DE1118740B - Verfahren und Vorrichtung zum beidseitigen Beschichten von Traegerbahnen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum beidseitigen Beschichten von TraegerbahnenInfo
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Description
- Verfahren und Vorrichtung zum beidseitigen Beschichten von Trägerbahnen Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zum beidseitigen Beschichten von Trägerbahnen mit zu gelierenden Schichten aus thermoplastischen Kunststoffen, wobei die Trägerbahn zunächst beidseitig beschichtet, dann innerhalb eines Gelierkanals geliert und anschließend daran gekühlt wird.
- In der Praxis kommt es bisweilen vor, daß Bahnen, beispielsweise Gewebebahnen oder sonstige Trägerbahnen jedweder Art und Ausbildung, auf beiden Seiten mit einem gelierbaren Auftrag aus thermoplastichem Kunststoff versehen werden sollen. Hierbei treten jedoch Schwierigkeiten in der Warenführung auf, da beide Bahnseiten noch frisch-feucht ,mit dem Beschichtungsauftrag bestrichen sind. So ist denn auch eine Führung der beidseitig beschichteten und zu gelierenden Bahn in den bisher üblichen, waagerechten Gelierkanälen praktisch nicht möglich, da sich die Bahn innerhalb des Kanals durchhängen würde.
- Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, ein Verfahren und eine Vorrichtung zu schaffen, wobei auf zweckmäßige und wirkungsvolle Weise Trägerbahnen beidseitig beschichtbar sind. Und zwar besteht das erfindungsgemäße Verfahren darin, daß die beiden Seiten der zu- beschichtenden Bahn in senkrechter Laufrichtung vor dem Gefierkanal unmittelbar nacheinander beschichtet werden und dann die beschichtete Bahn durch den Gelierkanal ohne jegliche Ab- oder Unterstützung frei hängend senkrecht geführt und erst wieder hinter dem Gelierkanal abgestützt wird.
- Mit diesem neuen Verfahren kann man nun die eingangs beschriebenen Schwierigkeiten beim Beschichten von Trägerbahnen ausschalten, indem der bereits vor dem Gelierkanal beschichteten Bahn im Kanal selbst jegliche Unterstützung fehlt, indem sie in lotrechter Richtung den Kanal frei hängend durchläuft. Bei diesem Verfahren wird die Bahn lediglich vor und erst wieder hinter dem Kanal, z. B. durch je ein Walzenpaar, geführt und abgestützt. Im Kanal selbst weicht die Bahn infolge der senkrechten Laufrichtung nicht im geringsten von ihrer durch die vor und hinter dem Kanal angeordneten Führungswalzen bestimmten Laufrichtung ab. Ansonsten kann die Bahn selbst ihres frei hängenden Durchlaufes wegen zuverlässig im Kanal geliert werden. Die Heizintensität wird im Kanal selbst durch den Freihang der Bahn ebenfalls in einem bisher nicht erreichten Maß günstig gestaltet. Die aufgetragene Beschichtung bleibt somit von der Auftragsstelle an bis nach dem Verlassen des Kanals vollkommen von mechanischen Einflüssen - wie Abstützrollen od. dgl - unberührt.
- Bei der Vorrichtung zum Ausüben des Verfahrens zum beidseitigen Beschichten von Trägerbahnen wird vorgeschlagen, daß zunächst auf einer Seite der Bahn unterhalb der Abstütz- oder Bahnführungswalzen eine Beschichtungsrakel vorgesehen ist, wobei die Bahn selbst an oder nahe an dieser Beschichtungsstelle auf der Gegenseite abgestützt ist, während die zweite Beschichtungsrakel unmittelbar unterhalb dieser letzten Abstützung vor Einlauf in den Geberkanal auf gleicher Bahnseite liegend angeordnet ist, daß der Geberkanal einerseits mit zwei Gruppen von sich gegenüberliegenden Infrarotstrahlkörpern zur Erzeugung einer Infrarotheizzone ausgerüstet ist und daß er andererseits im zweiten Teil des Kanals eine Doppel-Hochfrequenz-Heizzone besitzt, die aus zwei sich gegenüberliegenden Hochfrequenzaggregaten gebildet ist, und daß unterhalb des Gelierkanals eine Kühleinrichtung vorgesehen ist, auf der nacheinander jede Bahnseite für sich, z. B. in einer Kühltrommelgruppe od. dgl., kühlbar ist.
