-
Verfahren und Vorrichtung zum Betrieb von Preßluftmaschinen und -gesäten
In der mit Preßluft arbeitenden Industrie ist bekannt; daß die Preßluft ein mit
hohen Kosten behaftetes Betriebsmittel ist. Zu den an sich schon hohen Erzeugungskosten
für die Preßluft kommen noch die großen Anteile der Preßluftverluste hinzu. Als
Beispiele seien hier die Eisenhütten und der Bergbau erwähnt. Untersuchungen und
Berichte der Eisenhütten weisen Preßluftverluste in Höhe von 40 bis 50'°/o der erzeugten
Preßluft aus, Berichte des Bergbaues sogar Verluste von 50 bis 6011/e. In Anbetracht
des Anteiles der Preßluftkosten an den gesamten Produktionskosten kommt der besseren
Ausnutzung der erzeugten Preßluft große wirtschaftliche Bedeutung zu.
-
Zur Bekämpfung der Preßluftverluste ist eine große Anzahl von Schnellschluß-;
Selbstschluß- und sogenannten Rohrbruchventilen bekannt.
-
` Es hat sich jedoch gezeigt, daß die bisher bekannten Methoden und
Vorrichtungen noch nicht für sämtliche Industriezweige zur Abstellung von Mängeln
in der Preßluftwirtschaft ausreichen, weil an die Arbeitsweise mit Preßluftwerkzeugen
sehr unterschiedliche Anforderungen gestellt werden. Beispielsweise ist bei Preßluftgeräten
im Bergbau vor Ort ein automatisches völliges Absperren der Preßluftzufuhr nach
überschreiten einer eingestellten Luftverbrauch-Sollmenge nicht angängig. Außerdem
tragen die bisherigen Methoden und Vorrichtungen dem eigenen Leistungsabfall der
Preßluftwerkzeuge nicht genügend Rechnung.
-
Preßluftwerkzeuge, und zwar sowohl Schlagwerkzeuge als auch Rotations-
und Blaswerkzeuge, unterliegen im Laufe ihrer Betriebszeit einem Verschleiß. Dieser
Verschleiß führt zu Durchlässigkeitsverlusten innerhalb des Werkzeuges sowie zu
Preßluftverlusten am Werkzeug von innen nach außen und wirkt sich sowohl in erhöhtem
Preßluftverbrauch als auch in abfallender Leistung des Werkzeuges aus. Bei Preßluft-Schlagwerkzeugen
geht die Schlagzahl in der Zeiteinheit zurück, und die Schlagkraft des einzelnen
Schlages, in mkg, wird geringer.: Bei Rotationswerkzeugen steigt ebenfalls der Preßluftverbrauch,
die Drehzahl wird niedriger, und die an der Welle abnehmbare Leistung sinkt. In
diesem Zusammenhang mag ein einfaches Beispiel Erwähnung finden: Ein abgenutzter
Automobilmotor verbraucht nicht nurmehr Treibstoff, sondern seine Leistung läßt,
trotz erhöhten Verbrauches, nach. Am Beispiel eines Preßlufthammers, also eines
schlagenden Werkzeuges, soll nun die Bedeutung des Mehrverbrauches und der nachlassenden
Leistung dargelegt werden. Die in diesem Beispiel angegebenen Werte sind von der
Preßluftwerkzeuge herstellenden Industrie mitgeteilte Erfahrungswerte. Ein Preßlufthammer
mit einem Mehrverbrauch von 20% über Normalverbrauch läßt in der Schlagzahl und
in der Schlagkraft so viel nach, daß sich daraus ein Leistungsabfall von 24 bis
30°/o, der Normalleistung ergeben. Die Differenz zwischen den Werten 24 und 30'°/o
erklärt sich aus unterschiedlichen Erzeugnissen, die Zahlen stammen von zwei verschiedenen
Werken der Preßluftindustrie. Das heißt, nicht nur die mit der Preßluft dargebotene
Energie wird schlecht ausgenutzt, sondern darüber hinaus läßt die je Werkzeugeinheit
geleistete Arbeit nach, bzw. bei dem Beispiel des Hammers wird das Bedienungspersonal
überbeansprucht, falls die gleiche Arbeitsleistung wie mit einem voll leistungsfähigen
Werkzeug erreicht werden soll. Dieser Leistungsabfall, zusammen mit dem erhöhten
Aufwand für die zu erzeugende Preßluft, hat eine so große wirtschaftliche Bedeutung
für die Preßluftwerkzeuge verwendende Industrie, daß es angebracht erscheint, Maßnahmen
zur Abstellung der beschriebenen Mängel zu ergreifen.
