DE1083367B - Akkumulator mit alkalischem Elektrolyten - Google Patents
Akkumulator mit alkalischem ElektrolytenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft Sammlerbatterien mit alkalischem
Elektrolyten und negativer Eisenelektrode, also mit einer Elektrode, deren aktive Substanz von
elektrolytisch aktivem Eisen gebildet wird, d. h. anfänglich von einer Mischung aus metallischem Eisen
und Eisen (II)-oxyd, welche nach der Aufladung der Elektrode im wesentlichen aus feinverteiltem metallischem
Eisen besteht.
Die Erfindung hat spezielle praktische Anwendbarkeit für die bekannten handelsüblichen Nickel-Eisen-Sammler,
die in einem alkalischen Elektrolyten eine negative Eisenelektrode und eine positive Elektrode
mit Nickeloxyd als aktivem Material enthalten. Zweck der Erfindung ist, eine erhebliche Verbesserung der
Lebensdauer und der Leistung derartiger Sammler durch Zusatz eines schwefelhaltigen Materials zur
aktiven Substanz der negativen Eisenelektrode zu erlangen. Dieser Zusatz führt dazu, daß das negative
aktive Material einen Sulfidgehalt aufweist, der wesentlich höher liegt, als für die handelsüblichen
Nickel-Eisen-Akkumulatoren bisher für zulässig gehalten wurde, und der wesentlich niedriger liegt, als
bekannte Akkumulatoren enthalten. Die Erfindung ist jedoch nicht auf die Kombination der Eisenelektrode
mit positiven Nickeloxydelektroden beschränkt, kann vielmehr ebensogut in Verbindung mit anderen positiven
Elektroden Anwendung finden.
Im gewöhnlichen aktiven Eisenmaterial ist eine geringe Menge Eisen (II)-sulfid als Verunreinigung vorhanden.
Bei seiner Herstellung wird beispielsweise Eisen (II)-sulfat durch Röstung in Eisen (III)-oxyd
übergeführt und das Oxyd dann mit Wasserstoff zu metallischem Eisen reduziert. Danach wird das Eisen
angefeuchtet und in der Wärme partiell oxydiert zur Bildung eines Gemisches aus metallischem Eisen und
Eisen (II)-oxyd. Eine geringe Menge Eisensulfat in Form von Eisen(II)- und/oder Eisen(III)-sulfat wird
gewöhnlich durch den Röstvorgang durchgeschleppt und bei der Reduktionsbehandlung zu Eisen (II)-sulfid
reduziert. Es ist bekannt, daß die Gegenwart geringer Mengen an Eisen (II)-sulfid im negativen aktiven Material
zur Aktivierung des Eisens notwendig ist, damit die Batterie eine zufriedenstellende Anfangskapazität
aufweist. Ein Sμlfidgehalt, entsprechend etwa 0,015 Gewichtsprozent
Schwefel, bezogen auf Eisen, reicht dabei zur Gewährleistung der anfänglichen Aktivierung
aus. Ein Sulfidgehalt von 0,03 bis 0,1 Gewichtsprozent Schwefel wurde dagegen bisher als äußerst unerwünscht
angesehen; demgemäß sind beim Herstellungsverfahren scharfe Verfahrenskontrollen angewandt
worden, um den Schwefelgehalt unter 0,03 Gewichtsprozent zu halten. Typische Eisen (II)-sulfidgehalte
in der fertigen Eisenmischung lagen im Mittel bei 0,02% Schwefel.
Akkumulator mit alkalischem Elektrolyten
Anmelder:
McGraw-Edison Company,
Elgin, 111. (V. St. A.)
Elgin, 111. (V. St. A.)
Vertreter: Dipl.-Ing. A. Trautmann, Patentanwalt,
Berlin-Zehlendorf, Prinz-Handjery-Str. 68
Berlin-Zehlendorf, Prinz-Handjery-Str. 68
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 16. November 1956
V. St. v. Amerika vom 16. November 1956
Joseph Donald Moulton, West Orange, N. J.,
und William Ralph Miller, Verona, N. J. (V. St. A.),
sind als Erfinder genannt worden
Gemäß der Erfindung hat sich nun überraschenderweise gezeigt, daß eine vorsätzliche Zugabe einer
schwefelhaltigen Substanz zur Einstellung eines höheren Sulfidgehaltes im aktiven Eisenmaterial, und zwar
von gewöhnlich etwa 0,05 bis 0,1 Gewichtsprozent Schwefel, bezogen auf Eisen, zu einer Steigerung der
Lebensdauer der negativen Eisenelektrode und zu einer Verbesserung der Gesamtleistung des Akkumulators
führt. Beispielsweise haben Versuche sowohl im Kleinmaßstab als auch in normalen Zellen gezeigt,
daß die Lebensdauer der negativen Elektrode durch die Maßnahmen der Erfindung wenigstens um das
Fünffache gesteigert wird. Wenn ferner die negativen Elektroden der Erfindung mit positiven Platten zur
Formierung der letzteren verwendet werden, halten sie etwa die vierfache Zeit wie die bisher verwendeten
negativen Elektroden. Weiterhin überdauern Batterien mit den erfindungsgemäßen negativen Eisenelektroden
stärkere Fehlbehandlungen, wie beispielsweise starke Überladung oder übermäßige Entladung, ohne Verlust
an elektrischer Kapazität.