- Auf diese Weise wird die Bahn zunächst auf einer Bahnseite beschichtet und kann dabei auf der nicht beschichteten Seite zunächst noch abgestützt werden, wohingegen die zweite Beschichtungsrakel ohne Gegenstütze arbeitet, da die Bahn bereits im Bereich der zweiten Beschichtungsrakel auf der Gegenseite beschichtet ist. Die nächste Abstützung erfolgt dann erst wieder hinter dem Kanal selbst, wo dann die gelierte Bahn von einem Führungswalzenpaar aufgenommen wird.
- Es sind - wie schon erwähnt - Geberkanäle mit waagerechter Warenzuführung bekannt, bei denen die Bahn jedoch unter ihrem Gewicht durchhängt, so daß die Gefahr besteht, daß sie mit Teilen des Kanals, beispielsweise dessen Boden, in Berührung gelangt. Dies führt zu Verletzungen der noch weichen Auftragsschicht. Dem Durchbiegen der Ware kann auch nicht damit begegnet werden, daß man sie in Transportrichtung spannt. Empfindlichere Warenbahnen würden dadurch verzerrt; auch- träten hierbei Rißbildungen in der Auftragsschicht ein. Alle diese Mängel werden gemäß der Erfindung durch die berührungsfreie senkrechte -Warenführung vermieden.
- Bei Trockeneinrichtungen ist eine senkrechte Warenführung bekannt und üblich. Hierbei wendet man jedoch aus Raumersparnisgründen fast ausschließlich Schleifentrockner an, bei denen die zu trocknende Warenbahn mehrfach über Umlenkwalzen geführt ist, um Gewähr für eine platzsparende und vollkommene Trocknung zu haben. Ein Vergleich kann jedoch zwischen diesen Trocknern und einem Verfahren bzw. einer Vorrichtung zum Gelieren nicht gezogen werden, weil man zwar eine feuchte Textilbahn im Schleifentrockner unbedenklich trocknen kann, nicht aber eine beschichtete Trägerbahn gelieren. Denn die Auftragsmasse darf vor dem Ausgelieren mit keinem Bauteil der Maschine in Berührung gelangen, auch nicht mit Umlenkwalzen. Auf der anderen Seite wäre eine Trockeneinrichtung ohne Schleifenbildung in der Praxis nicht vorstellbar, weil die Führung einer zu trocknenden Stoffbahn in nur einem Warenzug, d. h. ohne Umlenkung und Schleifenbildung, zu sehr langen oder hohen Trockenkammern führen müßte.
- In der Zeichnung ist in schematisierter Darstellung der zweiseitige Beschichtungsvorgang samt der Vorrichtung dargestellt.
- Dabei läuft die Ware 10, nämlich eine Trägerbahn od. dgl., von einem Vorrat 11 ab und gelangt zunächst über ein Führungswalzenpaar 12 in den Bereich einer Auftragsrake113, die ihrerseits auf der ihr zugekehrten Seite der Bahn einen Beschichtungsauftrag aufträgt. An oder nahe dieser Beschichtungsstelle ist die Bahn 10 auf der Gegenseite nochmals durch eine Stütze 14 letztmalig vor dem Kanal 16 abgestützt. Unmittelbar unter dieser Abstützung 14 befindet sich die zweite Auftragsrakel 15, die somit auf die noch nicht beschichtete Bahnseite gleichfalls einen Auftrag aufstreicht. Bereits im Bereich der Auftragsrake113 und 15 hat die Bahn 10 schon ihre senkrechte Laufrichtung erreicht.
