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Steuervorrichtung, insbesondere für Plattenspieler mit einer drehbaren
Kurvenscheibe Die Erfindung betrifft Plattenspielgeräte, insbesondere Plattenwechsler.
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Die Erfindung bezweckt, einen Plattenspieler zu schaffen, bei welchem
eine oder mehrere Teile durch eine Kurvenscheibe über Lenker gesteuert werden, dabei
sollen die einzelnen Steuerungen möglichst einfach aufgebaut und leicht einzubauen
sein.
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Erfindungsgemäß ist die Lenkervorrichtung mit Kniegelenkvorrichtungen
versehen, welche den horizontal gerichteten Steuerschub der Lenker auf die lotrechten
Steuerstangen weiterleiten.
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Die Erfindung ist an Hand der Zeichnungen, welche schematisch in perspektivischer
Darstellung die wichtigsten Teile eines erfindungsgemäß ausgebildeten Plattenspielers
zeigen, näher erläutert.
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Die Steuervorrichtung des Plattenspielers besteht aus einer Kurvenscheibe,
die mit Spuren sowohl in ihrer oberen Oberfläche als auch in der unteren Oberfläche
versehen ist. Um diese beiden Spuren zu zeigen, ist die Kurvenscheibe in zwei Ansichten
aufgelöst, und zwar von der Oberseite 10a gesehen mit den darin befindlichen
Spuren. Bei der Unterseite 10b wird die Kurvenscheibe als transparent angenommen;
um die Spuren, in der Unterseite gesehen, von der Oberseite zu zeigen, und dadurch
das Verständnis der Arbeitsweise zu erleichtern.
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Der- Plattenspieler besitzt eine Tonarmeinrichtung, bestehend aus
dem Tonarm 12, welcher mittels eines Stiftes 14 schwenkbar auf einem Träger 16 montiert
ist, so daß der Tonarm gehoben und gesenkt werden kann. Der Träger 16 ist ein Teil
des Tonarmachsensystems. Fest mit dem Träger 16 verbunden ist ein vertikaler Halter
18, welcher an seinem oberen Ende eine Scheibe 20 trägt, von welcher aus
sich ein Arm 22 mit einem Leitstift 38 über die obere Oberseite 10a der Kurvenscheibe
erstreckt. Mit dem Halter 18 ist eine weitere Scheibe 24 fest verbunden und etwas
unterhalb des Trägers 16 angeordnet. Eine vertikale Hohlachse 26 ist mit einem gehäusefesten
Träger 28 verbunden. Die Hohlachse 26 erstreckt sich durch Bohrungen in den Scheiben
20 und 24. Dadurch kann der Tonarm 12 frei um die Hohlachse 26 schwingen, welche
den Träger 16 an seinem oberen Ende trägt.
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Zum Heben und Senken des Tonarmes dient eine Steuerstange 30, die
sich durch die Hohlachse 26 erstreckt und sich in deren Längsrichtung verschieben
läßt. -Wie ersichtlich, ist in dem Träger 16 eine öffnung für den Durchgang der
Steuerstange 30 vorgesehen. Die Steuerstange 30 ist an ihrem oberen Ende mit einem
Widerlager 30a versehen, das in eine Öffnung 32 eines an dem hinteren Ende des Tonarmes
12 befestigten Gegengewichtes 34 eingreift. Dieses ist zwecks Einstellung
der Hebebewegung des Tonarmes in vertikaler Richtung auf verschiedene Höhen einstellbar
mit dem Tonarm verbunden. Das Gegengewicht kann ein Paar vertikaler Schlitze an
gegenüberliegenden Seiten aufweisen, in welche entsprechende Paare von Rippen, die
innenseitig am Tonarm 12 angeordnet sind, eingreifen. Zwischen der Oberseite des
Gegengewichtes 34 und der Unterseite der oberen Fläche des Tonarmes sind ein paar
Federn angeordnet. Mit einer Einstellschraube in der Oberwand des Tonarmes 12 kann
die Höhenlage des Gegengewichtes 34 festgelegt werden, indem die Steuerstange 30
entsprechend in ihrer Längsrichtung verstellt wird. Eine Mutter 36 ist auf der Steuerstange
30 aufgeschraubt und dient als Widerlager. Bei einem Druck nach unten auf das Widerlager
36 wird die Steuerstange 30 abwärts gezogen und dadurch wird der Tonarm 12 gehoben.
