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Verfahren und Steinklammer zum Entfernen der Unterlagen für Formsteine
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Steinklammer zum Entfernen der Unterlagen
für Formsteine aus Beton, Bims, Kalksandstein u. dgl. aus Stapeln, in denen die
Formsteine auf den Unterlagen liegend aufeinandergeschichtet sind.
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Die auf den Unterlagen, z. B. auf Brettern, Platten u. dgl., hergestellten
Formsteine werden, besonders wenn sie getrocknet werden sollen, gewöhnlich zu vier
Stück auf je einer Unterlage so angeordnet, daß je zwei Formsteine mit einer ihrer
Schmalseiten aneinanderliegend und beide Steinpaare mit Abstand parallel zueinander
auf der Unterlage ruhen. Das Trocknen oder zumindest das Antrocknen der Formsteine
erfolgt in Stapeln, die aus vier oder fünf übereinandergeschichteten, in der vorbeschriebenen
Weise auf den Unterlagen angeordneten Steinlagen bestehen.
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Zum Abbauen dieser Steinstapel müssen die Formsteine einzeln von Hand
von den Unterlagen genommen und zu meist größeren, keine Unterlagen mehr aufweisenden
Stapeln zusammengesetzt bzw. einem geeigneten Fördergerät übergeben werden, mit
welchem die Formsteine dann erneut gestapelt werden.
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Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren werden die vorbeschriebenen Arbeitsgänge
dadurch wesentlich vereinfacht, daß der Steinstapel zunächst vom Boden aufgenommen
wird, worauf die Steinlagen zur Bildung von Zwischenräumen voneinander abgehoben,
sodann zum Herausfallen der Unterlagen um etwa 80° zur Waagerechten geneigt und
anschließend in die waagerechte Lage zurückgebracht und aufeinanderliegend abgesetzt
bzw. zu größeren Steinstapeln zusammengesetzt werden. Auf diese Weise wird die bislang
erforderlich gewesene mühevolle, zeitraubende und Kosten verursachende Handarbeit
eingespart.
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Um das Herausgleiten der Unterlagen zwischen den Formsteinen erforderlichenfalls
zu erleichtern und zu beschleunigen, wird das Verfahren dahingehend ausgestaltet,
daß beim Erfassen der Formsteine die Unterlagen zum Lösen von den Formsteinen seitlich
verschoben werden. Die möglicherweise an den Formsteinen noch etwas anhaftenden
Unterlagen werden somit durch eine Relativbewegung gegenüber den Formsteinen von
diesen gelöst.
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Zum Durchführen des Verfahrens wird zweckmäßig eine Klammer für Fördergeräte,
insbesondere eine Steinklammer für Gabelstapler verwendet, die um eine waagerechte
Achse drehbar an einem Drehgerät angeordnet ist, das seinerseits an einem Hubgerüst
heb- und senkbar geführt ist. Diese Klammer besteht erfindungsgemäß aus mehreren
übereinanderliegenden, zueinander und voneinander verschiebbaren Greifern, die durch
Verbindungsglieder, wie Ketten,
Seile, Kabel od. dgl. miteinander verbunden und mittels
eines am oberen Greifer befestigten Zugseiles od. dgl. an eine Heb- und Senkeinrichtung
angeschlossen sind, mit welcher die Greifer aufeinanderliegend abzusenken und zu
vergrößerten Abständen voneinander abzuheben sind. Die Anzahl der an der Klammer
vorgesehenen Greifer richtet sich nach der Anzahl der in einem Steinstapel befindlichen
Steinlagen, so daß jeweils ein Steinstapel in einemArbeitsgang aufgenommen und nach
dem Entfernen der Unterlagen an seinem Bestimmungsort abgesetzt bzw. dort in größeren
Steinstapeln aufgeschichtet werden kann.
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Für das Befördern von Ziegelsteinen ist ein an einem Kran aufhängbarer
Förderrahmen bekannt, der zum Festklemmen von unmittelbar aufeinandergestapelten
Ziegeln mehrere mit unveränderbaren Abständen übereinander angeordnete Klemmplattenpaare
aufweist. Die Klemmplatten sind an Kipphebeln und -wellen gelagert und werden durch
Drehen einer Spindel in die Klemmstellung gebracht bzw. nach dem Absetzen des Stapels-
von den Ziegeln gelöst. Mit dieser Einrichtung können keine Unterlagen von gestapelten
Formsteinen entfernt werden.
