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Rundkipper für Wagen oder Behälter, insbesondere Eisenbahn-Waggons
Die Erfindung bezieht sich auf Rundkipper für Wagen oder Behälter, insbesondere
Eisenbahn-Waggons, mit einer den Wagen oder Behälter tragenden Plattform, die in
dem Kippergerüst unter Vermittlung einer in diesem beweglich gelagerten Stützkonstruktion
derart geführt ist, daß sie bei der Einleitung des Kippvorganges vorzugsweise unter
dem Einfluß der Schwerkraft eine Querbewegung bis zum Anliegen des Wagens oder Behälters
an einer seitlichen Abstützung ausführt, wobei obere Abstützungen beim Kippen ein
Abheben des Wagens oder Behälters von der Plattform verhindern.
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Bei einem bekannten Rundkipper dieser Art werden die oberen Abstützungen,
die beim Kippen ein Abheben des Wagens oder Behälters von der Plattform verhindern,
durch Pratzen gebildet, die durch beiderseits des Wagens angeordnete Rohre geführt
werden, wobei die der seitlichen Abstützung gegenüberliegenden Rohre in Abhängigkeit
von der Querbewegung der Plattform verschwenkt werden. Das Anlegen dieser Pratzen
gegen die Oberkanten des Waggons erfolgt durch hydraulische Mittel in Abhängigkeit
von dem Druck, den die Waggonseitenwand gegen die seitliche Abstützung der Anlage
ausübt. Diese Bauart hat einmal den Nachteil, daß für die oberen Abstützungen ein
großer baulicher Aufwand erforderlich ist. Ferner ist es nachteilig, daß beim Schwenken
des Waggons über 900 hinaus der von ihm auf die seitlichen Abstützungen ausgeübte
Druck sich verringert und demgemäß auch die Haltekraft der Pratzen herabgesetzt
wird. Der Waggon wird daher in der Kipplage nicht mit Sicherheit gehalten, wenn
man nicht zusätzliche, einen weiteren Aufwand darstellende Mittel vorsieht, durch
welche die erforderliche Haltekraft der Pratzen in der Kippendstellung gewährleistet
ist.
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Ein weiterer Nachteil der vorbekannten Bauart besteht darin, daß
sich die Waggonfedern nach der Entleerung des Waggons in der Kippendstellung nicht
entspannen können, so daß die Pratzen in dieser Stellung nicht nur das Gewicht des
leeren Waggons, sondern auch die Spannkraft der Federn aufnehmen müssen. Hieraus
ergibt sich die Notwendigkeit, die betreffenden Teile des bekannten Kippers, insbesondere
die Pratzen und deren Lagerungen mit entsprechend großen Abmessungen auszuführen.
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Es ist ferner bekannt, Pratzen der genannten Art, die während des
Kippvorganges an der Oberkante des Wagens anliegen, durch Gegengewichte über Zugseile
zur Anlage an der Wagenoberkante zu bringen und sie durch besondere Bremsen festzuhalten.
Der Aufwand und das Gewicht solcher Rundkipper sind ebenfalls beträchtlich.
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Bei einem weiteren bekannten Rundkipper der eingangs genannten Art
ist die Plattform ein Teil einer L-förmigen Stützkonstruktion, die mit Hilfe von
Rollen in zur Kippachse konzentrischen kreisbogenförmigen Schlitzen der Seitenwände
des Kippers geführt ist. Die oberen Abstützmittel bestehen hierbei aus Hebeln, die
einerseits an der Stützkonstruktion gelagert und andererseits im Eingriff mit an
dem Kipperrahmen sitzenden Führungsmitteln stehen.
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Auch diese Bauart hat den Nachteil, daß sich die Waggonfedern nach
der Entleerung des Waggons nicht strecken können.
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Die Erfindung bezweckt, die Nachteile der bekannten Rundkipper zu
vermeiden. Dies wird in erster Linie dadurch erreicht, daß die Führungen für die
Plattform und die Stützkonstruktion in dem Kippergerüst so gestaltet sind, daß die
Plattform beim Fortschreiten des Kippens im Anschluß an ihre Querbewegung sich zusammen
mit der Stützkonstruktion in Richtung auf die oberen Abstützungen hin bewegt, bis
der Wagen oder Behälter an diesen anliegt. Zweckmäßig ist hierbei die aus wenigstens
zwei Führungsarmen bestehende Stützkonstruktion für die Plattform in dem Kippergerüst
senkrecht oder wenigstens annähernd senkrecht zur Plattformebene verschiebbar geführt,
und sie trägt die seitliche Abstützung für den Wagen oder Behälter. Die Führungsarme
können an den Laufringen des Kippergerüstes mittels Bolzen und Langlöchern geführt
sein, die vorzugsweise im spitzen Winkel zu einer auf der Plattform errichteten
Senkrechten gerade oder kurvenförmig verlaufend ausgebildet sind.