Am
Ende des Armes 12 ist der Leitstift 38 nachgiebig angeordnet, z. B. gegen die Wirkung
einer Blattfeder 40. Die Kurvenscheibe wird von einem auf der Welle des Plattentellers
44 sitzenden Ritzel 42 mittels eines Zwischenrades 46 angetrieben, das nach einer
vollständigen Umdrehung der Kurvenscheibe in eine Aussparung 48 der Verzahnung der
Kurvenscheibe einläuft, wodurch das Zwischenrad 46 von dem Ritzel42 abgekuppelt
wird. Der Start der Kurvenscheibe wird in bekannter Weise durch eine nicht dargestellte
selbsttätige Startvorrichtung bewirkt.
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Die horizontalen Schwenkbewegungen des Tonarmes werden durch die Steuerspuren
in der Kurvenscheibe gesteuert. Zur Steuerung der Hebe- und Senkbewegung des Tonarmes
ist ein Lenker 50 waagerecht verschiebbar angeordnet und mittels eines Stiftes 52,
der in eine Steuerspur in der Unterseite der Kurvenscheibe eingreift, hin und her
beweglich. An einem Ende des Lenkers ist ein Langloch 54 vorgesehen, mit Hilfe dessen
der Lenker an der Kurvenscheibeachse 56 z. B. in einer Nut derselben geführt wird.
An dem anderen Ende des Lenkers befindet sich ein Schlitz 58, und an dem Ende des
Lenkers ist ein Scharnier 60 für einen Knie- oder Winkelhebel 62 vorgesehen. In
der dargestellten Ausführungsform besteht der Winkelhebel aus einem Drahtrahmen,
der an seinem anderen Ende drehbar mit einer Buchse 64 an dem unteren Ende der Hohlachse
26 verbunden ist. Die Buchse 64 berührt die Oberseite der Mutter 36. Das untere
Ende der Buchse 64 ist mit einer Innenbohrung versehen, die durch eine Unterlagscheibe
verschlossen ist, welche wiederum gegen die Wirkung einer in der Bohrung vorgesehenen
Feder federnd anliegt. Es ist ersichtlich, daß der Lenker 50 und Kniehebel 62 eine
Anordnung ergibt, welche die Buchse 64 nach abwärts bewegt und mit dem Widerlager
36 in Verbindung bringt. Dadurch wird der Tonarm gehoben, wenn der Lenker 50 nach
links hin bewegt wird.
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Das behandelte Ausführungsbeispiel ist ein Plattenwechsler, mit einer
Stapelachse zur Stützung eines Vorratsstapels, von dem eine Schallplatte 70 gezeigt
ist. Die Stapelachse 66 besitzt eine innere Steuerstange 72, welche nach abwärts
gezogen werden kann, um den Abwurf der Schallplatte 70 auf den Plattenteller 44
zu bewirken. Zur Steuerung des Abwurfes ist eine zweite Kniehebelverbindungseinrichtung
vorgesehen, welche einen hin- und herbeweglichen Lenker 74 besitzt, der einen Leitstift
76a trägt, der mit einer zweiten, in der Unterseite der Kurvenscheibe angeordneten
Leitspur in Verbindung steht. In. der Nähe des einen Endes des Lenkers 74 ist ein
zweiter Winkelhebel oder Kniehebel 76 drehbar bei 78 angeordnet und greift
in eine in der Nähe des unteren Endes der Steuerstange 72 angeordnete Rille 80.
Diese Kniehebelverbindung 76 kann ebenfalls aus einem gebogenen Draht gebildet sein.