- An den Beschichtungsvorgang durch die Rakel13 und 15 schließt sich der eigentliche Gelierungsprozeß an, der in einem Gelierkanal16 durchgeführt wird.
- Dieser Gelierkanal16 ist in einen Infrarotheizteil und einen Hochfrequenzheizteil unterteilt, wobei der Infrarotheizteil im Kanalanfang liegt und durch zwei Gruppen von sich gegenüberliegenden Heizstrahlkörpern 17 und 18 gebildet wird. An diese Infrarotheizzone schließt sich die Hpchfrequenzheizzone an, die ebenfalls durch zwei Aggregate 19 und 20 in gegenüberliegender Anordnung gebildet wird. Auch lassen sich im Bereich der Infrarotheizzone entsprechende Vorkehrungen zum beschleunigten Abzug der Dämpfe vorsehen, während im Hochfrequenzteil in der gleichen Weise entsprechende Sicherungsmaßnahmen berücksichtigt werden können. Hinter dem Gelierkana116 wird die gelierte Bahn 10 durch ein Führungswalzenpaar 21 abgefangen und gelangt dann über eine Umlenkwalze 22 in den Bereich der Kühlung, die nach der vorliegenden Ausführungsform zunächst durch eine Kühltrommel 23 gebildet ist, an der zunächst nur eine Bahnseite 10' gekühlt wird. Die zweite Kühltrommel 24 sorgt dann für eine Kühlung der zweiten Bahnseite 10". An diese zweite Kühltrommel 24 können sich noch weitere Trommeln 25 zum Zweck der Kühlung od. dgl. anschließen, bis die fertige Ware 10 dann schließlich auf einen Vorrat 26 aufgerollt wird.
Claims (3)
- PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zum beidseitigen Beschichten von Trägerbahnen mit zu gelierenden Schichten aus thermoplastischen Kunststoffen, bei dem die Trägerbahn zunächst beidseitig beschichtet, dann innerhalb eines Geberkanals geliert und anschließend daran gekühlt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Seiten der zu beschichtenden Bahn in senkrechter Laufrichtung vor dem Geberkanal unmittelbar nacheinander beschichtet werden und dann die beschichtete Bahn durch den Gelierkanal ohne jegliche Ab- oder Unterstützung frei hängend senkrecht geführt und erst wieder hinter dem Gelierkanal abgestützt wird.
- 2. Vorrichtung zum Ausüben des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zunächst auf einer Seite der Bahn (10) unterhalb der Abstütz- oder Bahnführungswalzen (12) eine Beschichtungsrakel (13) vorgesehen ist, wobei die Bahn selbst an oder nahe an dieser Beschichtungsstelle auf der Gegenseite abgestützt ist, während die zweite Beschichtungsrakel (15) unmittelbar unterhalb dieser letzten Abstützung (14) vor Einlauf in den Gelierkanal (16) auf gleicher Bahnseite liegend angeordnet ist, daß der Geberkanal (16) einerseits mit zwei Gruppen von sich gegenüberliegenden Infrarotstrahlkörpern (17, 18) zur Erzeugung einer Infrarotheizzone ausgerüstet ist, und daß er andererseits im zweiten Teil des Kanals eine Doppel-Hochfrequenz-Heizzone besitzt, die aus zwei sich . gegenüberliegenden Hochfrequenzaggregaten (19, 20) gebildet ist, und daß unterhalb des Geberkanals (16) eine Kühleinrichtung vorgesehen ist, auf der nacheinander jede Bahnseite für sich z. B. in einer Kühltrommelgruppe (23, 24, 25) od. dgl. kühlbar ist.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Kühlung der gelierten Bahnseiten (10', 10") wenigstens zwei vorzugsweise hintereinander angeordnete Kühltrommeln (23, 24) od. dgl. vorgesehen sind. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Auslegeschrift Nr. 1041000; österreichische Patentschrift Nr. 186 222; französische Patentschrift Nr. 323192; britische Patentschriften Nr. 659 068, 655 732; USA.-Patentschrift Nr. 1847 915; Melliand Textilberichte 1950, S. 710 bis 713.
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