DE1112297B - Verfahren zur Herstellung fester oder halbfester AEthylenpolymerisate - Google Patents
Verfahren zur Herstellung fester oder halbfester AEthylenpolymerisateInfo
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Description
Gegenstand des Hauptpatents 1068 014 ist ein
Verfahren zur Herstellung von festen Äthylenpolymeren und -mischpolymeren bei Drücken von über
500 at und Temperaturen von über 10° C in Gegenwart eines Acylperoxyds als Katalysator, das dadurch
gekennzeichnet ist, daß man als Katalysator ein Acylperoxyd der allgemeinen Formel
ACXY — CO — O — O — CO — CXYA
verwendet, in der A Wasserstoff oder eine Alkyl-, Alkoxy- oder Arylgruppe bedeutet und X und Y
Alkyl-, Alkoxy- oder Arylgruppen bedeuten und gleich oder verschieden sein können. Bei einer gegebenen
Reaktionsgeschwindigkeit ermöglichen die genannten α-substituierten Acylperoxyde, daß die Polymerisation
bei niedrigeren Temperaturen als bei der Verwendung früher bekannter Katalysatoren oder bei einer gegebenen
Reaktionstemperatur in kürzerer Zeit durchgeführt werden kann.
Es wurde nunmehr festgestellt, daß man feste oder halbfeste Äthylenpolymere oder -mischpolymere durch
Polymerisation von Äthylen allein oder im Gemisch mit mindestens einem anderen mit ihm mischpolymerisierbaren
Monomeren bei Drücken von über 500 at und Temperaturen von über 10°C in Gegenwart eines
Acylperoxyds nach Patent 1 068 014 dadurch herstellen kann, daß man die Polymerisation in Gegenwart
mindestens eines Acylperoxyds durchführt, bei dem zumindest ein nicht in α-Stellung stehendes Kohlenstoffatom
eine Alkylgruppe als Seitenkette trägt oder Bestandteil eines cycloaliphatischen Ringes ist. Das
Acylperoxyd hat vorzugsweise einen nicht höheren Fp. als —100C. Diese Acylperoxyde sind ebenso wirksam
wie die nach dem Hauptpatent verwendeten Katalysatoren.
Man hat festgestellt, daß diese Acylperoxyde neben ihrem hohen Wirkungsgrad als Katalysatoren zur
Äthylenpolymerisation eine Anzahl Vorteile gegenüber unverzweigten Acylperoxyden haben. So vereinigen
sie in sich die nützlichen Eigenschaften, in geeigneten inerten Lösungsmitteln, wie hochsiedenden aliphatischen
Kohlenwasserstoffen, löslich zu sein, nicht explosiv zu sein, so daß man sie deshalb leicht und sicher
in das Reaktionsgefäß einbringen kann, und völlig oder im wesentlichen geruchsfrei zu sein. Bei normalen oder
unverzweigten Acylperoxyden ist eine Verbesserung irgendeiner dieser Eigenschaften nur auf Kosten einer
gleichzeitigen Verschlechterung einer anderen erreichbar. Niedrigere Acylperoxyde, wie Propionyl- oder
Butyrylperoxyde, sind beispielsweise in Flüssigkeiten Verfahren zur Herstellung
fester oder halbfester Äthylenpolymerisate
fester oder halbfester Äthylenpolymerisate
Zusatz zum Patent 1 068 014
Anmelder:
Imperial Chemical Industries Limited,
London
London
Vertreter: Dr.-Ing. H. Fincke,
Berlin-Lichterfelde, Drakestr. 51,
Dipl.-Ing. H. Bohr und Dipl.-Ing. S. Staeger,
München 5, Patentanwälte
Beanspruchte Priorität:
Großbritannien vom 14. Februar 1958 (Nr. 4870/58)
Großbritannien vom 14. Februar 1958 (Nr. 4870/58)
Andrzej Pajaczkowski,
Northwich, Cheshire (Großbritannien),
ist als Erfinder genannt worden
löslich, sind jedoch explosiv, wenn sie einem thermischen oder mechanischen Stqß ausgesetzt werden.
