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Kammgarnstreckwerk Die Erfindung bezieht sich auf ein Kammgarnstreckwerk,
bei dem zwischen den. Eingangs- und Ausgangswalzen großen Durchmessers zwei Walzenpaare
mit kleinem Durchmesser angeordnet sind.
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Die Erfindung ist darauf gerichtet, Kammgarnstreckwerke, die für lange
Crossbredwollen gebaut sind, so auszubilden, daß sie für wesentlich kürzere Wollfasern
als bisher verwendbar sind. Es soll eine sehr kurzfaserige Lunte erzeugt werden,
die mit sehr hohem Verzug gesponnen werden kann.
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Das Spinnen von Kammgarn aus kurzen Wollfasern, besonders aus kurzfaseriger
Merinowolle, erfolgt gewöhnlich nach dem französischen oder kontinentalen System
oder nach dem amerikanischen System. Bei dem französischen System erfolgt das ganze
Verziehen durch Nadeln, die in den ersten Stufen in bewegten Nadelstäben (Nadelstabstrecke,
Doppelnadelstabstrecke) und in den späteren Stufen in Nadelwalzen (Nadelwalzenstrecke)
gelagert sind. Die letzte Spinnstufe verlangt eine drehungslose Lunte. Um beim Verziehen
einen wesentlichen Zusammenhalt zu sichern, wird das drehungslose Faserband zwischen
Lederriemen genitschelt. Abgesehen von den Doppelnadelstabstrecken in den unteren
Verzugsstadien ist nur ein niedriger Verzug von 31/z bis 4 je Passage möglich. Dies
macht eine große Anzahl von Passagen erforderlich, um eine zum Spinnen ausreichend
gleichmäßige Lunte zu erzeugen.
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Obwohl nach dem französischen System auch längere Wollfasern verarbeitet
werden können, erfolgt deren Verarbeitung üblicherweise nachdem britischen oder
Bradford-System. Das französische System eignet sich zur Verarbeitung von kürzeren
Wollfasern, weil die zum Verziehen in den Strecken und in der Ringspinnmaschine
dienenden Streckwerkswalzen kleinere Durchmesser haben. Die kleinen Walzen ermöglichen
es, den Abstand zwischen den im Durchmesser kleinen Durchzugswalzen oder den Riemen
und den Ausgangswalzen entsprechend klein zu halten.
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Nach dem amerikanischen System können wie beim französischen System
kürzere Wolltasern als beim Bradford-System verarbeitet werden, doch ist das amerikanische
System nicht zur Verarbeitung von so langen Fasern geeignet, wie dies nach dem Bradford-System
möglich ist. Dabei erfolgt das Verziehen in einer Reihe von Hechelstufen, an die
sich bei der Luntenbildung ein Verzug zwischen Riemchen anschließt, der auch beim
Spinnen benutzt wird. Um das Bilden von Walzenwickeln zu verhindern, ist es üblich,
die der Wolle zugesetzte Schmelze auf etwa 1,5"/o zu beschränken. Nach dem üblichen
Bradford-System, für das die Wolle normalerweise auf der Rund-Kammaschine gekämmt
wird, wird zunächst ein drehungsloses Faserband durch Grillboxen (Nadelabstrecken)
geleitet, wobei das Faserband in der zweiten Gillbox eine Drehung erhält. Die ursprünglich
für sehr langfaserige Wolle vorgesehenen Strecken sind mit Vorder-und Hinterwalzen
bzw. Liefer- und Einzugwalzen von verhältnismäßig großem Durchmesser versehen, die
wegen der langen Fasern einen verhältnismäßig großen Walzenabstand aufweisen und
zur Anpassung an unterschiedliche Faserlängen einstellbar sind, wobei angetriebene
Zwischenwalzen mit sehr leichten, lose laufenden Oberwalzen vorgesehen sind, die
über den Unterwalzen auf den Fasern liegen, die Drehung beeinflussen und so leicht
sind, daß sie von den durchlaufenden Fasern in Drehung versetzt werden. Da die Fasern
in den späteren Bearbeitungsstufen in gedrehtem Zustand verzogen werden, wird ein
Schmelzezusatz von etwa 3,0/r, verwendet, um das innere Gleiten der Fasern aneinander
zu begünstigen.
