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Automatische Kleinkahberwaffe Bisher wurden Kleinkaliber-Automaten
nur für Kugelpatronen gebaut. Der Mechanismus der bekannten Kleinkaliber-Automaten
arbeitet bei Verwendung von Schrotpatronen nicht, weil die Anforderungen bei einer
automatischen Waffe, welche mit Schrotpatronen arbeiten soll, infolge des geringeren
Rückdruckes bei Schrotmunition wesentlich höher sind. Bekanntlich muß in einer automatischen
Waffe nach dem Schuß folgender Funktionsgang erledigt werden: 1. Öffnen der Verschlusses.
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2. Ausziehen und Auswerfen der leeren Patronenhülse.
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3. Spannen des Schlagstückes und der Zündfeder. 4. Spannen der Schließfeder
beim Öffnen des Schlosses.
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5. Einführen einer neuen Patrone in den Lauf sowie sicheres Schließen
der Kammer. Diese fünf Punkte sind unumgänglich und erfordern ein sorgfältig abgestimmtes
Zusammenspiel zwischen Munition und Waffe. Dazu ist notwendig, daß noch eine gewisse
Kraftreserve zur Verfügung steht, um nicht nur im Durchschnittsfall die Garantie
einer einwandfreien Funktion zu haben, sondern auch in Ausnahmefällen unter erschwerten
Bedingungen, wie z. B. im Falle der Verschmutzung des Patronenlagers oder der Kammerführung.
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Gemäß der Erfindung wird eine automatische Kleinkaliberwaffe mit einem
Zylinderverschluß vorgeschlagen, der in Anpassung an rückdruckarme Patronen, insbesondere
Schrotpatronen von 6 oder 9 mm Kaliber, besonders leicht und reibungsarm ausgeführt
ist und dementsprechend Führungsflächen für die Führung in der Kammerhülse nur an
den Enden oder in unmittelbarer Nähe derselben aufweist, wobei die Führungsflächen
nicht über den ganzen Umfang tragen und der Körper des Zylinderverschlusses außerdem
an den übrigen Stellen zwischen den beiden Enden mindestens teilweise von der zylindrischen
Führungsfläche der Hülse durch Abfräsen od. dgl. ausgenommen ist. Auf diese Weise
wird die Masse des Zylinderverschlusses gegenüber den üblichen Zylinderverschlüssen,
die mehr oder weniger auf ihrer gesamten Länge auf dem ganzen Umfang in der Hülse
geführt sind, erheblich reduziert, so daß der Verschluß von dem verhältnismäßig
geringen Rückdruck einer Schrotpatrone einwandfrei bewegt werden kann. Außerdem
wird durch die verhältnismäßig geringe Längenerstreckung der verschlußseitigen Führungsflächen
die Reibung reduziert, und es wird eine Reibung oder gar Verklemmung zwischen Verschluß
und Hülse infolge von Verschmutzungen verhindert, da die Schmutzteilchen jeweils
in den freien Raum neben den verschlußseitigen Führungsflächen geschoben werden.
Auch diese Folgen der erfindungsgemäßen Ausbildung des Zylinderverschlusses erleichtern
es den verhältnismäßig schwachen Rückstoßkräften, die erforderliche Verschlußbewegung
zu bewirken.
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Der Zylinderverschluß kann ebene (gefräste) oder schwach gekrümmte
(gedrehte) Seitenflächen an den zurückgenommenen Stellen aufweisen, die an oder
in der Nähe der Enden des Zylinderverschlusses von bundförmigen, zylindrischen Führungsflächen
überragt werden. Im einzelnen wird vorgeschlagen, daß die zylindrische Führungsfläche
am hinteren Ende des Zylinderverschlusses einen konischen Auslauf aufweist. Diese
Konizität trägt dazu bei, den Reibungswiderstand beim Zurücklaufen des Verschlusses
auf ein Minimum zu senken. Weiter wird vorgeschlagen, daß von zwei Bunden am vorderen
Ende des Zylinderverschlusses nur der eine, vorzugsweise der vordere, zur Führung
dient. Der Zylinderverschluß kann am vorderen Ende in an sich bekannter Weise eine
ebene Fläche auf seiner Unterseite aufweisen, die auf einem entsprechenden, in der
Kammerhülse befestigten Gegenstück gleitet.