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Eine Weiterbildung der Erfindung besteht darin, daß die Greifer je
einen feststehenden und einen beweglichen Klemmarm aufweisen, wobei an der Unterseite
der feststehenden Klemmarme eine in deren Längsrichtung liegende Anschlagleiste
vorgesehen
und die Klammer in Richtung der beweglichen Klemmarme
drehbar ist. Dies hat den Vorteil, daß beim Erfassen der Formsteine die in Richtung
der feststehenden Klemmarme verschwenkten beweglichen Klemmarme, infolge der an
den Anschlagleisten anliegenden und über die Außenflächen der Formsteine etwas überstehenden
Unterlagen, die Form steine relativ zu den Unterlagen verschieben.
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Hierdurch werden in vorteilhafter Weise die Unterlagen von den Form
steinen gelöst und gleiten nach dem Auseinanderziehen der Steinlagen und Schwenken
derselben aus der Waagerechten ungehindert von den Form steinen.
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Es ist eine Ziegelzange mit einem feststehenden und einem beweglichen
Klemmarm bekannt, die zum Befördern einiger Ziegel von Hand getragen wird.
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Der bewegliche Klemmarm ist mit einem abgewinkelten Handgriff ausgestattet,
so daß der Klemmarm beim Tragen der Ziegelzange durch das Eigengewicht der Ziegel
in die Klemmstellung bewegt wird und dabei die aneinanderliegenden Ziegel festklemmt.
Diese Vorrichtung kann nicht zum Befördern von aufeinandergestapelten Formsteinen
mittels eines Flurfördergerätes verwendet werden.
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Die Erfindung ist nachfolgend an Hand eines auf der Zeichnung veranschaulichten
Ausführungsbeispiels beschrieben. Es zeigt Abb. 1 die Seitenansicht einer Klammer,
Abb. 2 eine Draufsicht auf die Klammer nach Abb. 1, Abb. 3 einen senkrechten Längsschnitt
durch die Klammer nach der Linie III-III in Abb. 2, Abb. 4 die Vorderansicht eines
Greifers, Abb. 5 eine Vorderansicht eines Steinstapels beim Entfernen der Unterlagen.
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An dem senkrechten Hubgerüst 1 eines Gabelstaplers ist ein eine Quertraverse2
aufweisender, heb-und senkbarer Hubschlitten 3 angeordnet, der ein Drehgerät 4 trägt.
Dieses Drehgerät ist mit einer hydraulischen Schwenkvorrichtung 5 ausgerüstet, die
mittels eines Bolzens 6 drehbeweglich gelagert ist. Mit der Schwenkvorrichtung 5
kann das Drehgerät 4 um eine waagerechte Achse 7 in der Pfeilrichtung a (Abb. 2
und 5) bis zu etwa 900 aus der Waagerechten geschwenkt werden.
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Am Drehgerät 4 ist eine Klammer 8 befestigt, die aus vier übereinanderliegenden
Greifern 9 besteht.
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Diese Greifer haben je einen feststehenden und einen beweglichen Klemmarm
10 bzw. 11. Der bewegliche Klemmarm 11 kann mittels einer Hydraulikeinrichtung 12
verschwenkt werden, die an einem Zapfen 13 des Greifers drehbar gelagert ist und
mit einer Schubstange 14 und einem Bolzen 15 an dem inneren Ende des Klemmarmes
11 drehbeweglich angelenkt ist. Der Klemmarm 11 ist als zweiarmiger Hebel ausgebildet,
welcher mittels eines am Greifer gelagerten Drehzapfens 16 gehalten wird und an
seinem äußeren Ende einen Bolzen 17 für die drehbewegliche Lagerung einer gleichfalls
als zweiarmiger Hebel ausgebildeten Klemmbacke 18 trägt. Diese Klemmbacke ist mit
zwei Anlageflächen 19, 20 ausgestattet, die zwei entsprechenden Anlageflächen 21,
22 des feststehenden Klemmarmes 10 gegenüberliegen. Durch die drehbewegliche Lagerung
der Klemmbacke 18 können Längenunterschiede der Formsteine 23 ausgeglichen werden
und ist eine rutschsichere Anlage der Außen flächen 19, 20, 21, 22 an den Formsteinen
23 gewährleistet, An der Unterseite der feststehenden
Klemmarme 10 befindet sich
eine in deren Längsrichtung liegende Anschlagleiste 24, die beim Ausführungsbeispiel
aus einem Winkelstahl besteht.
