DE1110377B - Sitzschale aus zwei einen hohlen Zwischenraum einschliessenden Schalenteilen aus Kunstharz und Verfahren zur Herstellung derselben - Google Patents
Sitzschale aus zwei einen hohlen Zwischenraum einschliessenden Schalenteilen aus Kunstharz und Verfahren zur Herstellung derselbenInfo
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Description
- Sitzschale aus zwei einen hohlen Zwischenraum einschließenden Schalenteilen aus Kunstharz und Verfahren zur Herstellung derselben Die Erfindung bezieht sich auf eine Sitzschale, deren Schalenteile aus zur Aushärtung gebrachten Kunstharzen, z. B. Polyesterharzen in Verbindung von Trägerstoffen wie Glas seide, Glasfasern, Textilgewebe od. dgl. für das Harz bestehen und auf ein Verfahren zur Herstellung der Sitzschale.
- Es ist bekannt, einen schalenförmig gestalteten Sitz aus Kunststoff in der Weise herzustellen, daß zwei Schalenteile verwendet werden, die eine unterschiedliche Formgebung aufweisen. Diese Schalenteile werden am Rande miteinander verbunden, so daß sich eine doppelwandige Sitzschale ergibt, bei der zwischen den beiden Schalenteilen ein Zwischenraum vorhanden ist. Die getrennte Herstellung jedes Schalenteils erfolgt hierbei vor allem zu dem Zweck, daß die Schalenteile aus Materialien verschiedener Eigenschaft hergestellt werden können, wobei das obere Schalenteil weicher und nachgiebiger sein soll als das untere Teil. Die so gebildete, als Hohlkörper geschlossene Sitzschale ist auf ein Untergestell aufgesetzt, das ein starres Gestell mit vier Füßen ist, bei dem die Füße untereinander durch je zwei Streben verbunden sind. Das Schalenteil selbst wird unter Verwendung eines Stoffes bzw. eines Gewebes, das mit dem Kunstharz getränkt ist, gebildet. Bei einer einwandigen Sitzschale aus Kunststoff, vorzugsweise armiertem Polyesterharz, ist es bekannt, zum Befestigen der Beine eine Metallhülse unmittelbar in der Kunststoffschale eingegossen anzuordnen. Das Beinende wird in den vorstehenden Hülsenteil eingesteckt und mittels einer Schraube od. dgl. befestigt.
- Bei einer solchen Anordnung besteht leicht die Gefahr, daß die Metallhülse aus der einwandigen Kunststoffschale ausgebrochen wird, wodurch nicht nur der Stand beeinträchtigt, sondern die Sitzschale beschädigt wird, und der Schaden bei dem ausgehärteten Kunstharzteil nur schwer zu beseitigen ist.
- Die Erfindung hat eine weitere Ausgestaltung und Verbesserung der Ausbildung derartiger Sitzschalen zum Gegenstand. Sie zeichnet sich dadurch aus, daß in dem Hohlraum Form stücke, wie Klötze, Zargen, Rahmen od. dgl. zum Befestigen der Beine eingelagert und mit den harten, als Trägerstoffe gespannte Gewebe aufweisenden Schalenteilen fest verbunden sind, die nahe ihren Randzonen spitzwinklig zusatz menlaufen und sich überdeckend aufeinander befestigt sind. Hierbei enthalten die Schalenteile als Träger für das Kunstharz in Spannung befindliche Gewebe. Die in dem freien Raum zwischen den Schalenteilen eingelagerten Zargen, Rahmen u. dgl., die mit den Schalenteilen praktisch eine Einheit bilden, ergeben ein starres Gerüst für die doppel- wandige Sitzschale, so daß die Hinzunahme eines starren Beingestells entfällt. In den eingelagerten Zargen befinden sich vorbereitete Bohrungen zum Einstecken der Beine. Die eingelagerte Zarge hat nicht nur eine erhebliche Dicke, so daß das eingesteckte Bein allein dadurch schon in der Zarge ohne Gefahr des Ausbrechens festsitzt, sondern es wird die Zarge zwischen den Kunststoffschalen mit gespannten Geweben ihrerseits verspannt, so daß alle Teile einen einheitlichen Körper darstellen. Die Zarge ist auf ihrer gesamten Außenfläche mit dem Kunstharz haftfest verbunden, wodurch eine erhebliche Festigkeit und Standhaftigkeit des Sitzmöbels erreicht wird.
