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Silo für Schüttgut mit mehreren übereinander angeordneten Zellengruppen
Die Erfindung bezieht sich auf einen Silo für Schüttgüter, insbesondere zur Einlagerung
und Pflege verschiedener Saatgutsorten, in verhältnismäßig kleinen Mengen von etwa
15 bis 30 t.
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Es sind Trichterbodenspeicher bekannt, bei denen zwei oder mehr Trichterböden
übereinander angeordnet sind. Jeder der im Boden eingelassenen Trichter ist mit
einer verschließbaren Öffnung versehen, so daß das eingelagerte Schüttgut aus dem
Trichter auf den darunterliegenden Trichterboden umgelagert werden kann.
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Außer dem hohen Baukostenaufwand haben diese Speicher den Nachteil,
daß die verschiedenen eingelagerten Schüttgüter nur in vertikaler Richtung umgelagert
und nicht scharf voneinander getrennt werden können. Ein ausreichender Schutz gegen
Ungeziefer und Nagetiere, insbesondere bei der Einlagerung von Saatgut, ist bei
diesen Speichern nicht gegeben.
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Es sind auch mehrere Speichertypen bekannt, bei denen die übereinander
angeordneten Lagerräume durch einen Schacht miteinander verbunden sind.
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Auch diese Speicher sind für die Einlagerung verschiedener Schüttgüter
nicht geeignet.
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Bei dem einen Speichertyp ist die Umlagerung des Schüttgutes nur
in einen der tiefer liegenden Lagerräume möglich, während bei dem anderen Speichertyp
das Schüttgut aus dem zu entleerenden Lagerraum über ein Förderaggregat auf den
Speicherboden gefördert werden muß. Von dort wird das Schüttgut mit Hilfe von Fallrohren
einem anderen Lagerraum zugeführt. Die Umlagerungsmöglichkeiten innerhalb dieser
Speichertypen sind daher sehr gering, was sich auf die Pflege des eingelagerten
Saatgutes und auf die Kapazität der Anlage ungünstig auswirkt.
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Bei einem anderen bekannten Speichertyp sind mehrere Lagerräume kreisringförmig
in zwei oder mehr Etagen um ein Maschinenhaus angeordnet. Das Maschinenhaus hat
die Höhe des gesamten Speichers und nimmt außer den erforderlichen Senkrechtförderern
die Verteilersysteme auf.
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Auch diese Speicher haben Nachteile. So geht der Raum des Maschinenhauses
der Lagerung des Schüttgutes verloren. Da die Fallrohre durch die Lagerräume verlegt
sind, werden sie durch die zusätzliche Reibung des Schüttgutes an der Außenwand
einem erhöhten Verschleiß ausgesetzt. Eine Überwachung des Verschleißes der Fallrohre
in den Lagerräumen ist nur schwer möglich, so daß immer die Gefahr der Vermischung
der eingelagerten Schüttgüter besteht.
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Außerdem ist die Instandsetzung der Fallrohre in den Lagerräumen nur
schwer durchzuführen. Eine Um-
lagerung des Gutes von der einen Zelle zur anderen
ist ebenfalls nur durch Einschalten der Senkrechtförderer möglich.
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Aufgabe der Erfindung ist es, einen Silo zu schaffen, bei dem sich
- trotz Einlagerung mehrerer Schüttgutsorten - möglichst vielseitige Umlagerungsmöglichkeiten
ergeben, ohne daß ein mechanischer Förderer eingeschaltet wird. Auch soll die Einlagerung
der Vielzahl kleiner Posten verschiedener Schüttgutsorten nicht nur rentabel, sondern
auch in bezug auf ihre Wartung nach den modernsten Gesichtspunkten erfolgen, wobei
die Möglichkeit einer Vermischung der eingelagerten Schüttgüter ausgeschaltet werden
muß. Die Anschaffungskosten des Silos sollen möglichst gering sein, was die Einsatzmöglichkeit
modernster Bauweisen voraussetzt.