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Es ist aber auch möglich, daß die fest mit der Platt-
form
verbundenen Führungsarme gegenüber der von ihnen getragenen seitlichen Abstützung
und gegen über den Laufringen des Kippergerüstes seitlich verschiebbar sind.
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Weitere Einzelheiten ergeben sich aus der Zeichnung, in der Ausführungsbeispiele
der Erfindung dargestellt sind. Hierbei zeigt Fig. 1 eine Stirnansicht eines Rundkippers
in Ausgangsstellung, Fig. 2 eine Stirnansicht des Rundkippers nach Fig. 1, um einen
geringen Betrag aus der Ausgangsstellung verschwenkt, Fig. 3 eine weitere Stirnansicht
des Rundkippers nach Fig. 1, um einen Winkel von etwa 600 verschwenkt, und Fig.
4 eine weitere Ausführungsform eines Rundkippers in Stirnansicht.
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Wie die Fig. 1 bis 3 zeigen, sind in einem Fundament 1 Keilrollen
2, 3 gelagert, von denen die letzteren durch einen Antrieb 4 angetrieben werden.
Auf diesen Seilrollen sind Laufringe 5 gelagert, von denen jeweils zwei oder mehrere,
durch Diagonalverbände 6 miteinander verbunden, das Kippergerüst bilden. An den
Laufringen 5 sind Führungsarme 7 mittels an ihnen befestigter Bolzen 8, welche in
Langlochführungen 9 in den Laufringen 5 geführt sind, gelagert. Die Langlochführungen
9 verlaufen kurvenförmig gekrümmt im spitzen Winkel zu einer Senkrechten, die auf
einer Plattform 10 errichtet zu denken ist. Die Plattform 10 ist auf Führungsrollen
11 seitlich verschiebbar auf dem unteren Teil der Führungsarme 7 gelagert. An der
Plattform 10 ist auf einer Seite noch ein Laufsteg 12 vorgesehen, der das Begehen
des Rundkippers ermöglicht. Die Plattform 10 trägt Schienen 13, auf denen ein Eisenbahn-Waggon
14 in das Kippergestell eingefahren werden kann. Im oberen Teil der Laufringe 5
sind obere Abstützungen 15 befestigt. Weiterhin ist an den Führungsarmen 7 im Bereich
der Seitenwand des Waggons 14 eine seitliche Stützwand 16 befestigt. An den Führungsarmen
7 stützen sich Zugfedern 17 ab, die über eine Zugstange 18 an der Plattform 10 angreifen.
Ferner ist im Fundament 1 ein Anschlag 19 vorgesehen, an dem die Plattform 10 in
der Ausgangsstellung des Rundkippers anliegt. Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, befindet
sich zwischen der Seitenwand des Waggons 14 und der seitlichen Stützwand 16 sowie
zwischen der Oberkante des Waggons 14 und den oberen Abstützungen 15 ein Zwischenraum.
Die Wirkungsweise der beschriebenen Einrichtung ist die folgende: Werden der Antrieb
4 eingeschaltet und über die Keilrollen 3 die Laufringe 5 und damit das Kippergerüst
in Richtung des Pfeiles 20 verdreht, so wird zunächst die Plattform 10 mit dem darauf
abgestellten Waggon 14 unter dem Einfluß der Schwerkraft und der Zugfedern 17 gegenüber
den Führungsarmen seitlich (in der Zeichnung nach rechts) verstellt und damit der
Waggon 14 an die seitliche Stützwand 16 angestellt. Diese Stellung ist in Fig. 2
dargestellt. Nach weiterem Drehen der Laufringe 5 in Richtung des Pfeiles 20 werden
die Führungsarme 7 mit der auf ihnen gelagerten Plattform 10 und dem darauf abgestellten
Waggon 14 unter dem Einfluß der Schwerkraft etwa senkrecht bzw. in einem spitzen
Winkel zu einer auf der Plattform gedachten Senkrechten gegenüber den Laufringen
5 verstellt, wobei die Bolzen 8 in den Langloch-
führungen9 gleiten. Hierdurch wird
die Oberkante des Waggons 14 an die oberen Abstützungen 15, die fest an den Laufringen
5 vorgesehen sind, angestellt (Fig. 3). In dieser Stellung ist der Waggon fest an
der seitlichen Stützwand 16 und an den oberen Abstützungen 15 abgestützt, und der
Kipper kann weiter verdreht werden, bis der Waggon entleert ist.