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Weiterhin ist es auch vorteilhaft, die Patronenlager- und Laufabmessungen
sorgfältig abzustimmen, weil durch eine entsprechende Wahl der Abmessungen eine
gewisse Beeinflussung des Gasdruckes möb ]ich ist. Lauflänge, Laufkaliber, Patronenlagerabmessungen
und Länge des übergangkegels bestimmen den Gasdruckverlauf in der Waffe. Die Festigkeit
der Patronenhülse bzw. deren Gleitfähigkeit im Patronenlager wirken sich auf den
Arbeitsaufwand
nach dem Schuß im Zusammenhang mit dem Ausziehen
der leeren Patronenhülse besonders aus. Dies bedeutet, daß es notwendig ist, das
Patronenlager auf Hochglanz zu polieren, das Laufkaliber in möglichst engen Grenzen
zu halten und dem Lager einen kurzen Übergang zu geben, weil durch diese Maßnahmen
ein erhöhter Gasdruck erzeugt werden kann.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
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Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt durch das Schloß einer automatischen
Kleinkaliberwaffe für Schrotpatronen, Fig. 2 eine Unteransicht, Fig. 3 eine Seitenansicht
des Zylinderverschlusses dieses Automaten und Fig. 4 und 5 Querschnitte entsprechend
den Schnittlinien IV-IV und V-V in Fig. 3.
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Mit 10 ist der Lauf, mit 11 die Kammerhülse und mit 12 die Verschlußmutter
der Hülse bezeichnet. In der Kammerhülse 11 ist der Zylinderverschluß 13 axial verschiebbar.
Er steht unter Druck der Schließfeder 14. Im Verschluß ist das Schlagstück 15, das
unter Druck der Zündfeder 16 steht, verschiebbar. Das Schlagstück 15 wird durch
einen Abzugstollen 17 gehalten und kann durch einen Sicherungsbolzen 18 gesichert
werden.
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Der Zylinderverschluß 13 ist am hinteren Ende mit einem vollzylindrischen
Bund 19 versehen, der fast auf seinem gesamten Umfang in der zylindrischen Führungsfläche
der Kammerhülse 11 gleitet und bei 19a konisch ausläuft. Ein solches Gleiten fast
über den ganzen Umfang des Verschlusses weg findet außer am hinteren Ende des Verschlusses
nur noch in der Nähe des vorderen Endes statt, wo zwei etwa halbzylindrische Bunde
20 und 21, die eine ringförmige Nut für die Aufnahme einer Feder zwischen sich lassen,
angeordnet sind. Die Anordnung kann hierbei so getroffen sein, daß nur der Bund
21 zur Führung benutzt wird und der Bund 20 entsprechend im Durchmesser etwas zurückgenommenist.
DerZylinderverschluß besitzt am vorderen Ende eine Ausnehmung mit einer ebenen Fläche
22. Diese gleitet auf einem in der Kammerhülse 11 befestigten Führungsstück 23.
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Der Zylinderverschluß weist einen vertikalen Schlitz 24 auf, der zur
Aufnahme des Schlagstückes 15, des Abzugstollens 17 usw. dient. Die Seitenflächen
25 und 26 des Zylinderverschlusses sind so nahe an den Schlitz 24 herangerückt,
daß gewissermaßen nur ein Gerippe stehenbleibt, welches gerade noch den Festigkeitsanforderungen
bei derBeanspruchungdurch den Rückdruck der Schrotpatronen 27 genügt. Die Flächen
25 und 26 können eben gefräst oder aber auch mit einem großen Radius einzeln abgedreht
sein. Auch die Oberseite 28 des Zylinderverschlusses 13 ist weit von der hülsenseitigen
Führungsfläche zurückgenommen. Nur in der Nähe der Bohrung 29 für den Sicherungsbolzen
18 muß die Kammer etwas stärker gehalten sein; aber auch da findet keine Führung
über den gesamten Umfang weg statt.
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So ist ein Zylinderverschluß gestaltet worden, der mit einem Minimum
an Material und somit Masse dem Rückdruck der Schrotladung einen möglichst geringen
Massenwiderstand bietet und außerdem infolge der geringen Erstreckung der Führungsflächen
die Reibung verringert und eine Verschmutzung des Spaltes zwischen Hülse und Kammer
verhindert.