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Der Leitstift 38 kann sich in bekannter Weise in einer freien Spielvertiefung
in der Oberfläche der Kurvenscheibe während des Abspielens der Platte frei bewegen.
Das Anhalten des Plattenspielers wird beispielsweise durch einen Schalter gesteuert,
wenn der Tonarm in seine äußerste Lage geschwenkt ist und auf ein den Schalter betätigendes
Glied (nicht dargestellt) abgesenkt wird.
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Wird der Plattenwechsler als Einzelplattenspieler benutzt, so wird
das Abspielen einer Platte, die auf dem Plattenteller 44 abgelegt ist, durch das
Auflegen des Tonarmkopfes auf die Platte durch Hand veranlaßt.
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Wenn nach dem Abspielen der Platte die Kurvenscheibe mittels der nicht
dargestellten automatischen Startvorrichtung in Umdrehung gesetzt wird, werden folgende
Bewegungen ausgeführt: Der Leitstift 52 des Lenkers 50 greift unmittelbar in die
einwärts führende Spur g ein, wodurch der Lenker 50 in Richtung nach links
bewegt wird, mit dem Ergebnis, daß der Kniehebel 62 gekippt wird und die Buchse
64 abwärts gedrückt wird bis zum Anschlag mit der Mutter 36, wodurch der Tonarm
durch das Herabziehen der Steuerstange 30 gehoben wird. Der Tonarm wird in dieser
gehobenen Lage festgehalten, solange der Leitstift 52 in der Spur h verläuft, bis
der Leitstift 38, der über den Arm 22 die waagerechte Bewegung steuert, in der Nähe
des Einlasses zu einer auswärtsführenden Spur b gelangt. In dieser Lage wird der
Leitstift 52 durch eine einwärtsführende Spur j geführt, wodurch der Kniehebel weiter
angezogen wird und der Tonarm in seine oberste Lage gehoben wird. Der Leitstift
38 wird durch die Spur b nach auswärts geführt, hierdurch wird der Tonarm nach außen
geschwenkt. Wenn der Tonarm seine äußere Lage erreicht hat, läuft der Leitstift
52 in der auswärts führenden Spur l; mit dem Ergebnis, daß der Tonarm abgesenkt
wird. Die anschließende Spur m ist z. B. geringfügig exzentrisch und bewirkt eine
langsame Absenkung des Tonarmes bis in seine tiefste Lage. Während dieser Vorgänge
folgt der Leitstift 38 der Spur c, so daß der Tonarm bis auf die den Ausschaltvorgang
in der ausgeschwenkten Lage bewirkende Schalteinrichtung abgesenkt wird.
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Wird das Gerät als Plattenwechsler benutzt, mit einer Schallplatte
70 auf der Stapelachse 66, dann ist nach dem Start der Kurvenscheibe die Arbeitsweise
wie folgend: Wie bereits erklärt, wird der Tonarm anfangs von der soeben abgespielten
Platte abgehoben. Andererseits wird der Tonarm ebenfalls gehoben, wenn er in seiner
äußersten Lage auf dem Ausschaltglied ruht, sobald die Kurvenscheibe gestartet wird.
Er schwenkt einwärts durch Steuerung des Leitstiftes 38 an der Rückwand a1 der Spielvertiefung
in der Kurvenscheibe. Der angehobene Tonarm liegt dabei etwas unterhalb der unteren
Oberfläche der Schallplatte 70. Wenn der Leitstift 38 bei der Einlaßöffnung der
auswärtsführenden Spur b angelangt ist, bewirkt die Spur j das Heben des Tonarmes
in seine oberste Lage, wodurch ein Abfühlglied 13 an der Oberseite des Tonarmes
in bekannter Weise mit der Unterseite der Platte 70 in Berührung tritt. Hierdurch
wird die federbelastete Unterlegscheibe an der Unterseite der Buchse wirksam und
drückt den Tonarm gegen die Unterseite der Platte. Das Widerlager 13 kann dabei
als Reibungsglied ausgebildet sein und ergibt einen Reibungswiderstand gegen die
Auswärtsbewegung des Tonarmes gegen die Steuerwirkung der Spur b. Demzufolge wird
der Leitstift 38 gezwungen, gegen die Wirkung der Blattfeder 40 auf eine schräge
Rampe d aufzulaufen und in eine auswärts führende Spur e, hinter der Spur b, einzutreten.
