DE1116286B - Galvanisches Primaerelement vom Leclanche-Typus - Google Patents
Galvanisches Primaerelement vom Leclanche-TypusInfo
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- H01M4/36—Selection of substances as active materials, active masses, active liquids
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- H01M6/04—Cells with aqueous electrolyte
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Description
Die Erfindung betrifft; ein galvanisches Primärelement
vom Leclanche-Typus.
Derartige Elemente sind seit langem bekannt. Als nachteilig hat sich bei ihnen bisher erwiesen, daß ihre
Entladekurve stark abfällt und insbesondere eine hohe Anfangsspitze der Spannung aufweist. Die Hauptursache
dafür ist in einem Anstieg des pH-Wertes der
positiven Elektrode im Laufe der Entladung zu suchen. Man hat daher diese unerwünschten Erscheinungen
dadurch zu beseitigen versucht, daß man saure Substanzen in die positive Elektrode einbrachte,
die den pH-Wert im sauren Bereich halten sollten. Bekannte Vorschläge arbeiten beispielsweise mit
sauren Fluoriden und stabilisieren den pH-Wert bei etwa 3 oder mit Chlorzink und Salzsäure und stabilisieren
bei etwa 1,5. Als nachteilig ist bei diesen Konstruktionen jedoch zu erwähnen, daß durch den
stark sauren Charakter des Elektrolyten naturgemäß die Korrosion der Zinkelektrode stark erhöht wird.
Außerdem ist in den meisten Fällen mit dieser Stabilisierung die Einbringung unerwünschter Fremdionen
in die Zelle verbunden. Schließlich beanspruchen die eingebrachten sauren Substanzen einen Teil des
Zellvolumens.
Es war daher Aufgabe der Erfindung, hier Abhilfe zu schaffen und einen Weg zu finden, auf dem sich
galvanische Primärelemente mit einer horizontaleren Entladekurve und gleichzeitig befriedigender Lagerfähigkeit
herstellen lassen. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kombinierte Anwendung eines
mit einer alkalischen Lösung behandelten Braunsteins als Depolarisator und eines an sich bekannten
ammoniakalischen Salmiakelektrolyten gelöst. Am zweckmäßigsten hat es sich dabei erwiesen, einen
Elektrolyten aus einer bei 20° C nahezu gesättigten Salmiaklösung mit solchem Ammoniakgehalt zu verwenden,
daß der pH-Wert zwischen 8 und 10, vorzugsweise zwischen 9 und 10, liegt. Dieser pH-Bereich
liegt gleichzeitig im optimalen Bereich hinsichtlich der Korrosion der Zinkelektrode, die sowohl in
stärker sauren als auch in stärker alkalischen Lösungen wesentlich mehr angegriffen wird. Dadurch ist
eine gute Lagerfähigkeit der Zellen gewährleistet. Die Verwendung von Ammoniak zum Alkalisieren
des Elektrolyten hat den Vorteil, daß sich Ammoniak praktisch ohne Volumenzunahme im Elektrolyten
löst. Außerdem begünstigt Ammoniak zusammen mit einem Salmiaküberschuß in der Puppe die Bildung
des grobkristallinen Zn(NHg)2Cl2 oder des löslichen
Zn(NH3)4Cl2, die beide den Innenwiderstand der
Zelle erheblich weniger erhöhen als die sonst gebildeten feinkristallinen basischen Zinkchloride. Wichtig
Galvanisches Primärelement
vom Leclanche-Typus
vom Leclanche-Typus
Anmelder:
Pertrix Union G.m.b.H., Ellwangen/Jagst
Pertrix Union G.m.b.H., Ellwangen/Jagst
Dipl.-Phys. Dr. Joachim Euler, Frankfurt/M.,
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
ist dabei die Verwendung eines Braunsteins, der in seinem pH-Wert so liegt, daß er den des Elektrolyten
nicht verschiebt. Dementsprechend liegt also zweckmäßigerweise der Isoaziditätspunkt des verwendeten
Braunsteins zwischen 8 und 10, vorzugsweise zwischen 9 und 10.
Die Herstellung eines derartigen Braunsteins kann auf einfachste Weise durch eine Behandlung eines
üblichen hochaktiven Braunsteins mit alkalischen Lösungen, wie beispielsweise NH4OH, NaOH,
Na2CO3, Ca(OH)2, Ba(OH)2, oder ähnlichem
erreicht werden. Man bringt dabei den Braunstein etwa 10 Stunden bei Zimmertemperatur in eine derartige
Lösung, worauf er bei erhöhter Temperatur getrocknet und gegebenenfalls noch ausgewaschen
wird. Er ist dann mindestens in seiner gesamten Oberfläche so weit alkalisiert, daß er den geforderten
Isoaziditätspunkt von 8 bis 10 besitzt. Die Imprägnierung des Braunsteins kann auch bei höheren
Temperaturen und dann in entsprechend kürzerer Zeit erfolgen. So sind etwa bei 40° C nur 2 bis
3 Stunden erforderlich.
Eine besonders einfache Art der Vorbehandlung des Braunsteins besteht auch darin, daß man ihn
trocken oder mit Wasser befeuchtet von gasförmigem, eventuell feuchtem Ammoniak durchströmen läßt.
