zapfens
33 an einen Hebel 45 aasgelenkt, der eine einstellbare Gewindeverbindung
46 aufweist, mittels deren seine wirksame Länge verändert werden kann. Der
Hebel 45 ist an seinem unteren Ende mittels eines Zapfens 47 an einen Arm eines
zweiarmigen Winkelhebels 49 aasgelenkt, der mittels eines Zapfens 50 schwenkbar
im Rahmen 12 gelagert ist. Ein zweiter Arm 51 des dreiarmigen Winkelhebels
40 nimmt einen Zapfen 52 auf, mittels dessen er mit einer Querstange
53 schwenkbar verbunden ist, die an ihrem anderen Ende bei 56 mit dem unteren Arm
57 des zweiarmigen Winkelhebels verbunden ist. Auf diese Weise müssen sich, wie
in Fig. 1 dargestellt, die beiden Winkelhebel infolge der Querstange 53 gemeinsam
verschwenken, wobei jeder Winkelhebel die Betätigung des zugehörigen Endes der Messerstange
um einen unterschiedlichen Weg bewirkt, indem das zugehörige Ende der Messerstange
zu Ende seines Abwärtshubes in eine horizontale Stellung gebracht wird.
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Der Antrieb der Messerstange 20 erfolgt über eine Pleuelstange 60,
die an den dritten Arm 61 des dreiarmigen Winkelhebels 40 aasgelenkt ist.
Die Pleuelstange wird angetrieben von einem Kurbelzapfen 62, der von einem Kurbelarm
63 getragen wird, der seinerseits im Unterrahmen der Maschine in geeigneter Weise
gelagert ist. Der Antriebsmechanismus ist in Fig. 4 gezeigt, aus der ersichtlich
ist, daß der Kurbelarm 63 auf der Hauptwelle 65 drehbar gelagert ist.
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Die Welle 65 wird von einem Zahnrad 66 angetrieben, das auf der Welle
befestigt ist und mittels eines an einem großen Zahnrad 68 befestigten Ritzels 67
angetrieben wird. Das Ritzel und das große Zahnrad 68 sind auf einer feststehenden
Welle 70 verdrehbar gelagert. Das Zahnrad 68 wird von einem Ritzel
71 angetrieben, das auf einer Vorgelegewelle 72 befestigt ist, die ihrerseits im
Maschinenrahmen drehbar gelagert ist.
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Die Antriebsleistung wird von einem Antriebsmotor 75 geliefert, der
hinter der Maschine angeordnet ist und zweckmäßig von dem nach hinten verlaufenden
Ende der feststehenden Welle 70 getragen wird. Der Motor besitzt eine Antriebsriemenscheibe
76, über die eine Anzahl von Keilriemen 77 gelegt ist, die außerdem mit dem Umfang
eines Schwungrades 80 im Reibeingriff stehen und das Antriebsdrehmoment in
dieses einleiten. Das Schwungrad 80 wird
von einer Welle
81 getragen, die als Antriebswelle arbeitet und koaxial- zu der Vorgelegewelle 72,
jedoch unter einem gewissen -Abstand von dieser, angeordnet ist.
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Zur Verbindung der Antriebswelle 81 und der Vorgelegewelle
72 sind eine Kupplung 82 und eine Bremse 83 vorgesehen. Die Kupplung
ist eine Elektromagnetkupplung, so daß sie jederzeit zum Eingriff gebracht werden
kann durch Speisung ihrer Windungen, um den Schneidmechanismus jedesmal zu betätigen,
wenn der Maschine Antriebsleistung zugeführt wird.
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Ebenfalls an der Hauptwelle 85 befestigt ist eine pockenförmige Sicherheitsplatte
85, die sich zusammen mit der Welle dreht. Ein Sicherheitsanschlagszapfen 86 steht
in die Bewegungsbahn der Platte 85 vor und verhindert eine weitere Verdrehung derselben
bei Auftreten eines Fehlers in dem Maschinenbetätigungsmechanismus. Der Sicherheitsanschlag
86 wird durch ein Solenoid 87 betätigt, das es ermöglicht, daß der Anschlagstift
86 automatisch aus der Bewegungsbahn der Platte 85 herausgezogen wird, wenn der
Motor 75 eingeschaltet wird.
