DE1105194B - Struktur-Roentgen-Goniometer zur direkten Messung von Gitterentfernungen - Google Patents
Struktur-Roentgen-Goniometer zur direkten Messung von GitterentfernungenInfo
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Description
Alle bekannten Methoden zur analytischen Bestimmung von Materialstrukturen durch Röntgenstrahlen beruhen
auf der Messung der Lage und Intensität der einzelnen Interferenzen der gebeugten Strahlen auf den Atomgittern
der untersuchten Probe. Zu j edem Strukturelement gehören bestimmte charakteristische Gitterentfernungen.
Es sind Tafeln veröffentlicht worden, welche die den einzelnen Strukturelementen zugehörigen Gitterentfernungen
enthalten. Das Hauptziel aller Methoden der Strukturanalyse ist demnach, die Gitterentfernungen zu
bestimmen, welche den Interferenzen der auf der untersuchten Probe gebeugten Strahlen entsprechen, um
danach die Strukturelemente des untersuchten Materials zu bestimmen.
Das gemeinsame Prinzip aller bisherigen Verfahren besteht darin, daß man die Winkel "&um der einzelnen
entstandenen Interferenzen mißt, die entweder fotografisch oder durch einen Ionisationsdetektor registriert
werden. Aus diesem Winkel berechnet man dann die zugehörigen Gitterentfernungen d^m', mittels der Beziehung:
2an0», '
worin λ die Wellenlänge der Interferenzstrahlung ist.
Die Winkel ϋ-jijci bestimmt man durch Messung der
Röntgenogramme, Fotoaufnahmen oder durch direkte Registrierung der einzelnen Interferenzen mittels eines
Ionisationsgoniometers.
Um die langwierige Berechnung der Gitterentfernungen aus der angeführten Gleichung für jeden gemessenen
Winkel ϋ-hu zu ersparen, hat man für die verschiedenen
Wellenlängen der Interferenzstrahlung Nornogramrne festgelegt, aus denen man zu jedem Winkel ϋηη die
zugehörige Gitterentfernung ablesen kann. Die Bestimmung der Strukturkomponenten des Probematerials
läßt sich bedeutend schneller bewerkstelligen, wenn ein nach dem tschechoslowakischen Patent 89 991 konstruiertes
Gerät verwendet wird. Dieses ermöglicht die direkte Ablesung der Gitterentfernung auf einem drehbaren
Lineal, ohne daß es notwendig wäre, den Winkel §tiu zu messen, der dann erst zur Berechnung oder
Nomogrammablesung der Gitterentfernung dient. Das nach der Debye-Scherrer-Methode hergestellte Röntgenogramm
wird zu einer Zylinderfläche geformt, deren Halbmesser gleich ist dem Durchmesser der Beugungskammer, die zur Herstellung des Röntgenogramms benutzt
wurde. Der Winkel 2 §m, der in der zylindrischen
Kammer die Lage der Beugungslinie bestimmt, verkleinert sich durch das Abwickeln des Röntgenogramms
in eine Zylinderfläche von doppeltem Durchmesser auf die Hälfte, also auf ϋ^η- Dieser Winkel wird auf dem
Gerät auf ein System paralleler Geraden projiziert, Struktur-Röntgen-Goniometer
zur direkten Messung
von Gitterentfernungen
Anmelder:
RNDr Frantisek Khol,
Lysä nad Labem (Tschechoslowakei)
Lysä nad Labem (Tschechoslowakei)
Vertreter: Dipl.-Ing. B. Wehr,
Dipl.-Ing. H. Seiler, Berlin-Grunewald, Lynarstr. 1,
Dipl.-Ing. B. Richter und Dipl.-Ing. H. Stehmann,
Nürnberg 2, Patentanwälte
Beanspruchte Priorität:
Tschechoslowakei vom 7. Oktober 1958
Tschechoslowakei vom 7. Oktober 1958
RNDr Frantisek Khol, Lysa nad Labem
(Tschechoslowakei) f
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
deren Entfernungen von der Grundgeraden, für den Wert ϋ-iiici = 0, ein gewähltes Vielfaches der halben
Wellenlänge λ/2 der verwendeten charakteristischen Röntgenstrahlung sind. In diesem System kann man auf derjenigen Geraden, die sich mit der projizierten Beugungs-
linie deckt, das gleiche Vielfache der Gitterentfernung οικία als Hypotenuse eines rechtwinkligen Dreiecks
ablesen, dessen dem Winkel -&uu gegenüberliegende
Kathete auch das gleiche Vielfache der halben Wellenlänge λβ der verwendeten Strahlen angibt, gemäß der
Beziehung
Die für eine zuverlässige und genaue Bestimmung der Strukturkomponenten des Probematerials notwendige
Zeit läßt sich jedoch noch weiter verringern, und zwar bei Verwendung eines Röntgengoniometers, welches den
Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet. Dieses Gerät ermöglicht eine direkte Ablesung ähnlich wie das
nach dem tschechoslowakischen Patent 89 991 ausgebildete Gerät, bietet jedoch den weiteren Vorteil, daß
kein Röntgenogramm aufgenommen werden muß, da man die Lage der Beugungslinie mittels eines Detektors
109 577/192
der Interferenzstrahlung.direkt mittels des bestrahlten
Probematerials bestimmt.