-
Das nachfolgend beschriebene Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung
ist geeignet, dem Leistungsabfall und dem Mehrverbrauch der Preßluftwerkzeuge wirksam
zu begegnen. Nachdem der sich mit dem zunehmenden Verschleißgrad erhöhende Preßluftverbrauch
eine geeignete Meßgröße für den allgemeinen Zustand des Preßluftwerkzeuges darstellt,
weil
der Verschleiß und der Mehrverbrauch Hand in Hand gehen, setzt das Verfahren gemäß
der Erfindung an diesem Punkt an, um den vermeidbaren, langsam fortschreitenden
Leistungsabfall, verbunden mit einem Preßluftmehrverbrauch, unter Kontrolle zu bringen.
Der Ausdruck »unter Kontrolle zu bringen« wird in diesem Zusammenhang gewählt, weil
einmal jedes Preßluftwerkzeug von der ersten Stunde seiner Verwendung an einem gewissen
Verschleiß unterliegt, also kontinuierlich mit zunehmender Betriebsstundenzahl mehr
Luft verbraucht, zum anderen weil der Punkt des Eingreifens eine Frage der wirschaftlichen
Betrachtung ist; d. h. der Betrachtung, bis zu welchem Verschleißgrad der Weiterbetrieb
des Werkzeuges lohnender ist als der für die Reparatur notwendige Aufwand. Letztlich
ist es auch eine Frage der Bedingungen, die der einzelne Betrieb stellt, inwieweit
ein bestimmter Verschleiß und - Mehrverbrauch in Kauf genommen werden sollen.
-
Für die Beschreibung des Verfahrens gemäß der vorliegenden Erfindung
soll das vorstehend - schon beschriebene Beispiel eines Preßlufthammers mit 20%
Preßluftmehrverbrauch gegenüber dem Normalverbrauch und einem Leistungsabfall von
30'1/a herangezogen werden. Ziel der Anwendung des Verfahrens gemäß der Erfindung
soll bei diesem Beispiel sein, den über 10% hinausgehenden Mehrverbrauch kenntlich
zu machen. oder zu verhindern, wahlweise je nach den gestellten Bedingungen. Bei
10'1/a Mehrverbrauch beträgt der Leistungsabfall etwa 7,5'°/o, nachdem der Leistungsabfall
nach dem Potenzgesetz nicht linear mit dem Mehrverbrauch verläuft.
-
Das Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung arbeitet wie folgt.
Das Preßluftwerkzeug hat einen bestimmten Normalverbrauch im neuen Zustand. Als
Luftverbrauch-Sollwert, bei dem im gewählten Fall die Grenze des wirtschaftlichen
Betriebes des Werkzeuges erreicht ist, wird der Normalverbrauch plus 10% Mehrverbrauch
festgelegt, d. h., der Betrieb wünscht den z. B. bei 20 % Mehrverbrauch auftretenden
Leistungsabfall von 30 % zu vermeiden und hält 10% Mehrverbrauch mit 7,5% Leistungsabfall
für die wirtschaftlich oder technisch vertretbare Grenze. An dieser ermittelten
oder gewülkürten Grenze setzt nun das Verfahren gemäß der Erfindung ein.