Zur besseren Verständlichmachung der Erfindung werden nachfolgend zuerst die typischen Verfahrensstufen, wie sie gewöhnlich zur Herstellung von akti-
vem Eisenmaterial Anwendung finden, näher beschrieben :
Ein sehr reines Eisen wird in Schwefelsäure aufgelöst. Aus der gebildeten Eisen (II)-sulfatlösung
werden Eisen (II)-sulfatkristalle durch Zentrifugieren
009 530/137
Claims (2)
- 3 4abgetrennt. Diese Kristalle werden teilweise ent- zu 200 ml des Elektrolyten zugesetzt zur Herstellungwässert, z. B. mittels eines umlaufenden Trockners, einer Lösung mit einem Natriumsulfidgehalt ent-und dann in einen Muffelofen eingeführt. Hier werden sprechend etwa 0,025 g Schwefel/ml. Von dieser Lö-sie bei einer Temperatur von üblicherweise etwa sung wird eine berechnete Menge zur Bildung eines815° C geröstet. Um eine'gleichmäßige Behandlung 5 Sulfidgehaltes zwischen 0,03 und 0,1 Gewichtsprozentzu erreichen, wird die .Charge gelegentlich durch im negativen aktiven Material in die Zelle einge-Harken, Stachen, Hacken usw. umgeschichtet. Durch bracht. Beispielsweise werden 20 ml dieses sulfidhalti-diesen Röstvorgang werden die Kristalle unter Ab- gen Elekrolyten entsprechend etwa 0,5 g Schwefelgäbe von Schwefeldioxyd- und Schwefeltrioxyd- einer Zelle zugefügt, die etwa 500 g des negativendämpfen und Bildung von Eisen(III)-oxyd zersetzt. 10 Materials enthält. Vor der Zugabe des sulfidhaltigenWie bereits erwähnt, bleibt aber dabei etwas Eisen- Elektrolyten wird die Zelle zuerst auf etwa 1 Voltsulfat im Eisen(III)-oxyd zurück. Das Eisen(III)- entladen und anschließend mehrere Stunden kurz-oxyd wird dann in große Kübel eingebracht, und zum geschlossen. Der Elektrolyt wird dann aus der ZelleEntfernen von Verunreinigungen läßt man eine abgezogen; ein neuer oder der gleiche Elektrolyt wirdschwache Schwefelsäurelösung durchsickern. An- l5 so modifiziert, daß er die gewünschte Sulfidbei-schließend wird das Eisen(III)-oxyd mit Wasser ge- mengung enthält, und in die Zelle eingefüllt. Danachwaschen, bis Proben eine annähernd vollständige Ent- wird die Zelle sofort aufgeladen und gemäß der üb-fernung der Schwefelsäure anzeigen. Das Eisen(III)-. liehen Praxis mehrmals umgepolt. Hierdurch wirdoxyd wird dann zur Abtrennung von überschüssigem im negativen aktiven Material Eisen(II) -sulfid inWasser zentrifugiert und zum vollständigen Trocknen ao einer erfindungsgemäßen Menge entsprechend einemauf eine Temperatur zwischen etwa 150 und 260° C Schwefelgehalt zwischen 0,03 und 0,1 Gewichtsprozenterhitzt. Anschließend wird es bei erhöhter Temperatur des aktiven Eisenmaterials gebildet,zwischen etwa 540 und 815° C mit Wasserstoff zu Es ist zu bemerken, daß dieses Verfahren einesmetallischem Eisen reduziert; dabei wird etwas Sulfidzusatzes zum negativen aktiven Material nichtEisen (II)-sulfid mitgebildet, und zwar durch Reduk- 25 nur bei der ersten Herstellung und Herrichtung dertion des im Eisen (III)-oxyd noch vorhandenen Eisen- Zellen angewandt werden kann, sondern ebenfalls insulfats. Danach wird das Eisen angefeuchtet und wirksamer Weise für eine Aktivierung oder Regene-durch Wärme partiell oxydiert zur Bildung einer rierung der negativen Eisenelektroden von gebrauch-Mischung aus metallischem Eisen und Eisen(II)-oxyd. ten Zellen, die infolge ungewöhnlicher oder harterDiese Mischung wird abschließend fein gemahlen. Das 30 Betriebsbedingungen unwirksam geworden sind.Endprodukt hat einen Sulfidgehalt von etwa 0,02 Ge- Eine rein mechanische Methode der Einführung deswichtsprozent Schwefel, bezogen auf das Eisen. Eisen (II)-sulfids in das aktive Eisenmaterial wird be-Das vorbeschriebene Herstellungsverfahren kann vorzugt, weil sie sehr einfach und leicht zu steuern ist zur Steigerung des Sulfidgehaltes des aktiven Eisen- und bei beliebigen aktiven Eisenmaterialien Anwenmaterials auf die gemäß der Erfindung gewünschte 35 dung finden kann. Hierbei wird einfach ein feinteiliger Höhe in der einen oder der anderen Weise abgewan- schwefelhaltiger Stoff mit dem gepulverten Eisendelt werden. Beispielsweise kann die Dauer des Rost- gemisch vermengt. Als schwefelhaltiges Material Vorganges verringert oder die Häufigkeit der Um- kann beispielsweise elementarer Schwefel, Eisen (II)-schichtung herabgesetzt werden; in beiden Fällen suifi<i oder Quercksilbersulfid verwendet werden, verbleibt im Oxyd eine größere Menge Eisensulfat. 