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Zwar gibt es Maschinen, in denen manche Besonderheiten der verschiedenen
Systeme vereinigt sind, doch kann generell festgestellt werden, daß das gewöhnliche
Bradford-System für langfaserige Wolle am besten geeignet ist und in wenigen Behandlungsstufen
eine befriedigende, gleitfähige und gedrehte Lunte für einen sehr hohen Verzug solcher
Wolle liefert. Das französische System ist zwar für kurzfaserige Wolle verwendbar,
benötigt aber eine große
Anzahl von Bearbeitungsvorgängen bzw. Verzugsstufen
und liefert, abgesehen davon, daß es jegliche Drehung beim Verziehen ausschließt,
kein ausreichend dickes Faserband, das sich für einen sehr hohen Verzug von kurzfaseriger
«Tolle eignen würde. Das amerikanische System liefert ebenfalls kein gedrehtes Faserband
in der für einen sehr hohen Verzug von kurzfaseriger Wolle erforderlichen Stärke.
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Bei dem Bradford-System, das zur Behandlung der 'längsten Fasern vorgesehen
ist, sind die Strecken in Anpassung an die große Faserlänge so dimensioniert, daß
es normalerweise nicht möglich ist, nach diesem System Fasergut mit wirklich kurzen
Fasern zu verarbeiten. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese Verarbeitung
möglich zu machen und demgemäß die Verwendbarkeit des Bradford-Systems zu erhöhen
und dabei zugleich auch seine Arbeitsweise hinsichtlich der Güte der aus langen
Fasern hergestellten Lunte zu verbessern. Dies wird bei einem bekannten Streckwerk,
bei dem zwischen den Eingangs-und Ausgangswalzen großen Durchmessers zwei @l;alzenpaare
mit kleinem Durchmesser angeordnet sind, erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß in
der für ein einzelnes Zwischenwalzenpaar bekannten Weise die Ober- und Unterwalzen
die beiden Zwischenwalzenpaare von außen zwangläufig angetrieben und ihre beiden
Oberwalzen belastet sind, und zwar die hintere Oberwalze stärker als die vordere.
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Bei Streckwerken zum Verziehen von Kammzugbändern, denen ein Flyer
oder eine sonstige Vorrichtung zur Drehungserteilung für die ablaufende Lunte nachgeschaltet
ist, ist es bereits bekannt, dicht vor den Ausgangswalzen ein Zwischenwalzenpaar
aus Walzen kleinen Durchmessers anzuordnen, dessen Ober- und Unterwalze zwangläufig
von außen angetrieben sind und dessen Oberwalze eine Belastung aufweist. Das Zwischenwalzenpaar
liegt hierbei dicht vor der Klemmstelle der Ausgangswalzen etwa noch innerhalb einer
die Umfangsflächen der Ausgangswalzen an der Zulaufseite verbindenden Tantentialebene
und ist infolge seiner Anordnung am Ende des Verzugsfeldes natürlich mit größerer
Umfangsgeschwindigkeit angetrieben als die Eingangswalzen. Die Belastung der Oberwalze
des Zwischenwalzenpaares erfolgt durch ein Klappgewicht, das zum Einlegen der Kammgarnlunte
zusammen mit der Oberwalze und ihren Antriebsrädern hochgeklappt werden kann. Die
Anordnung dieses angetriebenen und belasteten Zwischenwalzenpaares am Ende des Verzugsfeldes
hat hier den besonderen Zweck, eine Obertragung der von dem nachgeschalteten Flyer
erzeugten Drehung des ablaufenden Garnes auf das Verzugsfeld zu verhindern.