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Beim Schneiden verhältnismäßig dicker Stöße oder Stapel von Papiermaterial
ist es wesentlich, daß der Stapel während der Arbeit der Messerstange
20 genau festgehalten wird, so daß die einzelnen Blätter alle die gleichen
Maße erhalten und keine gezackten, ausgerissenen Kanten aufweisen. Dies wird normalerweise
durch einen Klemmhalter 90 bewirkt, der sich neben der Messerstange 20 in
Richtung auf den Arbeitstisch 15 zu und von diesem weg bewegt. Das unmittelbare
Nebeneinanderliegen der Messerstange 20 und des Klemmhalters 90 ist
aus den Fig. 2 und 3 klar ersichtlich. Die Bewegung des Klemmhalters wird durch
ein an sich bekanntes Parallelgestänge hervorgerufen. Dieses Gestänge besitzt nach
unten verlaufende Arme 91 und 92, an deren unteren Enden Hebel
93 und 94 schwenkbar aasgelenkt sind. Diese Hebel sind mittels Zapfen
95 und 96 schwenkbar an die Arme von Winkelhebeln 97 bzw. 98 aasgelenkt. Der Hebel
97 ist schwenkbar auf dem vorderen Ende der feststehenden Welle 70 gelagert, während
der Hebel 98 schwenkbar auf einem im Seitenrahmen 12
gelagerten Zäpfen
100 gelagert ist.
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Eine Stange 101 verbindet die gegenüberliegenden Enden der
Winkelhebel zu entsprechender Bewegung, und die Leistung wird durch einen bei 103
schwenkbar am Winkelhebel 98 aasgelenkten Hebel 102 eingeleitet. Ein hydraulischer
Zylinder 105 mit einem darin verschiebbaren Kolben 106 ist mittels eines
Bolzens 107 schwenkbar mit dem Hebel 102 verbunden. Durch diesen Mechanismus wird
dem Klemmhalter die für das Anpressen gegen das zu schneidende Material erforderliche
Anpreßkraft in vorbestimmter Größe zugeleitet, außerdem auch die Kraft zum Anheben
des Klemmhalters in seine angehobene Stellung oberhalb des zu bearbeitenden Materials
auf dem Tisch.
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Das hydraulische System für die Betätigung des Klemmhalters 90 ist
in Fig. 7 dargestellt, wobei der hydraulische Zylinder 105 mit dem Kolben 106 schematisch
gezeigt sind. Der hydraulische Druck im System wird durch eine Pumpe 110 erzeugt,
und der Druck wird bestimmt durch ein Überdruckventil 111, dessen eine Seite mit
einem unter niedrigerem Druck stehenden Rückflußsystem oder einem Tank T verbunden
ist. Ein Ventil 112- und ein Manometer 113
sind mit dem hydraulischen
System über eine Leitung 114 verbunden, die in die Leitung 115 einmündet,
die die Pumpe 110 mit dem Überdruckventil 111
verbindet. Zwischen der
Flüssigkeitspumpe und dem hydraulischen Zylinder 105 ist in das Hydrauliksystem
ein Rückschlagventi1116 eingeschaltet, das eine Rückströmung der Flüssigkeit in
Richtung auf die Pumpe verhindert. Außerdem ist in diesen Leitungsteil ein Paar
von Flüssigkeits-Steuerventilen 120, 121 eingebaut, die in Leitungen 122, 123 liegen,
die den Hydraulikzylinder mit einem Umkehrventil 125 verbinden. Das Ventil 125 wird
durch ein Solenoid 126 betätigt zwecks Bestimmung der Strömungsrichtung der Flüssigkeit
durch das Ventil und damit der Auf- oder Abwärtsbewegung des Kolbens 106.