- Durch das spitzwinklige Zusammenlaufen und sich Überdecken der Schalenteile nahe der Randzone erreicht man eine weitere Versteifung der ganzen Sitzschale.
- Die Sitzschale gemäß der Erfindung wird vorteilhaft in der Weise gefertigt, daß eine spannbare, für das Gießharz des Trägers dienende Folie od. dgl., vorzugsweise ein Jutegewebe, mit Wölbung nach außen geformt und faltenlos verspannt und mittels Gießharz eingelassen wird, worauf eine zweite Folie über ein oder mehrere zwischengelagerte Formstücke faltenlos ebenfalls verspannt und mit Gießharz eingelassen wird. Das Aushärten der Gewebe kann nacheinander oder zu gleicher Zeit erfolgen. Auf diese Weise kann man auch mehr als zwei Schalenteile verschiedener Formung zusammensetzen, wobei zwischen je zwei Schalenteilen Formstücke angeordnet sind.
- Der Erfindungsgegenstand und das Herstellungsverfahren werden nachfolgend an Hand der Zeichnung erläutert.
- Fig. 1 stellt einen Schnitt durch eine Sitzschale mit eingesteckten Beinen gemäß der Erfindung dar; in Fig. 2 ist die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens veranschaulicht.
- Die Sitzschale setzt sich im wesentlichen aus zwei mittels Gießharzen steif gemachten Haut- bzw. Folienteilen 1 und 2 zusammen, die für sich steife Schalen darstellen und zu einer Einheit verbunden sind, wobei diese Schalen einen unterschiedlichen Wölbungsverlauf aufweisen und in dem Hohlraum 3 die eingelagerten Formstücke 4, 6 enthalten. Bei dem dargestellten Stuhl ist der Schalenteil 1 die Sitzschale, während der Schalenteil 2 die äußere Schale bzw. die Verkleidungsschale darstellt. Zwischen den Schalen befindet sich ein eingelagertes Formstück, z. B. die Zarge4, die zur festen Aufnahme der BeineS ausgebildet ist. Die Zarge kann aus Holz oder einem anderen Werkstoff bestehen und beliebig mit weiteren Verstrebungen 6 versehen sein. An den Randzonen 7 sind die beiden Sitzschalen 1 und 2 miteinander verbunden; sie weisen dort denselben Wölbungsverlauf auf. Je nach den eingelagerten Formstücken als Halterungen für die Beine kann die Verbindung der Sitzschale 1 mit der Verkleidungsschale 2 auf einer mehr oder weniger längeren Strecke vorgesehen sein.
- Die Länge der Verbindungsstrecke richtet sich nach der Gestaltung der Sitzschale.
- Das Herstellen der Schalenteile erfolgt zweckmäßig durch Verspannen der das Gießharz aufnehmenden Trägerstoffe über gewölbten Formteilen. In der Fig.2 ist ein solcher gewölbter Formteil, der die konkave Form der Sitzschale 1 bestimmt mit 8 bezeichnet. Dieses Formmodell, welches aus beliebigem Werkstoff hergestellt sein kann, liegt beispielsweise auf Stützen 9 auf, die sich auf einer Spannplatte 10 abstützen. Das Ganze kann von einem Bock 11 getragen sein. Die Herstellung der Schalen beginnt damit, daß ein entsprechender Zuschnitt 13 eines hautartigen Gebildes, z. B. Jutegewebe, Überzugsstoff mit Polsterung od. dgl. über die Spannform 8 gelegt wird. Das Verspannen des Zuschnittes kann auf verschiedene Weise durchgeführt werden.
