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Verfahren zur Verhinderung des Stäubens von feinverteilten Farbstoffen
und anderen organisch-chemischen Produkten Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren
zur Verhinderung des Stäubens von Farbstoffen und anderen organischen Stoffen, welche
in feinverteilter fester Form vorliegen.
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Es ist bekannt, daß Farbstoffe und andere chemische Produkte, wenn
sie in gepulvertem Zustand vorliegen, unangenehm zu handhaben sind, weil sie leicht
stäuben. Obwohl die Behandlung derartiger Pulver mit verschiedenen Mitteln, wie
Mineralölen oder Wachsen, vorgeschlagen worden ist, um hierdurch die Staubbildung
zu verringern, haben sich solche Behandlungen nicht immer als befriedigend erwiesen.
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Es ist ebenfalls bereits bekannt, das Stäuben durch Zusatz kleiner
Mengen von Mono- und Polyalkoholen und Ketonen, Estern mit mehr als 6 Kohlenstoffatomen,
besonders Estern von aromatischen Carbonsäuren, Äthern (Äthylenoxydaddukten) und
Silikonen (vgl. deutsche Patentschriften 565 895 und 834 237, britische Patentschriften
695 372 und 713 541 und USA.-Patentschrift 2 604 469) herabzusetzen.
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Es wurde nun gefunden, daß Octadecen, Trioctylamin und insbesondere
Dodecylbenzol bei Verwendung als Mittel zur Verhinderung des Stäubens von Farbstoffen
oder anderen organischen chemischen Produkten wirksamer als die bisher bekannten
Stoffe sind.
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Erfindungsgemäß wird ein Verfahren zur Verhinderung des Stäubens von
feinverteilten Farbstoffen oder anderen organischen chemischen Produkten durch Zusatz
von entstäubend wirkenden organischen Flüssigkeiten in der Weise vorgeschlagen,
daß das zu entstäubende Produkt vor, während oder nach seiner Überführung in den
feinverteilten Zustand mit 0,1 bis 2 Gewichtsprozent Dodecylbenzol, Octadecen oder
Trioctylamin innig vermischt wird.
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Pulverförmige Farbstoffe und chemische Produkte, die erfindungsgemäß
verbessert werden können, sind beispielsweise wasserunlösliche Farbstoffe zum Färben
von Acetatkunstseide, wie beispielsweise Duranol Red X 3 B (C: 1. * 620l5), Dispersol
Fast Yellow G (C:1. 11855), Dispersol Fast Red R (C.1. 11130) und Duranol Blue G
(C. 1. 63305), wasserlösliche oberflächenaktive Mittel, wie die Kondensationsprodukte
von Naphthalinsulfonsäuren mit Formaldehyd und Kautschukchemikalien, wie Antioxydantien
und Vulkanisationsbeschleuniger.
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Das Dodecylbenzol, das Octadecen oder das Trioctylamin kann den zu
entstäubenden Produkten dadurch einverleibt werden, daß man die Produkte in * =
Colour Index der Society of Dyers and Colourists und der American Association of
Textile Chemists and Colourists, 2. Auflage. Gegenwart der genannten Verbindungen
vermahlt oder auf beliebige andere Weise vermischt.
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Zum Nachweis der Überlegenheit als Entstäubungsmittel wurden das erfindungsgemäß
vorgeschlagene Dodecylbenzol verglichen mit Dibutylphthalat, das als Entstäubungsmittel
aus der deutschen Patent-Schrift 834 237 bekannt ist, und mit dem Kondensationsprodukt
aus p-Nonylphenol und 8 Mol Äthylenoxyd (das ist ein Äthylenoxydaddukt eines Alkylphenols
gemäß der britischen Patentschrift 713 541).