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Von dieser vorbekannten Anordnung unterscheidet sich die Strecke nach
der Erfindung dadurch, daß im Verzugsfeld zwei hintereinanderliegende Walzenpaare
mit zwangläufig angetriebenen Ober- und Unterwalzen zünd belasteten Oberwalzen vorgesehen
sind, die unterschiedliche Belastungen aufweisen und mit unterschiedlichen, in der
Durchlaufrichtung etwas zunehmenden Umfangsgeschwindigkeiten angetrieben sind, die
in an sich bekannter Weise etwas höher liegen als die Umfangsgeschwindigkeiten der
Einzugwalzen.
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Bei dichter Anordnung des vorderen Zwischenwalzenpaares an den Ausgangswalzen
zur Kontrolle der kurzen Fasern im oberen Teil des Faserbandes, die durch den kleinen
Walzendurchmesser ermöb licht ist, ferner bei ähnlicher Bemessung des Abstandes
zwischen den beiden kleinen Walzenpaaren und des Abstandes zwischen dem hinteren
kleinen Walzenpaar und den normalen Hinterwalzen erhält das Faserband durch den
in gleichen Abständen ausgeübten Druck den notwendigen Zusammenhalt, der infolge
des Fehlens jeglicher Drehung sonst nicht vorhanden ist. Dieser Zusammenhalt ist
dadurch gewährleistet, daß die hintereinanderliegenden Walzenpaare durch einen harten
Faserbandkern verbunden sind, der mit dem Faserband als Ganzes verklemmt wird. Da
die Fasern in Auswirkung des Verzugs mit zunehmender Geschwindigkeit nach vorn gezogen
werden, werden sie aus dem harten Faserbandkern von den Ausgangswalzen einzeln ausgezogen,
ohne dabei die Kontinuität des Faserbandkerns zu stören.
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Das Faserband wird dabei zwangläufig zu einem breiten Band abgeflacht,
und daher ist es zeveckmäßig, wenn auch nicht unbedingt erforderlich, daß eine der
hinteren Walzen mit Flanschen versehen ist, die das flache Band an den Längskanten
einfassen, wobei die zugehörige Gegenwalze zwischen diese Flanschen paßt.
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Damit das Faserband straff bleibt, haben die beiden kleinen Walzenpaare
etwas unterschiedliche und in Durchlaufrichtung nur etwa 4 % höhere Umfangsgeschwindigkeiten
als die Eingangswalzen. Der wesentliche Verzug von etwa 6 oder 7 ergibt sich in
bekannter Weise durch die höhere Umfangsgeschwindigkeiten der Ausgangswalzen gegenüber
den Eingangswalzen.
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Die beiden kleinen Walzenpaare, die mit ihren Lagern zu einem Walzensatz
vereinigt sein können, können nach Abnahme der üblichen Durchzüge und Oberwalzen
in das Streckwerk eingesetzt werden. Die Lagerung kann dabei so erfolgen, daß die
zweckmäßig zu einem Satz vereinigten kleinen Walzenpaare zum Anpassen an die Stapellänge
in ihrem Abstand von den normalen Ausgangswalzen einstellbar sind.
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Die Zeichnung zeigt Beispiele für die Ausführung der Strecke nach
der vorliegenden Erfindung, und zwar zeigt Fig.l eine schematische Seitenansicht,
teilweise im Schnitt, Fig.2 eine seitliche Teilansicht des die kleinen Walzenpaare
enthaltenden Walzensatzes an der einen Maschinenseite in größerem Maßstab, Fig.
3 einen Grundriß dieses Walzensatzes, Fig. 4 die Seitenansicht des gleichen Walzensatzes
an der gegenüberliegenden Maschinenseite, Fig. 5, 6 und 7 je einen senkrechten Schnitt
durch den Walzensatz nach den Linien 5-5, 6-6 und 7-7 der Fig. 2 und Fig. 8 eine
schaubildliche Getriebeansicht in kleinem Maßstab.
