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DE1103623B - Verfahren und Vorrichtung zur kontinuierlichen Verfolgung feinstruktureller AEnderungen der Materie mit Hilfe von Roentgen-, Gamma- oder Korpuskularstrahlen - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur kontinuierlichen Verfolgung feinstruktureller AEnderungen der Materie mit Hilfe von Roentgen-, Gamma- oder Korpuskularstrahlen

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Publication number
DE1103623B
DE1103623B DED24560A DED0024560A DE1103623B DE 1103623 B DE1103623 B DE 1103623B DE D24560 A DED24560 A DE D24560A DE D0024560 A DED0024560 A DE D0024560A DE 1103623 B DE1103623 B DE 1103623B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
rays
housing
aid
film
radiation
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DED24560A
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Friedrich Endter
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Evonik Operations GmbH
Original Assignee
Degussa GmbH
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Degussa GmbH filed Critical Degussa GmbH
Priority to DED24560A priority Critical patent/DE1103623B/de
Publication of DE1103623B publication Critical patent/DE1103623B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • GPHYSICS
    • G01MEASURING; TESTING
    • G01NINVESTIGATING OR ANALYSING MATERIALS BY DETERMINING THEIR CHEMICAL OR PHYSICAL PROPERTIES
    • G01N23/00Investigating or analysing materials by the use of wave or particle radiation, e.g. X-rays or neutrons, not covered by groups G01N3/00 – G01N17/00, G01N21/00 or G01N22/00
    • G01N23/20Investigating or analysing materials by the use of wave or particle radiation, e.g. X-rays or neutrons, not covered by groups G01N3/00 – G01N17/00, G01N21/00 or G01N22/00 by using diffraction of the radiation by the materials, e.g. for investigating crystal structure; by using scattering of the radiation by the materials, e.g. for investigating non-crystalline materials; by using reflection of the radiation by the materials
    • G01N23/205Investigating or analysing materials by the use of wave or particle radiation, e.g. X-rays or neutrons, not covered by groups G01N3/00 – G01N17/00, G01N21/00 or G01N22/00 by using diffraction of the radiation by the materials, e.g. for investigating crystal structure; by using scattering of the radiation by the materials, e.g. for investigating non-crystalline materials; by using reflection of the radiation by the materials using diffraction cameras

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
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  • Analytical Chemistry (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • General Physics & Mathematics (AREA)
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  • Pathology (AREA)
  • Analysing Materials By The Use Of Radiation (AREA)

Description

  • Verfahren und Vorrichtung zur kontinuierlichen Verfolgung feinstruktureller Änderungen der Materie mit Hilfe von Röntgen-, Gamma- oder Korpuskularstrahlen Die Erfindung betrifft Verfahren und Vorrichtung zur kontinuierlichen Verfolgung feinstruktureller Änderungen der Materie mit Hilfe von auf einen bewegten fotografischen Empfänger fallenden Röntgen-, Gamma- oder Korpuskularstrahlen.
  • Es ist bekannt, daß beim Auftreten monochromatischer und kohärenter Röntgen- oder Korpuskularstrahlen hinreichend geringer Öffnung auf einen kristallin aufgebauten Körper eine Interferenzstrahlung auftritt, deren geometrischer Ort eine Schar von Kegelmänteln verschiedener Offnungswinkel ist. Diese Kegelmäntel sind so angeordnet, daß sie im Quelipunkt der Strahlung ihren gemeinsamen Scheitelpunkt haben und ihre Achse in Richtung des die Interferenz erzeugenden Primärstrahles verläuft. Die Offnungswinkel der Kegelmäntel und die auf dem Beugungskegel auftretenden relativen Intensitäten der gestreuten Strahlung sind bei vorgegebener Wellenlänge der Primärstrahlung eine eindeutige Funktion des Feinbaues des die Beugung bewirkenden Materials. Für die Ausnutzung dieser Effekte zur Durchführung von Feinstrukturanalysen mit Hilfe von Röntgen- oder auch Korpuskularstrahlen sind zahlreiche Arbeitsweisen und Vorrichtungen beschrieben worden. In diesem Zusammenhang darf verwiesen werden auf das Debye-Scherrer-Verfahren, das mit ebenen oder zylindrisch angeordneten fotografischen Empfängern in vielfältigen Abwandlungen ausgeführt werden kann. Auch für das Arbeiten mit Elektronenstrahlen sind Methoden für die Aufnahme von Beugungsdiagrammen der verschiedensten Art beschrieben worden.