Die Vorbehandlung kann an jeder Art Braunstein vorgenommen werden, besondere Vorteile bieten
feinkörnige, z. B. elektrolytisch oder durch Fällung hergestellte Braunsteine. Die Herstellung des erfindungsgemäßen
Elektrolyten kann entweder durch Einleiten von gasförmigem Ammoniak in eine Salmiaklösung
erfolgen oder durch Auflösen von Salmiak in Ammoniakwasser. Es lassen sich aber auch andere Elektrolyte verwenden, sofern sie in dem
geforderten pH-Bereich nicht ausfallen. Typische Beispiele dafür sind die Chloride der Alkalimetalle
109 737/106
und der Erdalkalimetalle, z. B. CaCl2, oder auch
Mischungen z. B. von NH4Cl und MgCl2.
Als Beispiel einer Zusammensetzung des Elektrolyten für ein Primärelement gemäß der Erfindung sei
nachstehend angegeben:
260 Teile Salmiak werden in 440 Teilen Wasser gelöst und mit 350 Teilen konzentriertem Ammoniakwasser
versetzt. Der pH-Wert liegt zwischen 9 und 10. 75 g dieses Elektrolyten werden mit 28 g Mehl verdickt
und bei 80° C verkocht.
Dieser Elektrolyt wurde in Kombination mit einem Depolarisator aus elektrolytisch hergestelltem Braunstein,
der etwa 14 Stunden bei 20° C mit konzentriertem Ammoniakwasser behandelt und anschließend
bei 60° C getrocknet worden war, in einem Primärelement verwendet. Es ergab sich dabei die in der
Figur dargestellte Entladekurve, in der deutlich zu ersehen ist, daß das erfindungsgemäß aufgebaute
Primärelement eine wesentlich gleichmäßigere Entladespannung besitzt als die üblichen, bisher bekannten
Leclanche-Zellen, deren Entladung beispielsweise in der Kurve 2 dargestellt ist. Gleichzeitig ist aus der
Figur noch zu ersehen, daß die erfindungsgemäßen Primärelemente ihre Spannung über einen weitaus
längeren Zeitraum behalten, also eine größere nutzbare Entladedauer besitzen.
Claims (7)
1. Galvanisches Primärelement vom Leclanche-Typus, gekennzeichnet durch die Kombination
eines mit einer alkalischen Lösung behandelten Braunsteins als Depolarisator mit einem ammoniakalischen
Salmiakelektrolyten.
2. Galvanisches Primärelement nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Elektrolyten
aus einer bei 20° C nahezu gesättigten Salmiaklösung, z. B. aus 20 bis 27 Teilen Salmiak
auf 100 Teile Lösung, mit einem solchen Ammoniakgehalt, daß der pH-Wert des Elektrolyten
zwischen 8 und 10, vorzugsweise zwischen 9 und 10, liegt.
3. Galvanisches Primärelement nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch einen
Depolarisator mit Braunstein von einem Isoaziditätspunkt zwischen 8 und 10, vorzugsweise zwischen
9 und 10.
4. Verfahren zur Herstellung eines galvanischen Primärelementes nach einem der Ansprüche 1
bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß hochaktiver Braunstein mit Alkali- oder Erdalkalilauge oder
Soda behandelt wird.
5. Verfahren zur Herstellung eines galvanischen Primärelementes nach einem der Ansprüche 1
bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß hochaktiver Braunstein mit gasförmigem, vorzugsweise feuchtem
Ammoniak behandelt wird.
6. Verfahren zur Herstellung eines galvanischen
Primärelementes nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß gasförmiger
Ammoniak in eine wäßrige Salmiaklösung bis zur Sättigung eingeleitet wird.
7. Verfahren zur Herstellung eines galvanischen Primärelementes nach einem der Ansprüche 1
bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß Salmiak in einer wäßrigen Ammoniaklösung aufgelöst wird.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 35 392, 387 072;
britische Patentschriften Nr. 663 453, 772 038;
USA.-Patentschrift Nr. 2 919 216.
Deutsche Patentschriften Nr. 35 392, 387 072;
britische Patentschriften Nr. 663 453, 772 038;
USA.-Patentschrift Nr. 2 919 216.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
© 109 737/106 10.61
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEP25084A DE1116286B (de) | 1960-05-27 | 1960-05-27 | Galvanisches Primaerelement vom Leclanche-Typus |
| GB1916261A GB972882A (en) | 1960-05-27 | 1961-05-26 | Galvanic primary cell |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEP25084A DE1116286B (de) | 1960-05-27 | 1960-05-27 | Galvanisches Primaerelement vom Leclanche-Typus |
| FR863084A FR1290048A (fr) | 1961-05-27 | 1961-05-27 | élément de pile galvanique |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1116286B true DE1116286B (de) | 1961-11-02 |
Family
ID=25989971
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEP25084A Pending DE1116286B (de) | 1960-05-27 | 1960-05-27 | Galvanisches Primaerelement vom Leclanche-Typus |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1116286B (de) |
Citations (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE35392C (de) * | W. HELLESEN in Kopenhagen | Neuerung an elektrischen Batterien | ||
| DE387072C (de) * | 1922-03-28 | 1923-12-20 | Herman Douglas Nyberg | Galvanisches Element |
| GB663453A (en) * | 1948-12-28 | 1951-12-19 | Nat Carbon Co Inc | Improvements in aqueous electrolyte for primary galvanic cell |
| GB772038A (en) * | 1954-04-30 | 1957-04-10 | Union Carbide & Carbon Corp | Improvements in and relating to galvanic cells |
| US2919216A (en) * | 1956-11-30 | 1959-12-29 | Sidney A Corren | Electrolyte for electrochemical cells |
-
1960
- 1960-05-27 DE DEP25084A patent/DE1116286B/de active Pending
Patent Citations (5)
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|---|---|---|---|---|
| DE35392C (de) * | W. HELLESEN in Kopenhagen | Neuerung an elektrischen Batterien | ||
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