In der aus der Zeichnung ersichtlichen Einstellung fließt die Druckflüssigkeit in
den oberen Teil des Zylinders 105, so daß die im unteren Teil des Zylinders
enthaltene Flüssigkeit durch die Leitung 123 in den Tank T zurückfließt,
aus dem die Pumpe 110 ansaugen kann.
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Da es häufig wünschenswert ist, den Klemmhalter mit einem im Vergleich
zu dem verhältnismäßig hohen hydraulischen Druck beim Anpressen des Klemmhalters
zwecks Festklemmens eines Materialstapels gegen den Arbeitstisch verhältnismäßig
geringen Druck zu betreiben, ist eine zusätzliche Hydraulikleitung 127 vorgesehen,
in die hinter einem Nadelventil 131 ein Ablaßventil 130 eingeschaltet ist, das mittels
eines Solenoids 132 betätigt wird. Die Druckhöhen in dem hydraulischen System
werden so gesteuert, daß in der Hauptleitung 115 zu jedem Zeitpunkt ein Mindestbetätigungsdruck
herrscht, der dazu ausreicht, den Klemmhalter 90 ohne Zuhilfenahme irgendwelcher
mechanischer Halte- oder Verriegelungseinrichtungen in seiner obersten Stellung
zu halten. Dieser Mindestdruck wird auch aufrechterhalten, wenn ein Auswechseln
des Messerblattes 26 vorgenommen werden soll, weil der Bedienungsmann während dieser
Zeitperiode unmittelbar mit dem Messer umgeht und eine zufällige Betätigung des
Klemmhalters mit hohem Druck zu einer ernstlichen Verletzung des Bedienungsmannes
führen könnte.
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Infolge der Schneidmaschinen der vorstehend geschilderten Art anhaftenden
Gefährlichkeit sind bei der Herstellung solcher Maschinen bereits vielfältige Sicherheitsvorkehrungen
getroffen worden, um eine zufällige Betätigung des Messerblattes zu verhindern und
eine Betätigung nur dann zuzulassen, wenn die Hände und Arme des Bedienungsmannes
vollständig aus der Umgebung des Messerblattes herausgenommen worden sind. Ein Beispiel
für eine solche Sicherheitseinrichtung ist der bereits weiter oben erwähnte Sicherheitsanschlag
86. Offensichtlich muß, wenn ein Blatt so abgestumpft ist, das es ersetzt werden
muß, der Bedienungsmann das schwere und unhandliche Blatt bewegen, das für gewöhnliche
Verhältnisse immer noch recht scharf ist. Ein großer Teil der hierbei vorhandenen
Gefahr kann ausgeschaltet werden, indem mechanische Einrichtungen zur Aufhängung
des Blattes während des Austauschvorgangs. vorgesehen werden, so daß der Bedienungsmann
das Blatt nicht selbst halten muß.
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Eine Möglichkeit zur Aufhängung des Messerblattes während seines Austausches
ist die Verwendung von Befestigungsteilen nach Art der Knöpfe 135, die zeitweise
an dem, Klemmhalter 90 zwischen dessen Enden befestigt werden können, wonach
der
Klemmhalter in eine solche Stellung bewegt wird, daß die Befestigungsteile
135 unmittelbar unterhalb des zu unterstützenden Messerblattes liegen. Eine solche
Anordnung ist in Fig. 3 angedeutet, wobei die Befestigungsteile 135 in derjenigen
Stellung gezeigt sind, die sie während des Abnehmens des Messerblattes 26 von der
Messerstange 20 einnehmen würden.
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Wenn der Messer-Antriebsmechanismus bei in den Klemmhalter
90 eingeschraubten Befestigungsteilen eingeschaltet werden könnte, so könnten
der Schneid- und Klemmechanismus beträchtlich beschädigt und der Bedienungsmann,
der möglicherweise seine Hände in unmittelbarer Nähe hat, ernstlich verletzt werden.
Aus diesem Grunde ist gemäß der Erfindung ein Stromkreis vorgesehen, der in den
Antriebsmotorkreis und den hydraulischen Kreis eingeschaltet ist, um die Betätigung
der Messerstange 20 zu verhindern und ein Arbeiten des Klemmhalters 90 nur mit geringem
hydraulischem Druck zu gestatten.