-
Erfindungsgemäß wird am Werkzeug, im Werkzeug oder in der Zuführungleistung
zum Werkzeug, wobei der Ort je nach den Gegebenheiten des jeweiligen Betriebes gewählt
wird, eine Vorrichtung angeordnet, welche die von dem Preßluftwerkzeug verbrauchte
Luftmenge kontrolliert. Die Vorrichtung ist auf den Luftverbrauch-Sollwert, im gewählten
Beispie110%Mehrverbrauch, eingestellt und so eingerichtet, daß sie sofort nach Überschreitung
des eingestellten Luftverbrauch-Sollwertes den Luftdurchtrittsquerschnitt so weit
verengt, daß dem Preßluftwerkzeug weniger Preßluft als bei dem bereits erreichten
Werkzeugverschleiß mit 10% Mehrverbrauch zugeführt wird. Durch diese erfindungsgemäße
Drosselung der Preßluftzufuhr vermindert sich die Leistung des Preßluftwerkzeuges
erkennbar plötzlich, und das Bedienungsmaterial, welches durch Gewöhnung die langsam
zunehmende Minderung der Leistung nicht bemerkt, kann zwar mit der verminderten
Leistung weiterarbeiten, wird aber durch den plötzlichen Leistungsabfall veranlaßt
und genötigt, bei der nächsten Gelegenheit, also beispielsweise bei Schichtwechsel,
das Preßluftwerkzeug gegen ein neues auszutauschen. Der Effekt des Verfahrens der
Erfindung liegt also darin, daß das Bedienungspersonal durch einen künstlich herbeigeführten
plötzlichen Leistungsabfall am Preßluftwerkzeug zum Austausch desselben praktisch
genötigt wird, wobei aber der Leistungsabfall so bemessen wird, daß mit dem Gerät
immerhin noch bis zum normalen Arbeitsschluß weitergearbeitet werden kann. Im ganzen
ist das Verfahren der Erfindung ungleich wirkungsvoller als die bisherigen Methoden
und Vorrichtungen, die dem Bedienungspersonal einen z. B. zu mehr als 10%igem Mehrverbrauch
an Preßluft führenden Verschleiß des Preßluftwerkzeuges lediglich anzeigt und es
daher von der Einsicht des Bedienungsmannes abhängig macht, ob aus dieser Anzeige
eine praktische Konsequenz gezogen wird.
-
In einer weiteren Ausbildung der Erfindung kann die Kontrolle des
Preßluftverbrauches auch so gestaltet werden, daß die Kontrollvorrichtung gleichzeitig
auf zwei verschiedene Luftverbrauchswerte eingestellt ist und bei Erreichen des
ersten Wertes die Preßluftzufuhr in der oben beschriebenen Weise bis zum Eintritt
eines merklichen plötzlichen Leistungsabfalles drosselt, während sie bei Erreichen
des zweiten eingestellten Luftverbrauchswertes die Preßluft zufuhr völlig unterbricht.
-
Selbstverständlich kann die Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens
der Erfindung zusätzlich zu der beschriebenen Drosselungseinrichtung auch noch in
an sich bekannter Weise mit einer optisch oder akustisch wirkenden Anzeigevorrichtung
für die Sollwertüberschreitung ausgestattet werden.
-
Nach in einer deutschen Zeche durchgeführten Versuchen eröffnet das
Verfahren der Erfindung beispielsweise die nachstehenden Möglichkeiten der Einsparung.
-
a) Druckluftmotore Zugelassener Höchstwert: spezifischer Luftverbrauch
60 ms/PSh
| Istwert gestrebter Mögliche Ersparnis |
| Mittel- |
| wert absolut I 1/o |
| Spezifischer |
| Luftverbrauch, |
| ms/PSh |
| (Zeche A) . . . 84 55 29 34,5 |
| m3/PSh |
| (Zeche B) ... 100 55 45 45,0 |
b) Abbauhämmer Zugelassener Höchstwert: Luftverbrauch 48 ms/h
| - |
| Istwert -gestrebter Mögliche Ersparnis |
| Mittel- |
| wert absolut I 1l1 |
| Spezifischer |
| Luftverbrauch, |
| m3/PSh ..... 89,6 73,2 16,4 18,3 |
| Arbeitszeit, |
| Min./PSh ... 109 100 9,0 8,3 |
c) Kohledrehbohrmaschinen Zugelassener Mindestwert: Leistung 1,0
PS
| An- |
| Istwert gestrebter Mögliche Ersparnis |
| Mittel- |
| wert absolut I o/' |
| Spezifischer |
| Luftverbrauch, |
| m3/PSh ..... 306,5 100 206,5 67 |
| Arbeitszeit, |
| Min./PSh ... 107 48 59 55 |
Die Zeche A hat eine verwertbare Förderung von rund 5200 t/Tag; sie ist stark elektrifiziert
(alle Transportbänder, Strebfördermittel und Dauerläufer sind elektrisch angetrieben).