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Die Stellung des Kippergerüstes bzw. der Verdrehwinkel desselben
aus der Ausgangsstellung, bei welcher die Führungsarme 7 mit der Plattform 10 und
dem Waggon 14 an die oberen Abstützungen 15 angestellt werden, ist abhängig von
der Richtung, in der die Langlochführungen 9 gegenüber einer auf der Plattform 10
errichteten Senkrechten geneigt sind. Verlaufen die Langlochführungen 9 parallel
zu einer auf der Plattform 10 gedachten Senkrechten, so wird die Anstellbewegung
des Waggons an die oberen Abstützungen erst erfolgen, wenn das Kippergerüst 900
aus seiner Ausgangslage verdreht ist. Verlaufen diese Langlochführungen hingegen
in einem spitzen Winkel zu einer auf der Plattform 10 gedachten Senkrechten, so
wird die senkrechte Anstellbewegung eintreten, bevor das Kippergerüst um 900 aus
der Ausgangslage verdreht ist.
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Die Langlochführungen 9 können geradlinig oder besonders vorteilhaft
leicht kurvenförmig gekrümmt verlaufen. Die Krümmung der Langlochführungen bewirkt,
daß die Verschiebebewegung der Führungsarme 7 langsam beginnt und ebenso langsam
aufhört, ohne daß Stöße und dadurch Beschädigungen der Waggons und des Kippergerüstes
zu befürchten sind.
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Die vorbeschriebenen Bewegungsvorgänge spielen sich in umgekehrter
Reihenfolge beim Zurückdrehen des Kippers in seine Ausgangsstellung ab, bis die
Plattform 10 wieder an dem im Fundament 1 gelagerten Anschlag 19 anliegt.
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In Fig. 4 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel dargestellt. Auch
hierbei sind wieder in einem Fundament 1 Keilrollen 2 sowie ein Antrieb 4 mit Keilrollen
3 gelagert, wobei auf den Keilrollen 2 und 3 Laufringe 5 gelagert sind. Diese Laufringe
sind miteinander durch Diagonalverbände 6 verbunden und bilden mit diesen das Kippergerüst.
In den Laufringen 5 sind ebenfalls wieder obere Abstützungen 15 befestigt. Bei diesem
Ausführungsbeispiel ist die Plattform 10 fest mit den Führungsarmen 7 verbunden,
wobei die Führungsarme 7 mit der Plattform 10 und dem darauf abgestellten Waggon
14 sowohl seitlich als auch senkrecht zu der Plattformebene verschiebbar in den
Laufringen 5 gelagert sind. Zu diesem Zweck sind in den Laufringen 5 Stützrollen
21 gelagert, die mit Führungsschienen 22 zusammenwirken. Diese Führungsschienen
sind an den Führungsarmen 7 im Bereich unterhalb der Plattform 10 vorgesehen und
verlaufen in ihrem ersten Teil 22 a waagerecht und in ihrem letzten Teil 22 b annähernd
senkrecht. Im oberen Ende der Führungsarme 7 ist ein waagerechter Schlitz 23 vorgesehen.
Ferner sind an der seitlichen Stützwand 16 Bleche 24 vorgesehen, an denen die Bolzen
8 befestigt sind, die in einer Langlochführung 9 der Laufringe 5 gleiten und die
ferner durch die waagerechten Schlitze 23 in den Führungsarmen 7 hindurchgesteckt
sind. Auf der vorderen Seite der seitlichen Stützwand 16 ist noch ein Polster25
vorgesehen. Die seitliche Stützwand 16 stützt sich zusätzlich auf Gleitrollen 26
ab, die in den Führungsarmen 7 gelagert sind.