40 Eisen (II)-sulfid in Form des technischen geschmolze-Andererseits kann auch der Waschvorgang früher ab- nen Schwefeleisens in stückiger oder gekörnter Form gebrochen werden, um die im Eisen(III)-oxyd zu- ist vorzuziehen. Dieses schwefelhaltige Material wird rückbleibende Sulfatmenge zu erhöhen. Nach einer beispielsweise durch eine Feinstmühle gemahlen bis anderen Methode wird irgendeine geeignete schwefel- zu einer Kornfeinheit, daß es durch ein Sieb mit haltige Substanz während des Zentrifugierens in 45 16 900 Maschen/cm2 geht. Die Menge des zuzusetzendas Eisen (III)-oxyd eingeführt. Beispielsweise kann den schwefelhaltigen Materials wird berechnet zur das feuchte Eisen(III)-oxyd nach Entfernung des Herstellung eines Endproduktes mit einem Schwefelüberschüssigen Wassers mit einer Lösung von gehalt zwischen etwa 0,05 und 0,1 Gewichtsprozent Eisen(II)-sulfat oder einer anderen löslichen schwefel- des Eisens. Vorzugsweise wird das schwefelhaltige haltigen Verbindung, beispielsweise Ammoniumsulfat, 50 Material zuerst mit einer geringen Menge der Eisen-(NHj)2SO4, Natriumsulfat, Na2SO4, oder Kalium- mischung vermengt und das Gemenge dann zum Rest sulfat, K2SO4, besprüht werden, während es sich noch der Eisenmischung zugesetzt, um eine gleichmäßige in der Zentrifuge befindet. Dann wird das Produkt Verteilung des schwefelhaltigen Materials im Gemisch erneut zentrifugiert, um die überschüssige Lösung zu zu sichern. Das anfallende Produkt wird dann in die entfernen. Bei der folgenden Reduktion reagiert die 55 Taschen der Eisenelektrode eingefüllt zur Herstellung schwefelhaltige Lösung mit Eisen unter Bildung von einer gebrauchsfertigen vollständigen Elektrode.
Eisen(II)-sulfid. Der endgültige Sulfidgehalt kann Es ist anzunehmen, daß bei Verwendung von durch Änderung der Konzentration der schwefelhalti- elementarem Schwefel oder einer von Eisen(II)-sulfid gen Substanz nach Wunsch eingestellt werden. verschiedenen schwefelhaltigen Substanz während desDer Zusatz des Sulfids zum negativen aktiven Ma- 60 Betriebes der Batterie eine Reaktion zwischen dieserterial kann auch in der Zelle selbst durchgeführt Substanz und einem Teil der Eisenmischung eintrittwerden, entweder erstens durch Absorption oder Lö- unter, Ausbildung von Eisen(II) -sulfid. Wahrscheinlichsung von gasförmigem Schwefelwasserstoff im alka- ist die wirksamste Form des Schwefels für die Zweckelischen Elektolyten bis zur Erzielung der gewünsch- der Erfindung die als Eisen (II)-sulfid.
ten Sulfidkonzentration oder zweitens durch Auflösen 65von kristallisiertem Natriumsulfid im alkalischen Patentansprüche:
Elektrolyten. Von diesen beiden Methoden ist dieletztere infolge ihrer bequemeren Durchführbarkeit 1. Akkumulator mit alkalischem Elektrolytenvorzuziehen. Nach einem typischen Ausführungsbei- und einer negativen Elektrode, die elektrolytischspiel dieser Arbeitsmethode werden 38 g Na2 S -9H2O 70 aktives Eisen und eine kleine Menge von in ihmverteiltem Eisen (II)-sulfid enthält, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwefelgehalt des elektrolytisch aktiven Eisens zwischen 0,03 und 0,1 Gewichtsprozent Schwefel, bezogen auf das Eisen, liegt. - 2. Akkumulator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das aktive Material der negativen Elektrode im wesentlichen aus einem aktiven Eisengemisch besteht, das Eisenoxyd und eine Substanz enthält, die aus Eisen(II)-sulfid oderaus einem schwefelhaltigen Stoff besteht, der in einem alkalischen Elektrolyten während des Lade-Entlade-Vorganges Eisen (II)-sulfid bildet, wobei diese Substanz in einer Menge zwischen 0,03 und 0,1 Gewichtsprozent Schwefel in Sulfidform, bezogen auf das Eisengewicht, vorhanden ist.In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 201 424, 204 597.
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