über 50% der Kohle werden durch Schießen gewonnen. Stark beaufschlagte Blindschachthaspel
sind elektrisch angetrieben: Blasversatzbetrieb ist nicht vorhanden. Der spezifische
Luftverbrauch beträgt rund 260 m3/t verwertbare Förderung.
-
An Arbeitsluft für Motore, Abbauhämmer und Bohrmaschinen verbraucht
die Anlage rund 300 000 m3/Tag. Diese Luftmenge teilt sich wie folgt auf:
| Spezifischer |
| Luft- Geleistete Luft- |
| verbrauch Arbeit verbrauch |
| (Istwert) |
| m$/Tag PSh ms/PSh |
| Motore ...... 179500 2140 84 |
| Abbauhämmer 87400 980 89,6 |
| Bohr- |
| maschinen .. 33100 108 306,5 |
Nach der vorher ermittelten »möglichen Ersparnis« können folgende Kosten eingespart
werden: a) an Druckluft
| Luft- Mögliche Eingesparte |
| verbrauch Ersparnis Luftmenge |
| Istwert |
| m$/Tag °/o ms/Tag |
| Motore ...... 179500 34,5 62000 |
| Abbauhämmer 87400 18,3 15980 |
| Bohr- |
| maschinen . . 33100 67 22200 |
| 100180 m3/Tag |
| rund 500,- DM/Tag |
b) an Arbeitszeit
| Geleistete Mögliche Eingesparte |
| Arbeit Ersparnis Arbeitszeit |
| PSh Min./PSh Min./Tag |
| Motore ...... 2140 - |
| Abbauhämmer 980 9,0 8820 |
| Bohr- |
| maschinen . . 108 59,0 5380 |
| 14 200 Min./Tag |
| = 254 Std./Tag |
| = 34 Schichten |
| pro Tag |
Auf einer Zeche mit weniger starker Elektrifizierung und höherem spezifischem. Luftverbrauch
je Tonne Förderung sind die Einsparungsmöglichkeiten größer.
-
Auf der Zeche B mit einer verwertbaren Förderung von rund 5170 t/Tag
ist die Elektrifizierung unter Tage nur in kleinem Umfang durchgeführt. Die Anlage
hat mehrere Blasbetriebspunkte; täglich werden zur Zeit etwa 600 ... 1000t
Berge verblasen. Der spezifische Luftverbrauch beträgt rund 480 m3/t verwertbare
Förderung.
-
An Arbeitsluft für Motore und Abbauhämmer verbraucht die Anlage rund
548 000 m3/Tag. Kohlendrehbohrmaschinen sind nur in sehr kleiner Stückzahl eingesetzt.
-
Die möglichen Ersparnisse betragen für die Zeche B
| an Luftmenge .... rund 189 400 m3 pro Tag |
| = rund 950,- DM pro Tag |
| an Arbeitszeit .... rund 48 Schichten pro Tag |
Die Drucklufteinsparung bei der Zeche A von rund 500,- DM pro Tag = 9,6 Pfg. pro
Tonne verwertbare Förderung ist eine echte Einsparung. Die Einsparung von 34 Schichten
pro Tag wird sich dagegen in einer erhöhten Schichtleistung auswirken, da z. B.
das Bohren eines Bohrloches von 2 m Tiefe nicht mehr 6,5 Minuten in Anspruch nimmt
(Bohrmaschine mit schlechter Leistung), sondern nur noch rund 3,0 Minuten, d. h.
in etwa der gleichen Zeit können zwei Löcher gebohrt werden.
-
Ähnlich wie bei den Bohrmaschinen ist es bei .den Abbauhämmern. Für
die 5200-t/Tag Kohlegewinnung werden von allen Abbauhämmern 980 PSh .aufgebracht.