  • Alle diese Verfahren setzen jedoch voraus, daß der strukturelle Feinbau und damit die relative Intensität und die räumliche Verteilung der gestreuten Strahlung während der Registrierung auf dem fotografischen Empfänger unverändert bleiben. Es ist jedoch von allergrößtem Interesse, gerade strukturelle Veränderungen zeitlich lückenlos zu beobachten und zu erfassen, also Veränderungen der Materie, wie sie etwa als Folge von Temperaturverschiebungen, chemischen Reaktionen, Dfflusionsvorgängen oder mechanischen Verformungen auftreten.
  • Für diese Zwecke ist bereits ein Verfahren zur Feinstrukturanalyse strukturell inhomogener Objekte mittels Elektronenstrahlen bekanntgeworden, bei dem aus Strahlungskegeln, die durch verschiedene Teile eines flächenhaft ausgedehnten Objektes oder an der gleichen Stelle eines zeitlich veränderlichen Objektes entstehen, ein lineares Teilsegment ausgesondert und auf einem senkrecht zur Längsausdehnung dieses Segmentes bewegten Film registriert wird. Nach diesem Verfahren, das, wie sich inzwischen herausgestellt hat, auch für die Verwendung von Röntgenstrahlen geeignet ist, werden also lediglich kurze Ab- schnitte der im Beugungsdiagramm auftretenden Linien, die in erster Annäherung als geradlinig anzusehen sind und parallel zur Bewegungsrichtung des Filmes verlaufen, abgebildet. Die Begrenzung dieser zur Abbildung gelangenden Linienabschnitte erfolgt durch dem Film vorgeschaltete schlitzförmige Blenden.
  • Die entstehenden Diagramme enthalten dabei eine Schar in bezug auf die mittlere Achse symmetrisch angeordneter gerader Linien, wobei der Abstand korrespondierender Linien eine durch die Geometrie der jeweiligen Aufnahmeanordnung eindeutig bestimmte Funktion des Beugungswinkels ist, während die relative Intensität der einzelnen Linien sich nach dem stofflichen und räumlichen Aufbau der Elementarzelle und dem Zusammenhang mit der Kristallgröße und der Kristallorientierung richtet. Es treten Änderungen der Gitterdimensionen während der Aufnahme als Änderungen von Linienabständen, Änderungen im Aufbau der Elementarzelle durch Intensitätsverschiebungen, durch Verlöschen oder Neuauftreten von Linien in Erscheinung. Dieses Verfahren hat jedoch einen schwerwiegenden Nachteil, der sich insbesondere bei der Verwendung von Röntgenstrahlen hinderlich bemerkbar macht insofern, als zur Registrierung der Beugungslinien jeweils nur sehr kurzeLinienabschnitte herangezogen werden können und dadurch die Belichtungszeiten unter Umständen untunlich groß werden.
  • Überraschenderweise wurde nun gefunden, daß es sowohl mit Elektronen- als auch mit Gamma- und insbesondere mit Röntgenstrahlen gelingt, für die meßtechnische Erfassung ausreichend scharfe, kontinuierlich aufgenommene Beugungsdiagramme zu erhalten, wenn man im Gegensatz zu dem bekannten Verfahren auf eine Begrenzung der zur Registrierung kommenden Interferenzstrahlung verzichtet. Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß reflektierte Interferenzstrahlung auch mit geschlossenen Interferenzfiguren, also ohne die Verwendung besonderer Blenden im Strahlengang, auf den mit einer auf die Intensität der jeweiligen Streu strahlung abgestellten Geschwindigkeit bewegten Empfänger zur Einwirkung gebracht wird. Das Wesentliche des erfindungsgemäßen Verfahrens ist darin zu sehen, daß solche reflektierte Interferenzkurven nacheinander auf einem laufenden fotografischen Streifen abgebildet werden, wobei gerade diejenigen Bereiche des reflektierten Interferenzsystems, die auf einem gedachten schmalen Schlitz senkrecht zur Bewegungsrichtung des Streifens liegen, in der registrierten Figur besonders deutlich sichtbar sind da diese Bereiche in einer geschlossenen registrierten Linie sich fortsetzen. Dagegen überlagern sich alle anderen Teile des reflektierten Interferenzsystems auf dem Streifen derart, daß sie lediglich zu einer Art Untergrundschwärzung beitragen. Es entfällt also jede Notwendigkeit, einen engbegrenzten Strahlenbereich auszublenden, so daß man nach dem Verfahren der vorliegenden Erfindung auch mit üblichen bzw. kurzen Belichtungszeiten zu einem kontinuierlichen Liniendiagramm gelangt. Man erreicht damit eine höhere zeitliche Auflösung der Diagramme und auch durch den Wegfall besonderer Blenden vor dem jeweiligen, die Strahlung registrierenden Empfänger, also dem Film oder der Fotoplatte, eine größere Beweglichkeit in der Ausgestaltung der Versuchsanordnung.