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Die Erfindung besteht darin, daß im Kreuzungspunkt der Zwischenwände
einer jeden Zellengruppe ein Förderrohr und zwischen den übereinanderliegenden Zellengruppen
ein Rohrverteilersystem angeordnet ist, das eine beliebige Entleerungsöffnung der
oberen Zellen oder die des oberen Förderrohres mit einer beliebigen Beschickungsöffnung
der unteren Zellen oder des unteren Förderrohres verbindet. Zur besseren Wartung
des Rohrverteilersystems ist unterhalb der Entleerungsöffnung der oberen Zellen
ein mit Beschickungsöffnungen für die einzelnen unteren Zellen sowie des unteren
Förderrohres versehener Zwischenboden angeordnet. An jeder der Entleerungsöffnungen
ist ein Verteiler mit festverlegten oder flexiblen Fallrohren angeschlossen.
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Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist nur das untere Förderrohr
mit einem Absperrschieber versehen.
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Durch die erfindungsgemäße Ausbildung der Silos ist eine vielseitige
Möglichkeit der Einlagerung, des
Umschlages und der Entleerung verschiedener
Schüttgüter innerhalb des Silos möglich, ohne daß eine Vermischung der einzelnen
Schüttgutsorten erfolgen kann. Wird Saatgut eingelagert, so kann seine Pflege nach
den modernsten Gesichtspunkten, bei geringstem Personaleinsatz und größter Wirtschaftlichkeit
erfolgen. Außerdem kann bei der Erstellung des Silos das kostensparende Gleitbauverfahren
zur Anwendung kommen, indem nach dem Hochziehen der Zellen die Trichterböden und
Zwischenböden eingezogen werden.
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Auch die Wartung und die Instandsetzung der Rohrverteilersysteme ist
wesentlich einfacher, da deren Teile zu jeder Zeit zugänglich sind.
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Es wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung an Hand einer Zeichnung
erläutert. Es zeigt Fig. 1 einen Silo im Längsschnitt und Fig. 2 einen Schnitt in
Richtung A-A der Fig. 1.
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Der Silo besteht aus drei übereinander angeordneten Zellengruppen
7, 7', 7". In jeder Zellengruppe 7, 7', 7" sind vier quadratische Zellen 1, 1',
1" um ein im Kreuzungspunkt3 der Zwischenwände 19 angeordnetes Förderrohr 4, 4',
4" zusammengefaßt. Die einzelnen Zellengruppen 7, 7', 7" sind durch Zwischenböden
16, 16' voneinander getrennt. Die Entleerungsöffnungen 2 der Trichterböden 5 der
Zellen 1, 1' 1" sind durch Flachschieber 14 verschließbar. In dem Raum 10 ist ein
Rohrverteilersystem 6, 6' angeordnet, das die Beschickung und Entleerung der einzelnen
Zellen ermöglicht. Die Verteiler 9, 9' sind an den Entleerungsöffnungen2 bzw. an
dem Förderrohr4', 4" angeschlossen und durch Fallrohre 8 mit den Beschickungsöffnungen
17 und dem Förderrohr der tiefer liegenden Zellengruppe verbunden. Die Förderrohre
4, 4', 4" schließen mit Oberkante Zwischenboden 16, 16' bzw. dem Speicherboden 20
ab, während das untere Teil zweckmäßigerweise in den Raum 10 ragt. An der unteren
Zellengruppe 7 sind die Schurren 23 starr an die Entleerungsöffnungen 2 bzw. an
das mit einem Absperrschieber 11 versehene Förderrohr 4 angeschlossen und zu einer
Sammelleitung 21 zusammengefaßt, die das Schüttgut, je nach den betrieblichen Erfordernissen,
entweder zu dem Entladeförderer 12 oder zu einer nicht dargestellten automatischen
Waage leitet.
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Die Beschickung des Silos erfolgt über den Verteilförderer 13, der
über der oberen Zellengruppe 7" auf dem Speicherboden 20 verlegt ist. Das Schüttgut
wird durch den an den Verteilförderer 13 angeschlossenen Verteilerkasten 18 der
zu beschickenden Zelle zugeführt.
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Soll z. B. die linke Zelle 1' der mittleren Zellengruppe 7' beschickt
werden (Fig. 1), so wird der Verteilerkasten 18 mit dem Zulaufrohr 15 auf das Förderrohr
4" gerichtet. Außerdem wird der Verteiler 9' des Förderrohres 4" mit seinem Fallrohr
8 auf die zu beschickende Zelle 1' der Zellengruppe 7' eingestellt, so daß das Gut
vom Verteilförderer 13 über Verteilerkasten 18, Zulaufrohr 15, Förderrohr 4", Verteiler
9' und Fallrohr 8 der vorgesehenen Zelle 1' zufließt.