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Gemäß Fig. 1 läuft ein drehungsloses Faserband 1,1 um die Eingangswalzen
12 durch zwei Paare von Zwischenwalzen 13, 14 und 16, 17, dann durch die
normalen Ausgangswalzen 18 und 19, worauf das verzogene Faserband durch eine nicht
dargestellte Flyereinrichtung bekannter Ausführung zu einer Lunte 21 gedreht wird.
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Die Zwischenwalzen und die ihren Antrieb vermittelnden Zahnräder sind
in einem Gehäuse untergebracht, das in Fig. 1 in seiner Gesamtheit mit 22 bezeichnet
ist und das, wie sich aus der nachfolgenden Beschreibung ergibt, als Ganzes zum
Zweck der
Säuberung, Reparatur oder Auswechselung abnehmbar ist.
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Das Gehäuse 22 mit den darin gelagerten Teilen ist auf einer Schiene
23 abgestützt, die in Längsrichtung des Streckwerks liegt und an der der Hauptteil
24 des Gehäuses befestigt ist. Die Schiene 23 ist in ihrem Abstand von dem Ausgangswalzenpaar
18, 19 verstellbar, so daß damit auch der Abstand des vorderen Zwischenwalzenpaares
16, 17 von den Ausgangswalzen eingestellt werden kann. Der Gehäusekörper 24 ist
mit einer Ausnehmung 26 (Fig. 2 und 8) zur Aufnahme eines Lagerkörpers 27 versehen,
der zwischen die Schenkel 28 des Gehäusekörpers dicht einpaßt und eine Antriebswelle
29 aufnimmt, die von einem nicht dargestellten Zahnrad angetrieben wird. Obwohl
nur eine Gehäuseeinheit 22 dargestellt ist. versteht es sich, daß für jede Spindel
der Einrichtung eine derartige Gehäuseeinheit vorgesehen ist, wobei die Welle 29
einheitlich für alle Einzelgehäuse vorgesehen ist und in entsprechenden Abständen
auf ihre Länge verteilte Zahnräder 31 zum Antrieb der in den Einzelgehäusen gelagerten
Zwischenwalzen trägt.
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Die untere Walze 14 des hinteren Zwischenwalzenpaares sitzt an einer
Welle 32, die in Lagern des Gehäusekörpers 24 drehbar und mit zwei Flanschen 33
versehen ist, die die zugeordnete obere Zwischenwalze 13 einfassen, die auf dem
Faserband aufliegt. Die Welle 32 trägt ein Zahnrad 34, das mit einem der Zahnräder
der gemeinsamen Antriebswelle 29 im Eingriff steht.
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Die Unterwalze 17 des vorderen Zwischenwalzenpaares ist gleichfalls
in Lagern des Gehäusekörpers 25. drehbar und trägt an einem Ende ein Zahnrad 36,
das mit einem lose umlaufenden Zahnrad 37 einer frei umlaufenden Welle 38 im Eingriff
steht, die gleichfalls an dem Gehäusekörper 24 gelagert ist. Die Welle 38 erstreckt
sich ganz durch den Gehäusekörper 24 und trägt an ihrem anderen Ende gleichfalls
ein lose umlaufendes Zahnrad 39, das mit einem weiteren lose umlaufenden Zahnrad
41 kämmt. Dieses Zahnrad ist frei drehbar auf einem Lagerzapfen 42 gelagert, der
an einem Ende des Gehäusekörpers 24
sitzt und dem ein gleichachsig dazu liegender
Lagerzapfen 43 auf der gegenüberliegenden Gehäuseseite zugeordnet ist.
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Die Oberwalze 13 des hinteren Zwischenwalzenpaares ist mit ihrer Welle
44 in Lagern eines Trägers 46 drehbar gelagert und an einem Ende gemäß Fig. 5 mit
einen fest angebrachten Zahnrad 4'7 versehen, das mit dem lose umlaufenden Zahnrad
41 im Eingriff steht. Der Träger 46 ist an den Lagerzapfen 42 und 43 schwenkbar,
so daß er um die Achse des lose laufenden Zahnrades 41 verschwenkt werden kann,
wobei die Zahnräder 41 und 47 jedoch im Eingriff bleiben.