Nichtverzweigte Acylperoxyde mit höherem Molekulargewicht, wie Lauroyl- oder Caprylperoxyde, sind nicht
explosiv, müssen jedoch auf Temperaturen über ihren Schmelzpunkt erwärmt werden, um in hochsiedenden
Kohlenwasserstoffen aufgelöst und in Lösung gehalten zu werden. Ein solches Erwärmen hat eine teilweise
Verschlechterung des Peroxyds zur Folge, und durch Abkühlen der Lösung kann das Peroxyd auskristallisieren
und das Einspritzsystem verstopfen. Ein weiterer Vorteil der bei dem erfindungsgemäßen Verfahren verwendeten
Katalysatoren besteht darin, daß sie einen minimalen Geruch aufweisen oder völlig geruchsfrei
sind. Ein Nachteil der meisten normalen Acylperoxyde ist der Geruch, der ihnen und besonders ihren Zersetzungsprodukten
anhaftet, wobei sich dieser Geruch bei festen Acylperoxydkatalysatoren verstärkt, wenn
eine teilweise Zersetzung während des Auflösungsvorganges auftritt.
Beispiele von Acylperoxyden, die zur Verwendung bei dem erfindungsgemäßen Verfahren geeignet sind,
sind in der angegebenen Weise substituierte Hexanoyl-
109 650/445
peroxyde, beispielsweise 3,5,5-Trimethylhexanoylperoxyd,
das ist
(CHa)2CH-CH2-CH(CHa)-CH2-CHi-CO-P
(CHa)2CH-CH2-CH(CHa)-CH2-CH2-CO-O
Isovalerylperoxyd, gemischte, kettenverzweigte aliphatische
Acyl- und gemischte. Naphthenylperoxyde der genannten Art. Die gemischten Naphthenylperoxyde
können aus gemischten natürlichen Naphthensäuren, wie sie im kaukasischen Erdöl vorkommen,
erhalten werden. Letztere sind einbasische Carbonsäuren, die sich hauptsächlich von Cyclopentanhomologen
ableiten, wobei die Carboxylgruppe meistens an eine Seitenkette gebunden ist, und deren einfachstes
Glied die Formel
CH2 — CH(CH2)„COOH
CH2-CH2 f
worin η = 1 ist, hat. In den Säuren mit höherem Molekulargewicht
können doppelte Naphthensäureringe vorliegen.
Es ist darauf hinzuweisen, daß die genannten gemischten
Peröxyde Komponenten enthalten können, ' die nur an den ^-Kohlenstoffatomen der Acylradikale
Substituenten besitzen. Sie enthalten jedoch ebenfalls an entfernteren Kohlenstoffatomen substituierte Komponenten,
und sie können erfindungsgemäß ohne Trennung der Komponenten verwendet werden.
Die eben beschriebenen Peroxyde können aus den entsprechend verzweigten Carbonsäuren, beispielsweise
aus solchen, die durch Oxydation der verzweigten Alkohole oder Aldehyde, die synthetisch nach der
Oxosynthese erhalten werden, nach irgendeiner der verschiedenen bekannten chemischen Methoden hergestellt
werden, beispielsweise durch Umwandeln der Säure in ihr Chlorid und Umsetzung des letzteren mit
Wasserstoffperoxyd in Gegenwart einer Base. Für dieses Verfahren zur Herstellung der Peroxyde wird hier
kein Schutz beansprucht.
Die Wahl der Reaktionsbedingungen bei der Äthylenpolymerisation mit einem erfindungsgemäß zu verwendenden
Acylperoxyd als Katalysator wird von verschiedenen Faktoren bestimmt, beispielsweise der
gewünschten Reaktionsgeschwindigkeit, dem gewünschten Molekulargewicht oder der Dichte des Polymeren.
Drücke zwischen 1000 und 2000 at und Arbeitstemperaturen von 90 bis 250° C werden bevorzugt, da sie den
Vorteil bieten, daß besonders hohe Reaktionsgeschwindigkeiten erreicht werden. Es können jedoch Temperaturen
herab bis nahezu 10° C verwendet werden.
Die Polymerisation kann in Gegenwart von Kettenübertragungsmitteln,
wie Wasserstoff, Tetrachlorkohlenstoff, Propylen, Cyclohexan, Äthan und Propan, durchgeführt werden. Monomere, mit denen Äthylen
mischpolymerisiert werden kann, sind z. B. andere monoolefinisch ungesättigte Kohlenwasserstoffe, wie
Styrol, Propylen, Isobutylen, Pentene, Ester ungesättigter Säuren, wie Diäthylfumarat, Methylmethacrylat,"
und Vinylester, wie Vinylacetat.