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Die Greifer 9 sind mittels Führungsrollen 25 in Führungsschienen
26 der Klammer 8 zueinander und voneinander verschiebbar gelagert. Die unteren Enden
der Führungsschienen sind durch Platten 34 verschlossen, auf denen die unteren Führungsrollen25
des in abgesenktem Zustand befindlichen untersten Greifers 9 aufliegen. Zwischen
den Führungsschiener 26 ist an der Klammer eine hydraulische Heb- und Senkeinrichtung
27 befestigt. Die Kolbenstange 28 dieser Heb- und Senkeinrichtung trägt an ihrem
äußeren Ende ein Umlenkrad 29 für ein Zugseil 30, welches mit dem einen Ende an
der Klammer 8 und dem anderen Ende am obersten Greifer 9 angeschlossen ist. Zwischen
den Greifern befinden sich als Verbindungsglieder dienende Ketten 31. Die Länge
der die Greifer 9 verbindenden Ketten 31 richtet sich nach der jeweiligen Höhe der
Formsteine 23 und dem beim nachfolgend beschriebenen Auseinanderziehen der Steinlagen
gewünschten Zwischenraum. Dieser Zwischenraum wird zweckmäßig etwa 50 mm groß gewählt.
An Stelle der Ketten 31 können in gleicher Weise Seile oder Kabel verwendet werden.
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Innerhalb der Führungsschienen 26 befinden sich an der Unterseite
jedes Greifers Abstandstücke 32, die den Greifern in abgesenktem, aufeinanderliegendem
Zustand einen der Höhe der Formsteine 23 entsprechenden senkrechten Abstand voneinander
erteilen. Auf der Abb. 1 sind die Greifer 9 abgesenkt und aufeinanderliegend dargestellt.
Bei sich ändernder Steinhöhe wird die Länge der Abstandstücke 32 und - wie bereits
erwähnt - die Länge der Ketten 31 entsprechend verändert. Es besteht mit der Erfindung
auch die Möglichkeit, die Abstandstücke 32 fortzulassen und in einem solchen Falle
die Greifer 9 mit der Heb- und Senkeinrichtung 27 vor dem Klammern der Formsteine
einzeln, mit dem untersten Greifer beginnend, in die gewünschte Höhenlage zu bringen
und sodann die Formsteine zu klammern.
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Die Wirkungsweise der Erfindung ist folgende: Die auf ihren Unterlagen
33 in der eingangs beschriebenen Weise ruhenden und zu einem Steinstapel aufgeschichteten
Formsteine 23 werden nach dem Heranfahren des Gabelstaplers in Pfeilrichtung b von
den gemäß Abb. 1 aufeinanderliegenden Greifern 9 (Abb. 2) durch Andrücken der Klemmarme
18 mit den Anlageflächen 19, 20, 21, 22 erfaßt. Danach wird der gesamte Steinstapel
durch Aufwärtsbewegen des Drehgerätes 4 am Hubgerüst 1 vom Boden aufgenommen und
zu seinem Bestimmungsort gefahren.
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Dort werden die Steinlagen zur Bildung von Zwischenräumen (Abb. 5)
durch entsprechendes Betätigen der Heb- und Senkeinrichtung 27 mittels des Zugseiles
30 und der zwischen den Greifern 9 befindlichen Ketten 31 voneinander abgehoben.
Sodann werden die Steinlagen zum Herausfallen der Unterlagen 33 um etwa 800 (Abb.
5) zur Waagerechten in Richtung der beweglichen Klemmarme 18 geneigt, wobei die
Unterlagen 33 von den Formsteinen 23 gleiten und aus dem Steinstapel herausfallen.
Anschließend werden die Greifer in die waagerechte Lage zurückgebracht und wird
die Heb- und Senkeinrichtung im Sinne eines Absenkens der Greifer betätigt, so daß
die Steinlagen unmittelbar aufeinanderliegen und nach dem Absenken des Drehgerätes
4 am Hubgerüst 1 auf dem Boden abgesetzt
werden können. Es besteht
auch die Möglichkeit, nach dem Entfernen der Unterlagen die Formsteine zu größeren
Steinstapeln zusammenzusetzen.
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Wie die Abb. 4 erkennen läßt, liegen beim Einfahren der Greifer 9
die Anschlagleisten 24 der festen Klemmarme 10 in Höhe der über die Außenflächen
der Formsteine etwas überstehenden Unterlagen 33, so daß der sich anschließend in
Pfeilrichtung d bewegende bewegliche Klemmarm 18 die Formsteine auf der an der Anschlagleiste
24 anliegenden Unterlage 33 verschiebt. Auf diese Weise wird das Lösen der Unterlagen
von den Formsteinen vorteilhaft erleichtert und erforderlichenfalls beschleunigt,
so daß beim nachfolgenden Auseinanderziehen der Steinlagen und Neigen derselben
die Unterlagen leicht und schnell herausfallen.
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Abweichend von dem auf der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel
kann die Erfindung auch bei Formsteinen angewendet werden, die eine andere Gestalt
oder Größe aufweisen bzw. in anderer Anordnung auf den Unterlagen liegend zu Steinstapeln
aufgeschichtet sind. In einem solchen Fall werden die Greifer der Klammer entsprechend
ausgebildet.