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Wie Fig. 6 zeigt, sind parallel zwischen die Speiseleitungen L 1 und
L 2 eine Reihe von Stromkreisen eingeschaltet. Die erste Leitung 140 enthält
einen geeigneten Hauptschalter 141, ein Steuerrelais 142
und einen
Satz Relaiskontakte 142a. Diese Leitung 140 wird zunächst über die
Leitung 143 durch Schließen der in Reihe geschalteten Schalter 144 und
145 an Spannung gelegt. Die Leitung 143 bildet eine Umgehungsleitung
für die Relaiskontakte 142 a bis zu demjenigen Zeitpunkt, zu dem das Relais
142 geschlossen wird, wodurch es die Kontakte schließt und den Kreis dauernd unter
Spannung hält. Die Leitung 146 ist normalerweise offen, bis die in Reihe geschalteten
Schalter 147 und 148 geschlossen werden, um den Kreis über einen normalerweise
geschlossenen Messerantriebs-Ruheschalter 149, einen zweiten Satz von Relaiskontakten
142 b und ein zweites Steuerrelais 150 zu schließen.
Bei Schließen des Steuerrelais 150 werden seine in der Leitung
151 liegenden Relaiskontakte 151a geschlossen, so daß sie die Schalter
147 und 148 umgehen und diesen Kreis unter Spannung halten. Eine dritte Leitung
155 wird bei Schließen der Steuerrelais 142 und 150, die ihre zugehörigen Relaiskontakte
142 c, 150 b schließen, sowie der in Reihe geschalteten Schalter 156
und 157 geschlossen. Das Schließen der Schalter 156, 157 erfolgt gleichzeitig mit
dem Schließen der Schalter 147 und 148 und dem öffnen der Schalter 144 und 145.
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Außerdem ist in der Leitung 155 ein zweites Paar von in Reihe
geschalteten Schaltern 158, 159 vorgesehen, deren Schließen eine Betätigung der
Kupplung 82 zur Folge hat. Parallel zu den drei vorstehend geschilderten Kreisen
ist eine Ringleitung 165
geschaltet, in die durch das Relais 150 gesteuerte
Relaiskontakte 150c eingeschaltet sind, so daß diese Leitung nur bei gleichzeitiger
Schließung des Kreises 146 geschlossen wird. Bei Schließen der Kontakte 150
c erhält das Solenoid 126 Spannung und bringt das Ventil 125 in diejenige
Stellung, in der Druckflüssigkeit dem Zylinder 105 durch die Leitung
123
zugeleitet wird, so daß der Kolben 106 nach oben und der Klemmhalter
90 nach unten bewegt wird.
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Ferner verläuft eine Leitung 170 zwischen den Speiseleitungen
L 1 und L 2, die ein Paar von in Reihe geschalteten Schaltern 158
a, 159 a enthält, die gleichzeitig und zusammen mit den Schaltern
158, 159 betätigt werden, so daß auch das Solenoid 87 des Sicherheitsanschlages
ausgeschaltet wird. Der Sicherheitsanschlag 86 wird sodann nicht mehr zurückgezogen,
und eine Bewegung , des Messerstangen-Betätigungsmechanismüs wird verhindert. Um
eine ungewollte Einschaltung des Solenoids 87 zu verhindern, sind in die Leitung
170 Relaiskontakte 150 d eingeschaltet, so daß es erforderlich ist, das Steuerrelais
150 zu schließen, bevor das Solenoid 87 eingeschaltet werden kann, um den Sicherheitsanschlag
86 außer Eingriff mit der Sicherheitsplatte 85 zu ziehen. Ein letzter Kreis 175
ist auf der Ausgangsseite der Schalter 158 a, 159 a mit dem
Kreis 170 verbunden, so daß ein Öffnen dieser Schalter auch eine Ausschaltung
des das Ablaßventi1130 steuernden Solenoids 132 zur Folge hat. Wenn dieses Solenoid
abgeschaltet wird, wird das Ablaßventil derart eingestellt, daß nur noch ein geringer
hydraulischer Betätigungsdruck dem Klemmhalter 90 zugeleitet wird.