  • Die Abb. 1 und la zeigen die Gegenüberstellung zweier kontinuierlicher Debye-S cherrer-Aufnahmen eines Platindrahtes, die nach der bekannten Methode mit Schlitzausblendung und gemäß dem Verfahren der vorliegenden Erfindung mit einer unbegrenzten Interferenzstrahlung angefertigt wurden. Es zeigt sich, daß die Linien in beiden Abbildungen übereinstimmen und sich lediglich dadurch unterscheiden, daß in Abb. la die innersten und äußersten Linien lediglich gewisse Unschärfen, sogenannte Fahnen, aufweisen, die jedoch die Auswertung eines solchen Diagramms in keiner Weise stören.
  • Die Abb. 2a zeigt eine Darstellung, wie sich die Interferenzkurven auf dem laufenden Streifen abzeichnen. Als geschlossene Interferenzfigur ist ein Kreis 20 dargestellt, der entlang einer Achse 21, auf der sein Mittelpunkt liegt, in gleichmäßigen Abständen gezeichnet ist. Die einzelnen Kreise stellen gewissermaßen Ausschnitte aus dem an sich kontinuierlich ablaufenden Vorgang dar. Die Darstellung läßt erkennen, daß die Abbildung von geraden Linien mit Innenfahnen durch eine entsprechende Intensitätsanhäufung an den Überschneidungsstellen zustande kommt. Alle anderen Teile des reflektierten Interferenzsystems überlagern sich auf dem Registrierstreifen derart, daß sie lediglich zu einer Untergrundschwärzung beitragen. Bei der Abbildung einer Vielzahl derartiger Interferenzfiguren weisen auf dem registrierten Film insbesondere die innen sich aus Kreisen mit kleinem Durchmesser ergebenden Linien nach innen weisende Fahnen auf. Bei der Verfolgung irgendwelcher Strukturänderungen auf Grund der Röntgenaufnahme hat die Beobachtung hierbei an derjenigen Kante zu erfolgen, die der Fahne, d. h. der verschmierten Kante, gegenüberliegt.
  • Als Beispiel für die Anwendung des Verfahrens zeigt die Abb. 2 b das kontinuierlich aufgenommene Röntgendiagramm eines Platindrahtes, der imerhalb von 25 Stunden auf eine Temperatur bis zu 6000 C erwärmt wurde. Bei etwa 4000 C tritt eine rasche Sammelkristallisation ein, erkennbar an dem Auflösen der Linien in einer Schar von Punkten. Dieses Aufreißen der Linien tritt bei passender Wahl der Drehgeschwindigkeit des Präparates ein. Der Abstand der einzelnen Interferenzpunkte hängt von der Vorschubgeschwindigkeit des Filmes ab und ist ein Kriterium für das Eintreten des Kristallwachstums oder das Auftreten einer wesentlichen gegenseitigen Orientierung, durch die die Intensität der gestreuten Strahlung auf ein und demselben Beugungskegel nicht mehr gleichmäßig verteilt ist.
  • In Abb. 3 ist das ebenfalls kontinuierlich aufgenommene Diagramm eines Platindrahtes dargestellt, an dem durch Änderung der Temperatur eine Änderung der Gitterdimensionen während der Aufnahme hervorgerufen wurde. Die Verkleinerung der Gitterkonstante und die damit gekoppelte Vergrößerung der Beugungswinkel ist an dem Knick der Linien deutlich zu erkennen.