Ist die mittlere Hammerleistung schlecht, dann, ist die Arbeitszeit länger, da auch
mit schlechter Hammerleistung 980 PSh aufgebracht werden müssen.
-
Bei den Zahnradmotoren kann auch eine Zeiteinsparung bzw. eine erhöhte
Schichtleistung erzielt werden. Durch rechtzeitiges Auswechseln der Antriebe (höherer
Luftverbrauch = höherer Verschleiß.= Minderleistung) können auftretende Betriebsstörungen,
die einen Förderausfall verursachen. (Brüche oder Minderleistung der Motore), vermieden
werden.
-
Bei Wetterdüsen ist der Einbau einer Sicherung von Vorteil. Bei willkürlicher
Erweiterung oder gar Entfernung von Wetterdüsen ist in vielen Fällen der Luftmehrverbrauch
von den Aufsichtsbeamten nur schwer festzustellen. Durch Einbau der Sicherung wird
der Mehrverbrauch vermieden. -Bei Luttenventilatoren veranlaßt das Ansprechen der
Sicherung die Aufsicht, den reparaturbedürftigen Ventilator reckzeitig auszuwechseln.
Dadurch wird neben der Verhinderung des Druckluftmehrverbrauches das starke Abfallen
der Wettermenge bzw. Depression vermieden.
-
Die vorstehenden Ausführungen setzen eine gute Druckluftüberwachung
voraus. Der Einbau von Sicherungen ohne eine Überwachung, bzw. ohne die Folgen aus
dem Ansprechen der Sicherungen zu ziehen, ist zwecklos, da durch die Sicherung allein
nichts eingespart wird. Bei den hohen Preßluftkosten auf der einen Seite und bei
den vielen Sparmöglichkeiten auf der anderen Seite ist die Einführung einer guten
Druckluftüberwachung in jedem Fall wirtschaftlich.
-
Zur Ausführung des vorstehend gekennzeichneten Verfahrens dienen Vorrichtungen,
die, abgesehen von
dem Kennzeichen, das sie bei einer bestimmten
überschreitung eines festgesetzten Luftverbrauchs-Sollwertes einen zusätzlichen
merkbaren plötzlichen Leistungsabfall durch eine Drosselung der Preßluftzufuhr herbeiführen,
durchaus konventionelle Konstruktionen mit bekannten Bauteilen darstellen.
-
Nachstehend sind einige Ausführungsformen von Vorrichtungen, die die
sinngemäße Durchführung des Verfahrens ermöglichen, beschrieben.
-
Eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäß den Ansprüchen
1 bis 3 ist beispielsweise in Fig. 1 dargestellt. Das Gehäuse ist zweiteilig ausgeführt
und besteht aus dem Einlaufgehäuse 1 und dem Sitzgehäuse 2, das einen konischen
Übergang 3 und eine ebene Sitzfläche 4 aufweist. In das Gehäuse
2 ist eine Scheibe 5 eingepreßt, deren Nabe 6
zur Führung des
Schaftes 7 dient. Die Scheibe 5 ist mit Durchbrüchen 8 für
die Preßluft versehen (Fig. 5). Der mit dem Schaft 7 verbundene Teller 9 wird bei
normalen Betriebsverhältnissen, durch die Wirkung der Vorspannung der Feder
10, im Anschlag an die Nabe 6 gehalten. Die Vorspannung der Feder kann durch
Verwendung einer Schraubenmutter 11 mit Gegenmutter 12 einstellbar gemacht
sein, wie in Fig. 4 dargestellt ist. Bei der Zunahme der Dürchflußmenge über den
gewünschten Luftverbrauch-Souwert, der durch die Federvorspannung und die Abmessungen
der Strömungsquerschnitte bestimmt ist, hebt sich der Teller 9 von der Nabe 6 ab
und bewegt sich in den konischen Übergang 3 des Sitzgehäuses 2 hinein, bis die Scheibe
13 der Fig. 1 bzw. der Ring 14 in Fig. 3 und 4 an der Nabe 6 anschlägt
und den Teller 9 in der angedeuteten Stellung 15 festhält. Die Durchflußmenge
wird dabei, in Abhängigkeit von den nunmehr veränderten Strömungsquerschnitten,
gedrosselt. Wird das Gehäuse 2 mit einem zylindrischen Übergang 16 ausgeführt, wie
in Fig. 2 dargestellt ist, dann findet keine Drosselung der Durchflußmenge statt.
