-
Einrichtung zum Löten von isolierenden Platten mit flächigen Leiterzügen
Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zum Löten von isolierenden Platten
mit flächigen Leiterzügen, durch die die Isolierplatte im Abstand von der Oberfläche
eines ruhenden Lotbades an der Unterseite von einem Schwall des Lotes zu benetzen
ist.
-
Es gehört zum Stande der Technik, geätzte oder gedruckte Schaltungen
zum Löten in ein ruhendes Zinnbad einzutauchen. Bei einem ruhenden Bad bildet sich
jedoch auf der Oberfläche eine Oxydschicht, die in der Schaltung Kaltlötstellen
verursachen kann. Um die Bildung einer Oxydschicht zu verhindern, ist es bekannt,
das flüssige Lötzinn mit Hilfe einer Umlaufpumpe durch eine senkrecht stehende,
schlitzartige Düse zu pumpen. Das aus der Düse aufsteigende Lötzinn bildet hierbei
an der Düsenöffnung einen Schwall, der frei von Oxyden ist. Zur Lötung wird die
gedruckte Schaltung über diesen Schwall horizontal hinweggeführt. Ferner ist eine
Lötvorrichtung nicht mehr neu, bei der das Lötzinn über eine schräge Fläche geleitet
wird. Es bildet sich hierbei ein einseitig gerichteter Schwall, durch den die zu
lötenden Platten in schräger Richtung bewegt werden. Diese bekannten Einrichtungen
mit Umwälzung des Lotes erfordern jedoch einen erheblichen Aufwand und sind daher
nur für Betriebe mit erheblichen Stückzahlen wirtschaftlich vertretbar.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine einfache Einrichtung
zum Löten von isolierenden Platten mit flächigen Leiterzügen zu schaffen, durch
die die Isolierplatte im Abstand von der Oberfläche eines ruhenden Lotbades an der
Unterseite von einem Schwall des Lotes benetzt wird. Bei der Errichtung gemäß der
Erfindung wird zur Schwallerzeugung eine durch das ruhende Bad mit der Oberkante
etwa in Höhe des Badspiegels bewegte, senkrecht zur Bewegungsrichtung stehende Platte
benutzt; deren Breite etwa der Breite der zu benetzenden Fläche der Isolierplatte
entspricht.
-
Um das Bad von der Oxydschicht an der Oberfläche frei zu halten, kann
vor der den Schwall erzeugenden Platte eine andere Platte hergeschoben werden, die
nur wenig in das Bad eintaucht und damit die Oxydschichten wegschiebt. Die Bewegung
der beiden Platten kann entweder von Hand oder durch eine mechanische Einrichtung
vorgenommen werden. Ferner können die Bewegungen getrennt nacheinander oder gemeinsam
ausgeführt werden. Für den funktionellen Ablauf ergeben sich hierbei zwei Möglichkeiten.
Eine einfache Lösung ergibt sich, wenn die den Schwall erzeugende Platte und die
die Oberfläche reinigende Platte in einem bestimmten Abstand voneinander angeordnet
sind und mit gleicher Geschwindigkeit durch das Bad bewegt werden. Voraussetzung
hierfür ist, daß die die Oberfläche reinigende Platte nicht sehr hoch ist, damit
sie unter der bereits aufgesetzten, geätzten Schaltung hindurchlaufen kann. Weiter
muß der Schwall, der erzeugt wird, so hoch sein, daß die zu lötende Schaltung mit
Sicherheit erreicht wird. Die andere Möglichkeit besteht darin, daß man den Lötvorgang
in drei Teilvorgänge auflöst, und zwar in Reinigen der Oberfläche, Absenken der
geätzten Schaltung auf einen bestimmten, wenige Millimeter betragenden Abstand von
der Badoberfläche und Erzeugung des Schwalles. Diese drei Bewegungen können entweder
von Hand hintereinander durchgeführt werden oder von einem gemeinsamen Antrieb aus
gesteuert werden.
-
An Hand der Zeichnung, in der mehrere Ausführungsbeispiele dargestellt
sind, wird die Erfindung näher erläutert; es zeigt Fig. 1 eine Ausführung, bei der
die Platten von Hand bewegt werden, Fig. 2 eine Ansicht von oben der Einrichtung
gemäß Fig. 1, Fig.3 eine andere Ausführung, bei der an der Schwall erzeugenden Platte
zur Reinigung der Badoberfläche im entsprechenden Abstand vor und hinter der Platte
Klappen angeordnet sind, Fig.4 eine Ansicht der Ausführung nach Fig. 3 von oben,
Fig. 5 eine Ausführung in schematischer Darstellung mit mechanisch bewegten- Platten,
Fig. 6 eine Ansicht der Ausführung nach Fig. 5 von oben.