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Die genannten Mittel wurden zur Entstäubung von drei handelsüblichen
Farbstoffen verwendet, nämlich »Dispersolechtgelb A« (C. I. 10 345), »Duranolrot
X 3 B « (C.1. 62015) und »Duranolblau G« (C. 1. 63305). Zum quantitativen Nachweis
der Entstäubungswirkung wurde jeder der drei Farbstoffe in trockener Pulverform
mit 1 Gewichtsprozent von jeweils einem der drei Entstäubungsmittel durch kurzes
Schütteln in einer Glasflasche mit Stahlkugeln gemischt. Die Mischungen wurden dann
3 Tage auf 70°C erwärmt, um die Wirkungen einer längeren Lagerung nachzuahmen. Die
Staubigkeit jeder Mischung und jedes
nicht entstäubten Farbstoffs
wurde dann auf folgende Weise gemessen: Eine bestimmte Menge des Farbstoffs wurde
mit konstanter Geschwindigkeit in einem trogförmigen Gefäß gerührt, wobei über dem
Gefäß eine pyramidenförmige Abzugshaube angebracht war. Mit konstanter Geschwindigkeit
wurde Luft durch Löcher in der Nähe des Bodens der Abzugshaube eingesaugt, um über
ein Kapillarrohr Staub zu einer gewogenen Glasfritte zu führen. Bei allen Versuchen
wurden gleiche Bedingungen eingehalten. Die Gewichtszunahme der Glasfritte in Milligramm
pro Stunde bildet einen Vergleichsmaßstab für die Staubigkeit jeder Probe. Es wurden
folgende Ergebnisse erhalten.
| Staub- |
| Farbstoff Entstäubungsmittel entwicklung |
| mg/Stunde |
| ohne 725 |
| Dodecylbenzol 76 |
| Dibutylphthalat 692 |
| Dispersolecht- Nonylphenol- |
| gelb A Äthylenoxyd- |
| Kondensations- |
| produkt 435 |
| ohne 762 |
| Dodecylbenzol 14 |
| Dibutylphthalat 558 |
| Duranolrot X 3 B Nonylphenol- |
| Äthylenoxyd- |
| Kondensations- |
| produkt 114 |
| ohne 949 |
| Dodecylbenzol 62 |
| Dibutylphthalat 720 |
| Duranolblau G Nonylphenol- |
| Äthylenoxyd- |
| Kondensations- |
| produkt 384 |
Hieraus ergibt sich, daß das erfindungsgemäße Entstäubungsmittel Dodecylbenzol viel
wirksamer ist als die bekannten Entstäubungsmittel Dibutylphthalat oder das Kondensationsprodukt
aus Nonylphenol und Äthylenoxyd. Dieses Ergebnis war in keiner Weise vorherzusehen
und wurde durch den Stand der Technik nicht nahegelegt.
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Der Erfindungsgegenstand wird in den folgenden Beispielen erläutert.
Die Teile und Prozentangaben beziehen sich auf das Gewicht.
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Beispiel 1 Duranol-Blue-G 300-Pulver (C. I. 63 305) . . . . . . .
. . . . . . . . . . 100 Teile Octadecen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
. . . 0,5 Teile 50 g Duranol-Blue-G-Pulver werden in ein 450 g fassendes Gefäß mit
Schraubverschluß abgewogen, und 0,25 g Octadecen werden tropfenweise mittels einer
Pipette zugesetzt. Dann werden in das Gefäß zwölf Stahlkugeln von etwa 5 mm Durchmesser
gegeben. Das Gefäß wird verschlossen und 5 Minuten lang geschüttelt. Das sich ergebende
Pulver ist nahezu frei von anhaftendem Staub. Es bilden sich keine Staubwolken,
wenn die Flasche kräftig geschüttelt wird. Beispiel 2 Duranol Red X3B 300 (C. I.
620l5), feines Pulver ... 100 Teile Dodecylbenzol . . . . . . . . . . . .