  • Als besonderer Vorteil erweist sich die Möglichkeit, jedes kontinuierlich aufgenommene Diagramm mit Zeitmarken zu versehen, wie im einzelnen weiter unten noch beschrieben wird, wobei sich Aufnahmen etwa gemäß der Darstellung in Abb. 4 ergeben.
  • In der Abbildung bedeutet 31 eine Schar von Interferenzlinien, während auf dem unbelichteten Mittelteil 42 senkrecht zur Bewegungsrichtung des Aufnahmeträgers Zeitmarken 43 abgebildet sind.
  • Für die Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung lassen sich Aufnahmevorrichtungen der verschiedensten Art benutzen. Ihr Aufbau wird vor allem davon abhängen, in welcher Form der fotografische Empfänger angeordnet ist. Dieser kann in Form eines Zylindermantels zur Anwendung gelangen, dessen Längsachse, in der sich die Probe befindet, senkrecht zu dem streuenden Strahl steht, wobei sich der Film während der Aufnahme entlang seiner Längsachse bewegt. Man kann aber auch als fotografischen Empfänger einen ebenen Film oder eine Platte verwenden, wobei der Empfänger auf dem Primärstrahl senkrecht steht und sich entweder, von der Strahlquelle aus gesehen, jenseits des beugenden Präparates befindet oder zur Erzielung von Rückstrahlaufnahmen zwischen dem Präparat und der Strahlungsquelle angeordnet sein kann.
  • Eine besonders vorteilhafte Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung mit Röntgenstrahlen ist in Abb. 5 schematisch dargestellt.
  • Sie besteht im wesentlichen aus einem vorteilhaft zweiteiligen zylindrischen Gehäuse, dessen Teile mit 51 und 52 bezeichnet sind und das Präparat 53 konzentrisch umgeben. Das Präparat, das im folgenden Beispiel stäbchenförmig ausgebildet ist, wird in dem zentrierbaren Präparathalter 54 eingespannt und ragt in die Heizvorrichtung 55 hinein, die unmittelbar vor dem von dem Primärstrahl getroffenen Präparatquerschnitt endet. Der Primärstrahl trifft von unten durch die Blende 56 auf das Präparat 53 und fällt von dort in die Austrittsblende 57. Das Gehäuse 51/52 ist von einer als Filmträger dienenden Hülse 58 umschlossen, die auf dem Gehäuse in der Längsrichtung beweglich ist und an ihrer Innenseite den Film 59 aufnimmt. Der Film bzw. der Filmträger kann das Gehäuse 51/52 bis auf einen an der Unterseite ausgesparten Schlitz praktisch ganz umschließen, kann aber auch nach einer anderen Ausführungsform lediglich die obere Hälfte der Mantelfläche umfassen, wobei dann allerdings die zur Registrierung kommende Strahlung hinsichtlich des erfaßbaren Beugungswinkels beschränkt bleibt.
  • Während bei der gezeigten Ausführungsform der untengelegene Schlitz den Durchtritt der Blenden und anderen Teile der Vorrichtung ermöglicht, bleibt bei einer Ausgestaltung, bei der der Filmträger lediglich den oberen Teil des Gehäuses umfaßt, die untere Hälfte für zusätzliche apparative Teile frei. Der Filmträger 58 ist, wie im Schnitt AB dargestellt, mit Hilfe von Längsrippen 501 und 502 gelagert, die ihrerseits wieder auf Gleitschienen 503 und 504 aufliegen.
  • Die Bewegung des Filmträgers auf diesen Gleitschienen kann in beliebiger Weise bewirkt und beispielsweise durch einen mit einstellbarer Geschwindigkeit auf eine Rolle aufgewickelten Seilzug vorgenommen werden.
  • Der Befestigung des Filmes in dem Filmträger können die Anschläge 505 und 506 dienen, von denen einer fest und der andere gefedert angeordnet ist, so daß der Film unter Spannung steht und sich hinreichend genau der zylindermantelförmigen Innenfläche des Filmträgers anlegt.
  • Der Kanal der Austrittsblende 57 ist mit einem beweglichen Stößel 507 versehen, der etwa durch eine Feder 508 gehalten und durch einen am Gehäuseteil 52 angebrachten Elektromagneten 509 betätigt werden kann, so daß die Blendenbohrung nach Zeitfolge und Zeitdauer willkürlich und von außen regelbar geöffnet werden kann.