Das Wesen der Erfindung besteht darin, daß der Winkel 2 ϋ-hu, den man auf dem Goniometer nach der Angabe des
Detektors einstellt, auf mechanischem Wege gehälftet S wird, ohne daß seine Größe gemessen werden müßte, und
daß ein gewähltes Vielfaches der entsprechenden Gitterentfernung οικία, von dem bei der Konstruktion des
Gerätes ausgegangen wird, .auf einem drehbaren Maßstab abgelesen wird, der von der Grundstellung um den Winkel
$iiki verschwenkt ist, und zwar als Hypotenuse eines
rechtwinkligen Dreieckes, dessen diesem Winkel gegenüberliegende Kathete das gleiche Vielfache der halben
Wellenlänge A/2 der verwendeten charakteristischen Strahlung darstellt, was der Braggschen Beziehung
2 dkm
entspricht.
Somit ist das erfindungsgemäße Struktur-Röntgen-Goniometer zur direkten Messung von Gitterentfernungen
in einer bestimmten gewählten Vergrößerung q mittels eines drehbaren Meßlineals m, das auf einer Meßplatte
aufliegt, auf der eine zur Grundgeraden ζ des Goniometers parallele Gerade j>
in einer Entfernung aufgezeichnet ist, die gleich ist demselben Vielfachen q der halben Wellenlänge
A/2 der verwendeten charakteristischen Strahlung, dadurch gekennzeichnet, daß die zu prüfende Probe,
auf welche die von einer Röntgenröhre oder einem Monochromator ausgesendete Strahlung auffälllt, in der Drehachse
eines Arms untergebracht ist, auf dem der Detektor der Interferenzstrahlung angeordnet ist, wobei die durch
die Mitte der Probe hindurchgehende Strahlenachse mit der Grundgeraden identisch ist, auf der der Drehpunkt
des Lineals liegt.
Die erfindungsgemäße Einrichtung bildet eine Ergänzung des Goniometers nach dem System Bragg—
Brentano oder des zur Messung des Winkels ϋ-ku mittels
der Seemann-Bohlin-Methode dienenden Goniometers. Die Anordnung dieser Ergänzungseinrichtung ist in den
Zeichnungen schematisch dargestellt.
Fig. 1 zeigt die Einrichtung, die das nach der Methode Bragg—Brentano angeordnete Goniometer ergänzt. Die
Probe M ist hierbei in der Mitte S des goniometrischen Kreises k angeordnet und dreht sich mit der halben
Drehgeschwindigkeit des Detektors der Interferenzstrahlung. Die Grundgerade ζ des Goniometers schneidet
den Brennpunkt F einer Röntgenröhre, gegebenenfalls den Brennpunkt eines Monochromators und den MittelpunktS
des goniometrischen Kreisest, der durch den Brennpunkt F hindurchgeht. Der Detektor D der Interferenzstrahlung,
z. B. ein Geiger-Müller-Zähler, bewegt sich auf dem Kreis k und ist auf dem drehbaren Arm r
befestigt, der in einer bestimmten Stellung mit der Grundgeraden FM den Winkel 2 -&ku einschließt. Dieser
Arm ist mittels eines verschiebbaren Gelenks K mit dem Meßlineal m verbunden, das sich bei der Drehung des
Armes r um die in einer Entfernung ÖS = S~k vom Mittelpunkt
des goniometrischen Kreises befindliche Achse O dreht. Wenn der Arm r von der Grundgeraden ζ um den
Winkel 2 ϋ^η weggeschwenkt ist, welcher der zum Kreisbogen
KKo gehörige Zentriwinkel ist, schließt das Lineal?» mit der Grundgeraden über demselben Kreisbogen den
halben Winkel -&nm [ein, dessen Scheitel O sich auf der
den Kreisbogen KKo ergänzenden Kreislinie befindet.