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Die Oberwalze 16 des vorderen Zwischenwalzenpaares ist in ähnlicher
Weise in Lagern eines Trägers 48 drehbar gelagert und trägt an einem Ende ein Zahnrad
49, das mit dem lose umlaufenden Zahnrad 41 im Eingriff steht. Der Träger 48 ist
ebenfalls an den Lagerzapfen 42 und 43 schwenkbar gelagert und kann somit um die
Achse des lose umlaufenden Zahnrades 41 verschwenkt werden, wobei die Zahnräder
49 und 41 im Eingriff bleiben. Sämtliche Walzen der Walzenpaare 13, 14 und 16, 17
sind mit einer feinen Riffelung versehen.
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Der Gehäusekörper 24 enthält weiterhin eine hintere Faserbandführung
51, an der das einlaufende Faserband verdichtet und in den Raum zwischen den I#lanschcn
der hinteren unteren Zwischenwalze 14 geleiten wird. Eine ähnliche Faserbandführung
52 ist zwischen den beiden kleinen Walzenpaaren angeordnet und soll das Faserband
an dieser Stelle zusammenhalten.
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Der Gehäusekörper 24 ist an den Seiten mit abnehmbaren Lagerdeckeln
53 und 54 versehen, die mit einwärts ragenden Ansätzen 56 die einzelnen Wellen abstützen
und gegen Axialverschiebung sichern.
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Die beiden vorderen Zwischenwalzen 26 und 17 sind mit Gewichten 57
belastet, die an dein schwenkbaren Träger 48 angebracht sind, während die Belastung
der hinteren Zwischenwalzen 13 und 14 durch ein Hängegewicht 58 vermittelt wird,
das an einem Hebel 59 schwenkbar gelagert und in Quernuten 61 eines Einstellschlitzes
62 des Hebels verstellbar ist. Der Hebel 59 ist bei 63 an einem Lagerkörper 64 aasgelenkt,
der seinerseits an der Längsschiene 23 befestigt ist, und der Hebel 59 ist weiterhin
durch einen Bügel 66 mit einer Einhängöse 67 des schwenkbaren Trägers 46 verbunden,
der das Gewicht auf die hinteren Zwischenwalzen 13 und 14 überträgt.
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Die Eingangswalzen 12 und die Ausgangswalzen 18 und 19 unterliegen
einer sehr hohen Belastung durch die beim Bradford-System üblichen Belastungsstellschrauben.
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Mit einer in dieser Weise ausgebildeten Strecke kann Wolle. die in
ihrer Faserlänge für die Kammgarnspinnerei britischen Systems zu kurz ist, in befriedigender
Weise verzogen werden, wie sich aus dem folgenden Beispiel ergibt.
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Behandelt wurde ein Kammzugband 4 bis 6 Monatswolle der englischen
Feinheit 70's von einem Gewicht von 770 g/40 m mit einem Zusatz von 2°/o Kammzugabfall.
Ein Versuch, dieses Band auf einem Nadelabstreckwerk zu verziehen, führte zu einem
sehr ungleichmäßigen Ergebnis.