-
Mit 1 ist der Behälter bezeichnet, der das flüssige Lot 2 enthält,
das durch eine vorzugsweise elektrische
Heizeinrichtung (nicht gezeigt)
auf einer bestimmten Temperatur gehalten wird. Zur Schwallerzeugung dient eine rechteckförmige
Platte 3, die in das Bad voll eintaucht und mit Hilfe eines Handgriffes 4 in Längsrichtung
des Behälters bewegt werden kann. Zu diesem Zweck ist an der Platte 3 ein Träger
5 befestigt, der an einem Ende eine Tragrolle oder ein Zahnrad 6 trägt, das auf
einer Führungs- oder Zahnstange 7 läuft, und der am anderen Ende mit einer den Handgriff
4 tragenden Führungsmuffe 8 versehen ist, die auf einer Führung 9 gleitet. Eine
nur wenig in das Lot eintauchende Platte 10 dient zum Entfernen der Oxydschicht.
Sie ist in gleicher Weise wie die Platte 3 auf einem Träger 11 (Fig. 2) befestigt,
der auf einer Seite mit einer Rolle oder einem Ritzel 12 und auf der anderen Seite
mit einer auf der Führung 9 gleitenden Muffe 13 versehen ist. Mit Hilfe eines Handgriffes
14 kann die Platte 10 bewegt werden. Mit 15 ist die isolierende Platte
mit flächigen Leitungen bezeichnet, die auf der Unterseite einer Platte 16 angeordnet
ist. Mit Hilfe einer Einrichtung 17 wird die Platte 16 auf die Oberfläche des Bades
abgesenkt. Die Lötung geht nun so vor sich, daß zuerst mit Hilfe des Handgriffes
14 die Platte 10 durch das Bad bewegt wird, wodurch die Oberfläche von Oxyden gereinigt
wird. Hernach wird die isolierende Platte 15 bis auf wenige Millimeter an die Oberfläche
des Bades mit Hilfe der Einrichtung 17 herangeführt und anschließend mit Hilfe der
Platte 3 der Schwall erzeugt. Zu diesem Zweck wird der Handgriff 4 in Pfeilrichtung
bewegt, so daß das flüssige Lot gezwungen ist, über die Oberkante der Platte 3 auszuweichen,
und erzeugt hierbei einen Schwall, dessen Größe von der Geschwindigkeit der Platte
abhängt. Von dem Schwall wird die Platte 15 bespült und hierdurch die Lötung vorgenommen.
-
Fig. 3 zeigt eine etwas andere Ausführung, wobei gleiche Teile mit
gleichen Bezugsziffern wie in Fig. 1 und 2 versehen sind. An dem Träger 5 der Platte
3 sind mit Hilfe der Teile 18 und 19 im entsprechenden Abstand von der Platte 2
Klappen 20 und 21 angeordnet. Die Klappen sind lose drehbar, wobei deren Bewegung
durch (in der Zeichnung nicht dargestellte) Anschläge begrenzt ist. Wird nun mit
Hilfe des Handgriffes 4 die Platte 3 zur Erzeugung des Schwalles nach rechts bewegt,
so stellt sich die Klappe 21 infolge des Flüssigkeitswiderstandes auf (Fig.3) und
schiebt die Oxydschicht vor sich her, während sich die Klappe 20 in die Strömungsrichtung
legt. Die Platte 15 wird bei dieser Ausführung vor dem Bewegen der den Schwall erzeugenden
Platte abgesenkt. Die Größe und Bewegung der Klappen 20 und 21
sind
so bemessen, daß die isolierende Platte 15 beim Hindurchführen der schwallerzeugenden
Einrichtung nicht berührt wird, sondern nur der Schwall die Unterseite der die Schaltung
tragenden Platte benetzt.
-
Fig. 5 gibt in schematischer Darstellung eine Ausführung wieder, bei
der die Platten mit Hilfe eines Antriebes mechanisch bewegt werden und die isolierende
Platte automatisch abgesenkt wird. Gleiche Teile sind wiederum mit gleichen Bezugsziffern
wie in den vorhergehenden Ausführungsbeispielen bezeichnet. Der Antrieb 22 ist derart
ausgebildet, daß die Bewegungen der Teile 3, 10, 16 nacheinander erfolgen, und zwar
derart, daß zuerst die Entfernung der Oxydschicht erfolgt, dann die Platte 15 abgesenkt
und schließlich der Schwall erzeugt wird. Nach dem Durchgang des Schwalles wird
die isolierende Platte selbsttätig wieder angehoben.