Auf der Meßplatte ist eine zur Grundgeraden ζ des Goniometers parallele Gerade^) eingezeichnet. Die Entfernung
der beiden Parallelen stellt das gewählte Vielfache q der halben Wellenlänge λ/2 der verwendeten
charakteristischen Röntgenstrahlung dar. Die Meßgerade des Lineals m tritt aus der Achse O aus und
schneidet die Gerade fi im Punkt P. Die Entfernung
dieses Schnittpunktes von der Achse O gibt dann das gleiche Vielfache der zum Winkel ftum gehörigen Gitterentfernung
djiia an.
Bei dem nach der Methode Seemann—Bohlin angeordneten
Goniometer (Fig. 2) wird die Probe M tangentiell am Umfang des Fokussierkreises k angebracht, der
zugleich der goniometrische Kreis ist. Die Strahlen treffen auf die Probe unter dem Winkel α vom Brennpunkt F
her auf, welcher der Brennpunkt einer Röntgenröhre oder eines Monochromators sein kann und auf dem
Fokussierkreis k liegt. Die Verbindungslinie des Brennpunktes F mit dem Mittelpunkt der Probe M bildet die
Grundgerade ζ des Goniometers.
Auf einem um den Probenmittelpunkt M drehbaren Arm r ist der Detektor D verschiebbar gelagert, der die
Lagen der einzelnen Interferenzen verzeichnet. Beim Drehen des Armes r bewegt sich der Detektor zwangläufig
längs des Brennkreises k und verschiebt sich zugleich längs des Armes r. Wenn er auf eine bestimmte
Interferenz gestellt ist, schließt seine Achse mit der Grundgeraden den Winkel 2 ϋ·Μΐ ein. Die Bewegung des
Armes r wird durch das verschiebbare Gelenk auf das Meßlineal m übertragen, das um die Achse O in der Entfernung
MO = MK vom Probenmittelpunkt drehbar ist. Wenn der Arm r von der Grundgeraden ζ um den Winkel
2·&μι ausgeschwenkt ist, welcher der Zentriwinkel des
mit dem Halbmesser MO = MK beschriebenen zugehörigen Kreisbogens ist, schließt das Meßlinealm mit
derselben Grundlinie über demselben Kreisbogen den halben Winkel, also -&hki ein, dessen Scheitel auf derselben
Kreislinie liegt. Wenn die Gerade f auf der Meßplatte parallel zur Grundlinie Z in einer Entfernung geführt
ist, welche einem Vielfachen der halben Wellenlänge A/2 gleich ist, liest man auf dem Lineal m, das von
der Grundgeraden um den Winkel ϋ-hu verschwenkt ist,
das gleiche Vielfache der Gitterentfernung dui als Entfernung
des Schnittpunktes der Meßgeraden m mit der Geraden p vom Punkt O ab, um den das Lineal gedreht
wird und der den Scheitel des Winkels ϋ·ηη darstellt.
Claims (3)
1. Struktur-Röntgen-Goniometer zur direkten Messung von Gitterentfernungen in einer bestimmten
gewählten Vergrößerung q mittels eines drehbaren Meßlineals m, das auf einer Meßplatte aufliegt, auf
der eine zur Grundgeraden ζ des Goniometers parallele Gerade p in einer Entfernung aufgezeichnet ist, die
gleich ist demselben Vielfachen q der halben Wellenlänge A/2 der verwendeten charakteristischen Strahlung,
dadutch gekennzeichnet, daß die zu prüfende Probe (M), auf welche die von einer Röntgenröhre
oder einem Monochromator ausgesendete Strahlung auffällt, in der Drehachse eines Arms (r) untergebracht
ist, auf dem der Detektor der Interferenzstrahlung (D) angeordnet ist, wobei die durch die
Mitte der Probe (M) hindurchgehende Strahlenachse mit der Grundgeraden (z) identisch ist, auf der der
Drehpunkt des Lineals (m) liegt.
2. Struktur-Röntgen-Goniometer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Detektor (D) der
Interferenzstrahlung auf dem Arm (r) befestigt ist und sich bei seiner Drehung um den Punkt (S) längs
des goniometrischen Kreises (k) bewegt, der um denselben Punkt (S) beschrieben ist, in dem die Probe
(M) untergebracht ist, die sich zugleich mit dem
Detektor (D) so dreht, daß die Drehgeschwindigkeit der Probe und des Detektors im Verhältnis von 1: 2
stehen.
3. Struktur-Röntgen-Goniometer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Detektor (D) der
Interferenzstrahlung sich bei seiner Drehung um den Punkt (M) längs des Armes (r) verschiebt, und zwar
so, daß er sich längs des goniometrischen Kreises (k)
bewegt, der durch den Brennpunkt (F) und durch den Punkt (M) hindurchgeht, in dem die Probenoberfläche
den Kreis (k) tangentkeil berührt, der zugleich der Fokussierkreis ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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