  • Um eine untunliche Erwärmung des Filmes bei der Verfolgung von temperaturabhängigen Strukturänderungen, bei denen das Präparat durch die Heizeinrichtung 45 erhitzt wird, zu vermeiden, kann das Gehäuse 51/52 durch beliebige Kühleinrichtungen, z. B. Kühlschlangen 510, ausreichend gekühlt werden.
  • Das Präparat bzw. der Präparathalter ist in der Vorrichtung von außen drehbar angebracht. Die Rotation kann in beliebiger Weise von außen bewirkt werden, wie dies durch den Antrieb 511 schematisch angedeutet ist.
  • Selbstverständlich sind die Vorrichtungen für die Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung nicht auf die in Abb. 5 gezeigte Ausführungsform beschränkt, sondern können je nach dem damit verfolg ten Zweck beliebige Abwandlungen erfahren.
  • Die Beheizung des Präparates kann z. B. auch so erfolgen, daß strahlende Heizkörper innerhalb des Gehäuses 51/52 zu beiden Seiten des Primärstrahles in unmittelbarer Nähe des Präparates angeordnet sind.
  • Zur Ergänzung des Wärmeschutzes für den Film durch die in der Abbildung dargestellten Kühleinrichtungen kann auch der Zwischenraum zwischen dem Präparat und dem Film mit besonderen Kühlelementen ausgestattet sein, z. B. mit hochglänzenden Aluminiumfolien, die zwar die Wärmestrahlung stark reflektieren, die Röntgenstrahlung aber fast ungeschwächt durchlassen. Auch kann der Film im Filmträger unmittelbar mit einer solchen Aluminiumfolie bedeckt werden, die dann gleichzeitig die Funktion eines Filters zur Schwächung der durch den Bremsstrahlungsanteil des P rimärstrahles entstehenden Untergrundschwärzung übernimmt. Schließlich kann, sofern drahtähnliche Proben aus Metall oder anderen elektrisch leitenden Materialien untersucht werden sollen, die Probe auch in direktem Stromdurchgang beheizt werden, wobei sie dann auf beiden Seiten zur Stromzuführung zu haltern ist.
  • Für die Verfolgung von Strukturänderungen, die ohne Temperaturverschiebungen vor sich gehen und etwa unter Wirkung von mechanischen Kräften verlaufen, kommen Ofen und Kühlelemente in Fortfall.
  • Um eine eindeutige und zwangläufige Verknüpfung zwischen der Zeitachse des Beugungsdiagramms mit anderen Versuchsgrößen, die den Zustand des Präparates während der Aufnahme kennzeichnen, herbeizuführen, kann man mit Hilfe des normalerweise vor dem Empfänger vollständig ausgeblendeten Primarstrahles Zeitmarken auf dem Empfänger selbst anbringen. Zu diesem Zweck setzt man in die Austrittsblende für den Primärstrahl eine feine - z. B. schlitzförmige - Zusatzblende ein und ordnet vor ihr einen Verschluß an, der etwa über eine elektromagnetisch oder pneumatisch oder hydraulisch oder rein mechanisch wirkende Vorrichtung zu beliebigen Zeitpunkten und während beliebig einstellbarer Zeiten geöffnet werden kann. Geschieht die Betätigung des Verschlusses elektromagnetisch und soll beispielsweise die Zuordnung von Zeitmarken auf einem kontinuierlich aufgenommenen Diagramm zu den korrespondierenden Punkten einer Temperaturkurve verfolgt werden, die während der Aufnahme mit Hilfe eines in der Nähe des Präparates (oder in diesem selbst) angebrachten Thermoelementes und eines elektrischen Schreibers registriert werden, so sind lediglich über eine Relaisschaltung die Zuleitungen der Thermospannung zum Schreiber für die Dauer der Freigabe des Primärstrahles kurzzuschließen. Dadurch wird die geschriebene Temperaturkurve während der Zeitdauer der Markierung mittels des Primärstrahles sichtbar unterbrochen.