Durch die Veränderung der Stellung des Tellers 9 nach 15 kommt der
Ringkanal 17 des Schaftes 7 zur Deckung mit den radialen Bohrungen 18 und
19 und stellt damit die Verbindung zwischen dem mit Preßluft gefüllten Innenraum
des Gehäuses und dem Raum hinter dem Anzeigeknopf 20 her. Durch den nun auf den
Anzeigeknopf wirkenden Preßluftdruck wird dieser nach außen in die gezeichnete Stellung
und gegen den Dichtungsring 21 gedrückt. Das Herausfallen durch das Eigengewicht
des Anzeigeknopfes, bevor der Preßluftdruck auf den Anzeigeknopf wirkt, wird durch
den federnden Drahtring 22, der in eine entsprechende Nut eingelegt ist,
verhindert. Wird die Ursache der Überschreitung des Luftverbrauch-Sollwertes behoben,
dann nimmt der Teller 9 seine ursprüngliche Stellung, im Anschlag an die Nabe
6, wieder ein. Erst dann kann auch der Anzeigeknopf 20 wieder in seine
ursprüngliche Lage zurückgedrückt werden, wobei der Raum hinter dem Anzeigeknopf
entlüftet wird. Auf dem Schaft 7 ist eine zweite Feder 23, ebenfalls
mit entsprechend hoher Vorspannung, eingebaut. Erreicht beispielsweise die Durchflußmenge
den oberen Grenzwert der Luftmenge, dann bewegt sich der Teller 9 gegen die Vorspannung
der beiden Federn 10 und 23 über die Stellung 15 hinaus bis zur Sitzfläche
4 und verhindert so den weiteren Durchfluß von Preßluft. Nach dem Schließen der
an die Vorrichtung angeschlossenen Leitung füllt sich der Raum vor dem Teller 9
durch die Überströmöffnung 24 wieder mit Preßluft, und der Teller 9 wird
durch die Federkraft w_ ieder in Ausgangsstellung gebracht.
-
Eine andere Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäß den
Ansprüchen 1 bis 3 ist beispielsweise in Fig. 6 bis 12 dargestellt. Die Anzeige
erfolgt bei dieser Vorrichtung direkt durch den Ventilschaft, der nach Überschreitung
des Luftverbrauch-Sollwertes aus dem Gehäuse herausragt. In dem von der Preßluft
durchströmten Gehäuse 26 ist der Ventilteller 27 mit dem Ventilschaft 28 im Ventilsitz
29 derart gelagert, daß er unter der Wirkung der Vorspannung der Druckfedern
30 und 31 sowie des Sicherungsringes 32 bis zur Überschreitung des
Luftverbrauch-Sollwertes in der Ruhestellung 33 bleibt. Bei Überschreitung
der dem Luftverbrauch-Sollwert entsprechenden Durchflußmenge werden die auf den
Ventilteller 27 wirkenden Kräfte größer, als den Federvorspannungen entspricht,
und der Ventilteller 27 bewegt sich aus der Normalstellung 33 in die
Drosselstellung. Die Lage der Ringnut 35 richtet sich, ebenso wie die Ausbildung
des konischen Übergangsstückes 34, nach der Höhe der gemäß den Ansprüchen 2 und
3 gewünschten Drosselwirkung nach Überschreitung des Luftverbrauch-Sollwertes. Mit
Hilfe der Feder 31 und der Rastkugel 36 wird der Ventilschaft 28 über die Ringnut
35 in der beabsichtigten Stellung des Ventiltellers arretiert und die Abweichung
vom Luftverbrauch-Sollwert durch den nunmehr aus dem Gehäuse 26 herausragenden Ventilschaft
28 sichtbar gemacht.