Die Erfindung wird an Hand der folgenden Beispiele, in denen Teile, sofern nicht anders angegeben, auf das
Gewicht bezogen sind, näher erläutert. Die Beispiele beschreiben ansatzweise durchgeführte Verfahren zur
Polymerisation von Äthylen, und es ist darauf hinzuweisen, daß für entsprechende kontinuierliche Polymerisationsverfahren
andere Bedingungen verlangt werden, beispielsweise werden viel höhere Temperaturen
angewendet.
• " ' " Beispiel 1
Zu einem Gemisch von 17 Volumteilen 3,5,5-Trimethylhexanoylchlorid
und 8 Volumteilen lOOprozentigem Wasserstoffperoxyd, das auf 00C gekühlt war,
wurden in kleinen Mengen unter ständigem Rühren und Kühlen 8 Volumteile Pyridin zugesetzt. Nach beendeter
Zugabe wurde das Gemisch 1 Stunde bei O0C
gerührt. Die organische Schicht wurde abgeschieden, mit Wasser und einer Lösung von Natriumbicarbonat
gewaschen, mit Äther verdünnt und über wasserfreiem Calciumchlorid getrocknet. Der Äther wurde entfernt.
Der Rückstand (11 Voliimteile) bestand aus einer
Flüssigkeit mit dem Brechungsindex (nf) von
1,4382, zeigte ein Ultrarotspektrum, das angab, daß er hauptsächlich aus 3,5,5-Trimethylhexanoylperoxyd bestand
(Carbonyl-Absorption bei 1818 und 1785 cm^1),
machte Jod aus angesäuertem wäßrigem Jodkalium frei und entwickelte Gas beim Erwärmen auf 95 bis
Das Peroxyd erstarrte nicht, wenn es auf —70° C
gekühlt wurde, war mit flüssigem Paraffin mischbar und schied aus der Lösung in diesem nicht aus, als es
auf —-70° C abkühlte, explodierte oder detonierte nicht, wenn es einem thermischen oder mechanischen Stoß
ausgesetzt wurde, und besaß nur einen schwachen und nicht unangenehmen Geruch, vollkommen verschieden
von dem, der den normalen Acylperoxyden anhaftet.
0,25 ecm einer Lösung, die 50 g je Liter 3,5,5-Trimethylhexanoylperoxyd
in Testbenzin enthielt, wurden in einen Hochdruckautoklav eingebracht. Der Autoklav
wurde geschlossen und die darin befindliche Luft durch sauerstofffreies Äthylen verdrängt. Sauerstofffreies
Äthylen wurde darauf in den Autoklav bis zu einem Druck von 1400 at eingepumpt und Wärme so
zugeführt, daß die Innentemperatur auf 90° C anstieg. Nach wenigen Minuten begann der innere Druck zu
fallen und wurde wiederholt wieder auf 1400 at gebracht, indem eine entsprechende zusätzliche Menge
Äthylen hineingepumpt wurde. Als durch verstärkten Druckabfall 100 at erreicht wurden, ließ man das nicht
umgesetzte Äthylen entweichen, und der Autoklav wurde gekühlt und geöffnet. Er enthielt 5,2 g weißes
Polyäthylenpulver.
352 Teile Natriumhydroxyd wurden in 3500 Teilen Wasser aufgelöst, und die Lösung wurde auf O0C
gekühlt. Zu dieser wurden 454 Teile lOOprozentiges Wasserstoffperoxyd hinzugefügt, während die Temperatur
unter 5° C gehalten wurde. Das Gemischwurde schnell gerührt und auf —50C gekühlt, während 970
Teile Isovalerylchlorid innerhalb einer halben Stunde zugesetzt wurden. Nach weiterem 1 stündigem Rühren
wurde das Reaktionsgemisch mit Pentan verdünnt, die organische Schicht abgeschieden und getrocknet. Der
peroxydische Sauerstoff, der in der Pentanlösung enthalten war und jodometrisch bestimmt wurde, war
einem Gehalt von 142 g Isovalerylperoxyd je Liter äquivalent. Das infrarote Absorptionsspektrum der
Lösung zeigte, daß sie ein Acylperoxyd (Linien bei 1812 und 1785 cm"1) und keine anderen Carbonylverbindungen
enthielt. Der nach dem Entfernen des Pentans erhaltene Rückstand bestand aus einer Flüssigkeit,
die erstarrte und bei —51 bis —48° C schmolz,
nicht detonierte, wenn sie einem thermischen oder
mechanischen Stoß ausgesetzt wurde, und enthielt 7,2% peroxydischen Sauerstoff (theoretisch enthält
Isovalerylperoxyd 7,9%)· Ein Gemisch von 61 Teilen Isovalerylperoxyd und 39 Teilen flüssigem Paraffin
blieb beim Kühlen bis —180C homogen, und ein
Gemisch von 46 Teilen Isovalerylperoxyd und 54 Teilen Testbenzin blieben bei —60° C homogen.