. . . . . . . 0,5 Teile Die Vermischung dieser Stoffe wird in der im Beispiel 1
angegebenen Weise durchgeführt. Das sich ergebende Pulver ist praktisch frei von
anhaftendem Staub, und es bilden sich keine Staubwolken, wenn die Flasche kräftig
geschüttelt wird. Beispiel 3 1 Teil Dodecylbenzol wird 100 Teilen des feingepulverten
Farbstoffes Colour Index Basic Red 13 zugesetzt. Die Vermischung dieser Stoffe wird
in der im Beispiel l angegebenen Weise durchgeführt. Das sich ergebende Pulver ist
nahezu frei von anhaftendem Staub, und es bilden sich keine Staubwolken, wenn die
Flasche kräftig geschüttelt wird. Beispiel 4 1 Teil Dodecylbenzol wird 100 Teilen
des feingepulverten Farbstoffes Dispersol Fast Orange B (C. I. 26080) zugesetzt.
Die Vermischung dieser Stoffe wird in der im Beispiel 1 angegebenen Weise durchgeführt.
Das sich ergebende Pulver ist praktisch frei von anhaftendem Staub, und es bilden
sich keine Staubwolken, wenn die Flasche kräftig geschüttelt wird. Beispiel 5 1
Teil Dodecylbenzol wird 100 Teilen des feinverteilten pulverisierten orangefarbenen
Farbstoffes zugesetzt, der gemäß dem Beispie12 der britischen Patentschrift 785120
hergestellt worden ist. Die Vermischung dieser Stoffe wird in der im Beispiel 1
angegebenen Weise durchgeführt. Das sich ergebende Pulver ist praktisch frei von
anhaftendem Staub, und es bilden sich keine Staubwolken, wenn die Flasche kräftig
geschüttelt wird.
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Beispiel 6 1 Teil Dodecylbenzol wird 100 Teilen des feinpulverisierten
Natriumsalzes des Kondensationsproduktes aus Naphthalinsulfonsäure und Formaldehyd
zugesetzt. Die Vermischung dieser Stoffe wird in der im Beispiel l angegebenen Weise
durchgeführt. Das sich ergebende Pulver ist nahezu frei von anhaftendem Staub, und
es bilden sich keine Staubwolken, wenn die Flasche kräftig geschüttelt wird. Beispiel
7 1 Teil Trioctylamin wird 100 Teilen des feinpulverisierten Natriumsalzes des Kondensationsproduktes
aus Naphthalinsulfonsäure und Formaldehyd zugesetzt. Die Vermischung dieser Stoffe
wird in der im Beispiel 1 angegebenen Weise durchgeführt. Das sich ergebende Pulver
ist praktisch frei von anhaftendem Staub, und es bilden sich keine Staubwolken,
wenn die Flasche kräftig geschüttelt wird.
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Beispiel 8 1 Teil Octadecen wird 100 Teilen feinpulverisiertem 2,4-Dichlor-6-(2'-chloranilin)-s-triazin
zugesetzt. Die
Vermischung dieser Stoffe wird in der im Beispiel
l angegebenen Weise durchgeführt. Das sich ergebende Pulver ist praktisch frei von
anhaftendem Staub, und es bilden sich keine Staubwolken, wenn die Flasche kräftig
geschüttelt wird.
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Beispiel 9 Beispiel 1 wird in der Weise wiederholt, daß das Duranol-Blue-G
300-Pulver (C. I. 63 305) durch pulverisiertes 1-Phenyl-3-methyl-5-pyrazolon ersetzt
wird. Es wird ein nichtstäubendes Pulver erhalten. Beispiel 10 Beispie19 wird in
der Weise wiederholt, daß das 1-Phenyl-3-methyl-5-pyrazolonpulver durch pulverisierte
ß-Oxynaphthoesäure ersetzt wird. Es wird ein staubfreies Pulver erhalten.
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Beispiel 11 Beispiel 9 wird in der Weise wiederholt, daß Dodecylbenzol
an Stelle von Octadecen benutzt wird. Es wird ein staubfreies Pulver erhalten. Beispiel
12 Beispiel 10 wird in der Weise wiederholt, daß Dodecylbenzol an Stelle von Octadecen
benutzt wird. Es wird ein staubfreies Pulver erhalten.