-
Je nach Ausführung der Ringnut 35 - auf dem Ventilschaft
28 sind verschiedene Funktionen erzielbar. Bei Ausführung der Ringnut 35
gemäß Fig. 7 wird ein völliges Schließen des Ventils durch die senkrechte Kante
37 vermieden, weil die Rastkugel 36, oder wahlweise ein Raststift, die Vorwärtsbewegung
des Ventilschaftes 28 verriegelt.
-
Der Ventilteller kann jedoch durch Hineindrücken des Ventilschaftes
28 wieder in -die Normalstellung 33 gebracht werden.
-
Bei Ausführung der Ringnut 35 gemäß Fig. 8 kann der Ventilteller erst
nach Lösen der Schraube 38 in die Normalstellung 33 gebracht werden, während
das Ventil bei Überschreitung des oberen Grenzwertes der Luftmenge die Luftzufuhr
auch völlig abschließen kann.
-
Bei Ausführung der Ringnut 35 gemäß Fig. 9 ist ebenfalls- ein völliger
Abschluß der Zuführungsleitung bei Überschreitung des oberen Grenzwertes der Luftmenge
möglich. Der Ventilteller 27 liegt dabei auf der Dichtfläche 39, mit dem
statischen Druck belastet, auf.
-
Nach Abschluß der der Vorrichtung nachgeschalteten Leitung findet
über die Bohrung 40 im Ventilteller 27 ein Druckausgleich- statt, so daß
sich der Ventilteller von selbst wieder von der Dichtfläche 39 abhebt.
-
Die Fig. 12 bis 16 stellen eine weitere Vorrichtung dar zur Durchführung
des Verfahrens gemäß den Ansprüchen 1 bis 3. Der Unterschied gegenüber den Vorrichtungen
nach Fig.1 bis 6 beschränkt sich lediglich auf konstruktive Merkmale. Die Preßluft
durchströmt das Gehäuse 41 von 42 nach 43 durch die in den
Ventilschaft 44 eingearbeiteten Luftkanäle 45. Die Arretierung des Ventiltellers
46 in der Normalstellung 47 erfolgt durch die Vorspannung der Feder 48 und
mit Hilfe der Steuerfläche 49. Je nach Aufgabe der Vorrichtung gemäß den
Ansprüchen 1
bis 3 ist das Übergangsstück 50 konisch, wie in Fig:
12, oder zylindrisch, wie in Fig. 16, ausgebildet. Die Ausbildung des Ventilsitzes
51 kann eben oder gewölbt sein. Bei Überschreitung des Luftverbrauch-Sollwertes
bewegt sich der Ventilteller 46 aus der Normalstellung 47 in Richtung auf den Ventilsitz
51. Dabei gibt die Steuerfläche 49 den Sperrstift 52 frei, der durch
die Feder 53 nach außen gedrückt wird und die Überschreitung des Luftverbrauch-Sollwertes
sichtbar macht.
-
In Fig. 17 ist die beispielsweise Ausführung einer Vorrichtung zur
Durchführung des Verfahrens gemäß den Ansprüchen 1 und 2 dargestellt, wobei die
Vorrichtung gemäß Anspruch 4 ein Bestandteil der Preßluftmaschine bzw. des Preßluftgerätes
ist.
-
Bei Überschreitung des zulässigen Luftverbrauch-Sollwertes wird der
Kolben 56 gegenüber der Vorspannung der Feder 57 nach links verschoben. Gleichzeitig
hebt sich die Dichtscheibe 58 von der Scheibe 59 ab, und die Preßluft dringt in
den Raum 60 hinter dem Anzeigestift 61, der dadurch nach außen gedrückt wird und
die Überschreitung des Luftverbrauch-Sollwertes erkennen läßt. Durch die Verschiebung
des Kolben 56 nach links werden die Schlitze 62 teilweise abgedeckt und dadurch
die Preßluftzufuhr gedrosselt.
-
Außerhalb der aufgestellten Patentansprüche wird für konstruktive
Einzelheiten der beschriebenen Vorrichtungen zur Ausübung des Verfahrens der Erfindung
kein Schutz in Anspruch genommen.