Wenn 0,085 ecm einer Lösung, die 140 g Isovalerylperoxyd
je Liter Pentan enthielt, auf die katalytisehe Wirksamkeit bei 100° C in Äthylen, das auf 1000 at ίο
komprimiert war, untersucht wurden, wurden bei einem Versuch, wie dem im Beispiel 1 beschriebenen, 6,5 g
pulvriges Polyäthylen hergestellt.
80 Volumteile lOOprozentiges Wasserstoffperoxyd, 79 Volumteile'Pyridin und 244 Volumteile Naphthenylchlorid,
das 15,0% Cl enthielt und unter Rückfluß aus gemischten Naphthensäuren mit einem Äquivalentgewicht
von 226 und Thionylchlorid und Destillieren des Produktes bei reduziertem Druck hergestellt wurde,
wurden nach einer Arbeitsweise, die der im Beispiel 1 beschriebenen ähnlich war, umgesetzt.
In einer Pentanlösung zeigte das Produkt infrarote Absorptionslinien bei 1818 und 1789 cm.-1 und machte
Jod aus angesäuertem Jodkalium frei. Das konzentrierte Peroxyd besaß eine Dichte (n 1S) von 1,4824
und kristallisierte beim Abkühlen bis —700C nicht.
Es detonierte nicht, wenn es einem thermischen oder mechanischen Stoß ausgesetzt wurde. Das durch
Titration in alkoholischer Lösung bestimmte Äquivalentgewicht betrug 216. Das Ultrarotspektrum zeigte,
daß keine freien Naphthensäuren vorhanden waren.
Wurden 0,25 ecm einer Lösung, die 78 g Naphthenylperoxyd
je Liter Testbenzin enthielt, auf die katalytisehe Wirksamkeit bei 100°C in Äthylen, das auf 1000 at
komprimiert war, untersucht, so wurden bei einem Versuch, wie dem im Beispiel 1 beschriebenen, 6,6 g
Polyäthylen hergestellt.
Claims (7)
1. Verfahren zur Herstellung von festen oder halbfesten Äthylenpolymeren oder -mischpolymeren
durch Polymerisation von Äthylen allein oder im Gemisch mit mindestens einem anderen
mit ihm mischpolymerisierbaren Monomeren bei Drücken von über 500 at und Temperaturen von
über 100C in Gegenwart eines Acylperoxyds als
Katalysator nach Patent 1 068 014, dadurch ge kennzeichnet, daß man die Polymerisation in
Gegenwart mindestens eines Acylperoxyds durchführt, bei dem zumindest ein nicht in «-Stellung
stehendes Kohlenstoffatom eine Alkylgruppe als Seitenkette trägt oder Bestandteil eines cycloaliphatischen
Ringes ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Acylperoxyd der genannten
Art mit einem Schmelzpunkt von höchstens —10° C
verwendet.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man 3,5,5-Trimethylhexanoylperoxyd
oder Isovalerylperoxyd als Katalysator verwendet.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Gemisch von Naphthenylperoxyden,
das vorwiegend Acylperoxyde nach Anspruch 1 enthält, oder ein Gemisch von kettenverzweigten
aliphatischen Peroxyden der im Anspruch 1 genannten Art als Katalysator verwendet.
5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man bei Äthylendrücken
zwischen 1000 und 2000 at polymerisiert.
6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß man bei einer Temperatur
von 90 bis 2500C polymerisiert.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß man das
Äthylen in Gegenwart eines Kettenübertragungsmittels polymerisiert.
© 109 650/445 7.61
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