| Verzugsplan |
| Erster Verzug |
| Zwei angedrehte Faserbänder wurden unmittelbar |
| in die Eingangswalzen der Feinstrecke geleitet. |
| Zugeführtes Faserband ...... 770 g/40 m |
| (angedrehtes Faserband) |
| Dublierung ........ ... ... 2 |
| Verzug .................... 7,2 |
| Geliefertes Faserband ....... 214 g/40 ras |
| (gedrehtes Faserband) |
| Zweiter Verzug |
| Zugeführtes Faserband ...... 214 g/40 m |
| (gedrehtes Faserband) |
| Dublierung . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 |
| Verzug ................... % 6,3 |
| Geliefertes Faserband ....... 135 g/40 m |
| (gedrehtes Faserband) |
| Dritter Verzug |
| Zugeführtes Faserband ...... 135 g/40 m |
| (gedrehtes Faserband) |
| Dublierung ................ 4 |
| Verzug .................... 6,3 |
| Geliefertes Faserband ....... 86 g/40 m |
| (gedrehtes Faserband) |
| Normale Hintere Vordere Normale |
| Eingangswalzen Zwischenwalzen Zwischenwalzen Ausgangswalzen |
| der Strecke der Strecke |
| Durchmesser der Oberwalze .... 5 cm 2,5 cm 1,2 cm 15
cm |
| (mit Korkauflage) |
| Durchmesser der Unterwalze .... 5 cm 2,5 cm 1,2 cm 10
cm |
| Belastung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . sehr hoch
6 kg 285 g sehr hoch |
| (z. B. wie üblich (z. B. wie üblich |
| beim Bradford- beim Bradford- |
| System) System) |
| Walzenabstände |
| Abstand zwischen Eingangs- und |
| Ausgangswalzen . . . . . . . . . . . . 14 cm |
| Abstand zwischen Eingangswalzen |
| und hinterster Zwischenwalze |
| (erster Verzug) . . . . . . . . . . . . . . 5,5 cm |
| Abstand zwischen Eingangswalzen |
| und hinterster Zwischenwalze |
| (zweiter Verzug) . . . . . . . . . . . . 5,2 cm |
| Abstand zwischen den hinteren |
| und vorderen Zwischenwalzen 4,0 cm |
| Abstand zwischen den vorderen |
| Zwischenwalzen und den Aus- |
| gangswalzen (erster Verzug) .. 4,5 cm |
| Abstand zwischen den vorderen |
| Zwischenwalzen und den Aus- |
| gangswalzen (zweiter Verzug) 4,8 cm |
Beim Verziehen traten keinerlei Störungen ein, und die drei Passagen ergaben folgende
Uster-Werte:
| Nach |
| Verzug Faserbandgewicht Uoster |
| 0 |
| 1 214 g/40 m 5,22 |
| 2 135 g/40 m 3,80 |
| 3 86 g/40 m 3,93 |
Das fertige Faserband entsprach der Standardgüte einer guten Bradford-Lunte aus
Merinowolle. Diese Lunte wurde dann zu einem 32er-Einzelgam auf einem Spinnmaschinenstreckwerk
mit Hochverzug unter folgenden Betriebsbedingungen versponnen:
| Spindelzahl ................ 8 |
| Laufzeit ................... 9 Stunden |
| Fadenbrüche ............... 3 |
| Fadenbrüche je 100 Spindel- |
| stunden ................. 4 |
| Verzug .................... 74 |
| Spindeldrehzahl ............ 6500 |
| Läufer .................... 22 |
| Trichterstellung . . . . . . . . . . . . 1,5 cm |
| Belastung der Durchzugwalzen 285 g |
| Drehung ................... 6 je cm |
| Uster . . . . . . . . . . . . . .. . ... . . . 14,94% |
Obwohl die Erfindung vorsieht, kurzfaserige Wolle mit ausreichendem Schmelzezusatz
zu verziehen, damit sich die dabei mit Drehung gelieferte Lunte mit sehr hohem Verzug
verspinnen läßt, kann Wolle auch ohne einen Schmelzezusatz mit dem Zwischenwalzensatz
nach der Erfindung verzogen werden, wobei dann die schmelzefreie Lunte ohne Drehung
auf Wickeln zur weiteren Verarbeitung in Spinnmaschinen, z. B. in Riemehenstreckwerken,
geliefert werden kann, bei denen die Lunte keine Schmelze enthalten darf.
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Ein nach der Erfindung ausgebildetes Streckwerk kann auch zum Verziehen
von langfaseriger Wolle verwendet werden, und zwar liefert das Streckwerk, wenn
es statt der üblichen Durchzugwalzen mit frei laufender Oberwalze die Zwischenwalzen
nach der Erfindung aufweist, eine verbesserte Lunte.