Die Spur e ist in einem derartigen Abstand hinter der Spur b angebracht, daß die
Spur l wieder die Absenkung des Tonarmes bis unter die Oberfläche der Platte bewirkt
hat, ehe der
Tonarm nach außen geschwungen wird.
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Während dieser Bewegungen wird der Leitstift 76a des Lenkers 74 in
einer konzentrischen Spur p geführt:
Wenn jedoch der Tonarm noch
ausgeschwungen ist und der Leitstift 38 das Ende der auswärts führenden Spur
e nahezu erreicht hat, wird der@-stift 76 a durch ein auswärts führendes Stück q
dieser Spur geführt und dadurch der Lenker 74 nach links hin bewegt. Diese
Bewegung bewirkt ein Niederziehen der Steuerstange 72 in der Stapelachse durch den
Winkel- oder Kniehebel 76. Dadurch wird der Abwurf der Platte 70 auf
den Plattenteller ausgelöst. Der Tonarm schwingt dann infolge der Steuerung durch
die Spur f einwärts, wobei die weitere Spur f1 den Einsatz des Tonarmes in die Anfangsrille
der Platte bewirkt.
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Wenn der Ablauf der Bewegungen nach dem Abspielen der letzten Platte
des Vorratsstapels auf der Stapelachse eingeleitet wird, wird der Plattenwechsler
selbsttätig gestoppt, da in diesem Fall der Leitstift 38
durch die Spur b
nach auswärts bewegt wird, wie es vorher bereits bei der Arbeitsweise des Plattenspielers
als Einzelspieler erklärt wurde.
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Es kann auch die Möglichkeit vorgesehen werden, eine Mehrzahl von
Spuren auf der Kurvenscheibe anzuordnen, die von der Spure abzweigen. Die Abzweigung
des Leitstiftes kann dann z. B. durch mechanische, wählbare Widerlager bewirkt werden,
die die Schwenkung des Armes 22 behindern und die Abzweigung des Leitstiftes in
die jeweils für z. B. 17-cm-, 25-cm- und 30-cm-Platten entsprechende Spur bewirken.
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Es ist ferner möglich, die Spuren der Kurvenscheibe so auszubilden,
daß der Tonarm einwärts schwingt und mit dem Rande der auf der Stapelachse befindlichen
Platten in Berührung tritt. In diesem Fall ist vorzugsweise eine Reibungskupplung
in dem Lenkersystem zwischen dem Leitstiftarm 22 und dem übrigen Teil der Tonarmeinrichtung
vorzusehen.
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Es ist ferner möglich, an Stelle eines Fühlgliedes 13
die nachgiebige
Anordnung der Unterlegscheibe am unteren Ende der Buchse 64 auszunutzen,
um ein Auswärtsschwingen des Tonarmes bei Vorhandensein einer Platte in dem Vorratsstapel
zu verhindern. Es ist ersichtlich, daß die nachgiebige Unterlegscheibe durch die
Mutter 36 dann aufwärts gepreßt wird, wenn der Tonarm an der Erreichung seiner höchsten
Lage gehindert wird, weil er dann vorzeitig mit der Unterseite einer Platte auf
der Stapelachse in Berührung tritt. Diese Aufwärtsbewegung der Beilagscheibe 64
kann benutzt werden, um die auswärtsschwingende Bewegung des Tonarmes zu begrenzen.
Die Unterlegscheibe kann beispielsweise eine vorspringende Lippe aufweisen. Diese
Lippe steht in Verbindung mit einem Steuerglied, welches, im Fall, daß die Unterlegscheibe
nach aufwärts gepreßt ist, mit einem Teil der Tonarmaufhängevorrichtung in Verbindung
kommt und ein Auswärtsschwingen des Tonarmes verhindert.