- Zweckmäßig erfolgt dies durch Anklammern der Ränder des Zuschnittes 13 mittels Klammern 12 über elastische Gummischnüre, Spiralfedern 14 od. dgl. glatt und faltenlos. Die Verspannung ist elastisch.
- Der über dem Formteil 8 liegende, in einem Punkt der gewölbten Fläche fixierte Bezug ist glanzflächig gleichmäßig verspannt. Die Verspannung läßt ein Verrücken über die Formfläche und auch an den Kanten zu, so daß entstandene Falten sich mit der Handfläche leicht herausstreichen lassen. Diese absolute gleichmäßige Ausspannung des Textilgewebes od. dgl. ist außerordentlich wichtig. In dieser verspannten Lage wird sodann das Gewebe als Träger für ein aushärtbares Gießharz steif und hart gemacht.
- Nach Bildung des als Sitzfläche dienenden Schalenteils legt man danach die als Halterungen für die Beine dienenden Teile oder eine übliche Zarge in Form eines geschlossenen Rahmens 4 auf. Statt eines Rahmens können auch lose Einzelteile verwendet werden. Alsdann verspannt man ein weiteres Jutegewebe od.-dgl. in gleicher Weise mittels der Spannmittel 14 über den Formteil. Das Jutegewebe legt sich bei der Zarge 4 auf diese, paßt sich der Oberfläche der Zarge an. Alsdann erfolgt ein Verspannen auf den Ecken der Zarge zu den äußeren Randzonen des Schalenteils 8 unter Bildung von Hohlräumen3.
- Nach Tränkung mit Gießharz und Aushärtung des so verspannten und faltenlos gemachten Gewebes entsteht die äußere Verkleidungsschale 2, die an den Randzonen in haftfester Verbindung mit dem Schaenteil 1 steht. Alsdann werden die Spannmittel 14 gelöst. Von der Schalenform 8 läßt sich die einstückige Sitzschale abnehmen, die sich aus den Schalen, 2 und den eingelagerten Formstücken 4 zusammensetzt. Nach Beschneiden der Ränder ist die gesamte Schale fertiggestellt. Wenn vor dem Aufliegen des die Schale 1 bildenden Jutegewebes und nach Bilden der Schale 2 noch jeweils Möbelbezugsstoff beliebiger Art verspannt und mittels Klebemittel verbunden sind, ist die einstückige Schale zugleich fertig konfektioniert. In die vorbereiteten vier Zargenteile oder sonstigen Halterungen brauchen lediglich noch die Füße eingesetzt werden, und das Sitzmöbel ist fertiggestellt.
- Das Herstellen der beiden Schalenteile 1 und 2 kann in einem Arbeitsgang erfolgen. Man kann aber auch die Schalenteile in getrennten Arbeitsgängen herstellen, wobei jeder Schalenteil für sich sogar unter Zuhilfenahme desselben Formteils 8 beim Schalenteil 1 lediglich durch die Zwischenschaltung der eingelagerten Formstücke 4 hergestellt werden kann.
- Hierbei lassen sich die beiden getrennten Schalenhälften nach dem Bepolstern und Überziehen mit Bezugsstoff verleimen. Beim Überziehen können die Überzugsstoffe um die Kanten nach innen umgeschlagen und mit eingeleimt werden. Bei Schalen höherer Beanspruchung lassen sich noch in bekannter Weise Glasseidefasern bei der Aushärtung mit einschließen.
- Statt der elastischen Verspannung mittels Gummizügen oder Spiralfedern kann auch jede andere bekannte Möglichkeit des elastischen Festhaltens für ein faltenloses Verspannen des Gewebes od. dgl. auf der konkaven Form 8 angeordnet werden.
- Die erfindungsgemäße Herstellungsart ermöglicht weiterhin eine vorteilhafte Aufbringung der Polsterung bzw. des Bezuges. Es wird zunächst der Bezugsstoff über die Form gespannt, und zwar mit der Ansichtsseite nach unten, d. h. dem Arbeitsmodell 8 zugekehrt. Eine Schaumstoffplatte wird nunmehr mit einem üblichen Kleber, d. h. einer Leimstoffauftragung, versehen. Das gleiche wird an der Linksseite des aufgespannten Bezugsstoffes vorgenommen. Danach wird die für sich behandelte Schaumstoffplatte mit der klebenden Seite an den aufgespannten Bezugsstoff gedrückt. Die beiden Teile verkleben miteinander und bilden ein zusammenhängendes Ganzes.