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Bei Einlagerung des Schüttgutes in eine der Zellen 1" der oberen
Zellengruppe 7" wird die Klappe 22 des Verteilerkastens 18 auf die betreffende Zelle
1" gerichtet. Das Schüttgut gleitet über das Zulaufrohr 15 durch die Beschickungsöffnung
17 des Speicherbodens 20 in die betreffende Zelle.
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Macht sich z. B. die Einlagerung des Schüttgutes in die rechte Zelle
1 der unteren Zellengruppe 7 er-
forderlich, so erfolgt die Beschickung über den
Verteilerkasten 18 in das Förderrohr 4", dessen Verteiler 9' mit seinem Fallrohr
8 auf das nächste Förderrohr 4' gerichtet ist. Der Verteiler 9 des Förderrohres
4' wird auf die Zelle 1 der Zellengruppe 7 eingestellt.
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Muß das Schüttgut umgelagert werden - was sich besonders bei eingelagertem
Saatgut erforderlich macht, so sind bei diesem Silo eine Vielzahl Möglichkeiten
gegeben.
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Angenommen, eine Zelle 1 der Zellengruppe 7 ist frei, so kann das
Schüttgut aus jeder Zelle 1', 1" der mittleren und oberen Zellengruppe 7', 7" in
diese Zelle umgelagert werden. Soll z. B. die linke Zelle 1" der oberen Zellengruppe
7" in die rechte Zelle 1 der unteren Zellengruppe 7 umgelagert werden (Fig. 1),
so wird der Verteiler 9' der Entleerungsöffnung 2 der Zelle 1" mit seinem Fallrohr
8 auf das Förderrohr 4' und dessen Verteiler 9 auf die Beschickungsöffnung 17 der
Zelle 1 eingestellt. Beim Öffnen des Flachschiebers 14 der Entleerungsöffnung 2
der umzuschlagenden Zelle 1" strömt das Schüttgut in die vorher bestimmte Zelle
1.
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Ist eine der Zellen 1' der mittleren Zellengruppe 7' frei geworden,
so kann sie durch jede Zelle 1" der darüberliegenden Zellengruppe 7" durch entsprechende
Einstellung des Verteilers 9' beschickt werden.
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Selbstverständlich kann auch von einer Zelle 1 der unteren Zellengruppe
7 in eine Zelle 1', 1" der oberen Zellengruppe 7', 7" umgelagert werden. Zu diesem
Zweck ist der Entladeförderer 12, der nicht dargestellte Senkrechtförderer und der
Verteilförderer 13 so verlegt, daß eine Übergabe des Schüttgutes von einem Förderer
zum anderen erfolgt.
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Auch kann die Entnahme des Schüttgutes aus jeder Zelle 1, 1', 1"
der Zellengruppe 7, 7', 7" erfolgen. Soll z. B. die rechte Zelle 1' der Zellengruppe
7' entleert werden (Fig. 1), so wird der Verteiler 9 der rechten Zelle 1' mit seinem
angeschlossenen Fallrohr 8 auf das Förderrohr 4 gerichtet und der Absperrschieber
11 desselben geöffnet. Das Schüttgut der Zelle 1' fließt nach Öffnen des Flachschiebers
14 über den Verteiler 9 und das Fallrohr 8 dem unteren Förderrohr 4 zu, um von dort
entweder der nicht dargestellten automatischen Waage oder dem Entladeförderer 12
zugeleitet zu werden. Nach Entleerung der Zelle 1' wird der Flachschieber 14 sowie
der Absperrschieber 11 geschlossen. Die Entleerung der einzelnen Zellen 1 erfolgt
durch Öffnen des betreffenden Flachschiebers 14 an der Entleerungsöffnung 2.
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Die Erfindung ist nicht an das dargestellte und beschriebene Ausführungsbeispiel
gebunden, sondern kann vielmehr unter Beibehaltung des Erfindungsgedankens ihre
weitere Ausgestaltung erfahren. So können statt der quadratischen Zellen solche
mit kreisförmigem Querschnitt erstellt werden. Das Förderrohr wird dann zentrisch
in der von den Zellen eingeschlossenen Zwickelzelle angeordnet. Auch können die
Förderrohre der Verteiler bei Fernbedienung fest und bei Handbedienung beweglich
angebracht werden.