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Die Schalter 158, 158a, 159 und 159a sind als zweipolige
Schalter ausgebildet, die in einem Schaltkasten 180 (Fig. 1) angeordnet sind, der
an der Vorderseite der Schneidmaschine befestigt ist. Während der normalen Arbeit
sind die Befestigungsteile 135 derart in den Schaltkasten 180 eingeschoben, daß
ihre Enden gegen die Kontaktknöpfe 181, 182 drücken und die Schalter geschlossen
halten. Es ist zwar dargestellt, daß die Kreise 155, 170 unterbrochen werden,
wenn die Befestigungsteile 135 aus dem Schaltkasten 180 herausgenommen werden, indem
die zweipoligen Schalter geöffnet werden; es ist jedoch auch möglich, andere Einrichtungen
zur Unterbrechung der Leitungen in Verbindung mit den Befestigungsteilen 135 zu
verwenden.
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Wenn ein Austausch eines Messerblattes 26 erforderlich wird, so entnimmt
der Bedienungsmann die Befestigungsteile 135 dem Schaltkasten 180, wobei die beiden
elektrischen Leitungen 155 und 170 unterbrochen und die Solenoide 87 und
132 abgeschaltet werden. Infolge der Abschaltung der Leitung 155 kann die
Kupplung 82 den Motor 75 nicht mehr mit der Hauptwelle 65 verbinden und ein Arbeiten
des Schneidmechanismus bewirken. Da gleichzeitig mit dem Ausschalten der Kupplung
im Betätigungskreis das Solenoid 87 abgeschaltet wird, kann der Sicherheitsanschlag
86 nicht aus seiner Eingriffsverbindung mit der Platte 85 herausgezogen werden.
Ferner wird durch Abschalten des Solenoids 132 das Ablaßventi1130 zum Tank hin geöffnet,
so daß nur der niedrige Arbeitsdruck für den Klemmhalter 90
zur Verfügung
steht.
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Nach ihrer Entnahme aus dem Schaltkasten 180 werden die Knöpfe
135 an den Klemmhalter 90 befestigt, nachdem dieser mit niedrigem
Druck in seine unterste Stellung bewegt und der Klemmhalterschalter 149 umgeschaltet
worden ist, um den Kreis 146 zu öffnen und das Sfduerrelais 150 abzuschalten. Hierdurch
werden sämtliche Relaiskontakte 150 a bis 150 d
geöffnet.
Durch das öffnen der Relaiskontakte 150c wird das Solenoid 126 aus dem Kreis herausgenommen
und das Ventil 125 derart umgeschaltet, daß die Druckflüssigkeit durch die Leitung
122 in den Zylinder 105 und durch die Leitung 123 aus dem Zylinder
105 herausfließt. Infolgedessen verschiebt sich der Kolben 106 im Zylinder
105, und der Klemmhalter 90 wird in Richtung auf die Messerstange 20 nach oben bewegt.
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Die Aufwärtsbewegung des Klemmhalters wird fortgesetzt, bis die Befestigungsteile
135 unten an dem
Messerblatt 26 zur Anlage kommen, wie in Fig. 3
dargestellt, so daß die Schrauben 27 in der Messerstange 20 einfach und sicher herausgeschraubt
werden können, ohne das ein Herabfallen des Blattes und eine Verletzung der Hände
oder Arme des Bedienungsmannes zu befürchten sind. Sobald das alte Blatt herausgenommen
worden ist, kann ein neues eingesetzt werden. Nun werden die Befestigungsteile 135
wieder in den Schaltkasten 180 eingeschoben, wodurch die Schalter 158,
158a, 159 und 159a geschlossen und somit die elektrischen und hydraulischen
Kreise wieder in ihren Ausgangszustand gebracht werden. Die Unterbringung der Befestigungsteile
im Schaltkasten hat zusätzlich den Vorteil, daß diese im Bedarfsfall jederzeit greifbar
sind.