- Durch die trocken gewordene Klebemasse wird der Bezugsstoff mit der daraufliegenden Schaumstoffplatte steif. Nach Abnahme von dem Arbeitsmodell 8 erhält man damit eine lediglich aus Bezugsstoff und Schaumplatte bestehende im wesentlichen steife Auflage, die der Form des Schalenteils 1 angepaßt ist.
- Alsdann kann diese Auflage mit dem aus Gießharz bestehenden Schalenteil in bekannter Weise ebenfalls durch Kleben verbunden werden. Ein solches Vorgehen hat den Vorteil, daß die Polsterung mit Sicherheit in der gewünschten Form verbleibt.
Claims (8)
- PATENTANSPRÜCHE: 1. Sitzschale, deren als Sitzfläche geformter Teil unter Bildung eines hohlen Zwischenraumes mit einem unteren Teil abweichender Formgebung an den Rändern zu einem Stück zusammengefügt ist, wobei die Schalenteile aus zur Aushärtung gebrachten Kunstharzen, z. B. Polyesterharzen, in Verbindung von Trägerstoffen, wie Glasseide, Glasfaser, Textilgewebe od. dgl., für das Harz bestehen, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Hohlraum (3) Formstücke (4, 6), wie Klötze, Zargen, Rahmen od. dgl. zum Befestigen der Beine eingelagert und mit den harten, als Trägerstoffe gespannte Gewebe aufweisenden Schalenteilen (1, 2) fest verbunden sind, die nahe ihren Randzonen (7) spitzwinklig zus ammenlaufen und sich überdeckend aufeinander befestigt sind.
- 2. Sitzschale nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schalenkörper aus mehr als zwei Schalenteilen verschiedener Formgebung zusammengesetzt ist, wobei zwischen jeweils zwei Schalenteilen Formstücke angeordnet sind.
- 3. Verfahren zur Herstellung von Sitzschalen nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine spannbare für das Gießharz als Träger dienende Folie od. dgl., vorzugsweise ein Jutegewebe, mit Wölbung nach außen geformt und faltenlos verspannt und dann mit Gießharz eingelassen wird, worauf eine zweite Folie über eine oder mehrere zwischengelagerte Formstücke faltenlos verspannt und mit Gießharz eingelassen wird, wobei das Aushärten der Gewebe nacheinander oder zu gleicher Zeit erfolgt.
- 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß zur Bildung der Wölbung in dem gespannten Gewebe eine verstellbare Arbeitsform mit der konvexen Fläche gegen die elastisch gespannte Folie gedrückt wird.
- 5. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie, z. B. das Textilgewebe, über eine fest angeordnete konvexe Form verspannt und an den Rändern unter elastischer Spannung gehalten wird.
- 6. Verfahren nach den Ansprüchen 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß für die elastische Verspannung Gummizüge, Federn od. dgl. verwendet werden.
- 7. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß jede Schale für sich unter Verspannung hergestellt und dann die so erhaltenen steifen Schalen unter Zwischenlegen von Formstücken miteinander haftfest, z. B. durch Leimung verbunden werden.
- 8. Verfahren nach Anspruch 3 für Sitzmöbel, bei denen eine Polsterlage mit Bezug auf der Sitzschale aufgebracht wird, dadurch gekennzeichnet, daß ein über die Form gespannter Bezugs stoff zusammen mit der Polsterplatte, z. B. Schaumstoffplatte, zu einer geformten Schale mittels eines steifwerdenden Klebers hergestellt wird, worauf diese Polsterschale mit der doppelwandigen Sitzschale fest, z. B. durch Kleben, vereinigt wird.In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsches Gebrauchsmuster Nr. 1 681; USA.-Patentschrift Nr. 2764228.
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