  • Neben den bereits erläuterten Techniken ist selbstverständlich das Verfahren gemäß der Erfindung bei entsprechender Anordnung auf alle bekannten Methoden der Strukturanalyse anwendbar, wie sie mit Röntgenstrahlen vorgenommen werden können, beispielsweise auf die Geradeausdurchstrahlung oder »Pin-hole«-Methode oder auf die Rückstrahlmethode mit Flach-oder Zylinderkameras. Dabei besteht lediglich der grundsätzliche Unterschied, daß der zur Registrierung der Streustrahlung dienende Empfänger während der zu beobachtenden Strukturänderung mit einer auf die Intensität der gebeugten Strahlung abgestimmten Geschwindigkeit bewegt wird. Daß sich alle Anordnungen zur kontinuierlichen Registrierung von Röntgenbeugungen auch im Vakuum oder unter erhöhtem Druck betreiben lassen, bedarf keiner besonderen Erwähnung.
  • Für die Durchführung der Untersuchung mit Elektronenstrahlung und anderen Korpuskularstrahlen kann man grundsätzlich in gleicher Art verfahren, wobei jedoch stets bei Drücken unterhalb von 10- 3 Torr gearbeitet werden muß.
  • Das Verfahren gemäß der Erfindung erlaubt es unter Zuhilfenahme der beschriebenen Vorrichtungen, alle Aufgaben zu lösen, bei denen die kontinuierliche Verfolgung von Änderungen des stofflichen Feinbaues fester Körper eine Rolle spielt. Besonders geeignet ist das Verfahren bei Anwendung der jeweils geeigneten Strahlung für die Verfolgung von Modifikationsänderungen als Funktion der Temperatur, der Wirkung einer Wärmebehandlung an Metallen und anderen festen Körpern unter verschiedenartiger Atmosphäre.
  • Auch Korrosionsprobleme, Reaktionen zwischen festen Körpern oder zwischen solchen und Gasen oder Dämpfen und sogar Reaktionen zwischen flüssigen und festen Körpern können ebenso erfolgreich untersucht werden wie Diffusionsvorgänge in fester Phase, Vorgänge an Katalysatoren, beispielsweise Aktivierungs- oder Vergiftungserscheinungen, und schließlich die Wirkung mechanischer Beanspruchungen auf den inneren Zustand von festen Körpern.
  • PATENTANSPROCHE: 1. Verfahren zur kontinuierlichen Verfolgung feinstruktureller Änderungen der Materie mit Hilfe von auf einen bewegten fotografischen Empfänger fallenden Röntgen-, Gamma- oder Korpuskularstrahlen, dadurch gekennzeichnet, daß reflektierte Interferenzstrahlung auch mit geschlossenen Interferenzfiguren, also ohne die Verwendung besonderer Blenden im Strahlengang, auf den mit einer auf die Intensität der jeweiligen Streustrahlung abgestellten Geschwindigkeit bewegten Empfänger zur Einwirkung gebracht wird.

Claims (1)

  1. 2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch ein zylindrisches Gehäuse (51/52) mit einem in der Längsachse angebrachten und vorzugsweise um diese bewegbaren Probenhalter (54) und senkrecht hierzu angeordneten Blenden (56/57) für den Ein-und Austritt der längs eines Durchmessers geführten Strahlung sowie einer das Gehäuse etwa auf der oberen Hälfte seiner Mantelfläche umfassenden, auf ihrer Innenfläche den fotografischen Empfänger (59) aufnehmenden Hülse (58), die in Richtung der Gehäuselängsachse mit Hilfe von Führungselementen (501 bis 504) verschiebbar ist.
    3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die als Filmträger dienende Hülse das Gehäuse weitgehend umschließt und lediglich an ihrer Unterseite mit einem Längsschlitz versehen ist.
    4. Vorrichtung nach Ansprüchen 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Austrittsblende (57) für den Primärstrahl mit einem nach Zeitpunkt und Zeitdauer regulierbar zu betätigenden Verschluß (507) versehen ist.
DED24560A 1956-12-22 1956-12-22 Verfahren und Vorrichtung zur kontinuierlichen Verfolgung feinstruktureller AEnderungen der Materie mit Hilfe von Roentgen-, Gamma- oder Korpuskularstrahlen Pending DE1103623B (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1294700B (de) * 1961-06-19 1969-05-08 Basf Ag Anordnung zur kontinuierlichen fotographischen Registrierung sich aendernder Roentgenbeugungsdiagramme

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1294700B (de) * 1961-06-19 1969-05-08 Basf Ag Anordnung zur kontinuierlichen fotographischen Registrierung sich aendernder Roentgenbeugungsdiagramme

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