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Die Wirkungsweise der beschriebenen Einrichtung ist die folgende:
In der dargestellten Ausgangslage liegt die Plattform 10 mit den Führungsarmen 7
an dem im Fundament 1 gelagerten Anschlagl9 an. Wird nun das Kippergerüst, welches
aus den Laufringen 5 und den Diagonalverbänden 6 besteht, in Richtung des Pfeiles
27 (entgegen dem Uhrzeigersinn) gedreht, so führen die Führungsarme 7 mit der Plattform
10 und dem darauf abgestellten Waggon 14 unter dem Einfluß der Schwerkraft eine
seitliche Anstellbewegung in Richtung auf die Abstützwand 16 aus, bis der Waggon
14 an dem Polster 25 der seitlichen Abstützwand 16 anliegt. Hierbei gleitet der
waagerechte Teil 22 a der Führungsschienen 22 auf den in den Laufringen 5 gelagerten
Stützrollen 21. Außerdem verschieben sich die Führungsarme längs des waagerechten
Schlitzes 23 auf dem Bolzen 8. Die Verschiebebewegung zwischen den Führungsarmen
7 und der seitlichen Stützwand 16 wird durch die Gleitrollen 26 aufgenommen. Im
Verlauf der weiteren Drehbewegung des Kippergerüstes wird eine Stellung erreicht,
bei welcher die Langlochführungen 9 sowie der letzte Teil 22b der Führungsschienen
22 eine waagerechte Stellung einnehmen. Wenn diese waagerechte Stellung überschritten
ist, gleiten der Bolzen 8 und mit ihm die seitliche Stützwand 16 sowie die Führungsarme
7 entlang der Langlochführung 9, während gleichzeitig die Stützrollen 21 auf dem
letzten Teil 22b der Führungsschienen 22 abrollen. Durch diese Bewegung wird der
Waggon 14 an die fest in den Laufringen 5 vorgesehenen oberen Abstützungen 15 angestellt.
Der Waggon ist nunmehr fest im Kippergerüst gehalten und kann bis zur Entleerung
mit diesem weitergekippt bzw. verdreht werden.
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Auch bei diesem Ausführungsbeispiel ist die Stellung des Kippergestells,
bei der die Anstellbewegung des Waggons 14 in Richtung auf die oberen Abstützungen
15 beginnt, abhängig von der Neigung der Langlochführungen 9 und der entsprechenden
Neigung des letzten Teiles 22b der Führungsschienen 22. Auch in diesem Fall kann
durch entsprechende kurvenförmige Krümmung der Langlochführungen 9 und der Führungsschienen
22 erreicht werden, daß die Anstellbewegung nicht schlagartig, sondern gleichmäßig
langsam erfolgt.
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Der Vorteil der erfindungsgemäßen Einrichtung liegt darin, daß mit
geringstem Aufwand ein sicheres Abstützen des zu entladenden Waggons im Kippergerüst
erreicht wird, wobei weiterhin gewährleistet ist, daß beim Entladen des Waggons
und damit verbundene Strecken der nunmehr entlasteten Waggonfedern die Plattform
10 mit den Führungsarmen 7 nachgeben kann, so daß die Belastung der oberen Abstützungen
15 und damit des gesamten Kippergerüstes lediglich durch das Eigengewicht des Waggons,
der Seitenwand und Plattform bestimmt und damit gegenüber den bei bekannten Einrichtungen
auftretenden Belastungen erheblich vermindert ist.
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Die Erfindung ist nicht allein auf die dargestellten Ausführungsbeispiele
beschränkt, sondern es sind vielmehr im Rahmen der Erfindung verschiedene Abwandlungsmöglichkeiten
gegeben. Beispielsweise können an Stelle von Langlochführungen und in diesen gleitenden
Bolzen Rollen und Rollenbahnen vorgesehen werden. Ebenso können an Stelle der bei
dem
Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 vorgesehenen Führungsschienen 22 und den mit diesen
zusammenwirkenden Stützrollen beispielsweise Langlochführungen und Bolzen vorgesehen
sein. Dabei ist es nicht erforderlich, daß die Langlochführungen in den Laufringen
und die Bolzen an den Führungsarmen 7 vorgesehen sind, sondern es können umgekehrt
die Langlochführungen in den Führungsarmen 7 vorgesehen sein. Die Länge der Langlochführungen
richtet sich jeweils danach, wie groß der Unterschied der Höhe des kleinsten zum
größten Waggon bzw. Behälter ist, der mit dem erfindungsgemäßen Rundkipper entleert
werden soll. Die Möglichkeit, die Langlochführungen verhältnismäßig lang auszubilden,
bringt dabei den Vorteil, daß auch Behälter oder Wagen mit sehr unterschiedlichen
Abmessungen in dem Rundkipper nach der Erfindung abgestützt und entleert werden
können.